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The Verkrampfung is back!

5 Okt

Die Fortuna verliert das zweite Spiel in Folge und läßt sich am Betzenberg drei Tore einschenken, ohne selbst auch nur einen Treffer zu produzieren und das, obwohl drei gelernte Stürmer von Beginn an den Roten Teufeln das Fürchten lehren sollten. Trainer? Ratlos! Spieler? Ratlos! Alle anderen irgendwie auch…

Wieder so ein Spiel, was keinen Spaß gemacht gemacht hat. Davon hatten wir in den vergangenen Jahren wahrlich genug. Nur mit viel Frust kann man im Moment als Fortune den Blick auf die Tabell der 2.Liga ertragen. Wir stehen punktgleich mit dem Vorletzen nach 10 Spieltagen auf dem Relegationsplatz – das hatten wir und alle Beteiligten sich wohl anders vorgestellt. Klar, die Fortuna steckt mitten im Umbruch und da gehören Rückschläge leider dazu. Das Problem hierbei ist aber, dass der besagte Umbruch bereits drei Jahre dauert und der Geduldsfaden langsam wirklich extrem dünn wird. Dies belegen auch ziemlich offensichtlich die Zuschauerzahlen in der Arena. Die Parallelen zu den vorherigen Spielzeiten sind da leider auch nicht wegzudiskutieren, obwohl das komplette Personal (bis auf wenige Ausnahmen) ausgetauscht wurde. Auch unter Mike Büskens ging es damals ähnlich los wie jetzt: ein neuer Trainer mit offensivem Konzept und zahlreiche neue Spieler kamen – Aufbruchstimmung in da House! Die Saison geht los; spielerisch überzeugt die Mannschaft, spielt erfrischenden Fußball, zwar nicht über 90 Minuten aber in jedem Spiel wird zu Saisonbeginn deutlich, was in der Truppe steckt. Was fehlt sind Konstanz und vor allem eins: Siege und die dazugehörigen Punkte! In der gleichen Situation stecken wir nun wieder: die letzten beiden Spiele ausgenommen, waren unsere Jungs in jedem Spiel mindestens ebenbürtig. Freiburg und Bochum, die beiden Spitzenreiter, wurden zu großen Teilen sogar an die Wand gespielt. Was aber komplett fehlt, ist der Ertrag in Form von Toren und Punkten. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport und wenn die entsprechenden Ergebnisse fehlen wird dies zu einem Problem. Für die hieraus resultierende Verkrampfung, war das Spiel in Kaiserslautern leider ein allzu bezeichnendes Beispiel:

Aufstellung und Taktik

Wieder wählte Coach Kramer die 4-2-3-1 Variante, allerdings sollte diesmal die personelle Brechstange die nötigen Punkte herbeiführen. Mit van Duinen, Ya Konan und Pohjanpalo standen direkt drei Mittelstürmer auf dem Platz, der Holländer in der Mitte und die anderen Zwei sollten (hierauf liegt die Betonung) über die Flügel Alarm machen. Demirbay begann auf der „10“ und die Doppelsechs wurde erstmals von Startelf-Rückkehrer Fink und Julian Koch besetzt. Somit rückte Mr.Schmitz wieder auf seine angestammte Position als LV und wie schon zuletzt komplettierten Haggui, Strohdiek und Schauerte die Viererkette. Rensing begann wie gewohnt im Tor. Bei den Gastgebern war Ex-Fortuna Gaus in der Startelf und irgendwie fürchteten sich alle davor, dass der dritte Ex-Fortune in Folge gegen seine alte Mannschaft treffen würde, wenigstens dies sollte uns aber erspart bleiben.

HZ1: Wiederholter Antrag auf Ecken-Verzicht

Minutiös werden wir dieses Spiel bestimmt nicht aufarbeiten, dafür gibt es einfach zu wenig Positives zu berichten! Wir legen mal damit los, wie wir uns zum wiederholten, wiederholten, wiederholten, wiederholten Male ein Gegentor nach einer eigenen Ecke einhandeln. Jetzt mal ganz ohne Ulk, es ist in den letzten zwei Jahren bestimmt schon das 10. Mal, dass wir die gleiche Spielszene beschreiben: wir haben einen Eckball, der Gegner blockt diesen ab, schaltet schnell um, unsere Hintermannschaft ist unsortiert und wird überlaufen und am Ende zappelt die Murmel in unserem Gehäuse! Wie kann das sein? Passiert dies 1-2 mal, gut, blöd gelaufen! Aber so? Die Fortuna ist seit Ewigkeiten komplett ungefährlich bei eigenen Eckbällen, an mehr als ein eigenes Tor nach einer Ecke können wir uns beim besten Willen nicht erinnern; dafür aber an zahlreiche Kontergegentore! Eckbälle, die ja eigentlich zu guten Chancen des eigenen Teams werden sollen, sind bei der Fortuna einfach nur kontaproduktiv und gefährlich – also, liebe Fortunen, bolzt beim nächsten Eckball das Spielgerät einfach direkt ins Seitenaus und lasst die Abwehrkette hinten in Formation bleiben! Der von uns vor einigen Monaten geforderte Antrag beim DFB auf Eckenverzicht, wäre auch immer noch eine Option…

Das Spiel selbst ist Chaos pur: beide Teams ackern und kämpfen, Spielfluss und geordneter Aufbau sind dafür absolute Mangelware. Unsere Jungs wollen zwar, rennen sich aber andauernd in der defensiven Ausrichtung der Gastgeber fest. Gute Einfälle und Zuspiele auf die drei Stürmer finden nicht statt. Hier liegt auch zumindest ein Teil des Hundes begraben, denn eigentlich war in den vorherigen Partien das Spiel über die Außenpositionen ein wichtiger Bestandteil der F95-Offensive, da hier aber nun „gelernte“ Mittelstürmer stehen und Linien-Flitzer wie Axel, Sararer und Bolly fehlen, funktioniert das Flügelspiel überhaupt nicht. Ernüchtert geht es in die Halbzeitpause.

 

HZ2: Schneid zu verkaufen!

Hatte sich Lautern in der ersten Hälfte noch so ziemlich darauf konzentriert defensiv gut zustehen, die Fortuna-Angriffe abzublocken und gelegentlich zu kontern, kam der Gastgeber mit forschem Offensivdrang aus der Kabine. Sofort brennt es lichterloh in Rensings Strafraum. So dauert es dann auch nur neun weitere Minuten, bis nach einem Freistoß irgendein pfälzer Verteidiger die Kirsche per Kopf zum 2:0 in unserem Tor versenkt. Wir haben zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Bock mehr auf das Spiel und glauben (leider, leider, leider) nicht daran, dass unsere Jungs das noch umbiegen können. Darin bestärken sie uns dann auch, denn die Offensiv-Bemühungen unserer Jungs bleiben leider genauso uninspiriert und erfolglos wie zuvor. Die Fortunen kämpfen zwar, aber die Gastgeber eben auch und die tun dies leider effektiver. Kaiserlautern hat dann noch ein paar Chancen den Sack komplett zuzumachen; nutzen tun sie dann erst die letzte Chance des Spiels in der Nachspielzeit und stellen den 3:0 Endstand her.

