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Alarmstufe Rot-Weiß!

29 Sep

Unsere Fortuna holt in den „Englischen Wochen“ nur 2 Punkte von möglichen 9 und verliert gegen Sandhausen mal wieder ein Heimspiel. Besonders dieser letzte Auftritt sorgt für tiefe Sorgenfalten.

Mit einem gellenden Pfeiffkonzert endete vergangenen Freitag die „Englische Woche“. Unsere Forteng hatte soeben ihr Heimspiel gegen ein erstaunlich spielschwaches Team aus der Fußball-Weltstadt Sandhausen verloren. Damit war all die positive Energie, die nach dem Heimspiel gegen 1860 und der Auswärtspartie gegen Bochum getankt wurde, fast schon wieder in Gänze aufgebraucht. Eine Mannschaft auszupfeiffen, weil ihr nichts gelingt, ist und bleibt das Allerletzte. Dass die Fans gefrustet sind, ist jedoch nachzuvollziehen. Immer und immer wieder hat man das Gefühl – und natürlich die Hoffnung – dass die Mannschaft endlich ins Rollen kommt. Doch dann setzt es wieder diese Rückschläge. Dabei schien doch eigentlich eine stabile Startelf gefunden.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

In beiden Partien griff Frank Kramer auf das gute alte (bisweilen jedoch schon nervende) 4-2-3-1 zurück. Rechts hinten wechselten sich Schauerte und Akpoguma ab. Hinten links etablierte sich Axel. In der Mitte steht das konkurrenzlose Innenverteidiger-Duo Strohdiek und Haggui. In der Zentrale hat sich Schmitz neben Koch festgespielt. Die Flügel bedienen Sararer und Bebou (oder Bolly, wenn er fit ist) und vorne stürmt Ya Konan – oder aber zuletzt Pohjanpalo. Auf der #10 hatte Demirbay bereits Monsieur Liendl mehr als ersetzt. Auf vielen Positionen gibt es auf der Bank adäquaten Ersatz. Insofern fällt es zumindest uns sehr schwer, die Probleme unseres Teams am Kader festzumachen. Und so ist es klar, dass unser Team in den meisten Spielen die spielbestimmende Mannschaft ist bzw. sein muss. Und genau hier liegt wohl das entscheidende Problem. Igelt sich ein Gegner ein, kütt unser Team nit klar.

Was schief lief gegen KSC und Sandhausen

Es lässt sich recht simpel sagen, woran konkret es derzeit hapert: Fehlt unserer Mannschaft der Raum im Mittelfeld und vor dem gegnerischen Sechzehner findet sie kein Mittel, durch eine zündende Idee, den gegnerischen Abwehrriegel zu knacken. Das Spiel ist zu durchsichtig, weist überhaupt keine Überraschungsmomente auf und entbehrt jedwedem genialen Moment eines Einzelspielers, der sich durch einen Traumpass oder einem Dribbling hervortun würde. Flanken, Ecken und Standardsituationen sind zu nahezu 100% harmlos. Dabei sind Haggui, Strohdiek, Koch oder auch Akpoguma groß gewachsene Spieler und Ya Konan, Pohjanpalo oder van Duinen (noch im Angebot „fan düinen“?) wuchtig und sprunggewaltig. Doch auch da passiert nichts.

Dies führt dazu, dass unsere Truppe sehr viel Ballbesitz hat, aber absolut nichts Zählbares daraus machen kann. In Bochum war es anders. Da spielte sich das Team Chancen um Chancen heraus, scheiterte aber an Luthe und Latte. Entscheidend war in Bochum jedoch, dass unsere Jungs gegen eine Mannschaft spielten, die ihrerseits nach vorne spielte. Es entstand so sehr viel Raum für das zwar gefällige, aber auf großen Räumen angewiesen Fortuna-Dreiecks-Passspiel. Stellt ein Gegner diese Räume zu, geht nichts mehr. Hier sind dann die Herren Sararer, Demirbay und Bebou (oder Bolly) gefragt. An ihnen liegt es, mit verrückten Moves den Gegner auszuspielen. Und das will einfach nicht gelingen.

Ballkünstler-Sercan hatte uns bis jetzt durchaus gezeigt, dass er bisweilen in der Lage ist, uns eine Sararer-Torte zu servieren. Bebou hat mit seiner engen Ballführung das Zeug, mehrere Gegner hinter sich zu lassen, ist aber im Laufduell wegen seiner Statur leicht abzudrängen. Im Stand kriegt er den Ball gut abgeschirmt, aber im Sprint hat er oft das Nachsehen. Bolly hingegen muss erst in Fahrt kommen, um unaufhaltsam zu sein. Ein 1 gegen 1 gewinnt er aus dem Stand zu selten. Und Demirbay muss aus seiner beachtlichen Präsenz (immer anspielbar) noch mehr machen, schneller wissen, wann er wie wen bedienen kann. Doch dafür müssen sich die Mitspieler aber auch in Position bringen.

Doppelsechs veraltet? #10 oder falsche #9? Doppelsturm?

Insgesamt scheint es problematisch, dass unsere #10 eher als falsche #9 aufläuft. Dadurch ist Demirbay einfach zu weit vorne. Und wenn er sich zurückfallen lässt, überschneidet sich sein Raum mit Koch und/oder Schmitz. Zwischen den beiden ist auch nicht ganz so klar, wer jetzt der Holzer/Abräumer und wer der Stratege ist. Schmitz spielte grandios gegen 1860 im Spiel nach vorne und Koch zeichnete sich durch Fink’sche Abwehrarbeit aus. Doch davon ließen beide zu viel missen. Koch holt sich zudem in bester Bodzek-Manier zu viele Gelbe Karten. Zudem muss die Frage erlaubt sein, ob die Doppelsechs denn nun wirklich zeitgemäß ist? Sind zwei zentrale Mittelfeldspieler, die eher defensiv stark sind, nicht einfach zu viel? Vor allem dann, wenn sie einem #10er, der das Spiel machen soll, den entscheidenden Raum zum Umschaltspiel eher wegnehmen? Überlegenswert scheint daher, mal zu versuchen, mit zwei echten Stürmern aufzulaufen. Ein 4-4-2 mit der klassischen Raute (ein #6er, ein 10#er), oder die Variante mit einem #6er und einem #8er in der Zentrale wären mal einen Versuch wert.

Pohjanpalo war gegen Sandhausen einer der Besten. Er war unheimlich viel unterwegs, hat sehr viele Kopfballduelle gewonnen und nach Eroberung hoher Bälle sehr gut die Außen bedient. Er im Zusammenspiel mit Ya Konan könnten vorne für mehr Wucht und Durchschlagskraft sorgen als jeweils alleine.

Ständiges Anlaufen bis Frust entsteht und das Gegentor-Abo!

Denn ohne diese Durchschlagskraft entsteht genau der Frust, den wir gegen Sandhausen gesehen haben. Irgendwann glauben die Spieler selber nicht mehr dran, dass es ihnen gelingt, eine echte Chance herauszuspielen – geschweigedenn ein Tor zu schießen. Besonders gegen Sandhausen wirkten die Jungs in der zweiten Halbzeit irgendwann fast schon apathisch und hilflos. Ständig nach vorne zu spielen, ohne dabei irgendwas Gefährliches zu produzieren, ist eben hochgradig frustrierend. Vor allem dann, wenn man in nahezu jedem Spiel das obligatorische Gegentor kassiert. Allesamt bedingt durch zum Teil gravierende Abwehrfehler. Vor allem gegen den KSC (Monsieur Strohdiek) und gegen Sandhausen (Senor Rensing) führten eklatante individuelle Fehler zum Gegentor. Das darf man Einzespielern nicht übel nehmen – schon gar nicht, wenn sie wie bei Rensing wochenlang konstant Leistung gebracht haben. Nur ist dieses Gegentor-Abo ein weiterer Grund, warum unsere Jungs DRINGEND an der Effizienz ihres Offensivspiels arbeiten müssen.

Besorgniserregende Szenen der Partie gegen Sandhausen

Es gab drei Szenen – beides Standardsituationen – die deutlich machten, dass noch viel Arbeit vor Coach Kramer steht.

Die erste Szene zeigte das Fehlen des Verhaltens einer verschworenenen, intakten Truppe. Bebou, unser Youngster, wird recht früh im Spiel vor dem Sechszehner der Sandhausener gefoult. Der #17er der Sandhausener kassiert die Gelbe Karte, regt sich tierisch auf, beugt sich auf den noch am Boden liegenden Bebou und schnauzt ihn in aggressiver Manier an. Hier nun die Frage: Wo waren die Axels, Hagguis, Kochs, Sararers, Strohdieks und Schmitzs, die dazwischengehen und dem Gegner in dieser Sekunde mal so richtig in die Schranken weisen – getreu dem Motto: „Alter, verpiss Dich und mach‘ meinen Teamkollegen nicht an, sonst kriegst Du Ellebogen und Sohle zu schmecken!“ Warum richtet sich Bebou nicht sofort auf, giftet den Gegner zurück und zeigt ihm, wer hier eigentlich Heimspiel hat? Hier bedarf es noch einer ganzen Portion Gift und Galle. Was war noch mal der Job von Sascha Rösler…?

Die zweite Szene war der unfassbar schlecht ausgeführte Freistoß aus gut 20 Metern vor dem Sandhausener Tor. Sarerer, Schmitz und Ya Konan stehen zum Ausführen bereit. Schmitz tupft den Ball zu Sararer, der denkbar schlecht weiterleitet zu Ya Konan, der aufgrund der unfassbar schlechten Vorlage aus ungünstiger Schussposition draufhält und die Kirsche elendig weit vorbeidonnert.

