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Ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg!

19 Okt
Unseren Jungs gelingt endlich wieder ein Heimsieg. Keine Gala, nein. Aber vom Spirit her 100%ig bei der Sache überzeugt unser Team gegen harmlose und limitierte Bielefelder.
Der Krampf hatte uns längst eingeholt. Wieder mussten wir während einer Länderspielpause hoffen, dass sich etwas tut bei der Forteng und endlich Wege gefunden werden, Lockerheit, Zuversicht und Teamgeist in diese Mannschaft zu impfen. Doch dann ist da dieser Lärm im Vorstand des Vereins. Kaum einer blickt da noch durch und wir erleben den klassischen Fall, dass ein unruhiges Umfeld in der Vereinsführung sich negativ auf die Saison auswirkt. Die Stimmung unter den Fans ist angespannt, und auf dem Platz will der Knoten einfach nicht platzen. Schon wieder so unendlich viele Dinge, um die man sich Gedanken machen muss, statt sich einfach nur auf 34 Saisonspiele zu freuen. Nun denn – das ist Fortuna; auch 2015. Da müssen wir jetzt durch. Ein Blick auf die Aufstellung machte deutlich, dass Kramer sich ebenfalls ein paar Gedanken gemacht hatte…
Aufstellung und Taktik
Für die dringend nötigen Optimierungen zauberte Coach Kramer einige Änderungen in der Startaufstellung aus dem Hut. Bereits in der Viererkette gab es ersten Änderungen. Als RV begann Julian Koch und Schauerte wurde auf die linke Seite verschoben; die Innenverteidigung bildeten die Routiniers Haggui und Bodzek, der nun erst mal Strohdiek verdrängt zu habe scheint. Auf der Bank fand man keinen Lukas Schmitz – hier wird gerüchteweise gemunkelt, dass es zwischen Schmitz und Kramer gekracht hatte! Im Mittelfeld wurden unsere Fortunen auch ordentlich durcheinandergewürfelt; zentral standen Sobottka und Dermirbay und auf den Außenpositionen kehrten die beiden Tempomacher Bolly und Sararer zurück. Durch die Aufstellung der beiden Stürmer Pohjanpalo und Ya Konan ergab sich somit eine 4-4-2 Formation – ohne 10er, mit zwei Stürmern. Und wir erlauben uns zu schreiben, dass wir genau diese Formation zuletzt gefordert hatten 🙂 Unser Ex-Trainer Norbert Meier – mit Applaus begrüßt – und seine Aufsteigertruppe aus Bielefeld bot keine allzu bekannten Namen auf. Außer dieser Riese Klos vorne, der schon die ein oder andere Bude gemacht hatte. Auf dem Papier also mal wieder eine eindeutige Sache.
 
HZ1: Der Selbsttunnel
Der Spielstart ist dann wirklich keine große Überraschung – Bielefeld zieht sich weit zurück, überlässt der Fortuna mehr oder weniger das Spielfeld und hofft darauf, dass unsere Jungs wie in den Spielen zuvor gegen „Maurer“ verzweifeln und die Gäste somit selbst durch Konter zum Erfolg kommen können. Die Fortönn macht aber zunächst erstmal selbst einen gemächlichen Eindruck und rennt nicht wie in den letzten Spielen krampfhaft nach vorne, um sofort den Sieg erzwingen zu wollen. Daraus ergeben sich erstmal 20 Minuten Mittelfeldgekicke ohne nennenswerte Chancen. Zumindest ist aber zusehen, dass sich die Jungs ins Zeug legen und konzentriert sind. Beide Teams werden nach und nach wacher. Innerhalb von zwei Minuten bollert erst Linksfuß Demirbay zum ersten Mal nennenswert auf den Kasten von Gästekeeper Hesl und im direkten Gegenzug muss auch Rensing zum ersten Mal in diesem Spiel einen Kopfball aus kurzer Distanz parieren.
Wenig später gibt es dann endlich Dank Ballkünstler-Sercan Grund zum Jubeln! Zusammen mit Julian Schauerte setzt sich der Deutsch-Türke auf der linken Seite durch und zwei Bielefelder beteiligen sich freundlicherweise  (aber wohl unfreiwillig) am Kombinationsspiel, da ihre Klärungsversuche wie perfekte Zuspiele auf die beiden Fortunen wirken. Am Ende dieser etwas kuriosen Kombination tankt sich Sararer bis zur Grundlinie durch und läßt ein flaches Zuspiel in die Mitte folgen; der Winkel ist für einen gefährlichen Pass in den Rücken der Abwehr eigentlich schon viel zu spitz aber wir können uns über die freundliche Beihilfe des gegnerischen Keepers bedanken, da sich Hesl nach der Hereingabe Sararers mit der eigenen Hacke irgendwie selbst tunnelt und die Kirsche im Tor versenkt. So was nennt man: Tor erzwingen. Bravo, Sercan!
Ein paar Minuten später „feiern“ wir den obligatorischen Alu-Treffer des Spiels, als Schauerte deftig aus der 2.Reihe drauf pöhlt. Leider schmettert das Pfund gegen die Latte – schade! Die Gäste probieren es nun hin und wieder auch mal mit einem Torabschluss aber Rensing ist auf dem Posten und auch die Feldspieler schmeißen sich im Kollektiv zum Blocken bereitwillig in die abgegebenen Schüsse der Gäste. So passiert dann bis zum Pausenpfiff nicht mehr besonders viel Erwähnenswertes, da auch die Offensivbemühungen (besonders durch Unruheherd Sararer) der Fortuna nicht Zählbares mehr hervorbringen.
HZ2: Als Team die Führung verteidigt
Die Teams kommen unverändert aus der Kabine; zumindest was des Personal betrifft, denn in puncto taktischer Marschroute kann man schon die ein oder andere Änderung wahrnehmen. Bielefeld versucht nun selbst, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, während die Fortuna auf Konterspiel setzt. Bis aber mal gefährliche Konterattacken durch Demirbay und unseren Didi zu Ende gespielt werden, dauert es bis zur 70. Minute. Dass diese dann nicht von Erfolg gekrönt sind, liegt am guten Gästekeeper Hesl. Auf der anderen Seite verteidigt die Fortuna als Team und macht es diesmal richtig gut. Zwar kommen die Bielefelder ein paar Mal zum Torabschluss, aber spätestens bei Rensing ist Schluss – der Mann ist wirklich konstant eine Bank. Die beste Chance der zweiten Hälfte sollte dann unser „Iceman“-„Palimpalim“ Pohjanpalo beisteuern, der in der 86. Minute nach einem dynamischen Lauf aufs Gästetor zimmert, aber Torhüter Hesl nicht überwinden kann.
Da eine Ein-Tore-Führung immer eine gewisse Unruhe in der Schlussphase mit sich bringt, sind wir heilfroh darüber, dass die Fortuna sich diesmal eben NICHT den Schneid am Ende abkaufen lässt, sondern genau das zeigt, was wir sehen wollen – leidenschaftlichen Kampf! Die Jungs unterstützen sich gegenseitig und bügeln etwaige Fehler des Mitspielers bereitwillig aus! Coach Kramer entschließt sich in der Schlussphase dann dazu die Kampfkraft des Teams zu erhöhen und den Fortuna-Beton zu kräftigen und bringt mit Akpoguma und Strohdiek weitere Absicherungen. Auch Fink soll das defensive Mittelfeld stärken und macht es diesmal wieder richtig klasse. Wie wichtig dieser dreckige Sieg für den Teamspirit und die Ruhe in der Mannschaft und im Verein ist, kann man jedem einzelnen Spieler am Gesicht ablesen. Dass dies aber nur EIN Schritt in die richtige Richtung ist, scheint diesmal jedem klar zu sein, da Aussagen über Siegesserien etc. nicht getätigt wurden!
Szene des Spiels
Diesmal hat Ballkünstler-Sercan die Szene des Spiels geliefert. In der ersten Hälfte – es war nach seinem Tor – bekam er ein weites Zuspiel aus dem rechten Flügel. Der Ball kam hoch und war lange unterwegs. Während die Kugel auf dem Weg zu ihm war und er sich auf die Annahme vorbereite, winkte er in derbst cooler Manier Schauerte aus der Außenverteidigung zu sich heran, damit dieser ihn direkt überlaufen kann. Nach gelungener Annahme rechnete so ziemlich JEDER (inkl. uns) mit einem Pass in den Lauf von Schauerte. Doch Sercan schob die Kirsche in die Mitte, wo sowohl Pohjanpalo als auch Ya Konan, wenn sie denn bloß aufmerksam gewesen wären, frei in Szene gesetzt worden wären. Dies ist so ein genialer Moment, der nur dann funktioniert, wenn das im Team jemand antizipiert. Wir können hoffen, dass das noch kommt. Aber es macht auf ein Neues deutlich: Sercan ist immer für ein geiles Ding gut.
Personelles & Fazit
In diesem Spiel konnten eigentlich alle überzeugen. Rensing auf der Linie bärenstark. Koch machte seine Sache als RV unauffällig. Dass über rechts nicht viel ging, hat aber natürlich auch mit ihm zu tun. Bodzek bot eine ordentliche Partie und hat teilweise gute lange Bälle auf Sararer gespielt. In dieser Form, dürfte er Strohdiek auf die Bank verweisen. Schauerte war zusammen mit Sercan Aktivposten auf Links. Sobottka gehörte zu den Gewinnern dieser Partie. Gutes Auge, unauffällig, aber beherzt ging er zur Sache. Der wird in seine Rolle reinwachsen. Demirbay defensiver aufzustellen, hat sich ausgezahlt. Er konnte wesentlich früher im Spielaufbau das Spiel an sich reißen. Sein Wechselspiel mit Sobottka funktionierte gut. Bolly war unauffällig, hat aber fleißig hinten ausgeholfen. Ihm hat nach vorne der Druck des RV gefehlt – sehen wir es Koch als RV-Debüttanten nach. Pohjanpalo und Ya Konan waren beide sehr viel unterwegs. Sie verteidigten sehr gut mit, ließen nach vorne bis auf wenige Szenen jedoch Torgefahr missen. ABER – auch sie beteiligten sich am kompakten Defensivspiel, was diesmal ein Erfolgsgarant war. Von den Einwechselspielern möchte wir Fink hervorheben. Er packte zwei Mal seine unnachahmliche Grätsche aus und leitete bei einer Szene auch eine gute Torchance ein, indem er einen Traumpass auf Pohjanpalo spielte, der jedoch von den Verteidigern gestellt wurde.
Es gab sehr viel Positives und nur wenig zu meckern. Das ist ein erheblicher Fortschritt. Ein Sieg ist und bleibt ein Sieg. Egal, ob es nun ein Eigentor war, Bielefeld harmlos spielte, oder was auch immer… Solche Spiele haben unsere Jungs auch schon verloren. Daher sagen wir: einfach nur stolz auf diesen Sieg und die Mannschaft sein. Und weil es so schön ist, dann bitte Freitag Abend gegen den letzten Rotz von einem Reagenzglasclub aus Leipzig auswärts punkten.
In diesem Sinne – 95 Olé,
Ingo & Adnan

Mehr als nur ein Punkt!

