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Erst Last-Minute-Frust, dann Last-Minute-Lust

23 Dez

Während unsere Fortuna in Braunschweig in letzter Sekunde die Niederlage eingeschenkt bekommt, beschert sie sich selbst und uns allen vorweihnachtlichen Siegesjubel in letzter Sekunde gegen Union.

Was es bedeutet, Fortuna-Fan zu sein, durften wir in den letzten Tagen des Fußballjahres 2014 mal wieder leibhaftig erleben. Frust und Enttäuschung wechseln sich ab mit Freude und Stolz. Wir waren frustriert, dass unser Team in augenscheinlich leichtfertiger Manier einen soliden Tabellenplatz #2 einfach so hergab.

Wir waren enttäuscht darüber, dass unsere Mannschaft sich irgendwie gehen ließ und die vielen, vielen Patzer der Konkurrenz nicht dazu nutzte, sich auf einem Aufstiegsplatz festzusetzen. Ja, verdammt. Wir reden hier von Aufstieg. Denn die Mannschaft hat über weite Strecken der Hinrunde sehr ordentlichen Fußball geboten, der zumindest in der Zweiten Liga der absoluten Spitzengruppe zuzuordnen ist. Doch dann kamen eben erst holprige oder (positiver formuliert) „dreckige“ Siege und plötzlich setzte Punktverluste und gar Niederlagen nach 10 Spielen ohne Nullnummern.

Wir sind jedoch weiterhin froh darüber, dass unser Team oben mitspielt. Trotz der peinlichen Pleiten gegen Sandhausen und Aalen, und der durchaus vertretbaren Niederlage in Braunschweig bleiben wir auf zwei Punkte am direkten Aufstiegsplatz dran. Und wir können wirklich stolz sein auf eine Mannschaft, die in der letzten Partie gegen Union wirklich den Sieg erzwungen hat. Dabei war die Strategie nicht frei von Risiko.

Oliver Reck hat nach der 60. Minute voll auf Sieg eingewechselt. Er nahm Liendl raus, obwohl dieser zwei gute Torabschlüsse vollbracht hatte. Doch er wechselte mit Mathis Bolly den Matchwinner ein. Zwei Mal hat der junge nach sehenswertem Antritt fulminant mit links abgeschlossen. Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und absoluter Entschlossenheit. Zudem spielte er ein, zwei richtig gute, Spiel eröffnende Pässe in seiner kurzen Einsatzzeit. Sein zweiter linker Hammer war leicht verdeckt und zudem diesmal aufs kurze Eck gezielt. Der ansonsten großartig parierende Haas war chancenlos – als er die Kirsche sah, war es schon zu spät. Der Torjubel entschädigte dann fast schon für all das Gegurke, das unsere Forteng in den vergangenen Wochen gerne mal aufbot. Die Spielertraube gehört einfach zu den schönsten Dingen im Fußball.

Überhaupt muss man sagen, dass die Mannschaft einen erstaunlichen Siegeswillen offenbarte. Sie haben offenbar von dem Spiel in Braunschweig gelernt. Denn da merkte man in der Schlussviertelstunde, dass die Heimmannschaft voll auf den Dreier geht. Und da wurde unsere Abwehr dann doch überrannt. So ähnlich war es auch gegen Union. Denn als dieser nicht zu bändigende Wille plötzlich da war – und nein, er kam nicht erst auf, als Liendl draußen war; er war Teil dieses Zugs zum Tor – wurde Union immer dichter hinten reingedrängt und unser Team erspielte sich endlich auch mal Chancen.

Genau diese Durchschlagskraft und Kreativität hat in den letzten Wochen absolut gefehlt. Völlig ohne Ideen versuchte unsere Truppe immer wieder mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Hoffer ist für so was zu klein. Benschop braucht bei der Ballannahme gefühlt 5 Meter Radius – einzig Pohjanpalo (BESTER Mann gegen Union) kann solche Bälle gut verwerten. Was uns gegen Braunschweig überhaupt nicht gelingen sollte, war immerhin in der letzten halben Stunde der Partie gegen Köpenick City dann im Minutentakt zu sehen. Bolly spielte hierbei eine beeindruckende Rolle. Sein Antritt ist wirklich nicht zu verachten. Schon bei seiner Einwechslung in Bochum brachte er enormen Druck rein. Bleibt zu hoffen, dass er das mal konstant abruft.

PERSONELLES & AUSBLICK

Wagen wir mal einen Rundumschlag aus den beiden Spielen und nehmen unsere Jungs im Einzelnen unter die Lupe:

Unnerstall sah gegen Braunschweig bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Beim 0-1 steht er dermaßen breitbeinig vor dem Gegner, dass der Tunnel fast schon zwangsläufig passieren musste. Und beim 1-2 reagiert er gar nicht erst – schon klar, den mit dem Fuß zu parieren, wäre schon weltklasse, aber wir hatten schon mal einen 1,97m Goalie, der solche Dinger auch mal pariert hat. Gegen Union war er wenig gefordert. Aber als Fazit seiner Einsatzzeit würden wir dazu tendieren, zu sagen: Rensing sollte nach Genesung wieder rein. Wir sind on jedem Fall aber weit entfernt von einem Torwart-Problem.

Schauerte hat sich zu einer Konstante entwickelt und spielte auch gegen Braunschweig und Union so. Ihm fehlt aber nach wie vor der kongeniale Partner auf dem Flügel – einer, mit dem er sowohl nach vorne als auch nach hinten die Aufgaben verteilen kann. Und, der Junge braucht Konkurrenz. Sonst wird er sich nicht verbessern. Erat spielte nach seiner Einwechslung auf der Position. Vielleicht wäre es den Versuch wert, unsere #25 umzuschulen? Auf der offensiveren Flügelposition war er nämlich bislang diese Saison zu harmlos – nach hinten aber fleißig.

Soares hat nach seiner persönlichen Krise und der Rückkehr ins Team eigentlich nur noch überzeugt. Seine Partie gegen Braunschweig dürfte zu seinen stärksten gehört haben. Er gewinnt alle Kopfballduelle, steht meist goldrichtig. Nur das Aufbauspiel ist nicht seins. Aber da haben wir alle wohl insgesamt eine Sorgenfalte weniger. Mit ihm stabilisiert sich unsere Abwehr.

Tah wirkte auf der 6er-Position etwas verloren. Es leuchtet aber wohl jedem ein, dass das schlicht und ergreifend an der neuen Aufgabe lag. Seine Zweikampfwerte waren schon gegen Braunschweig sehr gut, obwohl er leider den einen entscheidenden vor dem 0-1 gegen Unsympath Nielsen verlor. Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit mit ihm.

Bodzek hat sich glücklicherweise schon gegen Braunschweig – aber auch gegen Union – wieder gefangen. Es war ja schon zum Haare raufen, was er sich gegen Fürth, Aalen und Sandhausen geleistet hatte. Er kriegte die Aufgabe als Linksverteidiger (zumindest die Defensivaufgaben) gut hin und spielte auch wieder ordentlich in der Innenverteidigung. Trotzdem scheint derzeit das Duo Soares-Tah etwas stärker zu sein. Schwierig für Reck – immerhin ist Bodze unser Captain.

Axel bekam sehr viel zu tun, weil unsere Gegner ganz offensichtlich diese Abwehrseite seit der Verletzung von Schmitz als Schwachstelle ausgemacht haben. In Braunschweig war Axel nicht dabei (nur kurz zum Ende der Partie), aber gegen Union spielte er solide. Sein Volldampf nach vorne kam aber selten auf. Vielleicht tut ihm die Pause jetzt ganz gut. In jedem Fall war sein Spirit wieder voll zu spüren.

Pinto hat wegen der 5. Gelben Karte gegen Union gefehlt. Gegen Braunschweig ließ er wieder manche Qualitäten missen – im Passspiel, bei der Pflicht, Ruhe in den Spielaufbau zu bringen. Da fehlt auch noch bei ihm die Konstanz. Als Typ halten wir ihn aber für eine absolute Bereicherung. Und er hat in vielen Partien (den vielen Spielen, bei denen wir Rückstanden hinterherlaufen mussten) für den richtigen Kampfgeist gesorgt. Das tut dem Team gut.

Avevor dürfte insgesamt zu den absoluten Gewinnern der Hinrunde gehören. Gegen Braunschweig war er der Einzige, der wirklich überzeugen konnte. Viele Bälle erobert, sehr gut behauptet und manchmal auch gute Pässe gespielt – da gibt es aber noch Luft nach oben. Seine Verletzung war daher sehr schade – so musste sein Buddy Tah ran; und der konnte ihn natürlich nicht ersetzen. Unsere #5 ist ein echt guter Ty

Liendl ist schon eine Nummer für sich. Kann man sich leisten, so jemanden mal auf die Bank zu setzen? Ihn nicht spielen zu lassen? Er ist einfach der Typ Spieler, dem 9 von 10 Aktionen misslingen, doch die 1 kann ein Tor oder ein Assist sein. Sprich: wenn man ihn nicht bringt, wird man die 1 Szene eben nicht zu sehen bekommen. Davon haben wir aber zuletzt zweifelsohne zu wenig gesehen. Und deshalb musste er trotz seiner guten Abschlüsse auf die Bank und Bolly hat ihm dann gezeigt, wie es eben gehen kann. Reck wird sich um Liendl kümmern müssen. Jeder weiß, was unser #10er kann – er muss es nur wieder abrufen können.

