(Besc)Heidenheim

18 Aug

Uninspiriert, harmlos und ohne jedwedes Feuer setzt es die zweite Saisonniederlage in Folge. Unsere Jungs lassen 90 Minuten lang missen, was wir eigentlich in dieser Truppe meinten, gefunden zu haben.

So manch einer war ja bereits nach dem Pokalspiel bei RWEFUV bedient. Zu spielschwach zeigte sich unsere Mannschaft beim A52-Nachbarn. Und dennoch: immerhin waren wir wie in den Vorjahren nicht nach einer solchen Partie ausgeschieden, sondern schafften Dank Unnerstall gepaart mit Essener 11er-Nervosität den Schritt in die nächste Runde. Einen Schub Selbstvertrauen hat man dort aber sicher nicht getankt – so viel steht mal fest. Und nun ging es also ins südliche Ländle nach Heidenheim. Es zeigt sich bereits früh in dieser Saison, dass in der 2. Liga wirklich jeder jeden schlagen kann. Es war also klar, dass keine leichte Aufgabe bevorstand – und doch wunderte uns die Aufstellung ein wenig…

Aufstellung & taktische Ausrichtung

In der Abwehr blieb Kramer dabei und ließ Schauerte hinten rechts für Akpoguma laufen. In der Mittelfeldzentrale stellte er diesmal Bodzek auf schob Liendl eine Reihe vor auf die „falsche Neun“, „schräge Zehn“, „schindelige Acht“, was auch immer… jedenfalls der hinter der Spitze. Sonst blieb alles wie zuvor auch. Doch prinzipiell war diese Ausrichtung wesentlich defensiver, da nur mit einer echten Spitze und zudem einem Mann im Zentralen Defensiven Mittelfeld (die Rede ist von Bodzek), der eigentlich nur das Spiel des Gegners zerstören, aber nicht so sehr das eigene Kreieren kann.

Heidenheim spielte an dem Tag mit… also, es waren auf jeden Fall auch 11. Schnatterer, Kessel und Theuerkauf – diese Namen sagten uns was. Der Rest? Egal!

HZ 1 & HZ 2: Noch nicht mal Ansätze!

Wir tun uns und Euch einen Gefallen und sparen uns den Blick auf die jeweiligen Halbzeiten – denn es war eher arg traurig. Ihr kennt doch sicher folgende Sorte Mensch: Er redet viel, erzählt, was er alles plant. Er redet darüber, wie er das machen will und macht deutlich, dass er sich genau darüber derzeit viele Gedanken macht. Er sagt sogar, wie er denkt, darüber nachdenken zu wollen, aber MACHEN? Ne, er MACHT es nicht. So wirkt bisweilen das Offensivspiel unserer Jungs. Vor allem in Heidenheim. Wenn Sararer die Kirsche hat, weiß man ganz genau, dass er eigentlich Großes im Sinn hat. Aber wie? Das Zusammenspiel, das zwischen ihm, Schmitz und Liendl gegen Union oder Paderborn funktionierte, fand nicht mal im Ansatz in Heidenheim statt.

Was ist, wenn Fußballer plötzlich das Ein-Mal-Eins des Fußballs (Annahme, einfache Pässe) vergessen? Was ist, wenn weder Einwürfe noch Eckbälle, noch Abschläge oder anderweitige Standardsituationen den eigenen Mann finden? Ohne diese Basiselemente kommt man gar nicht in „Verlegenheit“ über ein irgendwie funktionales Offensivspiel nachzudenken. Da müssten die Jungs erst mal wieder zusätzliche Trainingseinheiten einlegen, bevor an Passstaffetten zu denken ist.

Naja, wollen wir mal nicht so sein: Es gab eine solche Szene in der ersten Halbzeit, als der Ball mal mit mehreren first-touch-Pässen bis zu Sararer kam, der dann nicht platziert genug draufhielt. Auch gab es einen Pass in die Tiefe von Koch in der ersten, und von Liendl in der zweiten Halbzeit, aus dem eine wirklich gute Torchance entstand – also, immerhin irrrrgendwas. Aber eben viel zu wenig.

Und das Gegentor? Ganz ehrlich: Was will man gegen so’n Ding machen? Uli „die Locke“ Putowski hat diese Bogenlampe zwar als gefühlvolles Traumtor gefeiert; aber das Ding sah auch ein wenig nach vergeigter Flanke aus.

Jedenfalls kann man gegen solche Dinger eigentlich nur eines machen: EIGENE BUDEN SCHIESSEN! Ya Konan musste sich öffentlich dagegen wehren, vorne nicht genug Alarm zu machen und beschwerte sich darüber keine Zuspiele zu bekommen. Tja, Recht hat er. Benschop wurde in seinem Bundesliga-Debut regelrecht angeschossen – so präzise kam die Hereingabe seines H96-Kollegen auf seinen rechten Fuß. Solche Bälle braucht auch unser „Didi“.

Ansonsten konnte nicht einer überzeugen – Schauerte war fleißig, Sararer macht es weiterhin Spaß zuzuschauen und Haggui ist angenehm ruhig in der Defensivarbeit. Aber ansonsten? Eben (besc)Heidenheim!

Personelles – Fragen über Fragen

Was wir uns fragen… Warum Bodzek? Warum Axel? Dass Bodzek kein Spiel eröffnen kann, ist nun wirklich bekannt. Dass Axel viel Wirbel, aber wenig Sturm reinbringt, hat er gegen Paderborn und Essen schon gezeigt. Stattdessen hatte Bebou doch immer gute Szenen, wenn er eingewechselt wurde. Warum Liendl als falsche 9? Soll er nicht gerade im defensiven Mittelfeld eine neue Rolle lernen? Warum schwächelt Schmitz plötzlich so derbe mit Ballannahme und -führung? Wann lernt Bolly mal einen gesunden Mix aus Ballführung und Tempo? Mit wem soll Sararer schnell spielen, wenn seine Teamkollegen einfachste Bälle ins Aus tröpfeln lassen? Ya Konan wurde nicht ein Mal vernünftig in Szene gesetzt und ist bei den hohen Bällen (die immer wie Verlegenheitszuspiele wirkten) einfach einen Kopf kleiner als seine Gegenspieler.

Fazit: Ernüchterung pur

Natürlich ist es erst der dritte Spieltag. Natürlich wissen wir mit diesem Spiel noch lange nicht, wo die Forteng am Ende der Saison stehen wird. Wegweisend war das Spiel nicht – dafür ist es schlichtweg zu früh. Schaut Euch nur an, was mit Paderborn und Freiburg diesen Spieltag passiert ist…

Und dennoch: Das gerade entfachte Feuer mit dem Auftritt gegen Union und der ersten Halbzeit mitsamt Schlussviertelstunde gegen Paderborn hatten uns alle sehr zuversichtlich gestimmt. Zuversichtlich, dass wir eine Mannschaft sehen, die Fußball SPIELT, nicht Fußball KRAMPFT. Zwei gelungene Pässe aus der Mittelfeldzentrale in die Tiefe und eine starke Kombination führten zu gerade mal drei richtig guten Torchancen in 90 Minuten – gegen einen Gegner, den man schlagen muss, wenn man eine Topmannschaft dieser Liga sein will. Stattdessen misslangen Ballannahmen. Einwürfe landeten nahezu immer beim Gegner. Von Ballstaffetten war in dieser Partie bis auf ein Mal in der ersten Halbzeit nichts zu sehen.

Bevor schlechte Stimmung aufkommt und sich wieder eine Atmosphäre entwickelt, die vergangene Saison dazu führte, dass man sich nur noch die Sommerpause herbeisehnte, muss unser Trainer die Jungs ganz schnell wieder ankurbeln. Die Ansätze haben wir doch schon gesehen. Jetzt heißt es: Mutig weitermachen! Keine Angst vor Niederlagen. Denn solche wie gegen Paderborn nimmt niemand der Fortuna übel – solche wie gegen Heidenheim jedoch sehr wohl. Denn da war kein Feuer zu sehen.

Freiburg wird unserer Truppe alles abverlangen. Auf dass wir eine besser auspielende Mannschaft sehen.

