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Ein Sieg ist ein Sieg ist ein Sieg!

19 Okt
Unseren Jungs gelingt endlich wieder ein Heimsieg. Keine Gala, nein. Aber vom Spirit her 100%ig bei der Sache überzeugt unser Team gegen harmlose und limitierte Bielefelder.
Der Krampf hatte uns längst eingeholt. Wieder mussten wir während einer Länderspielpause hoffen, dass sich etwas tut bei der Forteng und endlich Wege gefunden werden, Lockerheit, Zuversicht und Teamgeist in diese Mannschaft zu impfen. Doch dann ist da dieser Lärm im Vorstand des Vereins. Kaum einer blickt da noch durch und wir erleben den klassischen Fall, dass ein unruhiges Umfeld in der Vereinsführung sich negativ auf die Saison auswirkt. Die Stimmung unter den Fans ist angespannt, und auf dem Platz will der Knoten einfach nicht platzen. Schon wieder so unendlich viele Dinge, um die man sich Gedanken machen muss, statt sich einfach nur auf 34 Saisonspiele zu freuen. Nun denn – das ist Fortuna; auch 2015. Da müssen wir jetzt durch. Ein Blick auf die Aufstellung machte deutlich, dass Kramer sich ebenfalls ein paar Gedanken gemacht hatte…
Aufstellung und Taktik
Für die dringend nötigen Optimierungen zauberte Coach Kramer einige Änderungen in der Startaufstellung aus dem Hut. Bereits in der Viererkette gab es ersten Änderungen. Als RV begann Julian Koch und Schauerte wurde auf die linke Seite verschoben; die Innenverteidigung bildeten die Routiniers Haggui und Bodzek, der nun erst mal Strohdiek verdrängt zu habe scheint. Auf der Bank fand man keinen Lukas Schmitz – hier wird gerüchteweise gemunkelt, dass es zwischen Schmitz und Kramer gekracht hatte! Im Mittelfeld wurden unsere Fortunen auch ordentlich durcheinandergewürfelt; zentral standen Sobottka und Dermirbay und auf den Außenpositionen kehrten die beiden Tempomacher Bolly und Sararer zurück. Durch die Aufstellung der beiden Stürmer Pohjanpalo und Ya Konan ergab sich somit eine 4-4-2 Formation – ohne 10er, mit zwei Stürmern. Und wir erlauben uns zu schreiben, dass wir genau diese Formation zuletzt gefordert hatten 🙂 Unser Ex-Trainer Norbert Meier – mit Applaus begrüßt – und seine Aufsteigertruppe aus Bielefeld bot keine allzu bekannten Namen auf. Außer dieser Riese Klos vorne, der schon die ein oder andere Bude gemacht hatte. Auf dem Papier also mal wieder eine eindeutige Sache.
 
