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Alarmstufe Rot-Weiß!

29 Sep

Unsere Fortuna holt in den „Englischen Wochen“ nur 2 Punkte von möglichen 9 und verliert gegen Sandhausen mal wieder ein Heimspiel. Besonders dieser letzte Auftritt sorgt für tiefe Sorgenfalten.

Mit einem gellenden Pfeiffkonzert endete vergangenen Freitag die „Englische Woche“. Unsere Forteng hatte soeben ihr Heimspiel gegen ein erstaunlich spielschwaches Team aus der Fußball-Weltstadt Sandhausen verloren. Damit war all die positive Energie, die nach dem Heimspiel gegen 1860 und der Auswärtspartie gegen Bochum getankt wurde, fast schon wieder in Gänze aufgebraucht. Eine Mannschaft auszupfeiffen, weil ihr nichts gelingt, ist und bleibt das Allerletzte. Dass die Fans gefrustet sind, ist jedoch nachzuvollziehen. Immer und immer wieder hat man das Gefühl – und natürlich die Hoffnung – dass die Mannschaft endlich ins Rollen kommt. Doch dann setzt es wieder diese Rückschläge. Dabei schien doch eigentlich eine stabile Startelf gefunden.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

In beiden Partien griff Frank Kramer auf das gute alte (bisweilen jedoch schon nervende) 4-2-3-1 zurück. Rechts hinten wechselten sich Schauerte und Akpoguma ab. Hinten links etablierte sich Axel. In der Mitte steht das konkurrenzlose Innenverteidiger-Duo Strohdiek und Haggui. In der Zentrale hat sich Schmitz neben Koch festgespielt. Die Flügel bedienen Sararer und Bebou (oder Bolly, wenn er fit ist) und vorne stürmt Ya Konan – oder aber zuletzt Pohjanpalo. Auf der #10 hatte Demirbay bereits Monsieur Liendl mehr als ersetzt. Auf vielen Positionen gibt es auf der Bank adäquaten Ersatz. Insofern fällt es zumindest uns sehr schwer, die Probleme unseres Teams am Kader festzumachen. Und so ist es klar, dass unser Team in den meisten Spielen die spielbestimmende Mannschaft ist bzw. sein muss. Und genau hier liegt wohl das entscheidende Problem. Igelt sich ein Gegner ein, kütt unser Team nit klar.

Was schief lief gegen KSC und Sandhausen

Es lässt sich recht simpel sagen, woran konkret es derzeit hapert: Fehlt unserer Mannschaft der Raum im Mittelfeld und vor dem gegnerischen Sechzehner findet sie kein Mittel, durch eine zündende Idee, den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken. Das Spiel ist zu durchsichtig, weist überhaupt keine Überraschungsmomente auf und entbehrt jedwedem genialen Moment eines Einzelspielers, der sich durch einen Traumpass oder einem Dribbling hervortun würde. Flanken, Ecken und Standardsituationen sind zu nahezu 100% harmlos. Dabei sind Haggui, Strohdiek, Koch oder auch Akpoguma groß gewachsene Spieler und Ya Konan, Pohjanpalo oder van Duinen (noch im Angebot „fan düinen“?) wuchtig und sprunggewaltig. Doch auch da passiert nichts.

Dies führt dazu, dass unsere Truppe sehr viel Ballbesitz hat, aber absolut nichts Zählbares daraus machen kann. In Bochum war es anders. Da spielte sich das Team Chancen um Chancen heraus, scheiterte aber an Luthe und Latte. Entscheidend war in Bochum jedoch, dass unsere Jungs gegen eine Mannschaft spielten, die ihrerseits nach vorne spielte. Es entstand so sehr viel Raum für das zwar gefällige, aber auf großen Räumen angewiesen Fortuna-Dreiecks-Passspiel. Stellt ein Gegner diese Räume zu, geht nichts mehr. Hier sind dann die Herren Sararer, Demirbay und Bebou (oder Bolly) gefragt. An ihnen liegt es, mit verrückten Moves den Gegner auszuspielen. Und das will einfach nicht gelingen.