In diesem Sinne – 95 OLÉ,
Adnan & Ingo

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Glücklich weitergeknüselt!

11 Aug

Unsere Fortuna besiegt im Elfmeterschießen die Gastgeber aus Essen, setzt sich im dritten Anlauf endlich einmal gegen einen unterklassigen Gegner durch und zieht somit  in die nächste Runde des DFB-Pokals ein.

Was war das nicht im Vorfeld des Spiels für eine Aufregung: die Ultras wollten sämtliche Fortuna-Anhänger zur Fahrt nach Essen bewegen, der Alkohol wurde für das Spiel gestrichen, der Essener Polizeipräsident wurde im Blätterwalt diverse Male zitiert und sämtliche Fortuna-Offiziellen und Spieler ließen über die Presse verlauten, wie geil denn alle auf das Spiel seien und dass man schon mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen würde, um dann  bei diesem traditionsreichen Derby auch als klarer und verdienter Sieger vom Platz gehen zu können.

Am Spieltag selbst ging es dann direkt hervorragend los, da ein wohl  grenzdebiler Fortuna-Anhänger am Bahnhof einen der bereitgestellten Sonderzüge aus dem Verkehr zog, indem er mit Hilfe seines Schuhwerks und  seines wohl einstelligen IQs ein Fenster aus dem Rahmen des Zuges  trat– sehr schlau! Letztlich waren dann die meisten Fortunen trotzdem pünktlich zum geplanten Anpfiff im Stadion; dass sich dieser dann um ein paar Minütchen verzögerte, lag jedoch an beiden Fanlagern, die Bengalos und Rauchbomben zündeten. Die Stimmung war halt bombig! 😉

 

Die Aufstellung:

Im Vergleich zu den beiden bisherigen Liga-Spielen wechselte Frank Kramer auf zwei Positionen das Personal. Anstelle von Michael Rensing durfte Lars Unnerstall das Tor hüten; dieser Wechsel hatte sicherlich nichts mit Rensings Leistung zu tun – gehörte er doch gegen Berlin und Paderborn zu den besten Fortunen –  sondern war wohl eher ein „Leckerli“ für Kollege Unnerstall. Außerdem durfte Julian Schauerte von Beginn an die rechte Seite verteidigen – hier könnte dann schon Akpogumas Leistungen der Vorwochen ausschlaggebend für den Wechsel gewesen sein, da sich der Jungspund in den vorherigen Partien nicht gerade als unüberwindbar präsentiert hatte – aber der Junge lernt noch und wird von Kramer bestimmt in die richtige Spur gebracht, das nötige Talent ist  ja zweifelsfrei vorhanden. Ansonsten wurden die gleichen Fortunen auf den Rasen geschickt wie in den beiden Spielen zuvor. Beim Gegner aus dem Kohlenpott war uns eigentlich nur Ex-Fortune Robin Heller bekannt.

Zum Spiel:

Tja, nun hätten wir die Möglichkeit, in bekannter Manier das Spiel miutiös aufzuarbeiten – darauf haben wir aber keinen Bock. Dafür gab es auf beiden Seiten einfach im Spielverlauf zu viele Chancen (die ungenutzt blieben). Eigentlich war über die gesamte Spieldauer nicht zu erkennen, dass die Fortuna zwei Ligen höher spielt, als die Gastgeber von Kot-Schweiß Essen. Die Fortuna war zwar von Beginn an um Ball- und Spielkontrolle bemüht, aber die Ruhrpottler gaben sich weder eingeschüchtert noch beeindruckt und konterten ihrerseits immer wieder gefährlich.  Auffällig war für uns, dass es unsere Offensiv-Abteilung wie schon in den vorherigen Spielen einfach nicht schaffte, die vielen Chancen auch in etwas Zählbares umzuwandeln. Allein über die Außen gab es 5-6 Chancen durch scharf reingebrachte Pässe in die Mitte, die aber allesamt die Mitspieler verfehlten. Einfach zu unpräzise! Ähnlich verhielt es sich mich Weitschüssen und Angriffen durch die Mitte. Zudem muss man auch leider sagen, dass Robin Heller im Tor der Essener einen guten Tag erwischt hatte, denn alles was auf sein Tor kam, konnte er ohne große Probleme entschärfen. Aber auch seine Vorderleute waren auf der Höhe und vereitelten die meisten Angriffe, bevor das Spielgerät auf den gegnerischen Kasten flog.

Auf der anderen Seite wurden wir aber immer wieder davon überrascht, wie leicht es teilweise den Gastgebern fiel, unsere Abwehr schwindelig zu spielen. Gerade Christian Strohdiek hatte keinen Sahnetag erwischt – Gegenspieler Platzek war für den ein- oder anderen Knoten in Strohdieks Beinen verantwortlich. Dafür machte Lars Unnerstall  an diesem Tag gekonnt seine Hausaufgaben, so dass die defensiven Aussetzer der Fortuna ebenfalls ohne Folge blieben.  Kämpferisch standen sich beide Teams in Nichts nach und so wurde das Spiel zu dem, was wir zuvor auch erwartet hatten: ein richtiger Pokal-Fight! In der zweiten Hälfte wurde das Derby dann mit fortlaufender Spielzeit immer spannender, da sich Chancen nun häuften, aber auch die Gangart ruppiger wurde. Zehn Minuten vor dem regulären Ende sah Lukas Schmitz für ein Allerweltsfoul auch noch seine zweite Gelbe Karte im Spiel und durfte es sich im Anschluss auf der Bank bequem machen. Unseren Jungs bescherte dies kurzzeitig noch die zweite Luft und kurz sah es sogar so aus, als wollten die Fortunen die Entscheidung noch vor dem Ende der 90 Minuten erzwingen.

In der Verlängerung änderte sich auf Grund der Unterzahl ein wenig die Spielstrategie: F95 zog sich nun weiter zurück und konzentrierte sich auf das Kontern; mit dem nun vermehrten Ballbesitz konnten die Gastgeber allerdings gar nicht so viel anfangen und das hohe Spieltempo der zweiten Halbzeit wurde merklich gedrosselt. Chancen gab es aber trotzdem noch, die aber  auf beiden Seiten nicht genutzt werden konnten.

Dann ging es ins Elfmeterschiessen und den ersten Erfolg gab es hier, bevor überhaupt der erste Schütze angetreten war – die Seitenwahl wurde gewonnen und somit auf das Tor in der Fortuna-Kurve geschossen. Was dann aber folgte, hätten wir so nicht erwartet: die  Ruhrpottler hattn ne ordentliche  Portion Schiss inne Buchs und verschossen drei ihrer Elfer! Da Haggui, Strohdiek und Liendl zumindest jetzt voll auf der Höhe waren und ihr Elfer werwandelten, ist die Fortuna weiter und das Spiel endete mit einer euphorisierten Spielertraube auf Michael Liendl.

 

Szene des Spiels:

Das war wohl die Gelbe Karte für Julian Koch in der 20. Minute. Hier hätte es gut und gerne auch glatt Rot geben können, da unsere #2 im brachialen Holzhacker-Style mit doppelt-gestrecktem Bein seinen Gegenspieler umnietete. Wären wir zu diesem frühen Zeitpunkt schon in Unterzahl geraten, wäre es wohl um einiges schwerer geworden die nächste Pokal-Runde zu erreichen. So aber konnte die Fortuna das Spiel wenigstens bis zur 81.Minute zu Elft fortsetzen und  wir können Koch zum Ehren-Vinnie-„The Axe“ des Matches küren.  🙂

Das hat uns nicht gefallen:

Ganz klar, die Chancenverwertung!! Es werden viel zu viele Möglichkeiten liegen gelassen – die Jungs belohenen sich einfach viel zu selten. Allein in den beiden Liga-Spielen konnten sich die Fortunen 37 (!!!!) Chancen rausspielen und haben davon aber nur zwei genutzt. Dezent dürftig! Dieser leidige Trend wurde gegen Essen fortgesetzt und muss unbedingt gestoppt werden! Macht ma ´n paar Buden, Jungs!!! Unser Innenverteidiger Strohdiek wird das Spiel bestimmt gerne schnell vergessen wollen, nachdem er teilweise wie ein altersschwacher Zirkusbär am Nasenring in der Manege vorgeführt wurde. Dass wir keinen Niveau-Unterschied zwischen beiden Teams erkennen konnten, hat auch nicht gerade die gute Laune gefördert. Hier greifen zwar dann wieder die eigenen Gesetze des Pokals, dass die Kleinen über sich hinauswachsen und die Großen unter ihren Möglichkeiten bleiben, aber nach den letzten Jahren hatten wir einfach mal darauf gehofft, dass die Fortuna einen unterklassigen Gegner mal richtig lang macht und wir einen klaren Sieg mit vielen Toren feiern können…. naja, vielleicht nächstes mal!

