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Jungs, watt macht Ihr da???

6 Dez

Aufstiegsambitionen. Null Punkte und 1-5 Tore gegen die beiden harmlosesten Teams der Liga. Findet den Fehler?

Also, klar… Die Fortuna ist eine Diva, ist eine Diva, ist eine Diva. Wenn sie soll, macht sie nicht, und, wenn sie nicht wirklich muss, macht sie… Kennen wir alles. Und dennoch: Wir fühlen uns kollektiv verarscht von dem, was die Forteng die letzten beiden Spiele gezeigt hat. Eigentlich – und zwar berechtigt mit Blick aufs Tableau – hätten diese Partien der vergangenen 6 Tage den Durchbruch vielleicht sogar auf Rang #1 bedeuten können. Im Grunde war das ja schon gegen Fürth drin. Stattdessen sehen wir eine derart ausgehöhlte Mannschaft, dass man sich Fragen muss, was da los ist.

Wenn wir ehrlich sind, kam unsere Forteng in einigen der letzten Spiele auch stets mit einem blauen Auge davon. Sie hat sich hinten viele Böcke geleistet, dann aber immerhin vorne 2 bis 3 Buden gemacht. Dadurch blieben Niederlagen aus. Da die Konkurrenz auch irgendwie Bockmist baute, tat das gar nicht mal so weh. Aber jetzt? Mit etwas Pech (und das ist bei den Begegnungen, die anstehen, gar nicht mal unwahrscheinlich) stehen wir am Ende dieses Spieltags auf Platz #8!

Da die Mannschaft derzeit kollektiv erschreckend spielt, mag es falsch sein, Einzelne herauszupicken. Und doch gibt es einen, der uns FUPPESanern gerade echte Sorgen bereitet: Adam Bodzek. Sein Comeback feierte er gegen Fürth. Seit diesem Spiel haben wir in drei Spielen acht Tore kassiert. Erst im Zentral-Defensiven-Mittelfeld spielend, dann in der Innenverteidigung. Er macht Fehler im Stellungsspiel und im direkten Spiel gegen den Mann, dass einem derzeit Angst und Bange wird und man sich – wer hätte gedacht, dass wir das jemals schreiben – Soares wieder an die Seite von Tah wünscht. Nun ist Bodzek aber nun mal Kapitän. Das bedeutet, dass er eine wichtige Rolle für die Mannschaft spielt. Wenn so jemand derart schwächelt, wirkt sich das notgedrungen auf die Mannschaft aus.

Lukas Schmitz fehlt zudem derbe. Unser Linksverteidiger hatte auf seiner Seite hinten immer alles im Griff und war im Spiel nach vorne ebenfalls immer druckvoll. Pintos Präsenz hat uns ebenfalls gefehlt. Als ‚aggressive leader‘ konnte er mit seiner Art dafür Sorgen, dass alle wach bleiben. Das kann Axel allein nicht leisten. Ach ja, Axel… Er mag in Laufduellen auf der linken Seite gut verteidigen, aber bei Standardsituationen war er jetzt das zweite Mal binnen kurzer eklatant Schwach im Kopfballduell.

Schauerte hatte heute einen rabenschwarzen Tag. Ihm, allerdings, sei das verziehen. Er war zuletzt eine Konstante. Leider Gottes schafft es Gartner nicht, im Moment bei seinen Einsätzen von Anfang zu zeigen, was er kann. Gut, der Jungs ist 20, aber wir wissen doch, dass er mehr kann…

Es ist irgendwie bitter, dass Erat, Golley und Bolly so dermaßen außer Form sind, das Reck in Aalen sogar Bomheuer als Linksverteidiger auflaufen lassen musste, damit Axel das linke Mittelfeld bedient. Man würde doch denken, dass gerade die Jungspunde unter Reck aufblühen.

Wir haben jetzt eine Situation, in der die Mannschaft dabei ist, eine großartige Hinrunde gänzlich zu versemmeln. Sie lassen alles verpuffen, was sie sich in kämpferisch-leidenschaftlichen Spielen erarbeitet haben. Paff – einfach so.

Ja, das ist jetzt hier alles sehr unstrukturiert runtergebrettert – aber das hat unser Team zuletzt auch getan – die Enttäuschung über diese Mannschaftsleistung hat es erfordert, dass wir zwei das Ding jetzt hier einfach von der Seele tippen müssen.

Es wird klar, was in der Transferpause zu tun ist, denn unsere Abwehr glich gegen Sandhausen dem reinsten Hühnerhaufen: WIR BRAUCHEN DRINGEND EINEN INNENVERTEIDIGER. Und am besten auch ein Back-up für Schauerte. Wer soll denn für ihn ran, falls er mal verletzt oder gesperrt oder außer Form ist? Erinnern wir uns an das van-den-Bergh-Syndrom. Er hatte zu keinem Zeitpunkt einen ernsthaften Konkurrenten. Und deshalb brauchte er das Flanken nicht lernen. Schauerte war zuletzt super. Aber er braucht einen Konkurrenten, um noch besser zu werden.

Noch ein Wort zum Geläuf… Was bitte präsentieren wir gerade für einen Rasen in der Arena??? Rennen da unter der Woche Elefanten drauf rum? Ein wenig beschämend ist das. Auch da müsste man mal vielleicht die Hausaufgaben machen. Hat vor einigen Wochen das Pass- und Kombinationsspiel noch fließend funktioniert (F95 hatte die beste Passquote in der Liga), ist man davon zur Zeit meilenweit entfernt. Auf diesem Rumpel-Acker ist an gelungene Passstaffetten nicht zu denken. Dies kommt natürlich Mannschaften zugute, die sich über den Kampf definieren.

Ach ja…. die Aufforderung aus der Kurve  „Wir wollen Euch kämpfen sehen“ können wir nicht so ganz verstehen, denn man hat den Jungs auf dem Platz angemerkt, dass sie eigentlich wollten und es auch probiert haben…. das macht die Sache aber eigentlich nur noch schlimmer, denn dann hätte man wenigstens einen Ansatzpunkt! Die gestrige Unfähigkeit, die Leistung auf den Platz zu bringen, ist das, was uns wirklich Sorgen bereitet.

Also, FORTENG, reiß Dich gefälligst zusammen und zeig‘ uns gegen Frankfurt nächste Woche die arg verspätete und gestern verpennte Trotzreaktion!

In diesem Sinne – 95OLÉ

Adnan & Ingo

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Souverän die Löwen gebändigt!

17 Nov

Unsere Jungs bleiben im Aufwärtstrend. Ein souveräner, wenn auch minimalistischer Sieg bei 1860 führt uns noch ein wenig näher an die Tabellenspitze.

Ist es nicht herrlich, sich wirklich Woche für Woche auf ein Fortuna-Spiel freuen zu können? Ist es nicht herrlich, dass unser Team derzeit imstande ist, höchst flexibel zu agieren und auf verschiedenen Wegen erfolgreichen Fußball spielt? Ist es nicht richtig herrlich, wenn das eigene Team das völlig berechtigte – wenn auch temporäre – Image der Unbesiegbarkeit mit sich trägt? Ist es nicht herrlich, dass unser Coach nicht einfach nur stumpf mit einer Formation agiert, sondern je nach Personallage taktisch umkrempeln kann und TROTZDEM gewinnt? So, genug gefragt – hier kütt die Antwocht: Ja, es ist herrlich!

Die Verletzungen von Lukas Schmitz und da Silva Pinto, so war zu vermuten, würden schwer wiegen. Immerhin gehören die beiden zu den fast schon erschreckend großartig etablierten Neuzugängen dieser Saison. Dazu noch das Verletzungselend von Heinrich Schmidtgal und die aberwitzige Formschwäche von Ben Halloran; also damit der fast Komplettausfall des gesamten für die linke Seite vorgesehenen Personals. Watt würde Reck nun machen, war die Frage. Mit seiner Lösung hatten selbst die Kabinenschnüffler der RP nicht gerechnet…

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Hatten wir nach dem Kick gegen Ingolstadt noch gemutmaßt, wen unser Trainer denn anstelle von Schmitz und da Silva Pinto bringen würde, zauberte Olli Reck doch tatsächlich Fortuna-Ikone Lumpi Lambertz aus dem Hut und stellte gleichzeitig auch noch die taktische Grundordnung um. Axel rückte neben Schauerte, Soares und Tah in die Viererkette; Avevor, Lumpi und Gartner, der „Kampfschwein“ Pinto ersetzte, bildeten einen zentralen Dreifach-Mittelfeldblock, der die Zentrale mit Kampfkraft gegen die Löwen dicht machen sollte. Davor spielten Liendl und Benschop auf offensiveren Halb-Positionen und in der Spitze begann mal wieder Finnen-Knipser Pohjanpalo aka Torjanpalo aka Iceman aka Palimpalim für Jimmy Hoffer. Auf dem Tableau also ein 4-3-2-1. Der SKY-Kommentator nannte es „Tannenbaum“ – kann man machen…

HZ1: Mörder-Start und dann zwei Gänge zurück 

Olli Reck’s Griff in die taktische Trickkiste scheint die Hausherren ab dem Anpfiff  komplett zu überfordern, denn die Fortuna legt los, wie von der Tarantel gestochen! Die 60er werden erstmal gnadenlos überrannt und wissen nicht wo oben und unten ist. Unsere drei 6er blocken die Mitte komplett und machen dazu noch das Spiel schnell. So bekommen wir in der 4.Minute eine Ecke; naja, denken wir… Ecke… Hauptsache jetzt kein Konter-Gegentor… Mancher nutzt die Zeit, um datt „Kloser“ aufzusuchen, andere bestellen sich einen Drink oder suchen nach dem Selfie, den sie den Buddies noch unbedingt zeigen wollten.