Fazit des Spiels

Verkrampfung macht sich breit. Dies begann bereits beim Heimspiel gegen Sandhausen, wo man unseren Jungs den Willen zu Siegen nicht absprechen konnte, die Mittel um diesen herbeizuführen aber gefehlt haben. In der Pfalz wurde dies nun fortgesetzt, kopf- und ideenlos wird angerannt, um den Sieg zu erzwingen. Leider haben unsere Kontrahenten aber auch immer Scouting-Abteilungen oder zumindest Fernsehgeräte, so dass sie sich gut auf die Fortuna in misslicher Lage vorbereiten können. Jedem ist klar, dass bei uns derzeit der Baum brennt. Nach dem Ausbleiben von Erfolgen, sei es durch Pech (bereits 12 Aluminium-Treffer) oder Unvermögen (dämliche Gegentore), ist jedem klar, dass sie Fortuna unter Druck steht. Aufgrund der offensiven Ausrichtung des Teams und der dazugehörigen Philosophie von Kramer, ist selbst dem debilsten Gegner bewußt, dass man sich gegen die Fortuna derzeit nur hinten reinstellen und mauern muss – denn Tore schießen wir eh zu wenige bis gar keine und hinten sind wir immer für mindestens einen dämlichen Lapsus zu haben. Die spielerische Leichtigkeit, die uns gegen Freiburg, Bochum und 1860 noch begeistert hat, ist komplett weg und alles ist bereits wieder genauso negativ verkopft wie im letzten Jahr. Ratlosigkeit wo man hinschaut.

Ausblick

Nun ist erstmal Länderspielpause und die Fortuna kann hoffentlich etwas durchatmen und sich neu sammeln, aber bringt das noch was? Wir hoffen schon, denn die Ansätze waren teilweise doch sehr gut anzusehen. Wichtig ist, dass die Verkrampfung gelöst wird, denn sie ist der Todfeind des Spiels. Die Querelen um Vorstands-Chef Kall und Aufsichtsrat sind bestimmt auch nicht hilfreich um wieder in die Spur zu finden, ebenso wenig wie mediale Panikmache (vielen Dank hier an die Herren „Journalisten“ von Bild, Express, RP und wie sie alle heißen!) oder Spieler-Bashing bei diversen sozialen Netzwerken. Hierzu noch ein kleiner Zusatz, da man, wenn es nicht läuft, immer wieder Stänkereien über die bösen Fußball-Söldner in den diversen Sozialen Netzwerken lesen kann: Leute, wacht doch bitte mal auf! Das ist PROFI-Fußball!!! Die Spieler verdienen damit ihren Lebensunterhalt, es ist ihr Beruf. Wenn man hier und da noch so Typen wie den Axel dabei hat, der Identifikation mit jeder Faser seines Seins vorlebt, dann kann man sich als Fußballromantiker glücklich schätzen, so jemanden in seinem Verein zu haben. Alles andere ist nostalgischer Irrsinn. Auch die „bösen Söldner“ wollen aus diversen Gründen gewinnen – denn verlieren ist auf so viel Ebenen total für den Allerwertesten!

Ein Trainer-Rausschmiss wäre aus unserer Sicht (noch) nicht die richtige Entscheidung. Bis zur Winterpause sollte das Trainer-Team noch Zeit bekommen das Ruder rumzureißen. Hoffen wir darauf, dass die Länderspielpause dazu genutzt werden kann die Verkrampfung zu lösen und das die Truppe wieder in die Spur findet. Wichtig ist es, dass die Fortuna zumindest aus den unteren Regionen der Tabelle herausfindet und sich in sicheren Gefilden der Tabelle wiederfindet, damit wieder Ruhe einkehren kann. Wenn das gelingt, dann können vielleicht in der nächsten Saison wieder andere Ansprüche formuliert werden.

Also, liebe Herren Profis und liebes Trainer-Team, krempelt die Ärmel hoch und gebt Vollgas, bevor der Druck auf dem Kessel nicht mehr zu regulieren ist!!

 

Hoffen wir das Beste gegen Bielefeld, denn viel mehr bleibt leider derzeit nicht übrig!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

 

P.S. …das mit Kall hat sich ja wohl dann schonmal erledigt! 😉

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Punktlandung auf’m Betze

28 Okt

Unsere Jungs nehmen nach einem intensiven Spiel gegen druckvolle Belzebuben einen wichtigen Auswärtspunkt mit. 

Ungefähr 17.18h oder 17.19h wird es gewesen sein, als Schiri Stark das Spiel abfiff. Und noch hatten wir uns alle nicht davon erholt, dass unsere in Gelb auflaufende Forteng kurz vor Schluss noch einen Treffer hinnehmen musste. Ausgerechnet Ex-Fortune Marcel Gaus egalisierte in der Nachspielzeit unsere hoooooch schmeichelhafte Führung. Aber egal, wie schmeichelhaft eine Führung auch sein mag, sollte man sie natürlich nicht wieder hergeben. Doch, hey, wir haben bei einer Mannschaft gepunktet, die ihre Gäste bis dato in fünf Spielen fünf Mal „ohne alles“ nach Hause geschickt hatte.

Vor der Partie bangten wir um einige angeschlagene Spieler. Die umkämpfte Nummer zu Hause gegen Pauli ist auf die Knochen gegangen. Drum waren wir gespannt, welches Team denn nun Olli Reck würde aufbieten können – Wechsel gab es aber nicht nur verletzungs- oder leistungsbedingt. Lars Unnerstall bekam gemäß Recks Aussage zu Beginn der Saison, er habe keine wirkliche Nummer 1, den Vorzug vor Rensing. Was die ätzende B!LD-Zeitung (nein, wird nicht verlinkt!) zum Eklat aufbauschen wollte, war so abgesprochen und lief ganz fair und sportlich-professionell ab.

AUFSTELLUNG & TAKTISCHE AUSRICHTUNG

Also, Unnerstall für Rensing. Ein gewagtes Unterfangen – schließlich wirkt sich das auch auf die Organisation in der Abwehr aus und besonders auf die Abwehrspieler. Aber: Dieses Risiko wollte Reck eingehen. Die Abwehrreihe blieb mit Schmitz, Soares, Bodzek und Schauerte ebenso unverändert wie das defensive Mittelfeld mit Pinto und Avevor. Da Charlie Benschop angeschlagen war, probierte Reck es mal wieder mit Liendl auf der #10 und schickte Erat auf die rechte Seite. Vorne gab Reck Jimmy wieder eine Chance – immerhin hatte er bei der letzten Partie gegen die „Toifel“ ja noch getroffen. Links peste wieder Axel, der seine angeschlagenen Knochen nach dem Pauli-Spiel zum Glück wieder fit kriegte. Mit nur einer echten Spitze stellte sich die Formation also als 4-2-3-1 dar. Es war klar, dass man gegen die heimstarken Lauterer erst mal dicht machen würde – so sah das Ganze auch eher nach einem tief gestaffelten 4-5-1 aus.

1. HZ: Hühnerhaufen und Dusel deluxe!

Kaum war angepfiffen, ging’s direkt rund. Freund Soares unterläuft/unterschätzt einen hohen Ball, sodass Marcel Gaus plötzlich allein vor Lars Unnerstall steht. Dieser macht sich aber so unendlich groß, dass Marcel Gaus gar ein wenig Angst bekommt und überhastet abschließen will. Kriegt er nicht hin und Unnerstall pariert grandios. Watt’n Beginn!! Man wusste nicht so recht, ob man sich jetzt über Soares ärgern, oder über Unnerstall freuen soll. Wir entschieden uns für Letzteres.