 

Das hat uns gefallen:

Lars Unnerstall, der seinen Kasten gekonnt sauber hielt. Außerdem ist es gut zu sehen, dass unseren Jungs, nicht wie in der letzten Saison,  nicht schon nach 75 Minuten die Puste ausgeht, sondern die konditionellen Grundlagen zu stimmen scheinen. Schön war auch, dass sich nach dem ganzen Tam-Tam im Vorfeld alles relativ friedlich geblieben ist.  … und …ja, öhhm… wir sind eine Runde weiter!

 

Die Aussichten:

Am Freitag geht es nun in Heidenheim mit dem nächsten Liga-Spiel weiter. Wenn unsere Mannen im Abschluss etwas konzentrierter zu Werke gehen, der Jubeltrauben-Euphorie-Kick konserviert-  und mit ins nächste Spiel genommen werden kann und die gesamte Abwehr mal einen guten Tag hat, wird dann auch hoffentlich der erste Sieg nach regulärer Spielzeit gefeiert werden können!

 

Hoffen wir das Beste!

 

95 Olé,

Adnan und Ingo

Findungsphase Olé

5 Aug

Unsere Jungs bescheren uns zunächst ein Fußballfest im eigenen Wohnzimmer, werden dann aber von cleveren Paderbornern ausgehebelt und letztlich gar nicht mal unverdient besiegt.

Mit großer Vorfreude fieberte die rot-weiße Fangemeinde dem ersten Heimspiel der Saison entgegen. Und dann auch direkt gegen einen Bundesligaabsteiger, der vor gar nicht zu langer Zeit meinte, uns zu Hause mit einer historischen Niederlage peinigen zu müssen. Mahir Saglik… Diesen Namen hatten wir uns gemerkt. Vier Buden hatte er uns vor zwei Jahren eingeschenkt. Und an seiner Laune in den 90 Minuten vom vergangenen Sonntag konnte man den Spielverlauf ablesen. Super genervt und Schiri Kircher auf den Sack gehend, rannte er im ersten Durchgang wie ein dauerhaft schimpfender Kobold über das Grün. In der zweiten Halbzeit hingegen war er wieder ein Motor seiner Mannschaft und hatte plötzlich nichts mehr zu meckern. Was war geschehen? Und wie gingen wir eigentlich ins Rennen?

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Eigentlich copy+paste vom Union-Spiel. Hier und da hätte man sicher etwas Neues ausprobieren können. Aber es ist auch wirklich mal wieder an der Zeit, dass die Forteng eine echte Stammelf hat. Das war zuletzt in unserer Aufstiegssaison so. Und so spielte Kramer also mit Rensing im Tor, der Abwehrkette Akpoguma, Haggui, Strohdiek und Schmitz, der MIttelfeldzentrale Liendl & Koch, der Flügelzange Bolly und Sararer, sowie dem Sturmduo Pohjanpalo und Ya Konan. Erneut ein offensives 4-4-2.

Und Paderborn spielte mit… ähm… also diesem Saglik halt, mit Ouali, Sturmtank Proschwitz und öhm… Kruse hieß der Torwart. Ach ja, und Ex-Fortune Ndjeng.

1 HZ: Beste Fortuna-Heimperformance seit voll lange so…
Unsere Jungs bestätigten vom Anpfiff weg, warum knapp 30.000 Fortunen voller Vorfreude den Weg in die Arena gefunden hatten und legten mit einem Offensivspektakel los. Angriff über links. Sararer hat die Kirsche, Schmitz überläuft, kriegt den Ball, spielt schnell zu Ya Konan im Halbfeld, der direkt wieder auf die Außenposition auf Schmitz, der mittlerweile an der Grundlinie angekommen ist, überhaupt nicht lange fackelt, sondern sofort in die Mitte passt, wo Bolly goldrichtig steht und den Ball cleverst an Kruse zum 1-0 vorbeischiebt. Alter… Watt ne Buuuuude! Sensationell. Die „Kühe-Schweine-Paderborn“-Kicker waren von diesem Tempo sichtlich überfordert. Und die Fortönn macht weiter. Immer wieder rollt ein Angriff über Links. Gleichzeitig ist ML10 endlich der Mittelfeldregisseur, den wir alle in ihm sehen wollen. Immer anspielbar, mit geilen Pässen in die Tiefe. Die Lulatsche in der Innenverteidigung des EssZehPee kommen mit unserer „Flach-spielen-hoch-gewinnen“-Spielweise nicht klar. Selbst unsere Ecken kommen bisweilen völlig überraschend rein. ML10 und SS22 (okay, sieht politisch schwierig aus – machen wir nur genau ein Mal) stehen an der Eckfahne und man fragt sich, was das soll. Schließlich läuft Sararer an und flankt butterweich auf die linke Klebe von Schmitz, der den Ball volley nimmt. Eine Paderborner Birne ist dazwischen und es gibt direkt noch mal Ecke, die (Ihr ahnt es) nichts einbringt. Aber auch diese Szene zeigt: Diese Mannschaft hat endlich wieder Cojones! Doch es sollte nicht gelingen, die sehr schön anzusehenen Angriffe zu etwas Zählbarem zu machen. Tja, und da war dann leider noch unser Youngster Kevin Akpoguma. Sichtlich beeindruckt von der Kulisse und überfordert von seinem routinierten und quirligen Gegenspieler Ouale verlief das Spiel suboptimal für unsere Nummer 6. Viele wollten „SECHS, SETZEN“ rufen. Doch Kramer wollte nicht gleich zu brutal sein. Richtig, wie wir finden. Paderborn kam jedenfalls zu Chancen – genau wegen unserer Schwachstelle hinten rechts. Man muss aber auch sagen, dass der Turbo-Mathis wenig nach hinten gearbeitet hat. Das kam erschwerend für Akpoguma dazu. Nach 25 Minuten war in jedem Fall die Partie ausgeglichen. Wir hätten nachlegen müssen, aber auch Paderborn hätte ausgleich können.

2. HZ: Ja, isset denn schon wieder so weit…?

Naja, dann kam eben die zweite Halbzeit. SCP-Trainer Gellhorst hatten offenbar genau ausgemacht, wie sein Team fortan agieren sollte. Denn sie machten effektiv unsere Passräume zu. Flache Ballstaffetten wollten uns nicht mehr gelingen. Zudem schienen die Blau-Schwatten wachsamer und aggressiver – vielleicht sogar frischer. Sie kamen schnell zu Chancen, weil sie unsere Abwehr einfach aushebelten: Back-from-the-UK-Proschwitz stand plötzlich mit viel Platz und Zeit am Sechzehner allein vor Rensing. Doch unsere Nummer #1 legte einen lupenreinen Telemark hin und parierte mit dem rechten Bein glänzend. Wenig später konnte aber auch Rensing nichts tun… Auf unserer linken Abwehrseite entwischte die SCP-22. Schmitz war einfach zu langsam und konnte die Hereingabe nicht verhindern. Und leider eskortierten Haggui und Akpoguma Sir Proschwitz statt ihn zuzustellen. So erreichte ihn die Hereingabe und mit einem Mix aus Knie, Wade und vielleicht doch ein wenig Fuß netzte Proschwitz ein. 1-1! Schöne Kacke. Eben dieser Proschwitz hatte Blut geleckt, forderte nach einer Ecke Rensing erneut zu einer Hanspara… äh… Glanzparade. Unsere Jungs waren sichtlich beeindruckt. Hinten stimmte die Zuordnung nicht. Akpoguma wackelte, Haggui und Strohdiek verstanden nicht, sich die Räume vernünftig aufzuteilen. Tja, und dann musste es halt passieren… Saglik und Wydra rollten über unsere rechte Abwehrseite in unseren 16er, die gesamte Abwehrreihe versemmelte die Abwehrversuche und so landete der Ball bei Ndjeng, der keine Mühe hatte, diesen seltsamen Angriff mit einem Tor abzuschließen… 1-2, also! Hässliche Kacke! In der Folge drehten unsere Jungs wieder auf und machten Druck. Doch da kommt dann die Cleverness einer guten Mannschaft zum Vorschein: Paderborn wusste effektiver zu stören und uns wollte der Abschluss nicht gelingen. Super sehenswert war Bollys 360-Move vor dem Paderborner Tor, den er leider nicht vollenden konnte. Schön war auch die Schussstaffette beginnend mit Sararer und Koch und endend mit Schmitz. Die Schüsse schmerzten Paderborner „Nüsse“ – aber ein Tor wollte nicht gelingen. So endet diese Partie dann leider mit 1-2! Ernüchterung, wo man hinsah.

