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Viel Aufwand, kein Ertrag

25 Aug

Unsere Fortuna verwöhnt uns leider wieder nicht mit den nötigen Punkten. Trotz wirklich ansprechender Leistung in der zweiten Hälfte, zeigt uns das Glück derzeit die kalte Schulter und läßt unsere Jungs links liegen. Beim Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger SC Freiburg hätten wir gerechterweise  einen Punkt verdient gehabt, mindestens.

Tja, aber mit der Gerechtigkeit beim Fußball  ist das so eine Sache, denn es gibt sie einfach nicht! Vor dem Spiel wurde in der kompletten Kurve die etwas verspätete Geburtstags-Choreo zelebriert – was für ein Anblick! Der Support für unsere Jungs war wieder großartig, trotzdem sollte die Fortuna wieder die gleichen Probleme offen zur Schau stellen, wie in den letzten Begegnungen – fehlende Präzision!  Dazu noch weit und breit kein Glück in Sicht, aber eins nach dem anderen.

Aufstellung und Formation

Nachdem sich Herr Liendl offenbar dazu entschieden hat zu den Blauen nach München zu wechseln, fehlte er beim zweiten Heimspiel der Saison in der Aufstellung der Fortuna. Im Tor begann wieder Rensing; die Abwehrkette bildeten Schauerte, Haggui, Strohdiek und Schmitz – hier gab es also keine Änderungen. Im zentralen Mittelfeld liefen Bodzek und Koch auf und die rechte Seite wurde von Flitzer Bolly beackert, links machte Axel den Axel. Somit verschob sich Sararers Aufgabenbereich also mehr in Mitte, als falsche Neun, richtige Zehn oder was auch immer, auf jeden Fall sollte er van Duinen in Szene setzen, der als Sturmspitze begann. Bei Freiburg saß Torgarant Petersen auf der Bank, trotzdem standen aber einige Jungs in der Startelf, deren Namen dann doch ein Begriff sind,  zusätzlich schickte Gästetrainer Streich auch einige Greenhorns auf den Platz.

HZ1: ….und immer die gleiche Leier

Bei schönstem Bade-Wetter geht´s also los; nach dem Anpfiff bekommen wir von beiden Teams erstmal zögerliches Abtasten und wenig Risiko zu sehen, man merkt beiden Mannschaften den gegenseitigen Respekt an. Zudem gibt´s es immer wieder die typischen ich-schlag-mir-mit–der-flachen-Hand-vor-die-Stirn-Momente, da es viele unnötige und fast schon dämliche Fehlpässe in Reihen der Fortuna gibt. So dauert es also eine gewisse Zeit, bis wir in den Genuss der ersten Chance kommen. In der 18. Minute bollert Sararer nach schönem Zuspiel einfach mal drauf, aber SCF-Keeper Schwolow hält problemlos. Das Spiel wird nun munterer und unserer Jungs scheinen die Anfangs-Nervosität abzulegen, leider kommt aber nun auch Freigurk ins Rollen und die Partie wird intensiver. In der 33. Minute schaut es dann zuerst ganz gut aus, da wir einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen bekommen. Was dann passiert, haben wir in unseren Spielberichten leider schon zu oft beschreiben müssen: Freiburg fängt den Freistoß ab und leitet blitzschnell den Konter ein. Bodzek hat noch die Chance das zu tun, was er am besten kann, nämlich den Gegner unsanft abzuräumen und sich wegen taktischen Fouls die Gelbe Karte abzuholen. Diese Chance läßt er aber leider verstreichen, so dass das Unglück seinen Lauf nimmt. Da sonst fast alle Fortunen aufgerückt sind, haben unsere verbliebenen Abwehrrecken in der Rückwärtsbewegung gegen die schnellen Freiburger keine Schnitte. Unsere rechte Seite ist komplett frei und Grifo knallt die Kugel zum 1:0 für die Gäste in die Maschen.

