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Ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg!

19 Okt
Unseren Jungs gelingt endlich wieder ein Heimsieg. Keine Gala, nein. Aber vom Spirit her 100%ig bei der Sache überzeugt unser Team gegen harmlose und limitierte Bielefelder.
Der Krampf hatte uns längst eingeholt. Wieder mussten wir während einer Länderspielpause hoffen, dass sich etwas tut bei der Forteng und endlich Wege gefunden werden, Lockerheit, Zuversicht und Teamgeist in diese Mannschaft zu impfen. Doch dann ist da dieser Lärm im Vorstand des Vereins. Kaum einer blickt da noch durch und wir erleben den klassischen Fall, dass ein unruhiges Umfeld in der Vereinsführung sich negativ auf die Saison auswirkt. Die Stimmung unter den Fans ist angespannt, und auf dem Platz will der Knoten einfach nicht platzen. Schon wieder so unendlich viele Dinge, um die man sich Gedanken machen muss, statt sich einfach nur auf 34 Saisonspiele zu freuen. Nun denn – das ist Fortuna; auch 2015. Da müssen wir jetzt durch. Ein Blick auf die Aufstellung machte deutlich, dass Kramer sich ebenfalls ein paar Gedanken gemacht hatte…
Aufstellung und Taktik
Für die dringend nötigen Optimierungen zauberte Coach Kramer einige Änderungen in der Startaufstellung aus dem Hut. Bereits in der Viererkette gab es ersten Änderungen. Als RV begann Julian Koch und Schauerte wurde auf die linke Seite verschoben; die Innenverteidigung bildeten die Routiniers Haggui und Bodzek, der nun erst mal Strohdiek verdrängt zu habe scheint. Auf der Bank fand man keinen Lukas Schmitz – hier wird gerüchteweise gemunkelt, dass es zwischen Schmitz und Kramer gekracht hatte! Im Mittelfeld wurden unsere Fortunen auch ordentlich durcheinandergewürfelt; zentral standen Sobottka und Dermirbay und auf den Außenpositionen kehrten die beiden Tempomacher Bolly und Sararer zurück. Durch die Aufstellung der beiden Stürmer Pohjanpalo und Ya Konan ergab sich somit eine 4-4-2 Formation – ohne 10er, mit zwei Stürmern. Und wir erlauben uns zu schreiben, dass wir genau diese Formation zuletzt gefordert hatten 🙂 Unser Ex-Trainer Norbert Meier – mit Applaus begrüßt – und seine Aufsteigertruppe aus Bielefeld bot keine allzu bekannten Namen auf. Außer dieser Riese Klos vorne, der schon die ein oder andere Bude gemacht hatte. Auf dem Papier also mal wieder eine eindeutige Sache.
 
