Tag Archives: 1.FC Nürnberg

0 Durchblick. 0 Spirit. 0 Punkte.

31 Aug

Unsere Fortuna präsentiert sich desolat im Brutkasten der Nürnberger, bleibt über das gesamte Spiel ideenlos und kann mal wieder das entscheidende Gegentor nicht verhindern. Rote Laterne Olé!

Letzter der Rückrunde-Tabelle und nach dem 5. Spieltag nun auch letzter der neuen Spielzeit. Das Wort mit den fünf Buchstaben, das mit KRI anfängt und mit SE aufhört, setzt sich bedrohlich zusammen und ist kaum noch zu leugnen. Nein, man steht hier nicht vor einem Ruin und noch ist absolut gar nichts über den Verlauf der Saison gesagt. Wenn man jedoch sieht, wie orientierungslos die Mannschaft auf dem Platz wirkt, sieht man nicht so recht, warum es Grund zu Zuversicht und Hoffnung auf bessere Zeiten geben sollte. Abstieg? Ach Quatsch! Dritte Liga Mannschaft? Schlechter Kader? Nein!! – System? Konzept? Vision? Passende Rollenverteilung auf dem Platz? Leider auch nein! Die heutige Aufstellung machte das deutlich:

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Kramer hält Axel immernoch für einen Gewinn im Team. Diesmal lässt er ihn als LV auflaufen. Da er das aber nicht ganz so gut macht, soll ihm Ya Konan, der diesmal als LM spielen muss, hinten aushelfen. Ya Konan? Der erfahrene Mittelstürmer, unser designierter Goalgetter soll hinten aushelfen? Hat der nicht andere Aufgaben? Die soll van Duinen erfüllen. Er wird auf die #9 gestellt. Bodzek ist nicht mal im Stadion. Haben wir erst mal nichts gegen. Koch und Sobottka bilden das junge ZDM-Duo. Rechts außen darf Bolly düsen. Tja, und dann das erste Fragezeichen: Warum 4-2-3-1 mit einem 10er?? ML10 wird verkauft. Unter anderem, weil es heißt, Kramer spiele nicht mit einem 10er. Aber genau da stellt er Sararer hin – der Mann, der die besten Spiele vom linken oder rechten Flügel kommend spielte. Er Vorbereiter, kein „Abschließer“. Okay, kann man versuchen… Muss man aber wirklich nicht, denken wir.

Nürnberg darf auch 11 Mann aufs Feld schicken. Aber deren Mannschaft ist auf Schlüsselpositionen dünn besetzt. Vor allem die Abwehr hat sich zuletzt super wackelig angestellt. Das kann ja dann nur bedeuten: VOLLGAS UND ÜBERRENNEN und den Gegner zu Fehlern zwingen. Als Zweck- und Daueroptimisten glaubten wir sogar dran…

HZ1: Nichts zu sehen. Nichts zu erkennen.

Als die Mannschaften den Platz betreten wird Folgendes klar: Man sieht vor lauter dunkler Trikots die Teams nicht. Bei senkrecht stehender Sonne und zwei Mannschaften mit dunklen Trikots erkennt man fast durchgehend gar nicht recht, wer eigentlich wer ist. Für uns unbegreiflich, wie man so etwas überhaupt anpfeiffen kann. Hätte Nürnberg nicht wenigstens weiße Hosen und Stutzen tragen können? Es war in sehr vielen Situationen mit zur Aktion eines Spielers kaum ersichtlich, welche Mannschaft einen Zweikampf gewann, die Kirsche führte oder bei einem Luftduell in aussichtsreicherer Position steht.

Aber wir waren in puncto „fehlendem Durchblick“ nicht allein: Unsere Jungs auf dem Platz wussten auch nicht, was zu tun ist. Und das lag wirklich nur bedingt an den Trikotfarben. Das lag viel eher daran, dass von Anfang deutlich wurde, wie wenig jeder einzelne weiß, was er eigentlich tun soll. Und noch schlimmer: Spieler sollen Aufgaben erfüllen, von denen man eigentlich wissen müsste, dass sie es nicht können. Oder aber – sie kommen nicht dazu, die Dinge zu tun, die sie gut können, weil sie anders aufgestellt werden. Hierbei vor allem Ya Konan und Sararer. YK is eine Wühlmaus, ein Strafraumspieler und jemand, der sich – in seinen besten Tagen – dadurch hervorhebt, dass er zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht und Hereingaben verwertet. Was bitte soll er, der weder dribbelstark ist und noch nicht mal einen starken Antritt hat, auf dem Flügel? Schlimmer noch: Was soll er in der Defensive? Wie oft war er an der eigenen Grundlinie oder in der Nähe des eigenen 16ers, um Axel hinten zu unterstützen? Und der Gegner war ja nun mal nicht gerade Douglas Costa, den man zu zweit bearbeiten müsste…

Der zweite Fall von falsche Aufgaben für den falschen Mann: Sararer macht Alarm, wenn er mit Ball am Fuß außen ins 1-gegen-1 geht, Tempo entwickelt und im besten Fall einen Kollegen bedient. Aus der Mitte als #10er hat er noch nie glänzen können – vielleicht mal in der F-Jugend; oder gegen eine F-Jugend. Und dennoch wird er genau dort hingestellt. Dort wird er aber nicht steilgeschickt. Hat überhaupt keinen Raum und muss sich ein gänzlich neues Rollenverständnis zulegen.