Nach der Ernüchterung macht uns aber die Körpersprache unsere Jungs Mut! Zwar ist deutlich zu sehen, dass sie sich über den Gegentreffer ärgern, aber keiner läßt den Kopf hängen. Freiburg will aber anscheinend den Sack zumachen und drückt auf den zweiten Treffer. Da die Breisgauer nette Gäste sind, wiederholen sie unsere Fehler vor dem 1:0 und interpretieren dies auf ihre Weise. In der 37. Minute gibt es nämlich eine Ecke für den SCF, die aber dann im Ausgleichstreffer für uns endet. Nach dem mißglückten Eckstoß kommt Sararer ans Spielgerät, dieser sieht, dass Mathis Bolly den Turbo zündet und schickt den norwegischen Ivorer mit einem schönen Steilpass auf die Reise gen Freiburger-Tor. Bolly nutzt seinen Geschwindigkeitsvorteil und rennt mit Ball der kompletten Freiburger Hintermannschaft davon. Schön auch, dass Mathis den Konter perfekt abschließt und es nun 1:1 steht. Wir schöpfen Hoffnung! Aber nur drei Minuten später brechen wir ins Essen, da Freiburg erneut die Führung gelingt da Höfler vom Strafraumeck die Kugel einfach mal an Rensing vorbei in den Winkel schlenzt. Eigentlich ´ne schöne Bude, wenn sie nicht gegen uns gefallen wäre! Hinzu kommt noch, dass kurz vor der Halbzeit Julian Koch ganz böse umknickt und ausgewechselt werden muss. Dann ist Pause und wir sind genervt!

HZ2: Außer Spesen nix gewesen!

Zur zweiten Hälfte stellt Kramer erstmal einiges um und macht dabei vieles richtig. Es ist schon eine recht mutige Entscheidung, die Doppel-Sechs aus Neuling Sobottka und Lukas Schmitz zu bilden, denn Bodzek wird nach seiner wenig überzeugenden Leistung ausgewechselt. Dafür kommt Ya Konan ins Spiel, Sararer wechselt auf den linken Flügel und Axel übernimmt die nun vakante Position des LVs. Der weitere Spielverlauf sollte dem Trainer Recht geben, dass diese Umstellungen genau richtig sind. Unsere Jungs machen nun ordentlich Alarm und dominieren die Gäste, die sich kaum noch befreien können. Bellinghausen axelt weiter wie ein Bekloppter, Sararer spielt die Gegner schwindelig und die neue Doppel-6 bestimmt den Rhythmus des Spiels, als würden die Zwei schon seit Jahren zusammen spielen.

Der Sturmlauf der Fortuna trägt dann in der 58. Minute auch endlich Früchte, Sararer geht in den Strafraum, legt sich den Ball auf den rechten Fuß und sein Gegenspieler läßt den halbspanischen Deutsch-Türken über die Klinge springen – klarer Elfer! An dieser Stelle hätten wir uns nun den ferngebliebenen Liendl als sicheren Elferschützen gewünscht. Aber der Gefoulte tritt selber er und belegt die alte Fußball-Weisheit. Der Schuss von Sararer wirkt, als wolle er gar kein Tor erzielen und das tut er dann auch nicht. Die große Chance auf den Ausgleich ist erstmal dahin!

Es ist aber toll zu sehen, dass sich unsere Jungs nicht beeindrucken lassen und weiter Gas geben, sie ziehen ein richtiges Powerplay auf und lassen die Freiburger kaum Luft holen. Sie erspielen sich einige Halbchancen, richtig zwingend wird es dann aber erst wieder in der 75. Minute, als nach einem Eckball Strohdiek an die Latte köpft; nur zwei Minuten später legt van Duinen dann unserem Didi den Ball perfekt im 16er auf, der Ivorer gehrt volles Risiko und ballert volle Möhre drauf – wieder Latte! MAAAAAAAAHHHHN! Es ist zum Mäuse melken, dass sich unsere Jungs nicht für ihren Aufwand belohnen! Sie spielen Freiburg an die Wand, Kramer bringt mit Pohjanpalo noch Stürmer #3 auf den Platz aber der Ausgleichstreffer will einfach nicht gelingen!

Szene des Spiels

Mhm, das war wohl leider der vergebene Elfer. Sercan Sararer hat den Strafstoß super rausgeholt und wenn er getroffen hätte, wäre der Ausgleich wohl nur der Auftakt zu weiteren Buden gewesen, aber hätte, hätte, Fahrradkette und wenn das Wörtchen wenn das Wörtchen wenn nicht wär´, dann wär mein Papa Millionär, blablablupp….