Gartner spielte gegen Union wieder viel besser. Unvergessen, wie er nach seinem großen Bock im Mittelfeld (fürchterlicher Fehlpass) wie von der Tarantel gestochen, hinter dem Berliner hinterherrante und mit ein wenig Mithilfe seiner Abwehrreihe die soeben verlorene Pille zurück eroberte. Anspielbar ist er auch – bewegt sich unheimlich viel. Das Auge für die „großen“ Pässe hat er – in der Umsetzung scheint es aber noch zu hapern. Nun denn – mit 21 Jahren ist man zwar im Fußball heutzutage schon nicht mehr „Jungspund“, aber es ist jawohl klar, dass so einer noch sehr viel Entwicklungspotenzial hat. Auf datt da noch watt kütt!

Halloran wacht so langsam aber sicher aus seinem post-WM-Dornröschen-Schlaf auf. Er war sicher kein Highlight gegen Braunschweig trotz seiner Bude. Und gegen Union war er nicht mehr als „sehr bemüht“. Aber er wirkt nicht mehr apathisch und etwas entschlossener in seinen Aktionen – auf dass er in der Winterpause zu alter Form findet. Und er muss verdammt nochen’s mehr nach hinge donn…

Golley war Teil des Offensivwahnsinns, den Reck zum Ende der Partie gegen Union noch aufbot. Hoffentlich HOFFENTLICH haben ihm diese Einsatzminuten gut getan. Er hat doch zum Ende der letzten Saison so viel Alarm gemacht. Wir wünschen uns sehr, dass er dieses Talent in sich wiederfindet und auf den Platz bringt. Seine Überraschungsaktionen und genialen Momente könnte unser Team noch vorne gut gebrauchen.

Benschop zeigte sich zuletzt eher von seiner harmloseren Seite. Umständlich in der Ballbehandlung und daher leicht zu verteidigen. Ihm sollte weder nach der Einwechslung in Braunschweig noch gegen Union Nennenswertes gelingen. Da er aber viel unterwegs ist, macht er die Abwehr müde und schafft Freiräume. Gegen Union war das mit ein Grund, warum die Berliner Abwehr zum Ende hin nicht mehr hinterher kam. Kurzum: Er braucht wieder mehr Tore.

Pohjanpalo war für uns „man of the match“ gegen Union Berlin. Er hat viele hohe Zuspiele verwaltet (= erobert und abgelegt), Spiel eröffnende Pässe gespielt und auch mal drauf gehalten. Gegen Braunschweig konnte er nicht glänzen – machte aber deutlich, dass er da vorne gefährlicher ist als Hoffer. Somit ist das Stürmerduo Benschop-Pohjanpalo in vielerlei Hinsicht das Stärkste, was wir derzeit aufbieten können.

Wir sind gespannt, was es ausmachen wird, wenn Lukas Schmitz wieder fit ist. Ebenso die Frage nach der Rückkehr der Langzeitverletzten Fink und Schmidtgal. Letzterer wird es enorm schwer haben. Nicht nur seine Verletzunganfälligkeit, sondern auch die starken Leistungen von Schmitz und Axel jeweils alleine auf links oder aber als „LuXel“-Duo auf links sprechen nicht unbedingt für ihn – so sehr es einem um ihn leid tut…

So, jetzt läuten aber schon die Weihnachtsglocken. Das FUPPES95-Duo INGO&ADNAN wünscht Euch allen Rot-Weiße Weihnacht (sofern Ihr es feiert) und kündigt an, sich in der Winterpause mit einer generellen Bestandsaufnahme und Wünschen für die verbleibende Rückrunde zu melden. Da haben wir alle ja bekanntermaßen dezidierte Meinungen und Vorstellungen 🙂

In diesem Sinne – Ho ho ho & 95OLÉ

Adnan & Ingo

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Mit 2:0 aus der Mini-Krise

16 Dez

Unsere Jungs holen einen Sieg, der von der Bedeutung wichtiger ist, als die drei Punkte, die er beschert.

Was hatten wir zuletzt schlechte Laune – und zwar völlig zurecht. Ganz seltsame Auftritte unserer Mannschaft hatten schon dazu geführt, dass manche aus der Fangemeinde unser Team für überschätzt hielten. Voreilige Schlüsse? Unnötige Panik? Wie sollen wir auch damit klarkommen, wenn unser Team plötzlich derartige Leistungsgefälle zeigt. Nach der Partie in Frankfurt scheint die Panik verflogen. Die Mannschaft hat sich zumindest mal stabilisiert. Dabei hatte Monsieur Chefcoach gar nicht sehr viel geändert – dafür aber offenbar chirurgisch präzise ein mal Schaltstellen neu justiert.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Nach der vollständigen Genesung seines Kieferbruches, kehrte der schmerzlich vermisste Sergio da Silva Pinto endlich wieder in die Startaufstellung zurück und beackerte mit Avevor das zentrale Mittelfeld; dafür nahm Gartner wieder mal auf der Bank Platz. Im Sturm begann Benschop als einzige Spitze, da Pohjanpalo leider verletzt passen musste. Liendl rückte dafür in die Mitte und die vakante linke Außenbahn übernahm Eigengewächs Erat; Halloran war das Pendant auf der anderen Seite. Die Abwehr wurde von Oliver Reck nicht durcheinander gewürfelt, so dass Bodzek nach zuletzt schwacher Leistung trotzdem den Vorzug vor Soares erhielt. Mutig. Aber es sollte sich auszahlen.

HZ1: Glücklich in die Halbzeit-Pause

Erstmal geht nach dem Anpfiff nicht besonders viel – der FSV steht extrem tief und lässt kaum Lücken zu – unternimmt aber dabei nicht allzu viel, um seinerseits etwas für das Spiel zu tun. Die Fortuna probiert es wenigstens, nur läuft sie sich erstmal in der vielbeinigen Frankfurter Abwehr immer wieder fest. Aber wir können von Beginn an eine Veränderung im Fortuna-Spirit erkennen, denn Leidenschaft und Einsatzwille scheinen mit der Rückkehr von da Silva Pinto ebenfalls in unser Spiel zurückgefunden zu haben. So sehen wir eine Halbzeit, die nicht gerade zu den fußballerischen Leckerbissen zählt; auf beiden Seiten gibt es vereinzelte Halb-Chancen, die man zusammengenommen an einer Hand abzählen kann. Dies ist aber erstmal nicht so wichtig, denn unsere Jungs zeigen zumindest, dass sie wollen! Dies ist dann auch der erste nötige Schritt, damit sich Erfolg auch einstellen kann. So kommt es dann, dass wir kurz vor dem Halbzeit-Pfiff das Glück erzwingen: Benschop schießt flach auf das gegnerische Tor; der Ball kommt ziemlich mittig und Torwart Klandt hätte die Kirsche wohl auf einem Bein hüpfend, mit verbundenen Augen und auf dem Rücken verschränkten Armen gehalten, wenn Ben Halloran nicht zufälligerweise im Weg gestanden hätte und der Ball nicht von seiner Hacke eine (vermutlich) ungewollte Richtungsänderung aufgezwungen bekommen hätte. Abgefälscht rollt das Spielgerät so am Frankfurter Torhüter unerreichbar vorbei und zappelt im Netz! Wer jetzt von den beiden endgültig den Treffer zugeschrieben bekommt, ist vollkommen wurscht! Kurz danach gibt´s auf jeden Fall den Halbzeit-Tee und wir freuen uns über die glückliche Führung, die aufgrund des betriebenen Aufwands und der kämpferischen Leistung der Fortuna so in Ordnung geht.

HZ2: Der Einsatz ist zurück

Der FSV Frankfurt versucht nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte das Heft des Handelns in die Hände zu nehmen, ist aber damit komplett überfordert. Man merkt unseren Jungs an, dass die erste Hälfte und die Dusel-Bude Balsam für die Seele war. Das Selbstbewusstsein ist wieder zurück und die Angriffsversuche der Hessen verpuffen wirkungslos an der Fortuna-Defensive. Avevor und da Silva Pinto machen das Mittelfeld der Hausherren alleine platt und fighten bis der Arzt kommt. Unsere Jungs warten dann geduldig auf die nächste Chance zum Einlochen, die allerdings ein Wenig auf sich warten lässt. In der 63. Minute ist es dann aber soweit. Im 16er der Gastgeber spielen Schauerte, Halloran und Benschop die gegnerische Abwehr mi Glück und Gestocher aus und passen sich gegenseitig die Kugel auf engstem Raum zu. Die Frankfurter kommen nicht hinterher und Charlie zieht trocken ab und netzt zur 2:0 Führung ein. Ein paar Minuten später kommt dann eine alte Fußballweisheit zum Tragen: Schauerte (vom Sky-Reporter liebevoll „Schnatterer“ genannt) rammt den FSVler Grifo im Strafraum zu ungestüm um. Klare Sache: Elfer! Tja, somit sind wir bei der besagten Weisheit: der gefoulte Spieler sollte nicht zum Strafstoss selbst antreten. Denn Grifo schnappt sich selbst das Leder und und schießt selbiges äußerst schwach halblinks und flach auf das Tor. Unnerstall hat mit dem Schüssken überhaubt kein Problem und kann die Murmel sogar festhalten. Hätten die Frankfurter dat Dingen versenkt, so wäre es wohl nochmal spannend geworden, aber Lars Unnerstall hat den Hausherren mit dem parierten Elfer den letzten Glauben an einen Punktgewinn geraubt. Danach spielt die Fortönn das Spiel locker runter und lässt nix mehr anbrennen. Die wichtigen drei Punkte sind nach einem glanzlosen Arbeitssieg im Sack und die Mini-Krise ist somit hoffentlich Geschichte.