Bolly kommt in diesem Spiel nicht in Fahrt. Er muss sich die Bälle hinten holen, weil er keine Zuspiele kriegt. Und in der 41. Minute trabt er plötzlich zur Seitenlinie. Auswechslung. So schlecht war er nicht, als dass er ausgewechselt werden müsste. Also muss wieder ein Muskel gezwickt haben. Nach viereinhalb Spielen sollten wir uns also auf die erste Verletzungspause von Bolly – einem der wenigen Highlights dieser bisherigen Saison – vorbereiten. Für ihn kommt Bebou. Ihm hatte Kramer zuletzt keine wirkliche Chance gegeben. Somit freuen wir uns, ihn zu sehen.

Aber weiterhin… Hier geht spielerisch überhaupt nichts. Keine Kombinationen. Standards und Ecken werden lächerlichst vergeigt. Dass sowohl Nürnberg als auch unsere Jungs regelkonforme Tore schießen, erscheint einem irgendwie an so einem Tag egal. Erwähnen müssen wir es aber. Denn wenigstens hat Koch einen schönen Flachschuss ausgepackt, der kurz vor der Halbzeit die Führung bedeutet hätte, hätte, hätte liecht im Bette…

HZ2: Formvollendete Harmlosigkeit

Auch die zweite Halbzeit war öde und langweilig, aber vielleicht einen Ticken besser – zumindest zeitweise. Unsere Jungs hatten mehr vom Spiel (Ballbesitzt) – aber gelenkt haben sie das Spiel trotzdem nicht. Zu keinem Zeitpunkt. So harmlos wie unsere Jungs nach vorne Spielen, könnten die Nürnberger auch getrost einen Feldspieler ins Tor stellen. Die Idee, man könne ja mal eine generell wackelige Abwehr überrennen, geht halt nicht auf, wenn man gar nicht erst weiß, wie man einen Angriff aufbauen kann/will/soll/muss. Kick and rush war zeitweise die Devise. Macht nur keinen Sinn, wenn vorne kein Sturmtank solche Bälle verwerten kann.

Nürnberg beschloss irgendwann dann noch mal, etwas für einen möglichen Sieg zu tun. Und in der 67. Minute klingelte es, nachdem es zuerst mächtig schäpperte: Irgendein Heini (Mähwald? Möhwald?) hält volle Suppe drauf, trifft den Pfosten, von wo das Spielgerät einem Spielkollegen vor die Füße tröpfelt, der die Kirsche dann locker einschiebt. Kein Vorwurf an niemanden. Einfach geiler Torschuss. Sie machen’s halt…

Und jetzt? Die Antwort? Pustekuchen! Es geht immernoch nichts. Doch wenig später kam der größte Aufreger für uns: Die Auswechslung von Bebou. Mal ganz abgesehen davon, dass van Duinen vorne so absolut gar nicht stattfand und viel eher hätte Platz machen müssen, ist es für einen Youngster wie Bebou einfach die Höchststrafe, in der 41. ein- und in der 76. wieder ausgewechselt zu werden. Bebou ist neben Bolly und Sararer der einzige im Team, der mal mit Ball am Fuß Dynamik entwickeln und für Unruhe sorgen kann. Aber nein! Er muss runter – Herr Kramer wird sich was dabei gedacht haben.

Für ihn kam unsere neue #10 Demirbay zu seinem Debut. Er durfte auch gleich mal einen Standard aus dem linken Halbfeld ausführen – doch das Resultat? Er trifft die 1-Mann-Mauer… Auch der neueste Neuzugang kann nichts für unser Spiel tun. Natürlich fehlt ihm noch jedwede Bindung. Ya Konan kommt kurz vor Schluss noch mal am 16er in gute Schussposition, jagt den Ball aber an die Latte – kommt uns bekannt vor, hm?! Ansonsten bleibt unser Team bis zuletzt völlig harmlos. Und so geht das vierte Spiel in Folge verloren. Die Negativserie steht.

Szene des Spiels

Sararer erobert in der Nähe des Mittelkreises den Ball nach schlampigen Nürnberger Pässchen. Er marschiert Richtung Clubberaner 16er. Er marschiert, marschiert, marschiert, marsch… Niemand, der sich anbietet, keine Idee, was er machen soll, und so wird ihm der Ball abgeluchst. Was hier NICHT stattgefunden hat, war Umschaltspiel. Unsere Mannschaft wusste NICHTS mit einem eklatanten Fehlpass des Gegners mitsamt viiiieel Platz anzufangen. Besorgniserregend.