HZ1: Der Selbsttunnel
Der Spielstart ist dann wirklich keine große Überraschung – Bielefeld zieht sich weit zurück, überlässt der Fortuna mehr oder weniger das Spielfeld und hofft darauf, dass unsere Jungs wie in den Spielen zuvor gegen „Maurer“ verzweifeln und die Gäste somit selbst durch Konter zum Erfolg kommen können. Die Fortönn macht aber zunächst erstmal selbst einen gemächlichen Eindruck und rennt nicht wie in den letzten Spielen krampfhaft nach vorne, um sofort den Sieg erzwingen zu wollen. Daraus ergeben sich erstmal 20 Minuten Mittelfeldgekicke ohne nennenswerte Chancen. Zumindest ist aber zusehen, dass sich die Jungs ins Zeug legen und konzentriert sind. Beide Teams werden nach und nach wacher. Innerhalb von zwei Minuten bollert erst Linksfuß Demirbay zum ersten Mal nennenswert auf den Kasten von Gästekeeper Hesl und im direkten Gegenzug muss auch Rensing zum ersten Mal in diesem Spiel einen Kopfball aus kurzer Distanz parieren.
Wenig später gibt es dann endlich Dank Ballkünstler-Sercan Grund zum Jubeln! Zusammen mit Julian Schauerte setzt sich der Deutsch-Türke auf der linken Seite durch und zwei Bielefelder beteiligen sich freundlicherweise  (aber wohl unfreiwillig) am Kombinationsspiel, da ihre Klärungsversuche wie perfekte Zuspiele auf die beiden Fortunen wirken. Am Ende dieser etwas kuriosen Kombination tankt sich Sararer bis zur Grundlinie durch und läßt ein flaches Zuspiel in die Mitte folgen; der Winkel ist für einen gefährlichen Pass in den Rücken der Abwehr eigentlich schon viel zu spitz aber wir können uns über die freundliche Beihilfe des gegnerischen Keepers bedanken, da sich Hesl nach der Hereingabe Sararers mit der eigenen Hacke irgendwie selbst tunnelt und die Kirsche im Tor versenkt. So was nennt man: Tor erzwingen. Bravo, Sercan!
Ein paar Minuten später „feiern“ wir den obligatorischen Alu-Treffer des Spiels, als Schauerte deftig aus der 2.Reihe drauf pöhlt. Leider schmettert das Pfund gegen die Latte – schade! Die Gäste probieren es nun hin und wieder auch mal mit einem Torabschluss aber Rensing ist auf dem Posten und auch die Feldspieler schmeißen sich im Kollektiv zum Blocken bereitwillig in die abgegebenen Schüsse der Gäste. So passiert dann bis zum Pausenpfiff nicht mehr besonders viel Erwähnenswertes, da auch die Offensivbemühungen (besonders durch Unruheherd Sararer) der Fortuna nicht Zählbares mehr hervorbringen.
HZ2: Als Team die Führung verteidigt
Die Teams kommen unverändert aus der Kabine; zumindest was des Personal betrifft, denn in puncto taktischer Marschroute kann man schon die ein oder andere Änderung wahrnehmen. Bielefeld versucht nun selbst, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen, während die Fortuna auf Konterspiel setzt. Bis aber mal gefährliche Konterattacken durch Demirbay und unseren Didi zu Ende gespielt werden, dauert es bis zur 70. Minute. Dass diese dann nicht von Erfolg gekrönt sind, liegt am guten Gästekeeper Hesl. Auf der anderen Seite verteidigt die Fortuna als Team und macht es diesmal richtig gut. Zwar kommen die Bielefelder ein paar Mal zum Torabschluss, aber spätestens bei Rensing ist Schluss – der Mann ist wirklich konstant eine Bank. Die beste Chance der zweiten Hälfte sollte dann unser „Iceman“-„Palimpalim“ Pohjanpalo beisteuern, der in der 86. Minute nach einem dynamischen Lauf aufs Gästetor zimmert, aber Torhüter Hesl nicht überwinden kann.
