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Mehr als nur ein Punkt!

20 Sep

Unsere Jungs präsentieren sich beim Tabellenführer aus Bochum von ihrer bislang besten Seite. Kampf, Wille, Orientierung nach vorne. Und das wurde in allerletzter Sekunde belohnt – mit einem Unentschieden.

Und dann war er doch fällig… der Luthe. In der 92. Minute konnten weder er, noch Aluminium den Angriffsbemühungen unserer Forteng etwas entgegensetzen. Ballkünstler-Sercan hatte butterweich mit Links geflankt und unser neuer #9er van Duinen (fan deunen? fan daunen? fan deinen? wie spricht man ihn denn nun aus???) wuchtig ins linke obere Eck eingeköpft. Luthe konnte nur hinterhergucken – Pfosten und Latte sich nicht mal mehr verbiegen, um das Tor zu verhindern. Die Fortuna-Kurve explodierte und das Team rannte geschlossen in die Arme von Frank Kramer, der den Punktegarant des Abends eingewechselt hatte. Denn dieser Punkt war weitaus mehr als nur eine abgewendete Niederlage: Dieser Punkt machte deutlich, dass die Chemie in der Mannschaft stimmt, und dass das Glück zur Not eben erzwungen werden muss. Unser Coach hatte den Jungs aber auch wirklich die richtige Devise mit auf den Weg gegeben.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Auflaufen durfte die exakt gleich Elf wie gegen die 60er. Bellinghausen war erfreulicherweise rechtzeitig wieder fit, sodass Kramer niemanden ersetzen musste. Sehr gefreut hat uns auch, dass Bolly auf der Bank auftauchte – Ihr wisst schon: Wir rechneten damit, dass man wochenlang nichts von ihm hören würde. So war also klar, dass eine Mannschaft auflaufen würde, die noch ein kollektives Erfolgserlebnis verbuchen konnte. Wie wichtig das ist, zeigte sich mit Anpfiff des Spiels…

…ach Moment. Bochum schickte auch 11 Jungs in blau aufs Feld. Terrodde ist wieder in der Form eines Topstürmers. Also musste man sich vor ihm fürchten. Die restlichen Celozzis, Terrazzinos und Uluts kann man kennen, muss man aber nicht. Aber einer sollte uns wahnsinnig machen: Herr von und zu Luuuuuuuthe!

HZ1 & HZ2: Einbahnstraßenfußball gegen Luthe und Gebälk

Eigentlich lässt sich das Spiel der beiden Halbzeiten wunderbar in einem Satz zusammenfassen: Die Fortuna rennt an, spielt sich Chancen heraus und scheitert am Ende am überragenden Luthe oder schepperndem Aluminium. Manchmal verzogen die Jungs auch mal (Sararer, Ya Konan), oder schossen unplatziert auf den Torwart (van Duinen). Bochum kam sehr früh zu einer Chance, die Rensing entschärfen konnte. Danach hatten sie eigentlich nur noch die eine hochkarätige Chance, die Hogland (richtig geschrieben? Keine Ahnung. Egal!) sehenswert verwertete. Schauerte hatte zu kurz geklärt. Haggui kam nicht beherzt genug zum Zweikampf, wobei wohl auch jede noch so sanfte Berührung bei der Wucht, mit der Sportskamerad Hogland herangedüst kam, zu einem Elfer geführt hätte. Egal – er versenkt das Ding und überall lange Gesichter.

Gleichwohl man sagen muss, dass zumindest wir keinen Zweifel hatten, dass die Forteng nach dem, was sie in den ersten 25 Minuten gezeigt hatte, noch lange nicht geschlagen worden war. Zwar musste sich unser Team fangen; aber es ging dann weiter unaufhaltsam nach vorne. Es schien, als hätte sich die Fortuna bereits in der ersten Halbzeit mehr Chancen erarbeitet, als in der gesamten Rückrunde der Vorsaison.

Und es ging in beiden Halbzeiten unheimlich schnell. Zweikampfsicher eroberten entweder Monsieur Koch oder Schmitz die Kirsch, oder aber Schauerte, Haggui, Axel und Strohdiek machten einen Strich durch Bochumer Angriffsbemühungen. Und dann ging es in der Regel schnell nach vorne. Der gute Demirbay war dabei genau der Mittelfeldmotor, den wir so sehr in ML10 vermisst haben – klar, die Vergleicherei nervt; zumal wir ja eigentlich Liendl-Befürworter sind. Aber dieses eine Mal musste es noch sein, da man den Unterschied wirklich deutlich sehen konnte. Und seine Standards waren ebenfalls erste Sahne. Zwei Freistöße brachte er brandgefährlich aufs Tor. Die Ecken kamen scharf in den 16er. Jetzt muss man aber erst mal abwarten, ob er diese Form halten kann – falls ja, sollten wir alle den Hut vor Azzouzi ziehen für diesen Transfer.

Als Kramer merkte, dass man in dieser Partie wohl auch drei Stunden spielen könne, ohne zu treffen, schickte er Pohjanpalo, Bolly und van Duinen ins Rennen. Raus gingen Axel, Bebou und Ya Konan. Und ALLE DREI EINGEWECHSELTEN machten mächtig Alarm. Pohjanpalo aka Iceman aka Palimpalim zeigte, dass er als Joker ein echter Garant ist. Turbo-Mathis düste auch wieder mächtig rum auf rechts, führte ein Übersteigertänzchen am Bochumer 16er auf und drosch den Ball mit Gewalt gegen das Quergebälk, dass selbst die Kneipenbesitzer im Bochumer Bermuda-Dreieck dachten, hier stürze etwas ein.

Und van Duinen… Erst vergab er eine riesige Chance als es ein 3 gegen 2 vor dem Bochumer Tor gab und er schwach und mittig draufhielt, statt rechts den völlig freien Bolly zu bedienen. Doch gaaaanz kurz vor Schluss sollte es dann gelingen. Die Fortuna schickte einen Ball nach dem anderen in den 16er. Mal über rechts, mal über links. Die Bochumer Verteidigung, sichtlich kaputt vom vielen Hinterherrennen, versuchte nur noch den Sieg zu halten und mauerte sich ein. Doch bei dieser einen punktgenauen Flanke von Sercan auf van Duinen, war keiner mehr zur Stelle und vor den Augen der Bochumer Fankurze passierte, was unsere Jungs sich verdient hatten. Das F95-Tor des Abends.