Die zweite Szene erschreckte uns jedoch weitaus mehr. Wir waren bereits in der Endphase des Spiels, lagen zurück und hatten kaum noch 10 Minuten auf der Uhr, als wir eine Ecke erhielten. Sararer war im 16er, Demirbay stand kurz davor. Demirbay signalisiert zu Sararer, er möge doch die Ecke ausführen – von links vom Tor weg reinzirkeln. Sararer machte aber deutlich, dass Demirbay doch bitte die Ecke ausführen solle – von links mit Links in den 16er reinzirkeln. Drei, vier Sekunden lang gestikulierten die beiden und stritten darüber, wer die Ecke ausführen soll. Solange, bis Axel die Faxen dicke hatte und im Vollsprint zur Ausführung der Ecke düste – sichtlich geladen und mit hochroter Birne. Hier stellt sich die Frage: Was bitte geht in den Herren Sararer und Demirbay vor, dass sie in einer solchen Situationen meinen, sich darüber streiten zu können, wer den jetzt die Ecke ausführt? Zeit hatten wir da schon wahrlich nicht mehr. Da muss Trainer Kramer die Zuständigkeiten ganz klar definieren und durchsetzen.

Kramer unter Druck? Ja! Trainerdiskussion? Nein!

Wir sind felsenfest der Überzeugung, dass Diskussionen über einen Trainerwechsel jetzt völlig unnütz sind. Mit Kramer und Manager Azzouzi ist im Kader ein Umbruch erfolgt. Dieser zeigt noch überhaupt keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Doch wurde zeitweise deutlich, dass diese Mannschaft zu tollem Fußball imstande ist. Ja, viel zu selten. Ja, noch geht viel zu viel schief. Doch würde das abgestellt, wenn jemand Neues käme? Wir lesen hier Rufe nach Norbert Meier. Leute, geht es noch…? Sind wir so rückwärtsgewandt und nostalgisch, dass wir denken, früher war alles besser und daher müssen wir die Uhren rückwärts drehen? Checken wir nicht, dass sich Zeiten ändern? Anderenorts hoffen Leute auf Zorniger, weil der ja wohl bald beim VfB Stuttgart fliegen wird. Zorniger? Der Retortenclubschafshirte? Wirklich? Der Mann, dessen Aufgabe es war, aus einem Haufen von Leuten ohne jedwede Vereinsbindung in einem Reagenzglasprojekt ein Fußballteam zu formen? Wollen wir das? Naja, und dann wäre ja noch Lucien Favre… Klar… Das entbehrt jedwedem weiteren Kommentar.

Nein, nein, nein. Wir haben das so bestellt und das wird jetzt so gegessen (es lebe Volker Pispers). Wir müssen unsere Ansprüche runterschrauben. Die Mission Aufstieg für zwei, drei Jahre verschieben und nun erst mal schauen, dass eine stabile, konstant spielstark auftretende Mannschaft in unseren Vereinsfarben aufläuft. Ein Team, das ein oder zwei Mal oben am Aufstiegsplatz schnuppert, bis es dann auch mal wirklich klappt. Solange wir mal erstligareif und dann wieder auf VfB Hilden Niveau spielen, hat noch keine Identität. Schaut Euch den Kader an. Welcher Zweitliga-Club kann damit mithalten? Das Potenzial ist da. Lasst uns die Fortuna wieder als Langzeitprojekt wahrnehmen. Und hierfür denken wir, ist Kramer der Richtige.

Und dennoch: Es müssen Punkte her, um nicht unten den Anschluss an das Tabellenmittelfeld zu verlieren. Kommenden Freitag geht es auf den Betze. Da spielten wir eigentlich immer ordentlich. Da muss ein Auftritt wie gegen Bochum her. Von der Ausgangslage her und der zu erwartenden Spielweise der Lauterer könnte diese Partie schon wieder unsere Forteng liegen.

Also, punkten, Charakter zeigen, Brust raus, Ego tanken, liebe F95er!!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

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Die Löwen zum Ego-Fraß gemacht!

15 Sep

Unsere Jungs legen einen rundum zufriedenstellenden Auftritt hin und schicken kriselnde 1860er mit einem satten 3-0 wieder nach Hause. Der längst fällige, erste Saisonsieg ist gesichert!

Ja Mensch, Jongens… Et jeeeeeht doch! Was war das schön, eine 1-0 Führung zu sehen, die zunächst auf 2-0 ausgebaut wird, um dann nicht nur noch 3-0 zu sehen, sondern auch noch hinten die Null zu halten. Souverän nennt man solche Siege. Und in der Tat hatten die Münchner bis auf erschreckend gute Chancen in den ersten 6-7 Minuten absolut nichts zu melden. Wie oft waren wir schon Aufbau-Gegner für schwächelnde Teams – hah, diesmal haben wir uns am Gegner aufgebaut. Und so haben wir’s gemacht:

Aufstellung und Taktik
Die Ruhe der Länderspielpause hatte Frank Kramer dazu nutzen wollen, die Abläufe und Automatismen einzustudieren. Im Vergleich zum letzten Spiel in Nürnberg wechselte unser Trainer auf drei Positionen das Personal. Mit freudiger Überraschung erblickten wir auch den Namen „Bebou“ in der Aufstellung, der den angeschlagenen Bolly auf dem rechten Flügel ersetzen sollte – schön, dass der Junge nach der „Backpfeife von Nürnberg“ sofort von Kramer die Chance bekam zu zeigen, was er drauf hat! Im offensiven Mittelfeld kam zusätzlich Demirbay zu seinem ersten Startelfeinsatz, wodurch Sararer wieder auf den linken Flügel rückte, wo er unserer Meinung nach ohnehin besser aufgehoben ist. Neben Koch durfte nicht erneut Sobottka, oder Fink oder Bodzek, sondern Lukas Schmitz ran – wollte er ja immer schon. Jetzt durfte er. Als einziger Stürmer wurde Didi Ya Konan ins Rennen geschickt. Kramer griff diesmal wieder auf die beliebte 4-2-3-1-Grundordnung zurück. Bei den Löwen kam unser ehemaliger 10er Liendl zum Einsatz – dass sein Bild bei der Aufstellung der Fortuna auf der Anzeigetafel erschien, kann man entweder als Versehen, Verbundenheit oder Inkompetenz werten – sucht Euch was aus! 😉

HZ1:
Früh im Spiel kriegen wir einen Freistoß aus dem Halbfeld. Demirbay tritt an und es geschieht das, was uns in in unserer Bundesligarückrunde auszeichnete: Aus eigenen Standards entstanden Chancen des Gegners. Schlimme, schlimme flache Hereingabe von Demirbay und der Konter läuft. Es ist gerade erst die 4. Minute als Neu-Löwe Liendl von rechts flankt und Rensing nach einem gefährlichen Kopfball großartigst reagieren muss. Erste großen Chance des Spiels, und nur drei Minuten später wird Rensing bereits erneut geprüft – eieiei, wenn unser Keeper hier genauso geschlafen hätte wie seine Vorderleute, wären unsere Jungs zum sechsten Mal im sechsten Saisonspiel in Rückstand geraten und die Negativspirale hätte wieder Fahrt aufgenommen. Diesmal ist aber das „Hätte-hätte-leck-mich-fette“ auf unserer Seite, denn Rensing ist auf der Höhe! Und dann? Wir können es fast gar nicht glauben: Axel schaltet sich auf seiner linken Seite mit in den Angriff ein und lässt ein perfektes und butterweiches Flänkchen folgen. Rehabiliteur Bebou nutzt seine gefühlten 35kg Körpergewicht ideal ein und setzt sich nach seinem Sprint in die Mitte des gegnerischen 16ers im Sprungduell gegen zwei Löwen durch. Er wuchtet die axelsche Hereingabe per Kopf in die Maschen! Wir sind in Führung – watt is denn hier los? Dass sich Ilhas die Pille dabei irgendwie an den eigenen Arm köpft, ist vollkommen Wurscht und der Protest von Gäste-Keeper Eicher wird zurecht von Schiri Gräfe müde lächelnd abgeblockt.

Nun macht die Fortuna wieder Spaß und man spürt förmlich das Platzen sämtlicher Selbstbewußtseins-Knoten. Mutig und überzeugt spielen unsere Fortunen, die Maschine kommt langsam ins Rollen. Die Pässe kommen besser an, die Jungs trauen sich wieder etwas und die Defensive steht auch gut. Die Münchner werden von Rensings Arbeitsplatz ferngehalten und unser zentrales Mittelfeld übernimmt die Regie des Spiels. Auf Links gefällt das Duo Sararer / Axel, die zusammen die 60er vor das ein oder andere Problemchen stellen. Kein Wunder also, dass genau diese beiden dann auch für die Vorbereitung des nächsten Paukenschlags sorgen: Sararer geht auf dem Flügel ins Dribbling, fällt dabei hin und wir denken uns mhhmmm – aber, Kollege Sercan steht wieder auf und holt sich den Ball in der gleichen Bewegung zurück – mittlerweile hat Axel seinen Mitspieler und zwei Löwen-Verteidiger hinterlaufen und wartet auf den Pass, der aber erstmal nicht kommt. Wir denken uns wieder mhhmmm, denn Sararer spielt nicht ab und bindet den dritten Löwen mit seinem Dribbling. Dabei fällt er wieder hin und wir denken uns erneut mhmmm; als dann der vierte Gegner dazu kommt, erkämpft sich der türkische Deutsch-Spanier die Kirsche wieder zurück und passt sie auf den wartenden Axel. Bellinghausen nimmt in gewohnter Manier Fahrt auf und passt flach in den Strafraum auf Sturmspitze Didi, der kompromisslos draufhält. Keeper Eicher bekommt zwar noch seine Wurstfinger an den Ball, kann diesen jedoch nicht mehr abwehren! Die Fortuna führt 2:0! Schalalalahhhh. In bester Inzaghi-Manier war Ya Konan genau so lange im Abseits, bis der entscheidene Pass kam. Das verrafften die Verteidiger auch damals schon beim pathologischen Schwalbenkönig des AC Mailand.

