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Erst Last-Minute-Frust, dann Last-Minute-Lust

23 Dez

Während unsere Fortuna in Braunschweig in letzter Sekunde die Niederlage eingeschenkt bekommt, beschert sie sich selbst und uns allen vorweihnachtlichen Siegesjubel in letzter Sekunde gegen Union.

Was es bedeutet, Fortuna-Fan zu sein, durften wir in den letzten Tagen des Fußballjahres 2014 mal wieder leibhaftig erleben. Frust und Enttäuschung wechseln sich ab mit Freude und Stolz. Wir waren frustriert, dass unser Team in augenscheinlich leichtfertiger Manier einen soliden Tabellenplatz #2 einfach so hergab.

Wir waren enttäuscht darüber, dass unsere Mannschaft sich irgendwie gehen ließ und die vielen, vielen Patzer der Konkurrenz nicht dazu nutzte, sich auf einem Aufstiegsplatz festzusetzen. Ja, verdammt. Wir reden hier von Aufstieg. Denn die Mannschaft hat über weite Strecken der Hinrunde sehr ordentlichen Fußball geboten, der zumindest in der Zweiten Liga der absoluten Spitzengruppe zuzuordnen ist. Doch dann kamen eben erst holprige oder (positiver formuliert) „dreckige“ Siege und plötzlich setzte Punktverluste und gar Niederlagen nach 10 Spielen ohne Nullnummern.

Wir sind jedoch weiterhin froh darüber, dass unser Team oben mitspielt. Trotz der peinlichen Pleiten gegen Sandhausen und Aalen, und der durchaus vertretbaren Niederlage in Braunschweig bleiben wir auf zwei Punkte am direkten Aufstiegsplatz dran. Und wir können wirklich stolz sein auf eine Mannschaft, die in der letzten Partie gegen Union wirklich den Sieg erzwungen hat. Dabei war die Strategie nicht frei von Risiko.

Oliver Reck hat nach der 60. Minute voll auf Sieg eingewechselt. Er nahm Liendl raus, obwohl dieser zwei gute Torabschlüsse vollbracht hatte. Doch er wechselte mit Mathis Bolly den Matchwinner ein. Zwei Mal hat der junge nach sehenswertem Antritt fulminant mit links abgeschlossen. Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und absoluter Entschlossenheit. Zudem spielte er ein, zwei richtig gute, Spiel eröffnende Pässe in seiner kurzen Einsatzzeit. Sein zweiter linker Hammer war leicht verdeckt und zudem diesmal aufs kurze Eck gezielt. Der ansonsten großartig parierende Haas war chancenlos – als er die Kirsche sah, war es schon zu spät. Der Torjubel entschädigte dann fast schon für all das Gegurke, das unsere Forteng in den vergangenen Wochen gerne mal aufbot. Die Spielertraube gehört einfach zu den schönsten Dingen im Fußball.

Überhaupt muss man sagen, dass die Mannschaft einen erstaunlichen Siegeswillen offenbarte. Sie haben offenbar von dem Spiel in Braunschweig gelernt. Denn da merkte man in der Schlussviertelstunde, dass die Heimmannschaft voll auf den Dreier geht. Und da wurde unsere Abwehr dann doch überrannt. So ähnlich war es auch gegen Union. Denn als dieser nicht zu bändigende Wille plötzlich da war – und nein, er kam nicht erst auf, als Liendl draußen war; er war Teil dieses Zugs zum Tor – wurde Union immer dichter hinten reingedrängt und unser Team erspielte sich endlich auch mal Chancen.

Genau diese Durchschlagskraft und Kreativität hat in den letzten Wochen absolut gefehlt. Völlig ohne Ideen versuchte unsere Truppe immer wieder mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Hoffer ist für so was zu klein. Benschop braucht bei der Ballannahme gefühlt 5 Meter Radius – einzig Pohjanpalo (BESTER Mann gegen Union) kann solche Bälle gut verwerten. Was uns gegen Braunschweig überhaupt nicht gelingen sollte, war immerhin in der letzten halben Stunde der Partie gegen Köpenick City dann im Minutentakt zu sehen. Bolly spielte hierbei eine beeindruckende Rolle. Sein Antritt ist wirklich nicht zu verachten. Schon bei seiner Einwechslung in Bochum brachte er enormen Druck rein. Bleibt zu hoffen, dass er das mal konstant abruft.