Aber dann? Fortuna-Eckball-Totengräber? Weit gefehlt! Der junge Gartner schnappt sich die Murmel und tritt zur Standardsituation an; er bringt den Ball zwar etwas zu flach in den Strafraum, aber sein Landsmann Okotie kommt zu Hilfe und verlängert das Spielgerät unfreiwillig auf den langen Pfosten, dort steigt Soares höher als sein Gegenspieler und nickt aus nächster Nähe zur 1:0 Führung ein. Er markiert seinen ersten Treffer für die Fortuna! Watt für’n Start!

Die F95-Maschinerie läuft nun wie geschmiert und unsere Jungs spielen kampf- und spielstark auf den 2. Treffer hin – 1860 hat echt mal keine Schnitte und rennt hilflos hinterher. In Minute 9 ist Schauerte sichtlich überrascht, als er auf einmal (fast) allein mit Pohjanpalo im gegnerischen Strafraum steht; unser RV schaut sich erstmal um, ob es nicht doch Abseits ist und verpasst so das winzige Zeitfenster, um die Kirsche ideal auf Pohjanpalo abzulegen. Er hätte eigentlich auch selber draumzimmern können – doch so bleibt es bei der 1:0 Führung.

Fünf Minuten später hat Lumpi dann die Möglichkeit seine Rückkehr in die Startelf mit einem Traumtor zu krönen. Nach einem wahrhaftigen Traumpass von Liendl in den Strafraum, fliegt Lambertz in den Fünfmeterraum, nimmt den Ball direkt und knallt ihn an die Unterkante der Latte! Riesengeschepper, aber leider keine Bude. Mit der totalen Dominanz geht es dann noch ein paar Minuten weiter, danach ziehen sich die Fortunen aber weiter zurück und lassen die bisher absolut zahnlosen Löwen erstmal kommen. Die Hausherren (oder besser Hauskätzchen?) stellen sich auch besser auf Fortunas Taktik ein und bekommen mehr Spielanteile. Damit können die Gastgber aber nicht viel anfangen, denn unsere Abwehr steht sattelfest.

Das Spiel beginnt nun etwas zu dümpeln, denn die Blauen schaffen es nicht wirklich, gefährlich zu werden und bei unseren Jungs kommt es immer häufiger zu Konzentrationsmängeln, so dass die Konter meist schon im Aufbau scheitern. Das Einzige, was erwähnenswert ist, ist die wieder mal beeindruckende Souveränität im Spiel von Jonathan Tah. Die Coolnes in Person. Ach ja, und der Schiri hat wieder genervt! Lässt ein klares Foul an Liendl laufen, um Sekunden später, Soares‘ Grätsche, bei der er den Ball spielt, zu pfeiffen. Aber egal – die vielen Fouls in durchaus gefährlichen Positionen sollten für uns nicht gefährlich werden.

HZ2: Gezähmte Löwen ohne Schnitte

Wie so oft nutzt der Gegner die Zeit in der Kabine, um mit frischem Mut wieder auf’s Spielfeld zu kommen. Die Blauen versuchen mit all ihren Mitteln unsere Jungs in die Bredouille zu bringen. So in etwa gestaltet sich die gesamte zweite Halbzeit. Die Löwen kommen aber nur ein einziges Mal in der 50.Minute gefährlich voran, als Okotie im Strafraum Rensing prüft. Unsere Nummer #1 ist aber zur Stelle. Kurz darauf stellt unser Trainer personell um und nimmt Benschop vom Platz, der wirklich nicht sein bestes Spiel im Fortuna-Dress gezeigt hatte. Erat nimmt seinen Platz auf dem Spielfeld ein. Unsere Jungs rühren weiter den Abwehr-Beton an, der für ideenlose Hausherren undurchdringlich ist. Nicht wirklich schön anzusehen, aber was den Kräfteverzehr betrifft, durchaus effizient. Immer wieder stoßen die Blauen an ihre spielerischen Grenzen. Selbst aus den zahlreichen Standardsituationen können sie kein Kapital schlagen. Die Fortuna hat mittlerweile ihre Passsicherheit wiedergefunden und lässt den Ball recht souverän in den eigenen Reihen kreisen oder raubt den Münchnern mit geballter Zweikampstärke den letzten Nerv. Ein zweites Tor wäre natürlich schön gewesen, war aber irgendwie bei diesem Spiel nicht nötig, denn die Forteng bringt den Sieg ziemlich abgeklärt über die Zeit und nimmt als verdienter Sieger gerechterweise die drei Punkte mit an den Rhein.

Personelles & Ausblick

Rensing musste nicht viel tun – war aber, wenn man ihn brauchte. Er hatte lediglich bei einer Flanke von der linken Seite Probleme, wurde hierbei aber auch von Okotie im Fünfmeter-Raum angegangen und bekam daher Schiri-Rückendeckung. Axel links und Schauerte rechts erfüllten ihre Außenverteidiger-Rolle glänzend. Unbezahlbar sind die Nahaufnahmen der verbalen Scharmützel, die Axel gern mit seinen Gegnern führt. Soares und Tah harmonieren richtig gut. Für Soares ist es nach der so schwierigen Zeit unendlich wichtig, mit einem Tor seine Bedeutung für’s Team aufzuzeigen. Zu Tah fällt einem nicht mehr viel ein, außer, dass man immer wieder erwähnen muss, dass der Junge 18 ist! Natural Born Defender, der nach Worten Olli Recks nach dem Spiel gegneüber SKY eigentlich in der 2. BL nix verloren hat. Avevor war wieder grundsolige, schnell, agil und zweikampfstark. Gartner zeigte eindrucksvoll, dass er nur auf er Bank sitzt, weil Avevor und Pinto einfach noch einen Tick stärker sind. Aber gerade defensiv wusste der 20-Jährige absolut zu überzeugen. Tja, und Lumpi? Auch er zeigte, dass er da ist, wenn man ihn braucht. Er foulte zwar einige Male zu häufig und passte dann und wann ins Leere, aber insgesamt reihte auch er sich ein in das unüberwindbare Defensiv-Bollwerk. Es wurde aber auch klar, dass er wieder als Erster auf der Bank Platz nimmt, sobald Schmitz oder „Pinte“ wieder fit sind. Benschop sollte das Spiel einfach abhaken. Ihm gelang gar nix. Punkt. Liendl leitete Passstaffetten ein und zeigte den ein oder anderen von Reck verlangten Risikopass, der ihm natürlich nicht immer gelang. Dennoch starke Partie. Pohjanpalo war immer anspielbar und sorgt für mächtig Unruhe. Richtige Torgefahr strahlte aber auch er nicht aus.

Nach dem Montagsspiel ist vor dem Montagsspiel… So werden wir nach der elend langen Länderspielpause erneut zu Flutlichtzeiten antreten und diesmal Kräuter Furz empfangen. Wie schon eingangs erwähnt: Man kann sich einfach nur freuen, denn auch dieses Spiel wird uns mit sehr großer Wahrscheinlich  Freude bereiten. So ist unsere Forteng nämlich derzeit drauf.

In diesem Sinne – 95OLÉ

Ingo & Adnan

Ein d(RECK)iger Sieg gegen Pauli

23 Okt

Unsere Jungs bleiben im siebten Spiel in Folge ungeschlagen und fahren den fünften Sieg in dieser Serie ein. Dank eines wieder erstarkten Michael Liendl steht es am Ende 1-0.