Personelles & Ausblick auf das Spitzenspiel

Unnerstall bekam nicht sonderlich viel zu tun, unterlief ein Mal eine Flanke, bei der aber ein FSVler im Abseits stand. Doch er tat das, was Torhüter bisweilen zu Helden macht: Er hielt einen (wenn auch fürchterlich geschossenen) Elfmeter. Das pusht das Ego hoch und wir ihm gut tun. Unsere Abwehrreihe aus Schauerte, Bodzek, Tah und Axel spielte solide. Zwar war Frankfurt auch harmlos – aber unsere Verteidiger nahmen sie auch gut aus dem Spiel. Pinto und Avevor harmonierten sehr gut im zentral-defensiven Mittelfeld. Pinto ist eine wirklich wichtige Figur geworden – das hat man in den letzten Partien, in denen er fehlte, besonders gemerkt. Gut, dass er wieder da ist. Erat und Halloran außen müssen gemäß ihrer Positionen einfach etwas auffälliger sein. Waren sie aber nicht. Hallorans Tor war nicht wirklich Absicht – aber es wird ihm dennoch gut tun. Und immerhin stand er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Liendl war verbessert im Vergleich zu den letzten Spielen. Doch auch er spielte nicht die Rolle, die ihm zugeschrieben wird. Aber das ist ein Charakterzug von „10ern“. Benschop bleibt vorne der fleißigste Aktivposten. Und er belohnte sich glücklicherweise mit einem „halben“ Tor zum 1:0 und einem „ganzen“ Tor zum 2:0. Obwohl er diesmal als echte Sturmspitze vorne spielte, verteidigte er wieder fleißig mit. Kurzum: Toller Typ. Und da darf ihm die Pille auch glücklich vor die Füße fallen vor dem 2:0.

Nun steht das Spitzenspiel gegen den erstarkten Tabellennachbarn Braunschweig an. Dies wird ein wichtiger Gradmesser dafür sein, wie schwer wiegend die letzten Enttäuschungen wirklich waren und wie stabil die Mannschaft insgesamt ist. Die Jungs hätten es nach dieser Hinrunde völlig verdient, auf einem Aufstiegs- oder Relegationsplatz zu überwintern. Dazu bedarf es aber noch zweier starker Auftritte diese Woche.

Lasst uns auf 4 bis 6 Punkte hoffen 🙂

In diesem Sinne – 95 Olé,
Ingo & Adnan

Ein Schuss vor den Bug

4 Dez

Die Fortuna kommt in Aalen einfach nicht ins Spiel und verliert vollkommen verdient beim Tabellenletzten. Kein Zugriff, keine Leidenschaft und kein Esprit  – die Chance, sich in der Tabelle ganz oben festzusetzen, wurde leichtfertig verspielt.

Wenn am Ende der Saison die Endabrechnung ansteht, werden wir uns hoffentlich nicht an diesen Graupenkick erinnern müssen. Denn es sind dann oft nämlich genau diese Spiele (und Punkte) auf die es ankommt. Die Fortuna geht als klarer Favorit ins Spiel und kommt mit dieser Rolle anscheinend überhaupt nicht zurecht. Ein wenig erinnerte das Ganze dann auch an die klägliche Pokal-Schlappe gegen Würzburg. Auch hier gingen unsere Jungs als klarer Favorit ins Match, wovon dann aber auf dem Platz NÜSCHT zu sehen war. Wie auch in Aalen, kam es einem so vor, als würden sich die Jungs denken, dass man einen schwächeren Gegner mal so eben im Vorbeigehen abwatschen könnte und der Sieg mit 70-80 % Einsatz auch gelänge… aber falsch gedacht… schon wieder! Dem großen FC Bayern ist es mittlerweile in Mark und Bein übergegangen (…na gut, die sind ja auch in fast jedem Spiel Favorit); man muss beim Wettkampf in jedem Spiel alles raushauen und kann sich nicht ausruhen, denn Fußball ist ein Teamsport, wo Leidenschaft und Einsatzwillen nicht selten den Ausschlag geben, selbst wenn der Gegner fußballerisch über größeres Potential verfügt. Die Unterschiede in der 2.Liga sind auch nicht so groß, dass der Schlendrian irgendeine Daseinsberechtigung hätte. Vor dem Spiel hatte Oliver Reck zwar genau darauf hingewiesen, zugehört hatten seine Mannen aber wohl leider nicht.

 

Zum Spiel

Da sich unsere Jungs im ganzen Spiel lediglich eine Torchance rausgespielt haben, verzichten wir diesmal lieber auf unseren üblichen Spielbericht, wir sind nämlich nicht masochistisch veranlagt; dafür war die Darbietung der Fortuna einfach zu gurkig! Trotzdem kommen wir wohl nicht drumrum ein paar  Zeilen zum Spielverlauf zu verlieren…. Leider war auch bis auf Unnerstall eigentlich niemand dabei, der Normalform erreichte oder im Stande war, seine Teamkameraden aus dem Dornröschenschlaf zu reißen. Bomheuer, der neu in die Startelf gekommen war und die Position des linken Verteidigers einnahm, hat sich erstmal nicht für neue Einsätze empfohlen, beim ersten Gegentor läßt er seinen Gegenspieler flanken und betreibt auch im weiteren Spielverlauf nicht gerade Eigenwerbung. Ihn aber rauszupicken, wäre unfair, denn seine Nebenleute haben es nicht gerade besser gemacht. Die Leistung von Jonathan Tah, der uns in den Wochen zuvor so begeistert hatte, war irgendwie sinnbildlich für die Leistung von F95. In der 12.Minute wird von ihm im Spielaufbau auf Höhe der Mittellinie erstmal ein haarsträubender Hackentrick probiert, der Gegner holt sich mit Dynamik und Einsatzwillen die Kirsche und der Konter läuft. Dass wir hier noch nicht in Rückstand gehen, ist ein eher glücklicher Umstand. Eine Minute später agiert Bodzek im eigenen Strafraum äußerst rustikal, über einen Elfmeterpfiff hätten wir uns an dieser Stelle nicht beklagen können. Kurz danach fällt dann aber das Tor für die Gastgeber, weil der besagte Bomheuer eben die Flanke über die linke Seite nicht unterbindet.

Wenn die Fortuna den Ball hat, agiert sie unkonzentriert und fahrlässig. Ein Zugriff auf das Spiel und strukturierter Aufbau sind leider nicht zu erkennen. Dafür sehen wir Mißverständnisse, Fehlpässe und keinen Mumm. Lediglich in den letzten 2-3 Minuten der Halbzeit scheinen die Jungs endlich aufzuwachen und ins Spiel zu kommen.

Die zweite Hälfte beginnt dann auch so, als hätte Oliver Reck seiner Truppe in der Kabine einen (verdienten) Einlauf verpasst. Denn in Minute 47 gibt es die erste  Chance für F95 durch Benschop – diese sollte dann aber leider doch die einzige bleiben, denn die Fortönn fällt zurück in ihre leidenschaftslose und schlafmützige Lethargie. Die Wirkung der Kabinenpredigt ist bereits verflogen. Der Trainer probiert´s mit allen Mitteln und bringt mit Bolly für Bomheuer einen weiteren Offensivspieler. Kurz darauf folgt dann aber die spielentscheidene Szene in unserem 16er: Tah blockt den Ball mit dem Oberkörper und der Schiedsrichter entscheidet wahnwitzigerweise auf Elfmeter für Aalen. Dieses Geschenk lassen sich die Hausherren nicht nehmen und erhöhen ihren Vorsprung auf 2:0. Der Elferpfiff an sich war ein Witz! Aber beklagen dürfen wir uns trotzdem nicht, da es in den letzten Woche in fest jedem Spiel eine äußerst strittige, foulbedingte Strafraum-Entscheidungen gab, die jedoch immer für uns gewertet wurden. Gerade und Soares und Bodzek können davon ein Lied singen.

Bezeichnend für die Gemütslage der Fortunen ist dann in 68.Minute ein Frustfoul von Charly, wofür er vom Schiri dann auch noch mit der Gelben Karte belohnt wird. Unser Trainer versucht zwar noch Einfluss auf des Spielgeschehen zu nehmen und ändert die taktische Ausrichtung auf ein 4-3-3, zusätzlich bringt er noch Jimmy Hoffer für seinen Landsmann Gartner. Leider verpuffen aber alle Versuche die Mannschaft wachzurütteln. Das Spiel endet 2:0 für Aalen.

Fazit

Wir hoffen, dass unsere Jungs die richtigen Lehren aus dem Spiel ziehen, denn es war ein Warnschuss vor den Bug! Wenn die Fortuna sich in der Spitzengruppe festsetzen will und vorhat um den Aufstieg zu spielen, kann man sich solche Auftritte wie in Aalen nicht leisten. Dafür gibt es in dieser Liga einfach zu viele Teams, die gerne in die 1.Bundesliga aufsteigen wollen und nur auf Ausrutscher der Konkurrenz warten. In diesem Spiel ist auch das Fehlen von da Silva Pinto und seiner Galligkeit aufgefallen, da im Mittelfeld einfach zu wenig Biss zu sehen war. In diversen Gazetten ist jetzt schon die Begriffe „Krise“ aufgetaucht… so weit wollen  wir natürlich nicht gehen, aber es ist schon wichtig, dass am morgigen Freitag gegen Sandhausen auf dem Platz die richtige Antwort gegeben wird, damit die gute Ausgangssituation nicht verspielt wird . Als Zeichen an die Fans, die Konkurrenz und auch an die vermaledeiten Medien. Einsatz und Leidenschaft MÜSSEN einfach bei 100% sein, dann ist die Fortuna in der Lage auch jeden Gegner in dieser Liga zu besiegen. Mit angezogenen Handbremse, wie in Aalen, wird dies aber nicht gelingen. Also Jungs: Arschbacken zusammenkneifen, volle Konzentration und zeigen, dass der vergangene Samstag ein Ausrutscher war! Ihr habt gegen Sandhausen sofort die Chance den herzlosen Auftritt in Aalen vergessen zu machen!