Fazit

Diese Mannschaft hat noch überhaupt kein Grundsystem. Spieler werden in Systeme und Aufgaben gesteckt, die sie nicht erfüllen können. Wenn der Vorstand zu geizig ist, ins Spieler zu investieren, dann muss eben das System den Spielern angepasst werden und nicht andersum. ABER: Unser Trainer sollte für die Länderspielpause alle Zeit und Ruhe der Welt bekommen, um echte Feinjustierungen in der Mannschaft vorzunehmen. Noch immer ist nichts passiert – Fehlstarts sind dafür da, das Feld von hinten aufzurollen. Sollte sich aber ein oder zwei Spiele nach der Pause immer noch nichts ändern, und die Mannschaft sich so präsentieren wie gegen Heidenheim oder nun gegen Nürnberg, kann auch Kramer nicht die Antwort auf unsere Trainerseuche sein.

Ausblick: ohne Durchblick in der Personalie?

Die Personalie Liendl ist bei uns FUPPESinhos auch noch nicht verdaut. Ein begnadeter Kicker, der weder Konkurrenz, noch klare Rollenzuteilung bekam, und aus diesen Gründen genauso uneffektiv war wie der Rest. Fortuna schafft es einfach nicht, schwierige Spielertypen zu integrieren. Wenn man so ein Potenzial in einem Spieler sieht, muss es doch gelingen, dieses aus ihm herauszukitzeln. Denn trotz all dem war er Topscorer der vergangenen Saison – ganz egal, wie viele Elfmeter dabei waren. Seine Assists sprechen für ihn. Jetzt ist er bei einem Ligakonkurrenten. Stellt Euch mal vor, er blüht dort auf – das wird ein direkter Nachteil.

Und wir haben eine neue 10. Aber wieder ohne Konkurrenz. Ohne klare Rollenzuteilung. Oder sollen er und Sararer jetzt um die 10 kämpfen? Und wer spielt dann links? Axel? Aber der soll doch hinten…? Aber dann muss Ya Konan ja helfen… Und Schmitz will ja lieber ins zentrale Mittelfeld… Aber da ist ja jetzt Sobottka neben Koch – aber der ist zu jung… Und Fink? Kann Grätschen, aber nicht Spiel aufbauen… Ah ja: Bodzek! Ne, doch nicht. Moment, klar: der Gartner! Gut, aber weiß Kramer überhaupt, was der kann? Koch ist wohl als Einziger gesetzt. Rechts Bolly… Oh, der hat schon wieder Muskeln kapott – okay, dann Bebou… neee: dem hat man ja mal gerade so richtig einen reingewürgt. Vorne van Duinen – oder Pohjanpalo… Oder doch Ya Konan – aber der muss doch hinten Links dem Axel helfen… Oder macht das Demirbay, weil ja doch Sararer auf die 10 muss…? Aber ach, wir wollen ja ohne 10 Spielen. Und wo spielt dann überhaupt Akpoguma? Ach… Da ist doch Schauerte – der geht aber nicht nach vorne…. Also muss sich Bolly die Bälle hinten holen, aber… Ach, der fällt jetzt sicher aus. Also doch wieder Bebou!?

Ihr seht: Wir blicken nicht mehr durch. Und wir sind besorgt. Trainerdiskussion? Ne! Kriegen Sie es einfach hin, Herr Kramer. Länderspielpause nutzen. Sonst wird’s Mitte nächsten Monats ungemütlich. Eine Drohung? Nein: Das hier ist nur Fußball.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Eiskalter Sieg in Nürnberg

16 Sep

Unsere Diva nimmt Fahrt auf. Mit einem überzeugendem Auftritt wurde der zweite Auswärtssieg infolge gelandet und wieder zu Null gespielt.

In unserem letzten Beitrag hatten wir noch mal betont, wie wichtig die Partie in Nürnberg sein würde. Erst da würden wir sehen, wie viel wert der Sieg von Aue wirklich ist. Und wir sollten eine wirklich erfreuliche Antwort auf diese Frage bekommen. In knallgelb auflaufend (der übermotivierte SKY-Kommentator sprach von „Textmarker-Gelb“), machten wir dem Bundesligaabsteiger das Spiel richtig schwer. Gleichzeitig zeichnete sich schnell ab, dass die Mannschaft merklich an Selbstbewusstsein getankt hat. Und Olli Reck hatte ganz offentlich bei der Wahl der Startelf alles richtig gemacht:

Aufstellung & Taktik

Never change a winning team, dachte sich unser Coach im roten Kapuzen-Pulli; somit begann die Fortuna mit der gleichen Startelf, wie beim Auswärtssieg in Aue. Nachdem in den Tagen zuvor Neuzugang Tah (der mit einem Marktwert von 6,5 Mio.€ mit Abstand nun wertvollster Fortune ist) wohl mit seinem Startelfdebüt gerechnet hatte von Trainer und schreibender Zunft mit Lobhudelei zugeträllert wurde, blieb Olli Reck beim Duo Bodzek/Soares. Taktisch wurde auch nichts geändert, so dass Benschop hinter der einzigen Spitze Hoffer spielte; in der Schaltzentrale konnten sich erneut da Silva Pinto und Gartner auf der Doppel-6 austoben und die beiden Außenpositionen wurden von den „Linksfüßen“ Axel und Liendl besetzt. Hinter diesen beiden komplettierten Schmitz und Schauerte die Abwehrkette.