Ballkünstler-Sercan hatte uns bis jetzt durchaus gezeigt, dass er bisweilen in der Lage ist, uns eine Sararer-Torte zu servieren. Bebou hat mit seiner engen Ballführung das Zeug, mehrere Gegner hinter sich zu lassen, ist aber im Laufduell wegen seiner Statur leicht abzudrängen. Im Stand kriegt er den Ball gut abgeschirmt, aber im Sprint hat er oft das Nachsehen. Bolly hingegen muss erst in Fahrt kommen, um unaufhaltsam zu sein. Ein 1 gegen 1 gewinnt er aus dem Stand zu selten. Und Demirbay muss aus seiner beachtlichen Präsenz (immer anspielbar) noch mehr machen, schneller wissen, wann er wie wen bedienen kann. Doch dafür müssen sich die Mitspieler aber auch in Position bringen.

Doppelsechs veraltet? #10 oder falsche #9? Doppelsturm?

Insgesamt scheint es problematisch, dass unsere #10 eher als falsche #9 aufläuft. Dadurch ist Demirbay einfach zu weit vorne. Und wenn er sich zurückfallen lässt, überschneidet sich sein Raum mit Koch und/oder Schmitz. Zwischen den beiden ist auch nicht ganz so klar, wer jetzt der Holzer/Abräumer und wer der Stratege ist. Schmitz spielte grandios gegen 1860 im Spiel nach vorne und Koch zeichnete sich durch Fink’sche Abwehrarbeit aus. Doch davon ließen beide zu viel missen. Koch holt sich zudem in bester Bodzek-Manier zu viele Gelbe Karten. Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob die Doppelsechs denn nun wirklich zeitgemäß ist? Sind zwei zentrale Mittelfeldspieler, die eher defensiv stark sind, nicht einfach zu viel? Vor allem dann, wenn sie einem #10er, der das Spiel machen soll, den entscheidenden Raum zum Umschaltspiel eher wegnehmen? Überlegenswert scheint daher, mal zu versuchen, mit zwei echten Stürmern aufzulaufen. Ein 4-4-2 mit der klassischen Raute (ein #6er, ein 10#er), oder die Variante mit einem #6er und einem #8er in der Zentrale wären mal einen Versuch wert.

Pohjanpalo war gegen Sandhausen einer der Besten. Er war unheimlich viel unterwegs, hat sehr viele Kopfballduelle gewonnen und nach Eroberung hoher Bälle sehr gut die Außen bedient. Er im Zusammenspiel mit Ya Konan könnten vorne für mehr Wucht und Durchschlagskraft sorgen als jeweils alleine.

Ständiges Anlaufen bis Frust entsteht und das Gegentor-Abo!

Denn ohne diese Durchschlagskraft entsteht genau der Frust, den wir gegen Sandhausen gesehen haben. Irgendwann glauben die Spieler selber nicht mehr dran, dass es ihnen gelingt, eine echte Chance herauszuspielen – geschweigedenn ein Tor zu schießen. Besonders gegen Sandhausen wirkten die Jungs in der zweiten Halbzeit irgendwann fast schon apathisch und hilflos. Ständig nach vorne zu spielen, ohne dabei irgendwas Gefährliches zu produzieren, ist eben hochgradig frustrierend. Vor allem dann, wenn man in nahezu jedem Spiel das obligatorische Gegentor kassiert. Allesamt bedingt durch zum Teil gravierende Abwehrfehler. Vor allem gegen den KSC (Monsieur Strohdiek) und gegen Sandhausen (Senor Rensing) führten eklatante individuelle Fehler zum Gegentor. Das darf man Einzespielern nicht übel nehmen – schon gar nicht, wenn sie wie bei Rensing wochenlang konstant Leistung gebracht haben. Nur ist dieses Gegentor-Abo ein weiterer Grund, warum unsere Jungs DRINGEND an der Effizienz ihres Offensivspiels arbeiten müssen.

Besorgniserregende Szenen der Partie gegen Sandhausen

Es gab drei Szenen – beides Standardsituationen – die deutlich machten, dass noch viel Arbeit vor Coach Kramer steht.

Die erste Szene zeigte das Fehlen des Verhaltens einer verschworenenen, intakten Truppe. Bebou, unser Youngster, wird recht früh im Spiel vor dem Sechszehner der Sandhausener gefoult. Der #17er der Sandhausener kassiert die Gelbe Karte, regt sich tierisch auf, beugt sich auf den noch am Boden liegenden Bebou und schnauzt ihn in aggressiver Manier an. Hier nun die Frage: Wo waren die Axels, Hagguis, Kochs, Sararers, Strohdieks und Schmitzs, die dazwischengehen und dem Gegner in dieser Sekunde mal so richtig in die Schranken weisen – getreu dem Motto: „Alter, verpiss Dich und mach‘ meinen Teamkollegen nicht an, sonst kriegst Du Ellebogen und Sohle zu schmecken!“ Warum richtet sich Bebou nicht sofort auf, giftet den Gegner zurück und zeigt ihm, wer hier eigentlich Heimspiel hat? Hier bedarf es noch einer ganzen Portion Gift und Galle. Was war noch mal der Job von Sascha Rösler…?

Die zweite Szene war der unfassbar schlecht ausgeführte Freistoß aus gut 20 Metern vor dem Sandhausener Tor. Sarerer, Schmitz und Ya Konan stehen zum Ausführen bereit. Schmitz tupft den Ball zu Sararer, der denkbar schlecht weiterleitet zu Ya Konan, der aufgrund der unfassbar schlechten Vorlage aus ungünstiger Schussposition draufhält und die Kirsche elendig weit vorbeidonnert.

Die zweite Szene erschreckte uns jedoch weitaus mehr. Wir waren bereits in der Endphase des Spiels, lagen zurück und hatten kaum noch 10 Minuten auf der Uhr, als wir eine Ecke erhielten. Sararer war im 16er, Demirbay stand kurz davor. Demirbay signalisiert zu Sararer, er möge doch die Ecke ausführen – von links vom Tor weg reinzirkeln. Sararer machte aber deutlich, dass Demirbay doch bitte die Ecke ausführen solle – von links mit Links in den 16er reinzirkeln. Drei, vier Sekunden lang gestikulierten die beiden und stritten darüber, wer die Ecke ausführen soll. Solange, bis Axel die Faxen dicke hatte und im Vollsprint zur Ausführung der Ecke düste – sichtlich geladen und mit hochroter Birne. Hier stellt sich die Frage: Was bitte geht in den Herren Sararer und Demirbay vor, dass sie in einer solchen Situationen meinen, sich darüber streiten zu können, wer den jetzt die Ecke ausführt? Zeit hatten wir da schon wahrlich nicht mehr. Da muss Trainer Kramer die Zuständigkeiten ganz klar definieren und durchsetzen.

Kramer unter Druck? Ja! Trainerdiskussion? Nein!

Wir sind felsenfest der Überzeugung, dass Diskussionen über einen Trainerwechsel jetzt völlig unnütz sind. Mit Kramer und Manager Azzouzi ist im Kader ein Umbruch erfolgt. Dieser zeigt noch überhaupt keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Doch wurde zeitweise deutlich, dass diese Mannschaft zu tollem Fußball imstande ist. Ja, viel zu selten. Ja, noch geht viel zu viel schief. Doch würde das abgestellt, wenn jemand Neues käme? Wir lesen hier Rufe nach Norbert Meier. Leute, geht es noch…? Sind wir so rückwärtsgewandt und nostalgisch, dass wir denken, früher war alles besser und daher müssen wir die Uhren rückwärts drehen? Checken wir nicht, dass sich Zeiten ändern? Anderenorts hoffen Leute auf Zorniger, weil der ja wohl bald beim VfB Stuttgart fliegen wird. Zorniger? Der Retortenclubschafshirte? Wirklich? Der Mann, dessen Aufgabe es war, aus einem Haufen von Leuten ohne jedwede Vereinsbindung in einem Reagenzglasprojekt ein Fußballteam zu formen? Wollen wir das? Naja, und dann wäre ja noch Lucien Favre… Klar… Das entbehrt jedwedem weiteren Kommentar.

Nein, nein, nein. Wir haben das so bestellt und das wird jetzt so gegessen (es lebe Volker Pispers). Wir müssen unsere Ansprüche runterschrauben. Die Mission Aufstieg für zwei, drei Jahre verschieben und nun erst mal schauen, dass eine stabile, konstant spielstark auftretende Mannschaft in unseren Vereinsfarben aufläuft. Ein Team, das ein oder zwei Mal oben am Aufstiegsplatz schnuppert, bis es dann auch mal wirklich klappt. Solange wir mal erstligareif und dann wieder auf VfB Hilden Niveau spielen, hat noch keine Identität. Schaut Euch den Kader an. Welcher Zweitliga-Club kann damit mithalten? Das Potenzial ist da. Lasst uns die Fortuna wieder als Langzeitprojekt wahrnehmen. Und hierfür denken wir, ist Kramer der Richtige.

Und dennoch: Es müssen Punkte her, um nicht unten den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren. Kommenden Freitag geht es auf den Betze. Da spielten wir eigentlich immer ordentlich. Da muss ein Auftritt wie gegen Bochum her. Von der Ausgangslage her und der zu erwartenden Spielweise der Lauterer könnte diese Partie schon wieder unsere Forteng liegen.

Also, punkten, Charakter zeigen, Brust raus, Ego tanken, liebe F95er!!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

Mehr als nur ein Punkt!

20 Sep

Unsere Jungs präsentieren sich beim Tabellenführer aus Bochum von ihrer bislang besten Seite. Kampf, Wille, Orientierung nach vorne. Und das wurde in allerletzter Sekunde belohnt – mit einem Unentschieden.

Und dann war er doch fällig… der Luthe. In der 92. Minute konnten weder er, noch Aluminium den Angriffsbemühungen unserer Forteng etwas entgegensetzen. Ballkünstler-Sercan hatte butterweich mit Links geflankt und unser neuer #9er van Duinen (fan deunen? fan daunen? fan deinen? wie spricht man ihn denn nun aus???) wuchtig ins linke obere Eck eingeköpft. Luthe konnte nur hinterhergucken – Pfosten und Latte sich nicht mal mehr verbiegen, um das Tor zu verhindern. Die Fortuna-Kurve explodierte und das Team rannte geschlossen in die Arme von Frank Kramer, der den Punktegarant des Abends eingewechselt hatte. Denn dieser Punkt war weitaus mehr als nur eine abgewendete Niederlage: Dieser Punkt machte deutlich, dass die Chemie in der Mannschaft stimmt, und dass das Glück zur Not eben erzwungen werden muss. Unser Coach hatte den Jungs aber auch wirklich die richtige Devise mit auf den Weg gegeben.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Auflaufen durfte die exakt gleich Elf wie gegen die 60er. Bellinghausen war erfreulicherweise rechtzeitig wieder fit, sodass Kramer niemanden ersetzen musste. Sehr gefreut hat uns auch, dass Bolly auf der Bank auftauchte – Ihr wisst schon: Wir rechneten damit, dass man wochenlang nichts von ihm hören würde. So war also klar, dass eine Mannschaft auflaufen würde, die noch ein kollektives Erfolgserlebnis verbuchen konnte. Wie wichtig das ist, zeigte sich mit Anpfiff des Spiels…

…ach Moment. Bochum schickte auch 11 Jungs in blau aufs Feld. Terrodde ist wieder in der Form eines Topstürmers. Also musste man sich vor ihm fürchten. Die restlichen Celozzis, Terrazzinos und Uluts kann man kennen, muss man aber nicht. Aber einer sollte uns wahnsinnig machen: Herr von und zu Luuuuuuuthe!

HZ1 & HZ2: Einbahnstraßenfußball gegen Luthe und Gebälk

Eigentlich lässt sich das Spiel der beiden Halbzeiten wunderbar in einem Satz zusammenfassen: Die Fortuna rennt an, spielt sich Chancen heraus und scheitert am Ende am überragenden Luthe oder schepperndem Aluminium. Manchmal verzogen die Jungs auch mal (Sararer, Ya Konan), oder schossen unplatziert auf den Torwart (van Duinen). Bochum kam sehr früh zu einer Chance, die Rensing entschärfen konnte. Danach hatten sie eigentlich nur noch die eine hochkarätige Chance, die Hogland (richtig geschrieben? Keine Ahnung. Egal!) sehenswert verwertete. Schauerte hatte zu kurz geklärt. Haggui kam nicht beherzt genug zum Zweikampf, wobei wohl auch jede noch so sanfte Berührung bei der Wucht, mit der Sportskamerad Hogland herangedüst kam, zu einem Elfer geführt hätte. Egal – er versenkt das Ding und überall lange Gesichter.

Gleichwohl man sagen muss, dass zumindest wir keinen Zweifel hatten, dass die Forteng nach dem, was sie in den ersten 25 Minuten gezeigt hatte, noch lange nicht geschlagen worden war. Zwar musste sich unser Team fangen; aber es ging dann weiter unaufhaltsam nach vorne. Es schien, als hätte sich die Fortuna bereits in der ersten Halbzeit mehr Chancen erarbeitet, als in der gesamten Rückrunde der Vorsaison.

Und es ging in beiden Halbzeiten unheimlich schnell. Zweikampfsicher eroberten entweder Monsieur Koch oder Schmitz die Kirsch, oder aber Schauerte, Haggui, Axel und Strohdiek machten einen Strich durch Bochumer Angriffsbemühungen. Und dann ging es in der Regel schnell nach vorne. Der gute Demirbay war dabei genau der Mittelfeldmotor, den wir so sehr in ML10 vermisst haben – klar, die Vergleicherei nervt; zumal wir ja eigentlich Liendl-Befürworter sind. Aber dieses eine Mal musste es noch sein, da man den Unterschied wirklich deutlich sehen konnte. Und seine Standards waren ebenfalls erste Sahne. Zwei Freistöße brachte er brandgefährlich aufs Tor. Die Ecken kamen scharf in den 16er. Jetzt muss man aber erst mal abwarten, ob er diese Form halten kann – falls ja, sollten wir alle den Hut vor Azzouzi ziehen für diesen Transfer.

Als Kramer merkte, dass man in dieser Partie wohl auch drei Stunden spielen könne, ohne zu treffen, schickte er Pohjanpalo, Bolly und van Duinen ins Rennen. Raus gingen Axel, Bebou und Ya Konan. Und ALLE DREI EINGEWECHSELTEN machten mächtig Alarm. Pohjanpalo aka Iceman aka Palimpalim zeigte, dass er als Joker ein echter Garant ist. Turbo-Mathis düste auch wieder mächtig rum auf rechts, führte ein Übersteigertänzchen am Bochumer 16er auf und drosch den Ball mit Gewalt gegen das Quergebälk, dass selbst die Kneipenbesitzer im Bochumer Bermuda-Dreieck dachten, hier stürze etwas ein.

Und van Duinen… Erst vergab er eine riesige Chance als es ein 3 gegen 2 vor dem Bochumer Tor gab und er schwach und mittig draufhielt, statt rechts den völlig freien Bolly zu bedienen. Doch gaaaanz kurz vor Schluss sollte es dann gelingen. Die Fortuna schickte einen Ball nach dem anderen in den 16er. Mal über rechts, mal über links. Die Bochumer Verteidigung, sichtlich kaputt vom vielen Hinterherrennen, versuchte nur noch den Sieg zu halten und mauerte sich ein. Doch bei dieser einen punktgenauen Flanke von Sercan auf van Duinen, war keiner mehr zur Stelle und vor den Augen der Bochumer Fankurze passierte, was unsere Jungs sich verdient hatten. Das F95-Tor des Abends.

Fazit & Ausblick

Wie oben angedeutet, war die ausgelassene Freude in der Fortuna-Szene sehr viel mehr als die Freude über einen Punkt beim Ligaspitzenreiter. Die Freude, die uns alle vereinte und zu einer wahnsinnig guten Stimmung beim 2000-3000 Mann starken Anhang führte, galt der rundum kampfbereiten Leistung unserer Mannschaft. Bezeichnend war, dass die Kurve gerade ihre Liebe zur Fortuna besang, als das 1-1 fiel. Denn eines ist klar: Wir hätten weitergesungen, auch wenn die Mannschaft verloren hätte. Denn sie hatte unsere Herzen gewonnen: Durch einen über 90 Minuten beherzten Auftritt! Alles hat gestimmt. Alle waren stark. Keine Ausfälle. Eine echte Teamleistung von insgesamt 14 Spielern, die an diesem Abend für unseren Verein spielen durften.

Nun geht alles ganz schnell: Dienstag schon geht es nach Karlsruhe zum sehr schwach gestarteten KSC (bloß keinen Trainerwechsel vor Dienstag bitte!!) und am Freitag kommt Sandhauen zu uns ins Wohnzimmer. Angesichsts der Tatsache, dass wir noch immer nur 16er sind, muss man mindestens vier Punkte fordern dürfen. Das tun wir hiermit auch 🙂

Wir freuen uns in jedem Fall wie Bolle (oder eben Bolly), dass unsere Jungs im zweiten Spiel nacheinander für ECHTE Freude gesorgt haben. Weiter so und unsere Liebe wird nicht mehr so weh tun wie zuletzt.

In diesem Sinne – 95 Olé

Adnan & Ingo