In diesem Sinne, 95 Olé!

 

Adnan und Ingo

 

Ein seltsames Spektakel

26 Nov

Nach zweimaliger Führung und ein Mal Rückstand in einem turbulenten Spiel können unsere Jungs am Ende nur einen Punkt zu Hause behalten.

„Jaaaaaaa! Wie geeeeeil!“ – „Oooch näääääää!“ – „Alter, Neeeeeeein“ – „Jawooooohl!“ – „Jaahahahahaa!“ – „Oh Maaaaann!“. So lässt sich die Torabfolge in einem doch recht wahnsinnigen Spiel zusammenfassen. Wir hatten es mit einer beeindruckend starken Fürther Mannschaft zu tun, die phasenweise so spielte, wie in ihrem Aufstiegsjahr, als sie fernab der Konkurrenz die Tabellenführung verteidigte. Und unsere Jungs hatten mächtig Probleme, wirkten bisweilen sogar überfordert, fingen sich dann aber wieder.

Dabei war der große Wurf drin – ein deutlicher Sieg mit mindestens zwei Toren Abstand und wir hätten erstmalig von ganz oben gewunken. Doch bereits die Startaufstellung hat uns etwas stutzig gemacht – denn die sah nicht aus, als wenn man hier mit voller Kraft voraus auf Sieg und Tabellenführung setzt.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Unser Trainer war vor der Partie mit der Frage konfrontiert, wer denn nun in der Innenverteidigung beginnen sollte, da Kapitän Bodzek nach auskurierter Verletzung wieder fit für den Einsatz war. Allerdings hatte das Duo Tah / Soares in den letzten beiden Partien hervorragend harmoniert – was also tun? Da unser „aggressive Leader“ Pinto jedoch noch länger ausfällt, beorderte Olli seinen Kapitän in die zentrale Mittelfeldreihe neben Avevor und Lumpi um dort für Schwung und Stabilität zu sorgen. Dieser Wechsel bedingte dann auch den Platz auf der Bank für Gartner. Michael Rensing konnte nicht mal dort Platz nehmen, da ihm beim Aufwärmen vor dem Spiel seine Verletzung aus der Woche einen Strich durch die Rechnung machte und er somit verletzt für Lars Unnerstall das Feld, bzw. Tor räumen musste. Ansonsten begannen die gleichen Mannen wie beim Auswärtserfolg in München vor der Länderspielpause. Die taktische Grundordnung in einem 4-3-2-1 wurde ebenfalls genauso gewählt, wie gegen die Löwen.

HZ1: Bodycheck und Eumel-Tor

In der üblichen Abtastphase zu Beginn des Spiels wird direkt deutlich, dass Fürth was reißen will. Das wirkte direkt flüssig und ballsicher. Wir brauchen anfangs wesentlich länger, um ins Spiel zu finden, suchen aber ebenfalls den Weg nach vorne und zeigen das für Heimspiele übliche frühe Pressing. Das führt dann in der 10. Minute zum ersten Torjubler des Abends: Benschop setzt Caligiuri und Gästetorhüter Hesl im Spielaufbau so unter Druck, dass der Außenverteidiger seinen Keeper mit einem katastrophalen Querpass im eigenen 16er in arge Not bringt. Joel Pohjanpalo presst mit und prallt recht rustikal mit Hesl zusammen, der verzweifelt versucht noch an den Ball zu kommen. Schiedsrichter Drees läßt nach dem Zusammenprall weiterlaufen, Charlie kommt an die Kirsche und netzt vollkommen ungehindert zur 1:0 Führung ein. Da Hesl erstmal angeschlagen liegen bleibt, ist die Stimmung irgendwie verhalten und alle wundern sich, dass der Treffer gegeben wird. Da es aber von Pohjanpalo kein Foulspiel war, ist der Treffer wohl regelkonform… aber seien wir mal ehrlich, wäre das so auf der anderen Seite passiert, hätte der Baum gebrannt und „Schieber“ wäre wohl der harmloseste Kosename für Drees an diesem Abend gewesen… aber sei es drum – Führung im Sack, der Rest ist Wurscht!

Den Gedanken können wir genau für 2 1/2 Minuten genießen, denn Fürth bekommt nach unnötigem Soares-Foul einen Freistoß; das Spielgerät kommt in unseren Strafraum, Axel steht nicht bei Gegenspieler Gießelmann und der kann ungehindert zum Ausgleich einköpfen! Irgendwie ein Eumel-Tor und zu dem Zeitpunkt völlig unnötig! Unsere Jungs setzen das frühe Pressing aber weiter fort, aber Fürth macht das Spiel und verlagert gekonnt das eigene Angriffsspiel auf Konter. Richtig zwingende Chancen sind totzdem Mangelware, lediglich in der 31. Minute wird es mal kurz gefährlich, als Liendl Pohjanpalo hervorragend in Szene setzt, der aber leider seinen Schuss knapp neben das Tor der Gäste setzt. Ansonsten fällt leider nur auf, dass Lumpi und Axel an diesem Tag zusammen auf der linken Seite nicht das beste Pärchen bilden. Zahlreiche Ballverluste, verlorene Zweikämpfe und missglückte Zuspiele in Kombination mit der ausbaufähigen filigranen Finesse der Zwei, lassen die linke Seite zur schwächeren Fortuna Seite an diesem Abend werden. Das spürt Fürth natürlich. Trotzdem geht es dann erstmal mit dem Unentschieden in die Pause.

Eine kurze Anmerkung noch zum Halbzeitspiel im Stadion – also, mal abgesehen davon, dass diese Spiele seit jeher gähnend langweilig sind, werden jetzt auch noch einfach Spielregeln über Bord geworfen. Der Kandidat ignoriert einfach die vorgegebene Schussbahn und jagt die Pille quer über das mühevoll absteckte Spielfeld… Und unser André muss die Regularien wegen der Unsitten der Teilnehmer verbiegen und erlaubt den Schabernack… Wo kommen wir denn da hin?? Naja gut – das Beste am Halbzeitspiel ist, dass es schnell vorübergeht.

HZ2: Kein Zugriff, volle Möhre und der Stimmungsdämpfer

Die zweite Hälfte beginnt mit dem Wechsel Gartner für Soares (hatte bereits Gelb gesehen), dadurch rückt Bodzek in die Innenverteidigung und der junge Österreicher übernimmt den Platz im Mittelfeld. Das Match ist aber irgendwie seltsam; Spiel und  Stimmung sind recht emotionslos und die Fortunen haben auf dem Platz keinen richtigen Zugriff auf Ball und Gegner. Das nutzen die Gäste dann auch recht kühl zur eigenen Führung. In der 54.Minute bekommt Fürth die zweite Ecke in Folge, die aber an Freund und Feind vorbei zieht, Lumpi geht dem Leder nach und wir denken, hier ist der Drops gelutscht…. aber da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Der Fürther mit dem schönen Namen „Przybylko“ setzt nach und drückt Lumpi im fairen Zweikampf weg, als wäre er ein 90-jähriger Opi mit Gehhilfe; Flanke in den Strafraum, Kopfball Zulj und die Gäste führen durch das nächste Dödel-Tor! Fürth kommt nun immer besser ins Spiel und die Fortunen sind etwas von der Rolle. Ein wenig erheiternd ist zu diesem Zeitpunkt lediglich Pele Wollitz, der auf Sport1 als Co-Kommentator einen philosophischen Classic nach dem anderen raushaut. Sätze wie „Boah, dat kann man aber besser ausspielen, ne?“ kommen wie aus der Pistole geschossen und beinahe durchgehend während der gesamten Übertragung. In der 60.Minute kommt Bolly für den leider wirklich schwachen Lumpi.

Um die 70. Minute gibt es dann endlich mal wieder eine Chance für uns zu sehen, aber Pohjanpalo kann (noch) nicht zum Ausgleich einnetzen, trotzdem beginnt durch diese Aktion das Feuer zu lodern, der Emotionsfunke ist entfacht. In der 77. Minute ist es dann der Schwung bringende Bolly, der nach einer schönen Balleroberung von Schauerte, die Kirsche flach in den Strafraum flankt und Pohjanpalo findet, der seinem 8. Saisontreffer und den Ausgleich erzielt. Nun ist Feuer unterm Dach und die Fortuna endlich im Spiel. Zwei Minuten später folgt dann ein perfekter Pass von Pohjanpalo in den gegnerischen Strafraum auf Charlie. Der legt den Ball an Keeper Hesl vorbei und dieser räumt den karibischen Holländer einfach mal ab – Pfiff – Elfmeter! Benschop nimmt sich selbstbewusst das Spielgerät, obwohl eigentlich Liendl wollte, und tritt zum Strafstoß an. Was folgt, ist ein „Voll-auf’s-Maul-Elfer“ par excellance! Anlauf, Vollspann und volle Möhre in den Winkel!  …wäre das eine Szene aus einem Comic gewesen, hätte daneben ein fettes „Boom“ gestanden! Aber genug geschwelgt, denn in der euphorisierten Stimmung der letzten Minuten, müssen wir dann doch noch den Stimmungsdämpfer „Ausgleich“ erleben. Wieder kriegen wir hinten die spielstarken Fürhter nicht in  den Griff und werden überrannt. Aber nun gut – so geht dieses seltsame Spiel dann auch leider irgendwie verdient, mit 3:3 Unentschieden zu Ende.