Beim Heimteam aus Nürnberg wurden von Trainer Ismael mit Polak, Gebhart, Koch, Schäfer und dem ehemaligen Frisuren-König Pinola, auch einige bekannte Gesichter auf das Feld geschickt. Nach dem durchaus überzeugenden 4:0 Sieg in Berlin, erwarteten wir ein interessantes Spiel auf Augenhöhe.

HZ1: Glück zu Beginn; souverän im weiteren Verlauf

Mit knapp 26.000 Zuschauern wirkt das Grundig-Stadion doch eher mäßig gefüllt, als die beiden Teams den Platz betreten. Nach einer kurzen Abtastphase hat Club-Stürmer Sylvestr die erste nennenswerte Chance der Partie, aber er jagt selbige  deutlich über Rensings Kasten. Schmitz war zu langsam und die Abwehr wirkte nicht so ganz bei der Sache. Aber: Schwein gehabt! Bei der Fortuna wird aber recht bald deutlich, wie dieses Match angegangen werden soll: tief gestaffelt, den Gegner kommen lassen und dann mit äußerst aggressivem und kompromisslosem Pressing aus der eigenen Hälfte schnell nach vorne spielen. Auf diese Weise ensteht ein interessantes Spiel mit gutem Tempo, bei dem die Torchancen aber erstmal Mangelware bleiben. In der Defensive steht die Fortuna ziemlich sicher und für die Offensive sollten sich erst mal nicht die erhofften Lücken bieten, da Nürnberg (verständlicher Weise) noch nicht alles auf eine Karte setzt, sondern ebenfalls auf Sicherheit bedacht ist. Schon recht früh im Spiel zeigt sich dann schon das fehlende Spielverständnis im Team der Nürnberger und es folgt Fehlpass um Fehlpass. Wir sind bereits in der 23.Minute, als praktisch aus dem Nichts Julian Schauerte seinen Gegenspieler nach allen Regeln der Kunst vernascht und ihm die Kugel durch die Hosenträger spielt; ein Blick, ein flaches Zuspiel in den Strafraum, ein heranstürmender Hoffer, der den Fuß hinhält, und schon steht es 1:0 für uns! So einfach kann das sein!

Nun macht es Olli Reck an der Linie vor und animiert seine Jungs die Brust rauszustrecken. Die machen das dann sogar und wirken unverschämt souverän. Für Nürnberg gibt es kaum ein Durchkommen und wenn, wird es nicht annährend zwingend. Fortuna steht im Abwehrverbund sicher und gibt dem Gegner kaum Räume das eigene Spiel aufzuziehen; dafür sind die Gastgeber auch viel zu sehr von der Rolle. Die Fehlpässe sind teilweise haarsträubend. Es ergeben sich jede Menge Konterchancen, doch leider sind unsere Jungs hierbei etwas zu hastig, um daraus Kapital zu schlagen. Giftig geht es bisweilen in den Duellen zwischen diversen Fortunen (Bodzek, Pinto) mit Gebhart her; die Fortuna macht hier deutlich: Wir wollen diese drei Punkte, wenn Ihr sie auch wollt, wird´s weh tun!

HZ2: Im Zeichen des Drecksack

Die zweite Hälfte geht dann auch so los, wie man es erwarten kann: die Gastgeber kommen angefressen aus der Kabine und wollen merklich das Spiel drehen; „Tunnel-Opfer“ Bulthuis kann duschen gehen und dafür kommt (UNSER) Cristian Ramirez für die Clubberer auf´s Feld. Die Fortuna wird jetzt erstmal in der eigenen Hälfte festgesetzt; das Spiel der Gastgeber bleibt aber trotzdem ziemlich fehlpasslastig und unsere Jungs stehen einfach perfekt, so dass von wirklicher Gefahr für Rensings Tor keine Rede sein kann. Nachdem in der zweiten Hälfte ca. zehn Minuten vergangen sind, kommt die Fortuna merklich zu guten Konterchancen; die Sicherheit aus der guten Defensivleistung überträgt sich augenscheinlich auf die Kombinationsfähigkeiten des Offensivspiels, denn die Nadelstiche der Fortunen werden präziser und richtig schön anzusehen. In der 57. Minute setzt Liendl nach tollem Konter seinen Schuss knapp neben das Tor, aber nur fünf Minuten später sollte die Fortuna für aggressives Pressing und gutes Umschaltspiel belohnt werden. Da Silva Pinto erobert den Ball wuchtig gegen Gebhart, spielt mit Benschop in vollem Tempo einen gekonnten Doppelpass und steht auf einmal gänzlich frei mit Ball am Fuß vor Raphael Schäfer. Der Deutsch-Portugiese fackelt nicht lange und erzielt mit dem 2:0 seinen ersten Ligatreffer für uns – Knaller-Bude!!