20 Sep

Unsere Jungs präsentieren sich beim Tabellenführer aus Bochum von ihrer bislang besten Seite. Kampf, Wille, Orientierung nach vorne. Und das wurde in allerletzter Sekunde belohnt – mit einem Unentschieden.

Und dann war er doch fällig… der Luthe. In der 92. Minute konnten weder er, noch Aluminium den Angriffsbemühungen unserer Forteng etwas entgegensetzen. Ballkünstler-Sercan hatte butterweich mit Links geflankt und unser neuer #9er van Duinen (fan deunen? fan daunen? fan deinen? wie spricht man ihn denn nun aus???) wuchtig ins linke obere Eck eingeköpft. Luthe konnte nur hinterhergucken – Pfosten und Latte sich nicht mal mehr verbiegen, um das Tor zu verhindern. Die Fortuna-Kurve explodierte und das Team rannte geschlossen in die Arme von Frank Kramer, der den Punktegarant des Abends eingewechselt hatte. Denn dieser Punkt war weitaus mehr als nur eine abgewendete Niederlage: Dieser Punkt machte deutlich, dass die Chemie in der Mannschaft stimmt, und dass das Glück zur Not eben erzwungen werden muss. Unser Coach hatte den Jungs aber auch wirklich die richtige Devise mit auf den Weg gegeben.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Auflaufen durfte die exakt gleich Elf wie gegen die 60er. Bellinghausen war erfreulicherweise rechtzeitig wieder fit, sodass Kramer niemanden ersetzen musste. Sehr gefreut hat uns auch, dass Bolly auf der Bank auftauchte – Ihr wisst schon: Wir rechneten damit, dass man wochenlang nichts von ihm hören würde. So war also klar, dass eine Mannschaft auflaufen würde, die noch ein kollektives Erfolgserlebnis verbuchen konnte. Wie wichtig das ist, zeigte sich mit Anpfiff des Spiels…

…ach Moment. Bochum schickte auch 11 Jungs in blau aufs Feld. Terrodde ist wieder in der Form eines Topstürmers. Also musste man sich vor ihm fürchten. Die restlichen Celozzis, Terrazzinos und Uluts kann man kennen, muss man aber nicht. Aber einer sollte uns wahnsinnig machen: Herr von und zu Luuuuuuuthe!

HZ1 & HZ2: Einbahnstraßenfußball gegen Luthe und Gebälk

Eigentlich lässt sich das Spiel der beiden Halbzeiten wunderbar in einem Satz zusammenfassen: Die Fortuna rennt an, spielt sich Chancen heraus und scheitert am Ende am überragenden Luthe oder schepperndem Aluminium. Manchmal verzogen die Jungs auch mal (Sararer, Ya Konan), oder schossen unplatziert auf den Torwart (van Duinen). Bochum kam sehr früh zu einer Chance, die Rensing entschärfen konnte. Danach hatten sie eigentlich nur noch die eine hochkarätige Chance, die Hogland (richtig geschrieben? Keine Ahnung. Egal!) sehenswert verwertete. Schauerte hatte zu kurz geklärt. Haggui kam nicht beherzt genug zum Zweikampf, wobei wohl auch jede noch so sanfte Berührung bei der Wucht, mit der Sportskamerad Hogland herangedüst kam, zu einem Elfer geführt hätte. Egal – er versenkt das Ding und überall lange Gesichter.

Gleichwohl man sagen muss, dass zumindest wir keinen Zweifel hatten, dass die Forteng nach dem, was sie in den ersten 25 Minuten gezeigt hatte, noch lange nicht geschlagen worden war. Zwar musste sich unser Team fangen; aber es ging dann weiter unaufhaltsam nach vorne. Es schien, als hätte sich die Fortuna bereits in der ersten Halbzeit mehr Chancen erarbeitet, als in der gesamten Rückrunde der Vorsaison.

Und es ging in beiden Halbzeiten unheimlich schnell. Zweikampfsicher eroberten entweder Monsieur Koch oder Schmitz die Kirsch, oder aber Schauerte, Haggui, Axel und Strohdiek machten einen Strich durch Bochumer Angriffsbemühungen. Und dann ging es in der Regel schnell nach vorne. Der gute Demirbay war dabei genau der Mittelfeldmotor, den wir so sehr in ML10 vermisst haben – klar, die Vergleicherei nervt; zumal wir ja eigentlich Liendl-Befürworter sind. Aber dieses eine Mal musste es noch sein, da man den Unterschied wirklich deutlich sehen konnte. Und seine Standards waren ebenfalls erste Sahne. Zwei Freistöße brachte er brandgefährlich aufs Tor. Die Ecken kamen scharf in den 16er. Jetzt muss man aber erst mal abwarten, ob er diese Form halten kann – falls ja, sollten wir alle den Hut vor Azzouzi ziehen für diesen Transfer.

Als Kramer merkte, dass man in dieser Partie wohl auch drei Stunden spielen könne, ohne zu treffen, schickte er Pohjanpalo, Bolly und van Duinen ins Rennen. Raus gingen Axel, Bebou und Ya Konan. Und ALLE DREI EINGEWECHSELTEN machten mächtig Alarm. Pohjanpalo aka Iceman aka Palimpalim zeigte, dass er als Joker ein echter Garant ist. Turbo-Mathis düste auch wieder mächtig rum auf rechts, führte ein Übersteigertänzchen am Bochumer 16er auf und drosch den Ball mit Gewalt gegen das Quergebälk, dass selbst die Kneipenbesitzer im Bochumer Bermuda-Dreieck dachten, hier stürze etwas ein.

Und van Duinen… Erst vergab er eine riesige Chance als es ein 3 gegen 2 vor dem Bochumer Tor gab und er schwach und mittig draufhielt, statt rechts den völlig freien Bolly zu bedienen. Doch gaaaanz kurz vor Schluss sollte es dann gelingen. Die Fortuna schickte einen Ball nach dem anderen in den 16er. Mal über rechts, mal über links. Die Bochumer Verteidigung, sichtlich kaputt vom vielen Hinterherrennen, versuchte nur noch den Sieg zu halten und mauerte sich ein. Doch bei dieser einen punktgenauen Flanke von Sercan auf van Duinen, war keiner mehr zur Stelle und vor den Augen der Bochumer Fankurze passierte, was unsere Jungs sich verdient hatten. Das F95-Tor des Abends.

Fazit & Ausblick

Wie oben angedeutet, war die ausgelassene Freude in der Fortuna-Szene sehr viel mehr als die Freude über einen Punkt beim Ligaspitzenreiter. Die Freude, die uns alle vereinte und zu einer wahnsinnig guten Stimmung beim 2000-3000 Mann starken Anhang führte, galt der rundum kampfbereiten Leistung unserer Mannschaft. Bezeichnend war, dass die Kurve gerade ihre Liebe zur Fortuna besang, als das 1-1 fiel. Denn eines ist klar: Wir hätten weitergesungen, auch wenn die Mannschaft verloren hätte. Denn sie hatte unsere Herzen gewonnen: Durch einen über 90 Minuten beherzten Auftritt! Alles hat gestimmt. Alle waren stark. Keine Ausfälle. Eine echte Teamleistung von insgesamt 14 Spielern, die an diesem Abend für unseren Verein spielen durften.

Nun geht alles ganz schnell: Dienstag schon geht es nach Karlsruhe zum sehr schwach gestarteten KSC (bloß keinen Trainerwechsel vor Dienstag bitte!!) und am Freitag kommt Sandhauen zu uns ins Wohnzimmer. Angesichsts der Tatsache, dass wir noch immer nur 16er sind, muss man mindestens vier Punkte fordern dürfen. Das tun wir hiermit auch 🙂

Wir freuen uns in jedem Fall wie Bolle (oder eben Bolly), dass unsere Jungs im zweiten Spiel nacheinander für ECHTE Freude gesorgt haben. Weiter so und unsere Liebe wird nicht mehr so weh tun wie zuletzt.

In diesem Sinne – 95 Olé

Adnan & Ingo

0 Durchblick. 0 Spirit. 0 Punkte.

31 Aug

Unsere Fortuna präsentiert sich desolat im Brutkasten der Nürnberger, bleibt über das gesamte Spiel ideenlos und kann mal wieder das entscheidende Gegentor nicht verhindern. Rote Laterne Olé!

Letzter der Rückrunde-Tabelle und nach dem 5. Spieltag nun auch letzter der neuen Spielzeit. Das Wort mit den fünf Buchstaben, das mit KRI anfängt und mit SE aufhört, setzt sich bedrohlich zusammen und ist kaum noch zu leugnen. Nein, man steht hier nicht vor einem Ruin und noch ist absolut gar nichts über den Verlauf der Saison gesagt. Wenn man jedoch sieht, wie orientierungslos die Mannschaft auf dem Platz wirkt, sieht man nicht so recht, warum es Grund zu Zuversicht und Hoffnung auf bessere Zeiten geben sollte. Abstieg? Ach Quatsch! Dritte Liga Mannschaft? Schlechter Kader? Nein!! – System? Konzept? Vision? Passende Rollenverteilung auf dem Platz? Leider auch nein! Die heutige Aufstellung machte das deutlich:

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Kramer hält Axel immernoch für einen Gewinn im Team. Diesmal lässt er ihn als LV auflaufen. Da er das aber nicht ganz so gut macht, soll ihm Ya Konan, der diesmal als LM spielen muss, hinten aushelfen. Ya Konan? Der erfahrene Mittelstürmer, unser designierter Goalgetter soll hinten aushelfen? Hat der nicht andere Aufgaben? Die soll van Duinen erfüllen. Er wird auf die #9 gestellt. Bodzek ist nicht mal im Stadion. Haben wir erst mal nichts gegen. Koch und Sobottka bilden das junge ZDM-Duo. Rechts außen darf Bolly düsen. Tja, und dann das erste Fragezeichen: Warum 4-2-3-1 mit einem 10er?? ML10 wird verkauft. Unter anderem, weil es heißt, Kramer spiele nicht mit einem 10er. Aber genau da stellt er Sararer hin – der Mann, der die besten Spiele vom linken oder rechten Flügel kommend spielte. Er Vorbereiter, kein „Abschließer“. Okay, kann man versuchen… Muss man aber wirklich nicht, denken wir.

Nürnberg darf auch 11 Mann aufs Feld schicken. Aber deren Mannschaft ist auf Schlüsselpositionen dünn besetzt. Vor allem die Abwehr hat sich zuletzt super wackelig angestellt. Das kann ja dann nur bedeuten: VOLLGAS UND ÜBERRENNEN und den Gegner zu Fehlern zwingen. Als Zweck- und Daueroptimisten glaubten wir sogar dran…

HZ1: Nichts zu sehen. Nichts zu erkennen.

Als die Mannschaften den Platz betreten wird Folgendes klar: Man sieht vor lauter dunkler Trikots die Teams nicht. Bei senkrecht stehender Sonne und zwei Mannschaften mit dunklen Trikots erkennt man fast durchgehend gar nicht recht, wer eigentlich wer ist. Für uns unbegreiflich, wie man so etwas überhaupt anpfeiffen kann. Hätte Nürnberg nicht wenigstens weiße Hosen und Stutzen tragen können? Es war in sehr vielen Situationen mit zur Aktion eines Spielers kaum ersichtlich, welche Mannschaft einen Zweikampf gewann, die Kirsche führte oder bei einem Luftduell in aussichtsreicherer Position steht.

Aber wir waren in puncto „fehlendem Durchblick“ nicht allein: Unsere Jungs auf dem Platz wussten auch nicht, was zu tun ist. Und das lag wirklich nur bedingt an den Trikotfarben. Das lag viel eher daran, dass von Anfang deutlich wurde, wie wenig jeder einzelne weiß, was er eigentlich tun soll. Und noch schlimmer: Spieler sollen Aufgaben erfüllen, von denen man eigentlich wissen müsste, dass sie es nicht können. Oder aber – sie kommen nicht dazu, die Dinge zu tun, die sie gut können, weil sie anders aufgestellt werden. Hierbei vor allem Ya Konan und Sararer. YK is eine Wühlmaus, ein Strafraumspieler und jemand, der sich – in seinen besten Tagen – dadurch hervorhebt, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht und Hereingaben verwertet. Was bitte soll er, der weder dribbelstark ist und noch nicht mal einen starken Antritt hat, auf dem Flügel? Schlimmer noch: Was soll er in der Defensive? Wie oft war er an der eigenen Grundlinie oder in der Nähe des eigenen 16ers, um Axel hinten zu unterstützen? Und der Gegner war ja nun mal nicht gerade Douglas Costa, den man zu zweit bearbeiten müsste…

Der zweite Fall von falsche Aufgaben für den falschen Mann: Sararer macht Alarm, wenn er mit Ball am Fuß außen ins 1-gegen-1 geht, Tempo entwickelt und im besten Fall einen Kollegen bedient. Aus der Mitte als #10er hat er noch nie glänzen können – vielleicht mal in der F-Jugend; oder gegen eine F-Jugend. Und dennoch wird er genau dort hingestellt. Dort wird er aber nicht steilgeschickt. Hat überhaupt keinen Raum und muss sich ein gänzlich neues Rollenverständnis zulegen.

Bolly kommt in diesem Spiel nicht in Fahrt. Er muss sich die Bälle hinten holen, weil er keine Zuspiele kriegt. Und in der 41. Minute trabt er plötzlich zur Seitenlinie. Auswechslung. So schlecht war er nicht, als dass er ausgewechselt werden müsste. Also muss wieder ein Muskel gezwickt haben. Nach viereinhalb Spielen sollten wir uns also auf die erste Verletzungspause von Bolly – einem der wenigen Highlights dieser bisherigen Saison – vorbereiten. Für ihn kommt Bebou. Ihm hatte Kramer zuletzt keine wirkliche Chance gegeben. Somit freuen wir uns, ihn zu sehen.

Aber weiterhin… Hier geht spielerisch überhaupt nichts. Keine Kombinationen. Standards und Ecken werden lächerlichst vergeigt. Dass sowohl Nürnberg als auch unsere Jungs regelkonforme Tore schießen, erscheint einem irgendwie an so einem Tag egal. Erwähnen müssen wir es aber. Denn wenigstens hat Koch einen schönen Flachschuss ausgepackt, der kurz vor der Halbzeit die Führung bedeutet hätte, hätte, hätte liecht im Bette…

HZ2: Formvollendete Harmlosigkeit

Auch die zweite Halbzeit war öde und langweilig, aber vielleicht einen Ticken besser – zumindest zeitweise. Unsere Jungs hatten mehr vom Spiel (Ballbesitzt) – aber gelenkt haben sie das Spiel trotzdem nicht. Zu keinem Zeitpunkt. So harmlos wie unsere Jungs nach vorne Spielen, könnten die Nürnberger auch getrost einen Feldspieler ins Tor stellen. Die Idee, man könne ja mal eine generell wackelige Abwehr überrennen, geht halt nicht auf, wenn man gar nicht erst weiß, wie man einen Angriff aufbauen kann/will/soll/muss. Kick and rush war zeitweise die Devise. Macht nur keinen Sinn, wenn vorne kein Sturmtank solche Bälle verwerten kann.

Nürnberg beschloss irgendwann dann noch mal, etwas für einen möglichen Sieg zu tun. Und in der 67. Minute klingelte es, nachdem es zuerst mächtig schäpperte: Irgendein Heini (Mähwald? Möhwald?) hält volle Suppe drauf, trifft den Pfosten, von wo das Spielgerät einem Spielkollegen vor die Füße tröpfelt, der die Kirsche dann locker einschiebt. Kein Vorwurf an niemanden. Einfach geiler Torschuss. Sie machen’s halt…

Und jetzt? Die Antwort? Pustekuchen! Es geht immernoch nichts. Doch wenig später kam der größte Aufreger für uns: Die Auswechslung von Bebou. Mal ganz abgesehen davon, dass van Duinen vorne so absolut gar nicht stattfand und viel eher hätte Platz machen müssen, ist es für einen Youngster wie Bebou einfach die Höchststrafe, in der 41. ein- und in der 76. wieder ausgewechselt zu werden. Bebou ist neben Bolly und Sararer der einzige im Team, der mal mit Ball am Fuß Dynamik entwickeln und für Unruhe sorgen kann. Aber nein! Er muss runter – Herr Kramer wird sich was dabei gedacht haben.

Für ihn kam unsere neue #10 Demirbay zu seinem Debut. Er durfte auch gleich mal einen Standard aus dem linken Halbfeld ausführen – doch das Resultat? Er trifft die 1-Mann-Mauer… Auch der neueste Neuzugang kann nichts für unser Spiel tun. Natürlich fehlt ihm noch jedwede Bindung. Ya Konan kommt kurz vor Schluss noch mal am 16er in gute Schussposition, jagt den Ball aber an die Latte – kommt uns bekannt vor, hm?! Ansonsten bleibt unser Team bis zuletzt völlig harmlos. Und so geht das vierte Spiel in Folge verloren. Die Negativserie steht.

Szene des Spiels

Sararer erobert in der Nähe des Mittelkreises den Ball nach schlampigen Nürnberger Pässchen. Er marschiert Richtung Clubberaner 16er. Er marschiert, marschiert, marschiert, marsch… Niemand, der sich anbietet, keine Idee, was er machen soll, und so wird ihm der Ball abgeluchst. Was hier NICHT stattgefunden hat, war Umschaltspiel. Unsere Mannschaft wusste NICHTS mit einem eklatanten Fehlpass des Gegners mitsamt viiiieel Platz anzufangen. Besorgniserregend.

Fazit

Diese Mannschaft hat noch überhaupt kein Grundsystem. Spieler werden in Systeme und Aufgaben gesteckt, die sie nicht erfüllen können. Wenn der Vorstand zu geizig ist, ins Spieler zu investieren, dann muss eben das System den Spielern angepasst werden und nicht andersum. ABER: Unser Trainer sollte für die Länderspielpause alle Zeit und Ruhe der Welt bekommen, um echte Feinjustierungen in der Mannschaft vorzunehmen. Noch immer ist nichts passiert – Fehlstarts sind dafür da, das Feld von hinten aufzurollen. Sollte sich aber ein oder zwei Spiele nach der Pause immer noch nichts ändern, und die Mannschaft sich so präsentieren wie gegen Heidenheim oder nun gegen Nürnberg, kann auch Kramer nicht die Antwort auf unsere Trainerseuche sein.

Ausblick: ohne Durchblick in der Personalie?

Die Personalie Liendl ist bei uns FUPPESinhos auch noch nicht verdaut. Ein begnadeter Kicker, der weder Konkurrenz, noch klare Rollenzuteilung bekam, und aus diesen Gründen genauso uneffektiv war wie der Rest. Fortuna schafft es einfach nicht, schwierige Spielertypen zu integrieren. Wenn man so ein Potenzial in einem Spieler sieht, muss es doch gelingen, dieses aus ihm herauszukitzeln. Denn trotz all dem war er Topscorer der vergangenen Saison – ganz egal, wie viele Elfmeter dabei waren. Seine Assists sprechen für ihn. Jetzt ist er bei einem Ligakonkurrenten. Stellt Euch mal vor, er blüht dort auf – das wird ein direkter Nachteil.

Und wir haben eine neue 10. Aber wieder ohne Konkurrenz. Ohne klare Rollenzuteilung. Oder sollen er und Sararer jetzt um die 10 kämpfen? Und wer spielt dann links? Axel? Aber der soll doch hinten…? Aber dann muss Ya Konan ja helfen… Und Schmitz will ja lieber ins zentrale Mittelfeld… Aber da ist ja jetzt Sobottka neben Koch – aber der ist zu jung… Und Fink? Kann Grätschen, aber nicht Spiel aufbauen… Ah ja: Bodzek! Ne, doch nicht. Moment, klar: der Gartner! Gut, aber weiß Kramer überhaupt, was der kann? Koch ist wohl als Einziger gesetzt. Rechts Bolly… Oh, der hat schon wieder Muskeln kapott – okay, dann Bebou… neee: dem hat man ja mal gerade so richtig einen reingewürgt. Vorne van Duinen – oder Pohjanpalo… Oder doch Ya Konan – aber der muss doch hinten Links dem Axel helfen… Oder macht das Demirbay, weil ja doch Sararer auf die 10 muss…? Aber ach, wir wollen ja ohne 10 Spielen. Und wo spielt dann überhaupt Akpoguma? Ach… Da ist doch Schauerte – der geht aber nicht nach vorne…. Also muss sich Bolly die Bälle hinten holen, aber… Ach, der fällt jetzt sicher aus. Also doch wieder Bebou!?

Ihr seht: Wir blicken nicht mehr durch. Und wir sind besorgt. Trainerdiskussion? Ne! Kriegen Sie es einfach hin, Herr Kramer. Länderspielpause nutzen. Sonst wird’s Mitte nächsten Monats ungemütlich. Eine Drohung? Nein: Das hier ist nur Fußball.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Viel Aufwand, kein Ertrag

25 Aug

Unsere Fortuna verwöhnt uns leider wieder nicht mit den nötigen Punkten. Trotz wirklich ansprechender Leistung in der zweiten Hälfte, zeigt uns das Glück derzeit die kalte Schulter und läßt unsere Jungs links liegen. Beim Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger SC Freiburg hätten wir gerechterweise  einen Punkt verdient gehabt, mindestens.

Tja, aber mit der Gerechtigkeit beim Fußball  ist das so eine Sache, denn es gibt sie einfach nicht! Vor dem Spiel wurde in der kompletten Kurve die etwas verspätete Geburtstags-Choreo zelebriert – was für ein Anblick! Der Support für unsere Jungs war wieder großartig, trotzdem sollte die Fortuna wieder die gleichen Probleme offen zur Schau stellen, wie in den letzten Begegnungen – fehlende Präzision!  Dazu noch weit und breit kein Glück in Sicht, aber eins nach dem anderen.

Aufstellung und Formation

Nachdem sich Herr Liendl offenbar dazu entschieden hat zu den Blauen nach München zu wechseln, fehlte er beim zweiten Heimspiel der Saison in der Aufstellung der Fortuna. Im Tor begann wieder Rensing; die Abwehrkette bildeten Schauerte, Haggui, Strohdiek und Schmitz – hier gab es also keine Änderungen. Im zentralen Mittelfeld liefen Bodzek und Koch auf und die rechte Seite wurde von Flitzer Bolly beackert, links machte Axel den Axel. Somit verschob sich Sararers Aufgabenbereich also mehr in Mitte, als falsche Neun, richtige Zehn oder was auch immer, auf jeden Fall sollte er van Duinen in Szene setzen, der als Sturmspitze begann. Bei Freiburg saß Torgarant Petersen auf der Bank, trotzdem standen aber einige Jungs in der Startelf, deren Namen dann doch ein Begriff sind,  zusätzlich schickte Gästetrainer Streich auch einige Greenhorns auf den Platz.

HZ1: ….und immer die gleiche Leier

Bei schönstem Bade-Wetter geht´s also los; nach dem Anpfiff bekommen wir von beiden Teams erstmal zögerliches Abtasten und wenig Risiko zu sehen, man merkt beiden Mannschaften den gegenseitigen Respekt an. Zudem gibt´s es immer wieder die typischen ich-schlag-mir-mit–der-flachen-Hand-vor-die-Stirn-Momente, da es viele unnötige und fast schon dämliche Fehlpässe in Reihen der Fortuna gibt. So dauert es also eine gewisse Zeit, bis wir in den Genuss der ersten Chance kommen. In der 18. Minute bollert Sararer nach schönem Zuspiel einfach mal drauf, aber SCF-Keeper Schwolow hält problemlos. Das Spiel wird nun munterer und unserer Jungs scheinen die Anfangs-Nervosität abzulegen, leider kommt aber nun auch Freigurk ins Rollen und die Partie wird intensiver. In der 33. Minute schaut es dann zuerst ganz gut aus, da wir einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen bekommen. Was dann passiert, haben wir in unseren Spielberichten leider schon zu oft beschreiben müssen: Freiburg fängt den Freistoß ab und leitet blitzschnell den Konter ein. Bodzek hat noch die Chance das zu tun, was er am besten kann, nämlich den Gegner unsanft abzuräumen und sich wegen taktischen Fouls die Gelbe Karte abzuholen. Diese Chance läßt er aber leider verstreichen, so dass das Unglück seinen Lauf nimmt. Da sonst fast alle Fortunen aufgerückt sind, haben unsere verbliebenen Abwehrrecken in der Rückwärtsbewegung gegen die schnellen Freiburger keine Schnitte. Unsere rechte Seite ist komplett frei und Grifo knallt die Kugel zum 1:0 für die Gäste in die Maschen.

Nach der Ernüchterung macht uns aber die Körpersprache unsere Jungs Mut! Zwar ist deutlich zu sehen, dass sie sich über den Gegentreffer ärgern, aber keiner läßt den Kopf hängen. Freiburg will aber anscheinend den Sack zumachen und drückt auf den zweiten Treffer. Da die Breisgauer nette Gäste sind, wiederholen sie unsere Fehler vor dem 1:0 und interpretieren dies auf ihre Weise. In der 37. Minute gibt es nämlich eine Ecke für den SCF, die aber dann im Ausgleichstreffer für uns endet. Nach dem mißglückten Eckstoß kommt Sararer ans Spielgerät, dieser sieht, dass Mathis Bolly den Turbo zündet und schickt den norwegischen Ivorer mit einem schönen Steilpass auf die Reise gen Freiburger-Tor. Bolly nutzt seinen Geschwindigkeitsvorteil und rennt mit Ball der kompletten Freiburger Hintermannschaft davon. Schön auch, dass Mathis den Konter perfekt abschließt und es nun 1:1 steht. Wir schöpfen Hoffnung! Aber nur drei Minuten später brechen wir ins Essen, da Freiburg erneut die Führung gelingt da Höfler vom Strafraumeck die Kugel einfach mal an Rensing vorbei in den Winkel schlenzt. Eigentlich ´ne schöne Bude, wenn sie nicht gegen uns gefallen wäre! Hinzu kommt noch, dass kurz vor der Halbzeit Julian Koch ganz böse umknickt und ausgewechselt werden muss. Dann ist Pause und wir sind genervt!

HZ2: Außer Spesen nix gewesen!

Zur zweiten Hälfte stellt Kramer erstmal einiges um und macht dabei vieles richtig. Es ist schon eine recht mutige Entscheidung, die Doppel-Sechs aus Neuling Sobottka und Lukas Schmitz zu bilden, denn Bodzek wird nach seiner wenig überzeugenden Leistung ausgewechselt. Dafür kommt Ya Konan ins Spiel, Sararer wechselt auf den linken Flügel und Axel übernimmt die nun vakante Position des LVs. Der weitere Spielverlauf sollte dem Trainer Recht geben, dass diese Umstellungen genau richtig sind. Unsere Jungs machen nun ordentlich Alarm und dominieren die Gäste, die sich kaum noch befreien können. Bellinghausen axelt weiter wie ein Bekloppter, Sararer spielt die Gegner schwindelig und die neue Doppel-6 bestimmt den Rhythmus des Spiels, als würden die Zwei schon seit Jahren zusammen spielen.

Der Sturmlauf der Fortuna trägt dann in der 58. Minute auch endlich Früchte, Sararer geht in den Strafraum, legt sich den Ball auf den rechten Fuß und sein Gegenspieler läßt den halbspanischen Deutsch-Türken über die Klinge springen – klarer Elfer! An dieser Stelle hätten wir uns nun den ferngebliebenen Liendl als sicheren Elferschützen gewünscht. Aber der Gefoulte tritt selber er und belegt die alte Fußball-Weisheit. Der Schuss von Sararer wirkt, als wolle er gar kein Tor erzielen und das tut er dann auch nicht. Die große Chance auf den Ausgleich ist erstmal dahin!