PERSONELLES

Unnerstall hat uns kurz vor Schluss den Punkt gerettet. Ansonsten war er bei den Toren zwar weitestgehend fehlerfrei, sah aber besonders beim 1-2 etwas unglücklich aus. Auf seine Kappe muss er aber sicher nichts nehmen. Das sieht bereits bei Linksverteidiger Axel anders aus. Beim 1-1 lässt er seinen im 16er einfach machen und beim 1-2 weiß er nicht, wo rechts oder links ist. Insgesamt ein Spiel zum Vergessen. ABER: Dafür hat er bisher auch mit großen Leistungen brilliert. Insofern: Schwamm drüber. Soares stand eigentlich stets ganz gut, foult aber einfach zu häufig und ungeschickt. Er kriegte deshalb früh Gelb und wurde deswegen zur Halbzeit ausgewechselt und Bodzek rückte nach schwachem Auftritt im Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung. Da gehört er auch hin. Mittelfeld kann er nicht (mehr). Tah war wieder brilliant. Neben seiner aberwitzigen Zweikampfsstärke ließ er unter großen Jubel auch noch zwei Fürther bei einem Minidribbling alt aussehen. Immer wieder groß der Bursche.

Schauerte war nach hinten stabil, aber nach vorne harmlos. Sowohl bei ihm als auch bei Axel lag das aber daran, dass die beiden keine offensiven Flügelleute im Mittelfeld hatten. Lumpi war leider Gottes eine Vollkatastrophe. So fies es klingt: Ihn hat seine Presse-Lobby in Express, RP und B*** in die Startelf geschrieben – doch da hat er sich auch ganz schnell wieder rausgespielt. Kaum Zweikämpfe gewonnen und viele Fehlpässe. Schade. Es gab Applaus, als er gegen Bolly ausgewechselt wurde. Der wiederum hat richtig Alarm gemacht – wenn der nur eine engere Ballführung drauf hätte… Aber sein Assist könnte ein gutes Argument für einen Startelfeinsatz am Samstag sein.

Avevor war solide und störte mehrmals sehr effektiv das schnelle Fürther Aufbauspiel. Gartner war in der zweiten Halbzeit, als er für Soares kam, eine echte Bereicherung. Der Junge hat Übersicht und kann spieleröffnende Pässe spielen. Das konnten vorher Avevor-Bodzek-Lumpi absolut nicht. Liendl hat fast immer nur die verrückten Pässe versucht. Es hätte auch mal der einfache, sichere Ball etwas gebracht. Doch er lebt nun mal für den Überraschungsmoment – und sein unfassbar geiler Pass auf Pohjanpalo in der ersten Halbzeit verzeiht ihm manchen Fehler. Benschop war wieder ein absoluter Aktivposten. Die beiden Tore werden ihm sehr gut tun. Pohjanpalo war ebenfalls einer der stärkeren. Trotz seiner schlanken Statur zweikampfstark und mit genialen Torriecher ausgestattet. Startelfplatz verteidigt.

AUSBLICK

Wir sind jetzt nur noch zwei Punkte hinter Rang #2 – aaaaber auch nur noch drei Punkte vor Platz #8. Das ist mal wieder eine enge Kiste in der zweiten Liga. Als beste Auswärtsmannschaft und weiterhin seit 11 Spielen ungeschlagen reisen wir Samstag nach Aalen – zum Tabellenletzten. Da dürfte er Reck ruhig dann mal wieder etwas offensiver aufstellen – denn wir hatten in der Startformation von Montag lediglich drei Offensivkräfte in der Startelf.

Bolly und Gartner haben sich beide empfohlen. Besonders Gartner dürfte dabei helfen, ein etwas überzeugenderes Offensivspiel zu gestalten. Vermutlich bedeutet das aber wieder die Bank für Soares. Denn auch wenn er zuletzt stark spielte, führt wohl kein Weg an Kapitän Bodzek vorbei – zumindest derzeit. Samstag, 13.00, wissen wir mehr.

Aber hierzu würden wir auch gerne Eure Meinung wissen in unserer Frage der Woche zu Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld. Wer sind die „passenden Pärchen“?

 

In diesem Sinne, 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Souverän die Löwen gebändigt!

17 Nov

Unsere Jungs bleiben im Aufwärtstrend. Ein souveräner, wenn auch minimalistischer Sieg bei 1860 führt uns noch ein wenig näher an die Tabellenspitze.

Ist es nicht herrlich, sich wirklich Woche für Woche auf ein Fortuna-Spiel freuen zu können? Ist es nicht herrlich, dass unser Team derzeit imstande ist, höchst flexibel zu agieren und auf verschiedenen Wegen erfolgreichen Fußball spielt? Ist es nicht richtig herrlich, wenn das eigene Team das völlig berechtigte – wenn auch temporäre – Image der Unbesiegbarkeit mit sich trägt? Ist es nicht herrlich, dass unser Coach nicht einfach nur stumpf mit einer Formation agiert, sondern je nach Personallage taktisch umkrempeln kann und TROTZDEM gewinnt? So, genug gefragt – hier kütt die Antwocht: Ja, es ist herrlich!

Die Verletzungen von Lukas Schmitz und da Silva Pinto, so war zu vermuten, würden schwer wiegen. Immerhin gehören die beiden zu den fast schon erschreckend großartig etablierten Neuzugängen dieser Saison. Dazu noch das Verletzungselend von Heinrich Schmidtgal und die aberwitzige Formschwäche von Ben Halloran; also damit der fast Komplettausfall des gesamten für die linke Seite vorgesehenen Personals. Watt würde Reck nun machen, war die Frage. Mit seiner Lösung hatten selbst die Kabinenschnüffler der RP nicht gerechnet…

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Hatten wir nach dem Kick gegen Ingolstadt noch gemutmaßt, wen unser Trainer denn anstelle von Schmitz und da Silva Pinto bringen würde, zauberte Olli Reck doch tatsächlich Fortuna-Ikone Lumpi Lambertz aus dem Hut und stellte gleichzeitig auch noch die taktische Grundordnung um. Axel rückte neben Schauerte, Soares und Tah in die Viererkette; Avevor, Lumpi und Gartner, der „Kampfschwein“ Pinto ersetzte, bildeten einen zentralen Dreifach-Mittelfeldblock, der die Zentrale mit Kampfkraft gegen die Löwen dicht machen sollte. Davor spielten Liendl und Benschop auf offensiveren Halb-Positionen und in der Spitze begann mal wieder Finnen-Knipser Pohjanpalo aka Torjanpalo aka Iceman aka Palimpalim für Jimmy Hoffer. Auf dem Tableau also ein 4-3-2-1. Der SKY-Kommentator nannte es „Tannenbaum“ – kann man machen…

HZ1: Mörder-Start und dann zwei Gänge zurück 

Olli Reck’s Griff in die taktische Trickkiste scheint die Hausherren ab dem Anpfiff  komplett zu überfordern, denn die Fortuna legt los, wie von der Tarantel gestochen! Die 60er werden erstmal gnadenlos überrannt und wissen nicht wo oben und unten ist. Unsere drei 6er blocken die Mitte komplett und machen dazu noch das Spiel schnell. So bekommen wir in der 4.Minute eine Ecke; naja, denken wir… Ecke… Hauptsache jetzt kein Konter-Gegentor… Mancher nutzt die Zeit, um datt „Kloser“ aufzusuchen, andere bestellen sich einen Drink oder suchen nach dem Selfie, den sie den Buddies noch unbedingt zeigen wollten.

Aber dann? Fortuna-Eckball-Totengräber? Weit gefehlt! Der junge Gartner schnappt sich die Murmel und tritt zur Standardsituation an; er bringt den Ball zwar etwas zu flach in den Strafraum, aber sein Landsmann Okotie kommt zu Hilfe und verlängert das Spielgerät unfreiwillig auf den langen Pfosten, dort steigt Soares höher als sein Gegenspieler und nickt aus nächster Nähe zur 1:0 Führung ein. Er markiert seinen ersten Treffer für die Fortuna! Watt für’n Start!

Die F95-Maschinerie läuft nun wie geschmiert und unsere Jungs spielen kampf- und spielstark auf den 2. Treffer hin – 1860 hat echt mal keine Schnitte und rennt hilflos hinterher. In Minute 9 ist Schauerte sichtlich überrascht, als er auf einmal (fast) allein mit Pohjanpalo im gegnerischen Strafraum steht; unser RV schaut sich erstmal um, ob es nicht doch Abseits ist und verpasst so das winzige Zeitfenster, um die Kirsche ideal auf Pohjanpalo abzulegen. Er hätte eigentlich auch selber draumzimmern können – doch so bleibt es bei der 1:0 Führung.

Fünf Minuten später hat Lumpi dann die Möglichkeit seine Rückkehr in die Startelf mit einem Traumtor zu krönen. Nach einem wahrhaftigen Traumpass von Liendl in den Strafraum, fliegt Lambertz in den Fünfmeterraum, nimmt den Ball direkt und knallt ihn an die Unterkante der Latte! Riesengeschepper, aber leider keine Bude. Mit der totalen Dominanz geht es dann noch ein paar Minuten weiter, danach ziehen sich die Fortunen aber weiter zurück und lassen die bisher absolut zahnlosen Löwen erstmal kommen. Die Hausherren (oder besser Hauskätzchen?) stellen sich auch besser auf Fortunas Taktik ein und bekommen mehr Spielanteile. Damit können die Gastgber aber nicht viel anfangen, denn unsere Abwehr steht sattelfest.

