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Ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg!

19 Okt
Unseren Jungs gelingt endlich wieder ein Heimsieg. Keine Gala, nein. Aber vom Spirit her 100%ig bei der Sache überzeugt unser Team gegen harmlose und limitierte Bielefelder.
Der Krampf hatte uns längst eingeholt. Wieder mussten wir während einer Länderspielpause hoffen, dass sich etwas tut bei der Forteng und endlich Wege gefunden werden, Lockerheit, Zuversicht und Teamgeist in diese Mannschaft zu impfen. Doch dann ist da dieser Lärm im Vorstand des Vereins. Kaum einer blickt da noch durch und wir erleben den klassischen Fall, dass ein unruhiges Umfeld in der Vereinsführung sich negativ auf die Saison auswirkt. Die Stimmung unter den Fans ist angespannt, und auf dem Platz will der Knoten einfach nicht platzen. Schon wieder so unendlich viele Dinge, um die man sich Gedanken machen muss, statt sich einfach nur auf 34 Saisonspiele zu freuen. Nun denn – das ist Fortuna; auch 2015. Da müssen wir jetzt durch. Ein Blick auf die Aufstellung machte deutlich, dass Kramer sich ebenfalls ein paar Gedanken gemacht hatte…
Aufstellung und Taktik
Für die dringend nötigen Optimierungen zauberte Coach Kramer einige Änderungen in der Startaufstellung aus dem Hut. Bereits in der Viererkette gab es ersten Änderungen. Als RV begann Julian Koch und Schauerte wurde auf die linke Seite verschoben; die Innenverteidigung bildeten die Routiniers Haggui und Bodzek, der nun erst mal Strohdiek verdrängt zu habe scheint. Auf der Bank fand man keinen Lukas Schmitz – hier wird gerüchteweise gemunkelt, dass es zwischen Schmitz und Kramer gekracht hatte! Im Mittelfeld wurden unsere Fortunen auch ordentlich durcheinandergewürfelt; zentral standen Sobottka und Dermirbay und auf den Außenpositionen kehrten die beiden Tempomacher Bolly und Sararer zurück. Durch die Aufstellung der beiden Stürmer Pohjanpalo und Ya Konan ergab sich somit eine 4-4-2 Formation – ohne 10er, mit zwei Stürmern. Und wir erlauben uns zu schreiben, dass wir genau diese Formation zuletzt gefordert hatten 🙂 Unser Ex-Trainer Norbert Meier – mit Applaus begrüßt – und seine Aufsteigertruppe aus Bielefeld bot keine allzu bekannten Namen auf. Außer dieser Riese Klos vorne, der schon die ein oder andere Bude gemacht hatte. Auf dem Papier also mal wieder eine eindeutige Sache.
 
HZ1: Der Selbsttunnel
Der Spielstart ist dann wirklich keine große Überraschung – Bielefeld zieht sich weit zurück, überlässt der Fortuna mehr oder weniger das Spielfeld und hofft darauf, dass unsere Jungs wie in den Spielen zuvor gegen „Maurer“ verzweifeln und die Gäste somit selbst durch Konter zum Erfolg kommen können. Die Fortönn macht aber zunächst erstmal selbst einen gemächlichen Eindruck und rennt nicht wie in den letzten Spielen krampfhaft nach vorne, um sofort den Sieg erzwingen zu wollen. Daraus ergeben sich erstmal 20 Minuten Mittelfeldgekicke ohne nennenswerte Chancen. Zumindest ist aber zusehen, dass sich die Jungs ins Zeug legen und konzentriert sind. Beide Teams werden nach und nach wacher. Innerhalb von zwei Minuten bollert erst Linksfuß Demirbay zum ersten Mal nennenswert auf den Kasten von Gästekeeper Hesl und im direkten Gegenzug muss auch Rensing zum ersten Mal in diesem Spiel einen Kopfball aus kurzer Distanz parieren.
Wenig später gibt es dann endlich Dank Ballkünstler-Sercan Grund zum Jubeln! Zusammen mit Julian Schauerte setzt sich der Deutsch-Türke auf der linken Seite durch und zwei Bielefelder beteiligen sich freundlicherweise  (aber wohl unfreiwillig) am Kombinationsspiel, da ihre Klärungsversuche wie perfekte Zuspiele auf die beiden Fortunen wirken. Am Ende dieser etwas kuriosen Kombination tankt sich Sararer bis zur Grundlinie durch und läßt ein flaches Zuspiel in die Mitte folgen; der Winkel ist für einen gefährlichen Pass in den Rücken der Abwehr eigentlich schon viel zu spitz aber wir können uns über die freundliche Beihilfe des gegnerischen Keepers bedanken, da sich Hesl nach der Hereingabe Sararers mit der eigenen Hacke irgendwie selbst tunnelt und die Kirsche im Tor versenkt. So was nennt man: Tor erzwingen. Bravo, Sercan!
Ein paar Minuten später „feiern“ wir den obligatorischen Alu-Treffer des Spiels, als Schauerte deftig aus der 2.Reihe drauf pöhlt. Leider schmettert das Pfund gegen die Latte – schade! Die Gäste probieren es nun hin und wieder auch mal mit einem Torabschluss aber Rensing ist auf dem Posten und auch die Feldspieler schmeißen sich im Kollektiv zum Blocken bereitwillig in die abgegebenen Schüsse der Gäste. So passiert dann bis zum Pausenpfiff nicht mehr besonders viel Erwähnenswertes, da auch die Offensivbemühungen (besonders durch Unruheherd Sararer) der Fortuna nicht Zählbares mehr hervorbringen.
HZ2: Als Team die Führung verteidigt
Die Teams kommen unverändert aus der Kabine; zumindest was des Personal betrifft, denn in puncto taktischer Marschroute kann man schon die ein oder andere Änderung wahrnehmen. Bielefeld versucht nun selbst, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, während die Fortuna auf Konterspiel setzt. Bis aber mal gefährliche Konterattacken durch Demirbay und unseren Didi zu Ende gespielt werden, dauert es bis zur 70. Minute. Dass diese dann nicht von Erfolg gekrönt sind, liegt am guten Gästekeeper Hesl. Auf der anderen Seite verteidigt die Fortuna als Team und macht es diesmal richtig gut. Zwar kommen die Bielefelder ein paar Mal zum Torabschluss, aber spätestens bei Rensing ist Schluss – der Mann ist wirklich konstant eine Bank. Die beste Chance der zweiten Hälfte sollte dann unser „Iceman“-„Palimpalim“ Pohjanpalo beisteuern, der in der 86. Minute nach einem dynamischen Lauf aufs Gästetor zimmert, aber Torhüter Hesl nicht überwinden kann.
Da eine Ein-Tore-Führung immer eine gewisse Unruhe in der Schlussphase mit sich bringt, sind wir heilfroh darüber, dass die Fortuna sich diesmal eben NICHT den Schneid am Ende abkaufen lässt, sondern genau das zeigt, was wir sehen wollen – leidenschaftlichen Kampf! Die Jungs unterstützen sich gegenseitig und bügeln etwaige Fehler des Mitspielers bereitwillig aus! Coach Kramer entschließt sich in der Schlussphase dann dazu die Kampfkraft des Teams zu erhöhen und den Fortuna-Beton zu kräftigen und bringt mit Akpoguma und Strohdiek weitere Absicherungen. Auch Fink soll das defensive Mittelfeld stärken und macht es diesmal wieder richtig klasse. Wie wichtig dieser dreckige Sieg für den Teamspirit und die Ruhe in der Mannschaft und im Verein ist, kann man jedem einzelnen Spieler am Gesicht ablesen. Dass dies aber nur EIN Schritt in die richtige Richtung ist, scheint diesmal jedem klar zu sein, da Aussagen über Siegesserien etc. nicht getätigt wurden!
Szene des Spiels
Diesmal hat Ballkünstler-Sercan die Szene des Spiels geliefert. In der ersten Hälfte – es war nach seinem Tor – bekam er ein weites Zuspiel aus dem rechten Flügel. Der Ball kam hoch und war lange unterwegs. Während die Kugel auf dem Weg zu ihm war und er sich auf die Annahme vorbereite, winkte er in derbst cooler Manier Schauerte aus der Außenverteidigung zu sich heran, damit dieser ihn direkt überlaufen kann. Nach gelungener Annahme rechnete so ziemlich JEDER (inkl. uns) mit einem Pass in den Lauf von Schauerte. Doch Sercan schob die Kirsche in die Mitte, wo sowohl Pohjanpalo als auch Ya Konan, wenn sie denn bloß aufmerksam gewesen wären, frei in Szene gesetzt worden wären. Dies ist so ein genialer Moment, der nur dann funktioniert, wenn das im Team jemand antizipiert. Wir können hoffen, dass das noch kommt. Aber es macht auf ein Neues deutlich: Sercan ist immer für ein geiles Ding gut.
Personelles & Fazit
In diesem Spiel konnten eigentlich alle überzeugen. Rensing auf der Linie bärenstark. Koch machte seine Sache als RV unauffällig. Dass über rechts nicht viel ging, hat aber natürlich auch mit ihm zu tun. Bodzek bot eine ordentliche Partie und hat teilweise gute lange Bälle auf Sararer gespielt. In dieser Form, dürfte er Strohdiek auf die Bank verweisen. Schauerte war zusammen mit Sercan Aktivposten auf Links. Sobottka gehörte zu den Gewinnern dieser Partie. Gutes Auge, unauffällig, aber beherzt ging er zur Sache. Der wird in seine Rolle reinwachsen. Demirbay defensiver aufzustellen, hat sich ausgezahlt. Er konnte wesentlich früher im Spielaufbau das Spiel an sich reißen. Sein Wechselspiel mit Sobottka funktionierte gut. Bolly war unauffällig, hat aber fleißig hinten ausgeholfen. Ihm hat nach vorne der Druck des RV gefehlt – sehen wir es Koch als RV-Debüttanten nach. Pohjanpalo und Ya Konan waren beide sehr viel unterwegs. Sie verteidigten sehr gut mit, ließen nach vorne bis auf wenige Szenen jedoch Torgefahr missen. ABER – auch sie beteiligten sich am kompakten Defensivspiel, was diesmal ein Erfolgsgarant war. Von den Einwechselspielern möchte wir Fink hervorheben. Er packte zwei Mal seine unnachahmliche Grätsche aus und leitete bei einer Szene auch eine gute Torchance ein, indem er einen Traumpass auf Pohjanpalo spielte, der jedoch von den Verteidigern gestellt wurde.
Es gab sehr viel Positives und nur wenig zu meckern. Das ist ein erheblicher Fortschritt. Ein Sieg ist und bleibt ein Sieg. Egal, ob es nun ein Eigentor war, Bielefeld harmlos spielte, oder was auch immer… Solche Spiele haben unsere Jungs auch schon verloren. Daher sagen wir: einfach nur stolz auf diesen Sieg und die Mannschaft sein. Und weil es so schön ist, dann bitte Freitag Abend gegen den letzten Rotz von einem Reagenzglasclub aus Leipzig auswärts punkten.
In diesem Sinne – 95 Olé,
Ingo & Adnan
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The Verkrampfung is back!