Szene des Spiels
27. Minute: Definitiv der schönste Angriff in der Arena seit vielen Jahren: Langer Ball von der linken Abwehrseite von Schmitz. Sararer nimmt den Ball an, hält ihn mit dem Fuß hoch, ein Mal, zwei Mal, legt dann genial rüber zu Liendl, der schickt sofort Ya Konan, der den Ball ebenfalls mit dem „first touch“ über Kruse lupft – aber leider vorbei. Klar, Ihr kennt die Szene und braucht dafür keine Erinnerung. Naja, aber eigentlich schon: Denn die Szene steht für das, was diese Saison geht. Rein spielerisch. Das ging jetzt ein paar Zentimeter vorbei, aber das Potenzial sehen wir ja jetzt alle.

Fazit
Wenn eine Mannschaft so unterschiedliche Halbzeiten spielt, hat es vor allem damit zu tun, dass sie noch nicht ihre Balance gefunden hat. Die notwendigen Automatismen greifen noch nicht. Offensivleute wie Sararer und Bolly müssen womöglich mehr an die Abwehrarbeit denken, um ihre Kollegen der Außenverteidigung zu unterschützen. Haggui und Strohdiek müssen Stellungsspiel und Laufwege besser aufeinander abstimmen und Freund Akpoguma muss internalisieren, dass auch in der 2. Bundesliga nur auf Rasen und mit einem Ball gespielt wird. Dann wird er auch ruhiger. Und die Jungs vorne müssen ihre Chancen konsequenter nutzen. Dann wird schnell alles besser. Wir wehren uns mit aller Vehemenz dagegen, jetzt damit zu beginnen, vom Horror der letzten Saison zu sprechen, der sich jetzt wiederholt. Das ist eine fast komplett neue Mannschaft. Das wird noch etwas brauchen.

Highlights im Team
Der Turbo-Mathis. Auch, wenn er nach hinten zu wenig tut. Er zeigt, was in ihm steckt und das Tor wird ihm gut tun. Es ist gut, dass Kramer ihn nur 60 Minuten spielen lässt. Sein Körper ist vielleicht nur für so viel gemacht. Ballstreichler-Sercan hat in der ersten Halbzeit effektiver gezaubert. Aber insgesamt einer der besten Techniker, den wir seit langem in unseren Reihen sehen. Er bleibt ein Highlight, auch wenn er wie die anderen in der zweiten Halbzeit abgebaut hat. Breakdance-Micha zeigt auf der Linie und im 1 gegen 1, dass auf ihn Verlass ist. Er muss vielleicht noch einige „Unhaltbare“ mehr halten, weil unsere Abwehr noch zu viel zulässt.

Was würden wir als Coach anders machen?
Gegen RWEFUV (Ihr wisst schon ;-)) könnte man Akpoguma noch mal bringen. Einfach, damit er jetzt nicht die volle Breitseite kriegt. Aber danach sollte Schauerte mal wieder randürfen. Vorne vielleicht mal van Duinen für Pohjanpalo. Und vielleicht doch lieber Bebou als Axel bringen, wenn Bollys Muskeln geschont werden müssen. Kommt natürlich auf den Spielstand an – aber Bebou ist eigentlich bislang immer ein Garant für Alarm gewesen, wenn er eingewechselt wurde.

Ausblick

So, und nun darf es kommendes Wochenende eigentlich nur Eines geben: Den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals. Alles Andere wäre nie und nimmer zu entschuldigen und gar ein wenig vernichtend. An all die Fortunen mit Schaum vor’m Mund sei mit auf den Weg gegeben, dass es wirklich, wirklich, wirklich bei Sprechchören, Shirts, Parolen und großer Fresse bleiben sollte. Randale braucht keine Sau – und unser Verein am wenigsten. Macht den Essenern Angst. Schreit heraus, dass Ihr sie nach dem Candlelight-Dinner gleich wieder vergessen möchtet, aber tut ihnen nichts… 🙂

Welch vernünftiger Schlusston.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Auftaktpunkt nach Maß in Köpenick

29 Jul

Unsere Jungs lassen ein frühes Standardtor zu, wehren sich dann aber mit allem, das sie haben gegen die Niederlage. Kurz vor Schluss belohnen sie sich mit dem verdienten Ausgleich. Ein aus vielerlei Hinsicht positiver Auftakt.

Wenn zwei Minuten vor Schluss der Fortuna-Block tobt und sich genau vor ihr eine Spielertraube türmt, muss etwas Geiles passiert sein. Und so war es: Mit echter Leidenschaft und spielerischer Klasse erzwingt unser Team ein Unentschieden und geht nach 90 Minuten wie der gefühlte Gewinner vom Platz. Dabei zeigte eine Reihe von Spielern wirklich viel versprechende Ansätze, sodass man sich auf diese Saison freuen darf. Wir waren alle gebeutelt von der vergangenen Spielzeit und eigentlich nur froh, dass sie vorbei war. Jetzt, hingegen, ist die Vorfreude groß. Klar, es war nur ein Spiel, aber es steckte viel drin.


Aufstellung und Ausrichtung
In der ersten Startaufstellung der neuen Saison waren direkt sechs von elf Neuverpflichtungen auf dem Platz. Nach dem sich Kramer für Rensing als Nummer 1 entschieden hatte, wurde die Innenverteidigung komplett neu besetzt. Neu-Käpt´n Karim Haggui und Christian Strohdiek sollten die gegnerischen Stürmer zermürben und als RV wurde Abwehr-Talent und U-20 Nationalmannschafts-Kapitän Kevin Akpoguma auf den Platz geschickt. Auf der linken Seite verteidigte Lukas Schmitz. Im Mittelfeld ging es auf der linken Seite mit dem neuen Tempo-Dribbler Sercan Sararer los, Sprint-Star Bolly wurde als Pendant auf die rechte Seite gestellt. Michael Liendl und der neue Vize-Käpt´n Julian Koch, der übrigens am 11.11. Geburtstag hat (Helau), übernahmen die Mittelfeldzentrale.  Das beachtlich offensiv ausgerichtete 4-4-2 wurde vom dynamisch-finnischem Jungspund Pohjanpalo und dem routinierten ivorischen Sturm-Veteran Didier „Didi“ Ya Konan im Angriff abgerundet. Wen die Eisernen so auf´s Feld schickten, war erstmal zweitrangig und eher so Schnuppe… Einzig schöner Moment im Stadion: als der (immer noch wirklich sympathische) Stadionsprecher erwähnte, dass der gegen Lymphdrüsenkrebs kämpfende Benjamin Köhler im Stadion sei. Da applaudierte auch der Fortuna-Block voller Respekt. Top!

HZ:1 Start verpennt
Endlich geht es wieder los. Die Teams kommen auf den Rasen und wir haben richtig Bock. Den haben die Berliner aber leider auch und legen gut los, während die Fortunen sich erstmal merklich finden müssen. So geht dann bereits in der 5. Minute die neue Saison genau so besch….en los, wie die letzte geendet ist: mit einem dämlichen Gegentor! Und alle so „Nicht schon wieder“! Eine Freistoßflanke von Rechts segelt in den Strafraum, Strohdiek passt nicht auf und neu Unioner Kessel köpft das 1:0 für die Gastgeber. So’n Driss. Danach bleibt Union erstmal am Drücker. Es dauert knapp bis zur 20. Minute, bis die Fortuna die Regie übernimmt und sich die Gastgeber weit zurückziehen. Haggui köpft knapp am leeren Tor vorbei, nach dem Union-Keeper Haas im wahrsten Sinne des Wortes einen „Ausflug“ nach einer Ecke hinlegt. Der immer stärker werdende Sararer zeigt Zug zum Tor und zwingt Haas zu manch starker Parade. Ungläubig brüllt jeder Fortune als das Schirigespann Kessels Faustball-Aufschlag im eigenen Strafraum ungeahndet list. Die Szene hat das Zeug zum klarsten nicht-gegebenen Handelfer der Menschheitsgeschichte. In dieser Phase machen unsere uns verstärkt Druck. Union kriegt aus dem Spiel nicht sehr viel. Außer, wenn sie über ihre linke Seite kommen – denn dort zeigt unser Youngster Akpoguma, dass er noch ein wenig Zeit braucht. Viele Zweikämpfe verliert er leichtsinnig aus offensichtlicher Nervosität. Doch vor allem Strohdiek, aber auch Haggui machen innen dicht. Eigentlich war der Ausgleich bereits kurz vor der Halbzeit drin. Aber es fehlt am entscheidenden Abschluss. Beim Pausenpfiff sind sich alle sicher: Da geht noch was.

HZ 2: Wir kommen besser in Fahrt UND belohnen uns
In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit tun wir uns wieder etwas schwer. Da liegt aber auch daran, dass den Köpenickern in der Halbzeit sicher mit auf den Weg gegeben wurde, den Sack zuzumachen. Jedenfalls tanken sich Brandy & Co. immer wieder gefährlich durch. Sie treffen den Pfosten (aus aberwitziger, ungeahndeter Abseitsposition) und zwingen Rensing zwei Mal zu großartigen Paraden im direkten 1 gegen 1. Hier haben wir also durchaus jede Menge Glück. Wir sehen aber auch, dass der schon in der ersten Halbzeit starke Koch zusammen mit Liendl und allen voran Sararer auf rechts unser Offensivspiel immer schneller vorantreiben. Je länger das Spiel andauert, desto besser werden unsere Chancen. Kramer wechselt goldrichtig ein. Zunächst Bebou für Bolly. Anschließend van Duinen für Pohjanpalo und schließlich Schauerte für Koch. Die Wechsel zeigten Wirkung. Bebou mische auf der Außenbahn (erst rechts, dann links) ordenlich mit. Van Duinen machte im Sturm Alarm und Schauerte bediente den linken Abwehrflügel, nach dem Schmitz auf die Koch-Position rückte. Über links entstand auch das Tor. Schauerte bediente Bebou. Der setzte sich an der Strafraumgrenze mit einem gekonnten Stop samt Drehung durch und passte maßgenau auf Ya Konan in der Mitte: ein Schuss. Ein Tor. Extase. Das Tor wurde frenetisch gefeiert. Es bedeutete eben mehr als nur ein Unentschieden! Hier hat sich eine Mannschaft belohnt. Hier hatte eine Truppe erzwungen, was ihr zustand. Fortuna drückte weiter, aber es sollte beim 1-1 bleiben.

Besondere Freude bereiteten:
Abwehrhühne Strohdiek: Tolles Stellungsspiel. Super Quote in Luftduellen und richtig starke, spieleröffnende Pässe. Zusammen mit Haggui dürfte er eine Bank werden. Mittelfeldstratege Koch: Beachtlich, wie schnell sich dieser Jungspund eine zentrale Rolle im Team gesichert hat. Über ihn ging sehr viel aus der Zentrale. Mit dem noch offensiveren Liendl kann man sich eine funktionale Aufgabenverteilung im zentralen Mittelfeld vorstellen. Flügelflitzer Sararer: Was hat der für Alarm gemacht. Er ist eben dieser Spielertyp, der brilliert, wenn er sich wohlfühlt. Und derzeit scheint er sich pudelwohl zu fühlen. Tolle Dribblings, super Pässe (der hohe Ball in den Lauf von Bebou war genial) – für uns eigentlich Mann des Spiels. Wenn der genau so weitermacht, wird er uns jede Menge Freude bereiten. Sein Pendant Bolly zeigt viel Spielfreude. Schafft er es, den Ball am Gegner vorbeizulegen, ist er nicht aufzuhalten. Am entscheidenden Pass oder dem Abschluss hat es noch gefehlt. Aber datt kütt. Hoffentlich bleibt er fit! Sturmrecke Ya Konan. Als Vollblutstürmer muss man vor allem Eines: Wissen, wo man zu stehen hat. Er stand goldrichtig in der 88. Minute und hat die nötige Ruhe vor dem Tor. Aber auch er wird Zuspiele brauchen. Kriegt er die, wird es häufig klingeln.

Ansonsten hat die Mannschaft in der Summe bestens funktionert. Und es wurde noch direkt deutlich: Spieler wie Fink oder Bodzek werden es sehr schwer haben, hier eine Rolle zu spielen, die über „Ergänzungsspieler“ hinausgeht.

Szene des Spiels
Unvergesslich, was sich in der ersten Halbzeit auf der rechten Seite abspielte. Ein steiler Ball nach außen bringt Bolly in Bedrängnis. Er rettet die Kirsche Richtung Akpoguma. Der war aber ohnehin in seiner Findungsphase und jagt den Ball im Zweifkampf mit einem heranstürmenden Berliner gefühlte 20-30 Meter in die Höhe. Es sieht fast so aus, als flöge (Konjukntiv Olé) der Ball aus der Alten Försterei. Damit rechneten alle – außer Bolly. Der blieb auf der Seitenlinie stehen, schaute seelenruhig nach oben und nahm den im Tiefflug befindlichen Ball in absolut beachtlicher Ronaldinho-manier völlig entspannt an, als hätte kurzweilig eine Magnetfunktion eingesetzt. Bravo, Bravo, Monsieur Mathis.


Streitthema
: Das Ausweichtrikot
Während Adnan meint, sich das Ausweichtrikot nicht nur kaufen, sondern auch noch mit seinem Geburtsjahr und eigenen Namen bedrucken lassen zu müssen, kriegt Ingo gar ein wenig das Kotzen bei dem Ding. Grün? Okay. Dunkelgrün? Naja. Aber PINKE Rückennummern??? Das Heim- und Auswärtstrikot sind erste Sahne. Aber warum wählt man dann als drittes Trikot ein Dunkelgrünes? Dazu mit pinken Nummern? Ingo hat wie gut 10% aller Männer eine Rot-Grün-Sehschwäche – das heißt: wenn, wie am Sonntag Dunkelgrün genen Rot spielt, erkennt man nicht so richtig gut, was auf dem Feld abgeht. Fernab von der Geschmacksfrage müssen Verantwortliche natürlich auch so etwas bedenken. Zumal man sich nun fragt: Mit welchem Trikot spielt man denn gegen die dunkelroten Betzebuben? Rot? Geht nicht. Schwarz? Geht nicht. Dunkelgrün? Geht ja irgendwie auch nicht.  Warum also kein Ausweichtrikot in Weiß! Daher Ingos explizite Bitte: „Liebe Fortuna-Marketingabteilung, macht die verkauften Grünen Trikots zu Sammlerstücken und stampft den Rest der Produkrtion ein. Danke.“ – Adnan ist da voll gegen und mag das ausgefallene Design. Und Ihr so?

In jedem Fall hat dieser Auftakt doch echt Spaß gemacht. Kommenden Sonntag dann schon der nächste Knaller. Wir empfangen im eigenen Wohnzimmer den BuLi-Absteiger Paderborn. Die haben ja ihren Auftakt ordentlich vergeigt. Da lässt es sich doch ansetzen.

Auf dass es wieder Spaß macht – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

FUPPES95 MACHT PAUSE!

8 Mrz

Unsere herzallerliebsten Fortunistinnen und Fortunisten,
seit einigen Wochen ist hier nichts los. Und es tut uns leid. Drum müssen wir Farbe bekennen…

Wir geben zu, dass wir zwei es derzeit einfach nicht schaffen, unseren geliebten Blog zu pflegen. Unendlich viele Dinge aus dem beruflichen und privaten Umfeld stehen uns im Weg. So kommen wir nicht dazu, die Zeit, die es braucht, aufzubringen, uns ein Mal in der Woche in Form einer Spielanalyse vom Herzen zu melden und Euch eine lesenswerte Lektüre zu bieten.

Dabei geht es ja gar nicht nur um dieses eine Spiel pro Woche… Fanblogger zu sein, bedeutet, dass man sich tagtäglich in den Fanforen und Facebookgruppen umhertreibt; am Puls der Szene bleibt, Heim- und Auswärtsspiele mitfährt; sämtliche Artikel zur Forteng liest und einfach mitbekommt, was los ist in der Fangemeinde. Das können wir schon lange nicht mehr leisten. Und so stehen wir hinter unseren und Euren Erwartungen. Wir sind derzeit überhaupt froh, wenn wir dieses eine Spiel überhaupt zu sehen bekommen…

Diese Situation hat überhaupt nichts mit der sportlich eher enttäuschenden Phase unseres Teams zu tun. Im Gegenteil: Schwächephasen machten uns den Wert unseres Blogs deutlicher – denn wir konnten schreiben, wie WIR die Dinge sahen und sprachen Euch hierbei gemäß Eures Feedbacks häufig aus der Seele. In der Tat, die meisten Zugriffe hatten wir auf den Blog, wann immer es schlecht lief. Das bedeutet(e) uns viel!

Dies ist kein Abschied!! Wir wollen wieder zu alter Stärke zurückfinden. Ob das jedoch noch in dieser Saison passieren wird oder aber zur nächsten, ist derzeit nicht abzusehen.

Wir hoffen (und sind uns eigentlich sicher), dass wir auf Euch als treue Leser zählen können, sobald wir weitermachen. Wir sagen jetzt auch noch nicht wirklich DANKE AN ALLE – denn dies ist keine Farewell-Ode. Es tut uns leid, dass wir auch mit diesem Statement haben auf uns warten lassen. Doch das Leben drückt einem manchmal Dinge auf, die sich einfach so als Priorität dazwischenschieben.

Auf dass wir uns bald mehr auf den geilsten Club konzentrieren können, um Euch wieder als fleißige Schreiber in Erinnerung gerufen zu werden.

Wir kommen wieder – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

Erst Last-Minute-Frust, dann Last-Minute-Lust

23 Dez

Während unsere Fortuna in Braunschweig in letzter Sekunde die Niederlage eingeschenkt bekommt, beschert sie sich selbst und uns allen vorweihnachtlichen Siegesjubel in letzter Sekunde gegen Union.

Was es bedeutet, Fortuna-Fan zu sein, durften wir in den letzten Tagen des Fußballjahres 2014 mal wieder leibhaftig erleben. Frust und Enttäuschung wechseln sich ab mit Freude und Stolz. Wir waren frustriert, dass unser Team in augenscheinlich leichtfertiger Manier einen soliden Tabellenplatz #2 einfach so hergab.

Wir waren enttäuscht darüber, dass unsere Mannschaft sich irgendwie gehen ließ und die vielen, vielen Patzer der Konkurrenz nicht dazu nutzte, sich auf einem Aufstiegsplatz festzusetzen. Ja, verdammt. Wir reden hier von Aufstieg. Denn die Mannschaft hat über weite Strecken der Hinrunde sehr ordentlichen Fußball geboten, der zumindest in der Zweiten Liga der absoluten Spitzengruppe zuzuordnen ist. Doch dann kamen eben erst holprige oder (positiver formuliert) „dreckige“ Siege und plötzlich setzte Punktverluste und gar Niederlagen nach 10 Spielen ohne Nullnummern.

Wir sind jedoch weiterhin froh darüber, dass unser Team oben mitspielt. Trotz der peinlichen Pleiten gegen Sandhausen und Aalen, und der durchaus vertretbaren Niederlage in Braunschweig bleiben wir auf zwei Punkte am direkten Aufstiegsplatz dran. Und wir können wirklich stolz sein auf eine Mannschaft, die in der letzten Partie gegen Union wirklich den Sieg erzwungen hat. Dabei war die Strategie nicht frei von Risiko.

Oliver Reck hat nach der 60. Minute voll auf Sieg eingewechselt. Er nahm Liendl raus, obwohl dieser zwei gute Torabschlüsse vollbracht hatte. Doch er wechselte mit Mathis Bolly den Matchwinner ein. Zwei Mal hat der junge nach sehenswertem Antritt fulminant mit links abgeschlossen. Das zeugt von gesundem Selbstbewusstsein und absoluter Entschlossenheit. Zudem spielte er ein, zwei richtig gute, Spiel eröffnende Pässe in seiner kurzen Einsatzzeit. Sein zweiter linker Hammer war leicht verdeckt und zudem diesmal aufs kurze Eck gezielt. Der ansonsten großartig parierende Haas war chancenlos – als er die Kirsche sah, war es schon zu spät. Der Torjubel entschädigte dann fast schon für all das Gegurke, das unsere Forteng in den vergangenen Wochen gerne mal aufbot. Die Spielertraube gehört einfach zu den schönsten Dingen im Fußball.

Überhaupt muss man sagen, dass die Mannschaft einen erstaunlichen Siegeswillen offenbarte. Sie haben offenbar von dem Spiel in Braunschweig gelernt. Denn da merkte man in der Schlussviertelstunde, dass die Heimmannschaft voll auf den Dreier geht. Und da wurde unsere Abwehr dann doch überrannt. So ähnlich war es auch gegen Union. Denn als dieser nicht zu bändigende Wille plötzlich da war – und nein, er kam nicht erst auf, als Liendl draußen war; er war Teil dieses Zugs zum Tor – wurde Union immer dichter hinten reingedrängt und unser Team erspielte sich endlich auch mal Chancen.

Genau diese Durchschlagskraft und Kreativität hat in den letzten Wochen absolut gefehlt. Völlig ohne Ideen versuchte unsere Truppe immer wieder mit langen Bällen das Mittelfeld zu überbrücken. Hoffer ist für so was zu klein. Benschop braucht bei der Ballannahme gefühlt 5 Meter Radius – einzig Pohjanpalo (BESTER Mann gegen Union) kann solche Bälle gut verwerten. Was uns gegen Braunschweig überhaupt nicht gelingen sollte, war immerhin in der letzten halben Stunde der Partie gegen Köpenick City dann im Minutentakt zu sehen. Bolly spielte hierbei eine beeindruckende Rolle. Sein Antritt ist wirklich nicht zu verachten. Schon bei seiner Einwechslung in Bochum brachte er enormen Druck rein. Bleibt zu hoffen, dass er das mal konstant abruft.

PERSONELLES & AUSBLICK

Wagen wir mal einen Rundumschlag aus den beiden Spielen und nehmen unsere Jungs im Einzelnen unter die Lupe:

Unnerstall sah gegen Braunschweig bei beiden Gegentoren nicht gut aus. Beim 0-1 steht er dermaßen breitbeinig vor dem Gegner, dass der Tunnel fast schon zwangsläufig passieren musste. Und beim 1-2 reagiert er gar nicht erst – schon klar, den mit dem Fuß zu parieren, wäre schon weltklasse, aber wir hatten schon mal einen 1,97m Goalie, der solche Dinger auch mal pariert hat. Gegen Union war er wenig gefordert. Aber als Fazit seiner Einsatzzeit würden wir dazu tendieren, zu sagen: Rensing sollte nach Genesung wieder rein. Wir sind on jedem Fall aber weit entfernt von einem Torwart-Problem.

Schauerte hat sich zu einer Konstante entwickelt und spielte auch gegen Braunschweig und Union so. Ihm fehlt aber nach wie vor der kongeniale Partner auf dem Flügel – einer, mit dem er sowohl nach vorne als auch nach hinten die Aufgaben verteilen kann. Und, der Junge braucht Konkurrenz. Sonst wird er sich nicht verbessern. Erat spielte nach seiner Einwechslung auf der Position. Vielleicht wäre es den Versuch wert, unsere #25 umzuschulen? Auf der offensiveren Flügelposition war er nämlich bislang diese Saison zu harmlos – nach hinten aber fleißig.

Soares hat nach seiner persönlichen Krise und der Rückkehr ins Team eigentlich nur noch überzeugt. Seine Partie gegen Braunschweig dürfte zu seinen stärksten gehört haben. Er gewinnt alle Kopfballduelle, steht meist goldrichtig. Nur das Aufbauspiel ist nicht seins. Aber da haben wir alle wohl insgesamt eine Sorgenfalte weniger. Mit ihm stabilisiert sich unsere Abwehr.

Tah wirkte auf der 6er-Position etwas verloren. Es leuchtet aber wohl jedem ein, dass das schlicht und ergreifend an der neuen Aufgabe lag. Seine Zweikampfwerte waren schon gegen Braunschweig sehr gut, obwohl er leider den einen entscheidenden vor dem 0-1 gegen Unsympath Nielsen verlor. Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit mit ihm.

Bodzek hat sich glücklicherweise schon gegen Braunschweig – aber auch gegen Union – wieder gefangen. Es war ja schon zum Haare raufen, was er sich gegen Fürth, Aalen und Sandhausen geleistet hatte. Er kriegte die Aufgabe als Linksverteidiger (zumindest die Defensivaufgaben) gut hin und spielte auch wieder ordentlich in der Innenverteidigung. Trotzdem scheint derzeit das Duo Soares-Tah etwas stärker zu sein. Schwierig für Reck – immerhin ist Bodze unser Captain.

Axel bekam sehr viel zu tun, weil unsere Gegner ganz offensichtlich diese Abwehrseite seit der Verletzung von Schmitz als Schwachstelle ausgemacht haben. In Braunschweig war Axel nicht dabei (nur kurz zum Ende der Partie), aber gegen Union spielte er solide. Sein Volldampf nach vorne kam aber selten auf. Vielleicht tut ihm die Pause jetzt ganz gut. In jedem Fall war sein Spirit wieder voll zu spüren.

Pinto hat wegen der 5. Gelben Karte gegen Union gefehlt. Gegen Braunschweig ließ er wieder manche Qualitäten missen – im Passspiel, bei der Pflicht, Ruhe in den Spielaufbau zu bringen. Da fehlt auch noch bei ihm die Konstanz. Als Typ halten wir ihn aber für eine absolute Bereicherung. Und er hat in vielen Partien (den vielen Spielen, bei denen wir Rückstanden hinterherlaufen mussten) für den richtigen Kampfgeist gesorgt. Das tut dem Team gut.

Avevor dürfte insgesamt zu den absoluten Gewinnern der Hinrunde gehören. Gegen Braunschweig war er der Einzige, der wirklich überzeugen konnte. Viele Bälle erobert, sehr gut behauptet und manchmal auch gute Pässe gespielt – da gibt es aber noch Luft nach oben. Seine Verletzung war daher sehr schade – so musste sein Buddy Tah ran; und der konnte ihn natürlich nicht ersetzen. Unsere #5 ist ein echt guter Ty

Liendl ist schon eine Nummer für sich. Kann man sich leisten, so jemanden mal auf die Bank zu setzen? Ihn nicht spielen zu lassen? Er ist einfach der Typ Spieler, dem 9 von 10 Aktionen misslingen, doch die 1 kann ein Tor oder ein Assist sein. Sprich: wenn man ihn nicht bringt, wird man die 1 Szene eben nicht zu sehen bekommen. Davon haben wir aber zuletzt zweifelsohne zu wenig gesehen. Und deshalb musste er trotz seiner guten Abschlüsse auf die Bank und Bolly hat ihm dann gezeigt, wie es eben gehen kann. Reck wird sich um Liendl kümmern müssen. Jeder weiß, was unser #10er kann – er muss es nur wieder abrufen können.

Gartner spielte gegen Union wieder viel besser. Unvergessen, wie er nach seinem großen Bock im Mittelfeld (fürchterlicher Fehlpass) wie von der Tarantel gestochen, hinter dem Berliner hinterherrante und mit ein wenig Mithilfe seiner Abwehrreihe die soeben verlorene Pille zurück eroberte. Anspielbar ist er auch – bewegt sich unheimlich viel. Das Auge für die „großen“ Pässe hat er – in der Umsetzung scheint es aber noch zu hapern. Nun denn – mit 21 Jahren ist man zwar im Fußball heutzutage schon nicht mehr „Jungspund“, aber es ist jawohl klar, dass so einer noch sehr viel Entwicklungspotenzial hat. Auf datt da noch watt kütt!

Halloran wacht so langsam aber sicher aus seinem post-WM-Dornröschen-Schlaf auf. Er war sicher kein Highlight gegen Braunschweig trotz seiner Bude. Und gegen Union war er nicht mehr als „sehr bemüht“. Aber er wirkt nicht mehr apathisch und etwas entschlossener in seinen Aktionen – auf dass er in der Winterpause zu alter Form findet. Und er muss verdammt nochen’s mehr nach hinge donn…

Golley war Teil des Offensivwahnsinns, den Reck zum Ende der Partie gegen Union noch aufbot. Hoffentlich HOFFENTLICH haben ihm diese Einsatzminuten gut getan. Er hat doch zum Ende der letzten Saison so viel Alarm gemacht. Wir wünschen uns sehr, dass er dieses Talent in sich wiederfindet und auf den Platz bringt. Seine Überraschungsaktionen und genialen Momente könnte unser Team noch vorne gut gebrauchen.

Benschop zeigte sich zuletzt eher von seiner harmloseren Seite. Umständlich in der Ballbehandlung und daher leicht zu verteidigen. Ihm sollte weder nach der Einwechslung in Braunschweig noch gegen Union Nennenswertes gelingen. Da er aber viel unterwegs ist, macht er die Abwehr müde und schafft Freiräume. Gegen Union war das mit ein Grund, warum die Berliner Abwehr zum Ende hin nicht mehr hinterher kam. Kurzum: Er braucht wieder mehr Tore.

Pohjanpalo war für uns „man of the match“ gegen Union Berlin. Er hat viele hohe Zuspiele verwaltet (= erobert und abgelegt), Spiel eröffnende Pässe gespielt und auch mal drauf gehalten. Gegen Braunschweig konnte er nicht glänzen – machte aber deutlich, dass er da vorne gefährlicher ist als Hoffer. Somit ist das Stürmerduo Benschop-Pohjanpalo in vielerlei Hinsicht das Stärkste, was wir derzeit aufbieten können.

Wir sind gespannt, was es ausmachen wird, wenn Lukas Schmitz wieder fit ist. Ebenso die Frage nach der Rückkehr der Langzeitverletzten Fink und Schmidtgal. Letzterer wird es enorm schwer haben. Nicht nur seine Verletzunganfälligkeit, sondern auch die starken Leistungen von Schmitz und Axel jeweils alleine auf links oder aber als „LuXel“-Duo auf links sprechen nicht unbedingt für ihn – so sehr es einem um ihn leid tut…

So, jetzt läuten aber schon die Weihnachtsglocken. Das FUPPES95-Duo INGO&ADNAN wünscht Euch allen Rot-Weiße Weihnacht (sofern Ihr es feiert) und kündigt an, sich in der Winterpause mit einer generellen Bestandsaufnahme und Wünschen für die verbleibende Rückrunde zu melden. Da haben wir alle ja bekanntermaßen dezidierte Meinungen und Vorstellungen 🙂

In diesem Sinne – Ho ho ho & 95OLÉ

Adnan & Ingo

Mit 2:0 aus der Mini-Krise

16 Dez

Unsere Jungs holen einen Sieg, der von der Bedeutung wichtiger ist, als die drei Punkte, die er beschert.

Was hatten wir zuletzt schlechte Laune – und zwar völlig zurecht. Ganz seltsame Auftritte unserer Mannschaft hatten schon dazu geführt, dass manche aus der Fangemeinde unser Team für überschätzt hielten. Voreilige Schlüsse? Unnötige Panik? Wie sollen wir auch damit klarkommen, wenn unser Team plötzlich derartige Leistungsgefälle zeigt. Nach der Partie in Frankfurt scheint die Panik verflogen. Die Mannschaft hat sich zumindest mal stabilisiert. Dabei hatte Monsieur Chefcoach gar nicht sehr viel geändert – dafür aber offenbar chirurgisch präzise ein mal Schaltstellen neu justiert.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Nach der vollständigen Genesung seines Kieferbruches, kehrte der schmerzlich vermisste Sergio da Silva Pinto endlich wieder in die Startaufstellung zurück und beackerte mit Avevor das zentrale Mittelfeld; dafür nahm Gartner wieder mal auf der Bank Platz. Im Sturm begann Benschop als einzige Spitze, da Pohjanpalo leider verletzt passen musste. Liendl rückte dafür in die Mitte und die vakante linke Außenbahn übernahm Eigengewächs Erat; Halloran war das Pendant auf der anderen Seite. Die Abwehr wurde von Oliver Reck nicht durcheinander gewürfelt, so dass Bodzek nach zuletzt schwacher Leistung trotzdem den Vorzug vor Soares erhielt. Mutig. Aber es sollte sich auszahlen.

HZ1: Glücklich in die Halbzeit-Pause

Erstmal geht nach dem Anpfiff nicht besonders viel – der FSV steht extrem tief und lässt kaum Lücken zu – unternimmt aber dabei nicht allzu viel, um seinerseits etwas für das Spiel zu tun. Die Fortuna probiert es wenigstens, nur läuft sie sich erstmal in der vielbeinigen Frankfurter Abwehr immer wieder fest. Aber wir können von Beginn an eine Veränderung im Fortuna-Spirit erkennen, denn Leidenschaft und Einsatzwille scheinen mit der Rückkehr von da Silva Pinto ebenfalls in unser Spiel zurückgefunden zu haben. So sehen wir eine Halbzeit, die nicht gerade zu den fußballerischen Leckerbissen zählt; auf beiden Seiten gibt es vereinzelte Halb-Chancen, die man zusammengenommen an einer Hand abzählen kann. Dies ist aber erstmal nicht so wichtig, denn unsere Jungs zeigen zumindest, dass sie wollen! Dies ist dann auch der erste nötige Schritt, damit sich Erfolg auch einstellen kann. So kommt es dann, dass wir kurz vor dem Halbzeit-Pfiff das Glück erzwingen: Benschop schießt flach auf das gegnerische Tor; der Ball kommt ziemlich mittig und Torwart Klandt hätte die Kirsche wohl auf einem Bein hüpfend, mit verbundenen Augen und auf dem Rücken verschränkten Armen gehalten, wenn Ben Halloran nicht zufälligerweise im Weg gestanden hätte und der Ball nicht von seiner Hacke eine (vermutlich) ungewollte Richtungsänderung aufgezwungen bekommen hätte. Abgefälscht rollt das Spielgerät so am Frankfurter Torhüter unerreichbar vorbei und zappelt im Netz! Wer jetzt von den beiden endgültig den Treffer zugeschrieben bekommt, ist vollkommen wurscht! Kurz danach gibt´s auf jeden Fall den Halbzeit-Tee und wir freuen uns über die glückliche Führung, die aufgrund des betriebenen Aufwands und der kämpferischen Leistung der Fortuna so in Ordnung geht.

HZ2: Der Einsatz ist zurück

Der FSV Frankfurt versucht nach dem Anpfiff zur zweiten Hälfte das Heft des Handelns in die Hände zu nehmen, ist aber damit komplett überfordert. Man merkt unseren Jungs an, dass die erste Hälfte und die Dusel-Bude Balsam für die Seele war. Das Selbstbewusstsein ist wieder zurück und die Angriffsversuche der Hessen verpuffen wirkungslos an der Fortuna-Defensive. Avevor und da Silva Pinto machen das Mittelfeld der Hausherren alleine platt und fighten bis der Arzt kommt. Unsere Jungs warten dann geduldig auf die nächste Chance zum Einlochen, die allerdings ein Wenig auf sich warten lässt. In der 63. Minute ist es dann aber soweit. Im 16er der Gastgeber spielen Schauerte, Halloran und Benschop die gegnerische Abwehr mi Glück und Gestocher aus und passen sich gegenseitig die Kugel auf engstem Raum zu. Die Frankfurter kommen nicht hinterher und Charlie zieht trocken ab und netzt zur 2:0 Führung ein. Ein paar Minuten später kommt dann eine alte Fußballweisheit zum Tragen: Schauerte (vom Sky-Reporter liebevoll „Schnatterer“ genannt) rammt den FSVler Grifo im Strafraum zu ungestüm um. Klare Sache: Elfer! Tja, somit sind wir bei der besagten Weisheit: der gefoulte Spieler sollte nicht zum Strafstoss selbst antreten. Denn Grifo schnappt sich selbst das Leder und und schießt selbiges äußerst schwach halblinks und flach auf das Tor. Unnerstall hat mit dem Schüssken überhaubt kein Problem und kann die Murmel sogar festhalten. Hätten die Frankfurter dat Dingen versenkt, so wäre es wohl nochmal spannend geworden, aber Lars Unnerstall hat den Hausherren mit dem parierten Elfer den letzten Glauben an einen Punktgewinn geraubt. Danach spielt die Fortönn das Spiel locker runter und lässt nix mehr anbrennen. Die wichtigen drei Punkte sind nach einem glanzlosen Arbeitssieg im Sack und die Mini-Krise ist somit hoffentlich Geschichte.

Personelles & Ausblick auf das Spitzenspiel

Unnerstall bekam nicht sonderlich viel zu tun, unterlief ein Mal eine Flanke, bei der aber ein FSVler im Abseits stand. Doch er tat das, was Torhüter bisweilen zu Helden macht: Er hielt einen (wenn auch fürchterlich geschossenen) Elfmeter. Das pusht das Ego hoch und wir ihm gut tun. Unsere Abwehrreihe aus Schauerte, Bodzek, Tah und Axel spielte solide. Zwar war Frankfurt auch harmlos – aber unsere Verteidiger nahmen sie auch gut aus dem Spiel. Pinto und Avevor harmonierten sehr gut im zentral-defensiven Mittelfeld. Pinto ist eine wirklich wichtige Figur geworden – das hat man in den letzten Partien, in denen er fehlte, besonders gemerkt. Gut, dass er wieder da ist. Erat und Halloran außen müssen gemäß ihrer Positionen einfach etwas auffälliger sein. Waren sie aber nicht. Hallorans Tor war nicht wirklich Absicht – aber es wird ihm dennoch gut tun. Und immerhin stand er zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Liendl war verbessert im Vergleich zu den letzten Spielen. Doch auch er spielte nicht die Rolle, die ihm zugeschrieben wird. Aber das ist ein Charakterzug von „10ern“. Benschop bleibt vorne der fleißigste Aktivposten. Und er belohnte sich glücklicherweise mit einem „halben“ Tor zum 1:0 und einem „ganzen“ Tor zum 2:0. Obwohl er diesmal als echte Sturmspitze vorne spielte, verteidigte er wieder fleißig mit. Kurzum: Toller Typ. Und da darf ihm die Pille auch glücklich vor die Füße fallen vor dem 2:0.

Nun steht das Spitzenspiel gegen den erstarkten Tabellennachbarn Braunschweig an. Dies wird ein wichtiger Gradmesser dafür sein, wie schwer wiegend die letzten Enttäuschungen wirklich waren und wie stabil die Mannschaft insgesamt ist. Die Jungs hätten es nach dieser Hinrunde völlig verdient, auf einem Aufstiegs- oder Relegationsplatz zu überwintern. Dazu bedarf es aber noch zweier starker Auftritte diese Woche.

Lasst uns auf 4 bis 6 Punkte hoffen 🙂

In diesem Sinne – 95 Olé,
Ingo & Adnan