Da eine Ein-Tore-Führung immer eine gewisse Unruhe in der Schlussphase mit sich bringt, sind wir heilfroh darüber, dass die Fortuna sich diesmal eben NICHT den Schneid am Ende abkaufen lässt, sondern genau das zeigt, was wir sehen wollen – leidenschaftlichen Kampf! Die Jungs unterstützen sich gegenseitig und bügeln etwaige Fehler des Mitspielers bereitwillig aus! Coach Kramer entschließt sich in der Schlussphase dann dazu die Kampfkraft des Teams zu erhöhen und den Fortuna-Beton zu kräftigen und bringt mit Akpoguma und Strohdiek weitere Absicherungen. Auch Fink soll das defensive Mittelfeld stärken und macht es diesmal wieder richtig klasse. Wie wichtig dieser dreckige Sieg für den Teamspirit und die Ruhe in der Mannschaft und im Verein ist, kann man jedem einzelnen Spieler am Gesicht ablesen. Dass dies aber nur EIN Schritt in die richtige Richtung ist, scheint diesmal jedem klar zu sein, da Aussagen über Siegesserien etc. nicht getätigt wurden!
Szene des Spiels
Diesmal hat Ballkünstler-Sercan die Szene des Spiels geliefert. In der ersten Hälfte – es war nach seinem Tor – bekam er ein weites Zuspiel aus dem rechten Flügel. Der Ball kam hoch und war lange unterwegs. Während die Kugel auf dem Weg zu ihm war und er sich auf die Annahme vorbereite, winkte er in derbst cooler Manier Schauerte aus der Außenverteidigung zu sich heran, damit dieser ihn direkt überlaufen kann. Nach gelungener Annahme rechnete so ziemlich JEDER (inkl. uns) mit einem Pass in den Lauf von Schauerte. Doch Sercan schob die Kirsche in die Mitte, wo sowohl Pohjanpalo als auch Ya Konan, wenn sie denn bloß aufmerksam gewesen wären, frei in Szene gesetzt worden wären. Dies ist so ein genialer Moment, der nur dann funktioniert, wenn das im Team jemand antizipiert. Wir können hoffen, dass das noch kommt. Aber es macht auf ein Neues deutlich: Sercan ist immer für ein geiles Ding gut.
Personelles & Fazit
In diesem Spiel konnten eigentlich alle überzeugen. Rensing auf der Linie bärenstark. Koch machte seine Sache als RV unauffällig. Dass über rechts nicht viel ging, hat aber natürlich auch mit ihm zu tun. Bodzek bot eine ordentliche Partie und hat teilweise gute lange Bälle auf Sararer gespielt. In dieser Form, dürfte er Strohdiek auf die Bank verweisen. Schauerte war zusammen mit Sercan Aktivposten auf Links. Sobottka gehörte zu den Gewinnern dieser Partie. Gutes Auge, unauffällig, aber beherzt ging er zur Sache. Der wird in seine Rolle reinwachsen. Demirbay defensiver aufzustellen, hat sich ausgezahlt. Er konnte wesentlich früher im Spielaufbau das Spiel an sich reißen. Sein Wechselspiel mit Sobottka funktionierte gut. Bolly war unauffällig, hat aber fleißig hinten ausgeholfen. Ihm hat nach vorne der Druck des RV gefehlt – sehen wir es Koch als RV-Debüttanten nach. Pohjanpalo und Ya Konan waren beide sehr viel unterwegs. Sie verteidigten sehr gut mit, ließen nach vorne bis auf wenige Szenen jedoch Torgefahr missen. ABER – auch sie beteiligten sich am kompakten Defensivspiel, was diesmal ein Erfolgsgarant war. Von den Einwechselspielern möchte wir Fink hervorheben. Er packte zwei Mal seine unnachahmliche Grätsche aus und leitete bei einer Szene auch eine gute Torchance ein, indem er einen Traumpass auf Pohjanpalo spielte, der jedoch von den Verteidigern gestellt wurde.
Es gab sehr viel Positives und nur wenig zu meckern. Das ist ein erheblicher Fortschritt. Ein Sieg ist und bleibt ein Sieg. Egal, ob es nun ein Eigentor war, Bielefeld harmlos spielte, oder was auch immer… Solche Spiele haben unsere Jungs auch schon verloren. Daher sagen wir: einfach nur stolz auf diesen Sieg und die Mannschaft sein. Und weil es so schön ist, dann bitte Freitag Abend gegen den letzten Rotz von einem Reagenzglasclub aus Leipzig auswärts punkten.
In diesem Sinne – 95 Olé,
Ingo & Adnan