Zwischenzeitlich haben die Münchner zwar die ein- oder andere Halb-Möglichkeit, aber man merkt den Gästen an, dass bei  ihnen nun Hektik herrscht und die Nerven blank liegen. Zum einen daran, dass im Sturm nicht wirklich was zusammen passt aber auch, dass es gerade auf der linken Seite zwischen Axel und Gegenspieler Claasen immer wieder rappelt. Dann ist aber Halbzeit und wir genehmigen uns endlich mal wieder mit richtig guter Laune den Halbzeittee.

HZ2: Deckel drupp und feddich!

Herrlich, dass unsere Jungs nach dem Wiederanpfiff genaaaauso weitermachen, wie sie vor der Pause aufgehört hatten! Schade nur, dass Axel angeschlagen draußen bleiben muss, denn so wie er wieder die Linie runtergeaxelt ist, hätten wir ihm in diesem Spiel noch mindesten 2 Hattricks und 15 weitere Vorlagen zugetraut! 😉 Für Bellinghausen bringt unser Chefcoach Akpoguma von der Bank und bietet somit dem nächsten Jungspund die Möglichkeit, seine Sache besser zu machen, als bei vorherigen Einsätzen. Gut so, Trainer! Kramer scheint zudem in der Kabine die richtige Ansprache gewählt zu haben, denn unsere Fortunen machen deutlich, dass sie nicht die Absicht haben, sich hier noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Schmitz macht auf der 6 ein richtig gutes Spiel, bestimmt das Tempo und leitet immer wieder gute Angriffe ein; sein Nebenmann Koch fällt eher durch körperliche Präsenz und gutes Defensivspiel auf, was in Kombination dem Gegner echt zu schaffen macht. Demirbay bringt in dieser zweiten Spielhälfte das auf den Rasen, was man von einem 10er erwartet – Dynamik, Kreativität, und auch Torabschlüsse. Es funktioniert zwar nicht alles, aber die Ansätze sind doch sehr vielversprechend. In der 66. Minute ist es dann nämlich genau so ein Torabschluss des Linksfußes, der die Führung der Fortuna weiter ausbaut. Demirbay bollert nach tollem Zusammenspiel mit Ya Konan schön von der Strafraumgrenze drupp, Keeper Eichner hat erneut ärgste Mühe das Spielgerät zu kontrollieren, lässt es nach vorne abprallen und unser Didi steht genau da, wo ein Torjäger zu stehen hat und köpft den Abpraller per Aufsetzer zum 3:0 ins Tor! Herrlich, viel zu lange mussten wir auf so einen Moment warten! Aber dies sollte noch nicht alles sein, denn unsere Jungs wollen einen torreichen Befreiungsschlag aus der misslichen Tabellensituation und vorherigen Stimmungslage! Wie in den Spielen zuvor hat aber das Torgestänge etwas dagegen und Pfosten und Latte verhindern weitere gute Tormöglichkeiten von Sararer und Ya Konan.

Ein bisschen mulmig wird uns, und wohl allen anderen auch, als der eingewechselte Okotie in der 73.Minute im Strafraum zuckend zusammenbricht und kurze Zeit später bewußtlos vom Feld transportiert wird. Gut, dass es hier wohl keine gesundheitlichen Folgen für den österreichischen Stürmer gibt, da er nach einer Untersuchung im Krankenhaus die Heimreise antreten konnte. Voraus gegangen war ein Zusammenstoß mit Rensing bei einem Eckball, als unser Keeper beim Wegfausten der Murmel den Stürmer mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen hatte. Das Wechselkontingent der Münchner ist erschöpft.
Nachdem also die Löwen nur noch neun Feldspieler auf dem Spielfeld haben und noch genügend Spielzeit übrig ist, hoffen wir natürlich noch darauf, dass noch das ein oder andere Törchen zu unseren Gunsten fällt. Da dies aber dann doch nicht passiert, geht das Spiel vollkommen verdient mit 3:0 für die Fortuna aus und wir können endlich mal wieder einen gelungenen Auftritt unserer Jungs feiern. Dies machen dann die Spieler auch und kommen zur HUMBA in die Kurve. Wir können froh sein, dass Ya Konan an diesem Tag das Toreschießen besser drauf hatte, als Buchstabieren, denn in seinem „Job“ als Humba-Vorsänger fabrizierte der Ivorer einen Buchstabensalat aller erster Sahne! Hoffentlich bringt er sich selbst noch öfter in die Lage, die richtigen Buchstaben in die Kurve zu schmettern und läßt noch ein paar Doppelpacks folgen! 😉

Szene des Spiels: Gipfel der Unverantwortlichkeit nach Okotie-Zusammenprall

Vieles war super in diesem Spiel, aber auch eine Sache wirklich fürchterlich: Es ist absolut unverantwortlich, dass die medizinische Abteilung der Münchner Okotie nach dem Zusammenstoß mit Rensing wieder aufs Feld geschickt hatte. Denn am leeren Blick des Stürmers konnte selbst ein Laie am TV erkennen, dass er ordentlich einen mitbekommen hatte und immernoch benebelt war. Hier sollte die Gesundheit der Spieler doch klar vorgehen und nicht das bereits ausgeschöpfte Wechselkontingent Priorität haben. Da darf sich auch ruhig mal Löwen-Trainer Fröhling hinterfragen, anstatt im Anschluss für den Zusammenprall einen Elfer zu fordern. So sieht’s aus!

Fazit

Dieses Spiel hat richtig Hoffnung gemacht. Wie WICHTIG der Sieg in dieser Höhe war, zeigte die Spielertraube nach dem 3-0, zu der sogar Rensing rauseilte. Es wäre so wichtig, wenn sich jetzt ein Team einspielen würde. Wenn Sararer-Demirbay-Bebou-YaKonan unsere „Offensivachse of Doom“ bilden würden.

Es wäre toll, wenn Koch und Schmitz weiterhin so gut Aufgabenverteildung im zentralen Mittelfeld hinbekämen. Hinten wird es Wechsel geben müssen. Axel fällt eine Weile aus. Hat nun die Stunde von Holthaus geschlagen? Akpoguma war ja leider erneut nicht sehr überzeugend – so könnte Schauerte zurück nach Rechts und Holthaus könnte Freitag direkt mal gegen seine alten Kollegen ran. Bochum hat leichte Federn gelassen und ist doch eigentlich genau am kommenden Spieltag fällig für die erste Saisonniederlage, oder?? Aber hey, selbst ein Punkt in Bochum, die super in die Saison gestartet sind, wäre schon was.

Jedenfalls kann man sich endlich wieder auf die Fortuna freuen – und das ist sehr viel wert.

Auf dass es so bleibt, 95 OLÉ

Euer Adnan & Ingo

Viel Aufwand, kein Ertrag

25 Aug

Unsere Fortuna verwöhnt uns leider wieder nicht mit den nötigen Punkten. Trotz wirklich ansprechender Leistung in der zweiten Hälfte, zeigt uns das Glück derzeit die kalte Schulter und läßt unsere Jungs links liegen. Beim Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger SC Freiburg hätten wir gerechterweise  einen Punkt verdient gehabt, mindestens.

Tja, aber mit der Gerechtigkeit beim Fußball  ist das so eine Sache, denn es gibt sie einfach nicht! Vor dem Spiel wurde in der kompletten Kurve die etwas verspätete Geburtstags-Choreo zelebriert – was für ein Anblick! Der Support für unsere Jungs war wieder großartig, trotzdem sollte die Fortuna wieder die gleichen Probleme offen zur Schau stellen, wie in den letzten Begegnungen – fehlende Präzision!  Dazu noch weit und breit kein Glück in Sicht, aber eins nach dem anderen.

Aufstellung und Formation

Nachdem sich Herr Liendl offenbar dazu entschieden hat zu den Blauen nach München zu wechseln, fehlte er beim zweiten Heimspiel der Saison in der Aufstellung der Fortuna. Im Tor begann wieder Rensing; die Abwehrkette bildeten Schauerte, Haggui, Strohdiek und Schmitz – hier gab es also keine Änderungen. Im zentralen Mittelfeld liefen Bodzek und Koch auf und die rechte Seite wurde von Flitzer Bolly beackert, links machte Axel den Axel. Somit verschob sich Sararers Aufgabenbereich also mehr in Mitte, als falsche Neun, richtige Zehn oder was auch immer, auf jeden Fall sollte er van Duinen in Szene setzen, der als Sturmspitze begann. Bei Freiburg saß Torgarant Petersen auf der Bank, trotzdem standen aber einige Jungs in der Startelf, deren Namen dann doch ein Begriff sind,  zusätzlich schickte Gästetrainer Streich auch einige Greenhorns auf den Platz.

HZ1: ….und immer die gleiche Leier

Bei schönstem Bade-Wetter geht´s also los; nach dem Anpfiff bekommen wir von beiden Teams erstmal zögerliches Abtasten und wenig Risiko zu sehen, man merkt beiden Mannschaften den gegenseitigen Respekt an. Zudem gibt´s es immer wieder die typischen ich-schlag-mir-mit–der-flachen-Hand-vor-die-Stirn-Momente, da es viele unnötige und fast schon dämliche Fehlpässe in Reihen der Fortuna gibt. So dauert es also eine gewisse Zeit, bis wir in den Genuss der ersten Chance kommen. In der 18. Minute bollert Sararer nach schönem Zuspiel einfach mal drauf, aber SCF-Keeper Schwolow hält problemlos. Das Spiel wird nun munterer und unserer Jungs scheinen die Anfangs-Nervosität abzulegen, leider kommt aber nun auch Freigurk ins Rollen und die Partie wird intensiver. In der 33. Minute schaut es dann zuerst ganz gut aus, da wir einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen bekommen. Was dann passiert, haben wir in unseren Spielberichten leider schon zu oft beschreiben müssen: Freiburg fängt den Freistoß ab und leitet blitzschnell den Konter ein. Bodzek hat noch die Chance das zu tun, was er am besten kann, nämlich den Gegner unsanft abzuräumen und sich wegen taktischen Fouls die Gelbe Karte abzuholen. Diese Chance läßt er aber leider verstreichen, so dass das Unglück seinen Lauf nimmt. Da sonst fast alle Fortunen aufgerückt sind, haben unsere verbliebenen Abwehrrecken in der Rückwärtsbewegung gegen die schnellen Freiburger keine Schnitte. Unsere rechte Seite ist komplett frei und Grifo knallt die Kugel zum 1:0 für die Gäste in die Maschen.

Nach der Ernüchterung macht uns aber die Körpersprache unsere Jungs Mut! Zwar ist deutlich zu sehen, dass sie sich über den Gegentreffer ärgern, aber keiner läßt den Kopf hängen. Freiburg will aber anscheinend den Sack zumachen und drückt auf den zweiten Treffer. Da die Breisgauer nette Gäste sind, wiederholen sie unsere Fehler vor dem 1:0 und interpretieren dies auf ihre Weise. In der 37. Minute gibt es nämlich eine Ecke für den SCF, die aber dann im Ausgleichstreffer für uns endet. Nach dem mißglückten Eckstoß kommt Sararer ans Spielgerät, dieser sieht, dass Mathis Bolly den Turbo zündet und schickt den norwegischen Ivorer mit einem schönen Steilpass auf die Reise gen Freiburger-Tor. Bolly nutzt seinen Geschwindigkeitsvorteil und rennt mit Ball der kompletten Freiburger Hintermannschaft davon. Schön auch, dass Mathis den Konter perfekt abschließt und es nun 1:1 steht. Wir schöpfen Hoffnung! Aber nur drei Minuten später brechen wir ins Essen, da Freiburg erneut die Führung gelingt da Höfler vom Strafraumeck die Kugel einfach mal an Rensing vorbei in den Winkel schlenzt. Eigentlich ´ne schöne Bude, wenn sie nicht gegen uns gefallen wäre! Hinzu kommt noch, dass kurz vor der Halbzeit Julian Koch ganz böse umknickt und ausgewechselt werden muss. Dann ist Pause und wir sind genervt!

HZ2: Außer Spesen nix gewesen!

Zur zweiten Hälfte stellt Kramer erstmal einiges um und macht dabei vieles richtig. Es ist schon eine recht mutige Entscheidung, die Doppel-Sechs aus Neuling Sobottka und Lukas Schmitz zu bilden, denn Bodzek wird nach seiner wenig überzeugenden Leistung ausgewechselt. Dafür kommt Ya Konan ins Spiel, Sararer wechselt auf den linken Flügel und Axel übernimmt die nun vakante Position des LVs. Der weitere Spielverlauf sollte dem Trainer Recht geben, dass diese Umstellungen genau richtig sind. Unsere Jungs machen nun ordentlich Alarm und dominieren die Gäste, die sich kaum noch befreien können. Bellinghausen axelt weiter wie ein Bekloppter, Sararer spielt die Gegner schwindelig und die neue Doppel-6 bestimmt den Rhythmus des Spiels, als würden die Zwei schon seit Jahren zusammen spielen.

Der Sturmlauf der Fortuna trägt dann in der 58. Minute auch endlich Früchte, Sararer geht in den Strafraum, legt sich den Ball auf den rechten Fuß und sein Gegenspieler läßt den halbspanischen Deutsch-Türken über die Klinge springen – klarer Elfer! An dieser Stelle hätten wir uns nun den ferngebliebenen Liendl als sicheren Elferschützen gewünscht. Aber der Gefoulte tritt selber er und belegt die alte Fußball-Weisheit. Der Schuss von Sararer wirkt, als wolle er gar kein Tor erzielen und das tut er dann auch nicht. Die große Chance auf den Ausgleich ist erstmal dahin!

Es ist aber toll zu sehen, dass sich unsere Jungs nicht beeindrucken lassen und weiter Gas geben, sie ziehen ein richtiges Powerplay auf und lassen die Freiburger kaum Luft holen. Sie erspielen sich einige Halbchancen, richtig zwingend wird es dann aber erst wieder in der 75. Minute, als nach einem Eckball Strohdiek an die Latte köpft; nur zwei Minuten später legt van Duinen dann unserem Didi den Ball perfekt im 16er auf, der Ivorer gehrt volles Risiko und ballert volle Möhre drauf – wieder Latte! MAAAAAAAAHHHHN! Es ist zum Mäuse melken, dass sich unsere Jungs nicht für ihren Aufwand belohnen! Sie spielen Freiburg an die Wand, Kramer bringt mit Pohjanpalo noch Stürmer #3 auf den Platz aber der Ausgleichstreffer will einfach nicht gelingen!

Szene des Spiels

Mhm, das war wohl leider der vergebene Elfer. Sercan Sararer hat den Strafstoß super rausgeholt und wenn er getroffen hätte, wäre der Ausgleich wohl nur der Auftakt zu weiteren Buden gewesen, aber hätte, hätte, Fahrradkette und wenn das Wörtchen wenn das Wörtchen wenn nicht wär´, dann wär mein Papa Millionär, blablablupp….

Fazit

Wir hoffen, dass die Fortuna den gezeigten Spirit der zweiten Hälfte aufrecht halten kann, denn was wir da geboten bekommen haben, macht Mut für die restlichen 30 Saisonspiele. Einsatzbereitschaft, Leidenschaft und Moral haben absolut gestimmt, ebenso wie die konditionellen Grundlagen, denn unsere Jungs konnten bis zum Ende der Partie Vollgas geben. Auch das spielerische Element ist bisweilen schon richtig ansprechend. Leider fehlt aber noch genau das, was wir schon seit Wochen bemängeln: fehlende Präzision und Konzentration bei der letzten Aktion. Aber: dies kommt leider auch nicht von ungefähr, denn man merkt den Jungs einfach an, dass diverse Automatismen einfach noch fehlen, bzw. noch nicht richtig sitzen. Sei es beim Umschaltspiel, dem Halten und belegen von Positionen oder auch dem Kombinationsspiel. Dass es hier noch das ein oder andere Problem gibt, ist aber auch nicht verwunderlich, denn zu vieles ist neu; der Trainer, inklusive Spielphilosophie sowie die knappe Hälfte des Kaders. Das muß sich erstmal alles finden und neue Abläufe müssen im Training einstudiert werden, damit sie zu Automatismen werden können, die dann während der Spiele greifen. So schwer es auch fällt, aber alle Fortunen brauchen nun Geduld, die Jungs auf dem Platz, die Entscheider im Vorstand und Aufsichtsrat, das Trainer-Team auf der Bank, die Presse und natürlich auch wir Fans, denn Umbruch braucht Zeit!

Das hat uns nicht gefallen

Langsam werden wir müde, es immer wieder zu erwähnen…. Die Mannschaft muss sich mehr belohnen und Tore erzielen. Dieser Neuaufbau unter Kramer zeigt sehr viele gute Ansätze, aber wenn die Erfolgserlebnisse fehlen, schlägt die Stimmung irgendwann um und das kann wirklich keiner gebrauchen.

Das hat uns gut gefallen

Ganz klar, die Einstellung in der zweiten Hälfte! Alle haben gefightet bis zum Umfallen – so sollte es sein. Axel Bellinghausen ist das beste Beispiel für diesen Spirit, darum sind wir hier mal ganz klar für die Aufnahme des Verbs „axeln“ in den Duden, mit der Bedeutung, sich wie von Sinnen kämpferisch auf dem Platz zu zerreißen, zlatanisieren gibt es ja immerhin auch schon 😉

Darum bitte, bitte, bitte: Macht die Buden, Jungs! Belohnt Euch für Eure Arbeit!

So am kommenden Sonntag stehen Nürnberger Rostbratwürstchen auf dem Speiseplan – macht se doch einfach ma feddich!

95 Olé!

Adnan & Ingo

PS: Ach ja, die causa Liendl… Boah, echt kein Bock, dieses Fass auch noch aufzumachen… Uns ist nur wichtig, dass auf diese seltsam anmutende Geschichte ein SCHRITT NACH VORNE folgt. So, das war’s jetzt aber!

Punkteteilung mit der Limo-Truppe

1 Okt

Ein wichtiger Punkt gegen RotzBrause Leipzig. Unser Team kämpft sich zurück gegen einen sehr stark spielenden Gegner.  Recks Jungs können stolz darauf sein, immer wieder zurück ins Spiel gefunden zu haben. Beim Betreten der Arena und dem Blick auf die Südtribüne bekam man wirklich Gänsehaut. Sah das geil aus. Die gesamte Kurve in tiefschwarz. Wahnsinn, was die Fanszene da wieder auf die Beine gestellt hat. Wirklich beeindruckend. Und, ob sie es zugeben oder nicht – das wird die Leipziger RotzBrause-Kunden wurmen. Vereinsführung vielleicht nicht zu sehr; aber Fans und Spieler werden das zur Kenntnis nehmen. Und das sollen sie auch. Als unsere Fans kurz vor den zehn Schweigeminuten noch mal ein lauthalses “Scheiss Red Bull” von der Seele brüllten, hatten die knapp 300 Leipziger Deppen ein schnuckeliges “Eure Meinung ist uns scheißegal” dagegenzusetzen. Sie sollen ruhig zu spüren bekommen, dass die überwältigende Mehrheit aller Fußballfans und ein massives Problem mit ihrem schmierig-korrupten Vereinskonstrukt hat. Gleichzeitig war klar: Die echte Antwort auf die RotzBrause muss auf dem Platz erfolgen. Und so ließ unser Coach die Mannschaft auflaufen…

Aufstellung & Taktik

Nach der Punkteteilung in Bochum brachte unser Trainer  mit Halloran und Hoffer zwei neue „Recken“ gegen RedBitch Leipzig. Dafür nahmen Gartner und Pohjanpalo auf der Bank platz. Zudem rückte Benschop auf den rechten Flügel und Liendl begann seiner Rückennummer entsprechend hinter der einzigen Spitze Hoffer. Nachdem Schmitz immer noch angeschlagen ausfiel, übernahm Axel den Part des Außenverteidigers und sollte zusammen mit WM-Fahrer Halloran die linke Außenbahn beackern. Avevor findet sich auf der Sechs immer besser zu recht und sollte dort zusammen mit da Silva Pinto das Mittelfeld dicht machen und eigene Angriffe einleiten.

1.HZ: Unsere Jongens finden nicht ins Spiel

In der Anfangsphase der Partie kommt die Fortuna erstmal nicht mit dem aggressiven Pressing  der Sachsen zurecht. RudelBumms Leipzig attackiert früh und so kommen unsere Jungs kaum einmal dazu, einen ordentlichen Spielaufbau einzuleiten. Die ungeliebten Gäste schaffen es aber ebenfalls nicht, gefährlich vor unser Tor zu kommen. Die Partie wirkt hektisch und zerfahren. In der 15.Minute gibt es dann die erste gute Kombination unserer Fortuna zu sehen, die eigentlich mit der Führung enden müßte. Da Silva Pinto schickt Halloran die rechte Linie entlang und Ben flankt beherzt und scharf in den Strafraum auf den anstürmenden Hoffer. Jimmy hätte nur seinen Latschen etwas besser in die Flanke halten müssen und das Match hätte einen anderen Verlauf genommen. So aber verpasst er die 100%ige Chance und semmelt am Ball vorbei.

Nur zwei Minuten später kopieren die Spieler des Rotz-Brause Clubs die Aktion über ihre linke Seite mit einer Ausnahme: sie nutzen die Chance zur Führung! Der etat-mäßige Verteidiger Teigel drückt die scharfe und flache Hereingabe von Offensiv-Partner Morys zum 0:1 über die Torlinie. Durch das Tor werden unsere Jungs etwas wachgerüttelt, trotzdem finden sie nicht so richtig ins Spiel. Zu viele Unkonzentriertheiten und vermeidbare Fehlpässe verhindern weiterhin ein geordnetes Spiel. Zu oft wird versucht mit hohen Bällen in die Spitze das Pressing der Gastmannschaft auszuhebeln. Da der kopfballstarke Ballbehaupter Benschop allerdings an die Seitenlinie beordert wurde, fehlt eben genau diese Anspielstation in der Mitte. Die beiden Österreicher Liendl und Hoffer sehen bei den hohen Anspielen keinen Stich gegen das Gästeteam.

Wir sind bereits in der 39. Minute, als wir uns erneut und wiederholt über Fortunas Standard-Schwäche ärgern. Mittlerweile sind unsere Jungs besser im Spiel und die Limo-Truppe weiß sich zum 4. oder 5. Mal nur durch Fouls in Strafraumnähe zu helfen. Aber alle Freistöße werden (bisweilen) kläglich vergeben. Wenigstens fangen wir uns kein Kontergegentor….. Aber mal im Ernst, so viel Spaß uns die Fortuna in den letzten Wochen macht, hier kann und muss das Trainerteam mal ansetzen, bei den eigenen Standards wird viel zu viel Potential verschenkt! So geht es also mit einem knappen Rückstand in die Kabine.

2.HZ: Umstellung und Kampf

Olli Reck scheint den Jungs in der Umkleide gehörig ins Gewissen geredet zu haben, denn genau wie in Bochum am Donnerstag, betritt eine andere Fortuna zur zweiten Halbzeit den Platz. Direkt in der 50.Minute setzt die Mannschaft ein erstes Zeichen; Schauerte setzt sich schön auf seiner Seite durch und flankt präzise auf Halloran, aber unser Australier hat seine Abschlussstärke der letzten Saison noch nicht wiedergefunden und vergibt die gute Chance zum Ausgleich. Acht Minuten später wechselt Reck gleich doppelt und bringt mit Pohjanpalo und Bolly zwei frische Offensivkräfte für Hoffer und Pinto. Die Einwechslung bringt auch einen Systemwechsel mit sich, denn nun wird Rektal-Ball Leipzig mit einem 4-4-2 beackert; Bolly übernimmt den rechten Flügel und die beiden Kanten Benschop und Pohjanpalo sollen in vorderster Front für Alarm sorgen. Nur zwei Minuten später zahlt sich das bereits aus. Bolly treibt die Kirsche nach vorne, flaniert mit Ball parallel zur Strafraumlinie, Pohjanpalo bekommt das Spielgerät serviert und netzt souverän zum Ausgleich ein! 1:1! Wir jubeln und schreien gerade noch unsere Freude heraus, dass die Fortuna jetzt am Drücker ist und schon liegen wir wieder hinten. Direkt nach dem Anstoß spielt Demme einen 30-Meter-Pass auf Teigel, der kocht Bodzek ab und schießt einfach so ein Tor! 😦  Das darf so nicht passieren, aber das wissen unsere Jungs wohl selbst am besten!

Was das Team von Olli Reck aber wirklich ausmacht, ist der Wille! Die Jungs lassen sich nicht unterkriegen und wollen das Ding drehen! Wir sehen nun ein wirklich gutes Match und Fortuna wird dominanter. Trotzdem bleibt Rasen-Brechreiz Leipzig bei Kontern gefährlich. Fortuna spielt mit offenem Visier und will mindestens einen Punkt in Düsseldorf behalten. Wir sehen schöne Spielzüge mit Hackentricks und schnellem Direktspiel aber die zahlreichen Abschlüsse von Benschop, Bolly & Co. wollen einfach nicht im Netz landen. Ab der 80. Minute ist der Strafraum der Gäste im stetigen Belagerungszustand. Das Einzige, was man unseren Jungs vorwerfen kann, ist die bereits erwähnte Standardschwäche und die in diesem Spiel mangelnde Chancenverwertung. In der 87.Minute gibt es aber trotzdem noch den hochverdienten Ausgleich in dieser nervenaufreibenden Schlussphase: Bolly versucht´s aus ca. 20 Metern und pöllt einfach mal drauf, die Murmel wird abgefälscht und landet im Strafraum halb-rechts bei Benschop. Da der Junge ein Schuss wie´n Pferd hat, hat Richtig-Blöd Leipzig Keeper Bellot bei dem Pfund aus acht Metern keine Schnitte und bekommt das Leder durch die Hosenträger gebolzt. Der späte Ausgleich läßt die Arena beben und wir freuen uns über eine leidenschaftliche Fortuna, die mit viel Herz und Kampf zumindest einen hochverdienten Punkt in Düsseldorf behält.

 

PERSONELLES & AUSBLICK

Rensing leitete das 0-1 leider mit einem ungeschickten Ball ein. Ansonsten hatte er nicht sonderlich viel zu tun und war bei dem zweiten Gegentor chancelos. Schauerte bleibt hinten überfordert – von Spiel zu Spiel. Er braucht dringend Unterstützt auf seiner Seite. Da muss Reck was tun. Tah war bis auf eine einzige Szene, in der er etwas übermütig den Ball vertendelt hat, absolut überragend und gewann einfach JEDEN Zweikampf. Bodzek muss ich das 1-2 auf die Fahne schreiben. Auch beim 0-1 war er nicht entschlossen genug. Seine vielleicht schwächste Partie nach dem Pokal-Debakel. Axel auf links war erneut ein Powergarant. Es freut einen ungemein, dass er seinen zweiten (oder dritten) Frühling in seiner Karriere erlebt. Avevor dürfte Christian Gartner den Platz in der Startelf erste mal weggenommen haben. Zwar hat er nicht die mit Übersicht gespielten Pässe drauf, ist aber in der Defensivarbeit energischer und setzt sich besser durch. Pinto bleibt wieder etwas zu unauffällig. Einige beobachten gewisse Dissonanzen zwischen ihm und Liendl, der erneut enttäuschend war. Uns ist das auf dem Platz noch nicht aufgefallen – wir schauen mal drauf. Benschop war viel auf dem Flügel unterwegs. Er bleibt einer der Fleißigsten auf dem Platz. Halloran startete gut, ließ aber nach und bleibt bei 65/70%. Seine große Torchance vergab er wurstig. Er braucht wieder mehr Eier im Abschluss. Die hat Pohjanpalo derzeit. So muss man draufzimmern, wenn man eine Chance hat. Super für ihn, dass er wieder getroffen hat. Bolly hat durchaus Alarm reingebracht. Er bleibt eine wirksame “Joker-Waffe”.

Wichtiger als der Punkt gegen eine leider sehr stark auftretende Mannschaft war, dass unser Team nicht aufsteckt, dranbleibt und das Tor sucht. Wir sind seit fünf Spielen ungeschlagen. Das allein tut der Mannschaft gut. Jetzt ein ordentliches Spiel in Darmstadt und wir bleiben oben mit dabei.

In diesem Sinne – 95 OLE

Adnan & Ingo

 

 

 

Diesmal bleibt der Dreier bei uns!

23 Sep

Nach einem packenden Spiel beweist unser Team, dass es voll in der Spur ist. Zwei Mal wurde die Führung egalisiert. Doch sie schafften ein drittes Mal die Führung und hielten sie.

Alter Schwede… Hat sich das geil angefühlt. Unsere Jungs boten über 90 (eigentlich über 93) Minuten eine tolle Partie gegen einen stark aufspielenden Aufsteiger aus Heidenheim, der mit der Wucht der Aufstiegseuphorie versteht, ein hochgradig unangenehmer und überdies spielfreudiger Gegner zu sein. Toll herausgespielte Tore – allesamt von Stürmern erzielt – und eine immer besser funktionierende Abstimmung zwischen den verschiedenen Mannschaftsteilen. Es festigt sich langsam aber sicher eine Startelf, die man sich nunmehr Woche für Woche vorstellen könnte. Und so sah sie aus:

Aufstellung und Taktik:

Eigentlich hätte Oliver Reck keinen Grund zum Wechseln gehabt…. uneigentlich dann aber schon, da Bruno Soares wegen einer dubiosen Häusliche-Gewalt-Geschichte vom Verein freigestellt wurde (keine Ahnung, was da los war, und da mutmaßen wir auch nicht,weil die Thematik viel zu privat und heikel). Also begann Jung-Kante Jonathan Tah neben Bodzek in der Innenverteidigung; ansonsten begann die gleiche Truppe wie schon bei den zwei Auswärtssiegen zuvor.

HZ1: Charly macht Boom-Boom

Trotz der gerade erwähnten Siege, finden sich nur um die 27.000 Zuschauer in der Arena ein – aber die sollten von Beginn an ein interessantes und wirklich gutes Zweitliga-Match geboten bekommen. Heidenheim macht sofort klar, dass sie nicht den Weg nach Düsseldorf auf sich genommen haben, um die Punkte kampflos abzudrücken. In der Anfangsphase verzichten beide Teams auf das traditionelle Abtasten und so kommt es direkt zu ansehnlichen (Halb-)Chancen auf beiden Seiten. Der Gast versteckt sich nicht und beide Teams spielen ein aggressives Pressing – es wird um jeden Meter gekämpft. Dies sorgt dafür, dass viele gute Ideen und Pässe in letzter Instanz nicht den Mitspieler finden. Doch wisst Ihr was? Es gibt auch schöne Fehlpässe 🙂

Aber in der 22. Minute jibbet was ze feiern: Relativ geschickt schickt Schmitz (liebe Grüße an Fünf Sterne Deluxe) den bärenstarken Axel die Linie entlang und dieser setzt so entschlossen dem Ball hinterher, als gäbe es kein Morgen. Torwart Zimmermann schnuppert den Braten und kommt aus seinem Kasten; allerdings einen Sekundenbruchteil zu spät. Axel schiebt die Murmel mit beherzter Grätsche in die Mitte – gut, dass es dabei keinen fiesen Zusammenstoß mit dem Keeper der Heide gab. Benschop ist zwar von drei Gegnern umringt, bekommt den Ball aber trotzdem ideal in den Fuß gespielt und braucht ihn nur noch ins leere Tor zu schieben. Paff Dich! Die Führung! Ein schöner Angriff der nicht die einzige First-Touch-Arie an diesen Sonntagnachmittag sein sollte.

Das 1:0 gibt unseren Jungs wieder Sicherheit, nachdem zuvor Heidenheim verstärkt am Drücker war. Doch nun übernimmt die Fortuna klar die Regie. In der 30. Minute gibt es erneut einen Sahnepass von Schmitz; diesmal direkt auf Charly, aber der Schuss des karibischen Niederländers wird leider pariert. F95 ist jetzt voll im Spiel, die Pässe kommen besser und das gute Stellungsspiel unsere Jungs verhindert, dass Heidenheim gefährlich vor Rensings Bude aufkreuzt. Dann passiert es aber irgendwie leider doch. Aus heiterem Himmel wird eine Flanke über unsere linke Seite auf den 2. Pfosten geschlagen, Rensing macht halbherzig einen Schritt nach vorne, Schauerte steht zu weit vom Gegenspieler Niederlechner weg und der nimmt den Ball dann aus fünf Metern Volley und knallt ihn zum 1:1 in die Maschen… irgendwie dummes Ding! Axel hatte vorher beim Pass auf den Flankengeber gepennt und Rensing es verpasst, die Flanke zu pflücken.

Aber unsere Jungs sind durch die letzten Erfolgserlebnisse gefestigt und lassen sich durch den dämlichen Ausgleichstreffer nicht aus dem Konzept bringen. Fünf Minuten später gibt es hierfür sofort den Beleg, denn Boom-Boom Benschop donnert die Kirsche mit Urgewalt ins gegnerische Tor. Dieser Bude ging ein grandioser Spielzug zuvor: Auf der linken Seite spielt Axel seinen Flügel-Kompagnon Schmitz herrlich frei. Der Neuzugang aus Bremen schlägt eine scharfe, aber präzise Flanke auf den zweiten Pfosten, Liendl läßt geschmeidigst für Charlie abtropfen und dieser sorgt mit sattem Abschluss zu unserer und seiner Freude für die 2:1 Halbzeitführung. Watt ’ne Bude – First-Touch-Ratzfatz-Links-Rechts-Abwehr-Schwindelig-gespielt!

HZ2: Antrag auf Eckenverzicht und Joker-Tor

Für Olli Reck gibt es in der Halbzeitpause keinen Grund zum Wechseln. Gäste Trainer Schmidt schickt mit Leipertz einen neuen Spieler auf den Rasen. Beide Teams spielen weiterhin auf ihr nächstes Tor hin und wir sehen weiter eine leidenschaftlich geführte Partie, in der sich beide Teams nichts schenken. Zwei, drei Mal klärt unser Jungspund Tah hinten großartig bei Heidenheimer Konterangriffen. Was der Junge mit seinen 18 Lenzen in seinem ersten Spiel in der Startelf zeigt, ist beeindruckend. Das Spiel geht nun hin und her. Benschop erzielt mit einem Weitschuss aus dem Stand fast sein drittes Tor und Heidenheim bleibt ebenfalls gefährlich. Man merkt schnell, dass wir eigentlich ein drittes Tor dringend brauchen.

Doch die 68. Minute nehmen wir als Anlass, uns ernsthafte Gedanken zu einem offiziellen Antrag beim DFB auf Eckenverzicht einzureichen! Denn hier kommt eine Problematik zum Tragen, die uns schon seit Jahren plagt: eigene Eckbälle! Gefühlt, hat die Fortuna in den letzten zwei Jahren locker drei Mal mehr Tore durch Kontern nach Ecken kassiert als eigene Buden daraus zu produzieren. So auch diesmal und schon steht es 2:2. Die Gäste tragen Ihren Konter bilderbuchmäßig vor und schließen diesen gegen eine überrumpelte und unterbesetzte Hintermannschaft  – weil die Hünen vorne sind – ebenso ab. Wieder ein saudummes Gegentor, aber leider auch großartig zuendegespielt!

Das schöne an diesem Spiel ist jedoch, dass beide Teams wirklich gewinnen wollen und weiter richtig Gas geben. Mittlerweile sind Avevor für Gartner und Pohjanpalo für Hoffer im Spiel. Avevor findet direkt rein, während unsere neue Nummer #20 erst ein wenig verloren wirkt. Wer leistungstechnisch in diesem Match jedoch etwas abfällt, ist Schiedsrichterin Frau Steinhaus; zwar sind keine krassen Fehlentscheidungen dabei, aber gut, ist doch anders – das haben wir von ihr schon besser gesehen.

Der Intensität des Spiels tut dies jedoch keinen Abbruch, denn unsere Jungs wollen die Siegesserie unbedingt fortsetzen; das ist deutlich zu spüren und schön anzusehen. In der 79. Minute gibt es einen Freistoß aus aussichtsreicher Position für uns und wir reiben uns schon die Hände; aber ähnlich wie bei der Ecke zuvor, geht unsere Standardsituation fast inne Buchs! „Tah-sei-Dank“ gehen wir jedoch nicht in Rückstand, da der Junge den Konter mit aberwitziger Souveränität entschärft. Drei Minuten Später haben wir dann aber doch wieder allen Grund zum Jubeln: Joker Pohjanpalo sticht mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für die Fortuna und macht den ersten Heimsieg der Saison perfekt. Liendl flankt präzise mit Links von der rechten Seite nach Innen und zirkelt das Spielgerät perfekt auf die Rübe des jungen Finnen, der nur noch einnicken muss. Die drei Punkte sind im Sack! Es folgt eine grandiose Feiereinlage mit Mannschaft und Fans und Charlie rockt die Humba.

Personelles

Also, wenn das mal keine geschlossene Mannschaftsleistung war… Und dennoch gibt’s viel zu den Einzelnen zu sagen. Rensing verbockt das 1-1. Kein Zweifel. Aber die restliche Partie zeigt er seine unaufgeregte Art, die enorm viel Ruhe auf die Hintermannschaft ausstrahlt. Schmitz hat sein bisher bestes Spiel gezeigt. Zu jeder Zeit am Offensivspiel beteiligt, dabei aber die Defensivaufgaben nicht vernachlässig. Er und Axel harmonieren prächtig, sodass auch Axel eine grandiose Leistung gezeigt hat. Schauerte tat sich da etwas schwerer – das lag aber auch zu einem Großteil daran, dass er keinen Support von Liendl bekam. So war unsere rechte Abwehrseite immer wieder anfällig. Captain Bodzek war angenehm unauffällig und grundsolide. Tja und Tah…? Boah, watt’n Typ: Schnell, kopfballstark umsichtig-abgeklärt und dank seiner Statur auch noch noch wahnsinnig zweikampfstark – mehr als nur ein Rohdiamant. Wenn der Junge diese Leistung in den nächsten Spielen bestätigt, ist er eine echte Verstärkung. Für viele Mann des Spiels. Gartner und Pinto spielten erneut bestens zusammen. Liendl war zwar insgesamt etwas blass. Doch selbst bei dieser eher durchwachsenen Leistung spielt unser #10er zwei Assists. Das heißt schon was. Axel war eine absolute Granate. Punkt. Benschop kann man nach einem Doppelpack nur Bestnoten geben. Er wusste, wo er zu stehen hat und war effizient vor dem Tor. Hoffer hat Alarm gemacht – mehr aber auch nicht 😉 Avevor hat erstauntlich schnell auf der so wichtigen 6-er Position ins Spiel gefunden – er wird Gartner und Pinto Konkurrenz machen. Pohjanpalo fing schwach an – doch als Schütze des Siegtreffers ist er einfach ein Matchwinner Feddich.

Ausblick

Nur mal so viel: Uns trennt ein Pünktchen von der Tabellenspitze. Donnerstag schon… also, ja… schööön Ball flach halten, aber ey… Donnerstag Abend schon, könnte unsere Forteng ganz oben stehen. Und, wenn wir schon bei „könnte“ sind. Sonntag wäre es dann also drin, mit einem weiteren Sieg ein sportliches UND ein moralisches Zeichen zu setzen. Denn es gilt am Sonntag mit einer koordinierten Fanktion zu zeigen, was Liebhaber des Sports davon halten, wenn uns RASENBALLSPORT als FUSSBALL verkauft werden soll. Checkt untergang-des-fussballs.de für weitere Infos.

Jetzt aber erst mal DERBY gegen VfL Bochum. So spielstark wie lange nicht mehr. Aber das muss eben mal ein (zumindest zwischenzeitliches) Ende haben.

Bis Donnerstag – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

Es geht endlich los!!!

30 Jul

Unsere Jungs starten Freitag in die neue Saison. Vieles spricht dafür, dass der Schwung aus dem Saisonfinale 2013/14 in die neue Serie mitgenommen wird. So ist die Vorfreude riesig!

Wisst Ihr noch, wie das vor Beginn der letzten Saison war? Der vor Inkompetenz und Dämlichkeit kaum zu überbietende Bundesligaabstieg war noch nicht recht verdaut, da waren wir bereits wieder guter Dinge ob der nächsten Zweitliga-Saison. Die „Ära Meier“ war vorbei und mit Büskens kam ’ne eschte Düsseldofer Jong. Der Kader sah auf dem Papier richtig gut aus und so dachten und hofften wir, dass unsere Fortönn gleich wieder oben angreifen würde…

Doch es folgte die fürchterliche Fortsetzung eines absolut beschissenen Jahres für F95. Es ist wohl keine Übertreibung, zu behaupten, dass 2013 ein neuerlicher Tiefpunkt für die geschundene Fortuna-Seele bedeutete. Seelenlose Auftritte, Angsthasenfußball, peinliche Böcke von Routiniers, fehlender Mannschaftsgeist und eine bittere Trainerlethargie paarten sich mit zerstrittenen Fangruppierungen, Supportboykott und seltsamen Machtverschiebungen auf der Geschäftsebene der Fortuna. Unser Verein wirkte ein wenig wie ein gigantischer, einfach nicht verschwinden wollender Eiterpickel. Zwischenzeitlich kam sogar Abstiegsangst auf. Während einige glaubten, es liege am zu schwachen Kader, argumentierten andere, dass es das Fehlen eines Spielkonzeptes ist. Die augenscheinliche Vorgabe „Einfach nur nicht verlieren!“ hemmte viele Spieler, schien es auch uns FUPPES95ern.

Jeden Spieltag überkam einem ein höchst ungutes Gefühl. Man wusste, es würde weh tun. Nicht wenige wünschten sich nur noch, dass diese Grottensaison einfach vorübergeht. Routiniers und Neuverpflichtungen gleichermaßen sahen nur bedröppelt durch die Gegend, da sie nicht so recht wussten, warum und wie und überhaupt. Lest mal einfach unsere immer frustrierter klingenden Spielberichte in unserem Archiv und Ihr werden wieder leiden…

Unsere Klagelaute wurden erhöhrt – es gab die späte Wende

Doch dann kam recht unverhofft ein Saisonfinale, das wahrlich seinesgleich sucht. Bedingt durch die Erkrankung von Lorenz Günter Köstner trat Olli Reck wieder an die Seitenlinie. Und als wäre der oben beschriebene, schmerzhafte Eiterpickel dann doch mal geplatzt, gelang unserer Mannschaft ein echter Befreiungsschlag: Fulminante Siege, super engagierte Mannschaftsleistungen, Spaßfußball von unseren feinen Technikern Gartner, Liendl, Halloran. Ja, Halloran hat die letzten fünf, sechs Spiele einfach mal jedes Spiel getroffen – und zack, er wurde in die Socceroo-Elf für die WM berufen. Ach ja, und der Bolly… Nach seiner Roten Karte und jede Menge Verletzungen kam er unter Reck wieder zu einem Einsatz und erzielte ein gigantisches Tor nach Maradonaeskem Solo. Tja, und auch er fuhr mit der Elfenbeinküste zur WM.

Michael Liendl erwies sich als absoluter Königstransfer von Sportdirektor Schulte. Sollte unser neuer #10er in der neuen Saison auch nur annähernd so spielen wie die letzten Spieltage, wird er ohne jeden Zweifel die darauffolgende Saison Bundesliga spielen – ob nun mit Fortuna oder anderswo, sehen wir dann 🙂

Schwung mitnehmen, nach vorne blicken

Die Vorbereitung gibt den Eindruck, dass Fortuna 2014 ein sehr gut funktionierendes Mannschaftsgefüge aufweist. Denn es sind nicht nur sehr gute Ergebnisse in den Testspielen, die zuversichtlich stimmen, sondern auch so ziemlich alles, was man aus dem Umfeld der Mannschaft hört und in Videos und Fotos sieht. Wichtig ist etwa der Mut der Mannschaft, in Adam Bodzek einen neuen Kapitän zu ernennen. Lumpi bleibt ebenso im Mannschaftsrat wie Monsieur Fink, der nach seinem Kreuzbandriss wieder vorsichtig in den Trainingsbetrieb eingestiegen ist.

Wichtig ist diese Entscheidung deshalb, weil man sich von Ketten des Kultgedanken und der Tradition gelöst hat. Spielerisch kommt Lumpi seit dem erfrischenden, technisch deutlich erstarkten Fußball unter Reck einfach nicht mit und wird – wenn man den Pressemeldungen, die sonst immer stark pro Lumpi sind, glauben darf – häufig auf der Bank oder sogar auf der Tribüne Platz nehmen. Da kann er auch nicht Spielführer sein…

Mit Pinto ist zudem Schulte ein Transfer gelungen, der wahrscheinlich genau die klaffende Lücke schließen wird, die unsere Lieblingsbestie, Sascha Rösler, hinterlassen hatte. Pinto als „aggressive leader“ zusammen mit dem technisch höchst versierten Christian Gartner im zentral-defensiven Mittelfeld kann man sich bestens vorstellen.

Im offensiven Mittelfeld wird Liendl passend zu seiner neuen Rückennummer auf der #10 spielen, während Halloran, Erat, Schmitz, Bolly und Bellinghausen wohl um die Position auf den Außen kämpfen werden. Schmitz macht derzeit so einen guten Eindruck hinten links, dass er vielleicht auch die Linksverteidigerposition einnimmt, sodass Halloran erste Wahl und Bellinghausen dessen Ersatz sein dürfte. Zwischen Erat und Bolly hat wohl letzterer derzeit bessere Chancen.Ganz vorne ist unser „Jimmy“ gerade nicht zu stoppen. Er und Liendl verstanden sich ja auch schon zum Saisonfinale der vergangenen Saison bestens auf dem Platz. Unsere österreichische Mittel-Achse (Gartner > Liendl > Hoffer) beeindruckte uns ja bereits. Auch abseits des Platzes scheinen sich die Drei sehr gut zu verstehen – man munkelt, das sei keine schlechte Voraussetzung für guten Fußball auf dem Platz.

Charlie Benschop muss wohl erst noch mal beweisen, dass auch er ein Knipser sein kann. Zusammen mit Neuzugang Pohjanpalo und Youngster Bebou werden sie Freund „Jimmy“ aber gehörig unter Druck setzen.

Bleiben die Abwehrreihe und die Frage nach der Nummer #1. Fangen wir mit der #1 an. Michael Rensing scheint derzeit der Gewinner des Duells mit unserem neuen Keeper, Lars Unnerstall, zu sein. Es ist aber sehr gut zu wissen, dass Unnerstall ebenfalls einen guten Eindruck macht und Rensing sich jedes Spiel aufs Neue wird beweisen müssen. Wir haben eigentlich keine Sorgen, dass er ein guter Rückhalt sein wird und zudem in der Lage ist, die Abwehr zu dirigieren.

Tja, und die Viererkette? Gesetzt sind wohl Bodzek (IV) und Schauerte (RV). Als zweiter Innenverteidiger kommen Soares und Bomheuer wohl noch vor Neuzugang Avevor in Anbetracht. Hier müssen wir hoffen, dass durch Latka und Malezas nicht zu viel Qualität verloren gegangen ist – auch wenn beide im Saisonfinale keine Rolle mehr spielten. Und auf der linken Abwehrseite wird das Duell zwischen Schmitz und Schmidtgal wohl noch bis kurz vor finaler Mannschaftssitzung intensiv weitergeführt.

Gerade unsere Außenverteidigerpositionen waren ein großes Manko – auch während des grandiosen Saisonfinals. Wir haben seit dem Weggang von van den Bergh keinen offensiv eingestellten Außenverteidiger mehr erleben dürfen. Beobachter der Testspiele halten aber genau aus dieser Sicht viel von Schauerte und Schmitz. Also, lassen wir uns überraschen.

Wir können wirklich nicht erwarten, dass es endlich losgeht. Und gleich mal gegen den Bundesligaabsteiger Braunschweig, der sicherlich ordentlich Anhang mitbringen wird. So wird unsere Bude sicher nicht nur sehr gut gefüllt (schon über 40.000 Tickets weg), sondern auch ordentlich laut. Für uns wirkt die Mannschaft samt Umfeld so, als nähme man allseits den Schwung aus den starken Abschlussspieltagen der vergangenen Spieltage mit. Zudem sind sehr viele „Altlasten“ abgelegt – personell und strukturell. Die Handbremse kann also gelöst werden.

Wir sind unendlich gespannt und sind uns sicher, dass Ihr es auch seid. Hier werdet Ihr auch wieder Woche für Woche unsere Sicht auf die Fortuna-Spiele verfolgen können. Schaut also regelmäßig rein und bringt Leben in diesen Blog 🙂

In diesem Sinne – 95OLÉ und bis Freitag.