Doch diese Anfangsminute stärkte die Lauterer, während unsere Jungs total verunsichert wirkten. Nach vorne sollte nicht ein vernünftiger Pass gelingen. In den Zweikämpfen waren wir jedes Mal entweder zu langsam oder zu zaghaft. Und so spielten die Betzenberger munter auf. Deren „Alpen-Maradona“ Stöger auf links sollte unsere Truppe echte Probleme bereiten. Immer anspielbar und immer mit gefährlicher Idee. Entweder bediente er seine Mannschaftskollegen im 16er oder hielt selber aus der Distanz drauf. Zu stoppen war er nicht – außer von Unnerstall. Der parierte später einen super ausgeführten, flachen Freistoß von Demirbay und stieß sich dabei – im wahrsten Sinne des Wortes – um ein Haar den Kopp am Pfosten. Aber: nix passiert. Kein Gegentor, keine Beule.

Unsere Mannschaft stand super tief und ließ den technisch starken Lauterern viel zu viel Platz. Zum Glück hat der FCK keinen Knipser da vorne. Sie spielten gefährlich auf unser Tor, konnten aber unsere Unzulänglichkeiten hinten nicht ausnutzen. Naja, uns soll’s recht sein. Auffallend schwach waren… öhm… Alle außer Axel und Lars Unnerstall!

2. HZ: Erst Torjanpalo, dann der kollektive Sekundenschlaf

Wir hatten eigentlich mit einem Wechsel gerechnet. Aber wahrscheinlich waren zu viele zu schwach, als dass man da als Trainer hätte einen sinnvollen Wechsel tätigen können. Also hieß es an alle: Aufwachen, besser machen. Und eigentlich wurde es auch besser. Nicht unbedingt spielerisch, aber unsere Mannschaft ließ nicht mehr so viel zu. Das Rote-Teufel-Tempo war natürlich auch sehr hoch im ersten Durchgang, sodass da auch weniger Bissigkeit, Schnelligkeit und Frische zu sehen waren. Wir gewannen mehr Zweikämpfe und konnten den Lauterer Spielaufbau effektiver bremsen. Was unsere Jungs aber nach vorne spielten, war fürchterlich. Keinem wollte ein guter Pass gelingen.

Reck wechselte: Gartner für Pinto. Das sollte etwas mehr Ballsicherheit bringen, aber richtige Gefahr kriegten wir trotz mehr Ballbesitz nicht hin. Währenddessen verletzte sich nach Demirbay (Ende der 1. HZ) auch Ring beim FCK – sah böse aus; auch wenn uns ein geschwächter Mitkonkurrent zugute kommt: Beste Besserung! Die Partie blieb intensiv, aber ohne Höhepunkte. Tja, und dann kam er: Pohjanpalo aka Palimpalim aka Iceman aka Torjanpalo.

Sieben Minuten nach seiner Einwechslung fuhren die Lauterer einen schnellen Angriff; Überzahlsituation mit Tempo und einer wackeligen Fortuna-Hintermannschaft. Doch der spielführende Lauterer (keine Ahnung, wer es war) hätte links seinen mitgelaufenen Kollegen (auch keine Ahnung, wer es war) perfekt einsetzen können, spielte aber rechts rüber zu dem im Abseits düsenden „Toifel“ (guess what? keine Ahnung, wer es war) – da hammse eine echte Konterchance vergeigt. Und genau das ist die Vorgeschichte unseres Führungstores: Unnerstall jagt die Kirsche in des Gegners Hälfte, Liendl verlängert als Erster, Erat als Zweiter und plötzlich startet Pohjanpalo in den Sechszehner und schießt mit beeindruckender Entschlossenheit im Fall mit leichtem Vorsprung vor dem Verteidiger flach und präzise ins lange Eck: Ausrasten angesagt! Watt’n Typ!!!

Sollte dies der zweite d(RECK)ige Sieg in Folge werden? Leeeeider nein. Lautern gibt Gas und will es wissen. Und wir kriegen es nicht hin, das Ding zu sichern. In den Worten unseres Super-Buddies, Oliver, passierte das Gegentor wiefolgt: Unser Iceman traut sich nicht den Konter zu gehen und verliert den Ball unnötig an der Seitenlinie. Anschließend schafft es unser „Fußballgott“ Soares, den Ball per Querschläger ins Seitenaus statt nach vorne zu hauen. Und dann können sich Schauerte und Tugrul nicht einigen – obwohl das eher Tugruls Mann war – und greifen nicht rechtzeitig an. Das war eine geschlossene ‚Mannschaftsleistung‘. Wir fügen hinzu, dass auch Captain Bodzek mal wieder den entscheidenen Schritt zu spät kam und sich in diesen Reigen einfand.

Naaaaaja. Der Punkt geht schon in Ordnung, aber ärgerlich war es trotzdem.

PERSONELLES & AUSBLICK

Da die Truppe geschlossen keinen sonderlich guten Tag erwischte, nur einige positive Punkte: Unnerstall nutzte seine Chance. Super zu wissen, dass wir zwei richtig gute Keeper haben. Das tut dem Konkurrenzkampf gut und Reck zeigt, dass er solche Situationen auf gute Weise nutzen kann und beiden Keepern eine Chance gibt. Top! Pohjanpalo ist einfach beeindruckend. Das Tor war mit Leidenschaft erzielt – die Bude wollte er unbedingt. Axel ist endlich der verlässliche Leistungsträger, der selbst in einem Spiel, in dem alle schwächeln, seine Leistung bringt.

Und eines wurde besonders deutlich: Wie sehr BENSCHOP fehlt. Der Junge ist so viel unterwegs, dass er a) immer anspielbar ist und b) Räume öffnet, indem er Verteidiger auf sich zieht. Zudem gehört er zu den aktivsten Spielern im frühen Pressing. Bei unserer #35 ist es so ein wenig wie mit dem Bass in der Musik: den wahren Wert merkt man erst dann, wenn er fehlt. Darum ist es super zu lesen, dass sowohl er als auch Tah wieder mit der Mannschaft trainieren. Am Freitag gegen den in dieser Saison noch komplett ungeschlagenen Tabellenführer aus der Audi-Stadt werden wir aus dem Vollen schöpfen müssen.

Mit Reck als Trainer dürfte klar sein, dass die Fortuna in diesem Heimspiel auf Sieg setzen wird. Wir scheinen gut darin zu sein, Serien anderer Teams zu beenden. Dann machen wir doch einfach jetzt weiter damit und beißen uns oben weiter fest. Jemand was dagegen? Na also 🙂

In diesem Sinne – 95 OLÉ und bis Freitag.

Ingo & Adnan

Schlittenfahrt mit dem Teufel!

12 Mai

Unsere Jungs legen einen Blitzstart hin, schalten zwei Gänge zu viel zurück, um die Partie aber doch noch gekonnt für sich zu entscheiden. Ein Torreiches Spektakel zum Abschluss. Was für ein Saisonfinale…

Mit einem Umschaltspiel nach madrilenischer Art werden die roten Teufel von unseren Jungs bei den Hörnern gepackt und durch die Arena gezogen. Die beinahe „Königlichen“ vom Rhein sorgen mit tödlichen Pässen und teilweise eisiger Kälte vor dem Tor für einen versöhnlichen Saisonabschluß und der endgültigen Wiedervereinigung von Verein und Fans.

Watt lüppt dat lüppt!