Mit drei Punkten zum Zoch!

7 Mrz

Unsere Jungs schlagen in recht „biederer“ Manier hochgradig blasse Westfalen und setzen sich von der Gefahrenzone der Tabelle etwas ab. Benschop und Hoffer treffen wieder im Doppelpack und hinten steht die Null. Na, immerhin.

Nee, nee, nee… Das Spiel in Bochum hatte uns alle doch arg genervt. Der uninspirierte „Auf-Nummer-sicher-Fußball“ hatte für einigen Unmut in den Fanforen und Facebook-Seiten gesorgt. Gleichzeitig raubte das Spiel wohl noch dem letzten Enthusiasten die Hoffnung, dass unsere Forteng diese Saison noch irgendwie oben mitspielen könnte. Das dürfte also die Erwartungen etwas senken. Doch eines war vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld klar: Gegner wie Bochum, Bielefeld und nun auch Dresden müssen besiegt werden, um sich ein ausreichendes Polster auf die Gefahrenzone zu sichern. Es würde also die Frage aufkommen, ob unser Chefcoach denn wenigstens gegen diese Gegner etwas offensiver spielen würde.

Aufstellung und taktische Ausrichtung

Altmeister Köstner entschied sich nach dem Schnarch-Kick gegen Bochum für eine offensivere Aufstellung für das Heimspiel gegen die Arminia. Anstelle des bisher gespielten 4-2-3-1 stellte unser neuer Trainer auf 4-4-2 mit Raute um. Für Latka (5.Gelbe) rückte Soares in die Innenverteidigung – Malezas? Nichtmal auf der Bank! Levels und Weber verteidigten außen; Fink gab diesmal den einzigen 6er, denn Lumpi  beackerte zusammen mit Erat die Außenbahnen. Liendl spielte hinter den beiden Spitzen Benschop und Hoffer, der es mal wieder in die Startaufstellung geschafft hatte – er sollte uns allen (und besonders seinem Trainer) zeigen, dass dies die absolut richtige Entscheidung war.

HZ1: The „Schnarch“ continues

Beim Einlauf in die Arena wird Neu-Gäste-Trainer Norbert Meier (völlig zu recht) herzlich von den Fortunen empfangen, aber ab Anstoß gibt es nichts mehr geschenkt. Irgendwie bekommen wir dann auch erstmal genau das geboten, was wir erwartet hatten. Unter Norbert Meier überzeugte F95 meist durch eine gute Defensive und spritzige Konter; in den ersten Spielen unter LGK war das gleiche Spielprinzip zu beobachten und da unser „Ex“ vorhat, ein Team im Abstiegsstrudel zu stabilisieren, wurde hier in guter Tradition auch erstmal auf „Hinten sichern“ gesetzt. Demnach waren die ersten 20 Minuten nicht gerade mit vielen Höhepunkten gespickt. Taktisch disziplinierter Defensivfussball auf beiden Seiten – nicht gerade ein Augenschmaus für den Spektakel-Liebhaber! Obwohl die erste halbwegs nennenswerte Chance von Christian Weber vorgetragen wird, nimmt danach doch eher Bielefeld das Heft in die Hand. Die Fortuna steht zwar noch recht sicher, aber es hagelt Standardsituationen für die Jungs von der Alm, die das Spiel immer besser in den Griff bekommen. Unsere Jungs bekommen kaum mal einen ordentlichen Angriff auf die Reihe, wieder mal zu viele Ungenauigkeiten und Fehler im Aufbauspiel. In der 34. Minute muss dann auch noch unser Kapitän mit Rippenprellung vom Platz, dafür schickt Köstner Ivan Paurevic auf’s Feld, dadurch übernimmt Lindl Lumpis Außenbahnrolle und „Paure“ rückt ins Zentrum. Nach sieben weiteren (eher unspektakulären)  Minuten gibt´s dann aus dem Nichts auf einmal Grund zum Jubeln! Der agile Hoffer steckt nach Fehler der „Biederfelder“ auf halblinks dem durchstartenden Benschop die Murmel zu –  perfekt in den Lauf – Charly nimmt den Ball an und zieht in einer Bewegung sofort ab – „Rubbeldibumms“ –  kein Strahl von einem Schuss, aber sehr platziert und schon rappelt’s  im Kasten der Arminia! Sehr schöne Vorarbeit von Jimmy und schon der 9. Saisontreffer von Benschop: so kanns weitergehen! Vor der Pause wird es aber noch mal kurz gefährlich, Gäste-Stürmer Klos knapp neben Giefers Gehäuse köpft. Doch die letzte Aktion gehört uns: Liendl zieht einen Freistoß aus spitzem Winkel scharf an den langen Pfosten, doch das Ding jagt vorbei. Jutes Jefühl – aber auch nur wegen der Führung. Sonst war es eine maue Halbzeit…

HZ2: Deckel drupp und ab zur Humba!

In der Halbzeitpause ging dann bei uns schon wieder die Sorge um: Führung zur Halbzeit = Angst vor der eigenen Courage für den Rest des Spiels! Aber diesmal sollte uns diese leidige Erfahrung (zur Freude aller Fortunen) erspart bleiben. Dem offensiven Unvermögen der Bielefelder sei es gedankt, dass diese im zweiten Durchgang wenig Gefährliches auf die Reihe bekommen sollten. Selbst Ecken und Freistöße bekamen sie nicht mehr. Immer wieder versucht die Elf von Norbert Meier Stürmer Klos mit langen Bällen in Szene zu setzen, da aber Soares und Bodzek beim Kopfballspiel ihre Stärken haben, sind die Angriffsversuche der Westfalen doch ziemlich harmlos. Besser noch, da das Defensivkonzept von Köstner aufgeht, verteidigt die komplette Mannschaft eng gestaffelt und diszipliniert, so dass die Bielefelder auf gute Distanz zu Giefer gehalten werden. Eigene Chancen spielen unsere Jungs zwar nicht wirklich heraus, trotzdem kontrollieren sie weitesgehend das Geschehen auf dem Rasen. In der 68. Minute wird es Norbert Meier dann entweder zu bunt oder zu langweilig. Auf jeden Fall bringt er mit Przybylko einen zweiten Stürmer, um an seiner alten Wirkungsstätte vielleicht doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Zu Chancen kommt der DSC aber trotzdem nicht.

