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The Verkrampfung is back!

5 Okt

Die Fortuna verliert das zweite Spiel in Folge und läßt sich am Betzenberg drei Tore einschenken, ohne selbst auch nur einen Treffer zu produzieren und das, obwohl drei gelernte Stürmer von Beginn an den Roten Teufeln das Fürchten lehren sollten. Trainer? Ratlos! Spieler? Ratlos! Alle anderen irgendwie auch…

Wieder so ein Spiel, was keinen Spaß gemacht gemacht hat. Davon hatten wir in den vergangenen Jahren wahrlich genug. Nur mit viel Frust kann man im Moment als Fortune den Blick auf die Tabell der 2.Liga ertragen. Wir stehen punktgleich mit dem Vorletzen nach 10 Spieltagen auf dem Relegationsplatz – das hatten wir und alle Beteiligten sich wohl anders vorgestellt. Klar, die Fortuna steckt mitten im Umbruch und da gehören Rückschläge leider dazu. Das Problem hierbei ist aber, dass der besagte Umbruch bereits drei Jahre dauert und der Geduldsfaden langsam wirklich extrem dünn wird. Dies belegen auch ziemlich offensichtlich die Zuschauerzahlen in der Arena. Die Parallelen zu den vorherigen Spielzeiten sind da leider auch nicht wegzudiskutieren, obwohl das komplette Personal (bis auf wenige Ausnahmen) ausgetauscht wurde. Auch unter Mike Büskens ging es damals ähnlich los wie jetzt: ein neuer Trainer mit offensivem Konzept und zahlreiche neue Spieler kamen – Aufbruchstimmung in da House! Die Saison geht los; spielerisch überzeugt die Mannschaft, spielt erfrischenden Fußball, zwar nicht über 90 Minuten aber in jedem Spiel wird zu Saisonbeginn deutlich, was in der Truppe steckt. Was fehlt sind Konstanz und vor allem eins: Siege und die dazugehörigen Punkte! In der gleichen Situation stecken wir nun wieder: die letzten beiden Spiele ausgenommen, waren unsere Jungs in jedem Spiel mindestens ebenbürtig. Freiburg und Bochum, die beiden Spitzenreiter, wurden zu großen Teilen sogar an die Wand gespielt. Was aber komplett fehlt, ist der Ertrag in Form von Toren und Punkten. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport und wenn die entsprechenden Ergebnisse fehlen wird dies zu einem Problem. Für die hieraus resultierende Verkrampfung, war das Spiel in Kaiserslautern leider ein allzu bezeichnendes Beispiel:

Aufstellung und Taktik

Wieder wählte Coach Kramer die 4-2-3-1 Variante, allerdings sollte diesmal die personelle Brechstange die nötigen Punkte herbeiführen. Mit van Duinen, Ya Konan und Pohjanpalo standen direkt drei Mittelstürmer auf dem Platz, der Holländer in der Mitte und die anderen Zwei sollten (hierauf liegt die Betonung) über die Flügel Alarm machen. Demirbay begann auf der „10“ und die Doppelsechs wurde erstmals von Startelf-Rückkehrer Fink und Julian Koch besetzt. Somit rückte Mr.Schmitz wieder auf seine angestammte Position als LV und wie schon zuletzt komplettierten Haggui, Strohdiek und Schauerte die Viererkette. Rensing begann wie gewohnt im Tor. Bei den Gastgebern war Ex-Fortuna Gaus in der Startelf und irgendwie fürchteten sich alle davor, dass der dritte Ex-Fortune in Folge gegen seine alte Mannschaft treffen würde, wenigstens dies sollte uns aber erspart bleiben.