Iss dat geil… Da spielt unsere Mannschaft gar nicht mal soooo geil und halunkt sich durch die Partie und gewinnt trotzdem. Was daran so geil ist? Na, weil unsere Truppe gleich mehrer Mittel zum Siegen kennt: (1) Schönen Fußball, (2) Effizienz vor’m Tor, (3) schnelles Umschaltspiel, (4) Kampfbereitschaft, (5) Cleverness beim Schwächen des Gegners. Und gegen Pauli war es ein kleines Bisschen (1), eine Prise (2), gut eingesetztes, aber nicht zuendegespieltes (3), eine ordentliche Portion (4) und jeeeeeeeede Menge (5). Als unsere Mannschaft merkte, dass spielerisch vieles nicht so recht klappen will, wusste sie zumindest, wie sie den Gegner effektiv uneffektiv machen kann. Diese Vielseitigkeit hat Reck hervorragend herausgearbeitet. Deshalb eben ein d(RECK)iger Sieg. Und so liefen die Jungs auf…

AUFSTELLUNG & TAKTISCHE AUSRICHTUNG

Durch den verletzungsbedingten Ausfall vom jungen Defensiv-Brecher Tah rückte Bruno Soares wieder neben Captain Bodzek in die Innenverteidigung; ansonsten begann die mittlerweile gut eingespielte Truppe wie beim herrlichen Auswärtssieg in Darmstadt. Nach gut zwei Jahren (Hinrunde Bundesligasaison) ist es wieder einem Trainer gelungen, eine richtig funktionierende Startelf zu formen, die maximal auf 1-2 Positionen umgestellt wird. Das gibt Sicherheit und macht das gespielte 4-4-2 solide und stabil.

1. HZ: 

Nachdem nicht nur F95, sondern auch der Gegner aus Hamburg mit der Strömung des Aufwindes zum Kick in die Arena einfuhren, konnten sich die ca 36000 Zuschauer im Stadion auf ein interessantes Match freuen. St. Pauli lässt auch sofort erkennen, dass sie gerne das ein oder andere Pünktchen mitnehmen wollen. Den ersten Ansatz einer Möglichkeit haben zwar wir, aber Pauli spielt munter mit. Richtig schön sollte das Spiel zu keinem Zeitpunkt werden, aber Ansätze zu gutem Passspiel zeigten beide Teams. Wenn die Fortuna im Vorwärtsgang ist, zieht sich Pauli weit zurück und verteidigt mit sieben Leuten am eigenen Strafraum. Fortuna spielt wieder das mittlerweile typische frühes Pressing bei Heimspielen und unterbindet so effektiv Kombinationen des Gegners im Ansatz. In der 7. Minute haben wir jedoch die erste dicke Chance im Spiel: Liendl macht Keeper Tschauner das Leben mit einem flachen Schuss das Leben schwer; doch im Nachfassen hat er die Kugel. Im Gegenzug kündigt Enis Alushi aber an, dass das hier kein Selbstläufer wird und jagt einen gefährlichen Abschluss nach schnellem Angriff über unser Tor. Danach geht s erstmal hin und her. Der Platz ist super rutschig – viele Spieler rutschen aus. Teilweise entstehen Slapstickeinlagen. Daran mag es auch liegen, dass uns die finale Präzision fehlt, um den Hamburger Abwehrriegel zu knacken. Doch auch die Gästen können ebenfalls keinen strukturierten Angriff zu Ende spielen. So sehen wir erstmal viel Kampf und wenig Zwingendes.

Es dauert bis zur 26. Minute, bis es wieder gefährlich wird: der bärenstarke Avevor fängt einen Fehlpass der Kiez-Kicker ab und schickt Liendl in des Gegners Strafraum; der legt in die Mitte auf Pohjanpalo ab, doch der rutscht in den Keeper statt den Ball ins Tor zu befördern. Sah heftig aus, ist aber nix passiert. Wir merkten: Es bahnt sich was an! Nur sechs Minuten später passiert es dann auch: Liendl bekommt den Ball und eine Spielverlagerung im One-Touch-Style nimmt ihren Lauf. Vom rechten Mittelfeld gibt unsere Nummer #10 gibt das Leder weiter zu Benschop, der gibt sie weiter an da Silva Pinto, der wiederum spielt in einer Bewegung den startenden Schmitz losschickt. In Null-Komma-Nix ist also der Ball quer über das Spielfeld befördert worden und unser Linksverteidiger findet endlich die besagte Lücke im Abwehrriegel: flache Flanke in den Rücken der Abwehr und Spielzug-Initiator Liendl nimmt die Kirsche elf Meter vor der Hütte direkt und netzt zur Führung ein. Übrigens schon die dritte direkte Torvorlage von Schmitz und die dritte Bude von Liendl. Gerade Liendl hat nach 3-4 schwachen Spielen ein Erfolgserlebnis gebraucht. Das Tor tat ihm merklich gut. Die Halbzeit geht dann ohne weitere große Höhepunkte zu Ende.

2. HZ:

Nach dem Halbzeit-Tee sehen wir vor dem erneuten Anpfiff erstmal einen Fortuna-Huddle, in dem Liendl die Ansprache hält und das Team auf die zweiten 45 Minuten einschwört. Dies läuft zwar nicht ganz so martialisch ab wie hier, zeigt aber trotzdem, dass die Jungs motiviert und überzeugt sind. Motiviert sind die Gäste aber auch… und dazu noch ziemlich hitzig, denn das Spiel wird eindeutig härter. Nachdem es Axel in der 53. Minute mit halben Truppe der Paulianer aufnimmt, kassieren die Gäste innerhalb von 10 Minuten drei Gelbe Karten. Es ist diese Anfangsphase der 2. HZ, in der Pauli Druck macht, unsere Jungs aber mit Agressivität und Härte dagegen halten. Das treibt die Paulinesen in den Wahnsinn. Alushi übertreibt es ein wenig und wird von Pauli-Trainer Meggle vorsichtshalber vom Platz genommen, bevor dies der Schiedsrichter per Gelb-Roter Karte erledigt. Der neu eingewechselte Verhoek bringt eine Systemänderung mit sich, denn Pauli versucht’s nun mit zwei Spitzen. Diese Maßnahme bringt beinahe sofort Erfolg, denn der neue Stürmer köpft nach einem Freist0ss den Ball in unser Tor… allerdings steht er dabei im Abseits, so dass es bei der Führung bleibt… Schwein gehabt!

In der 78.Minute hat Charlie seine beste Chance des Spiels, nachdem er zwei Gegner vernascht und auf einmal gut postiert im 16er steht; den Schuss zieht der Niederländer aber am langen Pfosten vorbei. In der 80. Minute nimmt Olli Reck dann „Kampfschwein“ Axel vom Platz und unser Dynamiker stapft mit hoch-roter Birne vom Platz und schreit jedem seiner Mitspieler dabei noch Motivierendes zu… watt fürn Typ! 🙂  Wir sind bereits in der 86.Minute, als es eigentlich angebracht gewesen wäre, einen 11er zu bekommen. Es läuft ein starker Konter, Charlie bekommt im Strafraum den Ball und wird von Thy getackelt. Leider hat’s der Schiri anscheinend nicht richtig gesehen. Wir sehen ansonsten noch zwei, drei wirklich gute Chancen der Fortuna, die aber nicht verwertet werden – Stichwort: fehlende Präzision. In der Schlussphase entscheidet sich unser Trainer aber dafür das Ergebnis zu halten und wechselt Dustin Bomheuer für Benschop ein und vorher Gartner für Pohjapalo. Es entwickelt sich eine nervenaufreibender Endfight, in dem Pauli nochmal alles nach vorne wirft. Unsere Jungs schaukeln das Ding aber gut über die Zeit und die Fortuna geht als verdienter Sieger vom Platz!