Mit dieser Devise schickte „The Special One“ Olli Reck im 4-2-3-1 System die nahezu identische Mannschaft auf den Platz wie in der vergangenen Woche. Einzig Giefer durfte zum Abschied nochmal ran, was unser zweiter Keeper Rensing diesmal gelassen hinnahm. Fortuna beginnt erneut sehr selbstbewusst und verteidigt hoch, um den Gegner früh unter Druck zu setzen. Die Strategie zahlt sich sofort aus, denn schon in der zweiten Minute fängt Golley im Mittelfeld einen Pass ab und drückt sofort auf die Dreieckstaste seines PS3-Pads um Hoffer mit einem tödlichen Pass steil zu schicken. Dieser nimmt den Pass dankend an und setzt sich mit einem Blattschuss im Eins gegen Eins mit dem Ersatzkeeper Müller durch. Der frühe Treffer sorgt für noch mehr Sicherheit und die Kirsche rollt in unseren Reihen wie ein gut geschmiertes Kugellager. Denn wir erinnern uns an die Hinrunde: Wurde Fortuna hinten unter Druck gesetzt war sofort Pipi in der Hose, der Ball wurde zum Torwart zurückgespielt , der dann per Befreiungsschlag den Ball an den Gegner verlor. Heute gelingt es uns sehr häufig sich spielerisch und mit öffnenden Pässen zu befreien und Konter einzuleiten. So macht Fortuna mit Ihrem Umschaltspiel weiter Druck und erkämpft sich in der 9. Minute einen Eckball. Und tatsächlich, unseren Jungs gelingt es wie im letzten Heimspiel eine Ecke in bare Münze zu verwandeln. Nach erster Abwehr der Pfälzer schnappt sich Halloran den zweiten Ball und beschert uns mit einem Schlenzer ein Traumtor in den Winkel aus gut 16 Metern. Was für ein Start!

Guten Tach Herr Schlendrian!

So schön eine frühe 2:0 Führung auch ist, sie lädt erfahrungsgemäß leider immer dazu ein, den Autopiloten einzuschalten, wie auch in diesem Fall. Fortuna schiebt Ihre Verteidigung ein gewaltiges Stück nach hinten und steht häufig zu weit weg vom Mann. Den roten Teufel(chen) merkt man den Kampfeswillen an und die Pfälzer gelangen über Aggressivität erfolgreich zurück ins Spiel. In der 18. Minute forciert Lautern eine erste gute Chance und sorgt für flipperartige Zustände in Strafraum der Fortuna. Die wütende Art der Pfälzer drückt die Fortuna immer weiter nach hinten und ein Duft von Gegentreffer liegt bereits in der Luft.

Doch in der 30. Minute hat die Fortuna es dann in Hand den Sack zu zumachen. Mit einem Traumpass aus dem Mittelfeld wird Hoffer im Strafraum bedient. Dieser nimmt den Ball auch erst gut mit doch bekommt dann keinen Wumms mehr in den Schuss. Schade, denn damit wäre die Messe gelesen gewesen. Stattdessen wird der vergebene Gnadenstoß mit dem Gegentreffer bestraft . In schlendrianischer Manier fühlt sich beim Einwurf niemand für Matmour verantwortlich, der den Ball aus 25 Metern gekonnt aus halb linker Position ins Tor hämmert. Giefer ist zwar bei dem Schuss zu weit draußen, aber Ihn trifft keine Schuld denn Matmour hätte erst gar nicht erst zum Schuss kommen dürfen.

Der rote Teufel hat jetzt Blut geleckt und lässt unsere Jungs wie im wilden Westen mit Pistolenschüssen auf der Stelle hüpfen und tanzen. Als die Fortuna wie ein aufgeschrecktes Huhn den Aus-Schalter des Autopiloten sucht nutzt Stöger auf der linken Seite die Gelegenheit und vernascht gleich drei Gegenspieler um dann Idrissou am Fünfer zu bedienen. Der lässt es dann ordentlich klingeln, und man hofft dass die Fortuna zur zweiten Halbzeit wieder wach wird.

Turbo!

Die zweite Halbzeit beginnt leider wie die erste aufgehört hatte. Lautern spürt, das hier mehr als nur ein Unentschieden geht, spielt druckvoll nach Vorne und erarbeitet sich vor allem über die linke Seite viele Chancen. Fortuna beginnt mächtig an zu schwimmen, so dass Reck reagiert, und zwar so wie man es von Ihm in den letzten Wochen kennt. Er bringt keinen Betonbauer sondern mit Bolly einen pfeilschnellen Konterspieler. Mit dem Wechsel sorgt Reck bei den Pfälzern natürlich für Unsicherheit, denn von nun muss sich Lautern gut überlegen zu viel Druck zu machen weil Sie sonst in tödliche Konter gelangen. Und Recks Strategie geht auf! In der 70. Minute arbeiten sich Bolly und Liendl per Doppelpass nach vorne, dann schaltet Boll seinen Turbo ein und lässt die pfälzerische Abwehr im wahrsten Sine links liegen. Müller pariert zwar Bollys Schuss doch Liendl ist zur Stelle und mit einem „Pfiat di!“ staubt der Österreicher gekonnt ab.

Déjà-vu olé!

Was nun folgt ist eine Kopie der vergangenen Woche. Der Gegner macht auf und mit einem Köcher voll tödlicher Pässe wird Hoffer gefühlt ein Dutzend mal zu einem Eins gegen Eins auf die Reise geschickt. Bis zur 80. Minute müsste es mindestens 10:2 für uns stehen doch „Jimmy die Tulpe“ scheint in Müller seinen Meister gefunden zu haben. Wir befürchten schlimmeres, nämlich die Quittung, genau wie vor sieben Tagen.

SO macht man das!

Auch Olli Reck merkt, dass Hoffer wohl mit seinem Österreichisch am Ende ist und schaut noch mal auf sein Kartenblatt. Doch die Entscheidung, ob man für Hoffer lieber einen Sechser zur Absicherung oder doch eher einen Stürmer bringen soll wird Ihm überraschenderweise abgenommen. Mit einem diebischen Grinsen steht Benschop bereits neben dem vierten Unparteiischen an der Seitenlinie und fordert seine Einwechslung! Da Reck eh lieber vorne feste drauf haut als hinten zu mauern lässt er sich nicht zweimal bitten und bringt Charlie für Hoffer. Und als ob die Aktion von Benschop nicht schon genug an die historische Selbsteinwechslung von Günther Netzer erinnert, vollendet unserer karibischer Stürmer die Aktion genauso erfolgreich mit einer Bude wie die die Friseur des Jahres 1973! Nach dem Tor wirft Charlie dem gerade ausgewechselten Hoffer noch einen augenzwinkernden Blick zu. Die Message ist klar: „SO geht das!“ J

Die Resthoffnungen der Pfälzer sind dahin und dieroten Teufel packen den Dreizack ein. Wir freuen uns über einen weiteren wohlverdienten Sieg!.

Ausblick

Wir sind uns alle einig – noch drei Spieltage mehr und wir würden den Aufstieg feiern! Fortuna ist in einer beachtlichen Form und es ist schade, dass wir daraus kein weiteres Kapital mehr schlagen können. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft diesen Schwung mitnimmt in die nächste Saison. Einige Spieler verlassen den Verein und es werden vermutlich noch 3-4 Spieler gezielt für die einzelnen Mannschaftsteile eingekauft. Insbesondere in der Defensive merkt man bereits wohin die Reise gehen soll. Gut verteidigende aber vor allem auch spieleröffnende Spieler werden gesucht um nicht nur das Konterspiel zu optimieren sondern im besten Fall auch für Dominanz zu sorgen.

Und nu?

Wie in der Saison zuvor schafft es Fortuna mit einer gehörigen Portion Ungewissheit in die nächste Saison zu starten. War es beim letzten Mal noch die Frage ob wir überhaupt aufgestiegen sind oder nicht, sorgen wir tatsächlich erneut für ein Novum in der Bundesligageschichte. Obwohl man zwei Trainer zur Verfügung hat, stellt sich weiterhin die Frage: Wer zur Hölle ist denn nun Trainer in der nächsten Saison? Die Zahlen sprechen natürlich deutliche Worte, doch leider nicht unser Vorstand. Also warten wir ab und hoffen, dass der Verein möglichst schnell für Klarheit sorgt. So oder so, die Fortuna macht wieder Spaß und wir können uns auf die nächste Saison freuen!