Im Spiel der Gastgeber sind weiterhin Fehlpässe die einzige Konstante, gepaart mit einfallslosen Angriffsversuchen. Nennenswerter Angriff gibbet nit, weil unsere Jungs super stehen. Was in diesem Spiel besonders auffällt, ist das Zusammenspiel von Gartner und da Silva Pinto. Während der junge Gartner strategische Ruhe ausstrahlt und über ein hervorragendes Pass- und Stellungsspiel verfügt, ist Pinto für Leidenschaft, Kampfkraft und das Element des Mitreißens verantwortlich und weiß durch seine Erfahrung und technischen Fähigkeiten ein Spiel zu lenken. In dieser Form wohl die beste Doppel-6 der Liga. Reck nimmt nun Hoffer vom Platz und Avevor kommt zu seinem Debüt für die Fortuna, nachdem zuvor schon Tah den guten, aber Gelb-Rot gefährdeten Soares in der Innenverteidigung abgelöst hatte. In der 80. Minute geraten Ramirez und Pinto dann auch noch aneinander und es kommt zur berühmt-berüchtigten Rudelbildung. Seien wir mal ehrlich – genau dafür wurde er geholt… nein, nicht für die Rudelbildung, aber dafür, Galligkeit auf den Platz zu bringen, den Gegner zur Weißglut zu bringen und wenn es nötig ist, auch mal den Drecksack zu miemen! Das hat er wahrlich drauf. So regen sich die Nürnberger über Nebensächlichkeiten auf und bekommen nichts Qualitatives mehr auf den Platz. Die Fortuna gewinnt eiskalt, vollkommen verdient und souverän das zweite Auswärtsspiel in Folge. So kann es weitergehen!

Personelles & Ausblick

Jeder Einzelne auf dem Platz war stark verbessert. Schmitz und Schauerte standen zu jeder Zeit hervorragend. Vor allem Schauerte machte über rechts zudem ordentlich Druck und landete nach toller Vorarbeit bereits seinen zweiten Scorerpunkt. Schmitz harmonierte mit einem endlich nicht mehr übermotivierten Axel. Er will nichts mehr erzwingen und scheint genauer zu wissen, was genau seine Aufgabe auf dem Platz ist. Zusammen mit Pinto macht er den aggressive leader. Gartner brachte wieder Übersicht und Ruhe ins Aufbauspiel. Bodzek und Soares waren weitestgehend fehlerfrei, auch wenn es für Soares wohl das letzte Spiel von Anfang an gewesen sein dürfte – er wurde zwar auch wegen der Gelben Karte ausgewechselt; aber es dürfte kaum jemand bezweifeln, dass man nun Tah, der schnell ins Spiel fand, aufbauen wird. Hoffer hat ein Mal mehr gezeigt, dass ein sehr guter Abnehmer von Hereingaben in den Sechszehner ist. Benschop war nicht sehr auffällig, hat aber der Nürnberger Defensive viel Arbeit beschert und zudem gedankenschnell das 2-0 von Pinto aufgelegt.

Alles in allem eine wirlich „runde“ Mannschaftsleistung, die weiter für Sicherheit sorgen wird. Unsere Forteng nimmt Fahrt auf und am kommenden Sonntag darf dann herzlich gerne Aufsteiger Heidenheim aus der Liganeulingseuphorie gestürzt werden. Jetzt noch ein weiterer Dreier und unsere Mannschaft greift oben mit an.

Ja, wir glauben sogar dran 🙂

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

Ohne Leidenschaft Richtung Relegation

12 Mai

Unsere Jungs zeigen 40 Minuten lang Abstiegskampf und erzwingen die Führung. Doch dann brechen sie ein und laden Nürnberg zum ersten Sieg nach vier Niederlagen ein. Von Gegenwehr und Leidenschaft leider keine Spur.

Letzte Woche hatten wir die Schnauze gestrichen voll von Durchhalteparolen. Diese Woche, so müssen wir einräumen, haben wir keinen Bock auf Wiederholungen: blutleer, leidenschaftslos, ängstlich, unkreativ, unkonzentriert, inkonsequent… Diese Adjektive nutzten wir zuletzt in inflationäre Weise. Darum wollen wir es heute bei einem, die deutsche Sprache so unendlich bereichernden Wort zur Beschreibung des Spiels belassen: SCHEISSE!

Anfangs lag etwas in der Luft

Vor Anpfiff und während sich beide Teams aufwärmten, spürte man im Stadion wirklich eine zuversichtliche „JETZT PACKEN WIR’S“-Stimmung. Als die Startelf zum Warmlaufen auf das Feld kam, erschallte ein lautes „FORTUNA-FORTUNA“. Endlich erklangen mal wieder aus unserer Südtribüne Supportgesänge lange vor Anpfiff. Mit zwei großen Bannern stimmten die Ultras das Team zudem deutlich lesbar auf das KÄMPFEN und SIEGEN ein. Und pünktlich zum Einlauf der Teams bekam Lumpi eine wirklich sehenswerte Choreo gewidmet, in der er als Legende gefeiert wurde. Das musste doch alles Mut machen, oder?

1. HZ: Nur 40 Minuten lang Abstiegskampf

Es schien wirklich zu helfen. Die Mannschaft begann mit Biss und die Körpersprache stimmte. Fußballerisch mochte unseren Jungs, die sichtlich darum bemüht waren, das Spiel zu machen, nicht sonderlich viel gelingen. Was aber deutlich besser war als die vergangenen Spiele, war die Verbissenheit, mit der Bälle noch in der Nürnberger Hälfte gewonnen wurden. Besonders Bodzek, aber auch Tesche, Lumpi und Bellinghausen gefielen in dieser Hinsicht. Langeneke zeigte mal wieder sein hervorragendes Stellungsspiel. Bodzek spielte einige, richtig gute Pässe, die spieleröffnend waren, weil sie nicht nur den Mitspieler erreichten, sondern auch noch so in den Lauf gespielt wurden, sodass die Offensivaktion unentwegs hätte starten können. Doch es kam das, was diese Halbzeit für neutrale Beobachter so qualvoll werden ließ: Beide Teams spielten konzept- und kopflos nach vorne und überboten sich zudem gelegentlich in Hektik und aberwitziger Harmlosigkeit. Dennoch: Die Präsenz unserer Truppe stimmte. Man fühlte es: Die Mannschaft ist mental auf Linie. Und dann wird sie sogar dafür belohnt. Es ist der durch die Choreo verehrtet Kapitän, der sich in seiner unnachahmlichen Art gegen den Abstieg stemmt. Lumpi wuselt sich am Strafraum der Nürnberger durch, rutscht aus (ja, die Hand war auch mit im Spiel – so what?), steht wieder auf und passt den Ball am Boden liegend noch steil in den Fünfmeterraum des Gegners. Kruse verpasst, aber der freundliche Herr Balitsch tut uns einen Gefallen und buchsiert die Kirsche ins eigene Netz! GENAU DAS hatte dem Team gefehlt in den letzten Wochen: GLÜCK! Und niemand Geringerer als Lumpi hat’s erzwungen. Folgt jetzt der Ruck, der Orkan, der losbricht und die Nürnberger in Schutt und Asche legt…? Nein – stattdessen: GAR NICHTS. Denn die Verunsicherung wird nun minütlich spürbarer und zieht mit unsichtbarer Hand die Bremse an. Die Offensivabteilung findet bis zur Pause folglich nicht mehr statt und hinten laden wir die wirklich erschreckend schwachen Gäste sogar noch zwei Mal zu Schüssen ein, die beide aber neben dem Kasten von Giefer landen. So begannen wir, Nürnberg pünktlich zum Halbzeitpfiff langsam und solide aufzubauen.

2. HZ: Mit vollen Hosen den Gegner zum Sieg geführt

Schon während der Pause fällt uns auf, dass Co-Trainer Uwe Klein den wiedergenesenen Mathis Bolly auf seinen Einsatz vorbereitet. Wir hoffen auf einen Tausch mit Kruse, dessen Leistung in der 1. HZ wirklich unterirdisch war. Leider muss aber unser Capitano verletzt in der Kabine bleiben, sodass Kruse auf die rechte Seite rückt und der schnelle Norweger sich zu Schahin in die Spitze gesellt. Dennoch kommt Hoffnung auf, dass mit Bolly mehr Spritzigkeit ins Offensivspiel kommt. Doch, machen wir es kurz: Die Mannschaft hat sich in der zweiten Halbzeit präsentiert, als wäre sie schon seit Wochen abgestiegen. So spielt keine Truppe, die selbst noch die Kohlen aus dem Feuer holen kann. Das wirklich Erschreckende an der gestrigen Partie gegen den 1. FCN war die Erkenntnis, dass die Fortuna selbst im Falle einer Führung – eines ERFOLGSERLEBNISSES – ihre Tugenden nicht wachrufen kann: Bis auf wenige Ausnahmen ist nichts zu sehen oder zu spüren von Leidenschaft, Dynamik,Laufbereitschaft und Kampfeswille. Das kommt im Abstiegskampf einem Offenbarungseid nahe. Den Jungs sind die Eier flöten gegangen. Und so kommt plötzlich der seit vier Spielen punktlose Club ins Rollen. Wie aus einem Skript erfolgt dann logisch der Ausgleich in der 58. Minute. Langeneke klärt per Kopf einen Ball, der von den Franken direkt wieder in den Strafraum befördert wird. Alle Fortunen befinden sich schon in der Vorwärtsbewegung, um die Gegner Abseits zustellen – leider ist jedoch der gute Axel hierbei einen Schritt zu langsam. Der nicht im Abseits stehende Mak bekommt den Ball und schießt ansatzlos an Axel und Giefer vorbei ins Tor. Unter den im vermeintlich „passiven Abseits“ befindlichen Nürnbergern blockiert jedoch einer Axels Laufweg. Durch diesen entscheidenden Eingriff ins Spiel ist der Nürnberger aber auch nicht mehr „passiv“, sondern „aktiv“ im Abseits. Also, ein irreguläres Tor. Aber, Pustekuchen: Ausgleich! Es ist sofort zu sehen, wie sich Langeneke die Seele aus dem Leib schreit und die Jungs aufzubauen versucht. Doch es tat sich gar nichts. Die Nürnberger, denen mit Chandler, Nilsson und Kiyotake wichtige Stammspieler fehlten – spielten jetzt plötzlich kombinationssicher und unsere Jungs kamen schlichtweg nicht mehr hinterher. Standen sie den Nürnbergern in der 1. HZ noch auf den Füßen, ließen sie ihnen jetzt Platz ohne Ende. Mak dribbelte sich in einen Rausch und musste, nachdem Bodzek einfach nicht hinterherkam, von Langeneke gemäht werden. Es tritt der zur Halbzeit für Esswein eingewechselte Plattenhardt an. Nach Sahin und Alex Meier darf sich nun auch eben dieser Plattenhardt über ein Traumtor Marke „Sonntagsschuss“ gegen uns freuen. Er zirkelt das Ding unhaltbar aus 20 Metern rein. Fink wird dabei gekonnt in der Mauer von einem Nürnberger beim Hochspringen behindert – es fehlen genau diese Zentimeter. Axel brüllt nun noch als Einziger. Er bittet zudem die Nürnberger inständig darum, ihre Jubeltraube aufzulösen. Nebenbei sei bemerkt, dass der Club seit 2011 kein Auswärtsspiel mehr gedreht hatte. Dies sollte ihnen bei uns gelingen. Was dann folgte ist bestenfalls halbherziges Aufbäumen. Abstiegskampf sieht anders aus.