PERSONELLES & AUSBLICK

Wagen wir mal einen Rundumschlag aus den beiden Spielen und nehmen unsere Jungs im Einzelnen unter die Lupe:

Unnerstall sah gegen Braunschweig bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Beim 0-1 steht er dermaßen breitbeinig vor dem Gegner, dass der Tunnel fast schon zwangsläufig passieren musste. Und beim 1-2 reagiert er gar nicht erst – schon klar, den mit dem Fuß zu parieren, wäre schon weltklasse, aber wir hatten schon mal einen 1,97m Goalie, der solche Dinger auch mal pariert hat. Gegen Union war er wenig gefordert. Aber als Fazit seiner Einsatzzeit würden wir dazu tendieren, zu sagen: Rensing sollte nach Genesung wieder rein. Wir sind on jedem Fall aber weit entfernt von einem Torwart-Problem.

Schauerte hat sich zu einer Konstante entwickelt und spielte auch gegen Braunschweig und Union so. Ihm fehlt aber nach wie vor der kongeniale Partner auf dem Flügel – einer, mit dem er sowohl nach vorne als auch nach hinten die Aufgaben verteilen kann. Und, der Junge braucht Konkurrenz. Sonst wird er sich nicht verbessern. Erat spielte nach seiner Einwechslung auf der Position. Vielleicht wäre es den Versuch wert, unsere #25 umzuschulen? Auf der offensiveren Flügelposition war er nämlich bislang diese Saison zu harmlos – nach hinten aber fleißig.

Soares hat nach seiner persönlichen Krise und der Rückkehr ins Team eigentlich nur noch überzeugt. Seine Partie gegen Braunschweig dürfte zu seinen stärksten gehört haben. Er gewinnt alle Kopfballduelle, steht meist goldrichtig. Nur das Aufbauspiel ist nicht seins. Aber da haben wir alle wohl insgesamt eine Sorgenfalte weniger. Mit ihm stabilisiert sich unsere Abwehr.

Tah wirkte auf der 6er-Position etwas verloren. Es leuchtet aber wohl jedem ein, dass das schlicht und ergreifend an der neuen Aufgabe lag. Seine Zweikampfwerte waren schon gegen Braunschweig sehr gut, obwohl er leider den einen entscheidenden vor dem 0-1 gegen Unsympath Nielsen verlor. Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit mit ihm.

Bodzek hat sich glücklicherweise schon gegen Braunschweig – aber auch gegen Union – wieder gefangen. Es war ja schon zum Haare raufen, was er sich gegen Fürth, Aalen und Sandhausen geleistet hatte. Er kriegte die Aufgabe als Linksverteidiger (zumindest die Defensivaufgaben) gut hin und spielte auch wieder ordentlich in der Innenverteidigung. Trotzdem scheint derzeit das Duo Soares-Tah etwas stärker zu sein. Schwierig für Reck – immerhin ist Bodze unser Captain.

Axel bekam sehr viel zu tun, weil unsere Gegner ganz offensichtlich diese Abwehrseite seit der Verletzung von Schmitz als Schwachstelle ausgemacht haben. In Braunschweig war Axel nicht dabei (nur kurz zum Ende der Partie), aber gegen Union spielte er solide. Sein Volldampf nach vorne kam aber selten auf. Vielleicht tut ihm die Pause jetzt ganz gut. In jedem Fall war sein Spirit wieder voll zu spüren.

Pinto hat wegen der 5. Gelben Karte gegen Union gefehlt. Gegen Braunschweig ließ er wieder manche Qualitäten missen – im Passspiel, bei der Pflicht, Ruhe in den Spielaufbau zu bringen. Da fehlt auch noch bei ihm die Konstanz. Als Typ halten wir ihn aber für eine absolute Bereicherung. Und er hat in vielen Partien (den vielen Spielen, bei denen wir Rückstanden hinterherlaufen mussten) für den richtigen Kampfgeist gesorgt. Das tut dem Team gut.

Avevor dürfte insgesamt zu den absoluten Gewinnern der Hinrunde gehören. Gegen Braunschweig war er der Einzige, der wirklich überzeugen konnte. Viele Bälle erobert, sehr gut behauptet und manchmal auch gute Pässe gespielt – da gibt es aber noch Luft nach oben. Seine Verletzung war daher sehr schade – so musste sein Buddy Tah ran; und der konnte ihn natürlich nicht ersetzen. Unsere #5 ist ein echt guter Ty

Liendl ist schon eine Nummer für sich. Kann man sich leisten, so jemanden mal auf die Bank zu setzen? Ihn nicht spielen zu lassen? Er ist einfach der Typ Spieler, dem 9 von 10 Aktionen misslingen, doch die 1 kann ein Tor oder ein Assist sein. Sprich: wenn man ihn nicht bringt, wird man die 1 Szene eben nicht zu sehen bekommen. Davon haben wir aber zuletzt zweifelsohne zu wenig gesehen. Und deshalb musste er trotz seiner guten Abschlüsse auf die Bank und Bolly hat ihm dann gezeigt, wie es eben gehen kann. Reck wird sich um Liendl kümmern müssen. Jeder weiß, was unser #10er kann – er muss es nur wieder abrufen können.

Gartner spielte gegen Union wieder viel besser. Unvergessen, wie er nach seinem großen Bock im Mittelfeld (fürchterlicher Fehlpass) wie von der Tarantel gestochen, hinter dem Berliner hinterherrante und mit ein wenig Mithilfe seiner Abwehrreihe die soeben verlorene Pille zurück eroberte. Anspielbar ist er auch – bewegt sich unheimlich viel. Das Auge für die „großen“ Pässe hat er – in der Umsetzung scheint es aber noch zu hapern. Nun denn – mit 21 Jahren ist man zwar im Fußball heutzutage schon nicht mehr „Jungspund“, aber es ist jawohl klar, dass so einer noch sehr viel Entwicklungspotenzial hat. Auf datt da noch watt kütt!

Halloran wacht so langsam aber sicher aus seinem post-WM-Dornröschen-Schlaf auf. Er war sicher kein Highlight gegen Braunschweig trotz seiner Bude. Und gegen Union war er nicht mehr als „sehr bemüht“. Aber er wirkt nicht mehr apathisch und etwas entschlossener in seinen Aktionen – auf dass er in der Winterpause zu alter Form findet. Und er muss verdammt nochen’s mehr nach hinge donn…

Golley war Teil des Offensivwahnsinns, den Reck zum Ende der Partie gegen Union noch aufbot. Hoffentlich HOFFENTLICH haben ihm diese Einsatzminuten gut getan. Er hat doch zum Ende der letzten Saison so viel Alarm gemacht. Wir wünschen uns sehr, dass er dieses Talent in sich wiederfindet und auf den Platz bringt. Seine Überraschungsaktionen und genialen Momente könnte unser Team noch vorne gut gebrauchen.

Benschop zeigte sich zuletzt eher von seiner harmloseren Seite. Umständlich in der Ballbehandlung und daher leicht zu verteidigen. Ihm sollte weder nach der Einwechslung in Braunschweig noch gegen Union Nennenswertes gelingen. Da er aber viel unterwegs ist, macht er die Abwehr müde und schafft Freiräume. Gegen Union war das mit ein Grund, warum die Berliner Abwehr zum Ende hin nicht mehr hinterher kam. Kurzum: Er braucht wieder mehr Tore.

Pohjanpalo war für uns „man of the match“ gegen Union Berlin. Er hat viele hohe Zuspiele verwaltet (= erobert und abgelegt), Spiel eröffnende Pässe gespielt und auch mal drauf gehalten. Gegen Braunschweig konnte er nicht glänzen – machte aber deutlich, dass er da vorne gefährlicher ist als Hoffer. Somit ist das Stürmerduo Benschop-Pohjanpalo in vielerlei Hinsicht das Stärkste, was wir derzeit aufbieten können.

Wir sind gespannt, was es ausmachen wird, wenn Lukas Schmitz wieder fit ist. Ebenso die Frage nach der Rückkehr der Langzeitverletzten Fink und Schmidtgal. Letzterer wird es enorm schwer haben. Nicht nur seine Verletzunganfälligkeit, sondern auch die starken Leistungen von Schmitz und Axel jeweils alleine auf links oder aber als „LuXel“-Duo auf links sprechen nicht unbedingt für ihn – so sehr es einem um ihn leid tut…

So, jetzt läuten aber schon die Weihnachtsglocken. Das FUPPES95-Duo INGO&ADNAN wünscht Euch allen Rot-Weiße Weihnacht (sofern Ihr es feiert) und kündigt an, sich in der Winterpause mit einer generellen Bestandsaufnahme und Wünschen für die verbleibende Rückrunde zu melden. Da haben wir alle ja bekanntermaßen dezidierte Meinungen und Vorstellungen 🙂

In diesem Sinne – Ho ho ho & 95OLÉ

Adnan & Ingo

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Es geht endlich los!!!

30 Jul

Unsere Jungs starten Freitag in die neue Saison. Vieles spricht dafür, dass der Schwung aus dem Saisonfinale 2013/14 in die neue Serie mitgenommen wird. So ist die Vorfreude riesig!

Wisst Ihr noch, wie das vor Beginn der letzten Saison war? Der vor Inkompetenz und Dämlichkeit kaum zu überbietende Bundesligaabstieg war noch nicht recht verdaut, da waren wir bereits wieder guter Dinge ob der nächsten Zweitliga-Saison. Die „Ära Meier“ war vorbei und mit Büskens kam ’ne eschte Düsseldofer Jong. Der Kader sah auf dem Papier richtig gut aus und so dachten und hofften wir, dass unsere Fortönn gleich wieder oben angreifen würde…

Doch es folgte die fürchterliche Fortsetzung eines absolut beschissenen Jahres für F95. Es ist wohl keine Übertreibung, zu behaupten, dass 2013 ein neuerlicher Tiefpunkt für die geschundene Fortuna-Seele bedeutete. Seelenlose Auftritte, Angsthasenfußball, peinliche Böcke von Routiniers, fehlender Mannschaftsgeist und eine bittere Trainerlethargie paarten sich mit zerstrittenen Fangruppierungen, Supportboykott und seltsamen Machtverschiebungen auf der Geschäftsebene der Fortuna. Unser Verein wirkte ein wenig wie ein gigantischer, einfach nicht verschwinden wollender Eiterpickel. Zwischenzeitlich kam sogar Abstiegsangst auf. Während einige glaubten, es liege am zu schwachen Kader, argumentierten andere, dass es das Fehlen eines Spielkonzeptes ist. Die augenscheinliche Vorgabe „Einfach nur nicht verlieren!“ hemmte viele Spieler, schien es auch uns FUPPES95ern.

Jeden Spieltag überkam einem ein höchst ungutes Gefühl. Man wusste, es würde weh tun. Nicht wenige wünschten sich nur noch, dass diese Grottensaison einfach vorübergeht. Routiniers und Neuverpflichtungen gleichermaßen sahen nur bedröppelt durch die Gegend, da sie nicht so recht wussten, warum und wie und überhaupt. Lest mal einfach unsere immer frustrierter klingenden Spielberichte in unserem Archiv und Ihr werden wieder leiden…

Unsere Klagelaute wurden erhöhrt – es gab die späte Wende

Doch dann kam recht unverhofft ein Saisonfinale, das wahrlich seinesgleich sucht. Bedingt durch die Erkrankung von Lorenz Günter Köstner trat Olli Reck wieder an die Seitenlinie. Und als wäre der oben beschriebene, schmerzhafte Eiterpickel dann doch mal geplatzt, gelang unserer Mannschaft ein echter Befreiungsschlag: Fulminante Siege, super engagierte Mannschaftsleistungen, Spaßfußball von unseren feinen Technikern Gartner, Liendl, Halloran. Ja, Halloran hat die letzten fünf, sechs Spiele einfach mal jedes Spiel getroffen – und zack, er wurde in die Socceroo-Elf für die WM berufen. Ach ja, und der Bolly… Nach seiner Roten Karte und jede Menge Verletzungen kam er unter Reck wieder zu einem Einsatz und erzielte ein gigantisches Tor nach Maradonaeskem Solo. Tja, und auch er fuhr mit der Elfenbeinküste zur WM.

Michael Liendl erwies sich als absoluter Königstransfer von Sportdirektor Schulte. Sollte unser neuer #10er in der neuen Saison auch nur annähernd so spielen wie die letzten Spieltage, wird er ohne jeden Zweifel die darauffolgende Saison Bundesliga spielen – ob nun mit Fortuna oder anderswo, sehen wir dann 🙂

Schwung mitnehmen, nach vorne blicken

Die Vorbereitung gibt den Eindruck, dass Fortuna 2014 ein sehr gut funktionierendes Mannschaftsgefüge aufweist. Denn es sind nicht nur sehr gute Ergebnisse in den Testspielen, die zuversichtlich stimmen, sondern auch so ziemlich alles, was man aus dem Umfeld der Mannschaft hört und in Videos und Fotos sieht. Wichtig ist etwa der Mut der Mannschaft, in Adam Bodzek einen neuen Kapitän zu ernennen. Lumpi bleibt ebenso im Mannschaftsrat wie Monsieur Fink, der nach seinem Kreuzbandriss wieder vorsichtig in den Trainingsbetrieb eingestiegen ist.

Wichtig ist diese Entscheidung deshalb, weil man sich von Ketten des Kultgedanken und der Tradition gelöst hat. Spielerisch kommt Lumpi seit dem erfrischenden, technisch deutlich erstarkten Fußball unter Reck einfach nicht mit und wird – wenn man den Pressemeldungen, die sonst immer stark pro Lumpi sind, glauben darf – häufig auf der Bank oder sogar auf der Tribüne Platz nehmen. Da kann er auch nicht Spielführer sein…

Mit Pinto ist zudem Schulte ein Transfer gelungen, der wahrscheinlich genau die klaffende Lücke schließen wird, die unsere Lieblingsbestie, Sascha Rösler, hinterlassen hatte. Pinto als „aggressive leader“ zusammen mit dem technisch höchst versierten Christian Gartner im zentral-defensiven Mittelfeld kann man sich bestens vorstellen.

Im offensiven Mittelfeld wird Liendl passend zu seiner neuen Rückennummer auf der #10 spielen, während Halloran, Erat, Schmitz, Bolly und Bellinghausen wohl um die Position auf den Außen kämpfen werden. Schmitz macht derzeit so einen guten Eindruck hinten links, dass er vielleicht auch die Linksverteidigerposition einnimmt, sodass Halloran erste Wahl und Bellinghausen dessen Ersatz sein dürfte. Zwischen Erat und Bolly hat wohl letzterer derzeit bessere Chancen.Ganz vorne ist unser „Jimmy“ gerade nicht zu stoppen. Er und Liendl verstanden sich ja auch schon zum Saisonfinale der vergangenen Saison bestens auf dem Platz. Unsere österreichische Mittel-Achse (Gartner > Liendl > Hoffer) beeindruckte uns ja bereits. Auch abseits des Platzes scheinen sich die Drei sehr gut zu verstehen – man munkelt, das sei keine schlechte Voraussetzung für guten Fußball auf dem Platz.

Charlie Benschop muss wohl erst noch mal beweisen, dass auch er ein Knipser sein kann. Zusammen mit Neuzugang Pohjanpalo und Youngster Bebou werden sie Freund „Jimmy“ aber gehörig unter Druck setzen.

Bleiben die Abwehrreihe und die Frage nach der Nummer #1. Fangen wir mit der #1 an. Michael Rensing scheint derzeit der Gewinner des Duells mit unserem neuen Keeper, Lars Unnerstall, zu sein. Es ist aber sehr gut zu wissen, dass Unnerstall ebenfalls einen guten Eindruck macht und Rensing sich jedes Spiel aufs Neue wird beweisen müssen. Wir haben eigentlich keine Sorgen, dass er ein guter Rückhalt sein wird und zudem in der Lage ist, die Abwehr zu dirigieren.

Tja, und die Viererkette? Gesetzt sind wohl Bodzek (IV) und Schauerte (RV). Als zweiter Innenverteidiger kommen Soares und Bomheuer wohl noch vor Neuzugang Avevor in Anbetracht. Hier müssen wir hoffen, dass durch Latka und Malezas nicht zu viel Qualität verloren gegangen ist – auch wenn beide im Saisonfinale keine Rolle mehr spielten. Und auf der linken Abwehrseite wird das Duell zwischen Schmitz und Schmidtgal wohl noch bis kurz vor finaler Mannschaftssitzung intensiv weitergeführt.

Gerade unsere Außenverteidigerpositionen waren ein großes Manko – auch während des grandiosen Saisonfinals. Wir haben seit dem Weggang von van den Bergh keinen offensiv eingestellten Außenverteidiger mehr erleben dürfen. Beobachter der Testspiele halten aber genau aus dieser Sicht viel von Schauerte und Schmitz. Also, lassen wir uns überraschen.

Wir können wirklich nicht erwarten, dass es endlich losgeht. Und gleich mal gegen den Bundesligaabsteiger Braunschweig, der sicherlich ordentlich Anhang mitbringen wird. So wird unsere Bude sicher nicht nur sehr gut gefüllt (schon über 40.000 Tickets weg), sondern auch ordentlich laut. Für uns wirkt die Mannschaft samt Umfeld so, als nähme man allseits den Schwung aus den starken Abschlussspieltagen der vergangenen Spieltage mit. Zudem sind sehr viele „Altlasten“ abgelegt – personell und strukturell. Die Handbremse kann also gelöst werden.

Wir sind unendlich gespannt und sind uns sicher, dass Ihr es auch seid. Hier werdet Ihr auch wieder Woche für Woche unsere Sicht auf die Fortuna-Spiele verfolgen können. Schaut also regelmäßig rein und bringt Leben in diesen Blog 🙂

In diesem Sinne – 95OLÉ und bis Freitag.

Ingo & Adnan