Fazit & Ausblick

Wie oben angedeutet, war die ausgelassene Freude in der Fortuna-Szene sehr viel mehr als die Freude über einen Punkt beim Ligaspitzenreiter. Die Freude, die uns alle vereinte und zu einer wahnsinnig guten Stimmung beim 2000-3000 Mann starken Anhang führte, galt der rundum kampfbereiten Leistung unserer Mannschaft. Bezeichnend war, dass die Kurve gerade ihre Liebe zur Fortuna besang, als das 1-1 fiel. Denn eines ist klar: Wir hätten weitergesungen, auch wenn die Mannschaft verloren hätte. Denn sie hatte unsere Herzen gewonnen: Durch einen über 90 Minuten beherzten Auftritt! Alles hat gestimmt. Alle waren stark. Keine Ausfälle. Eine echte Teamleistung von insgesamt 14 Spielern, die an diesem Abend für unseren Verein spielen durften.

Nun geht alles ganz schnell: Dienstag schon geht es nach Karlsruhe zum sehr schwach gestarteten KSC (bloß keinen Trainerwechsel vor Dienstag bitte!!) und am Freitag kommt Sandhauen zu uns ins Wohnzimmer. Angesichsts der Tatsache, dass wir noch immer nur 16er sind, muss man mindestens vier Punkte fordern dürfen. Das tun wir hiermit auch 🙂

Wir freuen uns in jedem Fall wie Bolle (oder eben Bolly), dass unsere Jungs im zweiten Spiel nacheinander für ECHTE Freude gesorgt haben. Weiter so und unsere Liebe wird nicht mehr so weh tun wie zuletzt.

In diesem Sinne – 95 Olé

Adnan & Ingo

Gegenseitiges „Rumgeharmlose“ in Bochum

24 Feb

Und wieder ein Unentschieden. Diesmal ohne große Unterschiede in den Halbzeiten. Denn in Bochum waren beide Spielhälften echte Nullnummern.

Das gestrige Gastspiel beim VfL Bochum könnte im Saisonrückblick als ein bedeutungsschweres Spiel gedeutet werden. Es war ein Spiel, das offenbarte, was wir von dieser Saison noch erwarten dürfen. Und die bittere Antwort lautet: herzlich wenig. Und was genau heißt „hezrlich wenig“? Nun, im Grunde all das nicht, was im Fußball Spaß macht: Dramatik, Spannung, Hektik, Erfolg, Spektakel, Kampf, Leidenschaft, Euphorie, Konzept und Strategie. Wobei es letzteres eigentlich gibt: Das Konzept unter Chefcoach Köstner lässt sich unter dem einfachen Slogan „Nur nicht verlieren!“ zusammenfassen. Denn um nichts Anderes geht es einem Trainer, der gegen spielerisch limitierte Gegner ab der 60. Minute defensiv einwechselt.

Die gute Nachricht bei all dem: Wir werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Denn unser Team ist nicht so einfach zu schlagen. Die schlechte Nachricht: Wir werden irgendwo im elendig egalen Tabellenmittelfeld rumkrebsen – so zwischen Rang #13 und #8. Das Traurige daran: In dieser Tabellenregion waren wir schon lange nicht mehr und sind uns nicht gewahr, wie wenig Hektik, Nervenkitzel und Emotionen dort herrschen. Es ist eben dieses uninspiriert bedeutungslose Tabellenmittelfeld. Natürlich kann in all dem auch ein Wert liegen. Nämlich dann, wenn der Plan ist, aus einer gesicherten Zweitligaexistenz in dieser Saison ein zukunftsweisendes ab der kommenden Saison zu starten. Aber mal ehrlich: Seht Ihr dafür Anzeichen…?

Halten wir kurz fest. Die Partie gestern war ja gar nicht mal die schlechteste Saisonleistung. Weit entfernt von manchem Grauen der bisherigen Spiele. Aber es war so unendlich öde und harmlos. Und das Ganze wurde besonders schlimm, weil der Gegner exakt Dasselbe fabrizierte – mit dem Unterschied, dass die Bochumer zwei, drei Mal gefährlich vor unsere Bude kamen. Und, gerade weil das alles so öde war, gibt es diese Woche auch keinen wirklichen Spielbericht – da weigern wir uns einfach. Für diejenigen, die das Spiel nicht gesehen haben, vielleicht einfach mal folgende Abfolge der Geschehenisse:

Giefer spielt einen Abstoß kurz rechts auf Levels. Levels geht zwei Schritte, beschließt aber doch lieber querzulegen auf Bodzek. Der spielt kurzerhand zurück auf Levels. Erat kommt ihm entgegen und kriegt den Ball, spielt zentral zu Fink. Der legt wieder ab auf Bodzek, der rüberspielt zu Latka, der dann die Kirsche weiterleitet zu Weber. Der denkt sich, dass die Pille ja eigentlich mal nach vorne müsste und wagt einen langen, hohen Ball. Der fliegt einen halben Meter über den möglichst hoch springenden Benschop hinweg und landet beim Gegner. Dieser versucht dann, mit seinen ebenfalls recht beschränkten Möglichkeiten, das Spiel irgendwie ins Rollen zu bringen. Da unsere Jungs aber recht zweikampfstark sind und Deniz Aytekin uns irgendwie mag, nehmen wir ihnen angenehm fix das Spielgerät weg. Darauf starten wir so etwas wie einen Versuch des Umschaltspiels. Benschop hatte, gerade doch extrem clever antizipierend, einen Pass abgefangen und leitet einen Angriff aus der eigenen Hälfte ein. Schmidtgal düst links los. Rechts Lumpi und weiter rechts Erat. Doch es will Benschop einfach nicht gelingen, auch nur einen seiner Teamkollegen bei dieser Konterchance anzuspielen. Sein Zuspiel auf Schmidtgal geht kläglich ins Seitenaus. Unsere Jungs waren viel in Ballbesitz und eigentlich nie brenzlich unter Druck. Und dennoch ist es zu keinem Zeitpunkt gelungen, mal einen ordentlichen Angriff zu spielen, oder überhaupt mal zum Torabschluss zu kommen. Das Spiel war derartig ohne Highlights, dass Sky-Moderator, Uli Potowski, sogar die Zeit hatte, sich mit Blick auf unsere Nummer #8 darüber zu freuen, „dass heute auch mal jemand Heinrich heißt; und nicht Kevin“.

Wir betonen gerne noch mal: Das war keine katastrophale Leistung. Mitnichten. Wir haben alle schon viel Schlimmeres gesehen. Aber es passierte einfach nichts Interessantes. Tja, aber da, wo nix passiert, bleiben auch fatale Böcke aus. Und das ist auch wirklich das Einzige, das bei unseren Jungs besser geworden ist. Es bleiben seit Köstner (zumindest bisher) die Aussetzer, die zu Toren führen, aus. Klar, Giefer muss sich ganz schnell fangen. Das Gegentor bei 1860 ist noch frisch im Gedächtnis. Ansonsten werden wir nicht mehr überrannt. Aber wie denn auch… Wir riskieren ja auch nichts mehr. Unter Interimscoach Oli Reck hat man teilweise Feuer nach vorne gesehen. Logischerweise wird man dann aber auch anfällig. Und so ist die alle erste Maßregel unter Köstner: Hinten dicht machen.

Es mag aus einem Bauchgefühl kommen; und es mag auch alles anders werden. Aber so macht es wirklich nur bedingt Freude, der Mannschaft zuzusehen. Fehlervermeidung als oberste Maxime ist eben vor allem nur eines: langweilig. Jungs auf dem Platz zu sehen, die gallig auf Gewinnen sind… Das wünscht man sich eher.

Symptomatisch für diese Marschroute unter Köstner war der Wechsel in der 90. Minute (Balogun kam für Lumpi). Wechsel zu diesem Zeitpunkt dienen eigentlich IMMER dem Zeitspiel, um ein Ergebnis über die Zeit zu retten. Das 0-0 war also das zu rettende Ergebnis. Und das, obwohl es nie in Gefahr war…

Am kommenden Spieltag erwartet uns ein etwas überraschendes Wiedersehen mit Norbert Meier. Dann ist wenigstens emotional ein wenig was los.

In diesem Sinne, 95 OLÉ
Adnan & Ingo

 

Ein „kenialer“ Moment reicht!

26 Aug

Unsere Jungs fahren einen unheimlich wichtigen Heimsieg ein und stoppen die Negativserie. Ein wahrhaftig genialer Moment von Levan Kenia und eine Dank Latka wieder stabilisierte Abwehr bescheren uns ein 1-0 gegen die „graue Maus“.

Nach dem tristen Auftritt bei Union Berlin vergangenen Montag konnte man etwas besorgt sein über das, was uns nun bevorstehen könnte: eine andauernde Negativserie, schlechte Stimmung in der Mannschaft, auf den Rängen, in den Medien… Aber nichts da!! Mehr als 37.000 Zuschauer waren beim gestrigen Spiel in der Arena. Das ist nach drei Pflichtspielniederlagen in Folge beachtlich. Und sie sollten bereits vor dem Anpfiff etwas zu sehen bekommen, das sie so schnell nicht vergessen werden…

Großartige Kulisse Dank phantastische Choreo

Die Ultras Düsseldorf und jede Menge weitere Akteure aus der aktiven Fanszene haben eine wahrhaftig sensationelle Choreographie dargeboten. Vor der Südkurve wurde zunächst eine gigantisch große Zeichnung der Düsseldorfer Skyline hochgezogen, bevor kurz darauf eine der ulkigen, beige-gelben Straßenbahnen vorgefahren wurde. Dort sprühten zwei wirklich seeeehr angsteinflößend aussehende Jungens live in großen Lettern ULTRAS drauf und in etwas kleineren Buchstaben daneben F95 und FUCK KÖLN. In den Fenstern der Bahn waren weitere Fan-Gruppierungen namentlich erwähnt. Als wenn das nicht schon genug Choreo wäre, wurde die gesamte Südtribüne beim Einlaufen der Mannschaften in Rot und Weiß getränkt. Es sah einfach riesig aus. Das wird über unsere Stadtgrenzen hinaus für Respekt und Wertschätzung sorgen. Alle in der Arena Anwesenden werden froh sein, das miterlebt zu haben. An alle Medienmacher und Journalisten, die hier gerade mitlesen: Wenn Ihr auch nur 10% Eurer Energie für Negativschlagzeilen über Fußballfans in die Berichterstattung solcher (über drei Monate hinweg vorbereitete) Aktionen stecken würde, müsste der dämliche DFL nicht ein dummes (Un-)Sicherheitspapier entwickeln. In jedem Fall gab dieses Bild eine großartige Kulisse, die mit Sicherheit unseren Jungs auf dem Rasen noch mal einen Extra-Kick verpasst haben dürfte.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Im Vergleich zum unsäglichen Auftritt in Berlin nahm Mike Büskens einige Änderungen in der Startelf vor. Für den verletzten Axel rückte Lumpi auf die linke Seite und Oliver Fink übernahm dessen Position im zentralen Mittelfeld. Der ENDLICH genesene Abwehrchef Latka rückte neben Bomheuer in die Innenverteidigung und Tobi Levels übernahm die Rechtsverteidigerposition. Nach seinem wirklich schwachen spiel gegen Union fand sich zudem Bolly zunächst auf der Ersatzbank wieder und „Reise“ sollte mit seiner Dynamik die rechte Seite beackern. Taktisch wurde wieder im 4-2-3-1 begonnen, wobei Kenia viele Freiheiten genoss und sich auch immer wieder zurückfallen ließ, um das Spiel aus dem Mittelfeld heraus mit anzukurbeln. In der Anfangsformation von Rotzbremsen-Ikone Neururer fanden sich neben Ex-Fortune Ilsö auch zahlreiche weitere Akteure mit Erstligaerfahrung wieder. Hobbit, Paul Freier, ist so ein wenig wie der deutsche Paul Scholes – ist der nicht schon 44? Gespannt waren wir vor allem auf Sukuta-Pasu – einem der vielen Talente unserer U17 bis U21-Nationalmannschaften, der aber nie so recht den Durchbruch schaffte – vielleicht ja in Bochum.

1. HZ: Vollgas, Entsetzen, Ausrasten, Verwalten!

Das Spiel geht richtig gut los, man merkt sofort, dass sich die Jungs für die Partie Einiges vorgenommen haben. Der Gegner wird früh gestört und jeder Fortune wirkt sehr fokussiert. Unser Angriffsmotor läuft sich direkt warm und es gibt bereits nach 8 Minuten was zu Feiern: Nach einem langen Zuspiel von Bomheuer setzt sich Benschop nahe der gegnerischen Eckfahne äußerst geschickt gegen zwei Ruhrpottler durch und spitzelt den Ball zu Kenia, der seinerseits einen weiteren Bochumer vernascht und die Kirsche in die Mitte spielt. Die Bochumer zelebrieren den Hühnerhaufen und kriegen die Situation nicht geklärt. Stefan Reisinger wähnt seine Chance, setzt zum Sprint an und nutzt all seine Erfahrung gegen Heiko Butscher und holt clever einen 11er raus. Hand auf’s Herz: Es war zwar keine Schwalbe; aber auch alles Andere als ein klarer Strafstoss. „Reise“ rennt bewusst in den Bochumer Verteidiger und plumpst hin. Aber: Elfmeter ist nun mal, wenn der Schiri (diesmal ein echt Guter) pfeifft – wenn auch nach leichtem Zögern. Unser Schlitzohr schnappt sich selbst den Ball, kriegt noch einen ermutigenden Klapps von Benschop und will wie schon gegen Cottbus den Elfmeter als Gefoulter verwandeln – zum Teufel mit den Fußballweisheiten. So erleben wir 23 Sekunden absolute Gefühlsachterbahn:

Reisinger zielt etwas zu genau. VfL Torwart Luthe wird gekonnt verladen aber der Pfosten leider nicht. Die (völlig unverständlich) vor dem Elfer erklungenen Freudengesänge verstummen. Die Bochum-Kurve tobt. Eine Kurzohnmacht legt sich über Fans, Coach Büskens und vor allem Reisinger selbst. Sofort schießen einem Gedanken in den Kopf: Das macht die Jungs jetzt fertig. Selbstbewusstseins-Dämpfer hatten wir in den letzten Monaten wahrlich genug! Tja, und Bochum startet sofort über Hobbit Freier den Konter. Doch seinen Pass in der gegnerischen Hälfte entschärft Abfangjäger Bodzek durch eine wohlgetimte Grätsche. Lumpi kriegt den Ball und spielt ihn sofort auf den nahe stehenden Kenia weiter (Umschaltspiel Olé!). Der macht sich dann aus der eigenen Hälfte auf zu einem herrlichen Sololauf. Er tanzt während seiner Reise durch die Bochumer Hintermannschaft im Tempodribbling drei Verteidiger aus und schließt diesen magischen Moment perfekt ab, indem er – am 16er angelangt – seine Reise beendet und auf den vogelfreien Elfmetervergeiger „Reise“ passt, der dann wiederum ungehindert zur 1:0 Führung eintütet! Ein absolutes Knaller-Tor! Balleroberung, Umschalten, Vorbereitung und Torabschluss erfolgten in nur wenigen Sekunden.

Wie sehr dieser Treffer die aufgestaute Verkrampfung löst, ist bestens an unserem Trainer zu erkennen. „Buyo“ rastet komplett aus und bespringt wie im Wahn mit einer Mischung aus Abklatschen, Pogo und Umarmen seinen Betreuerstab. Im Anschluss setzen die Jungs dem Gegner zu und spielen weiterhin aggressives Pressing. Allen voran Benschop, der die gegnerische Abwehr vor größte kämpferische Probleme stellt. Die Bochumer geben sich allerdings nicht einfach so ihrem Schicksal hin und versuchen immer wieder, ihren Sturm-Tank Sukuta-Pasu gefährlich in Position zu bringen. Da aber unser Abwehr-Koloss Latka endlich zurück ist und neben ihm auch Bomheuer wieder bärenstark verteidigt, gelingt es dem VfL einfach nicht, gefährlich vor unsere Bude zu kommen. Nur ein Mal entwischt Freier über unsere linke Seite und jagt den Ball an den Pfosten. Durchatmen – nix passiert. Levan Kenia zeigt im ersten Durchgang, was wir uns alle von ihm erhofft haben: er ist die Art Spieler, die der Fortuna lange Zeit gefehlt hat: ballsicher, immer anspielbar und mit genialen Ideen gesegnet. In der 42. Minute legt er fast ein weiteres Tor auf. Lumpi erkämpft sich den Ball. Dieser prallt Richtung Kenia und er geht wieder mit hohem Tempo auf den gegnerischen 16er und die zwei verbleibenden Abwehrspieler zu; auf links geht Lumpi mit, rechts begibt sich Benschop in aussichtsreiche Position. Kenia legt unserem Niederländischen Vorkämpfer den Ball (etwas zu weit) auf und Benschop drischt die Kirsche gegen den Außenpfosten. Das benschop’sche Geschoss schäppert zwar gewaltig; aber eben nicht zum 2-0…

2. HZ: Drücken, Verwalten, Verteidigen, Siegen!

Nach dem Seitenwechsel gestaltet sich die Partie etwas ausgeglichener. Wir beginnen zwar wieder druckvoll – markieren aber einfach nicht das 2-0. Und nach und nach wird Bochum stärker. Ab der 60. Minute stellt Monsieur Neururer sein Team um und bringt einen weiteren Stürmer – für’s Protokoll: Ilsö kriegt auch bei der „grauen Maus“ nix Großes hin. Die nächste dicke Chance gehört aber wieder uns: Levels spielt eine starke Manni-Kaltz-Gedächtnis-Flanke in den Strafraum, Lumpi setzt sich im richtigen Moment von seinem Gegner ab, steht in bester Position vor dem 7,32m x 2,44m großen Tor und köpft… meterweit daneben ins Aus! Büskens´ Reaktion spricht erneut Bände. Er sinkt auf die Knie und verweilt einige Sekunden auf allen Vieren in Schockstarre. Sorry Lumpi, aber den MUSS man machen! Fortan lässt sich die Fortuna immer mehr hinten reindrängen. In der 67. Minute verlässt der wirklich starke Kenia den Platz und Bolly bekommt einen weiteren Einsatz. Wenig später muss leider auch noch Benschop verletzt vom Platz (bitte, bitte kein langer Ausfall!!!) und wird durch Paurevic ersetzt. Die Einwechslung macht deutlich, dass unser Trainer die drei Punkte unbedingt verwalten und verteidigen möchte. Denn mit Bodze, Lumpi, Fink und Paurevic stehen direkt vier defensive Mittelfeldspieler auf dem Platz. Vielleicht hätte Gianniotas für mehr Entlastung sorgen können? Bochum versucht es nun mit der Brechstange, scheitert aber immer wieder am Fortuna-Bollwerk. Wir kommen durch Entlastungsangriffe auch noch zwei mal gefährlich vor das gegnerische Tor, aber ein weiterer Treffer bleibt uns versagt. So zittern wir uns bis zum Abpfiff und können dann endlich den verdienten zweiten Saisonsieg feiern.

Personelles

Ohne Zweifel: Dieser Sieg ist unendlich viel wert. Für alle! Giefer musste nicht hinter sich greifen. Er war bei Standards sicher, auch wenn er ein Mal etwas zu übermotiviert rauskam und dabei fast Bodzek verletzte. Latka und Bomheuer bildeten eine bärenstarke Innenverteidigung. Man merkt, dass der junge Bomheuer von Latka’s Ruhe profitiert. Levels machte nun auch als Rechtsverteidiger ein tolles Spiel. Er war offensiv sogar aktiver als Ramirez, der zuletzt etwas abtaucht. Das mag aber auch an seinem Partner auf der linken Seite gelegen haben. Lumpi  ist qualitativ wirklich abgeschmiert gegen den Rest auf dem Platz. Zwar hat auch Fink unverständlich viele Fehlpässe gespielt, strahlt aber im zentralen Mittelfeld einfach mehr Ruhe als unser Kapitän aus. Bodzek hat offenbar wieder sein Gelbe-Karte-Abo gebucht. Auch er leistet sich viele unnötige Fehlpässe, stabilisiert aber die Abwehrreihe durche Zweikampfstärke und Präsenz. Kenia bot eine tolle Leistung. Er holte sich die Bälle oft auf Höhe der Mittellinie und gestaltete das Spiel von dort. Das wird das richtige Mittel sein. Spieler wie er bleiben bei 5 von 6 Versuchen im Dribbling hängen. Doch das eine Mal reicht, wie wir gesehen haben 🙂 Benschop hat unglaublich mannschaftsdienlich gespielt. Es muss vorne noch besser in der Abstimmung laufen, damit auch er mehr Torchancen bekommt. Reise war als Hans-Dampf auf Rechts gut unterwegs und hat mit Levels das stärkere Flügelspiel gegenüber Ramirez und Lumpi gezeigt.

Auf der Spieler-Loge waren Halloran, Gartner, Karpuz, Wegkamp und einige andere unserer Jungspunde zu sehen. Auch wenn wir nun gewonnen haben, und mit Gianniotas und Hoffer noch Hochkaräter auf der Bank sitzen, wäre es zu wünschen, dass besonders Halloran (auf links) und Gartner (Zentrales Mittelfeld) mal ihre Chancen bekommen. Zu guter letzt (oder „Sukuta-Letzt“) sei Eure Aufmerksamkeit noch auf einen Ex-Fortunen gerichtet, den Adnan in bester Paparazzo-Manier während der Ehrenrunde der Mannschaft in der Spieler-Loge entdeckte:

Kruse_at_SpielerLoge

Krönender Abschluss war die HUMBA, die nach lautstarker Forderung diesmal Tobi Levels abfeierte. Wir Fans haben mit Tobi zusammen die bestmögliche Reaktion auf die beschämenden Pfiffe gegen ihn gegeben. Darauf dürfen wir als Fortunen echt stolz sein. Denn es hat nur 16 Tage gedauert, um aus einer extrem beschissenen Situation eine wahrlich schöne, versöhnliche Geschichte zu machen.

Auf den Start einer Serie und den nächsten Dreier kommenden Freitag in Bielefeld.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

PS: Uuuund, hier noch unsere Frage der Woche. Sieg ist ja nicht gleich Sieg. Daher wieder mal ein Stimmungsbarometer 🙂

Startschuss Olé!

19 Jul

So, werte F95-Community! Bitte anschnallen, denn es geht endlich in die neue Saison! Ärgernis und Trauer über den vermutlich vermeidbarsten Abstieg unserer Vereinsgeschichte sind vollends verflogen. Denn die Vorfreude auf eine neue Saison mit unserer geliebten FORTUNA hat ihr Maximal-Level erreicht. Niemand kann mehr warten, bis die Kirsche endlich wieder rollt. Es hat sich in den vergangenen Wochen viel getan bei unserer Mannschaft und man darf gespannt sein, wie sich das sportlich auswirken wird. Um mal etwas zu sortieren, wie wir nun aufgestellt sind und was man von unseren Jungs erwarten kann, nehmen wir uns in unserem Eröffnungsblog der Saison 13/14 einen ausgedehnten Kadercheck vor. Anschließend sollten wir in der Lage sein, zu formulieren, mit welcher Zielsetzung unsere Jungs an den Start gehen. Und los geht das…

Im Tor: Luxusproblem oder heikler Zweikampf zwischen den Pfosten?

Wir hatten ja schon vergangene Saison wirklich starke Keeper in unseren Reihen. Mit dem Weggang von Robert Almer und dem Neuzugang Michael Rensing hat sich unsere Situation dahingehend aber sogar noch verbessert. Er und Giefer sind erstligataugliche Torhüter – Rensing gar mit Erfahrung auf Topniveau. Während Giefer bei hohen Bällen und auf der Linie riesiges Potenzial gezeigt hat, ist Rensing wohl der Bessere bei Spieleröffnung und Abstimmung mit der Abwehrreihe. Es ist zu hoffen und durchaus denkbar, dass Giefer und Rensing einander zu Bestleistungen drängen.

Mit zwei solchen Knaller-Keepern gesegnet zu sein, birgt aber auch eine gewisse Gefahr in sich. Jürgen Klinsmann kann da bestimmt ein Liedchen von zwitschern, wenn man sich ein Mal an die medialen Kahn-Lehmann-Tumulte zurückerinnert. Giefer und Rensing sind beide selbstbewusst; der Eine mit überdurchschnittlichem Talent; der Andere mit überdurchschnittlicher Erfahrung. Beide sind zu 100% davon überzeugt, die klare Nummer 1 zu sein. Hoffen wir mal, dass Torwarttrainer Oliver Reck und Chefcoach Mike Büskens diesen potentiellen Unruheherd schon im Keim ersticken und sich die Jungs auch untereinander respektvoll verhalten; denn stänkernde Bankdrücker könnten für das Teamgefüge und die Konzentration bei der Mission Wiederaufstieg doch recht kontraproduktiv sein.

Kurzum: Wir sind im Tor top aufgestellt! Andere Zweitliga-Clubs und gar mancher Erstligist dürften uns darum beneiden.


Die Abwehrreihe: Innen massiv; außen rasant!

Schauen wir uns zunächst unsere Innenverteidiger an: Hier finden wir eine gute Mischung aus Erfahrung und Talent vor. Mit Martin Latka – dem Königstransfer der letzten Winterpause – und Stelios Malezas haben wir zwei Nationalspieler. Über Latkas Qualitäten muss man nichts mehr sagen: schlichtweg grandioser Abwehrspieler. Gut, dass er bei uns bleibt. Malezas hatte nun Verletzungspech, ist aber in Normalform auch ein wirklich sicherer Rückhalt. Dustin Bomheuer hat im Testspiel gegen AS Monaco viele beeindruckt: gutes Stellungsspiel, reaktionsschnell und sogar flink auf den Beinen. Die Abstimmung mit Latka passte. Dahinter hätten wir dann noch Bruno Soares, dem zu wünschen ist, dass er endlich länger verletzungsfrei bleibt; und eben noch Juanan, dessen Leistung in der Bundesliga arg durch seine eineinhalb Eigentoren verzerrt wurde – er hat teilweise sehr solide Spiele gezeigt und wird in der zweiten Liga locker bestehen können. Er dürfte aber dritte oder vierte Wahl sein.

Kommen wir zu den Außenverteidigern: im Vorbereitungsspiel gegen Monaco waren die taktischen Änderungen im Spiel der Fortuna unter Mike Büskens am deutlichsten bei den AV sichtbar. Insgesamt standen sie viel höher als noch in der letzten Spielzeit. Balogun, Ramirez und später auch Levels schalteten sich immer wieder in Angriffe ein und setzten die Monegassen ordentlich unter Druck; daraus resultierten das 1:0 durch Reisinger und der Elfmeter nach dem Doppelfoul an Gianniotas und Levels. Nach der Verpflichtung von Heinrich Schmidtgal waren wir uns absolut darüber einig, dass der Ex-Fürther alles mitbringt, um die linke Seite der Fortuna zu beackern. Da „Heini“, das Kraftpaket, sich aber leider noch mit einer älteren Verletzung rumplagte und somit großteilig die Vorbereitung verpasste, gelang es dem im Winter verpflichteten Ramirez sich für die Erste Elf wärmstens zu empfehlen. Was der junge Ecuadorianer im Test gegen Monaco auf den Platz brachte, war schon sehr beeindruckend. Quirlig, schnell, passsicher, technisch stark und zudem ordentlich bissig und trotz seiner Größe zweikampfstark. Wenn der Junge das Gezeigte in den ersten Ligaspielen bestätigt, wird es für Schmidtgal nicht einfach in die Startelf zukommen. Auf der rechten Seite wird die Entscheidung für Büskens wohl ähnlich schwer wie die Beantwortung der Torwartfrage. Levels und Balogun bewegen sich auf sehr ähnlichem Niveau. Beide machten gegen Monaco nach vorne Dampf und standen auch nach hinten gut; beide haben sich bei vergleichsweise wenig Stockfehlern gut ins Kombinationsspiel eingeschaltet. Balogun hat im direkten Vergleich sicherlich Vorteile bei der Schnelligkeit und im Kopfballspiel, während Levels der Bissigere der Beiden ist. Wenn man sich mal erinnert, welche WAHNSINNS-QUALITÄT  bei den Gegenspielern unserer AV in der Bundesliga am Start war (Ribery, Farfan, Reus, Kuba, Elia, Schürrle, blablabla) sieht das Ganze in der zweiten Liga weitaus entspannter aus. Dem sind unsere Jungs ganz sicher gewachsen.

Kurzum: Wir verfügen über eine richtig starke Abwehrreihe. Auch hier dürften wir ligaweit am besten besetzt sein.


Das defensive Mittelfeld
: Staubsauger, Kampfschweine, Laufwunder, Techniker?

Streng genommen verfügt Mike Büskens über vier Spieler, die für das zentrale, eher defensive Mittelfeld in Frage kommen. Adam Bodzek war bis auf seine verletzungsbedingte Auszeit in der vergangenen Saison einer unserer konstantesten und besten Akteure. Er gewinnt enorm viele Bälle an strategisch wichtigen Punkten und hat gelernt, viel weniger zu foulen. Wenn er jetzt noch stärker im Spielaufbau werden würde, stellt er einen kompletten „Sechser“ dar. Lumpi wird stets neben oder leicht vor ihm auflaufen. Ohne Zweifel wird das Leben für Lumpi in der Zweiten Liga leichter – es geht alles nicht so schnell und auch physisch dürften die Gegner nicht mehr so stark sein. Neben Bodzek wird er seinen Startplatz erst mal sicher haben. Oliver Fink hat es versäumt, konstant seine technischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Mal blitzten sie auf, doch dann zeigte er wieder durchwachsene Leistungen. Vielleicht war aber auch für ihn und seinem eher offensiver ausgerichteten Spiel in der Mittelfeldzentrale die Bundesliga eine Nummer zu groß. Bleibt noch Ivan Paurevic. Er kam tatsächlich noch mal am letzten Spieltag gegen Hannover zum Einsatz. Er wird seine Chance bekommen – gerne auch mal als Einwechslung, wenn einer der 6er schon die Gelbe Karte gesehen hat.

Es gibt aber noch einen fünfte Mann für das zentrale Mittelfeld: Neuzgang Christian Gartner ist ein potentielles Top-Talent im Kader – als 8er oder auch als 10er denkbar. Der Österreicher aus dem beschaulichen Mattersburg war in seiner Entwicklung durchgehend ein Eckpfeiler und sogar Kapitän diverser U-Mannschaften seines Landes; neben einem guten „Auge“ und Spielintelligenz wird dem 19-jährigen auch ein sehr präzises Passspiel nachgesagt – alles Qualitäten, die wir auch in der letzten Saison gut hätten gebrauchen können. Wenn sich Gartner eingelebt und akklimatisiert hat, wird er zur ernsten Konkurrenz vor allem für Lumpi. Wenn sich seine Entwicklung bestätigt und die Fortuna in Zukunft ihr Heil in der Offensive sucht, dann passt Gartner als passsicherer 8er eventuell besser ins System als unser verehrter Kapitän, der seine Stärken eher in der Balleroberung hat. Das wird spannend.

Kurzum: Wir sind in der Mittelfeldzentrale gut aufgestellt. Entscheidend wird die Frage sein, ob das grundsolide Abwehrverhalten auch in kreativen Spielaufbau münden wird. Dann wären wir nicht nur gut, sondern verdammt gut aufgestellt.


Das offensive Mittelfeld

Für das  offensive Mittelfeld hat Wolf Werner die meisten Neuverpflichtungen präsentiert. Für die beiden  äußeren Mittelfeldpositionen wurden als Konkurrenten für Bolly und Bellinghausen der Australier Ben Halloran und der griechische U-20 Nationalspieler Giannis Gianniotas verpflichtet. Beide haben in etwa die gleichen Stärken und sind echte „Dampfmacher“. Im Spiel gegen die neu(wieder)reichen Steuergünstlinge hinterließen beide einen guten Eindruck; gerade der junge Grieche, der nach der gespielten U-20 Weltmeisterschaft eigentlich gar keinen Urlaub hatte und direkt ins zweite Trainigslager zur Mannschaft gestoßen war, stellte selbst erfahrene Championsleague-Gewinner wie Eric Abidal mit seinen Tempodribblings vor Probleme.

In der letzten Saison waren Voronin und Ilsö als kreative Vorlagengeber für die Zentrale der Fortuna auserkoren und versagten zu unser aller Leidwesen auf ganzer Linie. Aber neue Liga, neues Glück! Mit Lewan Kenia haben wir einen hochtalentierten neuen 10er, der vom ehemaligen Bundesligatrainer Klaus Toppmöller über den grünen Klee gelobt wurde. Der gleiche Toppi hat übrigens in Leverkusen Ballack und Lucio zu Weltklassespielern geformt und über den damals noch ziemlich unbekannten Dimitar Berbatov so ziemlich das Gleiche gesagt, wie auch über Kenia. Hoffen wir mal, dass Toppmöller Recht behält und Kenia nach seiner langen Verletzung bei uns sein Talent ausschöpft. Dann hätte er das Zeug, die Fortuna zurück in die erste Liga zuführen.

Kurzum: Besonders auf diesen Positionen haben wir sehr viele Talente – allerdings muss sich dieses Talent erst entwickeln. Somit ist die Offensivabteilung im Mittelfeld noch kein Garant. Da werden wir abwarten müssen.


Abteilung ATTACKE: Die jungen Wilden und der „Reise“

Geben wir es zu: Wir haben uns einen Knipser gewünscht. Jemanden, bei dem klar ist: Hat der die Pille, knülzt er sie rein. Aber Fakt ist leider auch, dass das europaweit übernommene 4-2-3-1 System genau diesen Spielertypen aussterben lässt. Alles kommt über außen – selbst die Torschützen. Da werden gute Stürmer für die klassische 9er Position Mangelware. An Poté waren wir dran; ebenso an Olivier Occean und sogar Gerald Asamoah – angeblich. Nun ist unser Neuzugang Charliston Benschop. Großgewachsen, bullig, aber dennoch beweglich. Im letzten Test gegen Büderich hat er sich gut in Szene gesetzt. Wir sind gespannt, was er reißen kann. Zweitliga-Format sollte er in jedem Fall haben. Von fürchterlichem Pech war die Überraschungsentdeckung der Vorbereitung verfolgt: Ilhas Bebou, eine echte Perle aus unserer Jugend. Er hat in den Testspielen richtig Alarm gemacht. Es ist zu hoffen, dass er schnell den Anschluss an das Mannschaftstraining findet und ihm Mike Büskens dann auch wieder die Chance gibt, sich zu zeigen – das muss unseren Trainer von Norbert Meier unterscheiden.

Unter Meier hatte Gerrit Wegkamp die Möglichkeit, ein paar Minütchen Bundesligaluft zuschnuppern – allerdings auch nicht mehr. Für seinen Neuanfang unter Büskens scheint er sich viel vorgenommen zuhaben, denn in der Vorbereitung hat er sich als treffsichere Alternative präsentiert. Gerade die Chemie mit Stefan „Reise“ Reisinger scheint in der Offensive zu stimmen. Gegen Monaco erzielten sie immerhin alle Tore und haben auch ganz ordentliches Pressing gespielt. Reisinger ist im Kader sicherlich der Stürmer mit der größten Erfahrung und dürfte in der zweiten Liga für eine zweistellige Torquote gut sein.

Kurzum: Ein Reise in Normalform und ein Durchstarter unter unseren Jungspunden da vorne könnten viel Freude bereiten. Torgranaten haben wir weiterhin nicht. Aber, wer hat die schon in Liga 2…?

Der Glaube an junge Talente!

Insgesamt ist es schön zu beobachten, dass wir uns diesmal gleich mehrere talentierte Jungspunde geangelt und (bis auf Benschop) alle auch fest verpflichtet haben – angeblich sogar ohne Ausstiegsklauseln! Da hat der Verein aus der Vergangenheit, als wir die Harniks, Beisters, Kruses und Lukimyas ziehen lassen mussten, gelernt. Die Fortuna hat mit Bomheuer, Gartner, Kenia, Halloran und Gianniotas gleich fünf äußerst talentierte Youngster verpflichtet; falls nur zwei davon den „Maxi Beister“ machen und bei uns richtig durchstarten, werden wir viel Freude an ihnen haben. Dazu kommen ja noch aus dem letzten Jahr Ramirez, Wegkamp, Omae und Bolly, die ebenfalls noch eine Menge Entwicklungspotential in Petto haben und zu guter letzt hat der Verein ein paar Toptalente der eigenen Jugendabteilung mit Verträgen ausgestattet. Es scheint so, als wäre es Wolf Werner und Mike Büskens gelungen, eine gute Mischung aus routinierten (aber nicht alten) Profis und jungen Wilden zusammenzustellen. Es bleibt allerdings auch abzuwarten, wie schnell sich die Neuen integrieren. Hier muss man gerade bei jungen Spielern geduldig sein.

Ausgangssituation & Konkurrenz: Alles auf Wiederaufstieg?

Die Konkurrenz schläft nicht – in diversen Umfragen zur zweiten Liga sind sich die Experten einig, dass es in der Jubiläumssaison (Allet Jute zum Vierzigsten!) ein ziemliches Hauen und Stechen um die Aufstiegsplätze geben wird, bei dem die halbe Liga beteiligt sein wird. Gehen wir mal durch, wer ganz oben mitspielen dürfte:

Natürlich ist der 1. FC Kaiserlautern als Drittplatzierter der Vorsaison zu nennen. Da Braunschweig und die verschissene Hertha eine überragende Saison gespielt hatten, konnten die Roten Teufel nur abgeschlagen Dritter werden. Doch man sah in den Relegationsspielen gegen Hoffenheim, dass den Lauterern letztlich eine Menge gefehlt hat. Einzig Baumjohann zeigte erstligataugliche Qualitäten – und der ist jetzt weg. Es stellt sich daher die Frage, wer Mo Idrissou und den Frisch „verteufelten“ Olivier Occean versorgen soll. Daher ist Lautern auf dem Papier zwar stark; es ist aber denkbar, dass sie der Weggang von Baumjohann stark schwächt. Mitabsteiger Greuther Fürth muss hingegen allein schon aufgrund des selbst in der Bundesliga stets gezeigten Offensivfußballs als Topfavorit gelten. Sie spielen seit Jahren offensiv und haben in der Bundesliga lediglich zu viele Buden hinten kassiert und vorne die Dinger nicht gemacht. Der Qualitätsabfall in der Zweiten Liga wird besonders der Fürther Spielphilosophie zugute kommen – zudem ist die Truppe eingespielt. Leider müssen wir an dieser Stelle auch die Unaussprechlichen aus _ #+%öln nennen. „Däh Effzeh“ hat in der letzten Saison unter Stanislawski etwas zu spät die Kurve gekriegt und ist lustigerweise dem Aufstieg aus dem Weg gegangen. Auch das Team scheint sehr eingespielt. Dank ihres Verbleibs in Liga 2 werden wir endlich wieder richtige Derbys bekommen, wo wir denen am besten zwei Mal zeigen werden, wer am Rhein das Sagen hat! Trotzdem werden sie es uns schwer machen. Mit Ujah, Risse und Halfer wurde die Offensive gut verstärkt und mit Schmadkte ist ihnen leider wirklich der echte Coup gelungen. Wenn sie ihn lassen, wird er aus unserem Nachbarn einen wirklich ernstzunehmenden Gegner im Aufstiegsrennen machen. Eine absolute Variable ist hierbei aber noch der neue Trainer Stöger.

Als Geheimfavoriten könnte man den VFL Bochum bezeichnen. Unter Schnäutzerlegende Peter Neururer ist denen wirklich alles zuzutrauen. Mit Christian Tiffert haben die Ruhrpottler zudem einen sehr cleveren Transfer eingetütet und einen neuen Leader verpflichtet und mit Sukuta-Pasu, der seit Jahren als Top-Talent im deutschen Fußball gehandelt wird, hat sich ein weiterer sehr interessanter Stürmer den Bochumern angeschlossen. Nicht vergessen sollten wir bei all dem Union Berlin, FSV Frankfurt, Energie Cottbus und 1860 München. Die spielen eigentlich immer wieder irgendwie da oben mit, gleichen manchmal einer Wundertüte. Also: Obacht!

Jetzt darf es aber auch bitte losgehen!

Nun gut – wir haben nun genug rumsinniert. Auch wir wollen jetzt einfach nur noch den Anpfiff hören und unsere Jungs in Rot anpeitschen. Wir freuen uns wie Bolle (und Bolly) auf die neue Saison und hoffen, Euch Woche für Woche interessante Diskussionen und Analyen zu den Spielen zu liefern. Über 23.000 verkaufte Dauerkarten machen deutlich, dass das Herz der Stadt weiter für die Fortuna pocht – denn Liebe kennt keine Liga!

Der Countdown läuft – in diesem Sinne!

Ingo & Adnan

Zweitjobs und andere Hobbies

25 Dez

Liebe Freunde und Fussballinteressierte,

wir von FUPPES 95 haben uns schon oft gefragt, wie Fussballer bei ihren doch
so bescheidenen Einkünften in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu
bestreiten. Wir haben recherchiert – und zwar ohne Pardon. Wir haben in
unserem investigativen Wahnsinn Mülleimer durchwühlt, Behörden
abgeklappert, Mütter befragt und Liebhaberinnen und Liebhaber erpresst. Wir
sind zu teilweise schockierenden Erkenntnissen gelangt und haben für Euch
herausgefunden, welche Zweitjobs prominente Figuren der Fussballwelt
angenommen haben und welchen Hobbies sie nachgehen. Ihr werdet Euren
Augen nicht trauen…

Diese Enthüllungen werden wir Euch in täglichen Updates präsentieren – denn
sonst hält man datt im Kopp nit aus. Jetzt, da Eure Adventskalenderfensterchen
alle offen und die schokoladigen Inhalte verputzt sind, liefern wir Euch bis
Sylvester neue tägliche Highlights mit täglich vier investigativen Leckerbissen.

An dieser Stelle bitten wir um Euer Mitwirken: Falls auch Ihr Informationen
dieser Art zu anderen Fuppessanern habt und von spannenden Enthüllungen
gehört habt, weist uns unbedingt auf diese hin.

TEIL 7 (31.12.12)

Marko Marin - Zweitjobs

Carlo Werner - Zweitjobs

Lothar Matthäus - Zweitjobs

Sepp Blatter - Zweitjobs

TEIL 6 (30.12.12)

Carlos Tevez - Zweitjobs

Paul Freier - Zweitjobs

Xavi - Zweitjobs

Nando Rafael - Zweitjobs

TEIL 5 (29.12.12)

Kevin Kuranyi - Zweitjobs

Mats Hummels - Zweitjobs

Patrick Zoundi - Zweitjobs

Peter Crouch - Zweitjobs

TEIL 4 (28.12.12)

Zweitjobs: Mario Gomez - Haubentaucher

Gerrit Wegkamp - Josh Homme

Michael Frontzeck - Zweitjobs

TEIL 3 (27.12.12)

Stefan Effenberg- Zweitjobs

Andriy Voronin - Zweitjobs

Dante - Zweitjobs

Ruud Gullit - Zweitjobs

TEIL 2 (26.12.12)

Paul Breitner - Zweitjobs

Philip Lahm - Zweitjobs

Timothy Chandler - Zweitjobs

Ronaldinho - Zweitjobs

TEIL 1 (25.12.12)

Michael Preetz - Zweitjobs

Rainer Calmund - Zweitjobs

Leon Balogun - Zweitjobs

Leon Balogun


Wolf Werner - Zweitjobs