PERSONELLES

Unser Goalie Rensing wirkte in ein, zwei Situationen zu unentschlossen, herauszupreschen und die Kirsche zu pflücken. Das besserte sich zum Ende der Partie und der Fairness halber muss man sagen, dass es auch an den Verteidigern liegen könnte, mit dem Torwart ausreichend zu kommunizieren, damit Bälle die hoooch in Richtung 16er kommen, schnell entschärft werden. Passiert ist nix – aber es hätte, wäre, könnte… Soares war zurecht glücklich mit seiner Partie – so glücklich, dass er nach Abpfiff ausgelassen weinte. Er war in jedem Fall besser und sicherer als Captain Bodzek. Der leistete sich hier und da wieder Schwächen bei Laufduellen und im direkten 1 gegen 1. Da war er schon mal stärker. Schauerte und Schmitz haben richtig starke Partien gespielt. Besonders Schauerte war diesmal zu keinem Zeitpunkt hinten zu wackelig. Und wieder mal hat ein Außenverteidiger – diesmal Schmitz – das entscheidende Tor vorbereitet. So muss es sein. Avevor war einsame Spitze. Der Junge ist super bullig und weiß das zu nutzen. Wie er seinen Körper zwischen Gegner und Ball platziert, beeindruckt ein ums andere Mal. Und er ist sauschnell. Im Sprint hat er zwei, drei Mal gefährliche Angriffe der Paulinesen entschärft und den Gegner gestellt. Pinto war genial darin, dem Gegner die Freude am Spiel zu nehmen. Gerade dann als Pauli zu Beginn der 2. HZ stark anfing, hat er fiese Zweikämpfe geführt, viel gemeckert und Unterbrechungen nach Fouls schööööön in die Länge gezogen. Für den Gegner und seine Fans zum Brechen; für uns super. Liendl war richtig spitze. Vom Anpfiff weg sah man eine ganz andere Körpersprache bei ihm – er hat geile Pässe gespielt und das ein oder andere Schmankerl mit der Hacke fabriziert. Er ließ sich zudem nicht aus dem Spiel knicken – bravo und weiter so. Benschop wollte, konnte aber diesmal fast gar nichts. Unruhe hat er verursacht, aber nichts richtig hinbekommen. Pohjanpalo hat ungeahnte Qualitäten im Erobern und Weiterleiten/Verarbeiten hoher Bälle (Abschläge & Co.) gezeigt – da ist er, obwohl er viel schmaler ist, wesentlich besser als sein Sturmkollege Charlie. Abschließend Worte zu Axel, die Ihr nun alle laut mitsingen werdet, da sie einfach alles über ihn aussagen: „AK SÄLL BÄ LING HAU SÄN – SCHAALA LA LA LALA LALA LAAA LALA“. Die Kampfsau hat zusammen mit Pinto enorm viel für die richtige Stimmung auf dem Platz getan und ist gerannt wie auf Duracell. Großartig.

AUSBLICK

Unsere Forteng macht gerade richtig Bock. Und so freuen wir uns einfach auf die kommenden Partien gegen die Drittplatzierten „Toifel“ und dann zu Hause gegen den derzeitigen Tabellenführer aus der Audi-Stadt. Das Ego ist intakt. Der Spirit der Unschlagbarkeit massiv gestärkt und die letzten Spiele auf dem Betze waren eigentlich immer großartig. Darauf lässt sich bauen, oder?

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Adnan & Ingo

 

Eiskalter Sieg in Nürnberg

16 Sep

Unsere Diva nimmt Fahrt auf. Mit einem überzeugendem Auftritt wurde der zweite Auswärtssieg infolge gelandet und wieder zu Null gespielt.

In unserem letzten Beitrag hatten wir noch mal betont, wie wichtig die Partie in Nürnberg sein würde. Erst da würden wir sehen, wie viel wert der Sieg von Aue wirklich ist. Und wir sollten eine wirklich erfreuliche Antwort auf diese Frage bekommen. In knallgelb auflaufend (der übermotivierte SKY-Kommentator sprach von „Textmarker-Gelb“), machten wir dem Bundesligaabsteiger das Spiel richtig schwer. Gleichzeitig zeichnete sich schnell ab, dass die Mannschaft merklich an Selbstbewusstsein getankt hat. Und Olli Reck hatte ganz offentlich bei der Wahl der Startelf alles richtig gemacht:

Aufstellung & Taktik

Never change a winning team, dachte sich unser Coach im roten Kapuzen-Pulli; somit begann die Fortuna mit der gleichen Startelf, wie beim Auswärtssieg in Aue. Nachdem in den Tagen zuvor Neuzugang Tah (der mit einem Marktwert von 6,5 Mio.€ mit Abstand nun wertvollster Fortune ist) wohl mit seinem Startelfdebüt gerechnet hatte von Trainer und schreibender Zunft mit Lobhudelei zugeträllert wurde, blieb Olli Reck beim Duo Bodzek/Soares. Taktisch wurde auch nichts geändert, so dass Benschop hinter der einzigen Spitze Hoffer spielte; in der Schaltzentrale konnten sich erneut da Silva Pinto und Gartner auf der Doppel-6 austoben und die beiden Außenpositionen wurden von den „Linksfüßen“ Axel und Liendl besetzt. Hinter diesen beiden komplettierten Schmitz und Schauerte die Abwehrkette.

Beim Heimteam aus Nürnberg wurden von Trainer Ismael mit Polak, Gebhart, Koch, Schäfer und dem ehemaligen Frisuren-König Pinola, auch einige bekannte Gesichter auf das Feld geschickt. Nach dem durchaus überzeugenden 4:0 Sieg in Berlin, erwarteten wir ein interessantes Spiel auf Augenhöhe.

HZ1: Glück zu Beginn; souverän im weiteren Verlauf

Mit knapp 26.000 Zuschauern wirkt das Grundig-Stadion doch eher mäßig gefüllt, als die beiden Teams den Platz betreten. Nach einer kurzen Abtastphase hat Club-Stürmer Sylvestr die erste nennenswerte Chance der Partie, aber er jagt selbige  deutlich über Rensings Kasten. Schmitz war zu langsam und die Abwehr wirkte nicht so ganz bei der Sache. Aber: Schwein gehabt! Bei der Fortuna wird aber recht bald deutlich, wie dieses Match angegangen werden soll: tief gestaffelt, den Gegner kommen lassen und dann mit äußerst aggressivem und kompromisslosem Pressing aus der eigenen Hälfte schnell nach vorne spielen. Auf diese Weise ensteht ein interessantes Spiel mit gutem Tempo, bei dem die Torchancen aber erstmal Mangelware bleiben. In der Defensive steht die Fortuna ziemlich sicher und für die Offensive sollten sich erst mal nicht die erhofften Lücken bieten, da Nürnberg (verständlicher Weise) noch nicht alles auf eine Karte setzt, sondern ebenfalls auf Sicherheit bedacht ist. Schon recht früh im Spiel zeigt sich dann schon das fehlende Spielverständnis im Team der Nürnberger und es folgt Fehlpass um Fehlpass. Wir sind bereits in der 23.Minute, als praktisch aus dem Nichts Julian Schauerte seinen Gegenspieler nach allen Regeln der Kunst vernascht und ihm die Kugel durch die Hosenträger spielt; ein Blick, ein flaches Zuspiel in den Strafraum, ein heranstürmender Hoffer, der den Fuß hinhält, und schon steht es 1:0 für uns! So einfach kann das sein!

Nun macht es Olli Reck an der Linie vor und animiert seine Jungs die Brust rauszustrecken. Die machen das dann sogar und wirken unverschämt souverän. Für Nürnberg gibt es kaum ein Durchkommen und wenn, wird es nicht annährend zwingend. Fortuna steht im Abwehrverbund sicher und gibt dem Gegner kaum Räume das eigene Spiel aufzuziehen; dafür sind die Gastgeber auch viel zu sehr von der Rolle. Die Fehlpässe sind teilweise haarsträubend. Es ergeben sich jede Menge Konterchancen, doch leider sind unsere Jungs hierbei etwas zu hastig, um daraus Kapital zu schlagen. Giftig geht es bisweilen in den Duellen zwischen diversen Fortunen (Bodzek, Pinto) mit Gebhart her; die Fortuna macht hier deutlich: Wir wollen diese drei Punkte, wenn Ihr sie auch wollt, wird´s weh tun!

HZ2: Im Zeichen des Drecksack

Die zweite Hälfte geht dann auch so los, wie man es erwarten kann: die Gastgeber kommen angefressen aus der Kabine und wollen merklich das Spiel drehen; „Tunnel-Opfer“ Bulthuis kann duschen gehen und dafür kommt (UNSER) Cristian Ramirez für die Clubberer auf´s Feld. Die Fortuna wird jetzt erstmal in der eigenen Hälfte festgesetzt; das Spiel der Gastgeber bleibt aber trotzdem ziemlich fehlpasslastig und unsere Jungs stehen einfach perfekt, so dass von wirklicher Gefahr für Rensings Tor keine Rede sein kann. Nachdem in der zweiten Hälfte ca. zehn Minuten vergangen sind, kommt die Fortuna merklich zu guten Konterchancen; die Sicherheit aus der guten Defensivleistung überträgt sich augenscheinlich auf die Kombinationsfähigkeiten des Offensivspiels, denn die Nadelstiche der Fortunen werden präziser und richtig schön anzusehen. In der 57. Minute setzt Liendl nach tollem Konter seinen Schuss knapp neben das Tor, aber nur fünf Minuten später sollte die Fortuna für aggressives Pressing und gutes Umschaltspiel belohnt werden. Da Silva Pinto erobert den Ball wuchtig gegen Gebhart, spielt mit Benschop in vollem Tempo einen gekonnten Doppelpass und steht auf einmal gänzlich frei mit Ball am Fuß vor Raphael Schäfer. Der Deutsch-Portugiese fackelt nicht lange und erzielt mit dem 2:0 seinen ersten Ligatreffer für uns – Knaller-Bude!!