Das Spiel beginnt nun etwas zu dümpeln, denn die Blauen schaffen es nicht wirklich, gefährlich zu werden und bei unseren Jungs kommt es immer häufiger zu Konzentrationsmängeln, so dass die Konter meist schon im Aufbau scheitern. Das Einzige, was erwähnenswert ist, ist die wieder mal beeindruckende Souveränität im Spiel von Jonathan Tah. Die Coolnes in Person. Ach ja, und der Schiri hat wieder genervt! Lässt ein klares Foul an Liendl laufen, um Sekunden später, Soares‘ Grätsche, bei der er den Ball spielt, zu pfeiffen. Aber egal – die vielen Fouls in durchaus gefährlichen Positionen sollten für uns nicht gefährlich werden.

HZ2: Gezähmte Löwen ohne Schnitte

Wie so oft nutzt der Gegner die Zeit in der Kabine, um mit frischem Mut wieder auf’s Spielfeld zu kommen. Die Blauen versuchen mit all ihren Mitteln unsere Jungs in die Bredouille zu bringen. So in etwa gestaltet sich die gesamte zweite Halbzeit. Die Löwen kommen aber nur ein einziges Mal in der 50.Minute gefährlich voran, als Okotie im Strafraum Rensing prüft. Unsere Nummer #1 ist aber zur Stelle. Kurz darauf stellt unser Trainer personell um und nimmt Benschop vom Platz, der wirklich nicht sein bestes Spiel im Fortuna-Dress gezeigt hatte. Erat nimmt seinen Platz auf dem Spielfeld ein. Unsere Jungs rühren weiter den Abwehr-Beton an, der für ideenlose Hausherren undurchdringlich ist. Nicht wirklich schön anzusehen, aber was den Kräfteverzehr betrifft, durchaus effizient. Immer wieder stoßen die Blauen an ihre spielerischen Grenzen. Selbst aus den zahlreichen Standardsituationen können sie kein Kapital schlagen. Die Fortuna hat mittlerweile ihre Passsicherheit wiedergefunden und lässt den Ball recht souverän in den eigenen Reihen kreisen oder raubt den Münchnern mit geballter Zweikampstärke den letzten Nerv. Ein zweites Tor wäre natürlich schön gewesen, war aber irgendwie bei diesem Spiel nicht nötig, denn die Forteng bringt den Sieg ziemlich abgeklärt über die Zeit und nimmt als verdienter Sieger gerechterweise die drei Punkte mit an den Rhein.

Personelles & Ausblick

Rensing musste nicht viel tun – war aber, wenn man ihn brauchte. Er hatte lediglich bei einer Flanke von der linken Seite Probleme, wurde hierbei aber auch von Okotie im Fünfmeter-Raum angegangen und bekam daher Schiri-Rückendeckung. Axel links und Schauerte rechts erfüllten ihre Außenverteidiger-Rolle glänzend. Unbezahlbar sind die Nahaufnahmen der verbalen Scharmützel, die Axel gern mit seinen Gegnern führt. Soares und Tah harmonieren richtig gut. Für Soares ist es nach der so schwierigen Zeit unendlich wichtig, mit einem Tor seine Bedeutung für’s Team aufzuzeigen. Zu Tah fällt einem nicht mehr viel ein, außer, dass man immer wieder erwähnen muss, dass der Junge 18 ist! Natural Born Defender, der nach Worten Olli Recks nach dem Spiel gegneüber SKY eigentlich in der 2. BL nix verloren hat. Avevor war wieder grundsolige, schnell, agil und zweikampfstark. Gartner zeigte eindrucksvoll, dass er nur auf er Bank sitzt, weil Avevor und Pinto einfach noch einen Tick stärker sind. Aber gerade defensiv wusste der 20-Jährige absolut zu überzeugen. Tja, und Lumpi? Auch er zeigte, dass er da ist, wenn man ihn braucht. Er foulte zwar einige Male zu häufig und passte dann und wann ins Leere, aber insgesamt reihte auch er sich ein in das unüberwindbare Defensiv-Bollwerk. Es wurde aber auch klar, dass er wieder als Erster auf der Bank Platz nimmt, sobald Schmitz oder „Pinte“ wieder fit sind. Benschop sollte das Spiel einfach abhaken. Ihm gelang gar nix. Punkt. Liendl leitete Passstaffetten ein und zeigte den ein oder anderen von Reck verlangten Risikopass, der ihm natürlich nicht immer gelang. Dennoch starke Partie. Pohjanpalo war immer anspielbar und sorgt für mächtig Unruhe. Richtige Torgefahr strahlte aber auch er nicht aus.

Nach dem Montagsspiel ist vor dem Montagsspiel… So werden wir nach der elend langen Länderspielpause erneut zu Flutlichtzeiten antreten und diesmal Kräuter Furz empfangen. Wie schon eingangs erwähnt: Man kann sich einfach nur freuen, denn auch dieses Spiel wird uns mit sehr großer Wahrscheinlich  Freude bereiten. So ist unsere Forteng nämlich derzeit drauf.

In diesem Sinne – 95OLÉ

Ingo & Adnan

Ein d(RECK)iger Sieg gegen Pauli

23 Okt

Unsere Jungs bleiben im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und fahren den fünften Sieg in dieser Serie ein. Dank eines wieder erstarkten Michael Liendl steht es am Ende 1-0.

Iss dat geil… Da spielt unsere Mannschaft gar nicht mal soooo geil und halunkt sich durch die Partie und gewinnt trotzdem. Was daran so geil ist? Na, weil unsere Truppe gleich mehrer Mittel zum Siegen kennt: (1) Schönen Fußball, (2) Effizienz vor’m Tor, (3) schnelles Umschaltspiel, (4) Kampfbereitschaft, (5) Cleverness beim Schwächen des Gegners. Und gegen Pauli war es ein kleines Bisschen (1), eine Prise (2), gut eingesetztes, aber nicht zuendegespieltes (3), eine ordentliche Portion (4) und jeeeeeeeede Menge (5). Als unsere Mannschaft merkte, dass spielerisch vieles nicht so recht klappen will, wusste sie zumindest, wie sie den Gegner effektiv uneffektiv machen kann. Diese Vielseitigkeit hat Reck hervorragend herausgearbeitet. Deshalb eben ein d(RECK)iger Sieg. Und so liefen die Jungs auf…

AUFSTELLUNG & TAKTISCHE AUSRICHTUNG

Durch den verletzungsbedingten Ausfall vom jungen Defensiv-Brecher Tah rückte Bruno Soares wieder neben Captain Bodzek in die Innenverteidigung; ansonsten begann die mittlerweile gut eingespielte Truppe wie beim herrlichen Auswärtssieg in Darmstadt. Nach gut zwei Jahren (Hinrunde Bundesligasaison) ist es wieder einem Trainer gelungen, eine richtig funktionierende Startelf zu formen, die maximal auf 1-2 Positionen umgestellt wird. Das gibt Sicherheit und macht das gespielte 4-4-2 solide und stabil.

1. HZ: 

Nachdem nicht nur F95, sondern auch der Gegner aus Hamburg mit der Strömung des Aufwindes zum Kick in die Arena einfuhren, konnten sich die ca 36000 Zuschauer im Stadion auf ein interessantes Match freuen. St. Pauli lässt auch sofort erkennen, dass sie gerne das ein oder andere Pünktchen mitnehmen wollen. Den ersten Ansatz einer Möglichkeit haben zwar wir, aber Pauli spielt munter mit. Richtig schön sollte das Spiel zu keinem Zeitpunkt werden, aber Ansätze zu gutem Passspiel zeigten beide Teams. Wenn die Fortuna im Vorwärtsgang ist, zieht sich Pauli weit zurück und verteidigt mit sieben Leuten am eigenen Strafraum. Fortuna spielt wieder das mittlerweile typische frühes Pressing bei Heimspielen und unterbindet so effektiv Kombinationen des Gegners im Ansatz. In der 7. Minute haben wir jedoch die erste dicke Chance im Spiel: Liendl macht Keeper Tschauner das Leben mit einem flachen Schuss das Leben schwer; doch im Nachfassen hat er die Kugel. Im Gegenzug kündigt Enis Alushi aber an, dass das hier kein Selbstläufer wird und jagt einen gefährlichen Abschluss nach schnellem Angriff über unser Tor. Danach geht s erstmal hin und her. Der Platz ist super rutschig – viele Spieler rutschen aus. Teilweise entstehen Slapstickeinlagen. Daran mag es auch liegen, dass uns die finale Präzision fehlt, um den Hamburger Abwehrriegel zu knacken. Doch auch die Gästen können ebenfalls keinen strukturierten Angriff zu Ende spielen. So sehen wir erstmal viel Kampf und wenig Zwingendes.

Es dauert bis zur 26. Minute, bis es wieder gefährlich wird: der bärenstarke Avevor fängt einen Fehlpass der Kiez-Kicker ab und schickt Liendl in des Gegners Strafraum; der legt in die Mitte auf Pohjanpalo ab, doch der rutscht in den Keeper statt den Ball ins Tor zu befördern. Sah heftig aus, ist aber nix passiert. Wir merkten: Es bahnt sich was an! Nur sechs Minuten später passiert es dann auch: Liendl bekommt den Ball und eine Spielverlagerung im One-Touch-Style nimmt ihren Lauf. Vom rechten Mittelfeld gibt unsere Nummer #10 gibt das Leder weiter zu Benschop, der gibt sie weiter an da Silva Pinto, der wiederum spielt in einer Bewegung den startenden Schmitz losschickt. In Null-Komma-Nix ist also der Ball quer über das Spielfeld befördert worden und unser Linksverteidiger findet endlich die besagte Lücke im Abwehrriegel: flache Flanke in den Rücken der Abwehr und Spielzug-Initiator Liendl nimmt die Kirsche elf Meter vor der Hütte direkt und netzt zur Führung ein. Übrigens schon die dritte direkte Torvorlage von Schmitz und die dritte Bude von Liendl. Gerade Liendl hat nach 3-4 schwachen Spielen ein Erfolgserlebnis gebraucht. Das Tor tat ihm merklich gut. Die Halbzeit geht dann ohne weitere große Höhepunkte zu Ende.

2. HZ:

Nach dem Halbzeit-Tee sehen wir vor dem erneuten Anpfiff erstmal einen Fortuna-Huddle, in dem Liendl die Ansprache hält und das Team auf die zweiten 45 Minuten einschwört. Dies läuft zwar nicht ganz so martialisch ab wie hier, zeigt aber trotzdem, dass die Jungs motiviert und überzeugt sind. Motiviert sind die Gäste aber auch… und dazu noch ziemlich hitzig, denn das Spiel wird eindeutig härter. Nachdem es Axel in der 53. Minute mit halben Truppe der Paulianer aufnimmt, kassieren die Gäste innerhalb von 10 Minuten drei Gelbe Karten. Es ist diese Anfangsphase der 2. HZ, in der Pauli Druck macht, unsere Jungs aber mit Agressivität und Härte dagegen halten. Das treibt die Paulinesen in den Wahnsinn. Alushi übertreibt es ein wenig und wird von Pauli-Trainer Meggle vorsichtshalber vom Platz genommen, bevor dies der Schiedsrichter per Gelb-Roter Karte erledigt. Der neu eingewechselte Verhoek bringt eine Systemänderung mit sich, denn Pauli versucht’s nun mit zwei Spitzen. Diese Maßnahme bringt beinahe sofort Erfolg, denn der neue Stürmer köpft nach einem Freist0ss den Ball in unser Tor… allerdings steht er dabei im Abseits, so dass es bei der Führung bleibt… Schwein gehabt!

In der 78.Minute hat Charlie seine beste Chance des Spiels, nachdem er zwei Gegner vernascht und auf einmal gut postiert im 16er steht; den Schuss zieht der Niederländer aber am langen Pfosten vorbei. In der 80. Minute nimmt Olli Reck dann „Kampfschwein“ Axel vom Platz und unser Dynamiker stapft mit hoch-roter Birne vom Platz und schreit jedem seiner Mitspieler dabei noch Motivierendes zu… watt fürn Typ! 🙂  Wir sind bereits in der 86.Minute, als es eigentlich angebracht gewesen wäre, einen 11er zu bekommen. Es läuft ein starker Konter, Charlie bekommt im Strafraum den Ball und wird von Thy getackelt. Leider hat’s der Schiri anscheinend nicht richtig gesehen. Wir sehen ansonsten noch zwei, drei wirklich gute Chancen der Fortuna, die aber nicht verwertet werden – Stichwort: fehlende Präzision. In der Schlussphase entscheidet sich unser Trainer aber dafür das Ergebnis zu halten und wechselt Dustin Bomheuer für Benschop ein und vorher Gartner für Pohjapalo. Es entwickelt sich eine nervenaufreibender Endfight, in dem Pauli nochmal alles nach vorne wirft. Unsere Jungs schaukeln das Ding aber gut über die Zeit und die Fortuna geht als verdienter Sieger vom Platz!

PERSONELLES

Unser Goalie Rensing wirkte in ein, zwei Situationen zu unentschlossen, herauszupreschen und die Kirsche zu pflücken. Das besserte sich zum Ende der Partie und der Fairness halber muss man sagen, dass es auch an den Verteidigern liegen könnte, mit dem Torwart ausreichend zu kommunizieren, damit Bälle die hoooch in Richtung 16er kommen, schnell entschärft werden. Passiert ist nix – aber es hätte, wäre, könnte… Soares war zurecht glücklich mit seiner Partie – so glücklich, dass er nach Abpfiff ausgelassen weinte. Er war in jedem Fall besser und sicherer als Captain Bodzek. Der leistete sich hier und da wieder Schwächen bei Laufduellen und im direkten 1 gegen 1. Da war er schon mal stärker. Schauerte und Schmitz haben richtig starke Partien gespielt. Besonders Schauerte war diesmal zu keinem Zeitpunkt hinten zu wackelig. Und wieder mal hat ein Außenverteidiger – diesmal Schmitz – das entscheidende Tor vorbereitet. So muss es sein. Avevor war einsame Spitze. Der Junge ist super bullig und weiß das zu nutzen. Wie er seinen Körper zwischen Gegner und Ball platziert, beeindruckt ein ums andere Mal. Und er ist sauschnell. Im Sprint hat er zwei, drei Mal gefährliche Angriffe der Paulinesen entschärft und den Gegner gestellt. Pinto war genial darin, dem Gegner die Freude am Spiel zu nehmen. Gerade dann als Pauli zu Beginn der 2. HZ stark anfing, hat er fiese Zweikämpfe geführt, viel gemeckert und Unterbrechungen nach Fouls schööööön in die Länge gezogen. Für den Gegner und seine Fans zum Brechen; für uns super. Liendl war richtig spitze. Vom Anpfiff weg sah man eine ganz andere Körpersprache bei ihm – er hat geile Pässe gespielt und das ein oder andere Schmankerl mit der Hacke fabriziert. Er ließ sich zudem nicht aus dem Spiel knicken – bravo und weiter so. Benschop wollte, konnte aber diesmal fast gar nichts. Unruhe hat er verursacht, aber nichts richtig hinbekommen. Pohjanpalo hat ungeahnte Qualitäten im Erobern und Weiterleiten/Verarbeiten hoher Bälle (Abschläge & Co.) gezeigt – da ist er, obwohl er viel schmaler ist, wesentlich besser als sein Sturmkollege Charlie. Abschließend Worte zu Axel, die Ihr nun alle laut mitsingen werdet, da sie einfach alles über ihn aussagen: „AK SÄLL BÄ LING HAU SÄN – SCHAALA LA LA LALA LALA LAAA LALA“. Die Kampfsau hat zusammen mit Pinto enorm viel für die richtige Stimmung auf dem Platz getan und ist gerannt wie auf Duracell. Großartig.

AUSBLICK

Unsere Forteng macht gerade richtig Bock. Und so freuen wir uns einfach auf die kommenden Partien gegen die Drittplatzierten „Toifel“ und dann zu Hause gegen den derzeitigen Tabellenführer aus der Audi-Stadt. Das Ego ist intakt. Der Spirit der Unschlagbarkeit massiv gestärkt und die letzten Spiele auf dem Betze waren eigentlich immer großartig. Darauf lässt sich bauen, oder?

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

 

Überzeugender Sieg in Darmstadt

6 Okt

Ein herrlicher und überzeugender Auswärtssieg in Darmstadt. Eine clevere Fortuna nutzt in Form von Joel Pohjanpalo die Fehler der Gastgeber gnadenlos aus, liefert eine gute mannschaftliche Defensivleistung ab  und nähert sich kontinuierlich  der Spitzenregion der Tabelle. Vier Siege und zwei Unentschieden aus den letzten sechs Spielen bereiten Freude und lassen den holprigen Start in die Saison vergessen.

Es ging also nach Darmstadt… Darmstadt – Leute, mal ehrlich, wie zur Hölle sind die nur auf diesen Namen für ihr Städtchen gekommen? Wofür waren die Stadtväter berühmt, daß die Ortschaft nach dem Verdauungsorgan benannt wurde? Wir wissen es nicht und alle Mutmaßungen sprechen NICHT unbedingt FÜR die Stadt in Hessen… 😉  Aber nun gut, kommen wir zum Wesentlichen: der Aufsteiger ist außerordentlich gut in die Saison gestartet, hatte bisher im eigenen Stadion den eigenen Kasten sauber gehalten und mit dem Hünen Stroh-Engel einen echten Knipser in ihren Reihen, 28 Buden und neun Vorlagen in der Aufstiegssaison sprechen eine eindeutige Sprache. Aber nun sollte die Fortuna in Hessen gastieren! Nachdem sich unsere Jungs in den letzten Matches immer mindestens eine Halbzeit lang dominant, dynamisch und kraftvoll präsentiert hatten, waren wir guter Dinge, daß wir nicht mit leeren Händen nach Hause fahren würden.

Aufstellung und Taktik

Unser Trainer schmiss erneut das Personalkarussell an und brachte anstelle von Jimmy Hoffer wieder Joel Pohjanpalo von Beginn an, der junge Skandinavier hatte sich mit drei Treffern in den letzten drei Spielen auch seinen Einsatz in der Startformation verdient. Durch die Genesung von Lukas Schmitz konnte Oliver Reck zudem sein dynamisches Duo auf der linken Seite wieder vereinen. Schmitz übernahm die Position des LV, Axel rückte dadurch ins linke Mittelfeld vor und Halloran rotierte somit auf die Auswechselbank. Benschop wurde wieder in die Mitte beordert und Liendl übernahm die rechte Seite; ansonsten liefen die gleichen Spieler auf wie gegen die sächsische Limo-Truppe.

HZ1: 1 dilettantischer Bock + 1 dilettantischer Bock = 2:0 für uns!

Sofort nach dem Anpfiff im ausverkauften Böllenfalltor gehen die Gastgeber mit dem Selbstbewußtsein des Tabellenzweiten in die Partie und wollen mutig das Spiel machen. Unsere Jungs stehen direkt von Beginn an tief in der eigenen Hälfte, lassen die Hessen erstmal anrennen und wollen sich so Räume für Konter schaffen. In der 10. Minute rutscht einem Darmstädter bei dem Versuch einer Flanke die Kirsche vom Fuß und landet überraschend auf der Querlatte von Rensings Kasten – ein kurzer Schreckmoment, der glücklicherweise ohne Konsequenzen bleibt. Diese erste „Chance“ nehmen die Gastgeber zum Anlass, weiter Gas zu geben. Nur zwei Minuten später kommen aber wir unverhofft zum ersten Jubelausbruch des Nachmittags. Der hessische Verteidiger Holland hat vor ein Anspiel zu stoppen, rutscht dabei aber so dämlich weg, daß das Spielgerät optimal im Lauf des pressenden da Silva Pinto liegen bleibt. Der nimmt das Geschenk mit, zieht in den Strafraum und passt flach in die Mitte, wohin geistesgegenwärtig und zeitgleich unser dynamischer Jung-Finne stürmt. Pohjanpalo „macht das Bein lang“ und grätscht das perfekte Zuspiel aus 10 Metern zur 1:0 Führung ins gegnerische Tor! Erste Chance optimal genutzt, so kann´s weitergehen!

Und tut es auch, denn die Gastgeber sind durch ihr erstes Heim-Gegentor merklich angeschlagen. Die Fortuna macht Druck und will hier früh den zweiten Treffer erzielen. Eine schöne und schnelle Kombination von Axel und Benschop landet nur knapp neben dem Tor und der Support stimmt auch; die Heimkurve wird erstmal mit einem lauten „Ihr seid leiser, als Fortuna Köln“ verhöhnt. Zehn Minuten später sind die „Lilien“ (nicht gerade der coolste Spitzname) aber wieder im Spiel und bringen unsere Hintermannschaft ins Schwitzen; richtig zwingend werden die Angriffe nicht, da unsere Verteidigung gut steht; trotzdem muss Rensing einmal in höchster Not klären. Gerade als Darmstadt also richtig Alarm macht, überreichen sie uns feierlich das zweite Präsent des Spiels. Beide Mannschaften stehen komplett in unserer Spielhälfte, als Bregerie einen Rückpass zu seinem Torhüter spielen will. Aus dem Zuspiel entwickelt sich ein ungewollter Traumpass auf Pohjanpalo, den Bernd Schuster auf seinem spielerischen Zenit nicht hätte schöner spielen können. Pohja sprintet zum Ball, spielt ihn dem anstürmenden Torwart Mathenia durch die Beine und kann ungehindert zur 2:0 Führung einnetzen!

Der zweite Treffer spielt der Fortuna natürlich perfekt in die Karten. Sie läßt den Gegner weiter anlaufen und kann dank des guten und schnellen Umschaltspiels immer wieder gefährliche Konter setzen. Darmstadt überzeugt aber durch wirklich gute Moral und versucht vor dem Halbzeitpfiff noch zum Anschlusstreffer zu kommen. Dabei scheinen sie aber aus den haarsträubenden Fehlpässen nicht gelernt zu haben, denn immer wieder werden gefährliche Risikopässe gespielt, die unsere Jungs aber (vorerst) nicht zum Ausbau der Führung nutzen können. Auf alle Fälle sehen wir ein sehr unterhaltsames und von beiden Seiten leidenschaftlich geführtes Fußball-Match.

HZ2: Der Schreckstart und die direkte Antwort

Die Hessen kommen mit viel Wut im Bauch aus der Kabine und erzielen direkt nach 18 Sekunden den Anschlusstreffer. Unsere Jungs waren da gefühlt noch gar nicht richtig auf dem Platz. Olli Reck scheint aber im mentalen Bereich große Stärken zu haben, denn die Mannschaft ist so gefestigt, dass sie ein Gegentreffer überhaupt nicht zu schocken scheint. Ganz im Gegenteil, eher wirkt sie nach einem Gegentor angestachelt und das bekommen nun auch die Hausherren zu spüren. Nur eine Minute später dribbelt sich Schmitz bis zur Grundlinie durch, passt auf Axel, der legt nochmal quer in den Strafraum und die Unordnung im Hühnerhaufen der Darmstädter Abwehr nutzt Charly Benschop zu seinem sechsten Saisontreffer und zur 3:1 Führung! Verhältnisse direkt wieder gerade gerückt, so muss das sein!!!

Darmstadt gibt sich trotzdem noch nicht geschlagen und es entwickelt sich ein spannendes und munteres Hin und Her. Nun wird´s sogar noch blutig, denn Stroh-Engel springt mit seiner Stirn voran in Rensings Ellenbogen und muss wegen einer klaffenden Wunde erstmal behandelt werden und seine komplette Arbeitskleidung wechseln. In der 54. Minute gibt´s einen Freistoß für Darmstadt, da sich Bodzek unmittelbar vor unsere Strafraum wegen eines Fouls eine gelbe Karte abholt. Das Leder zischt knapp am Kasten vorbei – es hätte nochmal spannend werden können! Das es das nicht wird, liegt am perfekten Spiel des Joel Pohjanpalos! Wieder ist es Schmitz, der über seine Seite in der 57. Minute Druck macht und eine perfekte Flanke in den gegnerischen Strafraum schlägt. Unser Mittelstürmer setzt im  16er zum Flugkopfball an und lenkt aus halblinker Position die Murmel mit seiner Fontanelle ins Netz! JAAHHH!!! 4:1, was für ein Spiel unserer Mannschaft!

Kurze Zeit später wechselt Reck Soares für Bodzek ein und gewährt dem Brasilianer etwas Spielzeit. Was wir aber nochmal hervorheben wollen, ist die Moral von Darmstadt, auf dem Platz und auf den Rängen. Die Spieler geben weiterhin Gas, das sich die Fortuna erstmal nicht zurücklehnen kann und zur Konzentration gezwungen wird und die Heimfans unterstützen ihre Truppe in ordentlicher Lautstärke, trotz des 1:4 Rückstands! Generell läßt das Tempo im Spiel erstmal nicht nach und man hat das ganze Spiel über das Gefühl, man wäre durchgehend in der heiß-umkämpften Schlussphase eines Pokal-Fights!

Ab der 75. Minute checken aber auch die Hausherren, dass gegen eine clevere und effektive  Fortuna heute nichts zu holen ist und langsam verflacht das Spiel. Erat und Gartner bekommen auch noch etwas Spielzeit und helfen dabei den verdienten Sieg in einer hervorragenden 2.Liga-Partie in trockene Tücher zu bringen.

 

Personelles und Ausblick

Wieder haben wir eine richtig gute und harmonische Mannschaftsleistung gesehen – die Truppe hat sich gefunden! Rensing war beim Gegentreffer machtlos, hat ansonsten mit seiner ruhigen Art für Sicherheit gesorgt und einmal richtig stark gerettet. Es ist echt angenehm, dass er auf dem Platz keine Mätzchen macht und sich auf seine Aufgaben besinnt. Bodzek und Tah bilden eine hervorragende Innenverteidigung; gerade die 18-jährige Leihgabe aus Hamburg spielt so sau-gut, dass wir hier mit Superlativen nur so um uns werfen könnten – Chapeau, Herr Schulte, da haben Sie wirklich noch einen echten Transfer-Hammer aus dem Hut gezaubert, nur schade, dass es hier keine Kaufoption gibt (aus Sicht des HSV aber durchaus verständlich)! Schmitz hat als Neu-Fortune ebenfalls wieder offensiv wie defensiv ein Super-Spiel hingelegt, zusammen mit Axel haben wir da eine linke Seite, die jedem Gegner alles abverlangt. Julian Schauerte steht defensiv leider zu oft alleine auf weiter Flur, da er von Liendl in der Rückwärtsbewegung zu wenig Unterstützung erhält; beide haben ihre Stärken doch eher in der Offensive – der Österreicher, der zweifelsfrei eine Menge Qualität mitbringt, kommt derzeit nicht so zum Zuge, die Länderspielpause wird ihm gut tun! Da Silva Pinto und Avevor bilden ein kampfstarkes Mittelfeld und beide hatten durch das schnelle Einleiten von Angriffen auch ihren Anteil am hervorragenden Umschaltspiel der Fortuna. Benschop hat geackert wie ein Pferd und bereits seinen sechsten Saisontreffer erzielt und Pohjanpalo… Der 20-jährige ist der klare Matchwinner der Partie und hat einen beeindruckenden Run! In den letzten vier Spielen sechs Tore erzielt, dynamisch, schnell und von den Darmstädtern einfach nicht unter Kontrolle zu bekommen – die VHS-Kassette von dem Spiel wird er sich wohl einrahmen! 😉

Jetzt ist erstmal Länderspielpause und wir überlegen, ob die Pause für die Jungs ein Segen ist, um sich von der Englischen Woche zu erholen und an Standardsituationen zu arbeiten, oder ob sie den derzeitigen guten Lauf der Fortuna gefährdet. Wie auch immer, wir müssen es nehmen wie es kommt und freuen uns auf St.Pauli in zwei Wochen! Erstmal ham wa aber noch ordentlich Spass inne Backn…  wat fürn Hammer-Sieg in Darmstadt! 🙂

In diesem Sinne – 95 olé!

 

Adnan & Ingo