Keine Mannschaft. Kein Kampf. Kein Klassenerhalt

Die an diesem vorletzten Spieltag (!) offenbarten Missstände in unserer Mannschaft sind so zahlreich, dass man kaum auf alle eingehen kann. Eklatant ist jedoch Eines: der fehlende mannschaftliche Zusammenhalt. Nehmen wir nur mal das Zusammenspiel von Jojo und Axel. Dass sie sich in erschreckender Häufigkeit einfachste Bälle in den Rücken spielen, ist das Eine. Dass sie dann aber nicht miteinander kommunzieren – z.B: der Eine hebt die Hand, der Andere klatscht aufmunternd, etc. – ist das wirklich Erschreckende. Niemand wird vom Anderen aufgebaut, motiviert, angespornt. Und Meier? Wenig ist zu erkennen von einem Trainer, der sich die Kehle während des Spiels wundbrüllt. Aber, was soll man auch sagen, wenn sich die Jungs Bälle auf Oberschenkel- oder Kehlkopfhöhe zuspielen. Wie soll da auch nur ansatzweise Spielfluss entstehen? Was soll man sagen, wenn Schahin Bälle gut annimmt, behauptet, aber dann einfach nicht weiß, wohin, weil KEINER brüllt „Schick‘ mich!“ oder dergleichen. Festzuhalten ist, dass bei der Fortuna derzeit weder das Spiel mit, noch das Spiel ohne Ball stimmt. Konsequenz: Annahme dauert zu lange + Niemand bietet sich an = Ballverlust. Ein solcher Auftritt wird am letzten Spieltag ganz sicher nicht reichen. Da kann man noch so sehr die Dinge selbst in der Hand haben. Ohne den notwendigen Willen, rutschen einem genau dieselben Dinge unentwegt wieder aus den Fingern.

F95: Eine Leidenschaft, die Leiden schafft

Keine Frage: Als Fortuna Fan hat man das Leiden mit in die Wiege gelegt bekommen. Wer die Fortuna liebt, hat gelernt, Niederlagen zu verzeihen. Wer Fortuna liebt, glaubt bis zuletzt, dass alles gut wird. Doch „an (Spiel-)Tagen wie diesen“ geht auch uns Fans die Puste aus. So wunderte es nicht, dass nach Abpfiff der Partie erschreckende Stille im Stadion herrschte. Einige Spieler sanken zu Boden, andere blickten leer durch die Gegend. Besonders schmerzhaft war es, Jens Langeneke zu beobachten. Er wird vermutlich sein letztes Spiel für die Fortuna zu Hause bestritten haben. Und dann sowas. Er weinte offensichtlich, zog sich das Trikot über den Kopf und verschwand fast taumelnd Richtung Kabine. Wir als Fans müssen ihn in Hannover eigentlich noch mal explizit besingen. Der Rest der Mannschaft verteilte sich auf dem Rasen und auf der Auswechselbank. Einige applaudierten Richtung Südtribüne. Diesmal – und das war auch gut so – blieb die obligatorische Ehrenrunde aus. Das Publikum verließ sehr langsam die Ränge. Auch da herrschte greifbare Leere. Das war mehr als eine Niederlage. Die letzten Spiele waren ein regelrechter Vertrauensverlust. 11 Mal in Folge nicht zu gewinnen, ist wahrlich bitter. Was aber wirklich schmerzt, ist, dass sich die Jungs weitestgehend nicht mehr wehren. Das muss ihnen auch nicht verziehen werden – es tut einem vielmehr für diejenigen leid, die sich dagegenstemmen. Am kommenden Samstag müssen es 11 Mann sein, die genau das tun.

Fakten, Fakten, Fakten

Bei aller Betroffenheit und Enttäuschung – Fakt ist: Wir sind noch nicht abgestiegen. Dies hat Meier bei seinem Auftritt im Aktuellen Sportstudio mit Nachdruck klargestellt. Unsere Ausgangssituation durch die hohen Niederlagen von Augsburg und Hoffenheim ist groteskerweise sogar besser als nach dem 32. Spieltag. Den Abstieg als beschlossene Sache zu erachten, ist genau so daneben wie das Runterbeten von Floskeln und Durchhalteparolen. Sollte unsere Mannschaft in Hannover 90 Minuten so spielen wie die ersten 40 gegen Nürnberg, können wir gewinnen. Eine Mannschaft, die nichts mehr zu gewinnen oder verlieren hat, spielt nur dann auf, wenn es Spaß macht. Den müssen wir ihnen nehmen. Und zwar exakt so wie anfangs gegen Nürnberg. Wenn wir dann ein Tor erzwingen, und durch konzentriertes Verteidigen ENDLICH MAL WIEDER ZU NULL spielen, wird es reichen. So, und nur so wird es gehen. Sonst droht das 96/97 erlebte Szenario

Wir als Fans müssen die Hoffnung bewahren; denn es bleibt uns nichts Anderes übrig!

In diesem Sinne,
Ingo & Adnan

ALLE(S) FÜR FORTUNA

9 Mai

Nach ein paar Tagen sind Ärger und Enttäuschung über den Auftritt in Frankfurt ein wenig verzogen… Konzentrieren wir uns nun also wieder auf das Wesentliche.

Der 33. Spieltag steht an und die Fortuna steht auf Platz 15 der Tabelle, hält die Chance auf den Klassenerhalt noch in eigenen Händen und in den letzten beiden Spielen geht es für die Gegner nur noch um die Goldene Ananas. Eigentlich eine gute Ausgangsposition, oder? Als die Saison im August gestartet ist, hat jeder Fortune darauf gehofft und davon geträumt, dass wir am Ende der Saison eine Position vor dem Relegationsplatz stehen würden. Ganz nüchtern betrachtet, sollten also alle Fortunen mit Selbstvertrauen, Zuversicht und Freude in die letzten Saisonspiele gehen. Die Mannschaft müsste mit breiter Brust auftreten und von den Fans dabei auf einer Euphoriewelle getragen werden.

Aber die Stimmung ist am Boden. Warum?

Die Fortuna hat genau wie in der letzten Saison eine grandiose Hinrunde abgeliefert, in der sie an ihrem oberen Limit spielte. Sie hat die Ränge mit Begeisterung und Leidenschaft in ihren Bann gezogen – aber auch Erwartungen geschürt. Die Gründe, warum die Jungs in der zweiten Halbserie jeweils eingebrochen sind, sind unterschiedlicher Natur und in Moment auch nicht wichtig. Relevant ist gerade nur, dass nach 10 sieglosen Spielen in Folge unser Selbstvertrauen und unsere Zuversicht irgendwo in Bodennähe rumkriechen – bei Mannschaft und Fans. In beiden Lagern liegen die Nerven blank. Die Jungs kloppen sich im Training und unter den Fans mehren sich die Stimmen der Nörgler und Zweifler.

Das ist völlig natürlich und menschlich, denn die Angst vor dem Abstieg geht um; der negative Druck und die Verunsicherung wachsen von Woche zu Woche – von Misserfolg zu Misserfolg. Angst ist aber leider kein guter Ratgeber und Menschen reagieren sehr unterschiedlich darauf. Beim Spiel gegen Frankfurt konnte man gut erkennen,  wie Axel und Levels darauf reagieren – sie stemmen sich dagegen und kämpfen. Auf andere Fortunen wirken sich diese negativen Gefühle anscheinend aber lähmend aus und ersticken Selbstvertrauen, Mannschaftsgeist und auch den Spass am Spiel.

Mannschaft & 12. Mann in ROT

In dieser Situation gibt es eigentlich nur zwei Dinge, die unseren Jungs helfen können:

1.) Erfolgserlebnisse: Und da hat unser Coach Norbert Meier es schon öfter geschafft, seine Truppe in der letzten Minute in die Erfolgsspur zu führen. Die Fokussierung scheint schon mal zu stimmen: Rafael und Voronin sind aus der Mannschaft geflogen. Die Zügel werden angezogen – ein klares Zeichen an die Mannschaft. Die Jungs müssen von Anfang an heiß auf den Sieg sein, an ihn glauben und ihn WOLLEN! Sie müssen das Glück, das sie in den letzten Wochen wahrlich nicht hatten, wieder erzwingen. Mal wieder in Führung gehen und ruhig mal einen Ball unästhetisch, aber mit viel Willen über die (gegnerische) Linie drücken. Von der ersten bis zur letzten Minute mit Überzeugung fighten. Und genau da kommen auch 2.) WIR ALLE ins Spiel: Denn wir müssen unseren Jungs dabei helfen, in dem wir das liefern, was Verunsicherung ebenso vertreiben kann wie es Erfolgserlebnisse können: bedingungsloser und scheppernder Support!!! Die Aktion „Alle Farbe bekennen und ROT tragen“ geht in die exakt richtige Richtung.

Also lasst uns am Samstag die Arena zum BEBEN bringen! Schwingt die Fahnen, hämmert wie die Berserker auf Eure Trommeln, schreit und singt Euch die Seelen aus dem Leib bis die Stimmbänder reißen!!!  Die Jungs brauchen uns! Helfen wir ihnen, damit sie die Nürnberger EGAL WIE am Samstag aus der Arena ballern und wir endlich zusammen den dringend benötigten Sieg zelebrieren können! Wenn alle Fortunen alles geben und zusammenhalten – auf dem Platz und auf den Rängen – feiern wir am 18.5. den Klassenerhalt!!

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo