Tag Archives: Fabian Giefer

Ein erster Schritt Richtung Trendwende

30 Mrz

Endlich. Wir haben nach langer Zeit mal wieder eine Mannschaft gesehen, die ernsthaft gewinnen wollte. Besonders die zweite Halbzeit tat der Fortuna-Seele gut. Dass es am Ende doch 0-0 ausging, war natürlich schade. Hoffnung hat das Spiel dennoch gemacht.

Nach der Klatsche bei Kräuter Fürth war die allgemeine Stimmung mal wieder an einem Tiefpunkt. Da schien ein Signal der Mannschaft bitter nötig, dass sie selbst unzufrieden ist mit dem, was sie abliefert und sich bessere Leistungen vornimmt. Interviews und Aussagen unter der Wochen waren aber wieder die üblichen Leerformeln und Worthülsen, wo wenig Substanz rauszulesen war. Gleichzeitig vernahm man in der Fangemeinde, dass Worte und Versprechen wirklich ausgedient haben: Man wollte allseits etwas auf dem Platz SEHEN und weniger Gelaber HÖREN. Genau aus diesem Grund tat das vergangene Spiel gegen die Audifabrikanten ganz gut.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Trotz seiner Patzer in Fürth durfte Giefer weiter das Tor hüten. Es gab vereinzelt Pfiffe, als sein Name bei der Bekanntgabe der Aufstellung durchgegeben wurde. Die Abwehrreihe blieb unverändert. In der Mittelfeldzentrale hatte Gartner nicht überzeugen können, sodass Fink wieder von Anfang an auflief und Liendl mit ihm die Doppel-Sechs bildete. Halloran und Erat waren unserer Flügelzange und vorne sollte das Duo Benschop & Hoffer für Alarm sorgen. Im Prinzip also nichts Neues…

1. HZ: Guter Beginn und die Angst vor dem Bruch im Spiel

Wir sehen eine Anfangsphase, in der unsere Jungs zeigen, dass sie auf Wiedergutmachung aus sind. Besonders Erat wird das ein oder andere Mal steilgeschickt und bis kurz vor dem 16er sieht das alles gar nicht so schlecht aus. Adnans Sitznachbar, Niko K., merkte dann etwas Wichtiges an: Sehr häufig hat unser Team gut begonnen. Doch irgendwann passierte etwas im Spiel, das unsere Jungs komplett aus der Bahn warf und plötzlich nichts mehr gelingen sollte. In der Tat hat es häufig einen kritischen Bruch im Spiel unserer Mannschaft gegeben. Oft war es ein dummes Gegentor; manchmal nur der Pausenpfiff. Manchmal sogar die eigene Führung. Dieser Bruch äußert sich dann in sich häufenden Fehlpässen, verlorenen Zweikämpfen und eine zunehmende Unsicherheit im Abwehrverhalten. Und diesmal? Sollte es diesmal wieder so einen Bruch geben? Die Sorge war groß, dass der verletzungsbedingte Ausfall von Erat einen genau solchen kritischen Moment darstellte. Schließlich ging über ihn recht viel. Gartner wurde eingewechselt, Halloran wechselte auf die rechte Seite und Liendl kam fortan über links. Es gab tatsächlich eine schwächere Phase zwischen der 15 und 30. Minute. Da bekamen die Schanzer mehr vom Spiel, ließen die Kirsche ab und an ganz gut laufen. Aber auch sie blieben harmlos.

Glücklicherweise fing sich dann unsere Forteng. Nach der Neuformation schienen Abläufe nun wieder besser zu greifen. Ein schönes Zusammenspiel von Halloran, Gartner und Benschop führte dann kurz vor dem Halbzeitpfiff zu unserer größten Chance: Benschop setzte zu seinem zwar recht ungelenk aussehenden, aber dafür umso dynamischeren Dribbling an und brachte sich in Schussposition. Sein linker Hammer klatschte an den Innenpfosten und fand nicht den Weg ins Tor. Goalie Öczan war längst geschlagen. Es war eine tolle Szene, die dem Team und den Fans auf den Rängen Hoffnung auf die zweite Hälfte machte.

2. HZ: Ein „Reck“ geht durch die Mannschaft (Zitat Niko S.)

Würde man die Leistung der Mannschaft in der zweiten Hälfte mit einer Kurve darstellen wollen, würde diese stetig nach oben zeigen. Denn unsere Fortunen legten einen Zahn zu. Das erste Mal seit vielen Wochen erkannte man, dass diese Truppe GEWINNEN will. Und nur kurz nach der Halbzeit wurden wir gefährlich: Erneut war es Halloran (der nach mieser erster Halbzeit im zweiten Durchgang in Fahrt kam), der diesmal Liendl auf die Reise schickte. Dessen beherzter Schuss wurde leider pariert. Mal mehr oder weniger gefährlich versuchte unser Team, sich Torchancen herauszuspielen. Und sehr vielen Fortunen fiel etwas ganz Besonderes auf: An der Seitenlinie tobte jemand und trieb die Mannschaft voran: Es war Olli Reck. Mit vollem Engagement und regelrechter Inbrunst peitschte er die Jungs nach vorne – und es wirkte. Unterstützt wurden die Offensivbemühungen unserer Elf mit der Einwechslung von Timm Golley für den unglücklich agierenden Hoffer. Unverbraucht wie der Youngster (noch) ist, sorgte er sofort für Wirbel. Die Fans spürten, dass heute etwas anders ist. Überhaupt war die Stimmung in der Arena jetzt großartig. Bereits in diesen Minuten war klar, es gibt gerade eine Schulterschluss, den es lange nicht mehr gegeben hat. Und Ingostadt? Sie waren höchst passiv. Allerdings sah man an manchen Szenen, dass auch sie punktuell sehr gefährlich werden können. So’n Sportskamerad wie Caiuby kann ein Spiel auch mal allein entscheiden – sein gefährlicher Seitfallzieher war uns Warnung genug. Aber Bodzek dirigierte die Abwehr recht gut, sodass keine wirkliche Gefahr mehr aufkam.

Doch auch wir kamen nicht mehr richtig gefährlich vor das gegnerische Tor. Halloran und Golley versuchten ihr Glück. Auch Liendl hielt noch mal drauf. Aber es bleibt dabei: Der entscheidende Pass, die entscheidende Einzelaktion, der zwingende Abschluss… Das bleibt unser großes Manko. Doch der Wille der Mannschaft war diesmal ein Anderer. Und so waren nach Abfiff auf den Rängen weitestgehend zufriedene Gesichter zu sehen – auch wenn alle auf das späte Tor gehofft hatten.

So muss es weitergehen

Nun kann man sich fragen, woran dieser merklich veränderte Spirit der Mannschaft gelegen hat. Der Nackenschlag in Fürth? Olli Reck an der Seitenlinie? Der lautstarke Support? Anzeichen von Abstiegsangst? Vermutlich ein Mix aus Allem. Entgegen mancher böser Kommentare in den Foren und Facebook-Gruppen dürfte es keinen Spieler geben, an den die Negativserie nicht nagt. Das 1-4 war deutlich und so etwas kann in positive Energie umgewandelt werden. Sicherlich tut es der Mannschaft gut, wenn ein Trainer an der Seitenlinie ist, der sie mit Gesten, Zurufen und echtem Körpereinsatz nach vorne peitscht. Auch die Einwechslung von Golley (man hätte ja auch „Paure“ oder Ramirez bringen können) war ein wichtiges Signal an das Team. Tja, und der Support war wirklich gut wie lange nicht mehr. Das zeigt, dass die vielen Gespräche und Diskussionen innerhalb der Fanszene Früchte getragen haben. Alle haben sich selbst hinterfragt und die einen mehr „massentaugliche“ Lieder angestimmt und die anderen mal mehr Gas gegeben. Dass die Dissidenti nun umziehen mussten, kann in Sachen Support vielleicht sogar positive Wirkung haben. Sie haben durchaus das Potenzial, bis dato unerreichte Ecken der Arena mitzureißen. Sie stimmten die Lieder der Südtribüne mit an und trugen den Support so in weit entfernte Blöcke. Auf dass es weiter so bleibt und auch wir Fans an dieser Leistung anknüpfen.

Personelles & Ausblick

Die Mannschaft hat vielleicht mit Ausnahme von Hoffer und Halloran (in der ersten Halbzeit) eine durchweg gute Partie gezeigt. Benschop agiert immer mal wieder unglücklich und merkwürdig ungelenk. Aber er kommt wiederholt gefährlich zum Abschluss. Wenn er jetzt noch etwas mehr den Blick für die Mitspieler hätte… Ach, Ihr wisst schon 🙂 Soares stand mit Bodzek hinten stabil. Doch Soares‘ brutales Foul gegen seinen Ingolständter Namenskollegen hätte er sich vielleicht sparen können – andererseits war es ein gefährlicher Angriff, den er eben nur so bremsen konnte. Dennoch: Manch einer hat da schon mal Rot gesehen. Levels war ein echtes Highlight im Spiel. Klar, auch ihm gelingen nicht die präzisen Flanken. Aber er entwickelte ordentlich Druck. Weber hat – und das ist kein Wunder – an Schnelligkeit verloren. Deswegen muss er bei Offensivaktionen höllisch aufpassen, hinten in keinen Konter zu laufen; denn in Laufduellen hat er zumeist keine Schnitte mehr. Doch sein Stellungsspiel und eine gute Antizipation helfen ihm stets aus. Golley tat dem Offensivspiel der Fortuna sichtlich gut. Man darf gespannt sein, ob er kommende Woche in Paderborn wieder randarf.