Ingo & Adnan

Ein erster Schritt Richtung Trendwende

30 Mrz

Endlich. Wir haben nach langer Zeit mal wieder eine Mannschaft gesehen, die ernsthaft gewinnen wollte. Besonders die zweite Halbzeit tat der Fortuna-Seele gut. Dass es am Ende doch 0-0 ausging, war natürlich schade. Hoffnung hat das Spiel dennoch gemacht.

Nach der Klatsche bei Kräuter Fürth war die allgemeine Stimmung mal wieder an einem Tiefpunkt. Da schien ein Signal der Mannschaft bitter nötig, dass sie selbst unzufrieden ist mit dem, was sie abliefert und sich bessere Leistungen vornimmt. Interviews und Aussagen unter der Wochen waren aber wieder die üblichen Leerformeln und Worthülsen, wo wenig Substanz rauszulesen war. Gleichzeitig vernahm man in der Fangemeinde, dass Worte und Versprechen wirklich ausgedient haben: Man wollte allseits etwas auf dem Platz SEHEN und weniger Gelaber HÖREN. Genau aus diesem Grund tat das vergangene Spiel gegen die Audifabrikanten ganz gut.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Trotz seiner Patzer in Fürth durfte Giefer weiter das Tor hüten. Es gab vereinzelt Pfiffe, als sein Name bei der Bekanntgabe der Aufstellung durchgegeben wurde. Die Abwehrreihe blieb unverändert. In der Mittelfeldzentrale hatte Gartner nicht überzeugen können, sodass Fink wieder von Anfang an auflief und Liendl mit ihm die Doppel-Sechs bildete. Halloran und Erat waren unserer Flügelzange und vorne sollte das Duo Benschop & Hoffer für Alarm sorgen. Im Prinzip also nichts Neues…

1. HZ: Guter Beginn und die Angst vor dem Bruch im Spiel

Wir sehen eine Anfangsphase, in der unsere Jungs zeigen, dass sie auf Wiedergutmachung aus sind. Besonders Erat wird das ein oder andere Mal steilgeschickt und bis kurz vor dem 16er sieht das alles gar nicht so schlecht aus. Adnans Sitznachbar, Niko K., merkte dann etwas Wichtiges an: Sehr häufig hat unser Team gut begonnen. Doch irgendwann passierte etwas im Spiel, das unsere Jungs komplett aus der Bahn warf und plötzlich nichts mehr gelingen sollte. In der Tat hat es häufig einen kritischen Bruch im Spiel unserer Mannschaft gegeben. Oft war es ein dummes Gegentor; manchmal nur der Pausenpfiff. Manchmal sogar die eigene Führung. Dieser Bruch äußert sich dann in sich häufenden Fehlpässen, verlorenen Zweikämpfen und eine zunehmende Unsicherheit im Abwehrverhalten. Und diesmal? Sollte es diesmal wieder so einen Bruch geben? Die Sorge war groß, dass der verletzungsbedingte Ausfall von Erat einen genau solchen kritischen Moment darstellte. Schließlich ging über ihn recht viel. Gartner wurde eingewechselt, Halloran wechselte auf die rechte Seite und Liendl kam fortan über links. Es gab tatsächlich eine schwächere Phase zwischen der 15 und 30. Minute. Da bekamen die Schanzer mehr vom Spiel, ließen die Kirsche ab und an ganz gut laufen. Aber auch sie blieben harmlos.

Glücklicherweise fing sich dann unsere Forteng. Nach der Neuformation schienen Abläufe nun wieder besser zu greifen. Ein schönes Zusammenspiel von Halloran, Gartner und Benschop führte dann kurz vor dem Halbzeitpfiff zu unserer größten Chance: Benschop setzte zu seinem zwar recht ungelenk aussehenden, aber dafür umso dynamischeren Dribbling an und brachte sich in Schussposition. Sein linker Hammer klatschte an den Innenpfosten und fand nicht den Weg ins Tor. Goalie Öczan war längst geschlagen. Es war eine tolle Szene, die dem Team und den Fans auf den Rängen Hoffnung auf die zweite Hälfte machte.

2. HZ: Ein „Reck“ geht durch die Mannschaft (Zitat Niko S.)

Würde man die Leistung der Mannschaft in der zweiten Hälfte mit einer Kurve darstellen wollen, würde diese stetig nach oben zeigen. Denn unsere Fortunen legten einen Zahn zu. Das erste Mal seit vielen Wochen erkannte man, dass diese Truppe GEWINNEN will. Und nur kurz nach der Halbzeit wurden wir gefährlich: Erneut war es Halloran (der nach mieser erster Halbzeit im zweiten Durchgang in Fahrt kam), der diesmal Liendl auf die Reise schickte. Dessen beherzter Schuss wurde leider pariert. Mal mehr oder weniger gefährlich versuchte unser Team, sich Torchancen herauszuspielen. Und sehr vielen Fortunen fiel etwas ganz Besonderes auf: An der Seitenlinie tobte jemand und trieb die Mannschaft voran: Es war Olli Reck. Mit vollem Engagement und regelrechter Inbrunst peitschte er die Jungs nach vorne – und es wirkte. Unterstützt wurden die Offensivbemühungen unserer Elf mit der Einwechslung von Timm Golley für den unglücklich agierenden Hoffer. Unverbraucht wie der Youngster (noch) ist, sorgte er sofort für Wirbel. Die Fans spürten, dass heute etwas anders ist. Überhaupt war die Stimmung in der Arena jetzt großartig. Bereits in diesen Minuten war klar, es gibt gerade eine Schulterschluss, den es lange nicht mehr gegeben hat. Und Ingostadt? Sie waren höchst passiv. Allerdings sah man an manchen Szenen, dass auch sie punktuell sehr gefährlich werden können. So’n Sportskamerad wie Caiuby kann ein Spiel auch mal allein entscheiden – sein gefährlicher Seitfallzieher war uns Warnung genug. Aber Bodzek dirigierte die Abwehr recht gut, sodass keine wirkliche Gefahr mehr aufkam.

Doch auch wir kamen nicht mehr richtig gefährlich vor das gegnerische Tor. Halloran und Golley versuchten ihr Glück. Auch Liendl hielt noch mal drauf. Aber es bleibt dabei: Der entscheidende Pass, die entscheidende Einzelaktion, der zwingende Abschluss… Das bleibt unser großes Manko. Doch der Wille der Mannschaft war diesmal ein Anderer. Und so waren nach Abfiff auf den Rängen weitestgehend zufriedene Gesichter zu sehen – auch wenn alle auf das späte Tor gehofft hatten.

So muss es weitergehen

Nun kann man sich fragen, woran dieser merklich veränderte Spirit der Mannschaft gelegen hat. Der Nackenschlag in Fürth? Olli Reck an der Seitenlinie? Der lautstarke Support? Anzeichen von Abstiegsangst? Vermutlich ein Mix aus Allem. Entgegen mancher böser Kommentare in den Foren und Facebook-Gruppen dürfte es keinen Spieler geben, an den die Negativserie nicht nagt. Das 1-4 war deutlich und so etwas kann in positive Energie umgewandelt werden. Sicherlich tut es der Mannschaft gut, wenn ein Trainer an der Seitenlinie ist, der sie mit Gesten, Zurufen und echtem Körpereinsatz nach vorne peitscht. Auch die Einwechslung von Golley (man hätte ja auch „Paure“ oder Ramirez bringen können) war ein wichtiges Signal an das Team. Tja, und der Support war wirklich gut wie lange nicht mehr. Das zeigt, dass die vielen Gespräche und Diskussionen innerhalb der Fanszene Früchte getragen haben. Alle haben sich selbst hinterfragt und die einen mehr „massentaugliche“ Lieder angestimmt und die anderen mal mehr Gas gegeben. Dass die Dissidenti nun umziehen mussten, kann in Sachen Support vielleicht sogar positive Wirkung haben. Sie haben durchaus das Potenzial, bis dato unerreichte Ecken der Arena mitzureißen. Sie stimmten die Lieder der Südtribüne mit an und trugen den Support so in weit entfernte Blöcke. Auf dass es weiter so bleibt und auch wir Fans an dieser Leistung anknüpfen.

Personelles & Ausblick

Die Mannschaft hat vielleicht mit Ausnahme von Hoffer und Halloran (in der ersten Halbzeit) eine durchweg gute Partie gezeigt. Benschop agiert immer mal wieder unglücklich und merkwürdig ungelenk. Aber er kommt wiederholt gefährlich zum Abschluss. Wenn er jetzt noch etwas mehr den Blick für die Mitspieler hätte… Ach, Ihr wisst schon 🙂 Soares stand mit Bodzek hinten stabil. Doch Soares‘ brutales Foul gegen seinen Ingolständter Namenskollegen hätte er sich vielleicht sparen können – andererseits war es ein gefährlicher Angriff, den er eben nur so bremsen konnte. Dennoch: Manch einer hat da schon mal Rot gesehen. Levels war ein echtes Highlight im Spiel. Klar, auch ihm gelingen nicht die präzisen Flanken. Aber er entwickelte ordentlich Druck. Weber hat – und das ist kein Wunder – an Schnelligkeit verloren. Deswegen muss er bei Offensivaktionen höllisch aufpassen, hinten in keinen Konter zu laufen; denn in Laufduellen hat er zumeist keine Schnitte mehr. Doch sein Stellungsspiel und eine gute Antizipation helfen ihm stets aus. Golley tat dem Offensivspiel der Fortuna sichtlich gut. Man darf gespannt sein, ob er kommende Woche in Paderborn wieder randarf.

Kein Zweifel: Diese Partie war ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr aber auch nicht. Es wartet am nächsten Spieltag eine sehr schwierige Aufgabe auf uns (schöner Gruß an den Bloggerkollegen aus PB 🙂 ). Möge unser Team an dieser Aufgabe wachsen.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan