Tag Archives: Frank Kramer

0 Durchblick. 0 Spirit. 0 Punkte.

31 Aug

Unsere Fortuna präsentiert sich desolat im Brutkasten der Nürnberger, bleibt über das gesamte Spiel ideenlos und kann mal wieder das entscheidende Gegentor nicht verhindern. Rote Laterne Olé!

Letzter der Rückrunde-Tabelle und nach dem 5. Spieltag nun auch letzter der neuen Spielzeit. Das Wort mit den fünf Buchstaben, das mit KRI anfängt und mit SE aufhört, setzt sich bedrohlich zusammen und ist kaum noch zu leugnen. Nein, man steht hier nicht vor einem Ruin und noch ist absolut gar nichts über den Verlauf der Saison gesagt. Wenn man jedoch sieht, wie orientierungslos die Mannschaft auf dem Platz wirkt, sieht man nicht so recht, warum es Grund zu Zuversicht und Hoffnung auf bessere Zeiten geben sollte. Abstieg? Ach Quatsch! Dritte Liga Mannschaft? Schlechter Kader? Nein!! – System? Konzept? Vision? Passende Rollenverteilung auf dem Platz? Leider auch nein! Die heutige Aufstellung machte das deutlich:

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Kramer hält Axel immernoch für einen Gewinn im Team. Diesmal lässt er ihn als LV auflaufen. Da er das aber nicht ganz so gut macht, soll ihm Ya Konan, der diesmal als LM spielen muss, hinten aushelfen. Ya Konan? Der erfahrene Mittelstürmer, unser designierter Goalgetter soll hinten aushelfen? Hat der nicht andere Aufgaben? Die soll van Duinen erfüllen. Er wird auf die #9 gestellt. Bodzek ist nicht mal im Stadion. Haben wir erst mal nichts gegen. Koch und Sobottka bilden das junge ZDM-Duo. Rechts außen darf Bolly düsen. Tja, und dann das erste Fragezeichen: Warum 4-2-3-1 mit einem 10er?? ML10 wird verkauft. Unter anderem, weil es heißt, Kramer spiele nicht mit einem 10er. Aber genau da stellt er Sararer hin – der Mann, der die besten Spiele vom linken oder rechten Flügel kommend spielte. Er Vorbereiter, kein „Abschließer“. Okay, kann man versuchen… Muss man aber wirklich nicht, denken wir.

Nürnberg darf auch 11 Mann aufs Feld schicken. Aber deren Mannschaft ist auf Schlüsselpositionen dünn besetzt. Vor allem die Abwehr hat sich zuletzt super wackelig angestellt. Das kann ja dann nur bedeuten: VOLLGAS UND ÜBERRENNEN und den Gegner zu Fehlern zwingen. Als Zweck- und Daueroptimisten glaubten wir sogar dran…

HZ1: Nichts zu sehen. Nichts zu erkennen.

Als die Mannschaften den Platz betreten wird Folgendes klar: Man sieht vor lauter dunkler Trikots die Teams nicht. Bei senkrecht stehender Sonne und zwei Mannschaften mit dunklen Trikots erkennt man fast durchgehend gar nicht recht, wer eigentlich wer ist. Für uns unbegreiflich, wie man so etwas überhaupt anpfeiffen kann. Hätte Nürnberg nicht wenigstens weiße Hosen und Stutzen tragen können? Es war in sehr vielen Situationen mit zur Aktion eines Spielers kaum ersichtlich, welche Mannschaft einen Zweikampf gewann, die Kirsche führte oder bei einem Luftduell in aussichtsreicherer Position steht.

Aber wir waren in puncto „fehlendem Durchblick“ nicht allein: Unsere Jungs auf dem Platz wussten auch nicht, was zu tun ist. Und das lag wirklich nur bedingt an den Trikotfarben. Das lag viel eher daran, dass von Anfang deutlich wurde, wie wenig jeder einzelne weiß, was er eigentlich tun soll. Und noch schlimmer: Spieler sollen Aufgaben erfüllen, von denen man eigentlich wissen müsste, dass sie es nicht können. Oder aber – sie kommen nicht dazu, die Dinge zu tun, die sie gut können, weil sie anders aufgestellt werden. Hierbei vor allem Ya Konan und Sararer. YK is eine Wühlmaus, ein Strafraumspieler und jemand, der sich – in seinen besten Tagen – dadurch hervorhebt, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht und Hereingaben verwertet. Was bitte soll er, der weder dribbelstark ist und noch nicht mal einen starken Antritt hat, auf dem Flügel? Schlimmer noch: Was soll er in der Defensive? Wie oft war er an der eigenen Grundlinie oder in der Nähe des eigenen 16ers, um Axel hinten zu unterstützen? Und der Gegner war ja nun mal nicht gerade Douglas Costa, den man zu zweit bearbeiten müsste…

Der zweite Fall von falsche Aufgaben für den falschen Mann: Sararer macht Alarm, wenn er mit Ball am Fuß außen ins 1-gegen-1 geht, Tempo entwickelt und im besten Fall einen Kollegen bedient. Aus der Mitte als #10er hat er noch nie glänzen können – vielleicht mal in der F-Jugend; oder gegen eine F-Jugend. Und dennoch wird er genau dort hingestellt. Dort wird er aber nicht steilgeschickt. Hat überhaupt keinen Raum und muss sich ein gänzlich neues Rollenverständnis zulegen.

Bolly kommt in diesem Spiel nicht in Fahrt. Er muss sich die Bälle hinten holen, weil er keine Zuspiele kriegt. Und in der 41. Minute trabt er plötzlich zur Seitenlinie. Auswechslung. So schlecht war er nicht, als dass er ausgewechselt werden müsste. Also muss wieder ein Muskel gezwickt haben. Nach viereinhalb Spielen sollten wir uns also auf die erste Verletzungspause von Bolly – einem der wenigen Highlights dieser bisherigen Saison – vorbereiten. Für ihn kommt Bebou. Ihm hatte Kramer zuletzt keine wirkliche Chance gegeben. Somit freuen wir uns, ihn zu sehen.