Im Spiel der Gastgeber sind weiterhin Fehlpässe die einzige Konstante, gepaart mit einfallslosen Angriffsversuchen. Nennenswerter Angriff gibbet nit, weil unsere Jungs super stehen. Was in diesem Spiel besonders auffällt, ist das Zusammenspiel von Gartner und da Silva Pinto. Während der junge Gartner strategische Ruhe ausstrahlt und über ein hervorragendes Pass- und Stellungsspiel verfügt, ist Pinto für Leidenschaft, Kampfkraft und das Element des Mitreißens verantwortlich und weiß durch seine Erfahrung und technischen Fähigkeiten ein Spiel zu lenken. In dieser Form wohl die beste Doppel-6 der Liga. Reck nimmt nun Hoffer vom Platz und Avevor kommt zu seinem Debüt für die Fortuna, nachdem zuvor schon Tah den guten, aber Gelb-Rot gefährdeten Soares in der Innenverteidigung abgelöst hatte. In der 80. Minute geraten Ramirez und Pinto dann auch noch aneinander und es kommt zur berühmt-berüchtigten Rudelbildung. Seien wir mal ehrlich – genau dafür wurde er geholt… nein, nicht für die Rudelbildung, aber dafür, Galligkeit auf den Platz zu bringen, den Gegner zur Weißglut zu bringen und wenn es nötig ist, auch mal den Drecksack zu miemen! Das hat er wahrlich drauf. So regen sich die Nürnberger über Nebensächlichkeiten auf und bekommen nichts Qualitatives mehr auf den Platz. Die Fortuna gewinnt eiskalt, vollkommen verdient und souverän das zweite Auswärtsspiel in Folge. So kann es weitergehen!

Personelles & Ausblick

Jeder Einzelne auf dem Platz war stark verbessert. Schmitz und Schauerte standen zu jeder Zeit hervorragend. Vor allem Schauerte machte über rechts zudem ordentlich Druck und landete nach toller Vorarbeit bereits seinen zweiten Scorerpunkt. Schmitz harmonierte mit einem endlich nicht mehr übermotivierten Axel. Er will nichts mehr erzwingen und scheint genauer zu wissen, was genau seine Aufgabe auf dem Platz ist. Zusammen mit Pinto macht er den aggressive leader. Gartner brachte wieder Übersicht und Ruhe ins Aufbauspiel. Bodzek und Soares waren weitestgehend fehlerfrei, auch wenn es für Soares wohl das letzte Spiel von Anfang an gewesen sein dürfte – er wurde zwar auch wegen der Gelben Karte ausgewechselt; aber es dürfte kaum jemand bezweifeln, dass man nun Tah, der schnell ins Spiel fand, aufbauen wird. Hoffer hat ein Mal mehr gezeigt, dass ein sehr guter Abnehmer von Hereingaben in den Sechszehner ist. Benschop war nicht sehr auffällig, hat aber der Nürnberger Defensive viel Arbeit beschert und zudem gedankenschnell das 2-0 von Pinto aufgelegt.

Alles in allem eine wirlich „runde“ Mannschaftsleistung, die weiter für Sicherheit sorgen wird. Unsere Forteng nimmt Fahrt auf und am kommenden Sonntag darf dann herzlich gerne Aufsteiger Heidenheim aus der Liganeulingseuphorie gestürzt werden. Jetzt noch ein weiterer Dreier und unsere Mannschaft greift oben mit an.

Ja, wir glauben sogar dran 🙂

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

„Krampf back“ statt „Comeback“

25 Aug

Okay, es ist wieder so weit: Der Krampf ist zurück. Eine total verunsicherte Fortuna verliert völlig verdient gegen taktisch stark auftretende Karlsruher. 0-2 steht es am Ende und der Fehlstart besiegelt.

Die Vorzeichen waren nach dem peinlichen Pokalaus gegen Würzburg klar: Will unsere Forteng verhindern, dass ungemütliche Zeiten aufziehen, muss dringend ein überzeugendes Erfolgserlebnis her. Für manche bedeutete das, dass ein souveräner Sieg eingefahren werden muss. Andere wiederum forderten einfach nur eine beherzte Leistung – ganz egal, ob dabei ein Sieg, ein Unentschieden oder eine Niederlage bei rumkommt. Nur dann würde man die Pleite in der ersten Pokalrunde verzeihen können. Die Südtribüne gab es per großem Banner vor: Heut’ gibt es keine Ausreden!

Also, alles geklärt? Pustekuchen… Nichts passte gegen den KSC. Die totale Orientierungslosigkeit auf dem Platz gegen einen Gegner, der sich zu keinem Zeitpunkt von uns ernsthaft unter Druck gesetzt fühlen musste. Dabei hatte Chefcoach Olli wieder einiges versucht.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Unsere Abwehrreihe wurde auf drei Positionen verändert: Weber durfte wieder als RV ran, Bomheuer rückte in die IV-Position und Schmitz wurde vom Mittelfeld in die LV-Position zurückgezogen. Bodzek sollte nun mit Pinto die Doppel-Sechs bilden. Im rechten Mittelfeldflügel bekam Schauerte die Chance, Offensivqualitäten zu zeigen. Auf links rutschte Halloran wieder in die Startelf. So sollte das Flügelspiel angetrieben und die Defensive gestärkt werden. Ein 4-2-3-1 mit insgesamt 6 Abwehrspielern deutete auf die Priorität hin: Defensivprobleme loswerden!

1. HZ:

Mit dem Anpfiff entwickelte sich eine insgesamt recht unterhaltsame Partie. Die Forteng versucht, wie gewohnt, erst mal das Spiel in den Griff zu bekommen. Und es sollte eigentlich ganz gut losgehen: Halloran fabriziert seine einzige nennenswerte Aktion, indem er in der eigenen Hälfte den Ball erobert und schnell nach vorne marschiert. In der Mitte ist Liendl mitgelaufen, kriegt das Zuspiel von Halloran und legt sich den Ball kurz zurecht, um mit Links abzuschließen. Von Hoffers Ohr abgefälscht, wird eine gefährliche Bogenlampe draus, die Oerlishausen im Karlsruher Kasten leider parieren kann. Es sollte die einzige wirklich gute Chance unserer Fortuna bleiben…

Der KSC machte deutlich, dass sie nicht etwa wie Braunschweig erst mal abwartend spielen würden. Sie machten erst richtig gut die Räume zu und übten dann frühzeitig Druck auf den Ball führenden Fortunen. Das ist der blanke Horror für so verunsicherte Spieler wie unsere Jungs.

Es zeigte sich schnell, dass sie sich unheimlich schwer tun, das Spiel zu gestalten. Der eine wusste nicht, wo der andere unterwegs sein würde. Jemand wie Schauerte tauchte nahezu überall auf – aber nirgends so richtig. Sein Zusammenspiel wollte mit dem besonders zu Anfang engagierten Weber nicht so recht gelingen. Ja, es gab ein, zwei Ansätze von schnellem Kurzpassspiel; das wurde aber meist recht schnell abgefangen.

Und unsere Defensive? Sie lädt in persona Soares völlig unnötig zur Ecke ein. Und im Kollektiv wird dann verpennt, diese vernünftig zu verteidigen. So mogelte sich Innenverteidiger Gulde durch den Strafraum und stand goldrichtig, um aus fünf Metern ins kurze Eck einzunicken – dort sicherte nämlich niemand den Pfosten ab…

Okay, A**** lecken. War halt eine Ecke. Aufbäumen, klaren Kopf kriegen und weiter. Das hofften wir wenigstens. Doch es kam nichts. Es fehlte der Zugriff, und die in schwarz auflaufenden Karlsruher wussten leider viel zu gut, alle Räume zuzumachen. Da es bei unserer Mannschaft immer zu langsam ging, konnte dieser Abwehrverbund auch nicht geknackt werden.

Zum Pausenpfiff erschallten die ersten Pfiffe – und die Südtribüne forderte „Wir woll’n Euch kämpfen seh’n!“

2. HZ:

Watt soll man zu diesem zweiten Durchgang sagen…? Benschop kam für den überhaupt-mal-so-gar-nicht-präsenten Halloran. Das machte es zumindest für die Karlsruher Innenverteidigung etwas ungemütlicher. Gefährlich wurde es aber nicht. Lukas Schmitz bekam zwei Mal die Gelegenheit, draufzuzimmern. Doch es waren höchst harmlose Schussversuche.

In der Zwischenzeit zeigte KSC-Flügelmann Torres, wie man ordentlich Druck macht. Er tanzte Schmitz immer wieder aus, wurde nach ansehnlicher Einzelleistung von Yabo perfekt bedient und tauchte so urplötzlich allein vor Rensing auf – der behielt die Nerven und parierte richtig stark. Doch nur wenige Minuten später sollte das 0-2 fallen…

Nach unsäglichem Fehlpass von Weber in der eigenen Hälfte, kam der KSC wieder in Fahrt und überrannte unsere rechte Abwehrseite. Die Hereingabe konnte niemand abwehren, sodass die Kirsche vor die Füße von Yabo landete. Der zwiebelte in der 65. Minute drauf und ließ Rensing keine Chance. Uns war klar: Das war’s. In dieser Verfassung wird unserer Truppe keine Aufholjagd gelingen. Axel kam noch rein (danke für den Hinweis, weiser Hinweisender auf FB 🙂 ) war kurz vorher eingewechselt worden und brülle mächtig rum. Aber er allein konnte es auch nicht umreißen, auch wenn ihm zwei, drei coole Aktionen gelangen. Die Luft war längst draußen…

Das empfand wohl so ziemlich jeder im Stadionso – denn die Stimmung war einfach nur mies. Auch von der Südtribüne kam kein Druck mehr; nicht etwa, weil die Ultras nichts vorgaben, sondern, weil der Supportfunke einfach nicht übersprang.

Daher gingen wir im wahrsten Sinne sang- und klanglos mit 0-2 unter. Wieder entführt der KSC drei Punkte aus unserer Bude.

Fazit & Personelles

Halten wir eines kurz fest: Der KSC hat eine grandiose Partie gespielt. Absolut fehlerfrei. Wenn wir also beschreiben, was alles bei uns nicht lief, so soll das nicht die starke Leistung der Baden abwerten.

Was immer Olli Reck mit seiner taktischen Änderung und seinen Personalwechseln vorhatte: es ist überhaupt nicht aufgegangen. Es standen sechs Abwehrspieler auf dem Feld: Weber, Soares, Bomheuer, Schmitz, Schauerte und Bodzek. Die Idee kann also nur gewesen sein, dass Defensivspiel zu stabilisieren. Doch ohne klare Zuordnung und Vorgaben schaffen auch 11 Abwehrspieler keine stabile Defensive. Es war keine Aufgabenverteilung zu erkennen. Schauerte spielte halbherzig nach vorne und halbherzig nach hinten – aber er machte nichts richtig. Schmitz wurde auf seiner Seite einige Male überrannt und wirkte im Sprint langsam. Weber versuchte vor allem in der 1. HZ, nach vorne Akzente zu setzen. Sein Zusammenspiel mit Schauerte funktionierte jedoch zu keinem Zeitpunkt. Soares und Bomheuer personifizierten als Innenverteidigung die absolute Verunsicherung und Orientierungslosigkeit. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und Aufbauspiel: sie wirkten durchweg überfordert.

Bodzek und Pinto sind zu ähnlich, als dass sie sich als Doppel-Sechs ergänzen könnten. Beide konnten weder stabilisieren, noch konnten sie das Spiel nach vorne dirigieren. Liendl wirkt, als wäre bei ihm die Handbremse gezogen – er traut sich nichts; und dann gelingt solche Spielertypen auch nichts. Halloran war leider so gut wie gar nicht auf dem Platz. WM-Jetlag ist irgendwie noch nicht vorüber. Hoffer wirkte absolut verloren gegen die starke KSC-Defensive. Die Einwechslungen konnten bei dieser Ausgangslage nichts bringen; denn: worin sollten sich die Neuen den einfügen?

Klar, als Axel reinkam, ballte er die Faust, rannte unter Kampfschreien auf seine Seite. Aber auch er konnte an diesem Nachmittag nichts Entscheidendes tun.

Ausblick

In der jetzigen Situation hilft nur eins: Sich nicht verrückt machen lassen. Ruhe bewahren. Sich an die eigenen Stärken besinnen – denn ja, wir haben Stärken im Kader. Das allerwichtigste ist: Der KRAMPF muss gelöst werden. Das Pokalspiel sollte bei der Analyse der Situation von den Ligaspielen getrennt betrachtet werden. Im Pokal war die Truppe stinkend arrogant – in der Liga kamen andere Unzulänglichkeiten zum Vorschein: Fehlende Kondition und Konzentriertheit, mangelhaftes Abwehrverhalten der Flügelspieler und die daraus resultierende Anfälligkeit in der Abwehr.

Diese Dinge kann man mit der Startelf von der Partie gegen Braunschweig oder Union in den Griff bekommen. Hier muss kein Personalkarussell angeschmissen werden. Denn das ging gerade gegen den KSC gehörig schief.

Nun muss Reck den Fokus der Spieler zurechtrücken. Es warten Aue und der Club. Keine Frage, was erwartet wird: LEISTUNG.

 

Auf bessere Zeiten – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

 

Saisonauftakt fast vollends geglückt!

4 Aug

Unsere Jungs geben den Auftaktsieg trotz zweimaliger Führung her. Nachdem zunächst Braunschweig von der spielstarken Fortuna beeindruckt schien, war es unsere Mannschaft, die der im zweiten Durchgang aufdrehenden Eintracht punktuell nichts mehr entgegensetzen konnte. So geht das 2-2 insgesamt in Ordnung.

Die Rahmenbedingungen waren nahezu perfekt: Über 40.000 in der Bude, ein lautstarker Gästeanhang, passables Fußballwetter, offizielles Auftaktspiel der neuen Saison und dazu ein echtes Spitzenduell.

Die Eröffnungsfeier wurde begleitet mit einem gellenden Pfeiffkonzert. Beide Fangruppierungen riefen “Scheiss DFB” und sendeten nicht allzu freundliche Grüße Richtung Leipziger Happy-Hippo-Drink Retortenklub. Der Unmut der Fans wurde aber einfach durch die aberwitzige Lautstärke der Musik übertont – ja, so macht man das wohl heutzutage mit unliebsamen Stimmen…

Zum Glück ging das Ganze nicht allzu lang und die Mannschaften kamen aufs Feld. Mit großer Spannung hatten wir bereits beim Aufwärmen beobachtet, wer denn nun in der Startelf bzw. überhaupt im Kader unserer Forteng stehen würde. Und es war durchaus Überraschendes bei.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Dass Rensing im Tor starten würde, war zu erwarten. Auch das Innenverteidiger-Duo Bodzek-Soares hatten viele auf dem Zettel. Dass aber Weber Rechts und Schmidtgal links verteidigen würden, kam überraschend. Wir hatten zumindest auf Rechts eher mit Julian Schauerte gerechnet. Pinto und Gartner wurde allseits als Mittelfeldzentralduo vorausgesagt – ebenso wie davor Liendl. Auf links lief Pohjanpalo (das „h“ spricht man wie ein „ch“) auf – das wiederum kam überraschend. Rechts hatte sich Halloran am Ende durchgesetzt. Und in der Spitze der in der Vorbereitung so treffsichere „Jimmy“ Hoffer. Taktisch war das im Laufe des Spiels ein Mix aus 4-2-3-1, 4-1-4-1. In unserer Druckphase auch mal ein 3-4-3. Mal baute hinten Gartner zusammen mit Bodzek und Soares das Spiel auf, mal machte es Pinto. Uns gefiehl hierbei sehr gut, dass die Außenverteidiger sehr offensiv standen und ordentlich Druck machten. Weber und Schmidtgal unterstützten so Pohjanpalo und Halloran beim Flügelspiel. Andersum sollte es leider nicht so gut klappen…

1. HZ: Vollgas und fulminant!

Unsere Mannschaft legte mit einer wirklich kompakten Leistung los. Es schien, als wisse jeder Einzelne wo der Andere unterwegs ist. Es gab so gut wie gar keine Fehlpässe – außer unter Bedrängnis oder bei einem riskanten Zuspiel. Schon recht früh entwickelt unsere Jungs Druck auf das Braunschweiger Tor, auch wenn keine richtig gefährlichen Torchancen entstanden. Die Gelb-Blauen – mal wieder mit lautstarkem Anhang – waren sichtlich beeindruckt und kamen irgendwie gar nicht klar. Das lag aber auch daran, dass die Fortuna nicht nur stark den Ball laufen ließ, sondern auch nach Ballverlust imstande war, schnell die Kirsche zurück zu erlagen.

Häufig lief der Ball geschmeidig über die Außen. Und, auch wenn die Hereingaben in den 16er nicht maßgeschneidert waren, es kamen wenigstens welche. Pinto und Gartner erfüllten genau die Aufgabe, die ein zentrales Mittelfeld-Duo zu leisten hat: Schaltzentrale und Umschaltspiel lief sehr gut über die beiden. Zwar hatte unser Team das Spiel im Griff; richtig Alarm herrschte aber nicht. 

Bis Halloran nach stark vorgetragenem Angriff kurz vor dem gegnerischen Sechszehner das Leder zu Liendl schob. Alle – inklusive uns – hofften, dass Liendl mit einem Doppelpass Halloran steil schickt, doch unsere neue #10 machte es viel geiler und jagte den Ball mit einer guten Mischung aus Wucht und Gefühl in den linken Winkel. Riesentor! 1-0!! Die Stimmung war nun grandios und man bekam das Gefühl, sie würden gerne direkt einen drauflegen.

Stattdessen gab es noch Gelb für Pinto (was sich später bemerkbar machen sollte) und eine recht gute Torchance für die Eintracht vor dem Pausenpfiff. Als diese dann ertönte, waren wir alle sau zufrieden. Datt is doch mal ’n Säsongstacht, ja!

2. HZ: Ein anderer Gegner?

Lieberknecht, der Trainer der Braunschweiger, gehört ja durchaus zu den sympathischeren Vertretern seiner Zunft. Doch in der Halbzeit muss er ordentlich Alarm in der Kabine gemacht haben. Denn seine Mannschaft trat mit Anpfiff zum zweiten Durchgang völlig anders auf. Selbstbewusst, absolut ballsicher und mit ausgeprägtem Offensivdrang.

Unsere Jungs schienen überrascht. Sie zogen sich sehr weit zurück und überließen dem Gegner viel zu viel Platz. Und bei dem rollte der Ball immer schneller durch die eigenen Reihen. Pinto wagte sich nicht mehr, beherzt dazwischen zu gehen und war durchgehend latent gelb-rot-gefährdet. In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit konnte sich die Forteng nicht ein Mal vernünftig befreien. Die Schlinge zog sich immer weiter zu, bis es passieren musste.

Flanke von rechts, Halloran verschnarcht, dass sich in seinem Rücken der Braunschweiger Außenverteidiger Reichel – der Minuten vorher noch mit einem Distanzschuss auf sich aufmerksam machte – davonschleicht und perfekt zum Ausgleich bedient wird. Volleyabnahme, Rensing kann nix machen: 1-1!

Benschop stand zu diesem Zeitpunkt schon zur Einwechslung bereit. Und der Wechsel sollte goldrichtig sein. Quasi aus dem Nichts jagte fünf Minuten später Gartner einen hervorragenden Ball in die Spitze. Hoffer und Benschop entschieden sich rechtzeitig, wer jetzt wo lang läuft und so klappte das gut getimte und punktgenaue Zuspiel von Hoffer und Benschop netzte gegen die Laufrichtung des Torwarts zur erneuten Führung ein. 2-1! Alles tobt!

Reck wechselte direkt Bolly ein. GEIL, dachten wir! Der will Druck erhöhen und hier nicht auf Halten spielen. Das funktionierte auch eigentlich ganz gut – auch wenn es zu keinem Zeitpunkt gelang, Bolly mal richtig einzusetzen und einen Konter zu fahren. Schlüsselmoment war dann wohl die Auswechselung von Soares 15 Minuten vor Schluss. Unsere Abwehr wackelte vorher schon. Besonders, weil unsere Flügelspieler nicht nach hinten arbeiteten und so Schmidtgal und Weber mitunter überfordert schienen. Als dann aber Soares ausfiel, war die stabile Innenverteidigung passé. Das 2-2 erfolgte nach dem berühmt berüchtigten Hühnerhaufen, wo alle panisch irgendwas tun, nur nicht das Richtige. Dass der eingewechselte Bomheuer die Pille nicht weggedroschen bekommt passte ebenso gut wie das zu zaghafte Verteidigen von Gartner im eigenen 16er – man wollte ja keinen Elfer riskieren…

So richtig erholte sich unsere Mannschaft nicht davon. Man musste gar fürchten, dass Braunschweig womöglich noch einen draufsetzt, denn die Löwen hatten Blut geleckt. Aber nein – es blieb dabei. 2-2. Packendes Spiel, jede Menge los. Aber halt „nur“ ein Punkt.

Mannschaftsleistung & Erkenntnisse

Halten wir mal ganz kurz fest: Es war der ERSTE Spieltag. Somit macht es überhaupt keinen Sinn, zu bestimmten Fragen (Innenverteidigung, Flügelspieler, Torwart) Fässer aufzumachen. Vielmehr sollten wir uns klar darüber sein, dass dieses Spiel viele Erkenntnisse geliefert haben wird.

Die Mannschaft muss sich ihre Kräfte besser einteilen. Sie muss ein besseres Maß dafür finden, einerseits den Gegner kommen zu lassen, ihm dabei aber schlichtweg nicht zu viel Platz zu lassen. Unsere Flügelspieler müssen sich höchst unterschiedlichen Spielverläufen anpassen können. Es darf nicht passieren, dass Pohjanpalo und Halloran in der 2. HZ denken, sie hätten die gleiche Aufgaben wie im ersten Durchgang. Ein Pinto muss versuchen, wesentlich später im Spiel eine Gelbe Karte (oder eben am besten keine) zu bekommen. Er musste arg aufpassen, nachdem ihm Aytekin bereits nach einem versteckten Tritt im Mittelfeld deutlich machte, dass er ihn bereits hätte vom Platz schicken können. Vielleicht hätte unser Trainer hier besser coachen müssen.

Generell halten wir es aber für absolut richtig, nach der erneuten Führung offensiv einzuwechseln. Es wollte leider nur nicht gelingen, Bolly einzusetzen. Und auch hier die Erkenntnis: Manchmal ist das Rausbolzen der Kirsche sicher gut; aber eben nur manchmal. Zu oft sah das hinten aus wie der berühmte Hühnerhaufen, der den Ball einfach nicht wegbekommt und vom Gegner schwindelig gespielt wird. Aber gut – das wird in den Griff zu kriegen sein.

Personelles

Rensing hat bis auf eine brenzlige Eckballsituation eine passable Leistung geboten. Er ist im Vergleich zu Unnerstall (und vorher Giefer) wesentlich kleiner. Das macht ihm das Leben bei hohen Bällen schwer. Aber Grund zu Sorgen sehen wir hier nun wirklich nicht. Schmidtgal und Weber haben beide eine sehr starke erste Halbzeit gespielt, enorm viel Druck aufgebaut und hinten sicher gestanden. Den Support, den sie Halloran und Pohjanpalo nach vorne gegeben haben, hätte man sich von genau diesen beiden – die man dank identischer Frisur nur an der Rückennummer unterscheiden konnte – auch nach hinten gewünscht. Beim 1-1 lässt Halloran den Braunschweiger Torschützen Reichel tiefenentspannt in den 16er eindringen. Da muss Reck ’ne Ansage zu machen.

Pinto und Gartner ergänzen sich richtig gut in der Zentrale. Das dürfte in der Liga schwer zu toppen sein – Gartners genialer, ansatzloser Pass in den Lauf von Hoffer vor dem 2-1 war überdies absolut Zucker. Liendl hat mit seinem Traumtor ein beeindruckendes Signal gesetzt: Der kann ein Großer werden. Aber auch er konnte nur eine Halbzeit richtig glänzen. Hoffer wuselte wieder ordentlich rum; wirkt dabei auch mal gefährlicher als er eigentlich ist – aber immerhin: einen Scorerpunkt gesammelt. Für Benschop war es toll, kurz nach seiner Einwechslung zu treffen. Sonst gelang aber auch ihm nicht mehr viel. Bodzek und Soares scheinen in Sachen Raumaufteilung gut aufeinander eingestellt – Soares‚ Ausfall war ein Schlüsselmoment, da es für Bomheuer offensichtlich schwierig war, sich hinten in dieser Druckphase zurechtzufinden. So ging das zweite Gegentor auch ein wenig auf seine Kappe.  

Ausblick

Kommenden Freitag wartet schon der nächste Brocken. Mit der Köpenicker Union kommt die Forteng zumeist nicht zurecht. Da wir jetzt aber ein technisch wesentlich stärker agierendes Team haben als in der Vorsaison, könnte watt gehen gegen eher kämpferisch daherkommende Hauptstädter. Da werden unsere Techniker Nehmerqualitäten beweisen müssen. Wir sind gespannt.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

Schlittenfahrt mit dem Teufel!

12 Mai

Unsere Jungs legen einen Blitzstart hin, schalten zwei Gänge zu viel zurück, um die Partie aber doch noch gekonnt für sich zu entscheiden. Ein Torreiches Spektakel zum Abschluss. Was für ein Saisonfinale…

Mit einem Umschaltspiel nach madrilenischer Art werden die roten Teufel von unseren Jungs bei den Hörnern gepackt und durch die Arena gezogen. Die beinahe „Königlichen“ vom Rhein sorgen mit tödlichen Pässen und teilweise eisiger Kälte vor dem Tor für einen versöhnlichen Saisonabschluß und der endgültigen Wiedervereinigung von Verein und Fans.

Watt lüppt dat lüppt!

Mit dieser Devise schickte „The Special One“ Olli Reck im 4-2-3-1 System die nahezu identische Mannschaft auf den Platz wie in der vergangenen Woche. Einzig Giefer durfte zum Abschied nochmal ran, was unser zweiter Keeper Rensing diesmal gelassen hinnahm. Fortuna beginnt erneut sehr selbstbewusst und verteidigt hoch, um den Gegner früh unter Druck zu setzen. Die Strategie zahlt sich sofort aus, denn schon in der zweiten Minute fängt Golley im Mittelfeld einen Pass ab und drückt sofort auf die Dreieckstaste seines PS3-Pads um Hoffer mit einem tödlichen Pass steil zu schicken. Dieser nimmt den Pass dankend an und setzt sich mit einem Blattschuss im Eins gegen Eins mit dem Ersatzkeeper Müller durch. Der frühe Treffer sorgt für noch mehr Sicherheit und die Kirsche rollt in unseren Reihen wie ein gut geschmiertes Kugellager. Denn wir erinnern uns an die Hinrunde: Wurde Fortuna hinten unter Druck gesetzt war sofort Pipi in der Hose, der Ball wurde zum Torwart zurückgespielt , der dann per Befreiungsschlag den Ball an den Gegner verlor. Heute gelingt es uns sehr häufig sich spielerisch und mit öffnenden Pässen zu befreien und Konter einzuleiten. So macht Fortuna mit Ihrem Umschaltspiel weiter Druck und erkämpft sich in der 9. Minute einen Eckball. Und tatsächlich, unseren Jungs gelingt es wie im letzten Heimspiel eine Ecke in bare Münze zu verwandeln. Nach erster Abwehr der Pfälzer schnappt sich Halloran den zweiten Ball und beschert uns mit einem Schlenzer ein Traumtor in den Winkel aus gut 16 Metern. Was für ein Start!

Guten Tach Herr Schlendrian!

So schön eine frühe 2:0 Führung auch ist, sie lädt erfahrungsgemäß leider immer dazu ein, den Autopiloten einzuschalten, wie auch in diesem Fall. Fortuna schiebt Ihre Verteidigung ein gewaltiges Stück nach hinten und steht häufig zu weit weg vom Mann. Den roten Teufel(chen) merkt man den Kampfeswillen an und die Pfälzer gelangen über Aggressivität erfolgreich zurück ins Spiel. In der 18. Minute forciert Lautern eine erste gute Chance und sorgt für flipperartige Zustände in Strafraum der Fortuna. Die wütende Art der Pfälzer drückt die Fortuna immer weiter nach hinten und ein Duft von Gegentreffer liegt bereits in der Luft.

Doch in der 30. Minute hat die Fortuna es dann in Hand den Sack zu zumachen. Mit einem Traumpass aus dem Mittelfeld wird Hoffer im Strafraum bedient. Dieser nimmt den Ball auch erst gut mit doch bekommt dann keinen Wumms mehr in den Schuss. Schade, denn damit wäre die Messe gelesen gewesen. Stattdessen wird der vergebene Gnadenstoß mit dem Gegentreffer bestraft . In schlendrianischer Manier fühlt sich beim Einwurf niemand für Matmour verantwortlich, der den Ball aus 25 Metern gekonnt aus halb linker Position ins Tor hämmert. Giefer ist zwar bei dem Schuss zu weit draußen, aber Ihn trifft keine Schuld denn Matmour hätte erst gar nicht erst zum Schuss kommen dürfen.

Der rote Teufel hat jetzt Blut geleckt und lässt unsere Jungs wie im wilden Westen mit Pistolenschüssen auf der Stelle hüpfen und tanzen. Als die Fortuna wie ein aufgeschrecktes Huhn den Aus-Schalter des Autopiloten sucht nutzt Stöger auf der linken Seite die Gelegenheit und vernascht gleich drei Gegenspieler um dann Idrissou am Fünfer zu bedienen. Der lässt es dann ordentlich klingeln, und man hofft dass die Fortuna zur zweiten Halbzeit wieder wach wird.

Turbo!

Die zweite Halbzeit beginnt leider wie die erste aufgehört hatte. Lautern spürt, das hier mehr als nur ein Unentschieden geht, spielt druckvoll nach Vorne und erarbeitet sich vor allem über die linke Seite viele Chancen. Fortuna beginnt mächtig an zu schwimmen, so dass Reck reagiert, und zwar so wie man es von Ihm in den letzten Wochen kennt. Er bringt keinen Betonbauer sondern mit Bolly einen pfeilschnellen Konterspieler. Mit dem Wechsel sorgt Reck bei den Pfälzern natürlich für Unsicherheit, denn von nun muss sich Lautern gut überlegen zu viel Druck zu machen weil Sie sonst in tödliche Konter gelangen. Und Recks Strategie geht auf! In der 70. Minute arbeiten sich Bolly und Liendl per Doppelpass nach vorne, dann schaltet Boll seinen Turbo ein und lässt die pfälzerische Abwehr im wahrsten Sine links liegen. Müller pariert zwar Bollys Schuss doch Liendl ist zur Stelle und mit einem „Pfiat di!“ staubt der Österreicher gekonnt ab.

Déjà-vu olé!

Was nun folgt ist eine Kopie der vergangenen Woche. Der Gegner macht auf und mit einem Köcher voll tödlicher Pässe wird Hoffer gefühlt ein Dutzend mal zu einem Eins gegen Eins auf die Reise geschickt. Bis zur 80. Minute müsste es mindestens 10:2 für uns stehen doch „Jimmy die Tulpe“ scheint in Müller seinen Meister gefunden zu haben. Wir befürchten schlimmeres, nämlich die Quittung, genau wie vor sieben Tagen.

SO macht man das!

Auch Olli Reck merkt, dass Hoffer wohl mit seinem Österreichisch am Ende ist und schaut noch mal auf sein Kartenblatt. Doch die Entscheidung, ob man für Hoffer lieber einen Sechser zur Absicherung oder doch eher einen Stürmer bringen soll wird Ihm überraschenderweise abgenommen. Mit einem diebischen Grinsen steht Benschop bereits neben dem vierten Unparteiischen an der Seitenlinie und fordert seine Einwechslung! Da Reck eh lieber vorne feste drauf haut als hinten zu mauern lässt er sich nicht zweimal bitten und bringt Charlie für Hoffer. Und als ob die Aktion von Benschop nicht schon genug an die historische Selbsteinwechslung von Günther Netzer erinnert, vollendet unserer karibischer Stürmer die Aktion genauso erfolgreich mit einer Bude wie die die Friseur des Jahres 1973! Nach dem Tor wirft Charlie dem gerade ausgewechselten Hoffer noch einen augenzwinkernden Blick zu. Die Message ist klar: „SO geht das!“ J

Die Resthoffnungen der Pfälzer sind dahin und dieroten Teufel packen den Dreizack ein. Wir freuen uns über einen weiteren wohlverdienten Sieg!.

Ausblick

Wir sind uns alle einig – noch drei Spieltage mehr und wir würden den Aufstieg feiern! Fortuna ist in einer beachtlichen Form und es ist schade, dass wir daraus kein weiteres Kapital mehr schlagen können. Bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft diesen Schwung mitnimmt in die nächste Saison. Einige Spieler verlassen den Verein und es werden vermutlich noch 3-4 Spieler gezielt für die einzelnen Mannschaftsteile eingekauft. Insbesondere in der Defensive merkt man bereits wohin die Reise gehen soll. Gut verteidigende aber vor allem auch spieleröffnende Spieler werden gesucht um nicht nur das Konterspiel zu optimieren sondern im besten Fall auch für Dominanz zu sorgen.

Und nu?

Wie in der Saison zuvor schafft es Fortuna mit einer gehörigen Portion Ungewissheit in die nächste Saison zu starten. War es beim letzten Mal noch die Frage ob wir überhaupt aufgestiegen sind oder nicht, sorgen wir tatsächlich erneut für ein Novum in der Bundesligageschichte. Obwohl man zwei Trainer zur Verfügung hat, stellt sich weiterhin die Frage: Wer zur Hölle ist denn nun Trainer in der nächsten Saison? Die Zahlen sprechen natürlich deutliche Worte, doch leider nicht unser Vorstand. Also warten wir ab und hoffen, dass der Verein möglichst schnell für Klarheit sorgt. So oder so, die Fortuna macht wieder Spaß und wir können uns auf die nächste Saison freuen!

 

In diesem Sinne – 95 olé!

Euer Oliver „Olle“ Hilgers

PS: Es wird zum Abschluss dieser Saison 2013/14 noch einen amtlichen Saisonabschlussblog an dieser Stelle geben. Dabei werden wir Revue passieren lassen, was wir alles über uns ergehen lassen mussten, bis Reck & Co. dieses fulminante Saisonfinale hinlegten. Auch wollen und werden wir ein paar Worte zu den Ab- und Zugängen verlieren. Da gibt es Einiges aufzuarbeiten.