Ganz im Gegenteil: In Minute 74 schnappt sich Hoffer auf der linken Seite einfach mal die Kugel und setzt zum Solo an. Mit nicht ganz so enger Ballführung zieht er im Tempodribbling nach innen und dabei an der überforderten Bielefelder Abwehrreihe vorbei. Am 16er angekommen, vollendet er seinen Lauf mit einem platzierten Flachschuss gegen die Laufrichtung des Keepers, der keine Chance zur Abwehr hat. Wieder ein Kullerball, aber platziert: 2-0. Nicht zu fassen: Die Fortuna macht mal den Deckel drupp! Die Gäste glauben wohl  wegen unserer Defensivstärke selbst nicht mehr an eine erfolgreiche Aufholjagd. So erleben wir eine recht enspannte Schlussphase ohne größere Höhepunkte und der Sieg wird in trockene Tücher gebracht. Tja… Und dann schallte auch endlich mal wieder „an Tagen wie diesen“ durch die Arena und eine ausgelassene Humba folgte: diesmal von Jimmy. Mit diesem Sieg hatten sich unsere Jungs dann auch ihre feucht-fröhliche Rosenmontagssause verdient!

Fazit & Ausblick

Und nochmal… Nee, nee, nee… Das war jetzt kein überzeugender Sieg. Fußball-Leckerli sehen anders aus. Letztlich haben zwei beherzte Aktionen unserer Stürmer gereicht, um Bielefeld zu besiegen. Aber nun gut – wir müssen das zu schätzen wissen. Denn immerhin hat unser Team nichts zugelassen. Und das, obwohl es gefühlt 15 gut getretene Standards in unseren Strafraum geregnet hat. Sicher, Bielefeld hat nix draus gemacht. Aber wir standen auch recht gut. Das Ziel, eine solide auflaufende Stammelf zu formieren – als Grundlage für ein selbstbewusst auftretendes Team – scheint in greifbarer Nähe. Nun hat sich Lumpi verletzt – wohlgemerkt, nach einem Faul am Gegner. Paurevic dürfte gute Chancen bekommen, ihn zu ersetzen. Beim Auswärtsspiel in Dresden wird LGK vermutlich nicht den offensiveren Halloran auf links aufstellen, während Liendl und Fink die Zentrale beackern und Hoffer und Benschop vorne stürmen. Aber man darf ja dennoch hoffen 🙂

Unter der Woche lasen wir von Trainingsverletzungen bei Weber und Bodzek. Richtig fies hat es Freund Balogun bei seinem Länderspieldebut für Nigeria getroffen: Diagnose „Mittelfußbruch“. Das gefährdet unter Umständen seinen Einsatz bei der WM. Hoffen wir für ihn das Beste. So könnte also in Dresden eine völlig neue Abwehrreihe auflaufen (von rechts nach links): Levels, Soares, Latka, Schmidtgal. Vielleicht werden die Herren Bodzek und Weber aber noch rechtzeitig fit – denn gerade bei Bodzek muss man sagen, dass der Gute sich wieder zu der Bank entwickelt, die er lange Zeit gewesen ist. Auch Fink war gegen Bielefeld mal wieder auf besserem Wege.

Schauen wir nun mal, was die Jungs am Sonntag bei Dünamö so zaubern – sicherlich eines der unangenehmeren Auswärtsspiele, denn die Dynamo-Fans sind zu Hause verdammt stimmgewaltig. Da heißt: Charakter zeigen, um die Kellerkinder der Tabelle weiter auf Distanz halten.

In diesem Sinne – 95Olé

Ingo & Adnan

Ein kleines Debakel in Bielefeld!

31 Aug

Nach einer Anfangsphase mit herausgestreckter Brust und drückender Überlegenheit verlassen 11 Fortunen mit hängenden Köpfen den Platz. 2-4 heißt das bittere Ergebnis gegen Arminia Bielefeld.