5 Okt

Die Fortuna verliert das zweite Spiel in Folge und läßt sich am Betzenberg drei Tore einschenken, ohne selbst auch nur einen Treffer zu produzieren und das, obwohl drei gelernte Stürmer von Beginn an den Roten Teufeln das Fürchten lehren sollten. Trainer? Ratlos! Spieler? Ratlos! Alle anderen irgendwie auch…

Wieder so ein Spiel, was keinen Spaß gemacht gemacht hat. Davon hatten wir in den vergangenen Jahren wahrlich genug. Nur mit viel Frust kann man im Moment als Fortune den Blick auf die Tabell der 2.Liga ertragen. Wir stehen punktgleich mit dem Vorletzen nach 10 Spieltagen auf dem Relegationsplatz – das hatten wir und alle Beteiligten sich wohl anders vorgestellt. Klar, die Fortuna steckt mitten im Umbruch und da gehören Rückschläge leider dazu. Das Problem hierbei ist aber, dass der besagte Umbruch bereits drei Jahre dauert und der Geduldsfaden langsam wirklich extrem dünn wird. Dies belegen auch ziemlich offensichtlich die Zuschauerzahlen in der Arena. Die Parallelen zu den vorherigen Spielzeiten sind da leider auch nicht wegzudiskutieren, obwohl das komplette Personal (bis auf wenige Ausnahmen) ausgetauscht wurde. Auch unter Mike Büskens ging es damals ähnlich los wie jetzt: ein neuer Trainer mit offensivem Konzept und zahlreiche neue Spieler kamen – Aufbruchstimmung in da House! Die Saison geht los; spielerisch überzeugt die Mannschaft, spielt erfrischenden Fußball, zwar nicht über 90 Minuten aber in jedem Spiel wird zu Saisonbeginn deutlich, was in der Truppe steckt. Was fehlt sind Konstanz und vor allem eins: Siege und die dazugehörigen Punkte! In der gleichen Situation stecken wir nun wieder: die letzten beiden Spiele ausgenommen, waren unsere Jungs in jedem Spiel mindestens ebenbürtig. Freiburg und Bochum, die beiden Spitzenreiter, wurden zu großen Teilen sogar an die Wand gespielt. Was aber komplett fehlt, ist der Ertrag in Form von Toren und Punkten. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport und wenn die entsprechenden Ergebnisse fehlen wird dies zu einem Problem. Für die hieraus resultierende Verkrampfung, war das Spiel in Kaiserslautern leider ein allzu bezeichnendes Beispiel:

Aufstellung und Taktik

Wieder wählte Coach Kramer die 4-2-3-1 Variante, allerdings sollte diesmal die personelle Brechstange die nötigen Punkte herbeiführen. Mit van Duinen, Ya Konan und Pohjanpalo standen direkt drei Mittelstürmer auf dem Platz, der Holländer in der Mitte und die anderen Zwei sollten (hierauf liegt die Betonung) über die Flügel Alarm machen. Demirbay begann auf der „10“ und die Doppelsechs wurde erstmals von Startelf-Rückkehrer Fink und Julian Koch besetzt. Somit rückte Mr.Schmitz wieder auf seine angestammte Position als LV und wie schon zuletzt komplettierten Haggui, Strohdiek und Schauerte die Viererkette. Rensing begann wie gewohnt im Tor. Bei den Gastgebern war Ex-Fortuna Gaus in der Startelf und irgendwie fürchteten sich alle davor, dass der dritte Ex-Fortune in Folge gegen seine alte Mannschaft treffen würde, wenigstens dies sollte uns aber erspart bleiben.

HZ1: Wiederholter Antrag auf Ecken-Verzicht

Minutiös werden wir dieses Spiel bestimmt nicht aufarbeiten, dafür gibt es einfach zu wenig Positives zu berichten! Wir legen mal damit los, wie wir uns zum wiederholten, wiederholten, wiederholten, wiederholten Male ein Gegentor nach einer eigenen Ecke einhandeln. Jetzt mal ganz ohne Ulk, es ist in den letzten zwei Jahren bestimmt schon das 10. Mal, dass wir die gleiche Spielszene beschreiben: wir haben einen Eckball, der Gegner blockt diesen ab, schaltet schnell um, unsere Hintermannschaft ist unsortiert und wird überlaufen und am Ende zappelt die Murmel in unserem Gehäuse! Wie kann das sein? Passiert dies 1-2 mal, gut, blöd gelaufen! Aber so? Die Fortuna ist seit Ewigkeiten komplett ungefährlich bei eigenen Eckbällen, an mehr als ein eigenes Tor nach einer Ecke können wir uns beim besten Willen nicht erinnern; dafür aber an zahlreiche Kontergegentore! Eckbälle, die ja eigentlich zu guten Chancen des eigenen Teams werden sollen, sind bei der Fortuna einfach nur kontaproduktiv und gefährlich – also, liebe Fortunen, bolzt beim nächsten Eckball das Spielgerät einfach direkt ins Seitenaus und lasst die Abwehrkette hinten in Formation bleiben! Der von uns vor einigen Monaten geforderte Antrag beim DFB auf Eckenverzicht, wäre auch immer noch eine Option…

Das Spiel selbst ist Chaos pur: beide Teams ackern und kämpfen, Spielfluss und geordneter Aufbau sind dafür absolute Mangelware. Unsere Jungs wollen zwar, rennen sich aber andauernd in der defensiven Ausrichtung der Gastgeber fest. Gute Einfälle und Zuspiele auf die drei Stürmer finden nicht statt. Hier liegt auch zumindest ein Teil des Hundes begraben, denn eigentlich war in den vorherigen Partien das Spiel über die Außenpositionen ein wichtiger Bestandteil der F95-Offensive, da hier aber nun „gelernte“ Mittelstürmer stehen und Linien-Flitzer wie Axel, Sararer und Bolly fehlen, funktioniert das Flügelspiel überhaupt nicht. Ernüchtert geht es in die Halbzeitpause.

 

HZ2: Schneid zu verkaufen!

Hatte sich Lautern in der ersten Hälfte noch so ziemlich darauf konzentriert defensiv gut zustehen, die Fortuna-Angriffe abzublocken und gelegentlich zu kontern, kam der Gastgeber mit forschem Offensivdrang aus der Kabine. Sofort brennt es lichterloh in Rensings Strafraum. So dauert es dann auch nur neun weitere Minuten, bis nach einem Freistoß irgendein pfälzer Verteidiger die Kirsche per Kopf zum 2:0 in unserem Tor versenkt. Wir haben zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Bock mehr auf das Spiel und glauben (leider, leider, leider) nicht daran, dass unsere Jungs das noch umbiegen können. Darin bestärken sie uns dann auch, denn die Offensiv-Bemühungen unserer Jungs bleiben leider genauso uninspiriert und erfolglos wie zuvor. Die Fortunen kämpfen zwar, aber die Gastgeber eben auch und die tun dies leider effektiver. Kaiserlautern hat dann noch ein paar Chancen den Sack komplett zuzumachen; nutzen tun sie dann erst die letzte Chance des Spiels in der Nachspielzeit und stellen den 3:0 Endstand her.

Fazit des Spiels

Verkrampfung macht sich breit. Dies begann bereits beim Heimspiel gegen Sandhausen, wo man unseren Jungs den Willen zu Siegen nicht absprechen konnte, die Mittel um diesen herbeizuführen aber gefehlt haben. In der Pfalz wurde dies nun fortgesetzt, kopf- und ideenlos wird angerannt, um den Sieg zu erzwingen. Leider haben unsere Kontrahenten aber auch immer Scouting-Abteilungen oder zumindest Fernsehgeräte, so dass sie sich gut auf die Fortuna in misslicher Lage vorbereiten können. Jedem ist klar, dass bei uns derzeit der Baum brennt. Nach dem Ausbleiben von Erfolgen, sei es durch Pech (bereits 12 Aluminium-Treffer) oder Unvermögen (dämliche Gegentore), ist jedem klar, dass sie Fortuna unter Druck steht. Aufgrund der offensiven Ausrichtung des Teams und der dazugehörigen Philosophie von Kramer, ist selbst dem debilsten Gegner bewußt, dass man sich gegen die Fortuna derzeit nur hinten reinstellen und mauern muss – denn Tore schießen wir eh zu wenige bis gar keine und hinten sind wir immer für mindestens einen dämlichen Lapsus zu haben. Die spielerische Leichtigkeit, die uns gegen Freiburg, Bochum und 1860 noch begeistert hat, ist komplett weg und alles ist bereits wieder genauso negativ verkopft wie im letzten Jahr. Ratlosigkeit wo man hinschaut.

