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Alarmstufe Rot-Weiß!

29 Sep

Unsere Fortuna holt in den „Englischen Wochen“ nur 2 Punkte von möglichen 9 und verliert gegen Sandhausen mal wieder ein Heimspiel. Besonders dieser letzte Auftritt sorgt für tiefe Sorgenfalten.

Mit einem gellenden Pfeiffkonzert endete vergangenen Freitag die „Englische Woche“. Unsere Forteng hatte soeben ihr Heimspiel gegen ein erstaunlich spielschwaches Team aus der Fußball-Weltstadt Sandhausen verloren. Damit war all die positive Energie, die nach dem Heimspiel gegen 1860 und der Auswärtspartie gegen Bochum getankt wurde, fast schon wieder in Gänze aufgebraucht. Eine Mannschaft auszupfeiffen, weil ihr nichts gelingt, ist und bleibt das Allerletzte. Dass die Fans gefrustet sind, ist jedoch nachzuvollziehen. Immer und immer wieder hat man das Gefühl – und natürlich die Hoffnung – dass die Mannschaft endlich ins Rollen kommt. Doch dann setzt es wieder diese Rückschläge. Dabei schien doch eigentlich eine stabile Startelf gefunden.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

In beiden Partien griff Frank Kramer auf das gute alte (bisweilen jedoch schon nervende) 4-2-3-1 zurück. Rechts hinten wechselten sich Schauerte und Akpoguma ab. Hinten links etablierte sich Axel. In der Mitte steht das konkurrenzlose Innenverteidiger-Duo Strohdiek und Haggui. In der Zentrale hat sich Schmitz neben Koch festgespielt. Die Flügel bedienen Sararer und Bebou (oder Bolly, wenn er fit ist) und vorne stürmt Ya Konan – oder aber zuletzt Pohjanpalo. Auf der #10 hatte Demirbay bereits Monsieur Liendl mehr als ersetzt. Auf vielen Positionen gibt es auf der Bank adäquaten Ersatz. Insofern fällt es zumindest uns sehr schwer, die Probleme unseres Teams am Kader festzumachen. Und so ist es klar, dass unser Team in den meisten Spielen die spielbestimmende Mannschaft ist bzw. sein muss. Und genau hier liegt wohl das entscheidende Problem. Igelt sich ein Gegner ein, kütt unser Team nit klar.

Was schief lief gegen KSC und Sandhausen

Es lässt sich recht simpel sagen, woran konkret es derzeit hapert: Fehlt unserer Mannschaft der Raum im Mittelfeld und vor dem gegnerischen Sechzehner findet sie kein Mittel, durch eine zündende Idee, den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken. Das Spiel ist zu durchsichtig, weist überhaupt keine Überraschungsmomente auf und entbehrt jedwedem genialen Moment eines Einzelspielers, der sich durch einen Traumpass oder einem Dribbling hervortun würde. Flanken, Ecken und Standardsituationen sind zu nahezu 100% harmlos. Dabei sind Haggui, Strohdiek, Koch oder auch Akpoguma groß gewachsene Spieler und Ya Konan, Pohjanpalo oder van Duinen (noch im Angebot „fan düinen“?) wuchtig und sprunggewaltig. Doch auch da passiert nichts.

Dies führt dazu, dass unsere Truppe sehr viel Ballbesitz hat, aber absolut nichts Zählbares daraus machen kann. In Bochum war es anders. Da spielte sich das Team Chancen um Chancen heraus, scheiterte aber an Luthe und Latte. Entscheidend war in Bochum jedoch, dass unsere Jungs gegen eine Mannschaft spielten, die ihrerseits nach vorne spielte. Es entstand so sehr viel Raum für das zwar gefällige, aber auf großen Räumen angewiesen Fortuna-Dreiecks-Passspiel. Stellt ein Gegner diese Räume zu, geht nichts mehr. Hier sind dann die Herren Sararer, Demirbay und Bebou (oder Bolly) gefragt. An ihnen liegt es, mit verrückten Moves den Gegner auszuspielen. Und das will einfach nicht gelingen.

Ballkünstler-Sercan hatte uns bis jetzt durchaus gezeigt, dass er bisweilen in der Lage ist, uns eine Sararer-Torte zu servieren. Bebou hat mit seiner engen Ballführung das Zeug, mehrere Gegner hinter sich zu lassen, ist aber im Laufduell wegen seiner Statur leicht abzudrängen. Im Stand kriegt er den Ball gut abgeschirmt, aber im Sprint hat er oft das Nachsehen. Bolly hingegen muss erst in Fahrt kommen, um unaufhaltsam zu sein. Ein 1 gegen 1 gewinnt er aus dem Stand zu selten. Und Demirbay muss aus seiner beachtlichen Präsenz (immer anspielbar) noch mehr machen, schneller wissen, wann er wie wen bedienen kann. Doch dafür müssen sich die Mitspieler aber auch in Position bringen.

Doppelsechs veraltet? #10 oder falsche #9? Doppelsturm?

Insgesamt scheint es problematisch, dass unsere #10 eher als falsche #9 aufläuft. Dadurch ist Demirbay einfach zu weit vorne. Und wenn er sich zurückfallen lässt, überschneidet sich sein Raum mit Koch und/oder Schmitz. Zwischen den beiden ist auch nicht ganz so klar, wer jetzt der Holzer/Abräumer und wer der Stratege ist. Schmitz spielte grandios gegen 1860 im Spiel nach vorne und Koch zeichnete sich durch Fink’sche Abwehrarbeit aus. Doch davon ließen beide zu viel missen. Koch holt sich zudem in bester Bodzek-Manier zu viele Gelbe Karten. Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob die Doppelsechs denn nun wirklich zeitgemäß ist? Sind zwei zentrale Mittelfeldspieler, die eher defensiv stark sind, nicht einfach zu viel? Vor allem dann, wenn sie einem #10er, der das Spiel machen soll, den entscheidenden Raum zum Umschaltspiel eher wegnehmen? Überlegenswert scheint daher, mal zu versuchen, mit zwei echten Stürmern aufzulaufen. Ein 4-4-2 mit der klassischen Raute (ein #6er, ein 10#er), oder die Variante mit einem #6er und einem #8er in der Zentrale wären mal einen Versuch wert.

Pohjanpalo war gegen Sandhausen einer der Besten. Er war unheimlich viel unterwegs, hat sehr viele Kopfballduelle gewonnen und nach Eroberung hoher Bälle sehr gut die Außen bedient. Er im Zusammenspiel mit Ya Konan könnten vorne für mehr Wucht und Durchschlagskraft sorgen als jeweils alleine.

Ständiges Anlaufen bis Frust entsteht und das Gegentor-Abo!

Denn ohne diese Durchschlagskraft entsteht genau der Frust, den wir gegen Sandhausen gesehen haben. Irgendwann glauben die Spieler selber nicht mehr dran, dass es ihnen gelingt, eine echte Chance herauszuspielen – geschweigedenn ein Tor zu schießen. Besonders gegen Sandhausen wirkten die Jungs in der zweiten Halbzeit irgendwann fast schon apathisch und hilflos. Ständig nach vorne zu spielen, ohne dabei irgendwas Gefährliches zu produzieren, ist eben hochgradig frustrierend. Vor allem dann, wenn man in nahezu jedem Spiel das obligatorische Gegentor kassiert. Allesamt bedingt durch zum Teil gravierende Abwehrfehler. Vor allem gegen den KSC (Monsieur Strohdiek) und gegen Sandhausen (Senor Rensing) führten eklatante individuelle Fehler zum Gegentor. Das darf man Einzespielern nicht übel nehmen – schon gar nicht, wenn sie wie bei Rensing wochenlang konstant Leistung gebracht haben. Nur ist dieses Gegentor-Abo ein weiterer Grund, warum unsere Jungs DRINGEND an der Effizienz ihres Offensivspiels arbeiten müssen.

Besorgniserregende Szenen der Partie gegen Sandhausen

Es gab drei Szenen – beides Standardsituationen – die deutlich machten, dass noch viel Arbeit vor Coach Kramer steht.

Die erste Szene zeigte das Fehlen des Verhaltens einer verschworenenen, intakten Truppe. Bebou, unser Youngster, wird recht früh im Spiel vor dem Sechszehner der Sandhausener gefoult. Der #17er der Sandhausener kassiert die Gelbe Karte, regt sich tierisch auf, beugt sich auf den noch am Boden liegenden Bebou und schnauzt ihn in aggressiver Manier an. Hier nun die Frage: Wo waren die Axels, Hagguis, Kochs, Sararers, Strohdieks und Schmitzs, die dazwischengehen und dem Gegner in dieser Sekunde mal so richtig in die Schranken weisen – getreu dem Motto: „Alter, verpiss Dich und mach‘ meinen Teamkollegen nicht an, sonst kriegst Du Ellebogen und Sohle zu schmecken!“ Warum richtet sich Bebou nicht sofort auf, giftet den Gegner zurück und zeigt ihm, wer hier eigentlich Heimspiel hat? Hier bedarf es noch einer ganzen Portion Gift und Galle. Was war noch mal der Job von Sascha Rösler…?

Die zweite Szene war der unfassbar schlecht ausgeführte Freistoß aus gut 20 Metern vor dem Sandhausener Tor. Sarerer, Schmitz und Ya Konan stehen zum Ausführen bereit. Schmitz tupft den Ball zu Sararer, der denkbar schlecht weiterleitet zu Ya Konan, der aufgrund der unfassbar schlechten Vorlage aus ungünstiger Schussposition draufhält und die Kirsche elendig weit vorbeidonnert.

Die zweite Szene erschreckte uns jedoch weitaus mehr. Wir waren bereits in der Endphase des Spiels, lagen zurück und hatten kaum noch 10 Minuten auf der Uhr, als wir eine Ecke erhielten. Sararer war im 16er, Demirbay stand kurz davor. Demirbay signalisiert zu Sararer, er möge doch die Ecke ausführen – von links vom Tor weg reinzirkeln. Sararer machte aber deutlich, dass Demirbay doch bitte die Ecke ausführen solle – von links mit Links in den 16er reinzirkeln. Drei, vier Sekunden lang gestikulierten die beiden und stritten darüber, wer die Ecke ausführen soll. Solange, bis Axel die Faxen dicke hatte und im Vollsprint zur Ausführung der Ecke düste – sichtlich geladen und mit hochroter Birne. Hier stellt sich die Frage: Was bitte geht in den Herren Sararer und Demirbay vor, dass sie in einer solchen Situationen meinen, sich darüber streiten zu können, wer den jetzt die Ecke ausführt? Zeit hatten wir da schon wahrlich nicht mehr. Da muss Trainer Kramer die Zuständigkeiten ganz klar definieren und durchsetzen.

Kramer unter Druck? Ja! Trainerdiskussion? Nein!

Wir sind felsenfest der Überzeugung, dass Diskussionen über einen Trainerwechsel jetzt völlig unnütz sind. Mit Kramer und Manager Azzouzi ist im Kader ein Umbruch erfolgt. Dieser zeigt noch überhaupt keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Doch wurde zeitweise deutlich, dass diese Mannschaft zu tollem Fußball imstande ist. Ja, viel zu selten. Ja, noch geht viel zu viel schief. Doch würde das abgestellt, wenn jemand Neues käme? Wir lesen hier Rufe nach Norbert Meier. Leute, geht es noch…? Sind wir so rückwärtsgewandt und nostalgisch, dass wir denken, früher war alles besser und daher müssen wir die Uhren rückwärts drehen? Checken wir nicht, dass sich Zeiten ändern? Anderenorts hoffen Leute auf Zorniger, weil der ja wohl bald beim VfB Stuttgart fliegen wird. Zorniger? Der Retortenclubschafshirte? Wirklich? Der Mann, dessen Aufgabe es war, aus einem Haufen von Leuten ohne jedwede Vereinsbindung in einem Reagenzglasprojekt ein Fußballteam zu formen? Wollen wir das? Naja, und dann wäre ja noch Lucien Favre… Klar… Das entbehrt jedwedem weiteren Kommentar.

Nein, nein, nein. Wir haben das so bestellt und das wird jetzt so gegessen (es lebe Volker Pispers). Wir müssen unsere Ansprüche runterschrauben. Die Mission Aufstieg für zwei, drei Jahre verschieben und nun erst mal schauen, dass eine stabile, konstant spielstark auftretende Mannschaft in unseren Vereinsfarben aufläuft. Ein Team, das ein oder zwei Mal oben am Aufstiegsplatz schnuppert, bis es dann auch mal wirklich klappt. Solange wir mal erstligareif und dann wieder auf VfB Hilden Niveau spielen, hat noch keine Identität. Schaut Euch den Kader an. Welcher Zweitliga-Club kann damit mithalten? Das Potenzial ist da. Lasst uns die Fortuna wieder als Langzeitprojekt wahrnehmen. Und hierfür denken wir, ist Kramer der Richtige.

Und dennoch: Es müssen Punkte her, um nicht unten den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren. Kommenden Freitag geht es auf den Betze. Da spielten wir eigentlich immer ordentlich. Da muss ein Auftritt wie gegen Bochum her. Von der Ausgangslage her und der zu erwartenden Spielweise der Lauterer könnte diese Partie schon wieder unsere Forteng liegen.

Also, punkten, Charakter zeigen, Brust raus, Ego tanken, liebe F95er!!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

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Angenehm unaufgeregter Auswärtsdreier!

22 Okt

Da ist er endlich: Der lang ersehnte Auswärtssieg. Und so unendlich schwierig war es doch gar nicht. Mit recht überschaubarem Aufwand sichern sich unsere Jungs drei Punkte in Ingolstadt und arbeiten sich auf Rang #6 vor. Greift unsere F95 jetzt oben an?

Die Länderspielpause hat mal wieder viel zu lange gedauert. Wir hatten zum Ende unseres letzten Spielberichts darüber spekuliert, ob diese Pause nach dem Sieg gegen Fürth nun genau richtig oder zu einem blöden Zeitpunkt kommt. Und, wenn man sich anschaut, wie unsere Jungs in Ingolstadt aufgetreten sind, scheint diese Pause gut getan zu haben: Es war ein fußballerisch sicher mäßiger Auftritt. Aber mit Glück und genau EINEM wirklich gut zuende gespielten Angriff besiegt man eben ein Team wie die Schanzer-Elf. Ganz einfach und ohne großen Aufwand. Gehen wir mal durch, wie genau dieser Sieg eingefahren wurde.

Aufstellung & Formation

Im Vergleich zur Vorwoche mixte unser Trainer die Startaufstellung wieder ordentlich durcheinander und entschied sich dazu, die 4-4-2-Formation aus der zweiten Halbzeit des Fürth-Spiels direkt von Beginn an spielen zu lassen. Hierfür flog Spielmacher Kenia komplett aus der Mannschaft und Reisinger rückte als zweite Spitze neben Benschop in den Sturm. Die genesenen Latka und Lambertz ersetzten Soares und Halloran; Schmidtgal verteidigte zum ersten mal von Anfang an auf der linken Seite und verdrängte den jungen Ramirez somit auf die Bank. Paurevic bekam wieder den Vorzug vor Bodzek und bildete mit Monsieur Fink die Mittelfeldzentrale.

HZ1 – kompakt und unaufgeregt

Irgendwie wird sofort deutlich, dass das Erfolgserlebnis vom letzten Spieltag und die Länderspielpause unseren Jungs gut getan haben, denn das Team strahlt Sicherheit aus! Die Hereinnahme der Routiniers ist in allen Mannschaftsteilen spürbar. Vorne setzen die beiden Stürmer die Jungs vom Pseudo-Audi-Werksclub direkt beim Spielaufbau unter Druck, das Mittelfeld steht kompakt und die Abwehrreihe um unsere endlich vereinte Innenverteidigung Malezas-Latka ist die Ruhe selbst. Allerdings bleibt aufgrund von Kampfkraft und Routine die Kreativität weiter auf der Strecke und das Offensivspiel der Fortunen ist in HZ1 recht durchschaubar und wenig gefährlich. Das vom neuen Trainer Ralph „Hasenküttel“ betreute Ingolstadt, setzt im eigenen Stadion aus einer geordneten Defensive heraus auf Konter und lange Bälle in die Spitze. Da die Schanzer ebenfalls mit gänzlich anderen Erwartungen in die Saison gestartet waren und sogar Inhaber der „Roten Laterne“ sind, ist deren Selbstbewusstsein in einem ähnlich katastrophalen Zustand wie es das der Fortuna vor zwei Wochen. Die Angriffsversuche, die so etwas Ähnliches wie Gefahr für Giefer’s Tor ausstrahlen, sind meist Freistöße. Der doch recht kleinliche Schiedsrichter Ittrich entscheidet in den vielen Mittelfeldduellen öfters zu Gunsten der Bayern. Die Verunsicherung wird beim Gegner selbst bei ruhenden Bällen deutlich, denn alles wirkt überhastet und ungeplant und das, was dann doch in Richtung Strafraum kommt, wird von Malezaz, Latka und Giefer kompromisslos geklärt. Da sich beide Teams also gegenseitig ziemlich neutralisieren, geht es dann auch schon mit 0-0 in die Halbzeit. Spielerische Höhepunkte kriegen wir nicht geboten, dafür aber viel Kampf und bei uns erfreulich wenig unnötige Fehlpässe.

HZ2 – Positive Parallelen

Gab es doch in den vergangenen Monaten doch immer wieder sich-wiederholende Muster bei den Auftritten der Fortuna (Nervenversagen in der Schlußphase, Rote Karte für den Gegner = Nachteil für F95, etc.), so gibt es in diesem Spiel endlich einmal positive Parallelen. Denn genau wie gegen Fürth kommt die Fortuna mit einem anderen Offensivgeist aus der Kabine. Die in HZ1 gewonnene und ausgebaute Sicherheit zeigt sich nun auch in teilweise recht ansehlichem Kombinationspiel, das den Gegner in guten Momenten nur noch hinterherlaufen lässt. Die erste Angriffswelle der Fortuna kann in der 50. Minute von Ingolstadt nur durch ein Foul gestoppt werden. Benschop schnappt sich 25 Meter vor dem Tor den Ball, läuft zum Freistoß an und hält flach drauf: Paurevic fälscht unhaltbar ab – Tor! Die erste Chance direkt zur Führung genutzt, genau wie letzte Woche! Danach will Ingolstadt, kann aber nicht, denn es gibt kein Durchkommen. Die Fortuna schwelgt irgendwie in ihrem Selbstbewußtsein und scheint sich in dieser Phase mit dem Selbstverständnis als Spitzenteam der 2.Liga wohlzufühlen. Das wird in der 63. Minue deutlich, Axel pest auf Links mit Ball die Linie entlang, spielt auf Benschop, aber der verpasst; das Leder prallt von einem Abwehrspieler ab und landet bei Fink. Wie auch schon in den letzten Wochen, hatte unser Grätschmeister auch in diesem Spiel wieder lichte- und schattige Momente, aber die Formkurve zeigt klar nach oben, denn „Finki“ spielt einen Traumpass in die weit offene Gasse auf den lauernden Benschop, der am 16ner den Ball annimmt und am auf ihn zustürmenden Torwart Özcan vorbei in die Maschen schlenzt! Die 2-0 Führung! Wir ballen die Fäuste und bilden eine Jubeltraube! Doppelpack durch Benschop, der durch diesen Treffer auf Platz Zwei der Torjägerliste springt. Vor den Ingolstädtern ziehen wir aber an dieser Stelle (mit der Führung im Rücken) auch mal ganz großzügig den Hut, denn sie geben sich nicht auf und versuchen das Spiel noch zu drehen. Sie haben mit Caiuby einen in ihren Reihen, der immer mal für etwas Geniales gut ist. Und da ist auch noch Tamas Hajnal; DER Hajnal, der angeblich zu Real Madrid sollte… Sie scheitern aber nach wie vor entweder an sich selbst oder unserer Abwehr-Mauer.

Auch wenn sich die Fortuna nach dem zweiten Tor nicht mehr viele Chance herausspielt und es noch in vielen Bereichen Optimierungsbedarf gibt, ist es doch offensichtlich, dass sich Passspiel und Abstimmung stark verbessert haben. Wir können sogar mal den Ball lange laufen lassen. In der Schlussphase gibt es dann aber nochmal Aufregung auf beiden Seiten des Spielfelds. In der 86. Minute knülzt der eingewechselte Bodzek einen 30-Meter-Freistoß mit ordentlich Schmackes und Kawääääääääääms an die Latte. Und um mal den Bogen von Prallelen zum letzten Spiel zu Ende zu spannen, kommen wir noch zum Gegentreffer in der Nachspielzeit. Nachdem zuvor Giefer noch ein, zwei Mal großartig gerettet hatte, ist er bei Matips Kopfball chancenlos, denn dieser muss nach vorheriger Freistoßflanke und herrlicher Kopfballablage im 5er nur noch seine Birne hinhalten, um den Endstand von 2-1 für die Fortuna herzustellen. Das war einfach gut gemacht – muss man so sagen.

Spielanlage, Personelles & Ausblick

Der Auftritt unserer Mannschaft in Ingolstadt war angenehm unaufgeregt. Statt sich in der ersten Halbzeit zu viel vorzunehmen und an den eigenen Ambitionen zu scheitern, wartete die Truppe gelassen und selbstsicher die Aktionen des Gegners einfach ab.  So zelebriert man zwar keinen schönen Fußball, bewahrt aber einfach mal die nötige Ruhe. Den Offensivregler kann man dann immer noch hochschieben. Und mit eben dieser Ruhe spielt dann ein Fink auch eine perfekte Torvorlage statt hastig draufzupölen. Und mit eben dieser Ruhe lässt man nach dem 2-0 über mehrere Minuten Ball und Gegner laufen und raubt ihnen die Lust auf die Aufholjagd. So reichen zwei gelungene Aktion, wo vorher ein Dutzend guter Gelegenheiten versiebt wurden. Es scheint, als konzentriere sich das Team jetzt erst mal auf das Wesentliche. Und das macht durchaus Sinn.

Fink und Paurevic spielen sich als Doppel-Sechs gut ein. Hier und da kleine Wackler, aber keine miesen Fehlpässe oder Böcke mehr. Malezas und Latka dürften – sofern sie verdammt noch mal gesund bleiben – endlich das erhoffte IV-Bollwerk werden. Von ihrer Ruhe profitiert das gesamte Team. Schmidtgal ist nach seinem gerade mal zweiten Spiel nicht mehr aus dem Team wegzudenken: was für eine Dampfmaschine. Er versteht es aufgrund seiner Erfahrung besser als Ramirez (dem ganz sicher die Zukunft gehören wird), offensiv Alarm zu machen, ohne Defensiv etwas zuzulassen. In dieser Hinsicht wirkte Ramirez zuletzt etwas gehemmt. In jedem Fall sind „Heini & Axel“ ein tolles Duo auf links. Gegenüber auf rechts spielte Lumpi ein mäßiges Comeback. Zwar störte er vor allem in der ersten Halbzeit effektiv das Ingolstädter Spiel. Doch offensiv kam mal wieder nichts – da bot Levels als Rechtsverteidiger tatsächlich mehr. Es wird zu sehen sein, ob Buyo auch mal offensiver mit Halloran oder Gianniotas auf rechts starten wird. Bolly ist ja nun auch wieder eine Option.

Letztes Mal haben wir recht deutliche Worte Richtung Fabi Giefer geschickt und ihn vor allem für seine seltsamen Aggro-Einlagen kritisiert. Auch diesmal wollen wir ihn hervorheben – erfreulicher Weise aber positiv. Er hat vielleicht die stärkste Leistung seit der letzten Rückrunde gezeigt. Er war super sicher bei hohen Bällen, die er auch in schwieriger Lage sicher gepflückt hat, und hat das ein oder andere Mal richtig stark auf der Linie reagiert; man denke nur an seine „Doppelparade“ in der Ingolstädter Sturm- & Drangphase, mit der den frühen Anschluss verhinderte. Auch ließ er diesmal die Kinkerlitzchen mit Gegenspielern sein und strahlte insgesamt mehr Souvernität aus, ohne an Präsenz einzubüßen. So kann es weitergehen.

Zuguterletzt freuen wir uns sehr für Charliston Benschop, der direkt seinen zweiten Doppelpack feiern konnte. Auf dass er gesund bleibt und eine Serie startet. Er hat enorm viel Laufarbeit geleistet und spielt auch ohne Ball richtig stark. Weiter so, Charlie!!!

Prognose wagen?

Der wahre Wert des Siegs gegen Fürth, so haben wir letztes Mal gebloggt, würde sich in Ingolstadt zeigen. Und auch wenn wir keinen tollen Fußball geboten bekommen haben, ist unser Team doch endlich wieder mit einem 3er heimgekommen. Tja, und wie geht es jetzt weiter? Was erwartet Ihr für die abschließenden Wochen des Jahres 2013? Das ist unsere Frage diese Woche an Euch.

Hoffen wir erstmal auf den Ausbau der Siegesserie gegen Paderborn!

In diesem Sinne, 95 olé!

Adnan & Ingo

Knapp den Knappen unterlegen

24 Feb

Unsere Jungs spielen anfangs zwar zu ängstlich, aber dafür durchgehend höchst konzentriert gegen motivierte S-Null-Vierer, sind zeitweise die spielbestimmende Mannschaft und bringen sich doch aufgrund zweier Standardsituationen um den verdienten Lohn.

Zähneknirschend mussten wir beide hinnehmen, nicht gemeinsam mit 5.000 weiteren Fortunen vor Ort unserem Gastspiel auf Schalke folgen zu können. So waren wir dazu verdammt, die SKY-Übertragung zu verfolgen. Adnan war immerhin in geselliger Runde mit den Berliner Havelpralinen in der von Fortunen eingenommenen Kreuzberger Kneipe USCHI Nation. Per modernster Mobiltechnologie (ja, auch Ingo & Adnan nutzen sie 🙂 ), tickerten wir zwei munter bei wichtigen Szenen hin und her.

Nu isset ja so: Je mehr Freunde und Bekannte Fans der gegnerischer Mannschaft sind, umso voller nimmt man im Vorfeld der Partie de Schnüss. Und, da es ja durchaus Sinn machte, zuversichtlich dieser Partie entgegenzufiebern, tönten wir ausgiebigst rum: „Die Scheiss-Knappen sind fällig!“ oder „Nach der Pleite gegen uns muss Euer Trainer gehen!“. Doch als die Aufstellung der Schalker eingeblendet wurde, mussten wir einander ein „krasses S04-Mittelfeld, Alter“ mobil zutexten: Neustädter, Jones als zentrale Defensiv-Strategen, sowie Bastos, Draxler und Farfan als Offensivtrio mit Huntelaar als Sturmspitze sind auf dem Papier echt mal ’ne Ansage. Statt aber in Ehrfurcht die Hosen voll zu kriegen, glaubten wir daran, dass unsere Jungs mit der richtigen Attitüde und Präsenz auf dem Platz eben diesen Sportskameraden das Leben äußerst schwer machen würden. Bei der graphischen Einblendung unserer F95-Elf musste ein gewaltiger FACEPALM her, als unsere Nummer #28 vorgestellt wurde. Diese Praktikanten bei SKY haben einfach mal das Gesicht von Timo Furuholm bei Martin Latka eingeblendet. Dieser besagte Prakti wird den Kader in seinem Kicker-Sonderheft durchgeschaut und Furuholm mit der #28 entdeckt haben – dass sie aber inzwischen ein Anderer trägt (nämlich Hannibal Latka aka Bane aka The Rock aka Valujev), muss ihm entgangen sein. Seltsam, solche Peinlichkeiten… Und auch sonst könnte man jetzt über diese unsäglich Experten-Runde mit Matthäus & Co. zeilenlang abkotzen. Wir machen’s aber mal nicht…

S04-Lawine überstanden – „standardisierter“ Rückstand

Kommen wir lieber zum Spiel: Vor Anpfiff war bereits klar, was auf uns in der Anfangsphase zu kommen würde: Eine menge Druck! Wenn ein Team wie Schalke am Mittwoch ein schweres CL-Auswärtsspiel in Istanbul hatte und danach ein Aufsteiger zu Gast im eigenen Stadion ist, versucht eine clevere Truppe bereits im ersten Spieldrittel den Sack zu zumachen. Folgerichtig entscheidet sich Norbert Meier für eine sehr defensive und laufstarke Startelf, um die Schalker auf Granit beißen zu lassen. Für Schahin (der nach 11 Minuten Reisinger ersetzte) und den grippegeschwächten Kruse, rücken die zuvor gelbgesperrten Bodzek und Lamberts zurück ins Team. Schlacke beginnt mit wütenden Angriffen und attackiert die Fortuna bereits am eigenen 16er. Unsere Jungs wirken, ähnlich wie beim Hinspiel, arg eingeschüchtert von der Gelsenkirchener Spielfreude und Angriffslust; Draxler, Bastos, Farfan und Huntelaar sind ja nunmal nicht irgendwelche Halunken. Allein diese vier Spieler haben einen fast doppelt so hohen Transferwert wie der gesamte Kader der Fortuna. So stemmen sich die tief stehenden Mannen um Capt’n Lumpi mit Laufbereitschaft, Team-Spirit und Leidenschaft gegen die Schalker Angriffslawinen, die auf den Düsseldorfer Strafraum hereinbrechen. Folgerichtig bekommen wir bis auf wenige Ausnahmen in der ersten halben Stunde wenig bis nichts nach vorne zu Stande. Aber Schalke hat aus dem Spiel heraus gegen unsere gut geordnete Mannschschaft Probleme. Wirklich gefährlich wird es nur, wenn es schnell geht, wie bei Farfans Pfostenschuss in Minute 19. Unsere beste Chance ist Dani Schahins Geschoss in der 24. Minute, das ein schönes Tor des Monats abgegeben hätte, wenn, ja wenn die Kirsche 50 cm tiefer im Torwinkel der Schalker eingeschlagen wäre, anstatt über die Latte zu zischen. Beinahe haben wir das erste, schwierige Drittel des Spiels überstanden, als es leider eine Freistoß-Flanke von Farfan gibt, die Matip nach einer Kopfball-Ablage durch Jones über die Torlinie drückt. Leider war anhand der Spielanteile die Führung verdient; aber trotzdem ärgerlich. Die Hereingabe von Farfan war richtig stark, denn so ein Ball treibt die Defensive an den Rand des 16ers, und wenn dann ein Kopfballduell verloren wird und die Kirsche ins Zentrum zurückkommt, wird es eben gefährlich – und sowatt können die Schalker nun mal…

Mit Kampf und Passspiel das Zepter in die Hand genommen

Nach der Führung passiert genau das, worauf wir gehofft hatten: Schalke lockert etwas die Zügel und die Fortuna findet langsam ins Spiel – wie im Hinspiel. Nach dem Halbzeittee werden wir mutiger und stehen auch nicht mehr so tief – dies liegt aber auch daran, dass man den „Knappen“  langsam das physisch und psychisch anspruchsvolle Mittwoch-Spiel ankmerkt. Unser Spielaufbau wird nicht mehr so bissig gestört und Konzentrationsfehler häufen sich bei den Schlackern. In dieser Phase wird das Spiel immer ausgeglichener. Nur über Bastos und Farfan wird es ab und an gefährlich, aber unsere Außenverteidiger lösen ihre Aufgaben gegen diese Kaliber richtig gut. Da durch die Ausfälle von Kruse und Reisinger Fortunas stärkste Solisten nicht dabei sind, werden wir hauptsächlich durch Passstaffetten (hört, hört!) gefährlich und sorgen so für Entlastung, da diese mit zunehmender Spieldauer immer besser gelingen. Besonders Axel knüpft an seine Leistungen aus dem Führt-Spiel an. Sogar seine zidanesquen Dribbel-Pirouetten funktionieren nun und er scheitert nicht wie in der Hinrunde an seinen eigenen Beinen oder seiner spürbaren Aufregung. Als er mal ins Abseits gelaufen ist, wurde in der Zeitlupe klar, warum genau er im Abseits war: Er sprintet im unvergleichlich nach vorn gebeugten Stil, als würde er einen Bob anschieben und gleich reinspringen wollen. Ihm scheint die kurze (und von uns geforderte 😉 ) Pause von der Startelf gut getan zuhaben. Zu seiner vorbildlichen Einstellung gesellt sich nun merklich mehr Ruhe und Freude am Spiel. Seine Wille, Verantwortung zu übernehmen, wirkte bis dato zu verbissen, doch das scheint er hinter sich gelassen zu haben. Der neue/alte Axel ist es dann auch, der uns den viel umjubelten Ausgleich beschert. Er vernascht Höger auf links, schmeißt den Turbo an und peitscht in der 56. nach Zuspiel von Malezas die Seitenlinie entlang. Schahin zeigt ihm per Handzeichen in Strafraumnähe an, wo er die Pille hinhaben will. Axel folgt maßgenau und schickt unseren besten Torschützen mit Flanken-Auftrag zur Grundlinie. Während Schahin das Spielgerät scharf und flach in den Strafraum spielt und unser Kapitän im Volltempo auf den langen Pfosten zuhält, spurtet Axel in gespannter Erwartung zum Fünfmeterraum durch. Danis Zuspiel erreicht tatsächlich Lumpi und dieser ballert in bester Mario-Basler-Manier das Leder als flache Flanke zurück in die Mitte auf den heranstürmenden Axel, der das Runde nur noch eben ins Eckige buchsieren muss. Ein herrlich herausgespielter Treffer! Es freut uns sehr, dass  gerade Lumpi und Axel diese schöne Kombination erfolgreich abgeschlossen haben. Auch Lumpi (kongenialer Kampfsaupartner von Axel) wächst immer mehr in das Bundesliga-Tempo hinein und reduziert kontinuierlich seine Fehlerquote. Unvergessen eine Szene Mitte der ersten Halbzeit, als er im Stile einer Abrissbirne einfach den ewig langen Ballbesitz der Schalker am rechten Flügen durchbrach und den Ball in der Schalker Hälfte eroberte. Wenn man dem Jong beim Ackern zuschaut, weiß man, warum bei uns der Funken überspringt und die Mannschaft selbst bei Niederlagen mit Respekt und Wohlwollen behandelt wird. Da können sich einige Fußballprofis ’ne Scheibe abschneiden- schönen Gruß nach Hoffenheim!

Rückkehr der Standardiritis?

Dass wir im Endeffekt doch keine Punkte aus der Fällt-hin-Arena mitnehmen können, liegt am an dem Abend viel zu torgefährlichen Joel Matip, der uns erneut in die Suppe spuckt. Zwar gelingt es der Fortuna mit zunehmender Spieldauer, die Schalker weiter unter Druck zu setzen und spielt gegen die immer müder werdenden Gastgeber auf Sieg, aber durch ihre individuelle Klasse bleiben die Ruhrpottler stets brandgefährlich. Für Draxler wird der in der Vergangenheit von Todesangst geplagte Ex-Herthaner Raffael eingewechselt, der bei den Schalkern neue Impulse setzen soll; dies gelingt nur bedingt. Viel mehr erinnert seine gezogene Flappe nach einer mißglückten Aktion an die Miene eines Dreijährigen, der seinen Kuschelhasen verloren hat. Tja, und, wenn aus dem Spiel nichts gelingt, müssen halt Standards her – und es scheint, als schleiche sich erneut so etwas wie eine Standardiritis bei uns ein. Nach einer Ecke (KORREKTUR: Es war in Freistoß aus dem rechten Halbfeld – Danke für Hinweis, Daniel Bonner) in der 81. Minute vermiest uns Matip dann gänzlich den Tag. Der Ball landet bei Bastos, der nahezu den ganzen Fortuna-Kader im Strafraum auf sich zieht. Die Ordnung geht komplett verloren. Bastos schießt – das Leder wird von Malezas abgefälscht und hoppelt dem am 5er wartenden, von allen Fortunen allein gelassenen und von Balogun nicht ins Abseits gestellten Matip genau vor die Füße. Mit augenthalerischer Bierruhe dreht sich dieser noch auf dem Bierdeckel, zieht die Hose kurz hoch, während Giefer schon zum Hechtsprung ansetzt und netzt zur zu dem Zeitpunkt völlig unverdienten Führung für Schalke ein. Giefer, der sich im Laufe des Spiels wieder einige male auszeichnen konnte, trifft bei beiden Treffern keine Schuld. Später holt er sich noch Gelb nach wichtigem, taktischen Foul an Hildebrand und der Verhinderung eines Schalker Konters auf’s leere Tor. Das hat uns unsere Tordifferenz gesichert – muss man auch sehen. Meier hatte zuvor erst Omae und später Ilsö für die Schlussoffensive gebracht. Beide kommen recht spät und finden nicht so recht rein. Grund zum Wechseln hatte Meier aber eigentlich auch nicht – denn eigentlich lief unser Spiel ganz gut…

An unsere Grenzen gestoßen?

Was hätten unsere Jungs besser machen können? Klar, Standards besser verteidigen. Aber an irgendeinem Punkt sind gute Fußballer nunmal schwer zu verteidigen. Vielleicht hätte Balogun Matip vor dem 1-2 Abseits stellen können – andererseits geht das alles so schnell, dass man diesen Vorwurf nur schwerlich stehen lassen kann. Tja, und offensiv? Es scheint weiter der berühmte letzte präzise Pass, oder ein gefährlicher Abschluss – wenn auch mal aus der Distanz – einfach (noch) nicht möglich. Eigentlich liegt genau hierin die noch bleibende Schwäche der Fortuna – auch zu sehen, nachdem in der 1. HZ Balogun zu einem imposanten Offensivsolo ansetzte, den Schalker Verteidiger „reisingeresk“ per Bauerntrink überwand, dann aber niemandem im 16er auflegen konnte. Fink war von einem Schalker abgelaufen worden. Oder aber auch Jojo, der die Technik und die Sprintstärke besitzt, auf dem Flügel richtig Gas zu geben; dann aber, wenn es darauf ankommt, weder flanken, noch maßgenau passen oder aber auf’s Tor zimmern kann. Man hatte sich in dieser Hinsicht ein wenig was von Tesche verhofft. Leider hat seine Passqualität nach dem Freiburg-Spiel etwas nachgelassen. Wir wollen bei all dem aber eines nicht vergessen: das sind Fortunen. Und, wenn irgendwann Grenzen der Fähigkeiten erreicht sind, nimmt es ihnen niemand übel. Erst recht nicht, solange sie alles geben. Und das haben sie – alle. Fink und Bodzek haben wieder phantastisch abgeräumt und ebenso wie Latka und Malezas (bis auf sein Luftloch) mit sehr gutem Stellungsspiel und Zweikampfstärke aufgetrumpft. Ihnen und dem Außenverteidiger Duo ist es zu verdanken, dass Schalke trotz ihrer Qualität in der Offensive aus dem Spiel heraus kaum bis gar nicht gefährlich wurden. Dies ist auch der Grund, warum unsere Tordifferenz so viel besser ist, als die anderen Clubs da unten.

Wir halten fest: Wir haben Dank Tordifferenz vier Spieltage Vorsprung auf den Relegationsplatz, aber nur 1 Spieltag Rückstand auf Rang #11. Mit den schweren Spielen, die nun anstehen, ist das ein zunächst mal gutes Polster. Schon jetzt gegen Mainz wird es schwierig – sehr schwierig. Die sind nicht arrogant; lassen sich ihre Spielfreude nicht so leicht rauben wie etwa Schalke. Aber bestehen kann unsere Fortuna auch gegen die allemal – erst recht in der heimischen Bude. Also – peitschen wir sie an, damit noch mehr als 100% auf dem Rasen möglich sind.
In diesem Sinne, 95OLÉ
Adnan & Ingo