Es gibt Niederlagen, die nimmt man hin, weil der Gegner einfach besser war. Es gibt Niederlagen, über die ärgert man sich, weil (Achtung Phrasenschwein!) „mehr drin gewesen ist“. Tja, und es gibt Niederlagen, die einem weh tun – und zwar, weil die Mannschaft einen einfach ratlos werden lässt. Bei einem Spiel wie dem Gestrigen macht uns ein Liganeuling vor, wie man zielstrebig Tore schießt – und zwar vier Stück. Ein Gegner, der anfangs überfordert zu sein scheint und zu Fehlern gezwungen wird, feiert so am Ende einen grandiosen Abend…

Aber mal der Reihe nach: Durch den Ausfall von Benschop rückte Bolly wieder auf seine angestammte rechte Seite, so dass Reisinger die Position des zentralen Stürmers übernahm. Ansonsten schickte Mike Büskens das gleiche Team auf den Platz wie in der letzten Begegnung gegen Bochum. Halloran ist erstmals auf der Bank. Und bei Bielefeld? Wir haben nicht einen einzigen Spieler von deren Startelf gekannt. Nur mal für’s Protokoll, mit was für einem Gegner wir es hier zu tun hatten.

1. HZ: Dominanz & Bielefelder Slapstick

Vom Anpfiff an wirkt unsere Truppe extrem motiviert. Ballsicher und selbstbewusst machen die Jungs deutlich, dass sie die stärkere Mannschaft bilden. Spektakuläres entsteht dabei jedoch zunächst nicht. Abgesehen von der Präsenz unseres Teams sind die ersten zehn Minuten nicht weiter erwähnenswert, denn sie bestehen aus gegenseitigem, nervösen Abtasten der Kontrahenten. In der zwölften Minute wird es dann aber zum ersten mal interessant, als Kenia den recht unsicher wirkenden Arminia-Torhüter Platins zum ersten mal an diesem Abend mit einem scharf angeschnittenen Freistoß prüft, den dieser nach vorne abprallen lässt – leider steht aber kein Fortune in der Nähe, um diesen Lapsus zur Führung zu nutzen. Wenig später muss Bolly, der wieder einige Male unglücklich agierte, verletzt raus. Für ihn kommt unser dynamischer Wusel-Helene Gianniotas auf’s Feld, der wieder sofort Präsenz zeigt. In der 20. Minute jubeln wir dann etwas ungläubig… Bielefeld schenkt uns ein Eigentor, welches so auch in der letzten Rückrunde von uns hätte produziert worden sein können: Lumpi fängt einen gegnerischen Pass an der Mittellinie ab, legt sich den Ball einen gefühlten Kilometer vor und spurtet hinterher, in der Zentrale geht Kenia mit. Anstatt den Ball auf Höhe des 16ers auf unsere Nummer 10 abzulegen, probiert’s unser Kapitän einfach selbst und schießt mit Links: Platins zeigt wieder seinen Signature-Move und läßt den Ball nach vorne abprallen. Der anstürmende Kenia bekommt die Kirsche zwar nicht mehr unter Kontrolle, doch dafür schießen sich  zwei Arminia-Verteidiger gegenseitig an und der Ball plumpst ins Tor. Endlich beschert uns mal der GEGNER einen Slapstick-Moment, der uns auch noch die Führung einbringt. Zu diesem Zeitpunkt sind wir guter Dinge und sind sicher: Das wird heute deutlich. Der Knoten ist geplatzt. In den folgenden Minuten gewinnt die Fortuna merklich an Sicherheit und wird dominanter. Doch dann platzt uns allerdings die Hutschnur, denn der absolut unfassbar schlechte Schiri Siebert entscheidet vollkommen unverständlich auf Handelfmeter für Bielefeld, nachdem der Ball an Levels‘ angelegten Arm (er zieht sogar noch merklich die Hand nach hinten!!!) springt. Egal wie man die Handregel auslegt: Dies war eine krasse Fehlentscheidung! Den geschenkten Elfmeter verwandelt Hübner souverän indem er Fabian Giefer klassisch verlädt und das Spielgerät locker versenkt.