 

In diesem Sinne – 95 olé!

Euer Oliver „Olle“ Hilgers

PS: Es wird zum Abschluss dieser Saison 2013/14 noch einen amtlichen Saisonabschlussblog an dieser Stelle geben. Dabei werden wir Revue passieren lassen, was wir alles über uns ergehen lassen mussten, bis Reck & Co. dieses fulminante Saisonfinale hinlegten. Auch wollen und werden wir ein paar Worte zu den Ab- und Zugängen verlieren. Da gibt es Einiges aufzuarbeiten.

 

Angenehmer Rollentausch am Betze

11 Dez

Unsere Jungs fahren am Betzenberg einen Auswärtssieg ein, der sich wahrlich gut anfühlt. Es war sicherlich viel Glück dabei. Doch das hat sich das Team durchaus erarbeitet. Oliver Reck feiert einen gelungen Einstand Dank Hoffers Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Endlich mal wieder ein Spiel, bei dem die Fortuna einfach mal Fortuna sein darf: So, wie sie es kann. Die Jungs waren die komplette Vorrunde mit der Favoritenrolle als Bundesligaabsteiger absolut überfordert. Die Vorgabe der Verantwortlichen, dominanten Fußball zu spielen, stellte die Jungs vor größte Probleme. Schließlich war es der selbe Kader, mit dem man zuvor auf Konter spielte. Jahrelang war es die Mannschaft unter Meier gewohnt, den Gegner das Spiel machen zu lassen und selber auf Gegenangriffe zu setzen. Bereits in der Aufstiegssaison, als wir die Rückrunde in der Zweiten Liga als Aufstiegsaspirant bestritten, taten wir uns unendlich schwer. Doch eben diese Außenseiter-Rolle durfte unsere Truppe nun in Lautern wieder aufnehmen; schließlich war der Hausherr klarer Favorit.

Aufstellung & Formation

Tja, und wen sollte (Interims?)Trainer Oliver Reck beim heißen Tanz auf dem Betzenberg nun aufs Feld schicken? Wir waren gespannt wie Flitzebögen! Nach seinem mystischen Bankdrückertum fand Stelios Malezas endlich wieder  den Weg in die Innenverteidigung neben Latka; Levels verteidigte auf Rechts und etwas überraschend spielte der wiedergenesene Bomheuer den linken Part der Viererkette. Wie gegen den KSC übernahmen Fink und Gartner das zentrale Mittelfeld. Ben Halloran bepflügte die linke Außenbahn und mit Tugrul Erat durfte im rechten Mittelfeld ein echter Jung-Fortune ran, der großen Anteil am derzeitigen Höhenflug der „Zwoten“ hat (stolze 12 Scorerpunkte – darunter vier Tore). Kurzum: ein hoch verdientes Debut. Hoffer und Benschop komplettierten die Startelf und es entstand ein 4-4-2 mit zwei echten, wenn auch flexibel und beweglichen Stürmern; taktisch war die Mannschaft trotzdem sehr defensiv eingestellt. Das war aber auch in Ordnung so, denn FCK Trainer Kosta Runjaic hatte  sein mit 2.Liga Top-Spielern (Idrissou, Occean, Löwe, Fortounis, Dick) gespiektem Team eher eine offensive Marschroute eingeimpft.

1. HZ: Catanacio Deluxe & „italienische“ Effizienz

Direkt ab Anpfiff machen sich die taktischen Ausrichtungen sofort bemerkbar: Lautern setzt komplett auf Angriff- und unsere neuformierte Abwehr sofort unter Druck. In den ersten 20 Minuten spielen eigentlich nur die „Roten Teufel“, die Fortuna steht tief in der eigenen Hälfte und attackiert den Gegner erst ab der Mittellinie. Aber man merkt zu Beginn, dass sich die Jungs erstmal finden müssen. In dieser Phase spielt sich der Gegner einige gute Chancen heraus, die aber allesamt leichtfertig oder glücklos vergeben werden. Giefer steht zudem absolut sicher. Danach werden unsere Jungs auf einmal sicherer und ziehen einen klassischen Catanacio auf, während Lautern anfängt, an dem angerührten Fortuna-Beton zu verzweifeln. Der handlungsschnelle und passsichere Gartner und „Grätschmeister“ Fink machen die Mitte dicht und beginnen nun auch, das Konterspiel anzukurbeln. Benschop rackert wieder für Zwei und selbst Hoffer merkt man an seiner alten Wirkungsstätte an, dass er besser im Spiel ist als bei seinen bisherigen Auftritten für die Fortuna. Die Angriffe der Lauterer werden zusehends ratloser, denn es wird immer öfter das hohe Anspiel in die Spitze probiert, aber Fabian Giefer, der an diesem Tag eine exzellente Strafraumbeherrschung zeigt, fängt die Pfälzer Bemühungen ab.

In der 31. Minute wird dann der erste gefährliche Angriff von der Fortuna direkt in Zählbares umgemünzt. Bei den Gastgebern versagt die Abseitsfalle kläglich und Benschop schickt seinen österreichischen Sturmpartner mit einem Traumpass in die Gasse Richtung Tor: „Jimmy“ macht das dann richtig klasse: gute Ballannahme, schneller Antritt, Torwart Sippel beim Rauslaufen schön ausgeguckt und mit einem satten und flachen Linksschuss markiert er dann sein erstes Liga-Tor für F95! Der Treffer tut unseren Jungs merklich gut und spielt uns taktisch bestens in die Karten. Mittlerweile sitzt die Abwehr sattelfest und wir haben gezeigt, dass wir vorne watt hinkriegen. Die Fehlerrate ist überraschend gering und Lauf- und Kampfbereitschaft stimmen auch. Die Fortuna zieht nun die Betonwand sogar noch ein Stück höher,  Benschop ist so oft beim Aushelfen am eigenen Strafraum zu finden – fast so, als wäre er etatmäßiges Mitglied der Viererkette. Wir müssen jedoch festhalten, dass unsere Defensive enorm viel zulässt; aber die Belzebuben waren einfach nicht konsequent. Also: Führung zur Pause!

2. HZ: Lauterer Verzweiflung und ein bißchen Glück 

Oliver Reck war schon während der ersten Halbzeit ein echter Aktivposten in der Coachingzone; Anfeuern, Dirigieren und Verbessern, alles dabei; lautstark und dynamisch coacht er die Jungs von der Seitenlinie. In einer exemplarischen Szene gestikuliert er zu seinen Spielern, sie sollen mit breiter Brust auf dem Platz agieren. Ein wichtiges Signal und es scheint zu fruchten: Denn unsere Jungs sind genau so entschlossen wie in der ersten Halbzeit und strahlen insgesamt wesentlich mehr Sicherheit aus. Lautern versucht zwar sofort wieder das Heft in die Hand zu nehmen, findet aber weiterhin kein Mittel, unseren Kasten wirklich zu gefährden. Als dann in der 68. Minute (für uns zunächst etwas überraschend) Paurevic für Benschop eingewechselt wird, findet der Gegner in unserer Hälfte noch weniger Raum. Und wir verstehen es, immer besser, Konter zu setzen. Erat und Hoffer verpassen es leider, den Sack frühzeitig zu zumachen. Sippel pariert zwei Mal stark. FCK-Trainer Runjaic leitet mit den Einwechslungen von den Offensivakteuren Zoller und Ex-Fortune Marcel Gaus die Schlussoffensive ein und wird dafür sogar fast noch belohnt. In der 86. Minute erzielt Zoller nach einem Zuspiel von Olivier „Billy“ Occean den eigentlich regulären Ausgleichstreffer… aber auch wir haben mal Glück: Das gute (weil ansonsten sehr unscheinbare) Schiedsichtergespann entscheidet auf Abseits! Puh – Schwein gehabt! In der Nachspielzeit zelebriert dann der überragende Giefer noch eine kleine Flugeinlage – als Zoller knapp am Tor vorbei semmelt, dann: Abpfiff, Erleichterung, Jubel!