Fazit

Wir hoffen, dass die Fortuna den gezeigten Spirit der zweiten Hälfte aufrecht halten kann, denn was wir da geboten bekommen haben, macht Mut für die restlichen 30 Saisonspiele. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Moral haben absolut gestimmt, ebenso wie die konditionellen Grundlagen, denn unsere Jungs konnten bis zum Ende der Partie Vollgas geben. Auch das spielerische Element ist bisweilen schon richtig ansprechend. Leider fehlt aber noch genau das, was wir schon seit Wochen bemängeln: fehlende Präzision und Konzentration bei der letzten Aktion. Aber: dies kommt leider auch nicht von ungefähr, denn man merkt den Jungs einfach an, dass diverse Automatismen einfach noch fehlen, bzw. noch nicht richtig sitzen. Sei es beim Umschaltspiel, dem Halten und belegen von Positionen oder auch dem Kombinationsspiel. Dass es hier noch das ein oder andere Problem gibt, ist aber auch nicht verwunderlich, denn zu vieles ist neu; der Trainer, inklusive Spielphilosophie sowie die knappe Hälfte des Kaders. Das muß sich erstmal alles finden und neue Abläufe müssen im Training einstudiert werden, damit sie zu Automatismen werden können, die dann während der Spiele greifen. So schwer es auch fällt, aber alle Fortunen brauchen nun Geduld, die Jungs auf dem Platz, die Entscheider im Vorstand und Aufsichtsrat, das Trainer-Team auf der Bank, die Presse und natürlich auch wir Fans, denn Umbruch braucht Zeit!

Das hat uns nicht gefallen

Langsam werden wir müde, es immer wieder zu erwähnen…. Die Mannschaft muss sich mehr belohnen und Tore erzielen. Dieser Neuaufbau unter Kramer zeigt sehr viele gute Ansätze, aber wenn die Erfolgserlebnisse fehlen, schlägt die Stimmung irgendwann um und das kann wirklich keiner gebrauchen.

Das hat uns gut gefallen

Ganz klar, die Einstellung in der zweiten Hälfte! Alle haben gefightet bis zum Umfallen – so sollte es sein. Axel Bellinghausen ist das beste Beispiel für diesen Spirit, darum sind wir hier mal ganz klar für die Aufnahme des Verbs „axeln“ in den Duden, mit der Bedeutung, sich wie von Sinnen kämpferisch auf dem Platz zu zerreißen, zlatanisieren gibt es ja immerhin auch schon 😉

Darum bitte, bitte, bitte: Macht die Buden, Jungs! Belohnt Euch für Eure Arbeit!

So am kommenden Sonntag stehen Nürnberger Rostbratwürstchen auf dem Speiseplan – macht se doch einfach ma feddich!

95 Olé!

Adnan & Ingo

PS: Ach ja, die causa Liendl… Boah, echt kein Bock, dieses Fass auch noch aufzumachen… Uns ist nur wichtig, dass auf diese seltsam anmutende Geschichte ein SCHRITT NACH VORNE folgt. So, das war’s jetzt aber!

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Last-Minute-(Breis)Gau

12 Feb

Unsere Jungs bringen sich wieder mal selbst um den verdienten Lohn. Nach einer ordentlichen Leistung und liegen gelassenen Torchancen fangen wir uns nach einer Ecke in der Schlussphase einen Gegentreffer, der uns alle Punkte kostet.

Ach, es fing doch alles so schön an… Es ist immer wieder herrlich, vor Stadien vorzufahren, die mitten in einer Wohngegend liegen. Als Auswärtsfahrer hat man dann besonders das Gefühl, ungemütlich auf die Anwohner zu wirken, die von gegenüber auf das kleine SCF-Zu Hause blicken. Das Ding sieht man auch nicht sofort: Die gute Lotte stieg aus dem U-95 Bus und fragte verdutzt: „Wo is’n das Stadion?“. Zurecht, denn die Freiburger Bude wirkt von außen ein wenig wie das gute alte Eisstadion auf der Brehmstraße; man sieht erst auf dem zweiten Blick, dass da Tribünen sind. Es wirkte alles sehr entspannt vor den Eingängen und umgeben von freudentrunkenen Karnevals-Fortunen begaben wir uns in den Gästeblock. Uns stand eine schnuckelige Stehplatz-Kurve zur Verfügung, in der man irgendwie das Gefühl hatte, man wäre in den Keller ins hinterste Eck geschickt worden. Die Sicht auf Grashalmhöhe sollte es schwer machen, das Spiel vernünftigt zu verfolgen. Da waren die schneebedeckten Bäume im Hintergrund wesentlich besser zu erkennen. Ständig musste man sich fragen, ob der Pass ankommt, oder der Ball überhaupt noch im Feld ist. Doch diese „Kurve in der Ecke“ förderte den Zusammenschluss der angereisten Fans. Von Anfang an war die Stimmung richtig gut und es sollte das gesamte Spiel über durchgesungen werden. Das hat richtig Freude gemacht. Die Karnevalskostüme taten hierbei ihr Übriges.

Die „4-2-3-1 zu 3-4-2-1“-Taktik und ein gewisser Hannibal Latka

Als sich unsere Jungs warmliefen, sahen wir das, worauf wir uns alle insgeheim und in unseren finstersten Phantasien gefreut hatten: Martin Latka aka „Hannibal Latka“ aka „Bane“. Gut, dass er einsatzbereit war – und die Maske machte sein Erscheinungsbild noch gnadenloser. Auch, wenn er selbstkritisch beim Gegentor die Mitschuld auf sich nimmt, machte er wieder ein wirklich gutes Spiel. Er ist sehr abgeklärt, erkennt sofort, wenn Bälle des Gegners harmlos sind und zeigt mit einer Handbewegung, dass er die Lange voll im Griff hat. Man könnte dazu geneigt sein, sich zu wünschen, dass er seine Maske (ähnlich Edgar Davis mit seiner Brille oder Petr Czech mit seinem „Fahrrad-Helm“) als Schutz-Utensil nie mehr ablegt. Sein IV-Kollege, Malezas, wird noch einige Spiele mehr benötigen, um wieder der alte zu werden. Sein Bock zum Ende der ersten Halbzeit hätte zum Rückstand führen können, wenn unser werter Herr Giefer-Giefer-Giefer nicht sensationell gegen Flum geklärt und Makiadi den Nachschuss versemmelt hätte. Der konkurrenzlose Jojo und Freund Balogun waren insgesamt unauffällig – weder besonders stark in der Defensive noch im Spiel nach vorne. Doch gerade die beiden spielen in der taktischen Neuorientierung von Meier eine bedeutende Rolle. Es war interessant zu beobachten, wie beide Außenverteidiger beim Spielaufbau bis auf die Mittellinie vorrücken und Herr Bodzek mit Malezas und Latka eine breite Dreierkette vor dem eigenen 16er bilden. Jojo und Balogun sind so gemeinsam mit Tesche und Lumpi die Anspielstationen im Mittelfeld als Zwischenstationen zu den Offensivleuten, Ilsö, Kruse und Reisinger. Tesche ist bestens geeignet für die Rolle als „offensive 6“ – oder eben die „8“. Er hat auch den Mut und die Technik, mal selber mit dem Ball zu marschieren. Gleichzeitig geht er in den Zweikämpfen beherzt zur Sache – eine Tugend, die Ilsö leider bisweilen vermissen lässt.

Ilsö beißt nicht – „Reise“ reißt nicht(s)

Ken ist ein Spieler, dessen Leistungsbewertung stark davon abhängt, ob er Scorerpunkte sammelt oder nicht. Mal als Vergleich: Tesche, Bodzek, Lumpi oder auch ein formstarker Fink erhalten häufig beste Noten, ohne ein Assist gespielt oder ein Tor erzielt zu haben. Bei Ilsö ist es jedoch so, dass er entweder an Toren beteiligt ist oder ein schwaches Spiel gezeigt hat. Die Leichtigkeit, die sein Spiel ausmacht, führt leider immer wieder zur Leicht(fert)igkeit im Spiel ohne Ball – besonders was die Defensive anbelangt. Zu selten zwingt er Gegner durchs Nachsetzen zu Fehlern; oder gewinnt wie gegen Stuttgart selber den Ball durch richtiges Beißen. Mag sein, dass er als Typ „Luftikus“ nicht unbedingt den notwendigen Willen mitbringt. Um seinen Stammplatz zu rechtfertigen, müsste er dann aber mehr Zählbares liefern – scoren eben. Tja, und „Reise“… Es war richtig cool, wie er vom gesamten Stadion gefeiert wurde bei der Verkündung unserer Startelf. Sicherlich war er auch topmotiviert – aber er konnte einfach nichts reißen. Er wurde gut verteidigt, sodass er nur selten Offensivakzente setzen konnte. Beeindruckend war insbesondere der Kampfgeist von Robbie Kruse. Er hat unter der Woche noch ein Länderspiel durchgespielt und wurde gegen den SCF gleich zu Beginn der Partie zwei Mal fies gefoult: jene berüchtigten „Zeichen“ der Verteidiger zu Beginn eines Spiels. So humpelte er auch eine Zeit lang über’s Feld; doch er riss sich zusammen, überwand die Schmerzen und ließ keinen Zweikampf aus. In manchem 1 gegen 1 scheint es ihm aber noch an der Physis zu fehlen. Da schieben ihn noch zu viele Verteidiger im Laufduell weg. Das kann er nur mit Dribblings kompensieren, wenn er voll im Saft steht.

Torgefahr ohne Abschluss

Es gilt, anzuerkennen, dass unsere Jungs sich teilweise richtig gute Chancen erspielten und erkämpften. In der ersten Hälfte, luchste „Reise“ Diagné den Ball kurz vor der Grundlinie ab und versuchte, aus spitzem Winkel Baumann zu überraschen – als Idee sicher nicht schlecht, aber Baumann ist eben auch kein schlechter Mann. Mit gerade mal 20 Gegentoren hat nur Manuel Neuer diese Saison mit nur 7 (!) seltener hinter sich greifen müssen. Doch besonders in der zweiten Halbzeit kamen unsere Jungs zu guten Schusschancen, die aber zumeist gar nicht erst aufs Tor kamen. Latka per Kopf, Bodzek und Reise aus der Distanz und später auch Fink nach ansehnlichem Konter zwangen Baumann zu keiner Parade. So war es Lumpi, der die beste Chance des Spiels hatte. Kruse hatte leicht verzögert und Lumpi gut bedient – nu isset aber einfach so, dass unser „Fußballgott“ die Kirsche nicht technisch fein unter Kontrolle bringt und mit ungünstiger Schusshaltung weder Druck noch Präzision hinbekommt. Baumann stand richtig und pariert problemlos. Schon gegen Stussgart war Lumpi seinem ersten Bundesligator sehr nah; dabei würde sich wohl JEDER aus dem Fortuna-Universum über ein Tor von ihm mindestens genau so freuen wie er selbst. Doch anders als gegen Stussgart musste dieser Torchance später nachgeheult werden…

Die Punkteteilung schien doch ausgemacht…

Da die Forteng in der zweiten Halbzeit eigentlich die gefährliche Mannschaft war, kam einem nicht so recht in den Sinn, dass der SCF hier noch richtig Alarm machen würde. Zwar kam mit der Hereinnahme des angeschlagenen Caligiuri etwas mehr Druck ins Freiburger Spiel, aber auch deren Abschluss war harmlos und unsere Verteidiger hatten auch eigentlich alles im Griff. Irgendwie hatten sich doch alle Akteure auf das Unentschieden geeinigt, oder? Bis eine etwas unnötig aussehende Ecke in der 86. Minute zustande kam… Kruse gibt die Ecke rein, Giefer verschätzt sich böse, sodass der unserem Hannibal Latka enteilte Pavel Krmas aka „Christmas“ vor ihm hochsteigt und den Ball mit dem Kopf entspannt reinnicken kann. Seltsamerweise war sofort klar, dass trotz verbleibender Minuten nichts mehr gehen würde – nicht nur, weil man Freiburg zutraut, das Ding zu wahren; sondern auch, weil unser Torabschluss einfach nicht effektiv war. Aber unsere Truppe konnte nach Abpfiff erhobenen Hauptes Richtung Fankurve kommen und erhielt auch einen aufrichtigen, aufmunternden Applaus. Wenn man daran zurückdenkt, wie die Stussgarter letztes Mal bei uns von ihrer Kurve beschimpft wurden, ist man ein weiteres Mal froh, Fortune zu sein. So etwas ist bei uns – zum Glück – unvorstellbar.

Tja, und watt erwartet uns jetzt gegen Kräuter Fürth? Eigentlich „müssten“ wir ja wieder patzen. Es ist schließlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir diese Sechspunktespiele nicht für uns entscheiden. Gerade in solchen Spielen „launt“ unsere geliebte Diva gerne. ABER: Diesmal wird es anders. Zu frisch ist die Pleite gegen Augsburg; und auch die Niederlage in letzter Sekunde gegen Freiburg wird die Mannschaft wach halten. Und im Gegensatz zu Augsburg gibt es bei Fürth keinen sportlichen Aufwind – gut, sie haben auf Schalke gewonnen. Aber das dürfte in deren jetziger Verfassung jeder schaffen. Hoffen wir, dass Keller noch bis zu unserem Gastspiel Trainer dort bleibt. Durch die Sperren für Bodzek und Lumpi wird es Umstellungen geben müssen. Fink dürfte somit gesetzt sein. Mit einer Hereinnahme von Schahin könnten Kruse und Reise die Flügel bedienen und Ilsö auf der 10 ein weiteres Mal auf einen genialen Moment hoffen. Oder bringt Meier etwa Bellinghausen von Anfang an? So gern wir ihn haben – vielleicht lieber doch Schahin bringen und Ilsö drin lassen…

Wir sehen und lesen uns – hoffentlich nach einem Sieg am Samstag,

Adnan & Ingo

PS: Die Videos stammen vom myf95-YouTube-Kanal