Doch es vergehen aber nur zwei Minuten bis es wieder Grund zur rot-weißen Freude gibt. Nachdem Ramirez im Halbfeld umgenietet wird, schnappt sich Gianniotas die Pille. Seine scharfe Hereingabe titscht ein Mal auf und landet direkt im Tor – weder ein Fortune, noch ein Bielefelder war dran. Wieder ein Geschenk der gegnerischen Abwehr zur erneuten Führung. Die Fortuna hat das Spiel nun weitesgehend unter Kontrolle. Wir haben weit über 60% Ballbesitz. Bielefeld spielt unfassbar schwach. Das Aufbauspiel der Westfalen ist  in der ersten Halbzeit gelinde gesagt miserabel. Mit dem Halbzeitpfiff gibt es aber nochmal Aufregung an unserem Strafraum, da der gegnerische Stürmer Klos mal eben voll durchzieht, als Giefer den Ball rausschlägt und unseren Keeper dabei noch fies und unnötig einen mitgibt. Der Schiri gibt immerhin Gelb…

2. HZ: Den Gegner stark gemacht!

Arminia Trainer Krämer hat allem Anschein nach seinen Mannen in der Kabine einen verbalen Einlauf verpasst. Seine Truppe kommt nicht nur mit zwei neue Spielern, sondern auch mit einer komplett anderen Einstellung zurück auf den Platz und nimmt nun den Kampf um die Punkte an. Dies zahlt sich dann auch schon bereits nach zwei Minuten (!) aus. Nach einem Einwurf auf unserer rechten Seite geht’s für unsere Jungs (die wohl noch mit dem Kopf in der Kabine sind) etwas zu schnell. Der gerade eingewechselte Jerat flankt den Ball in den Strafraum. Da Bomheuer offensichtlich die Situation den entscheidenden Tick zu spät erkennt, lässt ihn Klos alt aussehen und bezwingt Giefer per Kopf… So, ne Driss.  Aber wagemutig sagen wir uns, dass wir dann halt 3-2 oder 4-2 gewinnen werden, denn Gianniotas und Kenia treiben unser Spiel weiter an. Allerdings wird die Partie mit fortlaufender Dauer immer ruppiger. Der verdammte Schiri pfeift wirklich unsäglich und verteilt die gelben Karten hauptsächlich an unsere Jungs. In der 58. Minute gibt es dann die Schrecksekunde: Reisinger wird von hinten übel weggegrätscht und scheidet verletzt aus. Er konnte nach dieser Szene nicht mal mehr auftreten. Das sah nach einer bösen Verletzung aus (Gute Besserung!). Übeltäter Salger kriegt lächerlicher Weise nur Gelb und wird fortan zur Persona Non Grata unseres Fortunablocks. Bei jedem Ballkontakt wird er verdientermaßen ohrenbetäubend ausgepfiffen. Für den verletzten Reise kommt Erwin „Jimmy“ Hoffer zu seinem Debüt für die Fortuna, welches aber leider ziemlich blass ausfällt.

Kraftlos, kampflos, kopflos!

Und in der Folge wird diese zweite Halbzeit leider zu einem absoluten Graupenkick. Von beiden Teams wird nur noch Gerumpel, Gehakel und Getrete geboten. Die Fortuna verliert zudem immer mehr Zweikämpfe und die Fehlpassquote erhöht sich bedenklich. Dabei zeigen die Biefelelder ihrerseits oft, wie unfassbar begrenzt ihre Fähigkeiten sind. Jedoch nur bis die 87. Minute schlägt, denn da setzen wir zwei  zum Synchronbrechen an: Unsere Jungs stehen hoch aufgerückt in des Gegners Hälfte. Bodzek leitet den Ball und leistet sich einen mehr als unnötigen Ballverlust im Aufbauspiel nach peinlich durchschaubarem Versuch, einen Verteidiger auszuspielen; die Arminia schaltet sofort um und leitet schnell den Konter ein. Die Laufwege stimmen, der Moment der Abspiele passt und die finale Flanke kommt präzise: Kurzum: alles passt. Tor. 2-3! Büskens reagiert und schickt den großgewachsenen Soares für die Schlussoffensive auf´s Spielfeld. Warum er aber Kenia dafür rausnimmt und nicht etwa Fink, Bodzek oder Lumpi bleibt einem schleierhaft. Doch es bringt nix: Denn, obwohl wir zahlreiche Ecken haben, findet (wie so oft) keine davon den Mitspieler und so kommt es, dass wir ein weiteres Mal zum Kanon-Kotzen ansetzen: Monsieur Fink vertendelt elendig den Ball am gegnerischen Sechzehner und dann geht es wieder schnell: Der eingeleitete Konter wird rasant gespielt und nach schwachem Zweikampfsverhalten von Ramirez erneut von Joker Hille zum 2-4 Endstand abgeschlossen; der einzige Fortune, der den langen Weg bis in den eigenen Strafraum noch mitgeht, ist übrigens Levels.

Personelles und jede Menge Fragen

Unser werter Herr Giefer konnte für keines der Tore etwas. Aber kann er nicht mal bitte wieder Unhaltbare halten…? Levels entwickelt sich zu einem der konstantesten Spieler. Doch warum muss wieder ihm so ein Kack untergejubelt werden? Latka dirigiert fleißig, gewinnt seine Zweikämpfe und steht immer richtig. Aber wie soll er die Fehler des defensiven Mittelfelds geradebiegen? Bomheuer zeigt zweifelsohne, dass er ein Großer werden kann. Wie aber kann er beim 2-2 wie schon gegen Union (beim 0-2) im 16er einen erneuten Sekundenschlaf einlegen? Ramirez zeigt maximal 60% von dem, was er gegen Cottbus und Köln gespielt hat. Wo ist sein freches und erheiterndes Spiel hin? Die Herren Bodzek und Fink: Wenn Ihr – der Kern unserer Truppe – solche Böcke schießt, auf wen ist dann noch Verlass? Zu Lumpi nur eines: Warum spielt er noch? Kenia, unser 10er, muss in noch zu vielen Situationen wissen, wann es Zeit für ein Abspiel ist – dabei jedoch die Frage: Bringen sich die Anderen in Position? Reise wird wohl mit etwas Glück gegen Dynamo Dresden wieder zur Verfügung stehen. Aber warum bleibt auch er häufig so harmlos? Bei Bolly muss man sich nicht nur fragen, wann er Ballführung gelernt hat, sondern auch, wie es sein kann, dass er sich schon wieder einen Muskelfaserriss zugezogen hat – nach 13 Minuten (Wir wünschen gute Besserung!). Gianniotas muss fortan in der Startelf stehen. Er kriegt Tempo auch mit enger Ballführung hin und er und Kenia harmonieren gut. Die Herren Halloran, Gartner, Wegkamp und Paurevic… Ach, wir sind müde, es zu fordern….

Völlig schleierhaft ist uns natürlich auch die Schiedsrichterleistung. Wie kann so einer Bundesliga (wenn auch Zweite) pfeiffen? Völlig ohne Linie gepfiffen, keine Kontrolle über einfach gar nix und eine klare Benachteiligung bei der Kartenvergabe und dem Pfeiffen von Fouls. Aber auch da… Es gibt Mannschaften, die gehen dann mit einem (Achtung, noch mal Phrasenschwein) „JETZT ERST RECHT!“ zur Sache und zeigen es nicht nur dem Gegner und seinen Fans, sondern auch dem blöden Schiri. Nicht aber unsere Jungs.
Wir hoffen sehr, dass dieses kleine Debakel für mächtig Unmut sorgt, damit man sich mal ein paar Gedanken über den bisherigen Auftritt in dieser Saison macht. Denn bei allem „Liebe kennt keine Liga!“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht…“ und „Wir singen bis zum Tod…“ und „Einmal Fortuna, immer Fortuna“ fühlt man sich doch echt bisweilen verarscht. Das ist keine launische Diva mehr – das ist eine „dämliche Diva“.

Um Positiv zu schließen… Vielleicht kommt die Länderspielpause gerade recht und es wird ein kleines Zwischenfazit gezogen. Statt Aktionismus auf dem Transfermarkt, wäre das Feilen an der eigenen Grundstruktur und dem Konzept der Elf vonnöten. Solange es also kein Kevin Prince Boateng ist, muss keiner kommen; sondern viel mehr die bestehende Truppe funktionieren.

Die Pause wird gut tun, denn noch sind wir fertig…

In diesem Sinne – 95Ohje!

Ingo & Adnan

PS: Diese Woche geht an Euch die Frage nach der Gesamtsituation. Wie nehmt Ihr sie wahr? Alarm oder doch „ruhig Blut“?