HZ1: Der Selbsttunnel
Der Spielstart ist dann wirklich keine große Überraschung – Bielefeld zieht sich weit zurück, überlässt der Fortuna mehr oder weniger das Spielfeld und hofft darauf, dass unsere Jungs wie in den Spielen zuvor gegen „Maurer“ verzweifeln und die Gäste somit selbst durch Konter zum Erfolg kommen können. Die Fortönn macht aber zunächst erstmal selbst einen gemächlichen Eindruck und rennt nicht wie in den letzten Spielen krampfhaft nach vorne, um sofort den Sieg erzwingen zu wollen. Daraus ergeben sich erstmal 20 Minuten Mittelfeldgekicke ohne nennenswerte Chancen. Zumindest ist aber zusehen, dass sich die Jungs ins Zeug legen und konzentriert sind. Beide Teams werden nach und nach wacher. Innerhalb von zwei Minuten bollert erst Linksfuß Demirbay zum ersten Mal nennenswert auf den Kasten von Gästekeeper Hesl und im direkten Gegenzug muss auch Rensing zum ersten Mal in diesem Spiel einen Kopfball aus kurzer Distanz parieren.
Wenig später gibt es dann endlich Dank Ballkünstler-Sercan Grund zum Jubeln! Zusammen mit Julian Schauerte setzt sich der Deutsch-Türke auf der linken Seite durch und zwei Bielefelder beteiligen sich freundlicherweise  (aber wohl unfreiwillig) am Kombinationsspiel, da ihre Klärungsversuche wie perfekte Zuspiele auf die beiden Fortunen wirken. Am Ende dieser etwas kuriosen Kombination tankt sich Sararer bis zur Grundlinie durch und läßt ein flaches Zuspiel in die Mitte folgen; der Winkel ist für einen gefährlichen Pass in den Rücken der Abwehr eigentlich schon viel zu spitz aber wir können uns über die freundliche Beihilfe des gegnerischen Keepers bedanken, da sich Hesl nach der Hereingabe Sararers mit der eigenen Hacke irgendwie selbst tunnelt und die Kirsche im Tor versenkt. So was nennt man: Tor erzwingen. Bravo, Sercan!
Ein paar Minuten später „feiern“ wir den obligatorischen Alu-Treffer des Spiels, als Schauerte deftig aus der 2.Reihe drauf pöhlt. Leider schmettert das Pfund gegen die Latte – schade! Die Gäste probieren es nun hin und wieder auch mal mit einem Torabschluss aber Rensing ist auf dem Posten und auch die Feldspieler schmeißen sich im Kollektiv zum Blocken bereitwillig in die abgegebenen Schüsse der Gäste. So passiert dann bis zum Pausenpfiff nicht mehr besonders viel Erwähnenswertes, da auch die Offensivbemühungen (besonders durch Unruheherd Sararer) der Fortuna nicht Zählbares mehr hervorbringen.
HZ2: Als Team die Führung verteidigt
Die Teams kommen unverändert aus der Kabine; zumindest was des Personal betrifft, denn in puncto taktischer Marschroute kann man schon die ein oder andere Änderung wahrnehmen. Bielefeld versucht nun selbst, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, während die Fortuna auf Konterspiel setzt. Bis aber mal gefährliche Konterattacken durch Demirbay und unseren Didi zu Ende gespielt werden, dauert es bis zur 70. Minute. Dass diese dann nicht von Erfolg gekrönt sind, liegt am guten Gästekeeper Hesl. Auf der anderen Seite verteidigt die Fortuna als Team und macht es diesmal richtig gut. Zwar kommen die Bielefelder ein paar Mal zum Torabschluss, aber spätestens bei Rensing ist Schluss – der Mann ist wirklich konstant eine Bank. Die beste Chance der zweiten Hälfte sollte dann unser „Iceman“-„Palimpalim“ Pohjanpalo beisteuern, der in der 86. Minute nach einem dynamischen Lauf aufs Gästetor zimmert, aber Torhüter Hesl nicht überwinden kann.
Da eine Ein-Tore-Führung immer eine gewisse Unruhe in der Schlussphase mit sich bringt, sind wir heilfroh darüber, dass die Fortuna sich diesmal eben NICHT den Schneid am Ende abkaufen lässt, sondern genau das zeigt, was wir sehen wollen – leidenschaftlichen Kampf! Die Jungs unterstützen sich gegenseitig und bügeln etwaige Fehler des Mitspielers bereitwillig aus! Coach Kramer entschließt sich in der Schlussphase dann dazu die Kampfkraft des Teams zu erhöhen und den Fortuna-Beton zu kräftigen und bringt mit Akpoguma und Strohdiek weitere Absicherungen. Auch Fink soll das defensive Mittelfeld stärken und macht es diesmal wieder richtig klasse. Wie wichtig dieser dreckige Sieg für den Teamspirit und die Ruhe in der Mannschaft und im Verein ist, kann man jedem einzelnen Spieler am Gesicht ablesen. Dass dies aber nur EIN Schritt in die richtige Richtung ist, scheint diesmal jedem klar zu sein, da Aussagen über Siegesserien etc. nicht getätigt wurden!
Szene des Spiels
Diesmal hat Ballkünstler-Sercan die Szene des Spiels geliefert. In der ersten Hälfte – es war nach seinem Tor – bekam er ein weites Zuspiel aus dem rechten Flügel. Der Ball kam hoch und war lange unterwegs. Während die Kugel auf dem Weg zu ihm war und er sich auf die Annahme vorbereite, winkte er in derbst cooler Manier Schauerte aus der Außenverteidigung zu sich heran, damit dieser ihn direkt überlaufen kann. Nach gelungener Annahme rechnete so ziemlich JEDER (inkl. uns) mit einem Pass in den Lauf von Schauerte. Doch Sercan schob die Kirsche in die Mitte, wo sowohl Pohjanpalo als auch Ya Konan, wenn sie denn bloß aufmerksam gewesen wären, frei in Szene gesetzt worden wären. Dies ist so ein genialer Moment, der nur dann funktioniert, wenn das im Team jemand antizipiert. Wir können hoffen, dass das noch kommt. Aber es macht auf ein Neues deutlich: Sercan ist immer für ein geiles Ding gut.
Personelles & Fazit
In diesem Spiel konnten eigentlich alle überzeugen. Rensing auf der Linie bärenstark. Koch machte seine Sache als RV unauffällig. Dass über rechts nicht viel ging, hat aber natürlich auch mit ihm zu tun. Bodzek bot eine ordentliche Partie und hat teilweise gute lange Bälle auf Sararer gespielt. In dieser Form, dürfte er Strohdiek auf die Bank verweisen. Schauerte war zusammen mit Sercan Aktivposten auf Links. Sobottka gehörte zu den Gewinnern dieser Partie. Gutes Auge, unauffällig, aber beherzt ging er zur Sache. Der wird in seine Rolle reinwachsen. Demirbay defensiver aufzustellen, hat sich ausgezahlt. Er konnte wesentlich früher im Spielaufbau das Spiel an sich reißen. Sein Wechselspiel mit Sobottka funktionierte gut. Bolly war unauffällig, hat aber fleißig hinten ausgeholfen. Ihm hat nach vorne der Druck des RV gefehlt – sehen wir es Koch als RV-Debüttanten nach. Pohjanpalo und Ya Konan waren beide sehr viel unterwegs. Sie verteidigten sehr gut mit, ließen nach vorne bis auf wenige Szenen jedoch Torgefahr missen. ABER – auch sie beteiligten sich am kompakten Defensivspiel, was diesmal ein Erfolgsgarant war. Von den Einwechselspielern möchte wir Fink hervorheben. Er packte zwei Mal seine unnachahmliche Grätsche aus und leitete bei einer Szene auch eine gute Torchance ein, indem er einen Traumpass auf Pohjanpalo spielte, der jedoch von den Verteidigern gestellt wurde.
Es gab sehr viel Positives und nur wenig zu meckern. Das ist ein erheblicher Fortschritt. Ein Sieg ist und bleibt ein Sieg. Egal, ob es nun ein Eigentor war, Bielefeld harmlos spielte, oder was auch immer… Solche Spiele haben unsere Jungs auch schon verloren. Daher sagen wir: einfach nur stolz auf diesen Sieg und die Mannschaft sein. Und weil es so schön ist, dann bitte Freitag Abend gegen den letzten Rotz von einem Reagenzglasclub aus Leipzig auswärts punkten.
In diesem Sinne – 95 Olé,
Ingo & Adnan

Alarmstufe Rot-Weiß!

29 Sep

Unsere Fortuna holt in den „Englischen Wochen“ nur 2 Punkte von möglichen 9 und verliert gegen Sandhausen mal wieder ein Heimspiel. Besonders dieser letzte Auftritt sorgt für tiefe Sorgenfalten.

Mit einem gellenden Pfeiffkonzert endete vergangenen Freitag die „Englische Woche“. Unsere Forteng hatte soeben ihr Heimspiel gegen ein erstaunlich spielschwaches Team aus der Fußball-Weltstadt Sandhausen verloren. Damit war all die positive Energie, die nach dem Heimspiel gegen 1860 und der Auswärtspartie gegen Bochum getankt wurde, fast schon wieder in Gänze aufgebraucht. Eine Mannschaft auszupfeiffen, weil ihr nichts gelingt, ist und bleibt das Allerletzte. Dass die Fans gefrustet sind, ist jedoch nachzuvollziehen. Immer und immer wieder hat man das Gefühl – und natürlich die Hoffnung – dass die Mannschaft endlich ins Rollen kommt. Doch dann setzt es wieder diese Rückschläge. Dabei schien doch eigentlich eine stabile Startelf gefunden.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

In beiden Partien griff Frank Kramer auf das gute alte (bisweilen jedoch schon nervende) 4-2-3-1 zurück. Rechts hinten wechselten sich Schauerte und Akpoguma ab. Hinten links etablierte sich Axel. In der Mitte steht das konkurrenzlose Innenverteidiger-Duo Strohdiek und Haggui. In der Zentrale hat sich Schmitz neben Koch festgespielt. Die Flügel bedienen Sararer und Bebou (oder Bolly, wenn er fit ist) und vorne stürmt Ya Konan – oder aber zuletzt Pohjanpalo. Auf der #10 hatte Demirbay bereits Monsieur Liendl mehr als ersetzt. Auf vielen Positionen gibt es auf der Bank adäquaten Ersatz. Insofern fällt es zumindest uns sehr schwer, die Probleme unseres Teams am Kader festzumachen. Und so ist es klar, dass unser Team in den meisten Spielen die spielbestimmende Mannschaft ist bzw. sein muss. Und genau hier liegt wohl das entscheidende Problem. Igelt sich ein Gegner ein, kütt unser Team nit klar.

Was schief lief gegen KSC und Sandhausen

Es lässt sich recht simpel sagen, woran konkret es derzeit hapert: Fehlt unserer Mannschaft der Raum im Mittelfeld und vor dem gegnerischen Sechzehner findet sie kein Mittel, durch eine zündende Idee, den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken. Das Spiel ist zu durchsichtig, weist überhaupt keine Überraschungsmomente auf und entbehrt jedwedem genialen Moment eines Einzelspielers, der sich durch einen Traumpass oder einem Dribbling hervortun würde. Flanken, Ecken und Standardsituationen sind zu nahezu 100% harmlos. Dabei sind Haggui, Strohdiek, Koch oder auch Akpoguma groß gewachsene Spieler und Ya Konan, Pohjanpalo oder van Duinen (noch im Angebot „fan düinen“?) wuchtig und sprunggewaltig. Doch auch da passiert nichts.

Dies führt dazu, dass unsere Truppe sehr viel Ballbesitz hat, aber absolut nichts Zählbares daraus machen kann. In Bochum war es anders. Da spielte sich das Team Chancen um Chancen heraus, scheiterte aber an Luthe und Latte. Entscheidend war in Bochum jedoch, dass unsere Jungs gegen eine Mannschaft spielten, die ihrerseits nach vorne spielte. Es entstand so sehr viel Raum für das zwar gefällige, aber auf großen Räumen angewiesen Fortuna-Dreiecks-Passspiel. Stellt ein Gegner diese Räume zu, geht nichts mehr. Hier sind dann die Herren Sararer, Demirbay und Bebou (oder Bolly) gefragt. An ihnen liegt es, mit verrückten Moves den Gegner auszuspielen. Und das will einfach nicht gelingen.

Ballkünstler-Sercan hatte uns bis jetzt durchaus gezeigt, dass er bisweilen in der Lage ist, uns eine Sararer-Torte zu servieren. Bebou hat mit seiner engen Ballführung das Zeug, mehrere Gegner hinter sich zu lassen, ist aber im Laufduell wegen seiner Statur leicht abzudrängen. Im Stand kriegt er den Ball gut abgeschirmt, aber im Sprint hat er oft das Nachsehen. Bolly hingegen muss erst in Fahrt kommen, um unaufhaltsam zu sein. Ein 1 gegen 1 gewinnt er aus dem Stand zu selten. Und Demirbay muss aus seiner beachtlichen Präsenz (immer anspielbar) noch mehr machen, schneller wissen, wann er wie wen bedienen kann. Doch dafür müssen sich die Mitspieler aber auch in Position bringen.

Doppelsechs veraltet? #10 oder falsche #9? Doppelsturm?

Insgesamt scheint es problematisch, dass unsere #10 eher als falsche #9 aufläuft. Dadurch ist Demirbay einfach zu weit vorne. Und wenn er sich zurückfallen lässt, überschneidet sich sein Raum mit Koch und/oder Schmitz. Zwischen den beiden ist auch nicht ganz so klar, wer jetzt der Holzer/Abräumer und wer der Stratege ist. Schmitz spielte grandios gegen 1860 im Spiel nach vorne und Koch zeichnete sich durch Fink’sche Abwehrarbeit aus. Doch davon ließen beide zu viel missen. Koch holt sich zudem in bester Bodzek-Manier zu viele Gelbe Karten. Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob die Doppelsechs denn nun wirklich zeitgemäß ist? Sind zwei zentrale Mittelfeldspieler, die eher defensiv stark sind, nicht einfach zu viel? Vor allem dann, wenn sie einem #10er, der das Spiel machen soll, den entscheidenden Raum zum Umschaltspiel eher wegnehmen? Überlegenswert scheint daher, mal zu versuchen, mit zwei echten Stürmern aufzulaufen. Ein 4-4-2 mit der klassischen Raute (ein #6er, ein 10#er), oder die Variante mit einem #6er und einem #8er in der Zentrale wären mal einen Versuch wert.

Pohjanpalo war gegen Sandhausen einer der Besten. Er war unheimlich viel unterwegs, hat sehr viele Kopfballduelle gewonnen und nach Eroberung hoher Bälle sehr gut die Außen bedient. Er im Zusammenspiel mit Ya Konan könnten vorne für mehr Wucht und Durchschlagskraft sorgen als jeweils alleine.

Ständiges Anlaufen bis Frust entsteht und das Gegentor-Abo!

Denn ohne diese Durchschlagskraft entsteht genau der Frust, den wir gegen Sandhausen gesehen haben. Irgendwann glauben die Spieler selber nicht mehr dran, dass es ihnen gelingt, eine echte Chance herauszuspielen – geschweigedenn ein Tor zu schießen. Besonders gegen Sandhausen wirkten die Jungs in der zweiten Halbzeit irgendwann fast schon apathisch und hilflos. Ständig nach vorne zu spielen, ohne dabei irgendwas Gefährliches zu produzieren, ist eben hochgradig frustrierend. Vor allem dann, wenn man in nahezu jedem Spiel das obligatorische Gegentor kassiert. Allesamt bedingt durch zum Teil gravierende Abwehrfehler. Vor allem gegen den KSC (Monsieur Strohdiek) und gegen Sandhausen (Senor Rensing) führten eklatante individuelle Fehler zum Gegentor. Das darf man Einzespielern nicht übel nehmen – schon gar nicht, wenn sie wie bei Rensing wochenlang konstant Leistung gebracht haben. Nur ist dieses Gegentor-Abo ein weiterer Grund, warum unsere Jungs DRINGEND an der Effizienz ihres Offensivspiels arbeiten müssen.

Besorgniserregende Szenen der Partie gegen Sandhausen

Es gab drei Szenen – beides Standardsituationen – die deutlich machten, dass noch viel Arbeit vor Coach Kramer steht.

Die erste Szene zeigte das Fehlen des Verhaltens einer verschworenenen, intakten Truppe. Bebou, unser Youngster, wird recht früh im Spiel vor dem Sechszehner der Sandhausener gefoult. Der #17er der Sandhausener kassiert die Gelbe Karte, regt sich tierisch auf, beugt sich auf den noch am Boden liegenden Bebou und schnauzt ihn in aggressiver Manier an. Hier nun die Frage: Wo waren die Axels, Hagguis, Kochs, Sararers, Strohdieks und Schmitzs, die dazwischengehen und dem Gegner in dieser Sekunde mal so richtig in die Schranken weisen – getreu dem Motto: „Alter, verpiss Dich und mach‘ meinen Teamkollegen nicht an, sonst kriegst Du Ellebogen und Sohle zu schmecken!“ Warum richtet sich Bebou nicht sofort auf, giftet den Gegner zurück und zeigt ihm, wer hier eigentlich Heimspiel hat? Hier bedarf es noch einer ganzen Portion Gift und Galle. Was war noch mal der Job von Sascha Rösler…?

Die zweite Szene war der unfassbar schlecht ausgeführte Freistoß aus gut 20 Metern vor dem Sandhausener Tor. Sarerer, Schmitz und Ya Konan stehen zum Ausführen bereit. Schmitz tupft den Ball zu Sararer, der denkbar schlecht weiterleitet zu Ya Konan, der aufgrund der unfassbar schlechten Vorlage aus ungünstiger Schussposition draufhält und die Kirsche elendig weit vorbeidonnert.

Die zweite Szene erschreckte uns jedoch weitaus mehr. Wir waren bereits in der Endphase des Spiels, lagen zurück und hatten kaum noch 10 Minuten auf der Uhr, als wir eine Ecke erhielten. Sararer war im 16er, Demirbay stand kurz davor. Demirbay signalisiert zu Sararer, er möge doch die Ecke ausführen – von links vom Tor weg reinzirkeln. Sararer machte aber deutlich, dass Demirbay doch bitte die Ecke ausführen solle – von links mit Links in den 16er reinzirkeln. Drei, vier Sekunden lang gestikulierten die beiden und stritten darüber, wer die Ecke ausführen soll. Solange, bis Axel die Faxen dicke hatte und im Vollsprint zur Ausführung der Ecke düste – sichtlich geladen und mit hochroter Birne. Hier stellt sich die Frage: Was bitte geht in den Herren Sararer und Demirbay vor, dass sie in einer solchen Situationen meinen, sich darüber streiten zu können, wer den jetzt die Ecke ausführt? Zeit hatten wir da schon wahrlich nicht mehr. Da muss Trainer Kramer die Zuständigkeiten ganz klar definieren und durchsetzen.

Kramer unter Druck? Ja! Trainerdiskussion? Nein!

Wir sind felsenfest der Überzeugung, dass Diskussionen über einen Trainerwechsel jetzt völlig unnütz sind. Mit Kramer und Manager Azzouzi ist im Kader ein Umbruch erfolgt. Dieser zeigt noch überhaupt keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Doch wurde zeitweise deutlich, dass diese Mannschaft zu tollem Fußball imstande ist. Ja, viel zu selten. Ja, noch geht viel zu viel schief. Doch würde das abgestellt, wenn jemand Neues käme? Wir lesen hier Rufe nach Norbert Meier. Leute, geht es noch…? Sind wir so rückwärtsgewandt und nostalgisch, dass wir denken, früher war alles besser und daher müssen wir die Uhren rückwärts drehen? Checken wir nicht, dass sich Zeiten ändern? Anderenorts hoffen Leute auf Zorniger, weil der ja wohl bald beim VfB Stuttgart fliegen wird. Zorniger? Der Retortenclubschafshirte? Wirklich? Der Mann, dessen Aufgabe es war, aus einem Haufen von Leuten ohne jedwede Vereinsbindung in einem Reagenzglasprojekt ein Fußballteam zu formen? Wollen wir das? Naja, und dann wäre ja noch Lucien Favre… Klar… Das entbehrt jedwedem weiteren Kommentar.

Nein, nein, nein. Wir haben das so bestellt und das wird jetzt so gegessen (es lebe Volker Pispers). Wir müssen unsere Ansprüche runterschrauben. Die Mission Aufstieg für zwei, drei Jahre verschieben und nun erst mal schauen, dass eine stabile, konstant spielstark auftretende Mannschaft in unseren Vereinsfarben aufläuft. Ein Team, das ein oder zwei Mal oben am Aufstiegsplatz schnuppert, bis es dann auch mal wirklich klappt. Solange wir mal erstligareif und dann wieder auf VfB Hilden Niveau spielen, hat noch keine Identität. Schaut Euch den Kader an. Welcher Zweitliga-Club kann damit mithalten? Das Potenzial ist da. Lasst uns die Fortuna wieder als Langzeitprojekt wahrnehmen. Und hierfür denken wir, ist Kramer der Richtige.

Und dennoch: Es müssen Punkte her, um nicht unten den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren. Kommenden Freitag geht es auf den Betze. Da spielten wir eigentlich immer ordentlich. Da muss ein Auftritt wie gegen Bochum her. Von der Ausgangslage her und der zu erwartenden Spielweise der Lauterer könnte diese Partie schon wieder unsere Forteng liegen.

Also, punkten, Charakter zeigen, Brust raus, Ego tanken, liebe F95er!!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

Findungsphase Olé

5 Aug

Unsere Jungs bescheren uns zunächst ein Fußballfest im eigenen Wohnzimmer, werden dann aber von cleveren Paderbornern ausgehebelt und letztlich gar nicht mal unverdient besiegt.

Mit großer Vorfreude fieberte die rot-weiße Fangemeinde dem ersten Heimspiel der Saison entgegen. Und dann auch direkt gegen einen Bundesligaabsteiger, der vor gar nicht zu langer Zeit meinte, uns zu Hause mit einer historischen Niederlage peinigen zu müssen. Mahir Saglik… Diesen Namen hatten wir uns gemerkt. Vier Buden hatte er uns vor zwei Jahren eingeschenkt. Und an seiner Laune in den 90 Minuten vom vergangenen Sonntag konnte man den Spielverlauf ablesen. Super genervt und Schiri Kircher auf den Sack gehend, rannte er im ersten Durchgang wie ein dauerhaft schimpfender Kobold über das Grün. In der zweiten Halbzeit hingegen war er wieder ein Motor seiner Mannschaft und hatte plötzlich nichts mehr zu meckern. Was war geschehen? Und wie gingen wir eigentlich ins Rennen?

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Eigentlich copy+paste vom Union-Spiel. Hier und da hätte man sicher etwas Neues ausprobieren können. Aber es ist auch wirklich mal wieder an der Zeit, dass die Forteng eine echte Stammelf hat. Das war zuletzt in unserer Aufstiegssaison so. Und so spielte Kramer also mit Rensing im Tor, der Abwehrkette Akpoguma, Haggui, Strohdiek und Schmitz, der MIttelfeldzentrale Liendl & Koch, der Flügelzange Bolly und Sararer, sowie dem Sturmduo Pohjanpalo und Ya Konan. Erneut ein offensives 4-4-2.

Und Paderborn spielte mit… ähm… also diesem Saglik halt, mit Ouali, Sturmtank Proschwitz und öhm… Kruse hieß der Torwart. Ach ja, und Ex-Fortune Ndjeng.

1 HZ: Beste Fortuna-Heimperformance seit voll lange so…
Unsere Jungs bestätigten vom Anpfiff weg, warum knapp 30.000 Fortunen voller Vorfreude den Weg in die Arena gefunden hatten und legten mit einem Offensivspektakel los. Angriff über links. Sararer hat die Kirsche, Schmitz überläuft, kriegt den Ball, spielt schnell zu Ya Konan im Halbfeld, der direkt wieder auf die Außenposition auf Schmitz, der mittlerweile an der Grundlinie angekommen ist, überhaupt nicht lange fackelt, sondern sofort in die Mitte passt, wo Bolly goldrichtig steht und den Ball cleverst an Kruse zum 1-0 vorbeischiebt. Alter… Watt ne Buuuuude! Sensationell. Die „Kühe-Schweine-Paderborn“-Kicker waren von diesem Tempo sichtlich überfordert. Und die Fortönn macht weiter. Immer wieder rollt ein Angriff über Links. Gleichzeitig ist ML10 endlich der Mittelfeldregisseur, den wir alle in ihm sehen wollen. Immer anspielbar, mit geilen Pässen in die Tiefe. Die Lulatsche in der Innenverteidigung des EssZehPee kommen mit unserer „Flach-spielen-hoch-gewinnen“-Spielweise nicht klar. Selbst unsere Ecken kommen bisweilen völlig überraschend rein. ML10 und SS22 (okay, sieht politisch schwierig aus – machen wir nur genau ein Mal) stehen an der Eckfahne und man fragt sich, was das soll. Schließlich läuft Sararer an und flankt butterweich auf die linke Klebe von Schmitz, der den Ball volley nimmt. Eine Paderborner Birne ist dazwischen und es gibt direkt noch mal Ecke, die (Ihr ahnt es) nichts einbringt. Aber auch diese Szene zeigt: Diese Mannschaft hat endlich wieder Cojones! Doch es sollte nicht gelingen, die sehr schön anzusehenen Angriffe zu etwas Zählbarem zu machen. Tja, und da war dann leider noch unser Youngster Kevin Akpoguma. Sichtlich beeindruckt von der Kulisse und überfordert von seinem routinierten und quirligen Gegenspieler Ouale verlief das Spiel suboptimal für unsere Nummer 6. Viele wollten „SECHS, SETZEN“ rufen. Doch Kramer wollte nicht gleich zu brutal sein. Richtig, wie wir finden. Paderborn kam jedenfalls zu Chancen – genau wegen unserer Schwachstelle hinten rechts. Man muss aber auch sagen, dass der Turbo-Mathis wenig nach hinten gearbeitet hat. Das kam erschwerend für Akpoguma dazu. Nach 25 Minuten war in jedem Fall die Partie ausgeglichen. Wir hätten nachlegen müssen, aber auch Paderborn hätte ausgleich können.

2. HZ: Ja, isset denn schon wieder so weit…?

Naja, dann kam eben die zweite Halbzeit. SCP-Trainer Gellhorst hatten offenbar genau ausgemacht, wie sein Team fortan agieren sollte. Denn sie machten effektiv unsere Passräume zu. Flache Ballstaffetten wollten uns nicht mehr gelingen. Zudem schienen die Blau-Schwatten wachsamer und aggressiver – vielleicht sogar frischer. Sie kamen schnell zu Chancen, weil sie unsere Abwehr einfach aushebelten: Back-from-the-UK-Proschwitz stand plötzlich mit viel Platz und Zeit am Sechzehner allein vor Rensing. Doch unsere Nummer #1 legte einen lupenreinen Telemark hin und parierte mit dem rechten Bein glänzend. Wenig später konnte aber auch Rensing nichts tun… Auf unserer linken Abwehrseite entwischte die SCP-22. Schmitz war einfach zu langsam und konnte die Hereingabe nicht verhindern. Und leider eskortierten Haggui und Akpoguma Sir Proschwitz statt ihn zuzustellen. So erreichte ihn die Hereingabe und mit einem Mix aus Knie, Wade und vielleicht doch ein wenig Fuß netzte Proschwitz ein. 1-1! Schöne Kacke. Eben dieser Proschwitz hatte Blut geleckt, forderte nach einer Ecke Rensing erneut zu einer Hanspara… äh… Glanzparade. Unsere Jungs waren sichtlich beeindruckt. Hinten stimmte die Zuordnung nicht. Akpoguma wackelte, Haggui und Strohdiek verstanden nicht, sich die Räume vernünftig aufzuteilen. Tja, und dann musste es halt passieren… Saglik und Wydra rollten über unsere rechte Abwehrseite in unseren 16er, die gesamte Abwehrreihe versemmelte die Abwehrversuche und so landete der Ball bei Ndjeng, der keine Mühe hatte, diesen seltsamen Angriff mit einem Tor abzuschließen… 1-2, also! Hässliche Kacke! In der Folge drehten unsere Jungs wieder auf und machten Druck. Doch da kommt dann die Cleverness einer guten Mannschaft zum Vorschein: Paderborn wusste effektiver zu stören und uns wollte der Abschluss nicht gelingen. Super sehenswert war Bollys 360-Move vor dem Paderborner Tor, den er leider nicht vollenden konnte. Schön war auch die Schussstaffette beginnend mit Sararer und Koch und endend mit Schmitz. Die Schüsse schmerzten Paderborner „Nüsse“ – aber ein Tor wollte nicht gelingen. So endet diese Partie dann leider mit 1-2! Ernüchterung, wo man hinsah.

Szene des Spiels
27. Minute: Definitiv der schönste Angriff in der Arena seit vielen Jahren: Langer Ball von der linken Abwehrseite von Schmitz. Sararer nimmt den Ball an, hält ihn mit dem Fuß hoch, ein Mal, zwei Mal, legt dann genial rüber zu Liendl, der schickt sofort Ya Konan, der den Ball ebenfalls mit dem „first touch“ über Kruse lupft – aber leider vorbei. Klar, Ihr kennt die Szene und braucht dafür keine Erinnerung. Naja, aber eigentlich schon: Denn die Szene steht für das, was diese Saison geht. Rein spielerisch. Das ging jetzt ein paar Zentimeter vorbei, aber das Potenzial sehen wir ja jetzt alle.

Fazit
Wenn eine Mannschaft so unterschiedliche Halbzeiten spielt, hat es vor allem damit zu tun, dass sie noch nicht ihre Balance gefunden hat. Die notwendigen Automatismen greifen noch nicht. Offensivleute wie Sararer und Bolly müssen womöglich mehr an die Abwehrarbeit denken, um ihre Kollegen der Außenverteidigung zu unterschützen. Haggui und Strohdiek müssen Stellungsspiel und Laufwege besser aufeinander abstimmen und Freund Akpoguma muss internalisieren, dass auch in der 2. Bundesliga nur auf Rasen und mit einem Ball gespielt wird. Dann wird er auch ruhiger. Und die Jungs vorne müssen ihre Chancen konsequenter nutzen. Dann wird schnell alles besser. Wir wehren uns mit aller Vehemenz dagegen, jetzt damit zu beginnen, vom Horror der letzten Saison zu sprechen, der sich jetzt wiederholt. Das ist eine fast komplett neue Mannschaft. Das wird noch etwas brauchen.

Highlights im Team
Der Turbo-Mathis. Auch, wenn er nach hinten zu wenig tut. Er zeigt, was in ihm steckt und das Tor wird ihm gut tun. Es ist gut, dass Kramer ihn nur 60 Minuten spielen lässt. Sein Körper ist vielleicht nur für so viel gemacht. Ballstreichler-Sercan hat in der ersten Halbzeit effektiver gezaubert. Aber insgesamt einer der besten Techniker, den wir seit langem in unseren Reihen sehen. Er bleibt ein Highlight, auch wenn er wie die anderen in der zweiten Halbzeit abgebaut hat. Breakdance-Micha zeigt auf der Linie und im 1 gegen 1, dass auf ihn Verlass ist. Er muss vielleicht noch einige „Unhaltbare“ mehr halten, weil unsere Abwehr noch zu viel zulässt.

Was würden wir als Coach anders machen?
Gegen RWEFUV (Ihr wisst schon ;-)) könnte man Akpoguma noch mal bringen. Einfach, damit er jetzt nicht die volle Breitseite kriegt. Aber danach sollte Schauerte mal wieder randürfen. Vorne vielleicht mal van Duinen für Pohjanpalo. Und vielleicht doch lieber Bebou als Axel bringen, wenn Bollys Muskeln geschont werden müssen. Kommt natürlich auf den Spielstand an – aber Bebou ist eigentlich bislang immer ein Garant für Alarm gewesen, wenn er eingewechselt wurde.

Ausblick

So, und nun darf es kommendes Wochenende eigentlich nur Eines geben: Den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals. Alles Andere wäre nie und nimmer zu entschuldigen und gar ein wenig vernichtend. An all die Fortunen mit Schaum vor’m Mund sei mit auf den Weg gegeben, dass es wirklich, wirklich, wirklich bei Sprechchören, Shirts, Parolen und großer Fresse bleiben sollte. Randale braucht keine Sau – und unser Verein am wenigsten. Macht den Essenern Angst. Schreit heraus, dass Ihr sie nach dem Candlelight-Dinner gleich wieder vergessen möchtet, aber tut ihnen nichts… 🙂

Welch vernünftiger Schlusston.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo