The Verkrampfung is back!

5 Okt

Die Fortuna verliert das zweite Spiel in Folge und läßt sich am Betzenberg drei Tore einschenken, ohne selbst auch nur einen Treffer zu produzieren und das, obwohl drei gelernte Stürmer von Beginn an den Roten Teufeln das Fürchten lehren sollten. Trainer? Ratlos! Spieler? Ratlos! Alle anderen irgendwie auch…

Wieder so ein Spiel, was keinen Spaß gemacht gemacht hat. Davon hatten wir in den vergangenen Jahren wahrlich genug. Nur mit viel Frust kann man im Moment als Fortune den Blick auf die Tabell der 2.Liga ertragen. Wir stehen punktgleich mit dem Vorletzen nach 10 Spieltagen auf dem Relegationsplatz – das hatten wir und alle Beteiligten sich wohl anders vorgestellt. Klar, die Fortuna steckt mitten im Umbruch und da gehören Rückschläge leider dazu. Das Problem hierbei ist aber, dass der besagte Umbruch bereits drei Jahre dauert und der Geduldsfaden langsam wirklich extrem dünn wird. Dies belegen auch ziemlich offensichtlich die Zuschauerzahlen in der Arena. Die Parallelen zu den vorherigen Spielzeiten sind da leider auch nicht wegzudiskutieren, obwohl das komplette Personal (bis auf wenige Ausnahmen) ausgetauscht wurde. Auch unter Mike Büskens ging es damals ähnlich los wie jetzt: ein neuer Trainer mit offensivem Konzept und zahlreiche neue Spieler kamen – Aufbruchstimmung in da House! Die Saison geht los; spielerisch überzeugt die Mannschaft, spielt erfrischenden Fußball, zwar nicht über 90 Minuten aber in jedem Spiel wird zu Saisonbeginn deutlich, was in der Truppe steckt. Was fehlt sind Konstanz und vor allem eins: Siege und die dazugehörigen Punkte! In der gleichen Situation stecken wir nun wieder: die letzten beiden Spiele ausgenommen, waren unsere Jungs in jedem Spiel mindestens ebenbürtig. Freiburg und Bochum, die beiden Spitzenreiter, wurden zu großen Teilen sogar an die Wand gespielt. Was aber komplett fehlt, ist der Ertrag in Form von Toren und Punkten. Fußball ist nun mal ein Ergebnissport und wenn die entsprechenden Ergebnisse fehlen wird dies zu einem Problem. Für die hieraus resultierende Verkrampfung, war das Spiel in Kaiserslautern leider ein allzu bezeichnendes Beispiel:

Aufstellung und Taktik

Wieder wählte Coach Kramer die 4-2-3-1 Variante, allerdings sollte diesmal die personelle Brechstange die nötigen Punkte herbeiführen. Mit van Duinen, Ya Konan und Pohjanpalo standen direkt drei Mittelstürmer auf dem Platz, der Holländer in der Mitte und die anderen Zwei sollten (hierauf liegt die Betonung) über die Flügel Alarm machen. Demirbay begann auf der „10“ und die Doppelsechs wurde erstmals von Startelf-Rückkehrer Fink und Julian Koch besetzt. Somit rückte Mr.Schmitz wieder auf seine angestammte Position als LV und wie schon zuletzt komplettierten Haggui, Strohdiek und Schauerte die Viererkette. Rensing begann wie gewohnt im Tor. Bei den Gastgebern war Ex-Fortuna Gaus in der Startelf und irgendwie fürchteten sich alle davor, dass der dritte Ex-Fortune in Folge gegen seine alte Mannschaft treffen würde, wenigstens dies sollte uns aber erspart bleiben.

HZ1: Wiederholter Antrag auf Ecken-Verzicht

Minutiös werden wir dieses Spiel bestimmt nicht aufarbeiten, dafür gibt es einfach zu wenig Positives zu berichten! Wir legen mal damit los, wie wir uns zum wiederholten, wiederholten, wiederholten, wiederholten Male ein Gegentor nach einer eigenen Ecke einhandeln. Jetzt mal ganz ohne Ulk, es ist in den letzten zwei Jahren bestimmt schon das 10. Mal, dass wir die gleiche Spielszene beschreiben: wir haben einen Eckball, der Gegner blockt diesen ab, schaltet schnell um, unsere Hintermannschaft ist unsortiert und wird überlaufen und am Ende zappelt die Murmel in unserem Gehäuse! Wie kann das sein? Passiert dies 1-2 mal, gut, blöd gelaufen! Aber so? Die Fortuna ist seit Ewigkeiten komplett ungefährlich bei eigenen Eckbällen, an mehr als ein eigenes Tor nach einer Ecke können wir uns beim besten Willen nicht erinnern; dafür aber an zahlreiche Kontergegentore! Eckbälle, die ja eigentlich zu guten Chancen des eigenen Teams werden sollen, sind bei der Fortuna einfach nur kontaproduktiv und gefährlich – also, liebe Fortunen, bolzt beim nächsten Eckball das Spielgerät einfach direkt ins Seitenaus und lasst die Abwehrkette hinten in Formation bleiben! Der von uns vor einigen Monaten geforderte Antrag beim DFB auf Eckenverzicht, wäre auch immer noch eine Option…

Das Spiel selbst ist Chaos pur: beide Teams ackern und kämpfen, Spielfluss und geordneter Aufbau sind dafür absolute Mangelware. Unsere Jungs wollen zwar, rennen sich aber andauernd in der defensiven Ausrichtung der Gastgeber fest. Gute Einfälle und Zuspiele auf die drei Stürmer finden nicht statt. Hier liegt auch zumindest ein Teil des Hundes begraben, denn eigentlich war in den vorherigen Partien das Spiel über die Außenpositionen ein wichtiger Bestandteil der F95-Offensive, da hier aber nun „gelernte“ Mittelstürmer stehen und Linien-Flitzer wie Axel, Sararer und Bolly fehlen, funktioniert das Flügelspiel überhaupt nicht. Ernüchtert geht es in die Halbzeitpause.

 

HZ2: Schneid zu verkaufen!

Hatte sich Lautern in der ersten Hälfte noch so ziemlich darauf konzentriert defensiv gut zustehen, die Fortuna-Angriffe abzublocken und gelegentlich zu kontern, kam der Gastgeber mit forschem Offensivdrang aus der Kabine. Sofort brennt es lichterloh in Rensings Strafraum. So dauert es dann auch nur neun weitere Minuten, bis nach einem Freistoß irgendein pfälzer Verteidiger die Kirsche per Kopf zum 2:0 in unserem Tor versenkt. Wir haben zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen Bock mehr auf das Spiel und glauben (leider, leider, leider) nicht daran, dass unsere Jungs das noch umbiegen können. Darin bestärken sie uns dann auch, denn die Offensiv-Bemühungen unserer Jungs bleiben leider genauso uninspiriert und erfolglos wie zuvor. Die Fortunen kämpfen zwar, aber die Gastgeber eben auch und die tun dies leider effektiver. Kaiserlautern hat dann noch ein paar Chancen den Sack komplett zuzumachen; nutzen tun sie dann erst die letzte Chance des Spiels in der Nachspielzeit und stellen den 3:0 Endstand her.

Fazit des Spiels

Verkrampfung macht sich breit. Dies begann bereits beim Heimspiel gegen Sandhausen, wo man unseren Jungs den Willen zu Siegen nicht absprechen konnte, die Mittel um diesen herbeizuführen aber gefehlt haben. In der Pfalz wurde dies nun fortgesetzt, kopf- und ideenlos wird angerannt, um den Sieg zu erzwingen. Leider haben unsere Kontrahenten aber auch immer Scouting-Abteilungen oder zumindest Fernsehgeräte, so dass sie sich gut auf die Fortuna in misslicher Lage vorbereiten können. Jedem ist klar, dass bei uns derzeit der Baum brennt. Nach dem Ausbleiben von Erfolgen, sei es durch Pech (bereits 12 Aluminium-Treffer) oder Unvermögen (dämliche Gegentore), ist jedem klar, dass sie Fortuna unter Druck steht. Aufgrund der offensiven Ausrichtung des Teams und der dazugehörigen Philosophie von Kramer, ist selbst dem debilsten Gegner bewußt, dass man sich gegen die Fortuna derzeit nur hinten reinstellen und mauern muss – denn Tore schießen wir eh zu wenige bis gar keine und hinten sind wir immer für mindestens einen dämlichen Lapsus zu haben. Die spielerische Leichtigkeit, die uns gegen Freiburg, Bochum und 1860 noch begeistert hat, ist komplett weg und alles ist bereits wieder genauso negativ verkopft wie im letzten Jahr. Ratlosigkeit wo man hinschaut.

Ausblick

Nun ist erstmal Länderspielpause und die Fortuna kann hoffentlich etwas durchatmen und sich neu sammeln, aber bringt das noch was? Wir hoffen schon, denn die Ansätze waren teilweise doch sehr gut anzusehen. Wichtig ist, dass die Verkrampfung gelöst wird, denn sie ist der Todfeind des Spiels. Die Querelen um Vorstands-Chef Kall und Aufsichtsrat sind bestimmt auch nicht hilfreich um wieder in die Spur zu finden, ebenso wenig wie mediale Panikmache (vielen Dank hier an die Herren „Journalisten“ von Bild, Express, RP und wie sie alle heißen!) oder Spieler-Bashing bei diversen sozialen Netzwerken. Hierzu noch ein kleiner Zusatz, da man, wenn es nicht läuft, immer wieder Stänkereien über die bösen Fußball-Söldner in den diversen Sozialen Netzwerken lesen kann: Leute, wacht doch bitte mal auf! Das ist PROFI-Fußball!!! Die Spieler verdienen damit ihren Lebensunterhalt, es ist ihr Beruf. Wenn man hier und da noch so Typen wie den Axel dabei hat, der Identifikation mit jeder Faser seines Seins vorlebt, dann kann man sich als Fußballromantiker glücklich schätzen, so jemanden in seinem Verein zu haben. Alles andere ist nostalgischer Irrsinn. Auch die „bösen Söldner“ wollen aus diversen Gründen gewinnen – denn verlieren ist auf so viel Ebenen total für den Allerwertesten!

Ein Trainer-Rausschmiss wäre aus unserer Sicht (noch) nicht die richtige Entscheidung. Bis zur Winterpause sollte das Trainer-Team noch Zeit bekommen das Ruder rumzureißen. Hoffen wir darauf, dass die Länderspielpause dazu genutzt werden kann die Verkrampfung zu lösen und das die Truppe wieder in die Spur findet. Wichtig ist es, dass die Fortuna zumindest aus den unteren Regionen der Tabelle herausfindet und sich in sicheren Gefilden der Tabelle wiederfindet, damit wieder Ruhe einkehren kann. Wenn das gelingt, dann können vielleicht in der nächsten Saison wieder andere Ansprüche formuliert werden.

Also, liebe Herren Profis und liebes Trainer-Team, krempelt die Ärmel hoch und gebt Vollgas, bevor der Druck auf dem Kessel nicht mehr zu regulieren ist!!

 

Hoffen wir das Beste gegen Bielefeld, denn viel mehr bleibt leider derzeit nicht übrig!

In diesem Sinne,

Adnan & Ingo

 

P.S. …das mit Kall hat sich ja wohl dann schonmal erledigt! 😉

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