Aber weiterhin… Hier geht spielerisch überhaupt nichts. Keine Kombinationen. Standards und Ecken werden lächerlichst vergeigt. Dass sowohl Nürnberg als auch unsere Jungs regelkonforme Tore schießen, erscheint einem irgendwie an so einem Tag egal. Erwähnen müssen wir es aber. Denn wenigstens hat Koch einen schönen Flachschuss ausgepackt, der kurz vor der Halbzeit die Führung bedeutet hätte, hätte, hätte liecht im Bette…

HZ2: Formvollendete Harmlosigkeit

Auch die zweite Halbzeit war öde und langweilig, aber vielleicht einen Ticken besser – zumindest zeitweise. Unsere Jungs hatten mehr vom Spiel (Ballbesitzt) – aber gelenkt haben sie das Spiel trotzdem nicht. Zu keinem Zeitpunkt. So harmlos wie unsere Jungs nach vorne Spielen, könnten die Nürnberger auch getrost einen Feldspieler ins Tor stellen. Die Idee, man könne ja mal eine generell wackelige Abwehr überrennen, geht halt nicht auf, wenn man gar nicht erst weiß, wie man einen Angriff aufbauen kann/will/soll/muss. Kick and rush war zeitweise die Devise. Macht nur keinen Sinn, wenn vorne kein Sturmtank solche Bälle verwerten kann.

Nürnberg beschloss irgendwann dann noch mal, etwas für einen möglichen Sieg zu tun. Und in der 67. Minute klingelte es, nachdem es zuerst mächtig schäpperte: Irgendein Heini (Mähwald? Möhwald?) hält volle Suppe drauf, trifft den Pfosten, von wo das Spielgerät einem Spielkollegen vor die Füße tröpfelt, der die Kirsche dann locker einschiebt. Kein Vorwurf an niemanden. Einfach geiler Torschuss. Sie machen’s halt…

Und jetzt? Die Antwort? Pustekuchen! Es geht immernoch nichts. Doch wenig später kam der größte Aufreger für uns: Die Auswechslung von Bebou. Mal ganz abgesehen davon, dass van Duinen vorne so absolut gar nicht stattfand und viel eher hätte Platz machen müssen, ist es für einen Youngster wie Bebou einfach die Höchststrafe, in der 41. ein- und in der 76. wieder ausgewechselt zu werden. Bebou ist neben Bolly und Sararer der einzige im Team, der mal mit Ball am Fuß Dynamik entwickeln und für Unruhe sorgen kann. Aber nein! Er muss runter – Herr Kramer wird sich was dabei gedacht haben.

Für ihn kam unsere neue #10 Demirbay zu seinem Debut. Er durfte auch gleich mal einen Standard aus dem linken Halbfeld ausführen – doch das Resultat? Er trifft die 1-Mann-Mauer… Auch der neueste Neuzugang kann nichts für unser Spiel tun. Natürlich fehlt ihm noch jedwede Bindung. Ya Konan kommt kurz vor Schluss noch mal am 16er in gute Schussposition, jagt den Ball aber an die Latte – kommt uns bekannt vor, hm?! Ansonsten bleibt unser Team bis zuletzt völlig harmlos. Und so geht das vierte Spiel in Folge verloren. Die Negativserie steht.

Szene des Spiels

Sararer erobert in der Nähe des Mittelkreises den Ball nach schlampigen Nürnberger Pässchen. Er marschiert Richtung Clubberaner 16er. Er marschiert, marschiert, marschiert, marsch… Niemand, der sich anbietet, keine Idee, was er machen soll, und so wird ihm der Ball abgeluchst. Was hier NICHT stattgefunden hat, war Umschaltspiel. Unsere Mannschaft wusste NICHTS mit einem eklatanten Fehlpass des Gegners mitsamt viiiieel Platz anzufangen. Besorgniserregend.

Fazit

Diese Mannschaft hat noch überhaupt kein Grundsystem. Spieler werden in Systeme und Aufgaben gesteckt, die sie nicht erfüllen können. Wenn der Vorstand zu geizig ist, ins Spieler zu investieren, dann muss eben das System den Spielern angepasst werden und nicht andersum. ABER: Unser Trainer sollte für die Länderspielpause alle Zeit und Ruhe der Welt bekommen, um echte Feinjustierungen in der Mannschaft vorzunehmen. Noch immer ist nichts passiert – Fehlstarts sind dafür da, das Feld von hinten aufzurollen. Sollte sich aber ein oder zwei Spiele nach der Pause immer noch nichts ändern, und die Mannschaft sich so präsentieren wie gegen Heidenheim oder nun gegen Nürnberg, kann auch Kramer nicht die Antwort auf unsere Trainerseuche sein.

Ausblick: ohne Durchblick in der Personalie?

Die Personalie Liendl ist bei uns FUPPESinhos auch noch nicht verdaut. Ein begnadeter Kicker, der weder Konkurrenz, noch klare Rollenzuteilung bekam, und aus diesen Gründen genauso uneffektiv war wie der Rest. Fortuna schafft es einfach nicht, schwierige Spielertypen zu integrieren. Wenn man so ein Potenzial in einem Spieler sieht, muss es doch gelingen, dieses aus ihm herauszukitzeln. Denn trotz all dem war er Topscorer der vergangenen Saison – ganz egal, wie viele Elfmeter dabei waren. Seine Assists sprechen für ihn. Jetzt ist er bei einem Ligakonkurrenten. Stellt Euch mal vor, er blüht dort auf – das wird ein direkter Nachteil.