HZ1: Wiederholter Antrag auf Ecken-Verzicht

Minutiös werden wir dieses Spiel bestimmt nicht aufarbeiten, dafür gibt es einfach zu wenig Positives zu berichten! Wir legen mal damit los, wie wir uns zum wiederholten, wiederholten, wiederholten, wiederholten Male ein Gegentor nach einer eigenen Ecke einhandeln. Jetzt mal ganz ohne Ulk, es ist in den letzten zwei Jahren bestimmt schon das 10. Mal, dass wir die gleiche Spielszene beschreiben: wir haben einen Eckball, der Gegner blockt diesen ab, schaltet schnell um, unsere Hintermannschaft ist unsortiert und wird überlaufen und am Ende zappelt die Murmel in unserem Gehäuse! Wie kann das sein? Passiert dies 1-2 mal, gut, blöd gelaufen! Aber so? Die Fortuna ist seit Ewigkeiten komplett ungefährlich bei eigenen Eckbällen, an mehr als ein eigenes Tor nach einer Ecke können wir uns beim besten Willen nicht erinnern; dafür aber an zahlreiche Kontergegentore! Eckbälle, die ja eigentlich zu guten Chancen des eigenen Teams werden sollen, sind bei der Fortuna einfach nur kontaproduktiv und gefährlich – also, liebe Fortunen, bolzt beim nächsten Eckball das Spielgerät einfach direkt ins Seitenaus und lasst die Abwehrkette hinten in Formation bleiben! Der von uns vor einigen Monaten geforderte Antrag beim DFB auf Eckenverzicht, wäre auch immer noch eine Option…

Das Spiel selbst ist Chaos pur: beide Teams ackern und kämpfen, Spielfluss und geordneter Aufbau sind dafür absolute Mangelware. Unsere Jungs wollen zwar, rennen sich aber andauernd in der defensiven Ausrichtung der Gastgeber fest. Gute Einfälle und Zuspiele auf die drei Stürmer finden nicht statt. Hier liegt auch zumindest ein Teil des Hundes begraben, denn eigentlich war in den vorherigen Partien das Spiel über die Außenpositionen ein wichtiger Bestandteil der F95-Offensive, da hier aber nun „gelernte“ Mittelstürmer stehen und Linien-Flitzer wie Axel, Sararer und Bolly fehlen, funktioniert das Flügelspiel überhaupt nicht. Ernüchtert geht es in die Halbzeitpause.

 

HZ2: Schneid zu verkaufen!

Hatte sich Lautern in der ersten Hälfte noch so ziemlich darauf konzentriert defensiv gut zustehen, die Fortuna-Angriffe abzublocken und gelegentlich zu kontern, kam der Gastgeber mit forschem Offensivdrang aus der Kabine. Sofort brennt es lichterloh in Rensings Strafraum. So dauert es dann auch nur neun weitere Minuten, bis nach einem Freistoß irgendein pfälzer Verteidiger die Kirsche per Kopf zum 2:0 in unserem Tor versenkt. Wir haben zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Bock mehr auf das Spiel und glauben (leider, leider, leider) nicht daran, dass unsere Jungs das noch umbiegen können. Darin bestärken sie uns dann auch, denn die Offensiv-Bemühungen unserer Jungs bleiben leider genauso uninspiriert und erfolglos wie zuvor. Die Fortunen kämpfen zwar, aber die Gastgeber eben auch und die tun dies leider effektiver. Kaiserlautern hat dann noch ein paar Chancen den Sack komplett zuzumachen; nutzen tun sie dann erst die letzte Chance des Spiels in der Nachspielzeit und stellen den 3:0 Endstand her.

Fazit des Spiels

Verkrampfung macht sich breit. Dies begann bereits beim Heimspiel gegen Sandhausen, wo man unseren Jungs den Willen zu Siegen nicht absprechen konnte, die Mittel um diesen herbeizuführen aber gefehlt haben. In der Pfalz wurde dies nun fortgesetzt, kopf- und ideenlos wird angerannt, um den Sieg zu erzwingen. Leider haben unsere Kontrahenten aber auch immer Scouting-Abteilungen oder zumindest Fernsehgeräte, so dass sie sich gut auf die Fortuna in misslicher Lage vorbereiten können. Jedem ist klar, dass bei uns derzeit der Baum brennt. Nach dem Ausbleiben von Erfolgen, sei es durch Pech (bereits 12 Aluminium-Treffer) oder Unvermögen (dämliche Gegentore), ist jedem klar, dass sie Fortuna unter Druck steht. Aufgrund der offensiven Ausrichtung des Teams und der dazugehörigen Philosophie von Kramer, ist selbst dem debilsten Gegner bewußt, dass man sich gegen die Fortuna derzeit nur hinten reinstellen und mauern muss – denn Tore schießen wir eh zu wenige bis gar keine und hinten sind wir immer für mindestens einen dämlichen Lapsus zu haben. Die spielerische Leichtigkeit, die uns gegen Freiburg, Bochum und 1860 noch begeistert hat, ist komplett weg und alles ist bereits wieder genauso negativ verkopft wie im letzten Jahr. Ratlosigkeit wo man hinschaut.

Ausblick

Nun ist erstmal Länderspielpause und die Fortuna kann hoffentlich etwas durchatmen und sich neu sammeln, aber bringt das noch was? Wir hoffen schon, denn die Ansätze waren teilweise doch sehr gut anzusehen. Wichtig ist, dass die Verkrampfung gelöst wird, denn sie ist der Todfeind des Spiels. Die Querelen um Vorstands-Chef Kall und Aufsichtsrat sind bestimmt auch nicht hilfreich um wieder in die Spur zu finden, ebenso wenig wie mediale Panikmache (vielen Dank hier an die Herren „Journalisten“ von Bild, Express, RP und wie sie alle heißen!) oder Spieler-Bashing bei diversen sozialen Netzwerken. Hierzu noch ein kleiner Zusatz, da man, wenn es nicht läuft, immer wieder Stänkereien über die bösen Fußball-Söldner in den diversen Sozialen Netzwerken lesen kann: Leute, wacht doch bitte mal auf! Das ist PROFI-Fußball!!! Die Spieler verdienen damit ihren Lebensunterhalt, es ist ihr Beruf. Wenn man hier und da noch so Typen wie den Axel dabei hat, der Identifikation mit jeder Faser seines Seins vorlebt, dann kann man sich als Fußballromantiker glücklich schätzen, so jemanden in seinem Verein zu haben. Alles andere ist nostalgischer Irrsinn. Auch die „bösen Söldner“ wollen aus diversen Gründen gewinnen – denn verlieren ist auf so viel Ebenen total für den Allerwertesten!

Ein Trainer-Rausschmiss wäre aus unserer Sicht (noch) nicht die richtige Entscheidung. Bis zur Winterpause sollte das Trainer-Team noch Zeit bekommen das Ruder rumzureißen. Hoffen wir darauf, dass die Länderspielpause dazu genutzt werden kann die Verkrampfung zu lösen und das die Truppe wieder in die Spur findet. Wichtig ist es, dass die Fortuna zumindest aus den unteren Regionen der Tabelle herausfindet und sich in sicheren Gefilden der Tabelle wiederfindet, damit wieder Ruhe einkehren kann. Wenn das gelingt, dann können vielleicht in der nächsten Saison wieder andere Ansprüche formuliert werden.

Also, liebe Herren Profis und liebes Trainer-Team, krempelt die Ärmel hoch und gebt Vollgas, bevor der Druck auf dem Kessel nicht mehr zu regulieren ist!!

 

Hoffen wir das Beste gegen Bielefeld, denn viel mehr bleibt leider derzeit nicht übrig!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

 

P.S. …das mit Kall hat sich ja wohl dann schonmal erledigt! 😉

Punktlandung auf’m Betze

28 Okt

Unsere Jungs nehmen nach einem intensiven Spiel gegen druckvolle Belzebuben einen wichtigen Auswärtspunkt mit. 

Ungefähr 17.18h oder 17.19h wird es gewesen sein, als Schiri Stark das Spiel abfiff. Und noch hatten wir uns alle nicht davon erholt, dass unsere in Gelb auflaufende Forteng kurz vor Schluss noch einen Treffer hinnehmen musste. Ausgerechnet Ex-Fortune Marcel Gaus egalisierte in der Nachspielzeit unsere hoooooch schmeichelhafte Führung. Aber egal, wie schmeichelhaft eine Führung auch sein mag, sollte man sie natürlich nicht wieder hergeben. Doch, hey, wir haben bei einer Mannschaft gepunktet, die ihre Gäste bis dato in fünf Spielen fünf Mal „ohne alles“ nach Hause geschickt hatte.

Vor der Partie bangten wir um einige angeschlagene Spieler. Die umkämpfte Nummer zu Hause gegen Pauli ist auf die Knochen gegangen. Drum waren wir gespannt, welches Team denn nun Olli Reck würde aufbieten können – Wechsel gab es aber nicht nur verletzungs- oder leistungsbedingt. Lars Unnerstall bekam gemäß Recks Aussage zu Beginn der Saison, er habe keine wirkliche Nummer 1, den Vorzug vor Rensing. Was die ätzende B!LD-Zeitung (nein, wird nicht verlinkt!) zum Eklat aufbauschen wollte, war so abgesprochen und lief ganz fair und sportlich-professionell ab.

AUFSTELLUNG & TAKTISCHE AUSRICHTUNG

Also, Unnerstall für Rensing. Ein gewagtes Unterfangen – schließlich wirkt sich das auch auf die Organisation in der Abwehr aus und besonders auf die Abwehrspieler. Aber: Dieses Risiko wollte Reck eingehen. Die Abwehrreihe blieb mit Schmitz, Soares, Bodzek und Schauerte ebenso unverändert wie das defensive Mittelfeld mit Pinto und Avevor. Da Charlie Benschop angeschlagen war, probierte Reck es mal wieder mit Liendl auf der #10 und schickte Erat auf die rechte Seite. Vorne gab Reck Jimmy wieder eine Chance – immerhin hatte er bei der letzten Partie gegen die „Toifel“ ja noch getroffen. Links peste wieder Axel, der seine angeschlagenen Knochen nach dem Pauli-Spiel zum Glück wieder fit kriegte. Mit nur einer echten Spitze stellte sich die Formation also als 4-2-3-1 dar. Es war klar, dass man gegen die heimstarken Lauterer erst mal dicht machen würde – so sah das Ganze auch eher nach einem tief gestaffelten 4-5-1 aus.

1. HZ: Hühnerhaufen und Dusel deluxe!

Kaum war angepfiffen, ging’s direkt rund. Freund Soares unterläuft/unterschätzt einen hohen Ball, sodass Marcel Gaus plötzlich allein vor Lars Unnerstall steht. Dieser macht sich aber so unendlich groß, dass Marcel Gaus gar ein wenig Angst bekommt und überhastet abschließen will. Kriegt er nicht hin und Unnerstall pariert grandios. Watt’n Beginn!! Man wusste nicht so recht, ob man sich jetzt über Soares ärgern, oder über Unnerstall freuen soll. Wir entschieden uns für Letzteres.

Doch diese Anfangsminute stärkte die Lauterer, während unsere Jungs total verunsichert wirkten. Nach vorne sollte nicht ein vernünftiger Pass gelingen. In den Zweikämpfen waren wir jedes Mal entweder zu langsam oder zu zaghaft. Und so spielten die Betzenberger munter auf. Deren „Alpen-Maradona“ Stöger auf links sollte unsere Truppe echte Probleme bereiten. Immer anspielbar und immer mit gefährlicher Idee. Entweder bediente er seine Mannschaftskollegen im 16er oder hielt selber aus der Distanz drauf. Zu stoppen war er nicht – außer von Unnerstall. Der parierte später einen super ausgeführten, flachen Freistoß von Demirbay und stieß sich dabei – im wahrsten Sinne des Wortes – um ein Haar den Kopp am Pfosten. Aber: nix passiert. Kein Gegentor, keine Beule.

Unsere Mannschaft stand super tief und ließ den technisch starken Lauterern viel zu viel Platz. Zum Glück hat der FCK keinen Knipser da vorne. Sie spielten gefährlich auf unser Tor, konnten aber unsere Unzulänglichkeiten hinten nicht ausnutzen. Naja, uns soll’s recht sein. Auffallend schwach waren… öhm… Alle außer Axel und Lars Unnerstall!

2. HZ: Erst Torjanpalo, dann der kollektive Sekundenschlaf

Wir hatten eigentlich mit einem Wechsel gerechnet. Aber wahrscheinlich waren zu viele zu schwach, als dass man da als Trainer hätte einen sinnvollen Wechsel tätigen können. Also hieß es an alle: Aufwachen, besser machen. Und eigentlich wurde es auch besser. Nicht unbedingt spielerisch, aber unsere Mannschaft ließ nicht mehr so viel zu. Das Rote-Teufel-Tempo war natürlich auch sehr hoch im ersten Durchgang, sodass da auch weniger Bissigkeit, Schnelligkeit und Frische zu sehen waren. Wir gewannen mehr Zweikämpfe und konnten den Lauterer Spielaufbau effektiver bremsen. Was unsere Jungs aber nach vorne spielten, war fürchterlich. Keinem wollte ein guter Pass gelingen.

Reck wechselte: Gartner für Pinto. Das sollte etwas mehr Ballsicherheit bringen, aber richtige Gefahr kriegten wir trotz mehr Ballbesitz nicht hin. Währenddessen verletzte sich nach Demirbay (Ende der 1. HZ) auch Ring beim FCK – sah böse aus; auch wenn uns ein geschwächter Mitkonkurrent zugute kommt: Beste Besserung! Die Partie blieb intensiv, aber ohne Höhepunkte. Tja, und dann kam er: Pohjanpalo aka Palimpalim aka Iceman aka Torjanpalo.

Sieben Minuten nach seiner Einwechslung fuhren die Lauterer einen schnellen Angriff; Überzahlsituation mit Tempo und einer wackeligen Fortuna-Hintermannschaft. Doch der spielführende Lauterer (keine Ahnung, wer es war) hätte links seinen mitgelaufenen Kollegen (auch keine Ahnung, wer es war) perfekt einsetzen können, spielte aber rechts rüber zu dem im Abseits düsenden „Toifel“ (guess what? keine Ahnung, wer es war) – da hammse eine echte Konterchance vergeigt. Und genau das ist die Vorgeschichte unseres Führungstores: Unnerstall jagt die Kirsche in des Gegners Hälfte, Liendl verlängert als Erster, Erat als Zweiter und plötzlich startet Pohjanpalo in den Sechszehner und schießt mit beeindruckender Entschlossenheit im Fall mit leichtem Vorsprung vor dem Verteidiger flach und präzise ins lange Eck: Ausrasten angesagt! Watt’n Typ!!!

Sollte dies der zweite d(RECK)ige Sieg in Folge werden? Leeeeider nein. Lautern gibt Gas und will es wissen. Und wir kriegen es nicht hin, das Ding zu sichern. In den Worten unseres Super-Buddies, Oliver, passierte das Gegentor wiefolgt: Unser Iceman traut sich nicht den Konter zu gehen und verliert den Ball unnötig an der Seitenlinie. Anschließend schafft es unser „Fußballgott“ Soares, den Ball per Querschläger ins Seitenaus statt nach vorne zu hauen. Und dann können sich Schauerte und Tugrul nicht einigen – obwohl das eher Tugruls Mann war – und greifen nicht rechtzeitig an. Das war eine geschlossene ‚Mannschaftsleistung‘. Wir fügen hinzu, dass auch Captain Bodzek mal wieder den entscheidenen Schritt zu spät kam und sich in diesen Reigen einfand.

Naaaaaja. Der Punkt geht schon in Ordnung, aber ärgerlich war es trotzdem.