Ausblick

Nun ist erstmal Länderspielpause und die Fortuna kann hoffentlich etwas durchatmen und sich neu sammeln, aber bringt das noch was? Wir hoffen schon, denn die Ansätze waren teilweise doch sehr gut anzusehen. Wichtig ist, dass die Verkrampfung gelöst wird, denn sie ist der Todfeind des Spiels. Die Querelen um Vorstands-Chef Kall und Aufsichtsrat sind bestimmt auch nicht hilfreich um wieder in die Spur zu finden, ebenso wenig wie mediale Panikmache (vielen Dank hier an die Herren „Journalisten“ von Bild, Express, RP und wie sie alle heißen!) oder Spieler-Bashing bei diversen sozialen Netzwerken. Hierzu noch ein kleiner Zusatz, da man, wenn es nicht läuft, immer wieder Stänkereien über die bösen Fußball-Söldner in den diversen Sozialen Netzwerken lesen kann: Leute, wacht doch bitte mal auf! Das ist PROFI-Fußball!!! Die Spieler verdienen damit ihren Lebensunterhalt, es ist ihr Beruf. Wenn man hier und da noch so Typen wie den Axel dabei hat, der Identifikation mit jeder Faser seines Seins vorlebt, dann kann man sich als Fußballromantiker glücklich schätzen, so jemanden in seinem Verein zu haben. Alles andere ist nostalgischer Irrsinn. Auch die „bösen Söldner“ wollen aus diversen Gründen gewinnen – denn verlieren ist auf so viel Ebenen total für den Allerwertesten!

Ein Trainer-Rausschmiss wäre aus unserer Sicht (noch) nicht die richtige Entscheidung. Bis zur Winterpause sollte das Trainer-Team noch Zeit bekommen das Ruder rumzureißen. Hoffen wir darauf, dass die Länderspielpause dazu genutzt werden kann die Verkrampfung zu lösen und das die Truppe wieder in die Spur findet. Wichtig ist es, dass die Fortuna zumindest aus den unteren Regionen der Tabelle herausfindet und sich in sicheren Gefilden der Tabelle wiederfindet, damit wieder Ruhe einkehren kann. Wenn das gelingt, dann können vielleicht in der nächsten Saison wieder andere Ansprüche formuliert werden.

Also, liebe Herren Profis und liebes Trainer-Team, krempelt die Ärmel hoch und gebt Vollgas, bevor der Druck auf dem Kessel nicht mehr zu regulieren ist!!

 

Hoffen wir das Beste gegen Bielefeld, denn viel mehr bleibt leider derzeit nicht übrig!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

 

P.S. …das mit Kall hat sich ja wohl dann schonmal erledigt! 😉

Mehr als nur ein Punkt!

20 Sep

Unsere Jungs präsentieren sich beim Tabellenführer aus Bochum von ihrer bislang besten Seite. Kampf, Wille, Orientierung nach vorne. Und das wurde in allerletzter Sekunde belohnt – mit einem Unentschieden.

Und dann war er doch fällig… der Luthe. In der 92. Minute konnten weder er, noch Aluminium den Angriffsbemühungen unserer Forteng etwas entgegensetzen. Ballkünstler-Sercan hatte butterweich mit Links geflankt und unser neuer #9er van Duinen (fan deunen? fan daunen? fan deinen? wie spricht man ihn denn nun aus???) wuchtig ins linke obere Eck eingeköpft. Luthe konnte nur hinterhergucken – Pfosten und Latte sich nicht mal mehr verbiegen, um das Tor zu verhindern. Die Fortuna-Kurve explodierte und das Team rannte geschlossen in die Arme von Frank Kramer, der den Punktegarant des Abends eingewechselt hatte. Denn dieser Punkt war weitaus mehr als nur eine abgewendete Niederlage: Dieser Punkt machte deutlich, dass die Chemie in der Mannschaft stimmt, und dass das Glück zur Not eben erzwungen werden muss. Unser Coach hatte den Jungs aber auch wirklich die richtige Devise mit auf den Weg gegeben.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Auflaufen durfte die exakt gleich Elf wie gegen die 60er. Bellinghausen war erfreulicherweise rechtzeitig wieder fit, sodass Kramer niemanden ersetzen musste. Sehr gefreut hat uns auch, dass Bolly auf der Bank auftauchte – Ihr wisst schon: Wir rechneten damit, dass man wochenlang nichts von ihm hören würde. So war also klar, dass eine Mannschaft auflaufen würde, die noch ein kollektives Erfolgserlebnis verbuchen konnte. Wie wichtig das ist, zeigte sich mit Anpfiff des Spiels…

…ach Moment. Bochum schickte auch 11 Jungs in blau aufs Feld. Terrodde ist wieder in der Form eines Topstürmers. Also musste man sich vor ihm fürchten. Die restlichen Celozzis, Terrazzinos und Uluts kann man kennen, muss man aber nicht. Aber einer sollte uns wahnsinnig machen: Herr von und zu Luuuuuuuthe!

HZ1 & HZ2: Einbahnstraßenfußball gegen Luthe und Gebälk

Eigentlich lässt sich das Spiel der beiden Halbzeiten wunderbar in einem Satz zusammenfassen: Die Fortuna rennt an, spielt sich Chancen heraus und scheitert am Ende am überragenden Luthe oder schepperndem Aluminium. Manchmal verzogen die Jungs auch mal (Sararer, Ya Konan), oder schossen unplatziert auf den Torwart (van Duinen). Bochum kam sehr früh zu einer Chance, die Rensing entschärfen konnte. Danach hatten sie eigentlich nur noch die eine hochkarätige Chance, die Hogland (richtig geschrieben? Keine Ahnung. Egal!) sehenswert verwertete. Schauerte hatte zu kurz geklärt. Haggui kam nicht beherzt genug zum Zweikampf, wobei wohl auch jede noch so sanfte Berührung bei der Wucht, mit der Sportskamerad Hogland herangedüst kam, zu einem Elfer geführt hätte. Egal – er versenkt das Ding und überall lange Gesichter.

Gleichwohl man sagen muss, dass zumindest wir keinen Zweifel hatten, dass die Forteng nach dem, was sie in den ersten 25 Minuten gezeigt hatte, noch lange nicht geschlagen worden war. Zwar musste sich unser Team fangen; aber es ging dann weiter unaufhaltsam nach vorne. Es schien, als hätte sich die Fortuna bereits in der ersten Halbzeit mehr Chancen erarbeitet, als in der gesamten Rückrunde der Vorsaison.

Und es ging in beiden Halbzeiten unheimlich schnell. Zweikampfsicher eroberten entweder Monsieur Koch oder Schmitz die Kirsch, oder aber Schauerte, Haggui, Axel und Strohdiek machten einen Strich durch Bochumer Angriffsbemühungen. Und dann ging es in der Regel schnell nach vorne. Der gute Demirbay war dabei genau der Mittelfeldmotor, den wir so sehr in ML10 vermisst haben – klar, die Vergleicherei nervt; zumal wir ja eigentlich Liendl-Befürworter sind. Aber dieses eine Mal musste es noch sein, da man den Unterschied wirklich deutlich sehen konnte. Und seine Standards waren ebenfalls erste Sahne. Zwei Freistöße brachte er brandgefährlich aufs Tor. Die Ecken kamen scharf in den 16er. Jetzt muss man aber erst mal abwarten, ob er diese Form halten kann – falls ja, sollten wir alle den Hut vor Azzouzi ziehen für diesen Transfer.

Als Kramer merkte, dass man in dieser Partie wohl auch drei Stunden spielen könne, ohne zu treffen, schickte er Pohjanpalo, Bolly und van Duinen ins Rennen. Raus gingen Axel, Bebou und Ya Konan. Und ALLE DREI EINGEWECHSELTEN machten mächtig Alarm. Pohjanpalo aka Iceman aka Palimpalim zeigte, dass er als Joker ein echter Garant ist. Turbo-Mathis düste auch wieder mächtig rum auf rechts, führte ein Übersteigertänzchen am Bochumer 16er auf und drosch den Ball mit Gewalt gegen das Quergebälk, dass selbst die Kneipenbesitzer im Bochumer Bermuda-Dreieck dachten, hier stürze etwas ein.

Und van Duinen… Erst vergab er eine riesige Chance als es ein 3 gegen 2 vor dem Bochumer Tor gab und er schwach und mittig draufhielt, statt rechts den völlig freien Bolly zu bedienen. Doch gaaaanz kurz vor Schluss sollte es dann gelingen. Die Fortuna schickte einen Ball nach dem anderen in den 16er. Mal über rechts, mal über links. Die Bochumer Verteidigung, sichtlich kaputt vom vielen Hinterherrennen, versuchte nur noch den Sieg zu halten und mauerte sich ein. Doch bei dieser einen punktgenauen Flanke von Sercan auf van Duinen, war keiner mehr zur Stelle und vor den Augen der Bochumer Fankurze passierte, was unsere Jungs sich verdient hatten. Das F95-Tor des Abends.

Fazit & Ausblick

Wie oben angedeutet, war die ausgelassene Freude in der Fortuna-Szene sehr viel mehr als die Freude über einen Punkt beim Ligaspitzenreiter. Die Freude, die uns alle vereinte und zu einer wahnsinnig guten Stimmung beim 2000-3000 Mann starken Anhang führte, galt der rundum kampfbereiten Leistung unserer Mannschaft. Bezeichnend war, dass die Kurve gerade ihre Liebe zur Fortuna besang, als das 1-1 fiel. Denn eines ist klar: Wir hätten weitergesungen, auch wenn die Mannschaft verloren hätte. Denn sie hatte unsere Herzen gewonnen: Durch einen über 90 Minuten beherzten Auftritt! Alles hat gestimmt. Alle waren stark. Keine Ausfälle. Eine echte Teamleistung von insgesamt 14 Spielern, die an diesem Abend für unseren Verein spielen durften.

Nun geht alles ganz schnell: Dienstag schon geht es nach Karlsruhe zum sehr schwach gestarteten KSC (bloß keinen Trainerwechsel vor Dienstag bitte!!) und am Freitag kommt Sandhauen zu uns ins Wohnzimmer. Angesichsts der Tatsache, dass wir noch immer nur 16er sind, muss man mindestens vier Punkte fordern dürfen. Das tun wir hiermit auch 🙂

Wir freuen uns in jedem Fall wie Bolle (oder eben Bolly), dass unsere Jungs im zweiten Spiel nacheinander für ECHTE Freude gesorgt haben. Weiter so und unsere Liebe wird nicht mehr so weh tun wie zuletzt.

In diesem Sinne – 95 Olé

Adnan & Ingo

Findungsphase Olé

5 Aug

Unsere Jungs bescheren uns zunächst ein Fußballfest im eigenen Wohnzimmer, werden dann aber von cleveren Paderbornern ausgehebelt und letztlich gar nicht mal unverdient besiegt.

Mit großer Vorfreude fieberte die rot-weiße Fangemeinde dem ersten Heimspiel der Saison entgegen. Und dann auch direkt gegen einen Bundesligaabsteiger, der vor gar nicht zu langer Zeit meinte, uns zu Hause mit einer historischen Niederlage peinigen zu müssen. Mahir Saglik… Diesen Namen hatten wir uns gemerkt. Vier Buden hatte er uns vor zwei Jahren eingeschenkt. Und an seiner Laune in den 90 Minuten vom vergangenen Sonntag konnte man den Spielverlauf ablesen. Super genervt und Schiri Kircher auf den Sack gehend, rannte er im ersten Durchgang wie ein dauerhaft schimpfender Kobold über das Grün. In der zweiten Halbzeit hingegen war er wieder ein Motor seiner Mannschaft und hatte plötzlich nichts mehr zu meckern. Was war geschehen? Und wie gingen wir eigentlich ins Rennen?

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Eigentlich copy+paste vom Union-Spiel. Hier und da hätte man sicher etwas Neues ausprobieren können. Aber es ist auch wirklich mal wieder an der Zeit, dass die Forteng eine echte Stammelf hat. Das war zuletzt in unserer Aufstiegssaison so. Und so spielte Kramer also mit Rensing im Tor, der Abwehrkette Akpoguma, Haggui, Strohdiek und Schmitz, der MIttelfeldzentrale Liendl & Koch, der Flügelzange Bolly und Sararer, sowie dem Sturmduo Pohjanpalo und Ya Konan. Erneut ein offensives 4-4-2.

Und Paderborn spielte mit… ähm… also diesem Saglik halt, mit Ouali, Sturmtank Proschwitz und öhm… Kruse hieß der Torwart. Ach ja, und Ex-Fortune Ndjeng.

1 HZ: Beste Fortuna-Heimperformance seit voll lange so…
Unsere Jungs bestätigten vom Anpfiff weg, warum knapp 30.000 Fortunen voller Vorfreude den Weg in die Arena gefunden hatten und legten mit einem Offensivspektakel los. Angriff über links. Sararer hat die Kirsche, Schmitz überläuft, kriegt den Ball, spielt schnell zu Ya Konan im Halbfeld, der direkt wieder auf die Außenposition auf Schmitz, der mittlerweile an der Grundlinie angekommen ist, überhaupt nicht lange fackelt, sondern sofort in die Mitte passt, wo Bolly goldrichtig steht und den Ball cleverst an Kruse zum 1-0 vorbeischiebt. Alter… Watt ne Buuuuude! Sensationell. Die „Kühe-Schweine-Paderborn“-Kicker waren von diesem Tempo sichtlich überfordert. Und die Fortönn macht weiter. Immer wieder rollt ein Angriff über Links. Gleichzeitig ist ML10 endlich der Mittelfeldregisseur, den wir alle in ihm sehen wollen. Immer anspielbar, mit geilen Pässen in die Tiefe. Die Lulatsche in der Innenverteidigung des EssZehPee kommen mit unserer „Flach-spielen-hoch-gewinnen“-Spielweise nicht klar. Selbst unsere Ecken kommen bisweilen völlig überraschend rein. ML10 und SS22 (okay, sieht politisch schwierig aus – machen wir nur genau ein Mal) stehen an der Eckfahne und man fragt sich, was das soll. Schließlich läuft Sararer an und flankt butterweich auf die linke Klebe von Schmitz, der den Ball volley nimmt. Eine Paderborner Birne ist dazwischen und es gibt direkt noch mal Ecke, die (Ihr ahnt es) nichts einbringt. Aber auch diese Szene zeigt: Diese Mannschaft hat endlich wieder Cojones! Doch es sollte nicht gelingen, die sehr schön anzusehenen Angriffe zu etwas Zählbarem zu machen. Tja, und da war dann leider noch unser Youngster Kevin Akpoguma. Sichtlich beeindruckt von der Kulisse und überfordert von seinem routinierten und quirligen Gegenspieler Ouale verlief das Spiel suboptimal für unsere Nummer 6. Viele wollten „SECHS, SETZEN“ rufen. Doch Kramer wollte nicht gleich zu brutal sein. Richtig, wie wir finden. Paderborn kam jedenfalls zu Chancen – genau wegen unserer Schwachstelle hinten rechts. Man muss aber auch sagen, dass der Turbo-Mathis wenig nach hinten gearbeitet hat. Das kam erschwerend für Akpoguma dazu. Nach 25 Minuten war in jedem Fall die Partie ausgeglichen. Wir hätten nachlegen müssen, aber auch Paderborn hätte ausgleich können.

2. HZ: Ja, isset denn schon wieder so weit…?

Naja, dann kam eben die zweite Halbzeit. SCP-Trainer Gellhorst hatten offenbar genau ausgemacht, wie sein Team fortan agieren sollte. Denn sie machten effektiv unsere Passräume zu. Flache Ballstaffetten wollten uns nicht mehr gelingen. Zudem schienen die Blau-Schwatten wachsamer und aggressiver – vielleicht sogar frischer. Sie kamen schnell zu Chancen, weil sie unsere Abwehr einfach aushebelten: Back-from-the-UK-Proschwitz stand plötzlich mit viel Platz und Zeit am Sechzehner allein vor Rensing. Doch unsere Nummer #1 legte einen lupenreinen Telemark hin und parierte mit dem rechten Bein glänzend. Wenig später konnte aber auch Rensing nichts tun… Auf unserer linken Abwehrseite entwischte die SCP-22. Schmitz war einfach zu langsam und konnte die Hereingabe nicht verhindern. Und leider eskortierten Haggui und Akpoguma Sir Proschwitz statt ihn zuzustellen. So erreichte ihn die Hereingabe und mit einem Mix aus Knie, Wade und vielleicht doch ein wenig Fuß netzte Proschwitz ein. 1-1! Schöne Kacke. Eben dieser Proschwitz hatte Blut geleckt, forderte nach einer Ecke Rensing erneut zu einer Hanspara… äh… Glanzparade. Unsere Jungs waren sichtlich beeindruckt. Hinten stimmte die Zuordnung nicht. Akpoguma wackelte, Haggui und Strohdiek verstanden nicht, sich die Räume vernünftig aufzuteilen. Tja, und dann musste es halt passieren… Saglik und Wydra rollten über unsere rechte Abwehrseite in unseren 16er, die gesamte Abwehrreihe versemmelte die Abwehrversuche und so landete der Ball bei Ndjeng, der keine Mühe hatte, diesen seltsamen Angriff mit einem Tor abzuschließen… 1-2, also! Hässliche Kacke! In der Folge drehten unsere Jungs wieder auf und machten Druck. Doch da kommt dann die Cleverness einer guten Mannschaft zum Vorschein: Paderborn wusste effektiver zu stören und uns wollte der Abschluss nicht gelingen. Super sehenswert war Bollys 360-Move vor dem Paderborner Tor, den er leider nicht vollenden konnte. Schön war auch die Schussstaffette beginnend mit Sararer und Koch und endend mit Schmitz. Die Schüsse schmerzten Paderborner „Nüsse“ – aber ein Tor wollte nicht gelingen. So endet diese Partie dann leider mit 1-2! Ernüchterung, wo man hinsah.

Szene des Spiels
27. Minute: Definitiv der schönste Angriff in der Arena seit vielen Jahren: Langer Ball von der linken Abwehrseite von Schmitz. Sararer nimmt den Ball an, hält ihn mit dem Fuß hoch, ein Mal, zwei Mal, legt dann genial rüber zu Liendl, der schickt sofort Ya Konan, der den Ball ebenfalls mit dem „first touch“ über Kruse lupft – aber leider vorbei. Klar, Ihr kennt die Szene und braucht dafür keine Erinnerung. Naja, aber eigentlich schon: Denn die Szene steht für das, was diese Saison geht. Rein spielerisch. Das ging jetzt ein paar Zentimeter vorbei, aber das Potenzial sehen wir ja jetzt alle.

Fazit
Wenn eine Mannschaft so unterschiedliche Halbzeiten spielt, hat es vor allem damit zu tun, dass sie noch nicht ihre Balance gefunden hat. Die notwendigen Automatismen greifen noch nicht. Offensivleute wie Sararer und Bolly müssen womöglich mehr an die Abwehrarbeit denken, um ihre Kollegen der Außenverteidigung zu unterschützen. Haggui und Strohdiek müssen Stellungsspiel und Laufwege besser aufeinander abstimmen und Freund Akpoguma muss internalisieren, dass auch in der 2. Bundesliga nur auf Rasen und mit einem Ball gespielt wird. Dann wird er auch ruhiger. Und die Jungs vorne müssen ihre Chancen konsequenter nutzen. Dann wird schnell alles besser. Wir wehren uns mit aller Vehemenz dagegen, jetzt damit zu beginnen, vom Horror der letzten Saison zu sprechen, der sich jetzt wiederholt. Das ist eine fast komplett neue Mannschaft. Das wird noch etwas brauchen.

Highlights im Team
Der Turbo-Mathis. Auch, wenn er nach hinten zu wenig tut. Er zeigt, was in ihm steckt und das Tor wird ihm gut tun. Es ist gut, dass Kramer ihn nur 60 Minuten spielen lässt. Sein Körper ist vielleicht nur für so viel gemacht. Ballstreichler-Sercan hat in der ersten Halbzeit effektiver gezaubert. Aber insgesamt einer der besten Techniker, den wir seit langem in unseren Reihen sehen. Er bleibt ein Highlight, auch wenn er wie die anderen in der zweiten Halbzeit abgebaut hat. Breakdance-Micha zeigt auf der Linie und im 1 gegen 1, dass auf ihn Verlass ist. Er muss vielleicht noch einige „Unhaltbare“ mehr halten, weil unsere Abwehr noch zu viel zulässt.

Was würden wir als Coach anders machen?
Gegen RWEFUV (Ihr wisst schon ;-)) könnte man Akpoguma noch mal bringen. Einfach, damit er jetzt nicht die volle Breitseite kriegt. Aber danach sollte Schauerte mal wieder randürfen. Vorne vielleicht mal van Duinen für Pohjanpalo. Und vielleicht doch lieber Bebou als Axel bringen, wenn Bollys Muskeln geschont werden müssen. Kommt natürlich auf den Spielstand an – aber Bebou ist eigentlich bislang immer ein Garant für Alarm gewesen, wenn er eingewechselt wurde.

Ausblick

So, und nun darf es kommendes Wochenende eigentlich nur Eines geben: Den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals. Alles Andere wäre nie und nimmer zu entschuldigen und gar ein wenig vernichtend. An all die Fortunen mit Schaum vor’m Mund sei mit auf den Weg gegeben, dass es wirklich, wirklich, wirklich bei Sprechchören, Shirts, Parolen und großer Fresse bleiben sollte. Randale braucht keine Sau – und unser Verein am wenigsten. Macht den Essenern Angst. Schreit heraus, dass Ihr sie nach dem Candlelight-Dinner gleich wieder vergessen möchtet, aber tut ihnen nichts… 🙂

Welch vernünftiger Schlusston.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Auftaktpunkt nach Maß in Köpenick

29 Jul

Unsere Jungs lassen ein frühes Standardtor zu, wehren sich dann aber mit allem, das sie haben gegen die Niederlage. Kurz vor Schluss belohnen sie sich mit dem verdienten Ausgleich. Ein aus vielerlei Hinsicht positiver Auftakt.

Wenn zwei Minuten vor Schluss der Fortuna-Block tobt und sich genau vor ihr eine Spielertraube türmt, muss etwas Geiles passiert sein. Und so war es: Mit echter Leidenschaft und spielerischer Klasse erzwingt unser Team ein Unentschieden und geht nach 90 Minuten wie der gefühlte Gewinner vom Platz. Dabei zeigte eine Reihe von Spielern wirklich viel versprechende Ansätze, sodass man sich auf diese Saison freuen darf. Wir waren alle gebeutelt von der vergangenen Spielzeit und eigentlich nur froh, dass sie vorbei war. Jetzt, hingegen, ist die Vorfreude groß. Klar, es war nur ein Spiel, aber es steckte viel drin.


Aufstellung und Ausrichtung
In der ersten Startaufstellung der neuen Saison waren direkt sechs von elf Neuverpflichtungen auf dem Platz. Nach dem sich Kramer für Rensing als Nummer 1 entschieden hatte, wurde die Innenverteidigung komplett neu besetzt. Neu-Käpt´n Karim Haggui und Christian Strohdiek sollten die gegnerischen Stürmer zermürben und als RV wurde Abwehr-Talent und U-20 Nationalmannschafts-Kapitän Kevin Akpoguma auf den Platz geschickt. Auf der linken Seite verteidigte Lukas Schmitz. Im Mittelfeld ging es auf der linken Seite mit dem neuen Tempo-Dribbler Sercan Sararer los, Sprint-Star Bolly wurde als Pendant auf die rechte Seite gestellt. Michael Liendl und der neue Vize-Käpt´n Julian Koch, der übrigens am 11.11. Geburtstag hat (Helau), übernahmen die Mittelfeldzentrale.  Das beachtlich offensiv ausgerichtete 4-4-2 wurde vom dynamisch-finnischem Jungspund Pohjanpalo und dem routinierten ivorischen Sturm-Veteran Didier „Didi“ Ya Konan im Angriff abgerundet. Wen die Eisernen so auf´s Feld schickten, war erstmal zweitrangig und eher so Schnuppe… Einzig schöner Moment im Stadion: als der (immer noch wirklich sympathische) Stadionsprecher erwähnte, dass der gegen Lymphdrüsenkrebs kämpfende Benjamin Köhler im Stadion sei. Da applaudierte auch der Fortuna-Block voller Respekt. Top!

HZ:1 Start verpennt
Endlich geht es wieder los. Die Teams kommen auf den Rasen und wir haben richtig Bock. Den haben die Berliner aber leider auch und legen gut los, während die Fortunen sich erstmal merklich finden müssen. So geht dann bereits in der 5. Minute die neue Saison genau so besch….en los, wie die letzte geendet ist: mit einem dämlichen Gegentor! Und alle so „Nicht schon wieder“! Eine Freistoßflanke von Rechts segelt in den Strafraum, Strohdiek passt nicht auf und neu Unioner Kessel köpft das 1:0 für die Gastgeber. So’n Driss. Danach bleibt Union erstmal am Drücker. Es dauert knapp bis zur 20. Minute, bis die Fortuna die Regie übernimmt und sich die Gastgeber weit zurückziehen. Haggui köpft knapp am leeren Tor vorbei, nach dem Union-Keeper Haas im wahrsten Sinne des Wortes einen „Ausflug“ nach einer Ecke hinlegt. Der immer stärker werdende Sararer zeigt Zug zum Tor und zwingt Haas zu manch starker Parade. Ungläubig brüllt jeder Fortune als das Schirigespann Kessels Faustball-Aufschlag im eigenen Strafraum ungeahndet list. Die Szene hat das Zeug zum klarsten nicht-gegebenen Handelfer der Menschheitsgeschichte. In dieser Phase machen unsere uns verstärkt Druck. Union kriegt aus dem Spiel nicht sehr viel. Außer, wenn sie über ihre linke Seite kommen – denn dort zeigt unser Youngster Akpoguma, dass er noch ein wenig Zeit braucht. Viele Zweikämpfe verliert er leichtsinnig aus offensichtlicher Nervosität. Doch vor allem Strohdiek, aber auch Haggui machen innen dicht. Eigentlich war der Ausgleich bereits kurz vor der Halbzeit drin. Aber es fehlt am entscheidenden Abschluss. Beim Pausenpfiff sind sich alle sicher: Da geht noch was.

HZ 2: Wir kommen besser in Fahrt UND belohnen uns
In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit tun wir uns wieder etwas schwer. Da liegt aber auch daran, dass den Köpenickern in der Halbzeit sicher mit auf den Weg gegeben wurde, den Sack zuzumachen. Jedenfalls tanken sich Brandy & Co. immer wieder gefährlich durch. Sie treffen den Pfosten (aus aberwitziger, ungeahndeter Abseitsposition) und zwingen Rensing zwei Mal zu großartigen Paraden im direkten 1 gegen 1. Hier haben wir also durchaus jede Menge Glück. Wir sehen aber auch, dass der schon in der ersten Halbzeit starke Koch zusammen mit Liendl und allen voran Sararer auf rechts unser Offensivspiel immer schneller vorantreiben. Je länger das Spiel andauert, desto besser werden unsere Chancen. Kramer wechselt goldrichtig ein. Zunächst Bebou für Bolly. Anschließend van Duinen für Pohjanpalo und schließlich Schauerte für Koch. Die Wechsel zeigten Wirkung. Bebou mische auf der Außenbahn (erst rechts, dann links) ordenlich mit. Van Duinen machte im Sturm Alarm und Schauerte bediente den linken Abwehrflügel, nach dem Schmitz auf die Koch-Position rückte. Über links entstand auch das Tor. Schauerte bediente Bebou. Der setzte sich an der Strafraumgrenze mit einem gekonnten Stop samt Drehung durch und passte maßgenau auf Ya Konan in der Mitte: ein Schuss. Ein Tor. Extase. Das Tor wurde frenetisch gefeiert. Es bedeutete eben mehr als nur ein Unentschieden! Hier hat sich eine Mannschaft belohnt. Hier hatte eine Truppe erzwungen, was ihr zustand. Fortuna drückte weiter, aber es sollte beim 1-1 bleiben.

Besondere Freude bereiteten:
Abwehrhühne Strohdiek: Tolles Stellungsspiel. Super Quote in Luftduellen und richtig starke, spieleröffnende Pässe. Zusammen mit Haggui dürfte er eine Bank werden. Mittelfeldstratege Koch: Beachtlich, wie schnell sich dieser Jungspund eine zentrale Rolle im Team gesichert hat. Über ihn ging sehr viel aus der Zentrale. Mit dem noch offensiveren Liendl kann man sich eine funktionale Aufgabenverteilung im zentralen Mittelfeld vorstellen. Flügelflitzer Sararer: Was hat der für Alarm gemacht. Er ist eben dieser Spielertyp, der brilliert, wenn er sich wohlfühlt. Und derzeit scheint er sich pudelwohl zu fühlen. Tolle Dribblings, super Pässe (der hohe Ball in den Lauf von Bebou war genial) – für uns eigentlich Mann des Spiels. Wenn der genau so weitermacht, wird er uns jede Menge Freude bereiten. Sein Pendant Bolly zeigt viel Spielfreude. Schafft er es, den Ball am Gegner vorbeizulegen, ist er nicht aufzuhalten. Am entscheidenden Pass oder dem Abschluss hat es noch gefehlt. Aber datt kütt. Hoffentlich bleibt er fit! Sturmrecke Ya Konan. Als Vollblutstürmer muss man vor allem Eines: Wissen, wo man zu stehen hat. Er stand goldrichtig in der 88. Minute und hat die nötige Ruhe vor dem Tor. Aber auch er wird Zuspiele brauchen. Kriegt er die, wird es häufig klingeln.

Ansonsten hat die Mannschaft in der Summe bestens funktionert. Und es wurde noch direkt deutlich: Spieler wie Fink oder Bodzek werden es sehr schwer haben, hier eine Rolle zu spielen, die über „Ergänzungsspieler“ hinausgeht.

Szene des Spiels
Unvergesslich, was sich in der ersten Halbzeit auf der rechten Seite abspielte. Ein steiler Ball nach außen bringt Bolly in Bedrängnis. Er rettet die Kirsche Richtung Akpoguma. Der war aber ohnehin in seiner Findungsphase und jagt den Ball im Zweifkampf mit einem heranstürmenden Berliner gefühlte 20-30 Meter in die Höhe. Es sieht fast so aus, als flöge (Konjukntiv Olé) der Ball aus der Alten Försterei. Damit rechneten alle – außer Bolly. Der blieb auf der Seitenlinie stehen, schaute seelenruhig nach oben und nahm den im Tiefflug befindlichen Ball in absolut beachtlicher Ronaldinho-manier völlig entspannt an, als hätte kurzweilig eine Magnetfunktion eingesetzt. Bravo, Bravo, Monsieur Mathis.


Streitthema
: Das Ausweichtrikot
Während Adnan meint, sich das Ausweichtrikot nicht nur kaufen, sondern auch noch mit seinem Geburtsjahr und eigenen Namen bedrucken lassen zu müssen, kriegt Ingo gar ein wenig das Kotzen bei dem Ding. Grün? Okay. Dunkelgrün? Naja. Aber PINKE Rückennummern??? Das Heim- und Auswärtstrikot sind erste Sahne. Aber warum wählt man dann als drittes Trikot ein Dunkelgrünes? Dazu mit pinken Nummern? Ingo hat wie gut 10% aller Männer eine Rot-Grün-Sehschwäche – das heißt: wenn, wie am Sonntag Dunkelgrün genen Rot spielt, erkennt man nicht so richtig gut, was auf dem Feld abgeht. Fernab von der Geschmacksfrage müssen Verantwortliche natürlich auch so etwas bedenken. Zumal man sich nun fragt: Mit welchem Trikot spielt man denn gegen die dunkelroten Betzebuben? Rot? Geht nicht. Schwarz? Geht nicht. Dunkelgrün? Geht ja irgendwie auch nicht.  Warum also kein Ausweichtrikot in Weiß! Daher Ingos explizite Bitte: „Liebe Fortuna-Marketingabteilung, macht die verkauften Grünen Trikots zu Sammlerstücken und stampft den Rest der Produkrtion ein. Danke.“ – Adnan ist da voll gegen und mag das ausgefallene Design. Und Ihr so?

In jedem Fall hat dieser Auftakt doch echt Spaß gemacht. Kommenden Sonntag dann schon der nächste Knaller. Wir empfangen im eigenen Wohnzimmer den BuLi-Absteiger Paderborn. Die haben ja ihren Auftakt ordentlich vergeigt. Da lässt es sich doch ansetzen.

Auf dass es wieder Spaß macht – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

Erst Last-Minute-Frust, dann Last-Minute-Lust

23 Dez

Während unsere Fortuna in Braunschweig in letzter Sekunde die Niederlage eingeschenkt bekommt, beschert sie sich selbst und uns allen vorweihnachtlichen Siegesjubel in letzter Sekunde gegen Union.

Was es bedeutet, Fortuna-Fan zu sein, durften wir in den letzten Tagen des Fußballjahres 2014 mal wieder leibhaftig erleben. Frust und Enttäuschung wechseln sich ab mit Freude und Stolz. Wir waren frustriert, dass unser Team in augenscheinlich leichtfertiger Manier einen soliden Tabellenplatz #2 einfach so hergab.

Wir waren enttäuscht darüber, dass unsere Mannschaft sich irgendwie gehen ließ und die vielen, vielen Patzer der Konkurrenz nicht dazu nutzte, sich auf einem Aufstiegsplatz festzusetzen. Ja, verdammt. Wir reden hier von Aufstieg. Denn die Mannschaft hat über weite Strecken der Hinrunde sehr ordentlichen Fußball geboten, der zumindest in der Zweiten Liga der absoluten Spitzengruppe zuzuordnen ist. Doch dann kamen eben erst holprige oder (positiver formuliert) „dreckige“ Siege und plötzlich setzte Punktverluste und gar Niederlagen nach 10 Spielen ohne Nullnummern.

Wir sind jedoch weiterhin froh darüber, dass unser Team oben mitspielt. Trotz der peinlichen Pleiten gegen Sandhausen und Aalen, und der durchaus vertretbaren Niederlage in Braunschweig bleiben wir auf zwei Punkte am direkten Aufstiegsplatz dran. Und wir können wirklich stolz sein auf eine Mannschaft, die in der letzten Partie gegen Union wirklich den Sieg erzwungen hat. Dabei war die Strategie nicht frei von Risiko.

Oliver Reck hat nach der 60. Minute voll auf Sieg eingewechselt. Er nahm Liendl raus, obwohl dieser zwei gute Torabschlüsse vollbracht hatte. Doch er wechselte mit Mathis Bolly den Matchwinner ein. Zwei Mal hat der junge nach sehenswertem Antritt fulminant mit links abgeschlossen. Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und absoluter Entschlossenheit. Zudem spielte er ein, zwei richtig gute, Spiel eröffnende Pässe in seiner kurzen Einsatzzeit. Sein zweiter linker Hammer war leicht verdeckt und zudem diesmal aufs kurze Eck gezielt. Der ansonsten großartig parierende Haas war chancenlos – als er die Kirsche sah, war es schon zu spät. Der Torjubel entschädigte dann fast schon für all das Gegurke, das unsere Forteng in den vergangenen Wochen gerne mal aufbot. Die Spielertraube gehört einfach zu den schönsten Dingen im Fußball.

Überhaupt muss man sagen, dass die Mannschaft einen erstaunlichen Siegeswillen offenbarte. Sie haben offenbar von dem Spiel in Braunschweig gelernt. Denn da merkte man in der Schlussviertelstunde, dass die Heimmannschaft voll auf den Dreier geht. Und da wurde unsere Abwehr dann doch überrannt. So ähnlich war es auch gegen Union. Denn als dieser nicht zu bändigende Wille plötzlich da war – und nein, er kam nicht erst auf, als Liendl draußen war; er war Teil dieses Zugs zum Tor – wurde Union immer dichter hinten reingedrängt und unser Team erspielte sich endlich auch mal Chancen.

Genau diese Durchschlagskraft und Kreativität hat in den letzten Wochen absolut gefehlt. Völlig ohne Ideen versuchte unsere Truppe immer wieder mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Hoffer ist für so was zu klein. Benschop braucht bei der Ballannahme gefühlt 5 Meter Radius – einzig Pohjanpalo (BESTER Mann gegen Union) kann solche Bälle gut verwerten. Was uns gegen Braunschweig überhaupt nicht gelingen sollte, war immerhin in der letzten halben Stunde der Partie gegen Köpenick City dann im Minutentakt zu sehen. Bolly spielte hierbei eine beeindruckende Rolle. Sein Antritt ist wirklich nicht zu verachten. Schon bei seiner Einwechslung in Bochum brachte er enormen Druck rein. Bleibt zu hoffen, dass er das mal konstant abruft.

PERSONELLES & AUSBLICK

Wagen wir mal einen Rundumschlag aus den beiden Spielen und nehmen unsere Jungs im Einzelnen unter die Lupe:

Unnerstall sah gegen Braunschweig bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Beim 0-1 steht er dermaßen breitbeinig vor dem Gegner, dass der Tunnel fast schon zwangsläufig passieren musste. Und beim 1-2 reagiert er gar nicht erst – schon klar, den mit dem Fuß zu parieren, wäre schon weltklasse, aber wir hatten schon mal einen 1,97m Goalie, der solche Dinger auch mal pariert hat. Gegen Union war er wenig gefordert. Aber als Fazit seiner Einsatzzeit würden wir dazu tendieren, zu sagen: Rensing sollte nach Genesung wieder rein. Wir sind on jedem Fall aber weit entfernt von einem Torwart-Problem.

Schauerte hat sich zu einer Konstante entwickelt und spielte auch gegen Braunschweig und Union so. Ihm fehlt aber nach wie vor der kongeniale Partner auf dem Flügel – einer, mit dem er sowohl nach vorne als auch nach hinten die Aufgaben verteilen kann. Und, der Junge braucht Konkurrenz. Sonst wird er sich nicht verbessern. Erat spielte nach seiner Einwechslung auf der Position. Vielleicht wäre es den Versuch wert, unsere #25 umzuschulen? Auf der offensiveren Flügelposition war er nämlich bislang diese Saison zu harmlos – nach hinten aber fleißig.

Soares hat nach seiner persönlichen Krise und der Rückkehr ins Team eigentlich nur noch überzeugt. Seine Partie gegen Braunschweig dürfte zu seinen stärksten gehört haben. Er gewinnt alle Kopfballduelle, steht meist goldrichtig. Nur das Aufbauspiel ist nicht seins. Aber da haben wir alle wohl insgesamt eine Sorgenfalte weniger. Mit ihm stabilisiert sich unsere Abwehr.

Tah wirkte auf der 6er-Position etwas verloren. Es leuchtet aber wohl jedem ein, dass das schlicht und ergreifend an der neuen Aufgabe lag. Seine Zweikampfwerte waren schon gegen Braunschweig sehr gut, obwohl er leider den einen entscheidenden vor dem 0-1 gegen Unsympath Nielsen verlor. Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit mit ihm.

Bodzek hat sich glücklicherweise schon gegen Braunschweig – aber auch gegen Union – wieder gefangen. Es war ja schon zum Haare raufen, was er sich gegen Fürth, Aalen und Sandhausen geleistet hatte. Er kriegte die Aufgabe als Linksverteidiger (zumindest die Defensivaufgaben) gut hin und spielte auch wieder ordentlich in der Innenverteidigung. Trotzdem scheint derzeit das Duo Soares-Tah etwas stärker zu sein. Schwierig für Reck – immerhin ist Bodze unser Captain.

Axel bekam sehr viel zu tun, weil unsere Gegner ganz offensichtlich diese Abwehrseite seit der Verletzung von Schmitz als Schwachstelle ausgemacht haben. In Braunschweig war Axel nicht dabei (nur kurz zum Ende der Partie), aber gegen Union spielte er solide. Sein Volldampf nach vorne kam aber selten auf. Vielleicht tut ihm die Pause jetzt ganz gut. In jedem Fall war sein Spirit wieder voll zu spüren.

Pinto hat wegen der 5. Gelben Karte gegen Union gefehlt. Gegen Braunschweig ließ er wieder manche Qualitäten missen – im Passspiel, bei der Pflicht, Ruhe in den Spielaufbau zu bringen. Da fehlt auch noch bei ihm die Konstanz. Als Typ halten wir ihn aber für eine absolute Bereicherung. Und er hat in vielen Partien (den vielen Spielen, bei denen wir Rückstanden hinterherlaufen mussten) für den richtigen Kampfgeist gesorgt. Das tut dem Team gut.

Avevor dürfte insgesamt zu den absoluten Gewinnern der Hinrunde gehören. Gegen Braunschweig war er der Einzige, der wirklich überzeugen konnte. Viele Bälle erobert, sehr gut behauptet und manchmal auch gute Pässe gespielt – da gibt es aber noch Luft nach oben. Seine Verletzung war daher sehr schade – so musste sein Buddy Tah ran; und der konnte ihn natürlich nicht ersetzen. Unsere #5 ist ein echt guter Ty

Liendl ist schon eine Nummer für sich. Kann man sich leisten, so jemanden mal auf die Bank zu setzen? Ihn nicht spielen zu lassen? Er ist einfach der Typ Spieler, dem 9 von 10 Aktionen misslingen, doch die 1 kann ein Tor oder ein Assist sein. Sprich: wenn man ihn nicht bringt, wird man die 1 Szene eben nicht zu sehen bekommen. Davon haben wir aber zuletzt zweifelsohne zu wenig gesehen. Und deshalb musste er trotz seiner guten Abschlüsse auf die Bank und Bolly hat ihm dann gezeigt, wie es eben gehen kann. Reck wird sich um Liendl kümmern müssen. Jeder weiß, was unser #10er kann – er muss es nur wieder abrufen können.

Gartner spielte gegen Union wieder viel besser. Unvergessen, wie er nach seinem großen Bock im Mittelfeld (fürchterlicher Fehlpass) wie von der Tarantel gestochen, hinter dem Berliner hinterherrante und mit ein wenig Mithilfe seiner Abwehrreihe die soeben verlorene Pille zurück eroberte. Anspielbar ist er auch – bewegt sich unheimlich viel. Das Auge für die „großen“ Pässe hat er – in der Umsetzung scheint es aber noch zu hapern. Nun denn – mit 21 Jahren ist man zwar im Fußball heutzutage schon nicht mehr „Jungspund“, aber es ist jawohl klar, dass so einer noch sehr viel Entwicklungspotenzial hat. Auf datt da noch watt kütt!

Halloran wacht so langsam aber sicher aus seinem post-WM-Dornröschen-Schlaf auf. Er war sicher kein Highlight gegen Braunschweig trotz seiner Bude. Und gegen Union war er nicht mehr als „sehr bemüht“. Aber er wirkt nicht mehr apathisch und etwas entschlossener in seinen Aktionen – auf dass er in der Winterpause zu alter Form findet. Und er muss verdammt nochen’s mehr nach hinge donn…

Golley war Teil des Offensivwahnsinns, den Reck zum Ende der Partie gegen Union noch aufbot. Hoffentlich HOFFENTLICH haben ihm diese Einsatzminuten gut getan. Er hat doch zum Ende der letzten Saison so viel Alarm gemacht. Wir wünschen uns sehr, dass er dieses Talent in sich wiederfindet und auf den Platz bringt. Seine Überraschungsaktionen und genialen Momente könnte unser Team noch vorne gut gebrauchen.

Benschop zeigte sich zuletzt eher von seiner harmloseren Seite. Umständlich in der Ballbehandlung und daher leicht zu verteidigen. Ihm sollte weder nach der Einwechslung in Braunschweig noch gegen Union Nennenswertes gelingen. Da er aber viel unterwegs ist, macht er die Abwehr müde und schafft Freiräume. Gegen Union war das mit ein Grund, warum die Berliner Abwehr zum Ende hin nicht mehr hinterher kam. Kurzum: Er braucht wieder mehr Tore.

Pohjanpalo war für uns „man of the match“ gegen Union Berlin. Er hat viele hohe Zuspiele verwaltet (= erobert und abgelegt), Spiel eröffnende Pässe gespielt und auch mal drauf gehalten. Gegen Braunschweig konnte er nicht glänzen – machte aber deutlich, dass er da vorne gefährlicher ist als Hoffer. Somit ist das Stürmerduo Benschop-Pohjanpalo in vielerlei Hinsicht das Stärkste, was wir derzeit aufbieten können.

Wir sind gespannt, was es ausmachen wird, wenn Lukas Schmitz wieder fit ist. Ebenso die Frage nach der Rückkehr der Langzeitverletzten Fink und Schmidtgal. Letzterer wird es enorm schwer haben. Nicht nur seine Verletzunganfälligkeit, sondern auch die starken Leistungen von Schmitz und Axel jeweils alleine auf links oder aber als „LuXel“-Duo auf links sprechen nicht unbedingt für ihn – so sehr es einem um ihn leid tut…

So, jetzt läuten aber schon die Weihnachtsglocken. Das FUPPES95-Duo INGO&ADNAN wünscht Euch allen Rot-Weiße Weihnacht (sofern Ihr es feiert) und kündigt an, sich in der Winterpause mit einer generellen Bestandsaufnahme und Wünschen für die verbleibende Rückrunde zu melden. Da haben wir alle ja bekanntermaßen dezidierte Meinungen und Vorstellungen 🙂

In diesem Sinne – Ho ho ho & 95OLÉ

Adnan & Ingo

Ein seltsames Spektakel

26 Nov

Nach zweimaliger Führung und ein Mal Rückstand in einem turbulenten Spiel können unsere Jungs am Ende nur einen Punkt zu Hause behalten.

„Jaaaaaaa! Wie geeeeeil!“ – „Oooch näääääää!“ – „Alter, Neeeeeeein“ – „Jawooooohl!“ – „Jaahahahahaa!“ – „Oh Maaaaann!“. So lässt sich die Torabfolge in einem doch recht wahnsinnigen Spiel zusammenfassen. Wir hatten es mit einer beeindruckend starken Fürther Mannschaft zu tun, die phasenweise so spielte, wie in ihrem Aufstiegsjahr, als sie fernab der Konkurrenz die Tabellenführung verteidigte. Und unsere Jungs hatten mächtig Probleme, wirkten bisweilen sogar überfordert, fingen sich dann aber wieder.

Dabei war der große Wurf drin – ein deutlicher Sieg mit mindestens zwei Toren Abstand und wir hätten erstmalig von ganz oben gewunken. Doch bereits die Startaufstellung hat uns etwas stutzig gemacht – denn die sah nicht aus, als wenn man hier mit voller Kraft voraus auf Sieg und Tabellenführung setzt.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Unser Trainer war vor der Partie mit der Frage konfrontiert, wer denn nun in der Innenverteidigung beginnen sollte, da Kapitän Bodzek nach auskurierter Verletzung wieder fit für den Einsatz war. Allerdings hatte das Duo Tah / Soares in den letzten beiden Partien hervorragend harmoniert – was also tun? Da unser „aggressive Leader“ Pinto jedoch noch länger ausfällt, beorderte Olli seinen Kapitän in die zentrale Mittelfeldreihe neben Avevor und Lumpi um dort für Schwung und Stabilität zu sorgen. Dieser Wechsel bedingte dann auch den Platz auf der Bank für Gartner. Michael Rensing konnte nicht mal dort Platz nehmen, da ihm beim Aufwärmen vor dem Spiel seine Verletzung aus der Woche einen Strich durch die Rechnung machte und er somit verletzt für Lars Unnerstall das Feld, bzw. Tor räumen musste. Ansonsten begannen die gleichen Mannen wie beim Auswärtserfolg in München vor der Länderspielpause. Die taktische Grundordnung in einem 4-3-2-1 wurde ebenfalls genauso gewählt, wie gegen die Löwen.

HZ1: Bodycheck und Eumel-Tor

In der üblichen Abtastphase zu Beginn des Spiels wird direkt deutlich, dass Fürth was reißen will. Das wirkte direkt flüssig und ballsicher. Wir brauchen anfangs wesentlich länger, um ins Spiel zu finden, suchen aber ebenfalls den Weg nach vorne und zeigen das für Heimspiele übliche frühe Pressing. Das führt dann in der 10. Minute zum ersten Torjubler des Abends: Benschop setzt Caligiuri und Gästetorhüter Hesl im Spielaufbau so unter Druck, dass der Außenverteidiger seinen Keeper mit einem katastrophalen Querpass im eigenen 16er in arge Not bringt. Joel Pohjanpalo presst mit und prallt recht rustikal mit Hesl zusammen, der verzweifelt versucht noch an den Ball zu kommen. Schiedsrichter Drees läßt nach dem Zusammenprall weiterlaufen, Charlie kommt an die Kirsche und netzt vollkommen ungehindert zur 1:0 Führung ein. Da Hesl erstmal angeschlagen liegen bleibt, ist die Stimmung irgendwie verhalten und alle wundern sich, dass der Treffer gegeben wird. Da es aber von Pohjanpalo kein Foulspiel war, ist der Treffer wohl regelkonform… aber seien wir mal ehrlich, wäre das so auf der anderen Seite passiert, hätte der Baum gebrannt und „Schieber“ wäre wohl der harmloseste Kosename für Drees an diesem Abend gewesen… aber sei es drum – Führung im Sack, der Rest ist Wurscht!

Den Gedanken können wir genau für 2 1/2 Minuten genießen, denn Fürth bekommt nach unnötigem Soares-Foul einen Freistoß; das Spielgerät kommt in unseren Strafraum, Axel steht nicht bei Gegenspieler Gießelmann und der kann ungehindert zum Ausgleich einköpfen! Irgendwie ein Eumel-Tor und zu dem Zeitpunkt völlig unnötig! Unsere Jungs setzen das frühe Pressing aber weiter fort, aber Fürth macht das Spiel und verlagert gekonnt das eigene Angriffsspiel auf Konter. Richtig zwingende Chancen sind totzdem Mangelware, lediglich in der 31. Minute wird es mal kurz gefährlich, als Liendl Pohjanpalo hervorragend in Szene setzt, der aber leider seinen Schuss knapp neben das Tor der Gäste setzt. Ansonsten fällt leider nur auf, dass Lumpi und Axel an diesem Tag zusammen auf der linken Seite nicht das beste Pärchen bilden. Zahlreiche Ballverluste, verlorene Zweikämpfe und missglückte Zuspiele in Kombination mit der ausbaufähigen filigranen Finesse der Zwei, lassen die linke Seite zur schwächeren Fortuna Seite an diesem Abend werden. Das spürt Fürth natürlich. Trotzdem geht es dann erstmal mit dem Unentschieden in die Pause.

Eine kurze Anmerkung noch zum Halbzeitspiel im Stadion – also, mal abgesehen davon, dass diese Spiele seit jeher gähnend langweilig sind, werden jetzt auch noch einfach Spielregeln über Bord geworfen. Der Kandidat ignoriert einfach die vorgegebene Schussbahn und jagt die Pille quer über das mühevoll absteckte Spielfeld… Und unser André muss die Regularien wegen der Unsitten der Teilnehmer verbiegen und erlaubt den Schabernack… Wo kommen wir denn da hin?? Naja gut – das Beste am Halbzeitspiel ist, dass es schnell vorübergeht.

HZ2: Kein Zugriff, volle Möhre und der Stimmungsdämpfer

Die zweite Hälfte beginnt mit dem Wechsel Gartner für Soares (hatte bereits Gelb gesehen), dadurch rückt Bodzek in die Innenverteidigung und der junge Österreicher übernimmt den Platz im Mittelfeld. Das Match ist aber irgendwie seltsam; Spiel und  Stimmung sind recht emotionslos und die Fortunen haben auf dem Platz keinen richtigen Zugriff auf Ball und Gegner. Das nutzen die Gäste dann auch recht kühl zur eigenen Führung. In der 54.Minute bekommt Fürth die zweite Ecke in Folge, die aber an Freund und Feind vorbei zieht, Lumpi geht dem Leder nach und wir denken, hier ist der Drops gelutscht…. aber da haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht! Der Fürther mit dem schönen Namen „Przybylko“ setzt nach und drückt Lumpi im fairen Zweikampf weg, als wäre er ein 90-jähriger Opi mit Gehhilfe; Flanke in den Strafraum, Kopfball Zulj und die Gäste führen durch das nächste Dödel-Tor! Fürth kommt nun immer besser ins Spiel und die Fortunen sind etwas von der Rolle. Ein wenig erheiternd ist zu diesem Zeitpunkt lediglich Pele Wollitz, der auf Sport1 als Co-Kommentator einen philosophischen Classic nach dem anderen raushaut. Sätze wie „Boah, dat kann man aber besser ausspielen, ne?“ kommen wie aus der Pistole geschossen und beinahe durchgehend während der gesamten Übertragung. In der 60.Minute kommt Bolly für den leider wirklich schwachen Lumpi.

Um die 70. Minute gibt es dann endlich mal wieder eine Chance für uns zu sehen, aber Pohjanpalo kann (noch) nicht zum Ausgleich einnetzen, trotzdem beginnt durch diese Aktion das Feuer zu lodern, der Emotionsfunke ist entfacht. In der 77. Minute ist es dann der Schwung bringende Bolly, der nach einer schönen Balleroberung von Schauerte, die Kirsche flach in den Strafraum flankt und Pohjanpalo findet, der seinem 8. Saisontreffer und den Ausgleich erzielt. Nun ist Feuer unterm Dach und die Fortuna endlich im Spiel. Zwei Minuten später folgt dann ein perfekter Pass von Pohjanpalo in den gegnerischen Strafraum auf Charlie. Der legt den Ball an Keeper Hesl vorbei und dieser räumt den karibischen Holländer einfach mal ab – Pfiff – Elfmeter! Benschop nimmt sich selbstbewusst das Spielgerät, obwohl eigentlich Liendl wollte, und tritt zum Strafstoß an. Was folgt, ist ein „Voll-auf’s-Maul-Elfer“ par excellance! Anlauf, Vollspann und volle Möhre in den Winkel!  …wäre das eine Szene aus einem Comic gewesen, hätte daneben ein fettes „Boom“ gestanden! Aber genug geschwelgt, denn in der euphorisierten Stimmung der letzten Minuten, müssen wir dann doch noch den Stimmungsdämpfer „Ausgleich“ erleben. Wieder kriegen wir hinten die spielstarken Fürhter nicht in  den Griff und werden überrannt. Aber nun gut – so geht dieses seltsame Spiel dann auch leider irgendwie verdient, mit 3:3 Unentschieden zu Ende.

PERSONELLES

Unnerstall hat uns kurz vor Schluss den Punkt gerettet. Ansonsten war er bei den Toren zwar weitestgehend fehlerfrei, sah aber besonders beim 1-2 etwas unglücklich aus. Auf seine Kappe muss er aber sicher nichts nehmen. Das sieht bereits bei Linksverteidiger Axel anders aus. Beim 1-1 lässt er seinen im 16er einfach machen und beim 1-2 weiß er nicht, wo rechts oder links ist. Insgesamt ein Spiel zum Vergessen. ABER: Dafür hat er bisher auch mit großen Leistungen brilliert. Insofern: Schwamm drüber. Soares stand eigentlich stets ganz gut, foult aber einfach zu häufig und ungeschickt. Er kriegte deshalb früh Gelb und wurde deswegen zur Halbzeit ausgewechselt und Bodzek rückte nach schwachem Auftritt im Mittelfeld zurück in die Innenverteidigung. Da gehört er auch hin. Mittelfeld kann er nicht (mehr). Tah war wieder brilliant. Neben seiner aberwitzigen Zweikampfsstärke ließ er unter großen Jubel auch noch zwei Fürther bei einem Minidribbling alt aussehen. Immer wieder groß der Bursche.

Schauerte war nach hinten stabil, aber nach vorne harmlos. Sowohl bei ihm als auch bei Axel lag das aber daran, dass die beiden keine offensiven Flügelleute im Mittelfeld hatten. Lumpi war leider Gottes eine Vollkatastrophe. So fies es klingt: Ihn hat seine Presse-Lobby in Express, RP und B*** in die Startelf geschrieben – doch da hat er sich auch ganz schnell wieder rausgespielt. Kaum Zweikämpfe gewonnen und viele Fehlpässe. Schade. Es gab Applaus, als er gegen Bolly ausgewechselt wurde. Der wiederum hat richtig Alarm gemacht – wenn der nur eine engere Ballführung drauf hätte… Aber sein Assist könnte ein gutes Argument für einen Startelfeinsatz am Samstag sein.

Avevor war solide und störte mehrmals sehr effektiv das schnelle Fürther Aufbauspiel. Gartner war in der zweiten Halbzeit, als er für Soares kam, eine echte Bereicherung. Der Junge hat Übersicht und kann spieleröffnende Pässe spielen. Das konnten vorher Avevor-Bodzek-Lumpi absolut nicht. Liendl hat fast immer nur die verrückten Pässe versucht. Es hätte auch mal der einfache, sichere Ball etwas gebracht. Doch er lebt nun mal für den Überraschungsmoment – und sein unfassbar geiler Pass auf Pohjanpalo in der ersten Halbzeit verzeiht ihm manchen Fehler. Benschop war wieder ein absoluter Aktivposten. Die beiden Tore werden ihm sehr gut tun. Pohjanpalo war ebenfalls einer der stärkeren. Trotz seiner schlanken Statur zweikampfstark und mit genialen Torriecher ausgestattet. Startelfplatz verteidigt.

AUSBLICK

Wir sind jetzt nur noch zwei Punkte hinter Rang #2 – aaaaber auch nur noch drei Punkte vor Platz #8. Das ist mal wieder eine enge Kiste in der zweiten Liga. Als beste Auswärtsmannschaft und weiterhin seit 11 Spielen ungeschlagen reisen wir Samstag nach Aalen – zum Tabellenletzten. Da dürfte er Reck ruhig dann mal wieder etwas offensiver aufstellen – denn wir hatten in der Startformation von Montag lediglich drei Offensivkräfte in der Startelf.

Bolly und Gartner haben sich beide empfohlen. Besonders Gartner dürfte dabei helfen, ein etwas überzeugenderes Offensivspiel zu gestalten. Vermutlich bedeutet das aber wieder die Bank für Soares. Denn auch wenn er zuletzt stark spielte, führt wohl kein Weg an Kapitän Bodzek vorbei – zumindest derzeit. Samstag, 13.00, wissen wir mehr.

Aber hierzu würden wir auch gerne Eure Meinung wissen in unserer Frage der Woche zu Innenverteidigung und defensivem Mittelfeld. Wer sind die „passenden Pärchen“?

 

In diesem Sinne, 95 OLÉ

Adnan & Ingo