Es ist aber toll zu sehen, dass sich unsere Jungs nicht beeindrucken lassen und weiter Gas geben, sie ziehen ein richtiges Powerplay auf und lassen die Freiburger kaum Luft holen. Sie erspielen sich einige Halbchancen, richtig zwingend wird es dann aber erst wieder in der 75. Minute, als nach einem Eckball Strohdiek an die Latte köpft; nur zwei Minuten später legt van Duinen dann unserem Didi den Ball perfekt im 16er auf, der Ivorer gehrt volles Risiko und ballert volle Möhre drauf – wieder Latte! MAAAAAAAAHHHHN! Es ist zum Mäuse melken, dass sich unsere Jungs nicht für ihren Aufwand belohnen! Sie spielen Freiburg an die Wand, Kramer bringt mit Pohjanpalo noch Stürmer #3 auf den Platz aber der Ausgleichstreffer will einfach nicht gelingen!

Szene des Spiels

Mhm, das war wohl leider der vergebene Elfer. Sercan Sararer hat den Strafstoß super rausgeholt und wenn er getroffen hätte, wäre der Ausgleich wohl nur der Auftakt zu weiteren Buden gewesen, aber hätte, hätte, Fahrradkette und wenn das Wörtchen wenn das Wörtchen wenn nicht wär´, dann wär mein Papa Millionär, blablablupp….

Fazit

Wir hoffen, dass die Fortuna den gezeigten Spirit der zweiten Hälfte aufrecht halten kann, denn was wir da geboten bekommen haben, macht Mut für die restlichen 30 Saisonspiele. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Moral haben absolut gestimmt, ebenso wie die konditionellen Grundlagen, denn unsere Jungs konnten bis zum Ende der Partie Vollgas geben. Auch das spielerische Element ist bisweilen schon richtig ansprechend. Leider fehlt aber noch genau das, was wir schon seit Wochen bemängeln: fehlende Präzision und Konzentration bei der letzten Aktion. Aber: dies kommt leider auch nicht von ungefähr, denn man merkt den Jungs einfach an, dass diverse Automatismen einfach noch fehlen, bzw. noch nicht richtig sitzen. Sei es beim Umschaltspiel, dem Halten und belegen von Positionen oder auch dem Kombinationsspiel. Dass es hier noch das ein oder andere Problem gibt, ist aber auch nicht verwunderlich, denn zu vieles ist neu; der Trainer, inklusive Spielphilosophie sowie die knappe Hälfte des Kaders. Das muß sich erstmal alles finden und neue Abläufe müssen im Training einstudiert werden, damit sie zu Automatismen werden können, die dann während der Spiele greifen. So schwer es auch fällt, aber alle Fortunen brauchen nun Geduld, die Jungs auf dem Platz, die Entscheider im Vorstand und Aufsichtsrat, das Trainer-Team auf der Bank, die Presse und natürlich auch wir Fans, denn Umbruch braucht Zeit!

Das hat uns nicht gefallen

Langsam werden wir müde, es immer wieder zu erwähnen…. Die Mannschaft muss sich mehr belohnen und Tore erzielen. Dieser Neuaufbau unter Kramer zeigt sehr viele gute Ansätze, aber wenn die Erfolgserlebnisse fehlen, schlägt die Stimmung irgendwann um und das kann wirklich keiner gebrauchen.

Das hat uns gut gefallen

Ganz klar, die Einstellung in der zweiten Hälfte! Alle haben gefightet bis zum Umfallen – so sollte es sein. Axel Bellinghausen ist das beste Beispiel für diesen Spirit, darum sind wir hier mal ganz klar für die Aufnahme des Verbs „axeln“ in den Duden, mit der Bedeutung, sich wie von Sinnen kämpferisch auf dem Platz zu zerreißen, zlatanisieren gibt es ja immerhin auch schon 😉

Darum bitte, bitte, bitte: Macht die Buden, Jungs! Belohnt Euch für Eure Arbeit!

So am kommenden Sonntag stehen Nürnberger Rostbratwürstchen auf dem Speiseplan – macht se doch einfach ma feddich!

95 Olé!

Adnan & Ingo

PS: Ach ja, die causa Liendl… Boah, echt kein Bock, dieses Fass auch noch aufzumachen… Uns ist nur wichtig, dass auf diese seltsam anmutende Geschichte ein SCHRITT NACH VORNE folgt. So, das war’s jetzt aber!

Findungsphase Olé

5 Aug

Unsere Jungs bescheren uns zunächst ein Fußballfest im eigenen Wohnzimmer, werden dann aber von cleveren Paderbornern ausgehebelt und letztlich gar nicht mal unverdient besiegt.

Mit großer Vorfreude fieberte die rot-weiße Fangemeinde dem ersten Heimspiel der Saison entgegen. Und dann auch direkt gegen einen Bundesligaabsteiger, der vor gar nicht zu langer Zeit meinte, uns zu Hause mit einer historischen Niederlage peinigen zu müssen. Mahir Saglik… Diesen Namen hatten wir uns gemerkt. Vier Buden hatte er uns vor zwei Jahren eingeschenkt. Und an seiner Laune in den 90 Minuten vom vergangenen Sonntag konnte man den Spielverlauf ablesen. Super genervt und Schiri Kircher auf den Sack gehend, rannte er im ersten Durchgang wie ein dauerhaft schimpfender Kobold über das Grün. In der zweiten Halbzeit hingegen war er wieder ein Motor seiner Mannschaft und hatte plötzlich nichts mehr zu meckern. Was war geschehen? Und wie gingen wir eigentlich ins Rennen?

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Eigentlich copy+paste vom Union-Spiel. Hier und da hätte man sicher etwas Neues ausprobieren können. Aber es ist auch wirklich mal wieder an der Zeit, dass die Forteng eine echte Stammelf hat. Das war zuletzt in unserer Aufstiegssaison so. Und so spielte Kramer also mit Rensing im Tor, der Abwehrkette Akpoguma, Haggui, Strohdiek und Schmitz, der MIttelfeldzentrale Liendl & Koch, der Flügelzange Bolly und Sararer, sowie dem Sturmduo Pohjanpalo und Ya Konan. Erneut ein offensives 4-4-2.

Und Paderborn spielte mit… ähm… also diesem Saglik halt, mit Ouali, Sturmtank Proschwitz und öhm… Kruse hieß der Torwart. Ach ja, und Ex-Fortune Ndjeng.

1 HZ: Beste Fortuna-Heimperformance seit voll lange so…
Unsere Jungs bestätigten vom Anpfiff weg, warum knapp 30.000 Fortunen voller Vorfreude den Weg in die Arena gefunden hatten und legten mit einem Offensivspektakel los. Angriff über links. Sararer hat die Kirsche, Schmitz überläuft, kriegt den Ball, spielt schnell zu Ya Konan im Halbfeld, der direkt wieder auf die Außenposition auf Schmitz, der mittlerweile an der Grundlinie angekommen ist, überhaupt nicht lange fackelt, sondern sofort in die Mitte passt, wo Bolly goldrichtig steht und den Ball cleverst an Kruse zum 1-0 vorbeischiebt. Alter… Watt ne Buuuuude! Sensationell. Die „Kühe-Schweine-Paderborn“-Kicker waren von diesem Tempo sichtlich überfordert. Und die Fortönn macht weiter. Immer wieder rollt ein Angriff über Links. Gleichzeitig ist ML10 endlich der Mittelfeldregisseur, den wir alle in ihm sehen wollen. Immer anspielbar, mit geilen Pässen in die Tiefe. Die Lulatsche in der Innenverteidigung des EssZehPee kommen mit unserer „Flach-spielen-hoch-gewinnen“-Spielweise nicht klar. Selbst unsere Ecken kommen bisweilen völlig überraschend rein. ML10 und SS22 (okay, sieht politisch schwierig aus – machen wir nur genau ein Mal) stehen an der Eckfahne und man fragt sich, was das soll. Schließlich läuft Sararer an und flankt butterweich auf die linke Klebe von Schmitz, der den Ball volley nimmt. Eine Paderborner Birne ist dazwischen und es gibt direkt noch mal Ecke, die (Ihr ahnt es) nichts einbringt. Aber auch diese Szene zeigt: Diese Mannschaft hat endlich wieder Cojones! Doch es sollte nicht gelingen, die sehr schön anzusehenen Angriffe zu etwas Zählbarem zu machen. Tja, und da war dann leider noch unser Youngster Kevin Akpoguma. Sichtlich beeindruckt von der Kulisse und überfordert von seinem routinierten und quirligen Gegenspieler Ouale verlief das Spiel suboptimal für unsere Nummer 6. Viele wollten „SECHS, SETZEN“ rufen. Doch Kramer wollte nicht gleich zu brutal sein. Richtig, wie wir finden. Paderborn kam jedenfalls zu Chancen – genau wegen unserer Schwachstelle hinten rechts. Man muss aber auch sagen, dass der Turbo-Mathis wenig nach hinten gearbeitet hat. Das kam erschwerend für Akpoguma dazu. Nach 25 Minuten war in jedem Fall die Partie ausgeglichen. Wir hätten nachlegen müssen, aber auch Paderborn hätte ausgleich können.