Kein Zweifel: Diese Partie war ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr aber auch nicht. Es wartet am nächsten Spieltag eine sehr schwierige Aufgabe auf uns (schöner Gruß an den Bloggerkollegen aus PB 🙂 ). Möge unser Team an dieser Aufgabe wachsen.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

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Verdienter Arschtritt in Fürth

26 Mrz

Unsere Jungs legen beim Aufstiegskandidaten einen Auftritt hin, der in vielerlei Hinsicht beschämend war. Wir kassieren 4 Buden. Allesamt mit fatalen, eigenen Fehlern.

Wie ist das wohl für einen treuen Anhänger der Fortuna? Urlaub einreichen (mindestens 1 Tag). In aller Herrgottsfrüh aufstehen. Bus- oder Bahnticket zahlen. In der absoluten Feierabendstauzeit im mehrere Hundert Kilometer entfernten Fürth ankommen wollen, um ab ca. 20.00h die fünfstündige Rückreise anzutreten. Und für was? Für eine Darbietung der eigenen Mannschaft, die an Unkonzentriertheit, Uninspiriertheit und Hilflosigkeit kaum zu überbieten war.

Aufstellung und Taktik

Köstner ließ nahezu die gleiche Truppe auflaufen, wie beim erbärmlichen Auftritt am Samstag. Lediglich der genesene Benschop ersetzte Hoffer im Sturm und für den verletzten Lumpi rutschte Ivan Paurevic in die Startaufstellung. Somit war klar, dass wir uns wieder auf eine defensive Darbietung unserer Jungs gefasst machen mussten.

HZ1: The Elend must go on…

Ab Anpfiff wird klar, wie das beim Gastspiel im Frankenland so laufen würde: die Fortuna steht tief hinten drin und lässt den Gegner anrennen. Köstners Matchplan sieht bestimmt vermutlich (man weiß es nicht genau) vor, dass nach abgefangenen Bällen das Spiel schnell gemacht werden soll und Konterattacken für den eigenen Torerfolg sorgen. Leider haben die Fürther aber wohl ihre Hausaufgaben gemacht und vorher ein paar der letzten F95-Spiele gesehen: Ihr aggressives Pressing senkt die eh schon recht bedenkliche Quote der angekommene Pässe unserer Jungs ins Bodenlose. So sehen wir also wieder ein äußerst langweiliges Fußballspiel, und auch der Sky-Fritze hält fest: “kein attraktives Spiel“! Das ist mittlerweile nicht mehr verwunderlich und wird eher zur Routine. Aber auch Fürth glänzt mit grottigem Aufbauspiel und macht deutlich, dass das Niveau in der Zweiten Liga dieses Jahr echt nicht hoch ist. In der Abwehr stehen die Jungs zunächst recht sicher; wenn Fürth in der erste Halbzeit gefährlich wird, dann nur per Standardsituationen. Null Torschüsse unserer Seits haben genug Aussagekraft, um unser Angriffsspiel sprachlich zusammenzufassen. So kommt es dann auch, wie es kommen muss: Fürth kriegt eine Ecke und nutzt sie. In der 38.Minute entkommt Azemi in Bodzeks Rücken und wird per Kopf nach einem Eckball mustergültig am zweiten Pfosten bedient. Er hält den Schlappen hin und es klingelt. Es endet nach kaum zu vernehmendem Aufbäumen eine auf ein Neues unglaublich öde und frustrierende Halbzeit…

HZ2: Es hagelt Watschn

Nach der Pause müssen wir uns erstmal die Augen reiben, denn mit Hoffer kommt ein zweiter Stürmer auf den Platz! Dafür bleibt Paurevic in der Kabine. Wahnsinn, Herr Köstner. Sie müssen über Ihren Schatten gesprungen sein. So früh ein offensiver Wechsel!!! Und, sage und schreibe, in der 54. Minute sehen wir den ERSTEN Torschuss der Fortuna durch Benschop! Ein recht gut geführter Angriff wird sogar abgeschlossen, doch leider geht der Schuss im wahrsten Sinne nach hinten los: Aus der folgenden Ecke für uns ensteht absurder Weise das 2:0 für die Kleeblätter… Die Fortuna ist beim Eckball weit aufgerückt. Wie üblich, landet unser Eckstoß beim Gegner und die Franken nutzen den sich bietenden Platz für einen schnellen Konter. Unser Umschaltspiel kommt hierbei leider einem taktischen Offenbarungseid gleich. Levels steht auf einmal auf Höhe des eigenen Strafraums alleine da und ist umzingelt von zwei fröhlich frei im Raum stehenden Fürther. Azemi kommt an den Ball, geht ins 1 gegen 1 mit Levels, vernascht ihn einfachst und zirkelt die Kugel gekonnt zum 2:0 in die Maschen.

Uns verläßt zu diesem Zeitpunkt bereits die Hoffnung – eine Hoffnung, wohlgemerkt, die vor dem Spiel schon stark angekratzt war. Tja, und wir müssen dann auch nur weitere neun Minuten warten, um einen weiteren Stich ins Herz zu erleiden. Brosinski zieht aus eigentlich ungefährlicher Position, ca 25 Meter vor dem Tor von halbrechts, einfach mal drauf und Giefer fliegt an dem Aufsetzer vorbei. 3:0. Ingo ist in diesem Moment kurz davor sein Laptop, samt dem nervtötenden Stream, auf den Boden zu pfeffern und wie Rumpelstielzchen darauf rumzuspringen. Adnan fragt sich derweil, was er im Berliner Fortuna-Treffpunkt Stadtkind mit dem Stuhl neben sich anstellen könnte, ohne Vandalismus zu betreiben…

In diesen Sekunden des Wahnsinns keimt dann aber doch wieder Hoffnung auf: Benschop macht kurz nach dem 0-3 das, was er gut kann: mit voller Wucht draufbolzen! Der Schuss aus 25 Metern wird noch abgefälscht und landet tatsächlich im Tor. „Nur“ noch 3:1. Tja, eine Minute später hätte Jimmy Hoffer dann doch noch mal das Spiel spannend machen können, als er im Strafraum der Gastgeber vollkommen frei an den Ball kommt; aber er scheint selbst zu sehr überrascht zu sein, denn sein Kopfball verkommt zur Rückgabe an Torwart Hesl. Die Fortuna scheint jetzt endlich aufgewacht zu sein, denn sie wirkt nun lebendiger. Das verbessert aber leider die Qualität der Pässe trotzdem nicht, denn gefährliche Angriffe bleiben Mangelware. In der 77. Minute bringt Köstner mit Bancé sogar noch einen dritten Stürmer (!) aber in der gleichen Minute macht der Gastgeber den Sack zu: Azemi ballert aus 30 Metern auf Giefers Kasten. Unser Goalie lässt die Murmel (leider nicht zum ersten Mal in dieser Saison) nach vorne abprallen und Stieber hat keine Probleme zum 4:1 Endstand einzunetzen.

Nachwehen

Da haben wir es. Nach dem glücklichen Punktgewinn in Dresden hatten wir es schon befürchtet: geht es gegen ein stärkeres Team, das hier und da auch mal ein Quäntchen Glück hat, bekommen wir schnell mal vier Tore eingeschenkt. Wenn man dazu den eigenen Torabschluss nahezu verweigert, dann kommt eben so ein Ergebnis bei raus. Denn das eigentlich einfache Prinzip: „Keine Torabschlüsse – Keine Tore; Keine Tore – Keine Chance auf den Spielgewinn“ scheint noch nicht in den Trainingsalltag Einzug erhalten zu haben. Das Spiel unter Köstner zielt ausschließlich darauf ab, hinten dicht zu machen – das war’s! Wenn es dann aber hinten nicht dicht ist und die Mannschaft nach einem Rückstand agieren muss, offenbart sie ihre Schwächen.

Es ist müßig darüber zu dikutieren, aber in den ersten acht Spielen unter Büskens gab es neun Punkte (2S/2U/3N  bei -2 Toren) unter Köstner ist es sogar ein Punkt weniger (1S/5U/2N bei -3 Toren). 1 Punkt aus den letzten drei Spielen – dabei mal eben 6 Gegentore kassiert und nur 1 Tor erzielt. Nur zwei Mannschaften haben weniger Tore geschossen als wir. Nur drei Mannschaften haben eine schlechtere Tordifferenz. Am Anfang der Ära Köstner konnte man sich wenigstens damit brüskieren, ungeschlagen zu sein. Aber jetzt? Wenn das Ziel doch so offensichtlich nur „NICHT VERLIEREN!“ ist, offenbart eine solche Niederlage, dass der Plan nicht aufgeht. 0-1 oder 0-2 beim Tabellenzweiten? Geschenkt. Ginge in Ordnung. Aber so ein 1-4?

Personelles & Ausblick

Nennen wir noch ein paar Namen… Fabi Giefer hat schon in der ersten Halbzeit mit einem D-Jugend-Torwartfehler einen indirekten Freistoß aus unserem 16er herbeibeschwört. Ein völlig verkorkster Ausflug hätte wenig später fatal enden können, wäre Soares nicht zur Stelle gewesen. Beim 0-1 war er chancenlos. Beim 0-2 auch. Aber sowohl das 0-3, als auch den Abpraller, der zum 1-4 führte, muss er einfach vermeiden. Da gibt’s keine zwei Meinungen. Paurevic und Gartner konnten nichts aber auch gar nichts für das Spiel nach vorne tun. Besonders von Gartner hätte man nach seinen Auftritten unter Reck mehr erwarten dürfen – aber er hat seine Chance nicht genutzt. Halloran und Erat strahlen überhaupt keine Gefahr mehr aus. Null Dynamik oder Alarm auf den Flügeln. Sie werden aber auch von den Außenverteidigern ÜBERHAUPT NICHT unterstützt.