Personelles & Ausblick

Klar, Lautern hat eine Chancenverwertung an den Tag gelegt, die fast schon peinlich anmutete. Jedoch hat Giefer einen enorm starken Auftritt hingelegt. Die Wechselgeschichte zu Schalke wurde wieder ausgebuddelt – fast exakt ein Jahr nach den ersten Spekulation. Doch diesmal war er unbeirrt und strahlte beeindruckende Präsenz aus. Er hat einen großen Anteil am „zu null“. Dahingegen ist Latka noch weit von Normalform entfernt. Er foult viel häufiger als sonst und ist auch nicht mehr so eine Bank im Zweikampf. Hoffen wir, dass er sich mit Malezas, der im Vergleich sicherer war, schnell wieder einspielt. Levels war auf Rechts unauffällig, Bomheuer hingegen machte in vielen Szenen klar, dass er kein Außenverteidiger ist. Er wurde häufig ausgespielt, da er auf den Punkt den Zweikampf suchte, statt den Gegner im Lauf zu „stellen“. Garnter dürfte sich seinen Stammplatz nun sicher erarbeitet haben. Fink war „okay“. Kurz vor Schluss leistete er sich aber erneut einen fatalen Ballverlust, den der 1. FCK an anderen Tagen gerne zum last-minute-Ausgleich genutzt hätte. Erat hat ein riesiges Debut gespielt. Er harmonierte gut mit Levels und konnte gefährliche Offensivakzente setzen. Halloran war da etwas blasser. Das mag aber eben auch an seinem Partner auf link gelegen haben. Bomheuer tat eben nichts für die Offensive. Benschop ist wirklich ein unermüdliches Arbeitstier, der nach 60-70 Minuten völlig ausgepumpt ist. Sein Assist auf Hoffer war spitze – und Jimmy hätte es eigentlich verdient gehabt, vor Jubel zu explodieren. Aus Respekt vor seinem ehemaligen Arbeitgeber tat er es jedoch nicht.

Kommenden Samstag geht es zur krisengebeutelten Kotzbusser Energie. Auch wenn wir auf dem Papier dann nicht mehr Außenseiter sind, sollten wir die Hausherren ebenso wie in Lautern einfach kommen lassen. Schließlich sind die mächtig unter Zugzwang. Mit dem Aufwind aus Kaiserslautern könnten wir auch dort dann wieder gezielt zustechen. Fink hat seine Fünfte Gelbe bekommen. Somit dürfte Lumpi wieder ins Team rücken. Gianniotas dürfte auch wieder fit sein. Vielleicht darf auch er sich Chancen ausrechnen – für Halloran? Hinten links war Christian Weber wesentlich stärker als Bomheuer. Mal sehen, was sich Olli Reck da einfallen lässt.

Wir können nur hoffen, dass unsere Jungs den Geist vom Betze positiv aufgreifen und sich weiterhin stärken, um am 22. Dezember… Ja, Ihr wisst schon 😉 Aber jetzt erst mal den Blick nach Cottbus richten, richtig? Richtig! In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Startschuss Olé!

19 Jul

So, werte F95-Community! Bitte anschnallen, denn es geht endlich in die neue Saison! Ärgernis und Trauer über den vermutlich vermeidbarsten Abstieg unserer Vereinsgeschichte sind vollends verflogen. Denn die Vorfreude auf eine neue Saison mit unserer geliebten FORTUNA hat ihr Maximal-Level erreicht. Niemand kann mehr warten, bis die Kirsche endlich wieder rollt. Es hat sich in den vergangenen Wochen viel getan bei unserer Mannschaft und man darf gespannt sein, wie sich das sportlich auswirken wird. Um mal etwas zu sortieren, wie wir nun aufgestellt sind und was man von unseren Jungs erwarten kann, nehmen wir uns in unserem Eröffnungsblog der Saison 13/14 einen ausgedehnten Kadercheck vor. Anschließend sollten wir in der Lage sein, zu formulieren, mit welcher Zielsetzung unsere Jungs an den Start gehen. Und los geht das…

Im Tor: Luxusproblem oder heikler Zweikampf zwischen den Pfosten?

Wir hatten ja schon vergangene Saison wirklich starke Keeper in unseren Reihen. Mit dem Weggang von Robert Almer und dem Neuzugang Michael Rensing hat sich unsere Situation dahingehend aber sogar noch verbessert. Er und Giefer sind erstligataugliche Torhüter – Rensing gar mit Erfahrung auf Topniveau. Während Giefer bei hohen Bällen und auf der Linie riesiges Potenzial gezeigt hat, ist Rensing wohl der Bessere bei Spieleröffnung und Abstimmung mit der Abwehrreihe. Es ist zu hoffen und durchaus denkbar, dass Giefer und Rensing einander zu Bestleistungen drängen.

Mit zwei solchen Knaller-Keepern gesegnet zu sein, birgt aber auch eine gewisse Gefahr in sich. Jürgen Klinsmann kann da bestimmt ein Liedchen von zwitschern, wenn man sich ein Mal an die medialen Kahn-Lehmann-Tumulte zurückerinnert. Giefer und Rensing sind beide selbstbewusst; der Eine mit überdurchschnittlichem Talent; der Andere mit überdurchschnittlicher Erfahrung. Beide sind zu 100% davon überzeugt, die klare Nummer 1 zu sein. Hoffen wir mal, dass Torwarttrainer Oliver Reck und Chefcoach Mike Büskens diesen potentiellen Unruheherd schon im Keim ersticken und sich die Jungs auch untereinander respektvoll verhalten; denn stänkernde Bankdrücker könnten für das Teamgefüge und die Konzentration bei der Mission Wiederaufstieg doch recht kontraproduktiv sein.

Kurzum: Wir sind im Tor top aufgestellt! Andere Zweitliga-Clubs und gar mancher Erstligist dürften uns darum beneiden.


Die Abwehrreihe: Innen massiv; außen rasant!

Schauen wir uns zunächst unsere Innenverteidiger an: Hier finden wir eine gute Mischung aus Erfahrung und Talent vor. Mit Martin Latka – dem Königstransfer der letzten Winterpause – und Stelios Malezas haben wir zwei Nationalspieler. Über Latkas Qualitäten muss man nichts mehr sagen: schlichtweg grandioser Abwehrspieler. Gut, dass er bei uns bleibt. Malezas hatte nun Verletzungspech, ist aber in Normalform auch ein wirklich sicherer Rückhalt. Dustin Bomheuer hat im Testspiel gegen AS Monaco viele beeindruckt: gutes Stellungsspiel, reaktionsschnell und sogar flink auf den Beinen. Die Abstimmung mit Latka passte. Dahinter hätten wir dann noch Bruno Soares, dem zu wünschen ist, dass er endlich länger verletzungsfrei bleibt; und eben noch Juanan, dessen Leistung in der Bundesliga arg durch seine eineinhalb Eigentoren verzerrt wurde – er hat teilweise sehr solide Spiele gezeigt und wird in der zweiten Liga locker bestehen können. Er dürfte aber dritte oder vierte Wahl sein.

Kommen wir zu den Außenverteidigern: im Vorbereitungsspiel gegen Monaco waren die taktischen Änderungen im Spiel der Fortuna unter Mike Büskens am deutlichsten bei den AV sichtbar. Insgesamt standen sie viel höher als noch in der letzten Spielzeit. Balogun, Ramirez und später auch Levels schalteten sich immer wieder in Angriffe ein und setzten die Monegassen ordentlich unter Druck; daraus resultierten das 1:0 durch Reisinger und der Elfmeter nach dem Doppelfoul an Gianniotas und Levels. Nach der Verpflichtung von Heinrich Schmidtgal waren wir uns absolut darüber einig, dass der Ex-Fürther alles mitbringt, um die linke Seite der Fortuna zu beackern. Da „Heini“, das Kraftpaket, sich aber leider noch mit einer älteren Verletzung rumplagte und somit großteilig die Vorbereitung verpasste, gelang es dem im Winter verpflichteten Ramirez sich für die Erste Elf wärmstens zu empfehlen. Was der junge Ecuadorianer im Test gegen Monaco auf den Platz brachte, war schon sehr beeindruckend. Quirlig, schnell, passsicher, technisch stark und zudem ordentlich bissig und trotz seiner Größe zweikampfstark. Wenn der Junge das Gezeigte in den ersten Ligaspielen bestätigt, wird es für Schmidtgal nicht einfach in die Startelf zukommen. Auf der rechten Seite wird die Entscheidung für Büskens wohl ähnlich schwer wie die Beantwortung der Torwartfrage. Levels und Balogun bewegen sich auf sehr ähnlichem Niveau. Beide machten gegen Monaco nach vorne Dampf und standen auch nach hinten gut; beide haben sich bei vergleichsweise wenig Stockfehlern gut ins Kombinationsspiel eingeschaltet. Balogun hat im direkten Vergleich sicherlich Vorteile bei der Schnelligkeit und im Kopfballspiel, während Levels der Bissigere der Beiden ist. Wenn man sich mal erinnert, welche WAHNSINNS-QUALITÄT  bei den Gegenspielern unserer AV in der Bundesliga am Start war (Ribery, Farfan, Reus, Kuba, Elia, Schürrle, blablabla) sieht das Ganze in der zweiten Liga weitaus entspannter aus. Dem sind unsere Jungs ganz sicher gewachsen.

Kurzum: Wir verfügen über eine richtig starke Abwehrreihe. Auch hier dürften wir ligaweit am besten besetzt sein.


Das defensive Mittelfeld
: Staubsauger, Kampfschweine, Laufwunder, Techniker?

Streng genommen verfügt Mike Büskens über vier Spieler, die für das zentrale, eher defensive Mittelfeld in Frage kommen. Adam Bodzek war bis auf seine verletzungsbedingte Auszeit in der vergangenen Saison einer unserer konstantesten und besten Akteure. Er gewinnt enorm viele Bälle an strategisch wichtigen Punkten und hat gelernt, viel weniger zu foulen. Wenn er jetzt noch stärker im Spielaufbau werden würde, stellt er einen kompletten „Sechser“ dar. Lumpi wird stets neben oder leicht vor ihm auflaufen. Ohne Zweifel wird das Leben für Lumpi in der Zweiten Liga leichter – es geht alles nicht so schnell und auch physisch dürften die Gegner nicht mehr so stark sein. Neben Bodzek wird er seinen Startplatz erst mal sicher haben. Oliver Fink hat es versäumt, konstant seine technischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Mal blitzten sie auf, doch dann zeigte er wieder durchwachsene Leistungen. Vielleicht war aber auch für ihn und seinem eher offensiver ausgerichteten Spiel in der Mittelfeldzentrale die Bundesliga eine Nummer zu groß. Bleibt noch Ivan Paurevic. Er kam tatsächlich noch mal am letzten Spieltag gegen Hannover zum Einsatz. Er wird seine Chance bekommen – gerne auch mal als Einwechslung, wenn einer der 6er schon die Gelbe Karte gesehen hat.

Es gibt aber noch einen fünfte Mann für das zentrale Mittelfeld: Neuzgang Christian Gartner ist ein potentielles Top-Talent im Kader – als 8er oder auch als 10er denkbar. Der Österreicher aus dem beschaulichen Mattersburg war in seiner Entwicklung durchgehend ein Eckpfeiler und sogar Kapitän diverser U-Mannschaften seines Landes; neben einem guten „Auge“ und Spielintelligenz wird dem 19-jährigen auch ein sehr präzises Passspiel nachgesagt – alles Qualitäten, die wir auch in der letzten Saison gut hätten gebrauchen können. Wenn sich Gartner eingelebt und akklimatisiert hat, wird er zur ernsten Konkurrenz vor allem für Lumpi. Wenn sich seine Entwicklung bestätigt und die Fortuna in Zukunft ihr Heil in der Offensive sucht, dann passt Gartner als passsicherer 8er eventuell besser ins System als unser verehrter Kapitän, der seine Stärken eher in der Balleroberung hat. Das wird spannend.

Kurzum: Wir sind in der Mittelfeldzentrale gut aufgestellt. Entscheidend wird die Frage sein, ob das grundsolide Abwehrverhalten auch in kreativen Spielaufbau münden wird. Dann wären wir nicht nur gut, sondern verdammt gut aufgestellt.


Das offensive Mittelfeld

Für das  offensive Mittelfeld hat Wolf Werner die meisten Neuverpflichtungen präsentiert. Für die beiden  äußeren Mittelfeldpositionen wurden als Konkurrenten für Bolly und Bellinghausen der Australier Ben Halloran und der griechische U-20 Nationalspieler Giannis Gianniotas verpflichtet. Beide haben in etwa die gleichen Stärken und sind echte „Dampfmacher“. Im Spiel gegen die neu(wieder)reichen Steuergünstlinge hinterließen beide einen guten Eindruck; gerade der junge Grieche, der nach der gespielten U-20 Weltmeisterschaft eigentlich gar keinen Urlaub hatte und direkt ins zweite Trainigslager zur Mannschaft gestoßen war, stellte selbst erfahrene Championsleague-Gewinner wie Eric Abidal mit seinen Tempodribblings vor Probleme.

In der letzten Saison waren Voronin und Ilsö als kreative Vorlagengeber für die Zentrale der Fortuna auserkoren und versagten zu unser aller Leidwesen auf ganzer Linie. Aber neue Liga, neues Glück! Mit Lewan Kenia haben wir einen hochtalentierten neuen 10er, der vom ehemaligen Bundesligatrainer Klaus Toppmöller über den grünen Klee gelobt wurde. Der gleiche Toppi hat übrigens in Leverkusen Ballack und Lucio zu Weltklassespielern geformt und über den damals noch ziemlich unbekannten Dimitar Berbatov so ziemlich das Gleiche gesagt, wie auch über Kenia. Hoffen wir mal, dass Toppmöller Recht behält und Kenia nach seiner langen Verletzung bei uns sein Talent ausschöpft. Dann hätte er das Zeug, die Fortuna zurück in die erste Liga zuführen.

Kurzum: Besonders auf diesen Positionen haben wir sehr viele Talente – allerdings muss sich dieses Talent erst entwickeln. Somit ist die Offensivabteilung im Mittelfeld noch kein Garant. Da werden wir abwarten müssen.


Abteilung ATTACKE: Die jungen Wilden und der „Reise“

Geben wir es zu: Wir haben uns einen Knipser gewünscht. Jemanden, bei dem klar ist: Hat der die Pille, knülzt er sie rein. Aber Fakt ist leider auch, dass das europaweit übernommene 4-2-3-1 System genau diesen Spielertypen aussterben lässt. Alles kommt über außen – selbst die Torschützen. Da werden gute Stürmer für die klassische 9er Position Mangelware. An Poté waren wir dran; ebenso an Olivier Occean und sogar Gerald Asamoah – angeblich. Nun ist unser Neuzugang Charliston Benschop. Großgewachsen, bullig, aber dennoch beweglich. Im letzten Test gegen Büderich hat er sich gut in Szene gesetzt. Wir sind gespannt, was er reißen kann. Zweitliga-Format sollte er in jedem Fall haben. Von fürchterlichem Pech war die Überraschungsentdeckung der Vorbereitung verfolgt: Ilhas Bebou, eine echte Perle aus unserer Jugend. Er hat in den Testspielen richtig Alarm gemacht. Es ist zu hoffen, dass er schnell den Anschluss an das Mannschaftstraining findet und ihm Mike Büskens dann auch wieder die Chance gibt, sich zu zeigen – das muss unseren Trainer von Norbert Meier unterscheiden.

Unter Meier hatte Gerrit Wegkamp die Möglichkeit, ein paar Minütchen Bundesligaluft zuschnuppern – allerdings auch nicht mehr. Für seinen Neuanfang unter Büskens scheint er sich viel vorgenommen zuhaben, denn in der Vorbereitung hat er sich als treffsichere Alternative präsentiert. Gerade die Chemie mit Stefan „Reise“ Reisinger scheint in der Offensive zu stimmen. Gegen Monaco erzielten sie immerhin alle Tore und haben auch ganz ordentliches Pressing gespielt. Reisinger ist im Kader sicherlich der Stürmer mit der größten Erfahrung und dürfte in der zweiten Liga für eine zweistellige Torquote gut sein.

Kurzum: Ein Reise in Normalform und ein Durchstarter unter unseren Jungspunden da vorne könnten viel Freude bereiten. Torgranaten haben wir weiterhin nicht. Aber, wer hat die schon in Liga 2…?

Der Glaube an junge Talente!

Insgesamt ist es schön zu beobachten, dass wir uns diesmal gleich mehrere talentierte Jungspunde geangelt und (bis auf Benschop) alle auch fest verpflichtet haben – angeblich sogar ohne Ausstiegsklauseln! Da hat der Verein aus der Vergangenheit, als wir die Harniks, Beisters, Kruses und Lukimyas ziehen lassen mussten, gelernt. Die Fortuna hat mit Bomheuer, Gartner, Kenia, Halloran und Gianniotas gleich fünf äußerst talentierte Youngster verpflichtet; falls nur zwei davon den „Maxi Beister“ machen und bei uns richtig durchstarten, werden wir viel Freude an ihnen haben. Dazu kommen ja noch aus dem letzten Jahr Ramirez, Wegkamp, Omae und Bolly, die ebenfalls noch eine Menge Entwicklungspotential in Petto haben und zu guter letzt hat der Verein ein paar Toptalente der eigenen Jugendabteilung mit Verträgen ausgestattet. Es scheint so, als wäre es Wolf Werner und Mike Büskens gelungen, eine gute Mischung aus routinierten (aber nicht alten) Profis und jungen Wilden zusammenzustellen. Es bleibt allerdings auch abzuwarten, wie schnell sich die Neuen integrieren. Hier muss man gerade bei jungen Spielern geduldig sein.

Ausgangssituation & Konkurrenz: Alles auf Wiederaufstieg?

Die Konkurrenz schläft nicht – in diversen Umfragen zur zweiten Liga sind sich die Experten einig, dass es in der Jubiläumssaison (Allet Jute zum Vierzigsten!) ein ziemliches Hauen und Stechen um die Aufstiegsplätze geben wird, bei dem die halbe Liga beteiligt sein wird. Gehen wir mal durch, wer ganz oben mitspielen dürfte:

Natürlich ist der 1. FC Kaiserlautern als Drittplatzierter der Vorsaison zu nennen. Da Braunschweig und die verschissene Hertha eine überragende Saison gespielt hatten, konnten die Roten Teufel nur abgeschlagen Dritter werden. Doch man sah in den Relegationsspielen gegen Hoffenheim, dass den Lauterern letztlich eine Menge gefehlt hat. Einzig Baumjohann zeigte erstligataugliche Qualitäten – und der ist jetzt weg. Es stellt sich daher die Frage, wer Mo Idrissou und den Frisch „verteufelten“ Olivier Occean versorgen soll. Daher ist Lautern auf dem Papier zwar stark; es ist aber denkbar, dass sie der Weggang von Baumjohann stark schwächt. Mitabsteiger Greuther Fürth muss hingegen allein schon aufgrund des selbst in der Bundesliga stets gezeigten Offensivfußballs als Topfavorit gelten. Sie spielen seit Jahren offensiv und haben in der Bundesliga lediglich zu viele Buden hinten kassiert und vorne die Dinger nicht gemacht. Der Qualitätsabfall in der Zweiten Liga wird besonders der Fürther Spielphilosophie zugute kommen – zudem ist die Truppe eingespielt. Leider müssen wir an dieser Stelle auch die Unaussprechlichen aus _ #+%öln nennen. „Däh Effzeh“ hat in der letzten Saison unter Stanislawski etwas zu spät die Kurve gekriegt und ist lustigerweise dem Aufstieg aus dem Weg gegangen. Auch das Team scheint sehr eingespielt. Dank ihres Verbleibs in Liga 2 werden wir endlich wieder richtige Derbys bekommen, wo wir denen am besten zwei Mal zeigen werden, wer am Rhein das Sagen hat! Trotzdem werden sie es uns schwer machen. Mit Ujah, Risse und Halfer wurde die Offensive gut verstärkt und mit Schmadkte ist ihnen leider wirklich der echte Coup gelungen. Wenn sie ihn lassen, wird er aus unserem Nachbarn einen wirklich ernstzunehmenden Gegner im Aufstiegsrennen machen. Eine absolute Variable ist hierbei aber noch der neue Trainer Stöger.

Als Geheimfavoriten könnte man den VFL Bochum bezeichnen. Unter Schnäutzerlegende Peter Neururer ist denen wirklich alles zuzutrauen. Mit Christian Tiffert haben die Ruhrpottler zudem einen sehr cleveren Transfer eingetütet und einen neuen Leader verpflichtet und mit Sukuta-Pasu, der seit Jahren als Top-Talent im deutschen Fußball gehandelt wird, hat sich ein weiterer sehr interessanter Stürmer den Bochumern angeschlossen. Nicht vergessen sollten wir bei all dem Union Berlin, FSV Frankfurt, Energie Cottbus und 1860 München. Die spielen eigentlich immer wieder irgendwie da oben mit, gleichen manchmal einer Wundertüte. Also: Obacht!

Jetzt darf es aber auch bitte losgehen!

Nun gut – wir haben nun genug rumsinniert. Auch wir wollen jetzt einfach nur noch den Anpfiff hören und unsere Jungs in Rot anpeitschen. Wir freuen uns wie Bolle (und Bolly) auf die neue Saison und hoffen, Euch Woche für Woche interessante Diskussionen und Analyen zu den Spielen zu liefern. Über 23.000 verkaufte Dauerkarten machen deutlich, dass das Herz der Stadt weiter für die Fortuna pocht – denn Liebe kennt keine Liga!

Der Countdown läuft – in diesem Sinne!

Ingo & Adnan