2. HZ: Ja, isset denn schon wieder so weit…?

Naja, dann kam eben die zweite Halbzeit. SCP-Trainer Gellhorst hatten offenbar genau ausgemacht, wie sein Team fortan agieren sollte. Denn sie machten effektiv unsere Passräume zu. Flache Ballstaffetten wollten uns nicht mehr gelingen. Zudem schienen die Blau-Schwatten wachsamer und aggressiver – vielleicht sogar frischer. Sie kamen schnell zu Chancen, weil sie unsere Abwehr einfach aushebelten: Back-from-the-UK-Proschwitz stand plötzlich mit viel Platz und Zeit am Sechzehner allein vor Rensing. Doch unsere Nummer #1 legte einen lupenreinen Telemark hin und parierte mit dem rechten Bein glänzend. Wenig später konnte aber auch Rensing nichts tun… Auf unserer linken Abwehrseite entwischte die SCP-22. Schmitz war einfach zu langsam und konnte die Hereingabe nicht verhindern. Und leider eskortierten Haggui und Akpoguma Sir Proschwitz statt ihn zuzustellen. So erreichte ihn die Hereingabe und mit einem Mix aus Knie, Wade und vielleicht doch ein wenig Fuß netzte Proschwitz ein. 1-1! Schöne Kacke. Eben dieser Proschwitz hatte Blut geleckt, forderte nach einer Ecke Rensing erneut zu einer Hanspara… äh… Glanzparade. Unsere Jungs waren sichtlich beeindruckt. Hinten stimmte die Zuordnung nicht. Akpoguma wackelte, Haggui und Strohdiek verstanden nicht, sich die Räume vernünftig aufzuteilen. Tja, und dann musste es halt passieren… Saglik und Wydra rollten über unsere rechte Abwehrseite in unseren 16er, die gesamte Abwehrreihe versemmelte die Abwehrversuche und so landete der Ball bei Ndjeng, der keine Mühe hatte, diesen seltsamen Angriff mit einem Tor abzuschließen… 1-2, also! Hässliche Kacke! In der Folge drehten unsere Jungs wieder auf und machten Druck. Doch da kommt dann die Cleverness einer guten Mannschaft zum Vorschein: Paderborn wusste effektiver zu stören und uns wollte der Abschluss nicht gelingen. Super sehenswert war Bollys 360-Move vor dem Paderborner Tor, den er leider nicht vollenden konnte. Schön war auch die Schussstaffette beginnend mit Sararer und Koch und endend mit Schmitz. Die Schüsse schmerzten Paderborner „Nüsse“ – aber ein Tor wollte nicht gelingen. So endet diese Partie dann leider mit 1-2! Ernüchterung, wo man hinsah.

Szene des Spiels
27. Minute: Definitiv der schönste Angriff in der Arena seit vielen Jahren: Langer Ball von der linken Abwehrseite von Schmitz. Sararer nimmt den Ball an, hält ihn mit dem Fuß hoch, ein Mal, zwei Mal, legt dann genial rüber zu Liendl, der schickt sofort Ya Konan, der den Ball ebenfalls mit dem „first touch“ über Kruse lupft – aber leider vorbei. Klar, Ihr kennt die Szene und braucht dafür keine Erinnerung. Naja, aber eigentlich schon: Denn die Szene steht für das, was diese Saison geht. Rein spielerisch. Das ging jetzt ein paar Zentimeter vorbei, aber das Potenzial sehen wir ja jetzt alle.

Fazit
Wenn eine Mannschaft so unterschiedliche Halbzeiten spielt, hat es vor allem damit zu tun, dass sie noch nicht ihre Balance gefunden hat. Die notwendigen Automatismen greifen noch nicht. Offensivleute wie Sararer und Bolly müssen womöglich mehr an die Abwehrarbeit denken, um ihre Kollegen der Außenverteidigung zu unterschützen. Haggui und Strohdiek müssen Stellungsspiel und Laufwege besser aufeinander abstimmen und Freund Akpoguma muss internalisieren, dass auch in der 2. Bundesliga nur auf Rasen und mit einem Ball gespielt wird. Dann wird er auch ruhiger. Und die Jungs vorne müssen ihre Chancen konsequenter nutzen. Dann wird schnell alles besser. Wir wehren uns mit aller Vehemenz dagegen, jetzt damit zu beginnen, vom Horror der letzten Saison zu sprechen, der sich jetzt wiederholt. Das ist eine fast komplett neue Mannschaft. Das wird noch etwas brauchen.

Highlights im Team
Der Turbo-Mathis. Auch, wenn er nach hinten zu wenig tut. Er zeigt, was in ihm steckt und das Tor wird ihm gut tun. Es ist gut, dass Kramer ihn nur 60 Minuten spielen lässt. Sein Körper ist vielleicht nur für so viel gemacht. Ballstreichler-Sercan hat in der ersten Halbzeit effektiver gezaubert. Aber insgesamt einer der besten Techniker, den wir seit langem in unseren Reihen sehen. Er bleibt ein Highlight, auch wenn er wie die anderen in der zweiten Halbzeit abgebaut hat. Breakdance-Micha zeigt auf der Linie und im 1 gegen 1, dass auf ihn Verlass ist. Er muss vielleicht noch einige „Unhaltbare“ mehr halten, weil unsere Abwehr noch zu viel zulässt.

Was würden wir als Coach anders machen?
Gegen RWEFUV (Ihr wisst schon ;-)) könnte man Akpoguma noch mal bringen. Einfach, damit er jetzt nicht die volle Breitseite kriegt. Aber danach sollte Schauerte mal wieder randürfen. Vorne vielleicht mal van Duinen für Pohjanpalo. Und vielleicht doch lieber Bebou als Axel bringen, wenn Bollys Muskeln geschont werden müssen. Kommt natürlich auf den Spielstand an – aber Bebou ist eigentlich bislang immer ein Garant für Alarm gewesen, wenn er eingewechselt wurde.

Ausblick

So, und nun darf es kommendes Wochenende eigentlich nur Eines geben: Den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals. Alles Andere wäre nie und nimmer zu entschuldigen und gar ein wenig vernichtend. An all die Fortunen mit Schaum vor’m Mund sei mit auf den Weg gegeben, dass es wirklich, wirklich, wirklich bei Sprechchören, Shirts, Parolen und großer Fresse bleiben sollte. Randale braucht keine Sau – und unser Verein am wenigsten. Macht den Essenern Angst. Schreit heraus, dass Ihr sie nach dem Candlelight-Dinner gleich wieder vergessen möchtet, aber tut ihnen nichts… 🙂

Welch vernünftiger Schlusston.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Auftaktpunkt nach Maß in Köpenick

29 Jul

Unsere Jungs lassen ein frühes Standardtor zu, wehren sich dann aber mit allem, das sie haben gegen die Niederlage. Kurz vor Schluss belohnen sie sich mit dem verdienten Ausgleich. Ein aus vielerlei Hinsicht positiver Auftakt.

Wenn zwei Minuten vor Schluss der Fortuna-Block tobt und sich genau vor ihr eine Spielertraube türmt, muss etwas Geiles passiert sein. Und so war es: Mit echter Leidenschaft und spielerischer Klasse erzwingt unser Team ein Unentschieden und geht nach 90 Minuten wie der gefühlte Gewinner vom Platz. Dabei zeigte eine Reihe von Spielern wirklich viel versprechende Ansätze, sodass man sich auf diese Saison freuen darf. Wir waren alle gebeutelt von der vergangenen Spielzeit und eigentlich nur froh, dass sie vorbei war. Jetzt, hingegen, ist die Vorfreude groß. Klar, es war nur ein Spiel, aber es steckte viel drin.


Aufstellung und Ausrichtung
In der ersten Startaufstellung der neuen Saison waren direkt sechs von elf Neuverpflichtungen auf dem Platz. Nach dem sich Kramer für Rensing als Nummer 1 entschieden hatte, wurde die Innenverteidigung komplett neu besetzt. Neu-Käpt´n Karim Haggui und Christian Strohdiek sollten die gegnerischen Stürmer zermürben und als RV wurde Abwehr-Talent und U-20 Nationalmannschafts-Kapitän Kevin Akpoguma auf den Platz geschickt. Auf der linken Seite verteidigte Lukas Schmitz. Im Mittelfeld ging es auf der linken Seite mit dem neuen Tempo-Dribbler Sercan Sararer los, Sprint-Star Bolly wurde als Pendant auf die rechte Seite gestellt. Michael Liendl und der neue Vize-Käpt´n Julian Koch, der übrigens am 11.11. Geburtstag hat (Helau), übernahmen die Mittelfeldzentrale.  Das beachtlich offensiv ausgerichtete 4-4-2 wurde vom dynamisch-finnischem Jungspund Pohjanpalo und dem routinierten ivorischen Sturm-Veteran Didier „Didi“ Ya Konan im Angriff abgerundet. Wen die Eisernen so auf´s Feld schickten, war erstmal zweitrangig und eher so Schnuppe… Einzig schöner Moment im Stadion: als der (immer noch wirklich sympathische) Stadionsprecher erwähnte, dass der gegen Lymphdrüsenkrebs kämpfende Benjamin Köhler im Stadion sei. Da applaudierte auch der Fortuna-Block voller Respekt. Top!

HZ:1 Start verpennt
Endlich geht es wieder los. Die Teams kommen auf den Rasen und wir haben richtig Bock. Den haben die Berliner aber leider auch und legen gut los, während die Fortunen sich erstmal merklich finden müssen. So geht dann bereits in der 5. Minute die neue Saison genau so besch….en los, wie die letzte geendet ist: mit einem dämlichen Gegentor! Und alle so „Nicht schon wieder“! Eine Freistoßflanke von Rechts segelt in den Strafraum, Strohdiek passt nicht auf und neu Unioner Kessel köpft das 1:0 für die Gastgeber. So’n Driss. Danach bleibt Union erstmal am Drücker. Es dauert knapp bis zur 20. Minute, bis die Fortuna die Regie übernimmt und sich die Gastgeber weit zurückziehen. Haggui köpft knapp am leeren Tor vorbei, nach dem Union-Keeper Haas im wahrsten Sinne des Wortes einen „Ausflug“ nach einer Ecke hinlegt. Der immer stärker werdende Sararer zeigt Zug zum Tor und zwingt Haas zu manch starker Parade. Ungläubig brüllt jeder Fortune als das Schirigespann Kessels Faustball-Aufschlag im eigenen Strafraum ungeahndet list. Die Szene hat das Zeug zum klarsten nicht-gegebenen Handelfer der Menschheitsgeschichte. In dieser Phase machen unsere uns verstärkt Druck. Union kriegt aus dem Spiel nicht sehr viel. Außer, wenn sie über ihre linke Seite kommen – denn dort zeigt unser Youngster Akpoguma, dass er noch ein wenig Zeit braucht. Viele Zweikämpfe verliert er leichtsinnig aus offensichtlicher Nervosität. Doch vor allem Strohdiek, aber auch Haggui machen innen dicht. Eigentlich war der Ausgleich bereits kurz vor der Halbzeit drin. Aber es fehlt am entscheidenden Abschluss. Beim Pausenpfiff sind sich alle sicher: Da geht noch was.

HZ 2: Wir kommen besser in Fahrt UND belohnen uns
In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit tun wir uns wieder etwas schwer. Da liegt aber auch daran, dass den Köpenickern in der Halbzeit sicher mit auf den Weg gegeben wurde, den Sack zuzumachen. Jedenfalls tanken sich Brandy & Co. immer wieder gefährlich durch. Sie treffen den Pfosten (aus aberwitziger, ungeahndeter Abseitsposition) und zwingen Rensing zwei Mal zu großartigen Paraden im direkten 1 gegen 1. Hier haben wir also durchaus jede Menge Glück. Wir sehen aber auch, dass der schon in der ersten Halbzeit starke Koch zusammen mit Liendl und allen voran Sararer auf rechts unser Offensivspiel immer schneller vorantreiben. Je länger das Spiel andauert, desto besser werden unsere Chancen. Kramer wechselt goldrichtig ein. Zunächst Bebou für Bolly. Anschließend van Duinen für Pohjanpalo und schließlich Schauerte für Koch. Die Wechsel zeigten Wirkung. Bebou mische auf der Außenbahn (erst rechts, dann links) ordenlich mit. Van Duinen machte im Sturm Alarm und Schauerte bediente den linken Abwehrflügel, nach dem Schmitz auf die Koch-Position rückte. Über links entstand auch das Tor. Schauerte bediente Bebou. Der setzte sich an der Strafraumgrenze mit einem gekonnten Stop samt Drehung durch und passte maßgenau auf Ya Konan in der Mitte: ein Schuss. Ein Tor. Extase. Das Tor wurde frenetisch gefeiert. Es bedeutete eben mehr als nur ein Unentschieden! Hier hat sich eine Mannschaft belohnt. Hier hatte eine Truppe erzwungen, was ihr zustand. Fortuna drückte weiter, aber es sollte beim 1-1 bleiben.

Besondere Freude bereiteten:
Abwehrhühne Strohdiek: Tolles Stellungsspiel. Super Quote in Luftduellen und richtig starke, spieleröffnende Pässe. Zusammen mit Haggui dürfte er eine Bank werden. Mittelfeldstratege Koch: Beachtlich, wie schnell sich dieser Jungspund eine zentrale Rolle im Team gesichert hat. Über ihn ging sehr viel aus der Zentrale. Mit dem noch offensiveren Liendl kann man sich eine funktionale Aufgabenverteilung im zentralen Mittelfeld vorstellen. Flügelflitzer Sararer: Was hat der für Alarm gemacht. Er ist eben dieser Spielertyp, der brilliert, wenn er sich wohlfühlt. Und derzeit scheint er sich pudelwohl zu fühlen. Tolle Dribblings, super Pässe (der hohe Ball in den Lauf von Bebou war genial) – für uns eigentlich Mann des Spiels. Wenn der genau so weitermacht, wird er uns jede Menge Freude bereiten. Sein Pendant Bolly zeigt viel Spielfreude. Schafft er es, den Ball am Gegner vorbeizulegen, ist er nicht aufzuhalten. Am entscheidenden Pass oder dem Abschluss hat es noch gefehlt. Aber datt kütt. Hoffentlich bleibt er fit! Sturmrecke Ya Konan. Als Vollblutstürmer muss man vor allem Eines: Wissen, wo man zu stehen hat. Er stand goldrichtig in der 88. Minute und hat die nötige Ruhe vor dem Tor. Aber auch er wird Zuspiele brauchen. Kriegt er die, wird es häufig klingeln.

Ansonsten hat die Mannschaft in der Summe bestens funktionert. Und es wurde noch direkt deutlich: Spieler wie Fink oder Bodzek werden es sehr schwer haben, hier eine Rolle zu spielen, die über „Ergänzungsspieler“ hinausgeht.

Szene des Spiels
Unvergesslich, was sich in der ersten Halbzeit auf der rechten Seite abspielte. Ein steiler Ball nach außen bringt Bolly in Bedrängnis. Er rettet die Kirsche Richtung Akpoguma. Der war aber ohnehin in seiner Findungsphase und jagt den Ball im Zweifkampf mit einem heranstürmenden Berliner gefühlte 20-30 Meter in die Höhe. Es sieht fast so aus, als flöge (Konjukntiv Olé) der Ball aus der Alten Försterei. Damit rechneten alle – außer Bolly. Der blieb auf der Seitenlinie stehen, schaute seelenruhig nach oben und nahm den im Tiefflug befindlichen Ball in absolut beachtlicher Ronaldinho-manier völlig entspannt an, als hätte kurzweilig eine Magnetfunktion eingesetzt. Bravo, Bravo, Monsieur Mathis.


Streitthema
: Das Ausweichtrikot
Während Adnan meint, sich das Ausweichtrikot nicht nur kaufen, sondern auch noch mit seinem Geburtsjahr und eigenen Namen bedrucken lassen zu müssen, kriegt Ingo gar ein wenig das Kotzen bei dem Ding. Grün? Okay. Dunkelgrün? Naja. Aber PINKE Rückennummern??? Das Heim- und Auswärtstrikot sind erste Sahne. Aber warum wählt man dann als drittes Trikot ein Dunkelgrünes? Dazu mit pinken Nummern? Ingo hat wie gut 10% aller Männer eine Rot-Grün-Sehschwäche – das heißt: wenn, wie am Sonntag Dunkelgrün genen Rot spielt, erkennt man nicht so richtig gut, was auf dem Feld abgeht. Fernab von der Geschmacksfrage müssen Verantwortliche natürlich auch so etwas bedenken. Zumal man sich nun fragt: Mit welchem Trikot spielt man denn gegen die dunkelroten Betzebuben? Rot? Geht nicht. Schwarz? Geht nicht. Dunkelgrün? Geht ja irgendwie auch nicht.  Warum also kein Ausweichtrikot in Weiß! Daher Ingos explizite Bitte: „Liebe Fortuna-Marketingabteilung, macht die verkauften Grünen Trikots zu Sammlerstücken und stampft den Rest der Produkrtion ein. Danke.“ – Adnan ist da voll gegen und mag das ausgefallene Design. Und Ihr so?

In jedem Fall hat dieser Auftakt doch echt Spaß gemacht. Kommenden Sonntag dann schon der nächste Knaller. Wir empfangen im eigenen Wohnzimmer den BuLi-Absteiger Paderborn. Die haben ja ihren Auftakt ordentlich vergeigt. Da lässt es sich doch ansetzen.

Auf dass es wieder Spaß macht – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

Erst Last-Minute-Frust, dann Last-Minute-Lust

23 Dez

Während unsere Fortuna in Braunschweig in letzter Sekunde die Niederlage eingeschenkt bekommt, beschert sie sich selbst und uns allen vorweihnachtlichen Siegesjubel in letzter Sekunde gegen Union.

Was es bedeutet, Fortuna-Fan zu sein, durften wir in den letzten Tagen des Fußballjahres 2014 mal wieder leibhaftig erleben. Frust und Enttäuschung wechseln sich ab mit Freude und Stolz. Wir waren frustriert, dass unser Team in augenscheinlich leichtfertiger Manier einen soliden Tabellenplatz #2 einfach so hergab.

Wir waren enttäuscht darüber, dass unsere Mannschaft sich irgendwie gehen ließ und die vielen, vielen Patzer der Konkurrenz nicht dazu nutzte, sich auf einem Aufstiegsplatz festzusetzen. Ja, verdammt. Wir reden hier von Aufstieg. Denn die Mannschaft hat über weite Strecken der Hinrunde sehr ordentlichen Fußball geboten, der zumindest in der Zweiten Liga der absoluten Spitzengruppe zuzuordnen ist. Doch dann kamen eben erst holprige oder (positiver formuliert) „dreckige“ Siege und plötzlich setzte Punktverluste und gar Niederlagen nach 10 Spielen ohne Nullnummern.

Wir sind jedoch weiterhin froh darüber, dass unser Team oben mitspielt. Trotz der peinlichen Pleiten gegen Sandhausen und Aalen, und der durchaus vertretbaren Niederlage in Braunschweig bleiben wir auf zwei Punkte am direkten Aufstiegsplatz dran. Und wir können wirklich stolz sein auf eine Mannschaft, die in der letzten Partie gegen Union wirklich den Sieg erzwungen hat. Dabei war die Strategie nicht frei von Risiko.

Oliver Reck hat nach der 60. Minute voll auf Sieg eingewechselt. Er nahm Liendl raus, obwohl dieser zwei gute Torabschlüsse vollbracht hatte. Doch er wechselte mit Mathis Bolly den Matchwinner ein. Zwei Mal hat der junge nach sehenswertem Antritt fulminant mit links abgeschlossen. Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und absoluter Entschlossenheit. Zudem spielte er ein, zwei richtig gute, Spiel eröffnende Pässe in seiner kurzen Einsatzzeit. Sein zweiter linker Hammer war leicht verdeckt und zudem diesmal aufs kurze Eck gezielt. Der ansonsten großartig parierende Haas war chancenlos – als er die Kirsche sah, war es schon zu spät. Der Torjubel entschädigte dann fast schon für all das Gegurke, das unsere Forteng in den vergangenen Wochen gerne mal aufbot. Die Spielertraube gehört einfach zu den schönsten Dingen im Fußball.

Überhaupt muss man sagen, dass die Mannschaft einen erstaunlichen Siegeswillen offenbarte. Sie haben offenbar von dem Spiel in Braunschweig gelernt. Denn da merkte man in der Schlussviertelstunde, dass die Heimmannschaft voll auf den Dreier geht. Und da wurde unsere Abwehr dann doch überrannt. So ähnlich war es auch gegen Union. Denn als dieser nicht zu bändigende Wille plötzlich da war – und nein, er kam nicht erst auf, als Liendl draußen war; er war Teil dieses Zugs zum Tor – wurde Union immer dichter hinten reingedrängt und unser Team erspielte sich endlich auch mal Chancen.

Genau diese Durchschlagskraft und Kreativität hat in den letzten Wochen absolut gefehlt. Völlig ohne Ideen versuchte unsere Truppe immer wieder mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Hoffer ist für so was zu klein. Benschop braucht bei der Ballannahme gefühlt 5 Meter Radius – einzig Pohjanpalo (BESTER Mann gegen Union) kann solche Bälle gut verwerten. Was uns gegen Braunschweig überhaupt nicht gelingen sollte, war immerhin in der letzten halben Stunde der Partie gegen Köpenick City dann im Minutentakt zu sehen. Bolly spielte hierbei eine beeindruckende Rolle. Sein Antritt ist wirklich nicht zu verachten. Schon bei seiner Einwechslung in Bochum brachte er enormen Druck rein. Bleibt zu hoffen, dass er das mal konstant abruft.

PERSONELLES & AUSBLICK

Wagen wir mal einen Rundumschlag aus den beiden Spielen und nehmen unsere Jungs im Einzelnen unter die Lupe:

Unnerstall sah gegen Braunschweig bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Beim 0-1 steht er dermaßen breitbeinig vor dem Gegner, dass der Tunnel fast schon zwangsläufig passieren musste. Und beim 1-2 reagiert er gar nicht erst – schon klar, den mit dem Fuß zu parieren, wäre schon weltklasse, aber wir hatten schon mal einen 1,97m Goalie, der solche Dinger auch mal pariert hat. Gegen Union war er wenig gefordert. Aber als Fazit seiner Einsatzzeit würden wir dazu tendieren, zu sagen: Rensing sollte nach Genesung wieder rein. Wir sind on jedem Fall aber weit entfernt von einem Torwart-Problem.

Schauerte hat sich zu einer Konstante entwickelt und spielte auch gegen Braunschweig und Union so. Ihm fehlt aber nach wie vor der kongeniale Partner auf dem Flügel – einer, mit dem er sowohl nach vorne als auch nach hinten die Aufgaben verteilen kann. Und, der Junge braucht Konkurrenz. Sonst wird er sich nicht verbessern. Erat spielte nach seiner Einwechslung auf der Position. Vielleicht wäre es den Versuch wert, unsere #25 umzuschulen? Auf der offensiveren Flügelposition war er nämlich bislang diese Saison zu harmlos – nach hinten aber fleißig.

Soares hat nach seiner persönlichen Krise und der Rückkehr ins Team eigentlich nur noch überzeugt. Seine Partie gegen Braunschweig dürfte zu seinen stärksten gehört haben. Er gewinnt alle Kopfballduelle, steht meist goldrichtig. Nur das Aufbauspiel ist nicht seins. Aber da haben wir alle wohl insgesamt eine Sorgenfalte weniger. Mit ihm stabilisiert sich unsere Abwehr.

Tah wirkte auf der 6er-Position etwas verloren. Es leuchtet aber wohl jedem ein, dass das schlicht und ergreifend an der neuen Aufgabe lag. Seine Zweikampfwerte waren schon gegen Braunschweig sehr gut, obwohl er leider den einen entscheidenden vor dem 0-1 gegen Unsympath Nielsen verlor. Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit mit ihm.

Bodzek hat sich glücklicherweise schon gegen Braunschweig – aber auch gegen Union – wieder gefangen. Es war ja schon zum Haare raufen, was er sich gegen Fürth, Aalen und Sandhausen geleistet hatte. Er kriegte die Aufgabe als Linksverteidiger (zumindest die Defensivaufgaben) gut hin und spielte auch wieder ordentlich in der Innenverteidigung. Trotzdem scheint derzeit das Duo Soares-Tah etwas stärker zu sein. Schwierig für Reck – immerhin ist Bodze unser Captain.

Axel bekam sehr viel zu tun, weil unsere Gegner ganz offensichtlich diese Abwehrseite seit der Verletzung von Schmitz als Schwachstelle ausgemacht haben. In Braunschweig war Axel nicht dabei (nur kurz zum Ende der Partie), aber gegen Union spielte er solide. Sein Volldampf nach vorne kam aber selten auf. Vielleicht tut ihm die Pause jetzt ganz gut. In jedem Fall war sein Spirit wieder voll zu spüren.

Pinto hat wegen der 5. Gelben Karte gegen Union gefehlt. Gegen Braunschweig ließ er wieder manche Qualitäten missen – im Passspiel, bei der Pflicht, Ruhe in den Spielaufbau zu bringen. Da fehlt auch noch bei ihm die Konstanz. Als Typ halten wir ihn aber für eine absolute Bereicherung. Und er hat in vielen Partien (den vielen Spielen, bei denen wir Rückstanden hinterherlaufen mussten) für den richtigen Kampfgeist gesorgt. Das tut dem Team gut.

Avevor dürfte insgesamt zu den absoluten Gewinnern der Hinrunde gehören. Gegen Braunschweig war er der Einzige, der wirklich überzeugen konnte. Viele Bälle erobert, sehr gut behauptet und manchmal auch gute Pässe gespielt – da gibt es aber noch Luft nach oben. Seine Verletzung war daher sehr schade – so musste sein Buddy Tah ran; und der konnte ihn natürlich nicht ersetzen. Unsere #5 ist ein echt guter Ty

Liendl ist schon eine Nummer für sich. Kann man sich leisten, so jemanden mal auf die Bank zu setzen? Ihn nicht spielen zu lassen? Er ist einfach der Typ Spieler, dem 9 von 10 Aktionen misslingen, doch die 1 kann ein Tor oder ein Assist sein. Sprich: wenn man ihn nicht bringt, wird man die 1 Szene eben nicht zu sehen bekommen. Davon haben wir aber zuletzt zweifelsohne zu wenig gesehen. Und deshalb musste er trotz seiner guten Abschlüsse auf die Bank und Bolly hat ihm dann gezeigt, wie es eben gehen kann. Reck wird sich um Liendl kümmern müssen. Jeder weiß, was unser #10er kann – er muss es nur wieder abrufen können.

Gartner spielte gegen Union wieder viel besser. Unvergessen, wie er nach seinem großen Bock im Mittelfeld (fürchterlicher Fehlpass) wie von der Tarantel gestochen, hinter dem Berliner hinterherrante und mit ein wenig Mithilfe seiner Abwehrreihe die soeben verlorene Pille zurück eroberte. Anspielbar ist er auch – bewegt sich unheimlich viel. Das Auge für die „großen“ Pässe hat er – in der Umsetzung scheint es aber noch zu hapern. Nun denn – mit 21 Jahren ist man zwar im Fußball heutzutage schon nicht mehr „Jungspund“, aber es ist jawohl klar, dass so einer noch sehr viel Entwicklungspotenzial hat. Auf datt da noch watt kütt!

Halloran wacht so langsam aber sicher aus seinem post-WM-Dornröschen-Schlaf auf. Er war sicher kein Highlight gegen Braunschweig trotz seiner Bude. Und gegen Union war er nicht mehr als „sehr bemüht“. Aber er wirkt nicht mehr apathisch und etwas entschlossener in seinen Aktionen – auf dass er in der Winterpause zu alter Form findet. Und er muss verdammt nochen’s mehr nach hinge donn…

Golley war Teil des Offensivwahnsinns, den Reck zum Ende der Partie gegen Union noch aufbot. Hoffentlich HOFFENTLICH haben ihm diese Einsatzminuten gut getan. Er hat doch zum Ende der letzten Saison so viel Alarm gemacht. Wir wünschen uns sehr, dass er dieses Talent in sich wiederfindet und auf den Platz bringt. Seine Überraschungsaktionen und genialen Momente könnte unser Team noch vorne gut gebrauchen.

Benschop zeigte sich zuletzt eher von seiner harmloseren Seite. Umständlich in der Ballbehandlung und daher leicht zu verteidigen. Ihm sollte weder nach der Einwechslung in Braunschweig noch gegen Union Nennenswertes gelingen. Da er aber viel unterwegs ist, macht er die Abwehr müde und schafft Freiräume. Gegen Union war das mit ein Grund, warum die Berliner Abwehr zum Ende hin nicht mehr hinterher kam. Kurzum: Er braucht wieder mehr Tore.

Pohjanpalo war für uns „man of the match“ gegen Union Berlin. Er hat viele hohe Zuspiele verwaltet (= erobert und abgelegt), Spiel eröffnende Pässe gespielt und auch mal drauf gehalten. Gegen Braunschweig konnte er nicht glänzen – machte aber deutlich, dass er da vorne gefährlicher ist als Hoffer. Somit ist das Stürmerduo Benschop-Pohjanpalo in vielerlei Hinsicht das Stärkste, was wir derzeit aufbieten können.

Wir sind gespannt, was es ausmachen wird, wenn Lukas Schmitz wieder fit ist. Ebenso die Frage nach der Rückkehr der Langzeitverletzten Fink und Schmidtgal. Letzterer wird es enorm schwer haben. Nicht nur seine Verletzunganfälligkeit, sondern auch die starken Leistungen von Schmitz und Axel jeweils alleine auf links oder aber als „LuXel“-Duo auf links sprechen nicht unbedingt für ihn – so sehr es einem um ihn leid tut…

So, jetzt läuten aber schon die Weihnachtsglocken. Das FUPPES95-Duo INGO&ADNAN wünscht Euch allen Rot-Weiße Weihnacht (sofern Ihr es feiert) und kündigt an, sich in der Winterpause mit einer generellen Bestandsaufnahme und Wünschen für die verbleibende Rückrunde zu melden. Da haben wir alle ja bekanntermaßen dezidierte Meinungen und Vorstellungen 🙂

In diesem Sinne – Ho ho ho & 95OLÉ

Adnan & Ingo