Apropos Außenverteidiger – mal eine Frage: Wann hat eine(r) von Euch das letzte Mal gesehen, dass einer unserer Außenverteidiger beim Angriff den Flügelspieler auf seiner Seite überläuft? Diese Basis des Angriffsspiels über Außen findet bei uns EINFACH NICHT STATT. Weber und Levels bringen in dieser Hinsicht gar keine Impulse. Liendl verkommt mehr und mehr zu einem neuen Robert Tesche: Überzeugt in den ersten zwei, drei Spielen und taucht dann ab. Benschop braucht von Spiel zu Spiel mehr Raum, um den Ball zu behaupten und ist demzufolge einfach zu verteidigen. Bancé wirkt verloren, wann immer er auf den Platz darf. Bodzek hat beim 0-1 Azemi im 16er einfach gewähren lassen. Und Soares hat, um es mit einem tief frustrierten Fortuna Fan zu sagen: „eine coole Frisur“ – dem ist nichts hinzuzufügen…

Und? Was erwartet uns jetzt? Doch noch Abstiegsangst? Noch mehr frustrierende, weil seelenlose Auftritte? Unsere beiden kommenden Gegner (FC Ingolstadt und SC Paderborn) haben an diesem Spieltag jeweils ihre Heimspiele mit 3-0 gewonnen. Das dürfte Grund zur Sorge geben. Selten haben wir vernommen, dass sich die Fangemeinde geschlossen wünscht, dass eine Saison endlich vorbei ist. Wie bitter… 😦

Frage der Woche

An Euch geht diese Woche die Frage: Soll man noch in dieser Saison handeln und einen Trainerwechsel fordern, oder wäre das maßlos übertrieben? Lasst uns Eure Meinung wissen. Nutzt auch gerne das Kommentarfeld für ausufernde Abkotzerei.

In diesem Sinne – 95OHJE

Adnan & Ingo

Nix zu holen gegen FC St. Hollywood

19 Mrz

Unsere Jungs zeigen eine durchaus engagierte Partie gegen eine erstaunlich unfair auftretende Mannschaft des FC St. Pauli. Doch es sollte trotz bester Chancen einfach nichts Zählbares gelingen. Und, da der Kiezclub effektiv auftritt, werden uns drei Punkte aus der eigenen Bude entführt.

Der Auftritt unserer Forteng in Dresden hatte für jede Menge Unmut gesorgt. Seelenlos, ideenlos, kopflos. Auch vermissten viele ein Mindestmaß an Kampf- und Laufbereitschaft. Und so wurde im Heimspiel gegen die Paulianer neben einem guten Ergebnis vor allem erwartet, dass die Jungs zeigen, was Kampf im Fußball eigentlich bedeutet. Auch haben wir uns gewünscht, mal wieder einen richtigen Siegeswillen in den Gesichtern zu erkennen. Schließlich hat uns die uninspirierte Defensivtaktik von Lorenz-Günter Köstner ja doch eher genervt. Und wie stellt unser Coach die Jungs ein…?

Aufstellung und taktische Ausrichtung

In diversen F95-Onlineforen und Facebook-Gruppen wurde gefordert, dass Lumpi Lambertz doch bitte mal auf der Bank bleiben sollte. Man verhoffte sich, auf diese Weise etwas mehr fußballerische Ästhetik geboten bekommen zu bekommen. Tja, und aufgrund seiner fünften Gelben Karte war unser Kapitän gar nicht erst spielberechtigt. So setzte LGK im zentralen Mittelfeld mit Liendl und Paurevic auf ein gänzlich neues Duo. Fink stand schließlich ebenso nicht zur Verfügung. Auf der linken Seite kam nach längerer Zeit auch mal wieder Heinrich Schmidtgal von Beginn an zum Zuge. In der Vorwoche hatte auf der linken Außenbahn noch Liendl gespielt, der dortaber ziemlich verschenkt bis verloren wirkte. Abgesehen von diesen Änderungen wurde das gleiche Personal wie in der Vorwoche auf den Rasen geschickt. Also, erneut ein 4-4-2 mit leicht hinter Hoffer „hängendem“ Benschop.

HZ1: Zuerst kein Zugriff, dann kein Tor

Vor den knapp 42000 zahlenden Zuschauern geht es vom Anstoß an gut zur Sache. Diese „Paulisen“, als zweitstärkstes Auswärtsteam der Liga angereist, zeigen uns recht schnell, warum sie über uns in der Tabelle stehen. Frühes Pressing, gepaart mit schnellem Umschaltspiel und gefährlichen Konterattacken stellen unsere Abwehr früh vor die ersten Probleme. Aber auch unsere Jungs scheinen sich etwas vorgenommen zu haben nach der fast schon peinlichen Darbietung (mit glücklichem Ausklang) in Dresden.

Beide Teams suchen also den Weg zum gegnerischen Tor und wollen Tempo rein bringen – ja, auch unsere Jungs wollen Tempo machen und spielen diesmal nicht so einschläfernd wie zuletzt. Wir stehen wie auch schon in den letzten Spielen sehr tief gestaffelt und greifen den Gegner erst in der eigenen Hälfte an. Gefährlich wird es aber immer dann, wenn unsere Jungs weit aufegerückt stehen. Denn dann kommt das schnelle Umschaltspiel der Hamburger zum Tragen. Leider zeichnet sich bereits früh ab, was uns bis zum Schluss begleiten wird: Flanken kommen überhaupt nicht an, wir kommen nicht zwingen zu Chancen oder aber der Torabschluss wird zu überhastet gesucht. ABER wenigstens ist diesmal Leben auf dem Platz und unsere Jungs „wollen“.

Da leider unsere vielen Ecken und Freistöße mal so gar nicht beim Mitspieler landen, laden wir Pauli mit unseren Standards wiederholt zu Kontern ein. Und so passiert ein kleines deja-vu aus der Bundesligarückrunde. Wir starten einen guten Angriff, holen eine Ecke raus und fangen uns dann einen tödlichen Konter. Der Reihe nach: In der 20. Minute schickt Benschop mit einem schönen 50m Pass Erat auf die Reise. Der Jung nimmt mächtig Fahrt auf, ist aber allein auf weiter Flur. Er holt immerhin eine Ecke heraus. Die Kurve wacht zum hysterischen „Fortuna, Fortuna“ auf. Doch was dann kommt, ist dämlich… Die Ecke landet beim Gegner und Pauli startet sofort den Konter. Nöthe wird mit einem langen Pass angespielt. Paurevic, der die Möglichkeit zum Abfangen hat, setzt sich seltsamerweise in bester Breakdance-Manier auf den Boden und lässt die Murmel vorbeirauschen. Nöthe kann so fast ungestört Fahrt aufnehmen und düst mit Ball auf Giefer zu. Paurevic hächelt hinterher. Nöthe zieht aus 18 Metern mit Schmackes auf den Kasten, Giefer klatscht den Ball zur Seite ab. Und da unsere Jungs in solchen Situationen einfach nicht hinterherkommen, ist mit Maier ein weiterer Paulianer zur Stelle und kann nun problemlos zum 0:1 abstauben. Äußerst ärgerlich, da die Fortuna nach anfänglicher Überlegenheit der Gäste langsam besser ins Spiel gekommen war.

Nur wenige Minuten später muss Kampfschrank Latka leider mit Muskelfaserriss vom Platz und wird durch Soares ersetzt. Unmittelbar danach wird die Atmosphäre um und auf dem Platz etwas aufgeregter, da Pauli-Stürmer Gregoric im 5er mit gestrecktem Bein in Giefer reinfliegt. Die erste und mitnichten letzte unfaire Aktion der Kiezkicker. Bis zur Halbzeitpause erspielen sich unsere Jungs sogar noch einige Chancen und reißen insgesamt das Spiel wieder an sich, aber durch überhastete Torabschlüsse, unpräzise Flanken und das eklatante Nichtsehen des besser positionierten Nebenmanns im gegnerischen Strafraum geht es eben mit einem 0:1 Rückstand in die Kabine.

HZ2: Engagement & Unpräzision

Beide Teams kommen ohne personelle Wechsel aus der Pause und die Gäste machen auch direkt mit dem weiter, was sie in HZ1 auch schon viel zu oft gemacht haben: nach jedem Foulchen wird sich auf dem Boden gewälzt und der sterbende Schwan markiert! Das war auf diese Weise schon lange nicht mehr in der Arena zu sehen. Veh heult rum. Hertha heult rum. Aber Pauli? Leider sollte sich dieses Verhalten bis zum Schluss der Partie nicht bessern – eher noch verschlimmern. Wir quittieren es auf alle Fälle mit lauten Pfiffen und manch einem Stinkefinger.

Um mehr Schwung in die Partie zu bekommen, wechselt Monsieur Köstner. Bereits in der 54. Minute bringter  Halloran für Weber; Schmiddi zieht nach hinten und Halloran (der übrigens schon richtig ordentlich Deutsch spricht) beackert fortan das linke Mittelfeld. Nun gut, wir könnten jetzt hier Chance um Chance der Fortuna beschreiben… Denn es gibt sie zu Hauf; aber da die insgesamt 22(!) Torchancen für unsere Jungs immer nach dem gleichen Prinzip verhunzt werden, haben wir daran gerade irgendwie gar keinen Spaß dran.

Bei vier, fünf glasklaren Einschussmöglichkeiten wird im Strafraum der besser postierte Nebenmann nicht gesehen – ganz egal ob von Hoffer, Benschop oder sonstwem.  Die Standards von Liendl sind in diesem Spiel leider ebenso frustrierend; die Ecken waren auch zu Axels Zeiten so harmlos. Tobi Levels schlägt allein bestimmt 10-15 Flanken in den Strafraum, die allesamt beim Gegner landen. Naja, aber die Jungs… Sie geben Gas. Viel außer Unvermögen kann man ihnen an diesem Spieltag nicht vorwerfen. Fabi Giefer spielt ab der 60. Minute ein wenig wie Manuel Neuer und mimt fast schon den Libero. In der Nachspielzeit fällt mal wieder kurz dem eigenen 16er ein Paulianer sich windend auf den Rasen. Wir haben Einwurf. Es ist OFFENSICHTLICH Schauspielerei. Wir haben nur noch 2 Minuten Nachspielzeit, aber… Wir bleiben beim Fairplay und überlassen den unfairen Kackbolzen die Kirsche, indem wir sie ins Seitenaus spielen. Der dreiste Pauli-Verteidiger beschwert sich noch, warum Hoffer den Ball nicht ins Toraus schiebt. Nun denn – Einwurf Pauli und plötzlich geht es schnell. Der spät eingewechselte Lennard Thy wird im Rücken der aufgerückten Fortuna angespielt, Giefer ist zu weit aufgerückt und wird easy umkurvt. Das 0-2 lässt sich nicht mehr vermeiden.

Fazit & Ausblick

Es gibt einen Unterschied zwischen Leistung und Erfolg. Solange eine Mannschaft Leistung zeigt und an ihre Grenzen geht, ist kaum ein wahrer Fan sauer auf die Truppe. Unsere Jungs haben tatsächlich viel versucht. Sie haben aber auch deutliche Mängel aufgezeigt. Selten waren wir so häufig in guter Position vor dem gegnerischen Tor. Doch wir wussten nichts mit der Situation anzufangen. Noch ein Pass, noch eine Windung. Die ätzend unfairen Paulianer haben das schnell gemerkt und investierten schlichtweg kaum noch etwas in die Partie. Naja, außer die höchst engagierten Schauspieleinlagen. Neee, watt konnte man sich darüber aufregen… Was kann man zu Personellem diesmal sagen…? Viele bemüht, doch keiner konnte so richtig. Levels war engagiert. Benschop wie immer mit voller Laufbereitschaft. Hoffer hatte erneut seine unfassbar unglücklichen Szenen. Nach aberwitzigem Fehler der Hamburger Hintermannschaft, hatte er eine wirklich gute Chance, die er noch nicht mal zu einem gefährlichen Abschluss brachte. Wir waren gewillt, aber absolut ungefährlich. Weder der recht früh eingewechselte Halloran, noch der Schlussphase auflaufende Bancé fanden ins Spiel. Nicht einen Spieler finden wir in unseren Reihen, der mal eine Partie an sich reißt. Das ist weiterhin ein großes Manko.

Stimmungskrise hält an

Das Ganze wirkt sich natürlich auch auf die Stimmung im Stadion aus. Wir haben unsere Bude akustisch mal wieder an die Auswärtsfans übergeben – bis auf wenige Situationen, in denen der Support gescheppert hat. Da die Diskussionen hierüber immer dieselben sind – „ULTRAS singen doofe Lieder“ vs. „Die Anderen kriegen das Maul nicht auf“ – haben sich die Ultras eine wirklich gute Aktion überlegt und haben zu einer Offenen Gesprächsrunde zum Thema Support geladen. Es ist zu hoffen, dass sich grundsätzlich etwas tut – denn unser Team braucht uns in voller Inbrunst.

Kommendes Wochenende steht die Partie gegen FSV Frankfurt an. Viele haben in gewisser Weise schon mit dieser Saison abgeschlossen. Doch, gerade weil wir Fortunen sind, hoffen wir ja doch immer wieder aufs Neue, dass uns unsere Jungs einfach mal wieder begeistern. Tja, und warum nicht in Frankfurt? Das klingt nach Zweckoptimismus – aber es bleibt uns kaum etwas Anderes übrig…

In diesem Sinne – 95OLÉ

Ingo & Adnan

Punktgewinn beim Graupenkick in Sachsen

10 Mrz

Die Fortuna wird in weiten Teilen des Spiels bei Dynamo Dresden in die eigene Hälfte gedrängt und findet offensiv so gut wie gar nicht statt. Erst als in der Nachspielzeit die Brechstange (namentlich Giefer und Latka) rausgeholt wird, ergattern unsere Jungs mit viel Fortüne noch einen Punkt in der sächsischen Landeshauptstadt. Puhh!

Nach den Karnevalstagen und dem Dreier gegen Bielefeld war die Stimmung im Fortuna-Lager auf dem aufsteigenden Ast, zwar gab es unter der Woche noch die ein- oder andere Hiobsbotschaft aufgrund von neuen Verletzungen, aber bis auf Leon Balogun und den Langzeitverletzten standen Lorenz-Günther Köstner die meisten Jungs trotzdem zur Verfügung. Vom Trainer war unter der Woche auch in diversen Gazetten zu lesen, was er denn der Mannschaft mitgegeben hatte, nämlich in jedem Spiel an die Grenzen zu gehen. Ein guter Tipp, nur sollte dies, wenn man denn schon das Privileg genießt Fußballprofi zu sein und mittelfristig wieder in die Bundesliga will, eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber die Jungs sind halt auch nur Menschen und haben schließlich in jedem Spiel Gegner vor sich, die sich ähnliches vornehmen. Nun stand also das Gastspiel bei Dünamöh Dresden auf dem Programm und da die Gastgeber, wie unser Gegner der letzten Woche,  in den Niederungen der Liga rumkrebsen, war es zu erwarten, dass es ein kampfbetontes Spiel zu sehen gibt.

Aufstellung und taktische Ausrichtung

Da Latka nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder zur Verfügung stand, nahm er auch direkt wieder den Platz neben Bodzek in der Innenverteidigung ein; somit nahm Soares nach ansprechender Leistung gegen die Arminia wieder auf der Bank Platz. Ansonsten stellte der Trainer das gleiche Personal auf den Rasen wie in der Vorwoche; nur das Liendl diesmal von Beginn an über die Flügel kam und Lumpi eher versuchte die Mitte dicht zu machen.

HZ1: Hallo Offensive? …jemand zu Hause?

Zu den Klängen von Metallica´s „Enter Sandman“ kommen die Mannschaften auf das Spielfeld und irgendwie sollte der Song aus Sicht der Fortuna zum Programm der ersten 88(!) Minuten werden: der Song ist inhaltlich nämlich ein Schlaflied! In den ersten fünf Minuten sind wir noch guter Dinge, Benschop und Weber haben „Halbchancen“, die uns Hoffnung auf ein interessantes Spiel machen, denn Dresden versucht ebenfalls sofort nach vorne zu spielen und unsere Abwehr und Giefer sind früh zum Einschreiten gezwungen. Nach zehn Minuten schwenkt Dresden aber irgendwie alleine das Zepter; die Sachsen stehen tief und gut geordnet, sind aggressiv  und nehmen unsere Offensive komplett aus dem Spiel. Dynamo Stürmer Poté fordert unsere Innenverteidigung gehörig, da er rennt und ackert wie ein Blöder – und er teilt auch aus! Bodzek, normalerweise eigentlich eher derjenige, der dem Gegenspieler gerne mal Einen mitgibt, bekommt vom sächsischen Stürmer beim Kopfballduell in der 15.Minute erstmal schön einen von hinten an die Omme gedonnert, so dass er kurz behandelt werden muss. Die Dresdner lassen die Fortuna aber zwischendurch auch mal kommen, bloß sie kommt einfach nicht!!  Keine Dynamik; alles ist viel zu statisch und uninspiriert dazu kommen noch die (schon viel zu oft erwähnten) Mängel beim präzisen Passspiel.  In Null-Komma-Nix ist die Murmel wieder beim Gegner; sei es durch abgefangene Kurzpässe oder die  wahllos nach Vorne gedroschenen langen Bälle. Die Sachsen machen das irgendwie cleverer und kommen immer wieder gefährlich nah an unseren 16er, aber Giefer und die Innenverteidigung erledigen ihren Job ziemlich zuverlässig, so dass die Dresdner auch nicht wirklich gefährlich werden. In der 33. Minute gibt es dann endlich mal wieder eine Offensiv-Aktion von F95: Lumpi treibt den Ball in die Spitze und wird gefoult, leider pfeift Schiri Brych aber den Vorteil ab (Hoffer war im gegnerischen Strafraum gerade an den Ball gekommen) und entscheidet auf Freistoß, der dann aber gänzlich ungefährlich über´s  Quergebälk geschossen wird. Vor der Pause kommen die Sachsen noch zu zwei Chancen, lassen es aber (zum Glück) ebenso an Präzision vermissen. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Poté Bodzek ein zweites mal mit dem Ellenbogen niederstreckt. Ansonsten ist das Spiel und unsere Laune zur Halbzeit „ausbaufähig“.

HZ2: Das war knapp!

Tja, wir hatten das in dieser Saison schon öfter, die Fortuna spielt eine schwache Halbzeit und mit etwas Glück dann eine halbwegs starke. Aber Pustekuchen, die 1200 mitgereisten Fans und die zig Milliarden Fortuna-Anhänger vor den Bildschirmen werden  enttäuscht. Direkt in der 47. Minute ist eine typische Szene zu beobachten, wie sie in diesem Spiel (und eigentlich der ganzen Saison schon) viel zu oft vorgekommen ist: Weber setzt den Gegner auf Links gut unter Druck und erobert die Kirsche, es folgt ein unpräzises Zuspiel auf Hoffer inklusive schlechter Ballannahme und der Ball ist futsch! Wenigstens steht unsere Abwehr sicher und gerade Latka mausert sich wieder zum personifizierten Bollwerk. Dresden kommt hingegen mit viel mehr Schwung aus der Kabine und bringt mit Dedic noch einen weiteren Stürmer. Wurden die sächsischen Angriffe in HZ1 zumeist über unsere linke Seite vorgetragen, so kommt in der 2.Halbzeit auch die linke Seite des Gegners in Fahrt und Levels kommt mit dem quirligen Ouali (wie auch schon im Hinspiel) ärgste Probleme. Dies wird dann auch direkt in der 55. offenkundig, da Ouali nach einer Flanke vollkommen allein gelassen in unserem Strafraum an den Ball kommt und seelenruhig zur Führung für die Gastgeber einnetzen kann. Die Dresdner wollen nun den Sack zumachen und spielen auf das 2:0. Wir, als unverbesserliche Optimisten, hatten gedacht unsere Jungs würden das Gegentor als Weckruf verstehen und endlich mal anfangen Fußball zu spielen, aber weit gefehlt: von annehmbaren Offensivaktionen ist die Fortuna so weit entfernt, wie Düsseldorf vom Himalaya! Statt dessen muss Bodzek gegen Poté auf der Linie klären und Giefer einen Ball nach dem anderen pflücken.  In der 65. Minute kommt dann das Zeichen von der Bank und es wird bei Rückstand mit Hoffer (der zugegeben ziemlich in der Luft hing) erstmal ein Stürmer ausgewechselt und dafür mit Halloran ein Flügelspieler gebracht. Sinn und Zweck sind hier darin zu sehen, dass Liendl in die Mitte hinter Benschop zieht und die Außen auch von wirklichen Flügelflitzern bearbeitet werden. Effekt? Erstmal gleich Null!

Zehn Minuten später kommt dann mit Golley doch wieder ein zweiter Stürmer auf´s Feld und ersetzt Lumpi, der sich in diesem Spiel die 5. Gelbe abgeholt hat und somit in der nächsten Partie pausieren muss. An der Darbietung ändert sich erstmal trotzdem Nix, Dresden drückt auf´s 2:0 und die Fortunen bekommen Nüscht gebacken. Wir sind bereits in der 80. Minute angekommen, als unsere Jungs endlich aufwachen und anfangen die Dresdner (die langsam müde werden) unter Druck zu setzen. Nach einem Eckball für uns startet der Gegner einen rasanten Konter und der eingewechselte Schmidgal zieht im Strafraum einem Gegner die Beine weg… dies hätte durchaus zum Elfmeterpfiff gereicht, der aber zum Glück ausgeblieben ist. Zu diesem Zeitpunkt steht das Chancenverhältnis bei 11:1 für Dresden… wir wiederholen: Dresden, nicht FCB oder eine andere Übermannschaft! Wir schreiben bereits die 90.Minute, als F95 den eigenen Mut entdeckt und die Brechstange zückt, Latka bleibt nun in der Spitze und bei Standards kommt auch „Latte“ Giefer mit in den gegnerischen Strafraum. Was wäre das für Ding gewesen, wenn Giefer mit seinem Kopfball in eben dieser 90.Minute nicht die Latte, sondern in den Torwinkel getroffen hätte? Wir denken mal: ein ganz Großes! So wird aber noch unser tschechischer Abwehrschrank zum Helden der Nachspielzeit. Liendl schießt eine Freistoßflanke in den Strafraum, Giefer zieht zwei Gegenspieler auf sich, so dass Latka vollkommen frei steht und sogar den Ball bekommt, sein Schuss wird von irgendeinem Spieler in Gelb abgefälscht und landet im Tor! Ausgleich! Was für ein Glück in letzter Sekunde!

Fazit & Ausblick

Heidewitzka, das war knapp!  Aber wir dürfen auch mal Glück haben! Schade ist hierbei nur, dass die Fortuna in der Rückrunde spielerisch doch leider sehr enttäuschend agiert. Selbst beim Heimsieg gegen Bielefeld war das Ergebnis doch eher einlullend, als ein wirklicher Beleg für überzeugenden Offensivfussball, da unsere Stürmer die beiden einzigen Chancen im Spiel eiskalt genutzt hatten. Die beste Chance für die Fortuna in Sachsen, hatte unser Torwart mit seinem Kopfball in der 90.Minute – ein Armutszeugnis für Sturm und Mittelfeld.

Andererseits hat die Fortuna nur eines der letzten acht Spiele verloren und dieses auch nur knapp beim Tabellenführer. Die Abwehr steht gut und unser Keeper gehört zu den Besten der Liga; ebenso stimmen Einsatz und Kampf. Aber um den Anhängern ein wenig Spaß zu bereiten, wäre eine kontinuierliche Entwicklung der Offensive wünschenswert. Am Sonntag gegen St.Pauli sollte sich unsere Truppe anders präsentieren, denn wenn wir wieder so auftreten wie im Sachsenland und der Gegner diesmal das Glück auf seiner Seite hat, kann es bei so einer Leistung auch leicht mal eine 0:4-Klatsche geben und dann ist das Theater wieder groß. Aber wie gesagt, wir sind unverbesserliche Optimisten und hoffen auf Besserung!

95 Olé,

Adnan & Ingo

Diesmal gibt es auch wieder eine Frage der Woche, macht mit und hinterlasst gerne einen Kommentar!

Die Fortuna tankt Punkte und Energie in Cottbus.

16 Dez

Unsere Jungs nehmen weiter Fahrt auf. In der Lausitz gelingt der zweite Auswärtserfolg in Folge. Zwar lassen die Jungs weiterhin enorm viel zu. Doch ein wieder erstarkter Giefer und die Tore von Hoffer, Benschop und Erat lassen die Rot-Weißen jubeln. Das Derby kann kommen.

Ist das zu fassen? Unsere Jungs haben D3R3E3I Tore erzielt. Das erste Mal seit dem Heimsieg gegen den VfB Stuttgart am 2. Februar (!) ist dies unserer Mannschaft gelungen. Überleeecht mal. Auch diese statistische Realität macht diesen Sieg besonders. Hinzu kommt, dass wir ein Spiel gedreht haben. Tja, und dass ein Jungspund aus der „Zwoten“ mit Assist und eigener (megafrechen) Bude wesentlichen Anteil hatte. Zudem waren die ersten beiden Tore … Achtung … richtig gut herausgespielt! Ja, aus diesen und sicherlich noch anderen Gründen fühlt sich dieser Sieg richtig gut an. Aber sortieren wir mal alles:

Startaufstellung – taktische Ausrichtung

Nach dem erfolgreichen Auftritt in Kaiserslautern vertraute Oliver Reck für die Partie gegen Kotzbus so ziemlich genau der gleichen Startelf; lediglich Paurevic (nicht Lumpi!) ersetzte den gelbgesperrten Fink. Dass Bomheuer wieder links ran durfte, war nach dessen mäßiger Partie zwar überraschend, aber vielleicht soll sich die Abwehrreihe mal einspielen können. Taktisch konnte die Fortuna ebenfalls auf Bewährtes zurückgreifen, denn die mit dem Rücken-zur-Wand stehenden Brandenburger waren als Tabellen-Schlusslicht zum Siegen verdammt. Unsere Jungs konnten sich also wieder entspannt auf’s Verteidigen und Kontern konzentrieren.

HZ1: Früher Rückstand, schnelle Antwort!

Das Spiel beginnt direkt kampfbetont und unsere Jungs knüpfen direkt an den Spirit vom Betze an. Aber schon während der anfänglichen Abtastphase wackelt unsere Abwehr und es gibt auch gleich einen empfindlichen Leberhaken: Nach einem Ballverlust auf unserer rechten Seite in des Gegners Hälfte enteilt Bickel allen Forunen und stürmt mit Ball über links in unseren 16er. Tobias Levels kommt einfach nicht hinterher, Latka muss übernehmen und rückt raus. Der Cottbusser Schwede Affane sieht die Lücke, sprintet hinein, bekommt das Zuspiel und überwindet Giefer mit einem überraschenden Schuss aus spitzem Winkel. Boom!! Wir liegen 0:1 hinten! Die Zeitlupe zeigt leider wie orientierungslos unsere Truppe in dieser Situation gewesen ist.

Trotzdem sind wir auf unserer Couch irgendwie wenig beeindruckt. Die Körpersprache unserer Fortunen zeigt, dass sie voll bei der Sache sind und nicht Gefahr laufen, nach diesem frühen Rückschlag einzuknicken. Und schon in der 11. Minute, vier Minuten nach der gegnerischen Führung nimmt „Jimmy“ nach rasantem Zuspiel über Gartner und feinem Lupferpass von Paurevic den Ball auf der rechten Seite des 16ners an, schirmt ihn gegen Abwehrspieler Möhrle (sieht der nicht aus wie Peter Fox???) ab, verzögert kurz und nutzt dann die sich bietende Lücke für einen beherzten Linksschuss, der unhaltbar links unten einschlägt! Herrlich – Viva Austria! Forza Fortuna – eine schnelle Antwort auf einen Rückstand kütt immer joot.
Nach der anfänglichen Aufregung werden beide Teams aber nun wieder etwas vorsichtiger und Chancen sind auf beiden seiten erstmal Mangelware. Trotzdem bleibt die Partie unterhaltsam, da Einsatz und Wille bei beiden stimmen und unsere Jungs beherzt in die Zweikämpfe gehen. In der letzten Viertelstunde vor der Pause wird die Energie aber wieder stärker und drängt auf die erneute Führung. Unsere Abwehr bleibt alles andere als sattelfest und so werden die Angriffversuche der Hausherren wiederholt gefährlich. Besonders Affane macht unserer Verteidigung das Leben schwer und es scheint, als würde die Lücke, die sonst Fink mit seinen sagenumwobenen Grätschen schließt, heute eine echte Problemzone zu sein. Auch ist Levels wiederholt überfordert mit seinem Gegenspieler. Fabian Giefer hingegen strahlt eine beeindruckende Sicherheit aus. Wie schon in Lautern scheitert der Gegner an Giefer oder an sich selbst. Es geht also mit dem 1:1 in die Kabinen. Wir sind guter Dinge, denn hier ist noch was drin!

HZ2: Endlich mal wieder den Sack zu gemacht!
Nach der Pause geht’s erst Mal so weiter: Cottbus ist feldüberlegen und spielt sich mehr Chancen heraus. Verdammt – wir lassen immer noch zu viel zu. Nochmal: Levels ist wackelig wie lange nicht mehr. Bomheuer bleibt eine Nummer zu unbeweglich für die AV-Position. Aber auf Fabian Giefer ist weiter absoluter Verlass, bei seiner „Doppelparade“ gegen Bickel liegt er quer in der Luft und rettet uns vor einem erneuten Rückschlag. Das ist sie – die Giefer-Leistung der Bundesliga-Hinrunde, als er pro Spiel mehrere Unhaltbare parierte. Doch die Fortuna kämpft und verteidigt aufopferungsvoll, während Cottbus an sich hadert. Zwischendurch gelingen uns aber auch gefährliche Konter und in der 63. Minute wird einer davon auch mustergültig zu Ende gespielt…

Der erneut äußerst fleißige Benschop passt das Leder auf Höhe der Mittelfeldlinie zu Erat und startet durch zum gegnerischen Strafraum. Der junge „Tuggi“ löst das dann ganz hervorragend: auf halb-links nimmt er den Ball ein paar Meter mit, zieht nach innen, lässt Benschop in Position laufen und spielt dann das Leder unter Bedrängnis und mit Präzision und Schärfe an zwei Gegenspielern vorbei zurück zum Karibik-Holländer. Dieser nimmt den maßgenauen Pass dankend und mit gekonnter Drehung an und legt sich das Spielgerät zum Schuss vor… gegen den unspektakulären aber umso platzierteren Flachschuss hat Ex-Fortune Almer (Viva Austria!) keine Chance – wir führen 2:1! Jawoll, et geht doch! Riesenfreude kommt auf, gepaart mit der Sorge, dass die Schlussphase furchtbar werden würde.

Die Lausitzer wirken so, als hätten sie gerade einen empfindlichen Tritt in die „Kronjuwelen“ bekommen – sie sind zunächst komplett  von der Rolle. Benschop (der endlich auch mal durchspielen kann) nutzt das wenige Minuten später sogar fast zu seinem zweiten Treffer. Doch die Hausherren fangen sich und versuchen, auf den Ausgleich zu spielen. In der 83. Minute passiert dann ein schönes Kuriosum: Nach einer eigentlich völlig ungefährlichen Situation am Cottbusser 16er (oder wie bewerten wir 1 Lumpi gegen 5 Cottbusser?), bringen sich die Gastgeber selbst durch dämliche Mißverständnisse und eigene Unzulänglichkeiten in Gefahr und vertendeln den Ball kurz vor der Torauslinie im eigenen Strafraum. Erat sprintet ausgefuchst dazwischen und ballert die Kirsche aus kurzer Distanz und spitzem Winkel an Almer vorbei ins Tor! JAAAHHH! WAHNSINN! Eine Bude die zeigt, was einem Team gelingt, bei dem es gerade läuft und was ein Team kassiert, bei dem gerade gar nichts läuft.

Tuggi Erat macht seine erstes Tor für die Fortuna und hilft ihr, endlich mal wieder den Sack bei einer Führung zuzumachen! Die Freude nimmt Überhand; vor dem TV kugeln erwachsene Männer ausgelassen über den Teppich; es wird gejubelt, geschrien und gefeiert! Danach ist der Drops gelutscht und die Messe gelesen und unsere Jungs können endlich mal ein Spiel wieder souverän und ohne Zittern zu Ende spielen und sich nach dem Abpfiff berechtigt am Zaun feiern lassen.

Personelles & Ausblick

Monsieur Giefer hat verdammt großen Anteil an den letzten Siegen. Das steht außer Frage. Denn hinten haben wir weiterhin viiiiiiiiiiel zu viel zugelassen. Doch unser Fabi ist wieder der Alte. Er hat sein Tief überwunden und mit Hilfe von Olli Reck wieder zu alter Form gefunden. Er hält wieder Unhaltbare. Das gibt dem gesamten Team Sicherheit. Es ist etwas seltsam, dass Levels derzeit schwächelt. Er ist häufig gedanklich zu langsam, kommt dann nicht hinterher und lässt sich generell derzeit sehr leicht ausspielen. Weber wäre wohl eine Option. Gartner dürfte nunmehr der 6er mit Einsatzgarantie sein. Bravo und erneut: Viva Austria! Paurevic wirkt zwar manchmal ungelenk, hat aber hier und da auch gute Aktionen gezeigt. Dennoch dürfte Fink nach abgesessener Gelbsperre wieder drin sein – auch, um die Abwehrreihe zu entlasten. Halloran war etwas blass auf links. Doch erneut hat dies auch mit Bomheuer zu tun, der einfach keinen Offensivdrang hat. Sollte Gianniotas wieder fit sein, könnter er über links Alarm machen. Denn Lumpi hat selbst nach seiner Einwechslung nicht gezeigt, dass er derzeit Ansprüche auf mehr als eine Einwechslung zum Absichern eines Ergebnisses haben könnte. Aber das bleibt abzuwarten. Benschop und Hoffer harmonieren immer besser. Vielleicht sind sie ja nun das richtige Sturmduo diese Saison. Tja, aber die wohl größte Freude haben wir an Tugrul Erat: Welch ein Einstand. Seine unbekümmerte Art ist es, die dem Team gut tut. Und sein freches Nachhaken vor dem 3-1 und die „Dreistigkeit“ einfach unbehelligt draufzuzimmern wird dann im Fußball einfach belohnt. Er klettert hinterher noch auf den Zaun und schenkt sein sympathisches Lächeln denen, die unsere Fortuna durch diese so schweren Wochen getragen haben: den Fans. Großartig, dass so viel positiver Spirit jetzt vor dem Derby erwächst.

Tja, und jetzt… ist es Zeit für COLOOOOOOOOOGNE, COLOOOOOOOOOOOOOGNE, DIE SCHEISSÖÖÖÖÖÖÖÖ VOM DOOOOOOM!

Was hätten wir mehr verdient als einen versöhnlichen Abschluss eines sehr schwierigen Jahres. Keine Frage: Ein Derby muss gewonnen werden. Doch die Aufgabe ist unendlich schwer. Unsere Bude wird voll sein. Die Lautstärke wohl alles Bisherige übertreffen. Bereiten wir unseren Jungs eine Kulisse, die sie über das Feld trägt und den Geißböcken einen vierten Advent beschert, an dem vor allem ihre Abwehr brennt.

AUF GEHT’S FORTUNA, KÄMPFEN UND SIEGEN!!! Okay, okay… es ist erst Montag Abend 🙂

Bis Sonntag,

Ingo & Adnan

PS: Heute wollen wir zudem von Euch wissen, was Ihr über die Zukunft von Olli Reck denkt:

Angenehmer Rollentausch am Betze

11 Dez

Unsere Jungs fahren am Betzenberg einen Auswärtssieg ein, der sich wahrlich gut anfühlt. Es war sicherlich viel Glück dabei. Doch das hat sich das Team durchaus erarbeitet. Oliver Reck feiert einen gelungen Einstand Dank Hoffers Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Endlich mal wieder ein Spiel, bei dem die Fortuna einfach mal Fortuna sein darf: So, wie sie es kann. Die Jungs waren die komplette Vorrunde mit der Favoritenrolle als Bundesligaabsteiger absolut überfordert. Die Vorgabe der Verantwortlichen, dominanten Fußball zu spielen, stellte die Jungs vor größte Probleme. Schließlich war es der selbe Kader, mit dem man zuvor auf Konter spielte. Jahrelang war es die Mannschaft unter Meier gewohnt, den Gegner das Spiel machen zu lassen und selber auf Gegenangriffe zu setzen. Bereits in der Aufstiegssaison, als wir die Rückrunde in der Zweiten Liga als Aufstiegsaspirant bestritten, taten wir uns unendlich schwer. Doch eben diese Außenseiter-Rolle durfte unsere Truppe nun in Lautern wieder aufnehmen; schließlich war der Hausherr klarer Favorit.

Aufstellung & Formation

Tja, und wen sollte (Interims?)Trainer Oliver Reck beim heißen Tanz auf dem Betzenberg nun aufs Feld schicken? Wir waren gespannt wie Flitzebögen! Nach seinem mystischen Bankdrückertum fand Stelios Malezas endlich wieder  den Weg in die Innenverteidigung neben Latka; Levels verteidigte auf Rechts und etwas überraschend spielte der wiedergenesene Bomheuer den linken Part der Viererkette. Wie gegen den KSC übernahmen Fink und Gartner das zentrale Mittelfeld. Ben Halloran bepflügte die linke Außenbahn und mit Tugrul Erat durfte im rechten Mittelfeld ein echter Jung-Fortune ran, der großen Anteil am derzeitigen Höhenflug der „Zwoten“ hat (stolze 12 Scorerpunkte – darunter vier Tore). Kurzum: ein hoch verdientes Debut. Hoffer und Benschop komplettierten die Startelf und es entstand ein 4-4-2 mit zwei echten, wenn auch flexibel und beweglichen Stürmern; taktisch war die Mannschaft trotzdem sehr defensiv eingestellt. Das war aber auch in Ordnung so, denn FCK Trainer Kosta Runjaic hatte  sein mit 2.Liga Top-Spielern (Idrissou, Occean, Löwe, Fortounis, Dick) gespiektem Team eher eine offensive Marschroute eingeimpft.

1. HZ: Catanacio Deluxe & „italienische“ Effizienz

Direkt ab Anpfiff machen sich die taktischen Ausrichtungen sofort bemerkbar: Lautern setzt komplett auf Angriff- und unsere neuformierte Abwehr sofort unter Druck. In den ersten 20 Minuten spielen eigentlich nur die „Roten Teufel“, die Fortuna steht tief in der eigenen Hälfte und attackiert den Gegner erst ab der Mittellinie. Aber man merkt zu Beginn, dass sich die Jungs erstmal finden müssen. In dieser Phase spielt sich der Gegner einige gute Chancen heraus, die aber allesamt leichtfertig oder glücklos vergeben werden. Giefer steht zudem absolut sicher. Danach werden unsere Jungs auf einmal sicherer und ziehen einen klassischen Catanacio auf, während Lautern anfängt, an dem angerührten Fortuna-Beton zu verzweifeln. Der handlungsschnelle und passsichere Gartner und „Grätschmeister“ Fink machen die Mitte dicht und beginnen nun auch, das Konterspiel anzukurbeln. Benschop rackert wieder für Zwei und selbst Hoffer merkt man an seiner alten Wirkungsstätte an, dass er besser im Spiel ist als bei seinen bisherigen Auftritten für die Fortuna. Die Angriffe der Lauterer werden zusehends ratloser, denn es wird immer öfter das hohe Anspiel in die Spitze probiert, aber Fabian Giefer, der an diesem Tag eine exzellente Strafraumbeherrschung zeigt, fängt die Pfälzer Bemühungen ab.

In der 31. Minute wird dann der erste gefährliche Angriff von der Fortuna direkt in Zählbares umgemünzt. Bei den Gastgebern versagt die Abseitsfalle kläglich und Benschop schickt seinen österreichischen Sturmpartner mit einem Traumpass in die Gasse Richtung Tor: „Jimmy“ macht das dann richtig klasse: gute Ballannahme, schneller Antritt, Torwart Sippel beim Rauslaufen schön ausgeguckt und mit einem satten und flachen Linksschuss markiert er dann sein erstes Liga-Tor für F95! Der Treffer tut unseren Jungs merklich gut und spielt uns taktisch bestens in die Karten. Mittlerweile sitzt die Abwehr sattelfest und wir haben gezeigt, dass wir vorne watt hinkriegen. Die Fehlerrate ist überraschend gering und Lauf- und Kampfbereitschaft stimmen auch. Die Fortuna zieht nun die Betonwand sogar noch ein Stück höher,  Benschop ist so oft beim Aushelfen am eigenen Strafraum zu finden – fast so, als wäre er etatmäßiges Mitglied der Viererkette. Wir müssen jedoch festhalten, dass unsere Defensive enorm viel zulässt; aber die Belzebuben waren einfach nicht konsequent. Also: Führung zur Pause!

2. HZ: Lauterer Verzweiflung und ein bißchen Glück 

Oliver Reck war schon während der ersten Halbzeit ein echter Aktivposten in der Coachingzone; Anfeuern, Dirigieren und Verbessern, alles dabei; lautstark und dynamisch coacht er die Jungs von der Seitenlinie. In einer exemplarischen Szene gestikuliert er zu seinen Spielern, sie sollen mit breiter Brust auf dem Platz agieren. Ein wichtiges Signal und es scheint zu fruchten: Denn unsere Jungs sind genau so entschlossen wie in der ersten Halbzeit und strahlen insgesamt wesentlich mehr Sicherheit aus. Lautern versucht zwar sofort wieder das Heft in die Hand zu nehmen, findet aber weiterhin kein Mittel, unseren Kasten wirklich zu gefährden. Als dann in der 68. Minute (für uns zunächst etwas überraschend) Paurevic für Benschop eingewechselt wird, findet der Gegner in unserer Hälfte noch weniger Raum. Und wir verstehen es, immer besser, Konter zu setzen. Erat und Hoffer verpassen es leider, den Sack frühzeitig zu zumachen. Sippel pariert zwei Mal stark. FCK-Trainer Runjaic leitet mit den Einwechslungen von den Offensivakteuren Zoller und Ex-Fortune Marcel Gaus die Schlussoffensive ein und wird dafür sogar fast noch belohnt. In der 86. Minute erzielt Zoller nach einem Zuspiel von Olivier „Billy“ Occean den eigentlich regulären Ausgleichstreffer… aber auch wir haben mal Glück: Das gute (weil ansonsten sehr unscheinbare) Schiedsichtergespann entscheidet auf Abseits! Puh – Schwein gehabt! In der Nachspielzeit zelebriert dann der überragende Giefer noch eine kleine Flugeinlage – als Zoller knapp am Tor vorbei semmelt, dann: Abpfiff, Erleichterung, Jubel!

Personelles & Ausblick

Klar, Lautern hat eine Chancenverwertung an den Tag gelegt, die fast schon peinlich anmutete. Jedoch hat Giefer einen enorm starken Auftritt hingelegt. Die Wechselgeschichte zu Schalke wurde wieder ausgebuddelt – fast exakt ein Jahr nach den ersten Spekulation. Doch diesmal war er unbeirrt und strahlte beeindruckende Präsenz aus. Er hat einen großen Anteil am „zu null“. Dahingegen ist Latka noch weit von Normalform entfernt. Er foult viel häufiger als sonst und ist auch nicht mehr so eine Bank im Zweikampf. Hoffen wir, dass er sich mit Malezas, der im Vergleich sicherer war, schnell wieder einspielt. Levels war auf Rechts unauffällig, Bomheuer hingegen machte in vielen Szenen klar, dass er kein Außenverteidiger ist. Er wurde häufig ausgespielt, da er auf den Punkt den Zweikampf suchte, statt den Gegner im Lauf zu „stellen“. Garnter dürfte sich seinen Stammplatz nun sicher erarbeitet haben. Fink war „okay“. Kurz vor Schluss leistete er sich aber erneut einen fatalen Ballverlust, den der 1. FCK an anderen Tagen gerne zum last-minute-Ausgleich genutzt hätte. Erat hat ein riesiges Debut gespielt. Er harmonierte gut mit Levels und konnte gefährliche Offensivakzente setzen. Halloran war da etwas blasser. Das mag aber eben auch an seinem Partner auf link gelegen haben. Bomheuer tat eben nichts für die Offensive. Benschop ist wirklich ein unermüdliches Arbeitstier, der nach 60-70 Minuten völlig ausgepumpt ist. Sein Assist auf Hoffer war spitze – und Jimmy hätte es eigentlich verdient gehabt, vor Jubel zu explodieren. Aus Respekt vor seinem ehemaligen Arbeitgeber tat er es jedoch nicht.

Kommenden Samstag geht es zur krisengebeutelten Kotzbusser Energie. Auch wenn wir auf dem Papier dann nicht mehr Außenseiter sind, sollten wir die Hausherren ebenso wie in Lautern einfach kommen lassen. Schließlich sind die mächtig unter Zugzwang. Mit dem Aufwind aus Kaiserslautern könnten wir auch dort dann wieder gezielt zustechen. Fink hat seine Fünfte Gelbe bekommen. Somit dürfte Lumpi wieder ins Team rücken. Gianniotas dürfte auch wieder fit sein. Vielleicht darf auch er sich Chancen ausrechnen – für Halloran? Hinten links war Christian Weber wesentlich stärker als Bomheuer. Mal sehen, was sich Olli Reck da einfallen lässt.

Wir können nur hoffen, dass unsere Jungs den Geist vom Betze positiv aufgreifen und sich weiterhin stärken, um am 22. Dezember… Ja, Ihr wisst schon 😉 Aber jetzt erst mal den Blick nach Cottbus richten, richtig? Richtig! In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

(H)aue im (Schm)erzgebirge

26 Nov

Und der nächste Tiefschlag… Was wurde nicht alles nach außen kommuniziert. Über Zusammenhalt. Entschlossenheit und die notwendige Ruhe, um sich zu besinnen. Das mag ja alles stimmen. Umso erschreckender, wenn man dann 0-3 gegen limitierte Veilchen untergeht.

Es gibt Tage, an denen trifft man einfach falsche Entscheidungen. Adnan hatte nach anfänglicher Skepsis schließlich doch beschlossen, aus Berlin ins Erzgebirge zu fahren. Passenderweise wurde das Wetter von Kilometer zu Kilometer düsterer – Nebel kam auf, die Temparatur sank stetig. Garniert wurde das Ganze mit leichtem Schneeregen bei der Ankunft im schnuckeligen, eigentlich ganz gemütlich gelegenen Erzgebirgestadion. Zum Parken ging es in die beschauliche Platten-Siedlung Lößnitz; ein weiteres Highlight… Da hatte es Ingo etwas auf der Couch bei einem Kumpel angenehmer. Wobei auch er letztlich lieber nicht zugeschaut hätte. Tja, und die vielen, vielen Fans, die den Weg aus Düsseldorf auf sich genommen haben… Meine Güte… Welch ein Einsatz und welch ein Ertrag…

Wir Fortunen mögen ja leidgeprüft sein. Ein wenig ist der Grund unserer Liebe genau das – das Leiden. Doch es ist wirklich nicht mehr zu ertragen, wie bitter sich unsere Mannschaft derzeit präsentiert. Das wirklich Traurige: Sie scheinen durchaus zu wollen – das sah man in den ersten Minuten; auch wenn ihnen nichts gelang, wirkten sie gewillt, sich gegen die Krise zu stemmen und an den dreckigen Sieg gegen Sandhausen anzuschließen. Aber das misslang kläglich.

Startaufstellung & Formation

Man kann Mike Büskens auch nicht mehr vorwerfen, nicht experimentierfreudig zu sein. Er spielte diesmal mit einer Raute. Nur bestand diese aus vier (!) Sechsern. Endlich kam Christian Gartner mal zum Einsatz. Er spielte vor der Abwehr ein gutes Debüt. Fink und Lumpi wurden dorthin geschickt, wo sie eigentlich noch nie glänzen konnten: auf die Flügel. So mussten auf ein Neues nicht eingespielte Flügelachsen ran: Lumpi & Ramirez auf links; Fink und Balogun auf Rechts. Erwartungsgemäß funktionierte das nicht. Etwas seltsam mutete Paurevics Position hinter den Spitzen an. Eine Position, bei der enge Ballführung, Blitzgedanken und technisches Geschick vonnöten sind – weil es da eben zur Sache geht vor dem 16er – ist doch nun wirklich für unsere groß und bullig gewachsene Nr. 15 gemacht. In der Innenverteidung bekam wieder Soares den Vorzug vor Malezas – die Frage nach dem WARUM lassen wir mal jetzt getrost liegen.

1 HZ: Gewillt, aber orientierungslos!

Wie bereits weiter oben angedeutet: Die Jungs wirkten zu Beginn gewillt. Es wurde aber auch ebenso deutlich, dass ihnen jedweder Ansatz fehlte. Erschreckend war aber auch, wie leicht Aue vor unser Tor kam. Allein in der Anfangsphase hatten sie drei Eckbälle, nachdem sie unsere Abwehr auf leichtestem Wege überrannt hatten. Tja, und dann kam leider wieder ein echter Fink. Auf Höhe der Mittellinie setzt er zum Dribbling an, verliert völlig vorhersehbar dabei den Ball und ermöglichte so den Auer Gegenangriff. Zwischen erfolgreichem Abschluss und Ballverlust von Fink vergingen wohl keine 10 Sekunden. Und trotzdem: Wieso kann man diesen Ball nicht zurückerobern? Und wie kann es sein, dass unseren Gegnern IMMER gelingt, ein solches Ding erfolgreich zuendezuspielen? Nun denn – 0:1 und allen Grund, Frust zu schieben. Wieder eine Bude verschenkt. Bitter war dann zudem, dass es überhaupt nicht danach aussah, dass daraus ein „AUFWACHEN!“-Ruck durch die Mannschaft geht. Aber wer auf dem Platz soll sie auch wecken? Es kam aber noch schlimmer. Soares versemmelt eine Rückgabe per Kopf ohne jede Bedrängnis und bringt seinen Keeper in selbige. Giefer muss das heranstürmende Veilchen unsanft an der Torchance hindern und sieht glatt Rot. Bancé muss runter, damit Rensing ins Tor kann. Den fälligen Elfer kann der debütierende Rensing nicht halten 0-2. Eigentlich war klar: Das Ding ist gelaufen. Ist derzeit einfach nicht denkbar, dass sich unsere Jungs aus so einem Sumpf noch befreien. Halbzeitfazit: Erst nix hinbekommen; dann noch dem Gegner die Buden geschenkt. Kennt man, oder?

2. HZ: Null Zugriff!

In der zweiten Hälfte ändert sich eigentlich nichts: Unser in jedweder Hinsicht unverändertes Team findet weiter keinen Ansatz, um das Spiel an sich zu reißen. Der Trainer sendet auch keine Signale durch Auswechslungen. Aue spielt nun ein bequemes Heimspiel und schafft ohne größeren Aufwand noch das 3-0. Dem Tor ging ein Ballverlust nach versuchtem Hackentrick von Lumpi in der eigenen Hälfte voraus. Spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnt man, Mitleid mit den Akteuren auf dem Feld zu fühlen. Sie wirken schlichtweg hilflos. Lumpi rennt und rennt – aber wohin? Wofür? Auch Benschop frisst Kilometer – versucht als Einziger das Team nach dem 0-3 aufzumuntern. Er ist es auch, der noch zwei, drei Mal draufhält. Alles harmlos – aber immerhin. Was soll man auch sonst über diese zweite Halbzeit sagen oder schreiben? Vielleicht noch etwas zur Einwechslung von Christian Weber. So sehr wir ihn alle mögen. Was war das für ein Wechsel? Gibt man ein Spiel schon so früh komplett verloren als Trainer, dass man anfängt zu testen, wie sich ein Weber so im Pflichtspiel der Profis macht? Wäre es nicht vielleicht besser, die im Testspiel von Bochum ach so überzeugenden Hoffer und Halloran reinzubringen? Zumindest sendet man an die Mannschaft so das Signal als Trainer, dass man sich hier gefälligst noch mal reinhängen soll. Stattdessen wurde quasi nach dem 0-3 regelrecht abgeschaltet. Auch in der Kurve ging nichts mehr. Auch dort herrschte Leere. Aber dafür war es wenigstens kalt und (eis-)regnerisch…

Wie soll das weitergehen?

Es war Länderspielpause. Es gab Zeit, viel nachzudenken, sich zu aufzurütteln und die sportliche Plage von sich zu schütteln. Am Mittwoch noch gab es emotionalen, historisch aufgeladenen Input in Form der gemeinsam gefeierten Kinopremerie von Fortunas Legenden (Gruß an Berlin-Aue-Reisekollege, Lars Pape). Besser kann man dem Profikader nicht vermitteln, für welchen Verein und für welche Stadt es auf den Platz geht. Es soll sehr positiv gewirkt haben, beteuerten Spieler und Trainer gleichermaßen. Es ist aber nun mal Fakt, dass die Truppe rein gar nichts daraus machen konnte. Immerhin… Die Aufwärmübungen vor Anpfiff waren andere. Die ersten Übungen machten alle gemeinsam – Startelf & Reservisten. Das mag helfen, um sich gemeinsam einzuschwören. Aber nichts davon wird auf den Platz getragen. Leider.

Keine Maßnahme vor Schulte denkbar

Diese Mannschaft sucht ihre Identität. Wie soll sie die auch finden, wenn Woche für Woche eine andere Startelf aufläuft. Das hat viel mit Verletzungen zu tun – aber auch damit, dass viel ausprobiert wird, weil nichts funzt. Und so kann man eigentlich nur resümmieren, dass es einfach nicht passt zwischen Büskens und der Mannschaft- in SPORTLICHER Sicht. Das mag weder an ihm noch an der Mannschaft liegen. Aber augenscheinlich geht da nichts. Das ist unverständnlich, weil wir zu Beginn der Saison teilweise stark gespielt haben – mit exakt diesem Kader. Das nährt die Vermutungen derer, die behaupten, das Team würde gegen den Trainer spielen. Das würde aber ein echtes Zerwürfnis voraussetzen, das es jedoch wirklich nicht zu geben scheint. Und dennoch muss man sich doch fragen, was getan werden kann oder muss. Dabei wird aber schnell klar: Es kann im Grunde nichts passieren, bis unser neuer Sportdirektor Helmut Schulte bei uns ist – zumindest wäre es etwas seltsam, ihm einen neuen Trainer vorzusetzen. Dabei stellt sich auch unmittelbar die Frage: wen denn??? Es scheint schwer vorstellbar, dass man jetzt vor der Winterpause noch etwas Sinnvolles hinbekommt – tja, und Aktionismus braucht wohl auch keiner…

Möglichst sicher in die Winterpause stolpern

Daher scheint die einzige Möglichkeit die zu sein, ohne allzu großen Schaden – vor allem sportlich gesehen – in die Winterpause zu gelangen. Erst dann haben die Verantwortlichen (Vereinsführung, Trainerstab und Mannschaft) die Möglichkeit, sich in Ruhe Gedanken zu machen, wie man diesen an allen Ecken und Enden wankenden Verein (abgesehen von den schwarzen Zahlen natürlich) wieder in die Spur bekommt.

Die Fangemeinde ist zurecht sauer. Es werden Kilometer gefresse ohne Ende und man kriegt eine wahrlich schwache Leistung dargeboten. Nochmal: Erfolg ist nicht wichtig. Leistung aber sehr wohl. Natürlich geht es maßlos zu weit, wenn man Spieler auffordert, ihr Trikot auszuziehen. Ihnen aber deutlich zu machen, dass man dieses sportliche Elend nicht länger mit ansehen will und kein „An Tagen wie diesen!“ mehr singen möchte, ist absolut richtig. Dennoch: Die Verunsicherung bei den Spielern ist enorm groß. Man hat es in Aalen brennen lassen und ihnen die unsägliche Trikot-Her!-Nummer aufgedrückt und sie nicht in die Kurve gelassen. Mit anderen Worten: Wir haben ihnen klargemacht, was in uns als Fangemeinde abgeht. Mehr Druck sollten auch wir nicht auf sie üben. Zumindest nicht bis zur Winterpause – vier Partien sind es noch. Gut, dass bis zum Derby noch etwas Zeit vergeht.

Bis nächste Woche,

Ingo & Adnan