Und wir haben eine neue 10. Aber wieder ohne Konkurrenz. Ohne klare Rollenzuteilung. Oder sollen er und Sararer jetzt um die 10 kämpfen? Und wer spielt dann links? Axel? Aber der soll doch hinten…? Aber dann muss Ya Konan ja helfen… Und Schmitz will ja lieber ins zentrale Mittelfeld… Aber da ist ja jetzt Sobottka neben Koch – aber der ist zu jung… Und Fink? Kann Grätschen, aber nicht Spiel aufbauen… Ah ja: Bodzek! Ne, doch nicht. Moment, klar: der Gartner! Gut, aber weiß Kramer überhaupt, was der kann? Koch ist wohl als Einziger gesetzt. Rechts Bolly… Oh, der hat schon wieder Muskeln kapott – okay, dann Bebou… neee: dem hat man ja mal gerade so richtig einen reingewürgt. Vorne van Duinen – oder Pohjanpalo… Oder doch Ya Konan – aber der muss doch hinten Links dem Axel helfen… Oder macht das Demirbay, weil ja doch Sararer auf die 10 muss…? Aber ach, wir wollen ja ohne 10 Spielen. Und wo spielt dann überhaupt Akpoguma? Ach… Da ist doch Schauerte – der geht aber nicht nach vorne…. Also muss sich Bolly die Bälle hinten holen, aber… Ach, der fällt jetzt sicher aus. Also doch wieder Bebou!?

Ihr seht: Wir blicken nicht mehr durch. Und wir sind besorgt. Trainerdiskussion? Ne! Kriegen Sie es einfach hin, Herr Kramer. Länderspielpause nutzen. Sonst wird’s Mitte nächsten Monats ungemütlich. Eine Drohung? Nein: Das hier ist nur Fußball.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Advertisements

Viel Aufwand, kein Ertrag

25 Aug

Unsere Fortuna verwöhnt uns leider wieder nicht mit den nötigen Punkten. Trotz wirklich ansprechender Leistung in der zweiten Hälfte, zeigt uns das Glück derzeit die kalte Schulter und läßt unsere Jungs links liegen. Beim Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger SC Freiburg hätten wir gerechterweise  einen Punkt verdient gehabt, mindestens.

Tja, aber mit der Gerechtigkeit beim Fußball  ist das so eine Sache, denn es gibt sie einfach nicht! Vor dem Spiel wurde in der kompletten Kurve die etwas verspätete Geburtstags-Choreo zelebriert – was für ein Anblick! Der Support für unsere Jungs war wieder großartig, trotzdem sollte die Fortuna wieder die gleichen Probleme offen zur Schau stellen, wie in den letzten Begegnungen – fehlende Präzision!  Dazu noch weit und breit kein Glück in Sicht, aber eins nach dem anderen.

Aufstellung und Formation

Nachdem sich Herr Liendl offenbar dazu entschieden hat zu den Blauen nach München zu wechseln, fehlte er beim zweiten Heimspiel der Saison in der Aufstellung der Fortuna. Im Tor begann wieder Rensing; die Abwehrkette bildeten Schauerte, Haggui, Strohdiek und Schmitz – hier gab es also keine Änderungen. Im zentralen Mittelfeld liefen Bodzek und Koch auf und die rechte Seite wurde von Flitzer Bolly beackert, links machte Axel den Axel. Somit verschob sich Sararers Aufgabenbereich also mehr in Mitte, als falsche Neun, richtige Zehn oder was auch immer, auf jeden Fall sollte er van Duinen in Szene setzen, der als Sturmspitze begann. Bei Freiburg saß Torgarant Petersen auf der Bank, trotzdem standen aber einige Jungs in der Startelf, deren Namen dann doch ein Begriff sind,  zusätzlich schickte Gästetrainer Streich auch einige Greenhorns auf den Platz.

HZ1: ….und immer die gleiche Leier

Bei schönstem Bade-Wetter geht´s also los; nach dem Anpfiff bekommen wir von beiden Teams erstmal zögerliches Abtasten und wenig Risiko zu sehen, man merkt beiden Mannschaften den gegenseitigen Respekt an. Zudem gibt´s es immer wieder die typischen ich-schlag-mir-mit–der-flachen-Hand-vor-die-Stirn-Momente, da es viele unnötige und fast schon dämliche Fehlpässe in Reihen der Fortuna gibt. So dauert es also eine gewisse Zeit, bis wir in den Genuss der ersten Chance kommen. In der 18. Minute bollert Sararer nach schönem Zuspiel einfach mal drauf, aber SCF-Keeper Schwolow hält problemlos. Das Spiel wird nun munterer und unserer Jungs scheinen die Anfangs-Nervosität abzulegen, leider kommt aber nun auch Freigurk ins Rollen und die Partie wird intensiver. In der 33. Minute schaut es dann zuerst ganz gut aus, da wir einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen bekommen. Was dann passiert, haben wir in unseren Spielberichten leider schon zu oft beschreiben müssen: Freiburg fängt den Freistoß ab und leitet blitzschnell den Konter ein. Bodzek hat noch die Chance das zu tun, was er am besten kann, nämlich den Gegner unsanft abzuräumen und sich wegen taktischen Fouls die Gelbe Karte abzuholen. Diese Chance läßt er aber leider verstreichen, so dass das Unglück seinen Lauf nimmt. Da sonst fast alle Fortunen aufgerückt sind, haben unsere verbliebenen Abwehrrecken in der Rückwärtsbewegung gegen die schnellen Freiburger keine Schnitte. Unsere rechte Seite ist komplett frei und Grifo knallt die Kugel zum 1:0 für die Gäste in die Maschen.

Nach der Ernüchterung macht uns aber die Körpersprache unsere Jungs Mut! Zwar ist deutlich zu sehen, dass sie sich über den Gegentreffer ärgern, aber keiner läßt den Kopf hängen. Freiburg will aber anscheinend den Sack zumachen und drückt auf den zweiten Treffer. Da die Breisgauer nette Gäste sind, wiederholen sie unsere Fehler vor dem 1:0 und interpretieren dies auf ihre Weise. In der 37. Minute gibt es nämlich eine Ecke für den SCF, die aber dann im Ausgleichstreffer für uns endet. Nach dem mißglückten Eckstoß kommt Sararer ans Spielgerät, dieser sieht, dass Mathis Bolly den Turbo zündet und schickt den norwegischen Ivorer mit einem schönen Steilpass auf die Reise gen Freiburger-Tor. Bolly nutzt seinen Geschwindigkeitsvorteil und rennt mit Ball der kompletten Freiburger Hintermannschaft davon. Schön auch, dass Mathis den Konter perfekt abschließt und es nun 1:1 steht. Wir schöpfen Hoffnung! Aber nur drei Minuten später brechen wir ins Essen, da Freiburg erneut die Führung gelingt da Höfler vom Strafraumeck die Kugel einfach mal an Rensing vorbei in den Winkel schlenzt. Eigentlich ´ne schöne Bude, wenn sie nicht gegen uns gefallen wäre! Hinzu kommt noch, dass kurz vor der Halbzeit Julian Koch ganz böse umknickt und ausgewechselt werden muss. Dann ist Pause und wir sind genervt!

HZ2: Außer Spesen nix gewesen!

Zur zweiten Hälfte stellt Kramer erstmal einiges um und macht dabei vieles richtig. Es ist schon eine recht mutige Entscheidung, die Doppel-Sechs aus Neuling Sobottka und Lukas Schmitz zu bilden, denn Bodzek wird nach seiner wenig überzeugenden Leistung ausgewechselt. Dafür kommt Ya Konan ins Spiel, Sararer wechselt auf den linken Flügel und Axel übernimmt die nun vakante Position des LVs. Der weitere Spielverlauf sollte dem Trainer Recht geben, dass diese Umstellungen genau richtig sind. Unsere Jungs machen nun ordentlich Alarm und dominieren die Gäste, die sich kaum noch befreien können. Bellinghausen axelt weiter wie ein Bekloppter, Sararer spielt die Gegner schwindelig und die neue Doppel-6 bestimmt den Rhythmus des Spiels, als würden die Zwei schon seit Jahren zusammen spielen.

Der Sturmlauf der Fortuna trägt dann in der 58. Minute auch endlich Früchte, Sararer geht in den Strafraum, legt sich den Ball auf den rechten Fuß und sein Gegenspieler läßt den halbspanischen Deutsch-Türken über die Klinge springen – klarer Elfer! An dieser Stelle hätten wir uns nun den ferngebliebenen Liendl als sicheren Elferschützen gewünscht. Aber der Gefoulte tritt selber er und belegt die alte Fußball-Weisheit. Der Schuss von Sararer wirkt, als wolle er gar kein Tor erzielen und das tut er dann auch nicht. Die große Chance auf den Ausgleich ist erstmal dahin!

Es ist aber toll zu sehen, dass sich unsere Jungs nicht beeindrucken lassen und weiter Gas geben, sie ziehen ein richtiges Powerplay auf und lassen die Freiburger kaum Luft holen. Sie erspielen sich einige Halbchancen, richtig zwingend wird es dann aber erst wieder in der 75. Minute, als nach einem Eckball Strohdiek an die Latte köpft; nur zwei Minuten später legt van Duinen dann unserem Didi den Ball perfekt im 16er auf, der Ivorer gehrt volles Risiko und ballert volle Möhre drauf – wieder Latte! MAAAAAAAAHHHHN! Es ist zum Mäuse melken, dass sich unsere Jungs nicht für ihren Aufwand belohnen! Sie spielen Freiburg an die Wand, Kramer bringt mit Pohjanpalo noch Stürmer #3 auf den Platz aber der Ausgleichstreffer will einfach nicht gelingen!

Szene des Spiels

Mhm, das war wohl leider der vergebene Elfer. Sercan Sararer hat den Strafstoß super rausgeholt und wenn er getroffen hätte, wäre der Ausgleich wohl nur der Auftakt zu weiteren Buden gewesen, aber hätte, hätte, Fahrradkette und wenn das Wörtchen wenn das Wörtchen wenn nicht wär´, dann wär mein Papa Millionär, blablablupp….

Fazit

Wir hoffen, dass die Fortuna den gezeigten Spirit der zweiten Hälfte aufrecht halten kann, denn was wir da geboten bekommen haben, macht Mut für die restlichen 30 Saisonspiele. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Moral haben absolut gestimmt, ebenso wie die konditionellen Grundlagen, denn unsere Jungs konnten bis zum Ende der Partie Vollgas geben. Auch das spielerische Element ist bisweilen schon richtig ansprechend. Leider fehlt aber noch genau das, was wir schon seit Wochen bemängeln: fehlende Präzision und Konzentration bei der letzten Aktion. Aber: dies kommt leider auch nicht von ungefähr, denn man merkt den Jungs einfach an, dass diverse Automatismen einfach noch fehlen, bzw. noch nicht richtig sitzen. Sei es beim Umschaltspiel, dem Halten und belegen von Positionen oder auch dem Kombinationsspiel. Dass es hier noch das ein oder andere Problem gibt, ist aber auch nicht verwunderlich, denn zu vieles ist neu; der Trainer, inklusive Spielphilosophie sowie die knappe Hälfte des Kaders. Das muß sich erstmal alles finden und neue Abläufe müssen im Training einstudiert werden, damit sie zu Automatismen werden können, die dann während der Spiele greifen. So schwer es auch fällt, aber alle Fortunen brauchen nun Geduld, die Jungs auf dem Platz, die Entscheider im Vorstand und Aufsichtsrat, das Trainer-Team auf der Bank, die Presse und natürlich auch wir Fans, denn Umbruch braucht Zeit!

Das hat uns nicht gefallen

Langsam werden wir müde, es immer wieder zu erwähnen…. Die Mannschaft muss sich mehr belohnen und Tore erzielen. Dieser Neuaufbau unter Kramer zeigt sehr viele gute Ansätze, aber wenn die Erfolgserlebnisse fehlen, schlägt die Stimmung irgendwann um und das kann wirklich keiner gebrauchen.

Das hat uns gut gefallen

Ganz klar, die Einstellung in der zweiten Hälfte! Alle haben gefightet bis zum Umfallen – so sollte es sein. Axel Bellinghausen ist das beste Beispiel für diesen Spirit, darum sind wir hier mal ganz klar für die Aufnahme des Verbs „axeln“ in den Duden, mit der Bedeutung, sich wie von Sinnen kämpferisch auf dem Platz zu zerreißen, zlatanisieren gibt es ja immerhin auch schon 😉

Darum bitte, bitte, bitte: Macht die Buden, Jungs! Belohnt Euch für Eure Arbeit!

So am kommenden Sonntag stehen Nürnberger Rostbratwürstchen auf dem Speiseplan – macht se doch einfach ma feddich!

95 Olé!

Adnan & Ingo

PS: Ach ja, die causa Liendl… Boah, echt kein Bock, dieses Fass auch noch aufzumachen… Uns ist nur wichtig, dass auf diese seltsam anmutende Geschichte ein SCHRITT NACH VORNE folgt. So, das war’s jetzt aber!

Findungsphase Olé

5 Aug

Unsere Jungs bescheren uns zunächst ein Fußballfest im eigenen Wohnzimmer, werden dann aber von cleveren Paderbornern ausgehebelt und letztlich gar nicht mal unverdient besiegt.

Mit großer Vorfreude fieberte die rot-weiße Fangemeinde dem ersten Heimspiel der Saison entgegen. Und dann auch direkt gegen einen Bundesligaabsteiger, der vor gar nicht zu langer Zeit meinte, uns zu Hause mit einer historischen Niederlage peinigen zu müssen. Mahir Saglik… Diesen Namen hatten wir uns gemerkt. Vier Buden hatte er uns vor zwei Jahren eingeschenkt. Und an seiner Laune in den 90 Minuten vom vergangenen Sonntag konnte man den Spielverlauf ablesen. Super genervt und Schiri Kircher auf den Sack gehend, rannte er im ersten Durchgang wie ein dauerhaft schimpfender Kobold über das Grün. In der zweiten Halbzeit hingegen war er wieder ein Motor seiner Mannschaft und hatte plötzlich nichts mehr zu meckern. Was war geschehen? Und wie gingen wir eigentlich ins Rennen?

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Eigentlich copy+paste vom Union-Spiel. Hier und da hätte man sicher etwas Neues ausprobieren können. Aber es ist auch wirklich mal wieder an der Zeit, dass die Forteng eine echte Stammelf hat. Das war zuletzt in unserer Aufstiegssaison so. Und so spielte Kramer also mit Rensing im Tor, der Abwehrkette Akpoguma, Haggui, Strohdiek und Schmitz, der MIttelfeldzentrale Liendl & Koch, der Flügelzange Bolly und Sararer, sowie dem Sturmduo Pohjanpalo und Ya Konan. Erneut ein offensives 4-4-2.

Und Paderborn spielte mit… ähm… also diesem Saglik halt, mit Ouali, Sturmtank Proschwitz und öhm… Kruse hieß der Torwart. Ach ja, und Ex-Fortune Ndjeng.

1 HZ: Beste Fortuna-Heimperformance seit voll lange so…
Unsere Jungs bestätigten vom Anpfiff weg, warum knapp 30.000 Fortunen voller Vorfreude den Weg in die Arena gefunden hatten und legten mit einem Offensivspektakel los. Angriff über links. Sararer hat die Kirsche, Schmitz überläuft, kriegt den Ball, spielt schnell zu Ya Konan im Halbfeld, der direkt wieder auf die Außenposition auf Schmitz, der mittlerweile an der Grundlinie angekommen ist, überhaupt nicht lange fackelt, sondern sofort in die Mitte passt, wo Bolly goldrichtig steht und den Ball cleverst an Kruse zum 1-0 vorbeischiebt. Alter… Watt ne Buuuuude! Sensationell. Die „Kühe-Schweine-Paderborn“-Kicker waren von diesem Tempo sichtlich überfordert. Und die Fortönn macht weiter. Immer wieder rollt ein Angriff über Links. Gleichzeitig ist ML10 endlich der Mittelfeldregisseur, den wir alle in ihm sehen wollen. Immer anspielbar, mit geilen Pässen in die Tiefe. Die Lulatsche in der Innenverteidigung des EssZehPee kommen mit unserer „Flach-spielen-hoch-gewinnen“-Spielweise nicht klar. Selbst unsere Ecken kommen bisweilen völlig überraschend rein. ML10 und SS22 (okay, sieht politisch schwierig aus – machen wir nur genau ein Mal) stehen an der Eckfahne und man fragt sich, was das soll. Schließlich läuft Sararer an und flankt butterweich auf die linke Klebe von Schmitz, der den Ball volley nimmt. Eine Paderborner Birne ist dazwischen und es gibt direkt noch mal Ecke, die (Ihr ahnt es) nichts einbringt. Aber auch diese Szene zeigt: Diese Mannschaft hat endlich wieder Cojones! Doch es sollte nicht gelingen, die sehr schön anzusehenen Angriffe zu etwas Zählbarem zu machen. Tja, und da war dann leider noch unser Youngster Kevin Akpoguma. Sichtlich beeindruckt von der Kulisse und überfordert von seinem routinierten und quirligen Gegenspieler Ouale verlief das Spiel suboptimal für unsere Nummer 6. Viele wollten „SECHS, SETZEN“ rufen. Doch Kramer wollte nicht gleich zu brutal sein. Richtig, wie wir finden. Paderborn kam jedenfalls zu Chancen – genau wegen unserer Schwachstelle hinten rechts. Man muss aber auch sagen, dass der Turbo-Mathis wenig nach hinten gearbeitet hat. Das kam erschwerend für Akpoguma dazu. Nach 25 Minuten war in jedem Fall die Partie ausgeglichen. Wir hätten nachlegen müssen, aber auch Paderborn hätte ausgleich können.

2. HZ: Ja, isset denn schon wieder so weit…?

Naja, dann kam eben die zweite Halbzeit. SCP-Trainer Gellhorst hatten offenbar genau ausgemacht, wie sein Team fortan agieren sollte. Denn sie machten effektiv unsere Passräume zu. Flache Ballstaffetten wollten uns nicht mehr gelingen. Zudem schienen die Blau-Schwatten wachsamer und aggressiver – vielleicht sogar frischer. Sie kamen schnell zu Chancen, weil sie unsere Abwehr einfach aushebelten: Back-from-the-UK-Proschwitz stand plötzlich mit viel Platz und Zeit am Sechzehner allein vor Rensing. Doch unsere Nummer #1 legte einen lupenreinen Telemark hin und parierte mit dem rechten Bein glänzend. Wenig später konnte aber auch Rensing nichts tun… Auf unserer linken Abwehrseite entwischte die SCP-22. Schmitz war einfach zu langsam und konnte die Hereingabe nicht verhindern. Und leider eskortierten Haggui und Akpoguma Sir Proschwitz statt ihn zuzustellen. So erreichte ihn die Hereingabe und mit einem Mix aus Knie, Wade und vielleicht doch ein wenig Fuß netzte Proschwitz ein. 1-1! Schöne Kacke. Eben dieser Proschwitz hatte Blut geleckt, forderte nach einer Ecke Rensing erneut zu einer Hanspara… äh… Glanzparade. Unsere Jungs waren sichtlich beeindruckt. Hinten stimmte die Zuordnung nicht. Akpoguma wackelte, Haggui und Strohdiek verstanden nicht, sich die Räume vernünftig aufzuteilen. Tja, und dann musste es halt passieren… Saglik und Wydra rollten über unsere rechte Abwehrseite in unseren 16er, die gesamte Abwehrreihe versemmelte die Abwehrversuche und so landete der Ball bei Ndjeng, der keine Mühe hatte, diesen seltsamen Angriff mit einem Tor abzuschließen… 1-2, also! Hässliche Kacke! In der Folge drehten unsere Jungs wieder auf und machten Druck. Doch da kommt dann die Cleverness einer guten Mannschaft zum Vorschein: Paderborn wusste effektiver zu stören und uns wollte der Abschluss nicht gelingen. Super sehenswert war Bollys 360-Move vor dem Paderborner Tor, den er leider nicht vollenden konnte. Schön war auch die Schussstaffette beginnend mit Sararer und Koch und endend mit Schmitz. Die Schüsse schmerzten Paderborner „Nüsse“ – aber ein Tor wollte nicht gelingen. So endet diese Partie dann leider mit 1-2! Ernüchterung, wo man hinsah.

Szene des Spiels
27. Minute: Definitiv der schönste Angriff in der Arena seit vielen Jahren: Langer Ball von der linken Abwehrseite von Schmitz. Sararer nimmt den Ball an, hält ihn mit dem Fuß hoch, ein Mal, zwei Mal, legt dann genial rüber zu Liendl, der schickt sofort Ya Konan, der den Ball ebenfalls mit dem „first touch“ über Kruse lupft – aber leider vorbei. Klar, Ihr kennt die Szene und braucht dafür keine Erinnerung. Naja, aber eigentlich schon: Denn die Szene steht für das, was diese Saison geht. Rein spielerisch. Das ging jetzt ein paar Zentimeter vorbei, aber das Potenzial sehen wir ja jetzt alle.

Fazit
Wenn eine Mannschaft so unterschiedliche Halbzeiten spielt, hat es vor allem damit zu tun, dass sie noch nicht ihre Balance gefunden hat. Die notwendigen Automatismen greifen noch nicht. Offensivleute wie Sararer und Bolly müssen womöglich mehr an die Abwehrarbeit denken, um ihre Kollegen der Außenverteidigung zu unterschützen. Haggui und Strohdiek müssen Stellungsspiel und Laufwege besser aufeinander abstimmen und Freund Akpoguma muss internalisieren, dass auch in der 2. Bundesliga nur auf Rasen und mit einem Ball gespielt wird. Dann wird er auch ruhiger. Und die Jungs vorne müssen ihre Chancen konsequenter nutzen. Dann wird schnell alles besser. Wir wehren uns mit aller Vehemenz dagegen, jetzt damit zu beginnen, vom Horror der letzten Saison zu sprechen, der sich jetzt wiederholt. Das ist eine fast komplett neue Mannschaft. Das wird noch etwas brauchen.

Highlights im Team
Der Turbo-Mathis. Auch, wenn er nach hinten zu wenig tut. Er zeigt, was in ihm steckt und das Tor wird ihm gut tun. Es ist gut, dass Kramer ihn nur 60 Minuten spielen lässt. Sein Körper ist vielleicht nur für so viel gemacht. Ballstreichler-Sercan hat in der ersten Halbzeit effektiver gezaubert. Aber insgesamt einer der besten Techniker, den wir seit langem in unseren Reihen sehen. Er bleibt ein Highlight, auch wenn er wie die anderen in der zweiten Halbzeit abgebaut hat. Breakdance-Micha zeigt auf der Linie und im 1 gegen 1, dass auf ihn Verlass ist. Er muss vielleicht noch einige „Unhaltbare“ mehr halten, weil unsere Abwehr noch zu viel zulässt.

Was würden wir als Coach anders machen?
Gegen RWEFUV (Ihr wisst schon ;-)) könnte man Akpoguma noch mal bringen. Einfach, damit er jetzt nicht die volle Breitseite kriegt. Aber danach sollte Schauerte mal wieder randürfen. Vorne vielleicht mal van Duinen für Pohjanpalo. Und vielleicht doch lieber Bebou als Axel bringen, wenn Bollys Muskeln geschont werden müssen. Kommt natürlich auf den Spielstand an – aber Bebou ist eigentlich bislang immer ein Garant für Alarm gewesen, wenn er eingewechselt wurde.

Ausblick

So, und nun darf es kommendes Wochenende eigentlich nur Eines geben: Den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals. Alles Andere wäre nie und nimmer zu entschuldigen und gar ein wenig vernichtend. An all die Fortunen mit Schaum vor’m Mund sei mit auf den Weg gegeben, dass es wirklich, wirklich, wirklich bei Sprechchören, Shirts, Parolen und großer Fresse bleiben sollte. Randale braucht keine Sau – und unser Verein am wenigsten. Macht den Essenern Angst. Schreit heraus, dass Ihr sie nach dem Candlelight-Dinner gleich wieder vergessen möchtet, aber tut ihnen nichts… 🙂

Welch vernünftiger Schlusston.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Auftaktpunkt nach Maß in Köpenick

29 Jul

Unsere Jungs lassen ein frühes Standardtor zu, wehren sich dann aber mit allem, das sie haben gegen die Niederlage. Kurz vor Schluss belohnen sie sich mit dem verdienten Ausgleich. Ein aus vielerlei Hinsicht positiver Auftakt.

Wenn zwei Minuten vor Schluss der Fortuna-Block tobt und sich genau vor ihr eine Spielertraube türmt, muss etwas Geiles passiert sein. Und so war es: Mit echter Leidenschaft und spielerischer Klasse erzwingt unser Team ein Unentschieden und geht nach 90 Minuten wie der gefühlte Gewinner vom Platz. Dabei zeigte eine Reihe von Spielern wirklich viel versprechende Ansätze, sodass man sich auf diese Saison freuen darf. Wir waren alle gebeutelt von der vergangenen Spielzeit und eigentlich nur froh, dass sie vorbei war. Jetzt, hingegen, ist die Vorfreude groß. Klar, es war nur ein Spiel, aber es steckte viel drin.


Aufstellung und Ausrichtung
In der ersten Startaufstellung der neuen Saison waren direkt sechs von elf Neuverpflichtungen auf dem Platz. Nach dem sich Kramer für Rensing als Nummer 1 entschieden hatte, wurde die Innenverteidigung komplett neu besetzt. Neu-Käpt´n Karim Haggui und Christian Strohdiek sollten die gegnerischen Stürmer zermürben und als RV wurde Abwehr-Talent und U-20 Nationalmannschafts-Kapitän Kevin Akpoguma auf den Platz geschickt. Auf der linken Seite verteidigte Lukas Schmitz. Im Mittelfeld ging es auf der linken Seite mit dem neuen Tempo-Dribbler Sercan Sararer los, Sprint-Star Bolly wurde als Pendant auf die rechte Seite gestellt. Michael Liendl und der neue Vize-Käpt´n Julian Koch, der übrigens am 11.11. Geburtstag hat (Helau), übernahmen die Mittelfeldzentrale.  Das beachtlich offensiv ausgerichtete 4-4-2 wurde vom dynamisch-finnischem Jungspund Pohjanpalo und dem routinierten ivorischen Sturm-Veteran Didier „Didi“ Ya Konan im Angriff abgerundet. Wen die Eisernen so auf´s Feld schickten, war erstmal zweitrangig und eher so Schnuppe… Einzig schöner Moment im Stadion: als der (immer noch wirklich sympathische) Stadionsprecher erwähnte, dass der gegen Lymphdrüsenkrebs kämpfende Benjamin Köhler im Stadion sei. Da applaudierte auch der Fortuna-Block voller Respekt. Top!

HZ:1 Start verpennt
Endlich geht es wieder los. Die Teams kommen auf den Rasen und wir haben richtig Bock. Den haben die Berliner aber leider auch und legen gut los, während die Fortunen sich erstmal merklich finden müssen. So geht dann bereits in der 5. Minute die neue Saison genau so besch….en los, wie die letzte geendet ist: mit einem dämlichen Gegentor! Und alle so „Nicht schon wieder“! Eine Freistoßflanke von Rechts segelt in den Strafraum, Strohdiek passt nicht auf und neu Unioner Kessel köpft das 1:0 für die Gastgeber. So’n Driss. Danach bleibt Union erstmal am Drücker. Es dauert knapp bis zur 20. Minute, bis die Fortuna die Regie übernimmt und sich die Gastgeber weit zurückziehen. Haggui köpft knapp am leeren Tor vorbei, nach dem Union-Keeper Haas im wahrsten Sinne des Wortes einen „Ausflug“ nach einer Ecke hinlegt. Der immer stärker werdende Sararer zeigt Zug zum Tor und zwingt Haas zu manch starker Parade. Ungläubig brüllt jeder Fortune als das Schirigespann Kessels Faustball-Aufschlag im eigenen Strafraum ungeahndet list. Die Szene hat das Zeug zum klarsten nicht-gegebenen Handelfer der Menschheitsgeschichte. In dieser Phase machen unsere uns verstärkt Druck. Union kriegt aus dem Spiel nicht sehr viel. Außer, wenn sie über ihre linke Seite kommen – denn dort zeigt unser Youngster Akpoguma, dass er noch ein wenig Zeit braucht. Viele Zweikämpfe verliert er leichtsinnig aus offensichtlicher Nervosität. Doch vor allem Strohdiek, aber auch Haggui machen innen dicht. Eigentlich war der Ausgleich bereits kurz vor der Halbzeit drin. Aber es fehlt am entscheidenden Abschluss. Beim Pausenpfiff sind sich alle sicher: Da geht noch was.

HZ 2: Wir kommen besser in Fahrt UND belohnen uns
In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit tun wir uns wieder etwas schwer. Da liegt aber auch daran, dass den Köpenickern in der Halbzeit sicher mit auf den Weg gegeben wurde, den Sack zuzumachen. Jedenfalls tanken sich Brandy & Co. immer wieder gefährlich durch. Sie treffen den Pfosten (aus aberwitziger, ungeahndeter Abseitsposition) und zwingen Rensing zwei Mal zu großartigen Paraden im direkten 1 gegen 1. Hier haben wir also durchaus jede Menge Glück. Wir sehen aber auch, dass der schon in der ersten Halbzeit starke Koch zusammen mit Liendl und allen voran Sararer auf rechts unser Offensivspiel immer schneller vorantreiben. Je länger das Spiel andauert, desto besser werden unsere Chancen. Kramer wechselt goldrichtig ein. Zunächst Bebou für Bolly. Anschließend van Duinen für Pohjanpalo und schließlich Schauerte für Koch. Die Wechsel zeigten Wirkung. Bebou mische auf der Außenbahn (erst rechts, dann links) ordenlich mit. Van Duinen machte im Sturm Alarm und Schauerte bediente den linken Abwehrflügel, nach dem Schmitz auf die Koch-Position rückte. Über links entstand auch das Tor. Schauerte bediente Bebou. Der setzte sich an der Strafraumgrenze mit einem gekonnten Stop samt Drehung durch und passte maßgenau auf Ya Konan in der Mitte: ein Schuss. Ein Tor. Extase. Das Tor wurde frenetisch gefeiert. Es bedeutete eben mehr als nur ein Unentschieden! Hier hat sich eine Mannschaft belohnt. Hier hatte eine Truppe erzwungen, was ihr zustand. Fortuna drückte weiter, aber es sollte beim 1-1 bleiben.

Besondere Freude bereiteten:
Abwehrhühne Strohdiek: Tolles Stellungsspiel. Super Quote in Luftduellen und richtig starke, spieleröffnende Pässe. Zusammen mit Haggui dürfte er eine Bank werden. Mittelfeldstratege Koch: Beachtlich, wie schnell sich dieser Jungspund eine zentrale Rolle im Team gesichert hat. Über ihn ging sehr viel aus der Zentrale. Mit dem noch offensiveren Liendl kann man sich eine funktionale Aufgabenverteilung im zentralen Mittelfeld vorstellen. Flügelflitzer Sararer: Was hat der für Alarm gemacht. Er ist eben dieser Spielertyp, der brilliert, wenn er sich wohlfühlt. Und derzeit scheint er sich pudelwohl zu fühlen. Tolle Dribblings, super Pässe (der hohe Ball in den Lauf von Bebou war genial) – für uns eigentlich Mann des Spiels. Wenn der genau so weitermacht, wird er uns jede Menge Freude bereiten. Sein Pendant Bolly zeigt viel Spielfreude. Schafft er es, den Ball am Gegner vorbeizulegen, ist er nicht aufzuhalten. Am entscheidenden Pass oder dem Abschluss hat es noch gefehlt. Aber datt kütt. Hoffentlich bleibt er fit! Sturmrecke Ya Konan. Als Vollblutstürmer muss man vor allem Eines: Wissen, wo man zu stehen hat. Er stand goldrichtig in der 88. Minute und hat die nötige Ruhe vor dem Tor. Aber auch er wird Zuspiele brauchen. Kriegt er die, wird es häufig klingeln.

Ansonsten hat die Mannschaft in der Summe bestens funktionert. Und es wurde noch direkt deutlich: Spieler wie Fink oder Bodzek werden es sehr schwer haben, hier eine Rolle zu spielen, die über „Ergänzungsspieler“ hinausgeht.

Szene des Spiels
Unvergesslich, was sich in der ersten Halbzeit auf der rechten Seite abspielte. Ein steiler Ball nach außen bringt Bolly in Bedrängnis. Er rettet die Kirsche Richtung Akpoguma. Der war aber ohnehin in seiner Findungsphase und jagt den Ball im Zweifkampf mit einem heranstürmenden Berliner gefühlte 20-30 Meter in die Höhe. Es sieht fast so aus, als flöge (Konjukntiv Olé) der Ball aus der Alten Försterei. Damit rechneten alle – außer Bolly. Der blieb auf der Seitenlinie stehen, schaute seelenruhig nach oben und nahm den im Tiefflug befindlichen Ball in absolut beachtlicher Ronaldinho-manier völlig entspannt an, als hätte kurzweilig eine Magnetfunktion eingesetzt. Bravo, Bravo, Monsieur Mathis.


Streitthema
: Das Ausweichtrikot
Während Adnan meint, sich das Ausweichtrikot nicht nur kaufen, sondern auch noch mit seinem Geburtsjahr und eigenen Namen bedrucken lassen zu müssen, kriegt Ingo gar ein wenig das Kotzen bei dem Ding. Grün? Okay. Dunkelgrün? Naja. Aber PINKE Rückennummern??? Das Heim- und Auswärtstrikot sind erste Sahne. Aber warum wählt man dann als drittes Trikot ein Dunkelgrünes? Dazu mit pinken Nummern? Ingo hat wie gut 10% aller Männer eine Rot-Grün-Sehschwäche – das heißt: wenn, wie am Sonntag Dunkelgrün genen Rot spielt, erkennt man nicht so richtig gut, was auf dem Feld abgeht. Fernab von der Geschmacksfrage müssen Verantwortliche natürlich auch so etwas bedenken. Zumal man sich nun fragt: Mit welchem Trikot spielt man denn gegen die dunkelroten Betzebuben? Rot? Geht nicht. Schwarz? Geht nicht. Dunkelgrün? Geht ja irgendwie auch nicht.  Warum also kein Ausweichtrikot in Weiß! Daher Ingos explizite Bitte: „Liebe Fortuna-Marketingabteilung, macht die verkauften Grünen Trikots zu Sammlerstücken und stampft den Rest der Produkrtion ein. Danke.“ – Adnan ist da voll gegen und mag das ausgefallene Design. Und Ihr so?

In jedem Fall hat dieser Auftakt doch echt Spaß gemacht. Kommenden Sonntag dann schon der nächste Knaller. Wir empfangen im eigenen Wohnzimmer den BuLi-Absteiger Paderborn. Die haben ja ihren Auftakt ordentlich vergeigt. Da lässt es sich doch ansetzen.

Auf dass es wieder Spaß macht – 95 OLÉ

Ingo & Adnan