PERSONELLES & AUSBLICK

Da die Truppe geschlossen keinen sonderlich guten Tag erwischte, nur einige positive Punkte: Unnerstall nutzte seine Chance. Super zu wissen, dass wir zwei richtig gute Keeper haben. Das tut dem Konkurrenzkampf gut und Reck zeigt, dass er solche Situationen auf gute Weise nutzen kann und beiden Keepern eine Chance gibt. Top! Pohjanpalo ist einfach beeindruckend. Das Tor war mit Leidenschaft erzielt – die Bude wollte er unbedingt. Axel ist endlich der verlässliche Leistungsträger, der selbst in einem Spiel, in dem alle schwächeln, seine Leistung bringt.

Und eines wurde besonders deutlich: Wie sehr BENSCHOP fehlt. Der Junge ist so viel unterwegs, dass er a) immer anspielbar ist und b) Räume öffnet, indem er Verteidiger auf sich zieht. Zudem gehört er zu den aktivsten Spielern im frühen Pressing. Bei unserer #35 ist es so ein wenig wie mit dem Bass in der Musik: den wahren Wert merkt man erst dann, wenn er fehlt. Darum ist es super zu lesen, dass sowohl er als auch Tah wieder mit der Mannschaft trainieren. Am Freitag gegen den in dieser Saison noch komplett ungeschlagenen Tabellenführer aus der Audi-Stadt werden wir aus dem Vollen schöpfen müssen.

Mit Reck als Trainer dürfte klar sein, dass die Fortuna in diesem Heimspiel auf Sieg setzen wird. Wir scheinen gut darin zu sein, Serien anderer Teams zu beenden. Dann machen wir doch einfach jetzt weiter damit und beißen uns oben weiter fest. Jemand was dagegen? Na also 🙂

In diesem Sinne – 95 OLÉ und bis Freitag.

Ingo & Adnan

Angenehmer Rollentausch am Betze

11 Dez

Unsere Jungs fahren am Betzenberg einen Auswärtssieg ein, der sich wahrlich gut anfühlt. Es war sicherlich viel Glück dabei. Doch das hat sich das Team durchaus erarbeitet. Oliver Reck feiert einen gelungen Einstand Dank Hoffers Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Endlich mal wieder ein Spiel, bei dem die Fortuna einfach mal Fortuna sein darf: So, wie sie es kann. Die Jungs waren die komplette Vorrunde mit der Favoritenrolle als Bundesligaabsteiger absolut überfordert. Die Vorgabe der Verantwortlichen, dominanten Fußball zu spielen, stellte die Jungs vor größte Probleme. Schließlich war es der selbe Kader, mit dem man zuvor auf Konter spielte. Jahrelang war es die Mannschaft unter Meier gewohnt, den Gegner das Spiel machen zu lassen und selber auf Gegenangriffe zu setzen. Bereits in der Aufstiegssaison, als wir die Rückrunde in der Zweiten Liga als Aufstiegsaspirant bestritten, taten wir uns unendlich schwer. Doch eben diese Außenseiter-Rolle durfte unsere Truppe nun in Lautern wieder aufnehmen; schließlich war der Hausherr klarer Favorit.

Aufstellung & Formation

Tja, und wen sollte (Interims?)Trainer Oliver Reck beim heißen Tanz auf dem Betzenberg nun aufs Feld schicken? Wir waren gespannt wie Flitzebögen! Nach seinem mystischen Bankdrückertum fand Stelios Malezas endlich wieder  den Weg in die Innenverteidigung neben Latka; Levels verteidigte auf Rechts und etwas überraschend spielte der wiedergenesene Bomheuer den linken Part der Viererkette. Wie gegen den KSC übernahmen Fink und Gartner das zentrale Mittelfeld. Ben Halloran bepflügte die linke Außenbahn und mit Tugrul Erat durfte im rechten Mittelfeld ein echter Jung-Fortune ran, der großen Anteil am derzeitigen Höhenflug der „Zwoten“ hat (stolze 12 Scorerpunkte – darunter vier Tore). Kurzum: ein hoch verdientes Debut. Hoffer und Benschop komplettierten die Startelf und es entstand ein 4-4-2 mit zwei echten, wenn auch flexibel und beweglichen Stürmern; taktisch war die Mannschaft trotzdem sehr defensiv eingestellt. Das war aber auch in Ordnung so, denn FCK Trainer Kosta Runjaic hatte  sein mit 2.Liga Top-Spielern (Idrissou, Occean, Löwe, Fortounis, Dick) gespiektem Team eher eine offensive Marschroute eingeimpft.

1. HZ: Catanacio Deluxe & „italienische“ Effizienz

Direkt ab Anpfiff machen sich die taktischen Ausrichtungen sofort bemerkbar: Lautern setzt komplett auf Angriff- und unsere neuformierte Abwehr sofort unter Druck. In den ersten 20 Minuten spielen eigentlich nur die „Roten Teufel“, die Fortuna steht tief in der eigenen Hälfte und attackiert den Gegner erst ab der Mittellinie. Aber man merkt zu Beginn, dass sich die Jungs erstmal finden müssen. In dieser Phase spielt sich der Gegner einige gute Chancen heraus, die aber allesamt leichtfertig oder glücklos vergeben werden. Giefer steht zudem absolut sicher. Danach werden unsere Jungs auf einmal sicherer und ziehen einen klassischen Catanacio auf, während Lautern anfängt, an dem angerührten Fortuna-Beton zu verzweifeln. Der handlungsschnelle und passsichere Gartner und „Grätschmeister“ Fink machen die Mitte dicht und beginnen nun auch, das Konterspiel anzukurbeln. Benschop rackert wieder für Zwei und selbst Hoffer merkt man an seiner alten Wirkungsstätte an, dass er besser im Spiel ist als bei seinen bisherigen Auftritten für die Fortuna. Die Angriffe der Lauterer werden zusehends ratloser, denn es wird immer öfter das hohe Anspiel in die Spitze probiert, aber Fabian Giefer, der an diesem Tag eine exzellente Strafraumbeherrschung zeigt, fängt die Pfälzer Bemühungen ab.

In der 31. Minute wird dann der erste gefährliche Angriff von der Fortuna direkt in Zählbares umgemünzt. Bei den Gastgebern versagt die Abseitsfalle kläglich und Benschop schickt seinen österreichischen Sturmpartner mit einem Traumpass in die Gasse Richtung Tor: „Jimmy“ macht das dann richtig klasse: gute Ballannahme, schneller Antritt, Torwart Sippel beim Rauslaufen schön ausgeguckt und mit einem satten und flachen Linksschuss markiert er dann sein erstes Liga-Tor für F95! Der Treffer tut unseren Jungs merklich gut und spielt uns taktisch bestens in die Karten. Mittlerweile sitzt die Abwehr sattelfest und wir haben gezeigt, dass wir vorne watt hinkriegen. Die Fehlerrate ist überraschend gering und Lauf- und Kampfbereitschaft stimmen auch. Die Fortuna zieht nun die Betonwand sogar noch ein Stück höher,  Benschop ist so oft beim Aushelfen am eigenen Strafraum zu finden – fast so, als wäre er etatmäßiges Mitglied der Viererkette. Wir müssen jedoch festhalten, dass unsere Defensive enorm viel zulässt; aber die Belzebuben waren einfach nicht konsequent. Also: Führung zur Pause!

2. HZ: Lauterer Verzweiflung und ein bißchen Glück 

Oliver Reck war schon während der ersten Halbzeit ein echter Aktivposten in der Coachingzone; Anfeuern, Dirigieren und Verbessern, alles dabei; lautstark und dynamisch coacht er die Jungs von der Seitenlinie. In einer exemplarischen Szene gestikuliert er zu seinen Spielern, sie sollen mit breiter Brust auf dem Platz agieren. Ein wichtiges Signal und es scheint zu fruchten: Denn unsere Jungs sind genau so entschlossen wie in der ersten Halbzeit und strahlen insgesamt wesentlich mehr Sicherheit aus. Lautern versucht zwar sofort wieder das Heft in die Hand zu nehmen, findet aber weiterhin kein Mittel, unseren Kasten wirklich zu gefährden. Als dann in der 68. Minute (für uns zunächst etwas überraschend) Paurevic für Benschop eingewechselt wird, findet der Gegner in unserer Hälfte noch weniger Raum. Und wir verstehen es, immer besser, Konter zu setzen. Erat und Hoffer verpassen es leider, den Sack frühzeitig zu zumachen. Sippel pariert zwei Mal stark. FCK-Trainer Runjaic leitet mit den Einwechslungen von den Offensivakteuren Zoller und Ex-Fortune Marcel Gaus die Schlussoffensive ein und wird dafür sogar fast noch belohnt. In der 86. Minute erzielt Zoller nach einem Zuspiel von Olivier „Billy“ Occean den eigentlich regulären Ausgleichstreffer… aber auch wir haben mal Glück: Das gute (weil ansonsten sehr unscheinbare) Schiedsichtergespann entscheidet auf Abseits! Puh – Schwein gehabt! In der Nachspielzeit zelebriert dann der überragende Giefer noch eine kleine Flugeinlage – als Zoller knapp am Tor vorbei semmelt, dann: Abpfiff, Erleichterung, Jubel!

Personelles & Ausblick

Klar, Lautern hat eine Chancenverwertung an den Tag gelegt, die fast schon peinlich anmutete. Jedoch hat Giefer einen enorm starken Auftritt hingelegt. Die Wechselgeschichte zu Schalke wurde wieder ausgebuddelt – fast exakt ein Jahr nach den ersten Spekulation. Doch diesmal war er unbeirrt und strahlte beeindruckende Präsenz aus. Er hat einen großen Anteil am „zu null“. Dahingegen ist Latka noch weit von Normalform entfernt. Er foult viel häufiger als sonst und ist auch nicht mehr so eine Bank im Zweikampf. Hoffen wir, dass er sich mit Malezas, der im Vergleich sicherer war, schnell wieder einspielt. Levels war auf Rechts unauffällig, Bomheuer hingegen machte in vielen Szenen klar, dass er kein Außenverteidiger ist. Er wurde häufig ausgespielt, da er auf den Punkt den Zweikampf suchte, statt den Gegner im Lauf zu „stellen“. Garnter dürfte sich seinen Stammplatz nun sicher erarbeitet haben. Fink war „okay“. Kurz vor Schluss leistete er sich aber erneut einen fatalen Ballverlust, den der 1. FCK an anderen Tagen gerne zum last-minute-Ausgleich genutzt hätte. Erat hat ein riesiges Debut gespielt. Er harmonierte gut mit Levels und konnte gefährliche Offensivakzente setzen. Halloran war da etwas blasser. Das mag aber eben auch an seinem Partner auf link gelegen haben. Bomheuer tat eben nichts für die Offensive. Benschop ist wirklich ein unermüdliches Arbeitstier, der nach 60-70 Minuten völlig ausgepumpt ist. Sein Assist auf Hoffer war spitze – und Jimmy hätte es eigentlich verdient gehabt, vor Jubel zu explodieren. Aus Respekt vor seinem ehemaligen Arbeitgeber tat er es jedoch nicht.

Kommenden Samstag geht es zur krisengebeutelten Kotzbusser Energie. Auch wenn wir auf dem Papier dann nicht mehr Außenseiter sind, sollten wir die Hausherren ebenso wie in Lautern einfach kommen lassen. Schließlich sind die mächtig unter Zugzwang. Mit dem Aufwind aus Kaiserslautern könnten wir auch dort dann wieder gezielt zustechen. Fink hat seine Fünfte Gelbe bekommen. Somit dürfte Lumpi wieder ins Team rücken. Gianniotas dürfte auch wieder fit sein. Vielleicht darf auch er sich Chancen ausrechnen – für Halloran? Hinten links war Christian Weber wesentlich stärker als Bomheuer. Mal sehen, was sich Olli Reck da einfallen lässt.

Wir können nur hoffen, dass unsere Jungs den Geist vom Betze positiv aufgreifen und sich weiterhin stärken, um am 22. Dezember… Ja, Ihr wisst schon 😉 Aber jetzt erst mal den Blick nach Cottbus richten, richtig? Richtig! In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo