Die Löwen zum Ego-Fraß gemacht!

15 Sep

Unsere Jungs legen einen rundum zufriedenstellenden Auftritt hin und schicken kriselnde 1860er mit einem satten 3-0 wieder nach Hause. Der längst fällige, erste Saisonsieg ist gesichert!

Ja Mensch, Jongens… Et jeeeeeht doch! Was war das schön, eine 1-0 Führung zu sehen, die zunächst auf 2-0 ausgebaut wird, um dann nicht nur noch 3-0 zu sehen, sondern auch noch hinten die Null zu halten. Souverän nennt man solche Siege. Und in der Tat hatten die Münchner bis auf erschreckend gute Chancen in den ersten 6-7 Minuten absolut nichts zu melden. Wie oft waren wir schon Aufbau-Gegner für schwächelnde Teams – hah, diesmal haben wir uns am Gegner aufgebaut. Und so haben wir’s gemacht:

Aufstellung und Taktik
Die Ruhe der Länderspielpause hatte Frank Kramer dazu nutzen wollen, die Abläufe und Automatismen einzustudieren. Im Vergleich zum letzten Spiel in Nürnberg wechselte unser Trainer auf drei Positionen das Personal. Mit freudiger Überraschung erblickten wir auch den Namen „Bebou“ in der Aufstellung, der den angeschlagenen Bolly auf dem rechten Flügel ersetzen sollte – schön, dass der Junge nach der „Backpfeife von Nürnberg“ sofort von Kramer die Chance bekam zu zeigen, was er drauf hat! Im offensiven Mittelfeld kam zusätzlich Demirbay zu seinem ersten Startelfeinsatz, wodurch Sararer wieder auf den linken Flügel rückte, wo er unserer Meinung nach ohnehin besser aufgehoben ist. Neben Koch durfte nicht erneut Sobottka, oder Fink oder Bodzek, sondern Lukas Schmitz ran – wollte er ja immer schon. Jetzt durfte er. Als einziger Stürmer wurde Didi Ya Konan ins Rennen geschickt. Kramer griff diesmal wieder auf die beliebte 4-2-3-1-Grundordnung zurück. Bei den Löwen kam unser ehemaliger 10er Liendl zum Einsatz – dass sein Bild bei der Aufstellung der Fortuna auf der Anzeigetafel erschien, kann man entweder als Versehen, Verbundenheit oder Inkompetenz werten – sucht Euch was aus! 😉

HZ1:
Früh im Spiel kriegen wir einen Freistoß aus dem Halbfeld. Demirbay tritt an und es geschieht das, was uns in in unserer Bundesligarückrunde auszeichnete: Aus eigenen Standards entstanden Chancen des Gegners. Schlimme, schlimme flache Hereingabe von Demirbay und der Konter läuft. Es ist gerade erst die 4. Minute als Neu-Löwe Liendl von rechts flankt und Rensing nach einem gefährlichen Kopfball großartigst reagieren muss. Erste großen Chance des Spiels, und nur drei Minuten später wird Rensing bereits erneut geprüft – eieiei, wenn unser Keeper hier genauso geschlafen hätte wie seine Vorderleute, wären unsere Jungs zum sechsten Mal im sechsten Saisonspiel in Rückstand geraten und die Negativspirale hätte wieder Fahrt aufgenommen. Diesmal ist aber das „Hätte-hätte-leck-mich-fette“ auf unserer Seite, denn Rensing ist auf der Höhe! Und dann? Wir können es fast gar nicht glauben: Axel schaltet sich auf seiner linken Seite mit in den Angriff ein und lässt ein perfektes und butterweiches Flänkchen folgen. Rehabiliteur Bebou nutzt seine gefühlten 35kg Körpergewicht ideal ein und setzt sich nach seinem Sprint in die Mitte des gegnerischen 16ers im Sprungduell gegen zwei Löwen durch. Er wuchtet die axelsche Hereingabe per Kopf in die Maschen! Wir sind in Führung – watt is denn hier los? Dass sich Ilhas die Pille dabei irgendwie an den eigenen Arm köpft, ist vollkommen Wurscht und der Protest von Gäste-Keeper Eicher wird zurecht von Schiri Gräfe müde lächelnd abgeblockt.

Nun macht die Fortuna wieder Spaß und man spürt förmlich das Platzen sämtlicher Selbstbewußtseins-Knoten. Mutig und überzeugt spielen unsere Fortunen, die Maschine kommt langsam ins Rollen. Die Pässe kommen besser an, die Jungs trauen sich wieder etwas und die Defensive steht auch gut. Die Münchner werden von Rensings Arbeitsplatz ferngehalten und unser zentrales Mittelfeld übernimmt die Regie des Spiels. Auf Links gefällt das Duo Sararer / Axel, die zusammen die 60er vor das ein oder andere Problemchen stellen. Kein Wunder also, dass genau diese beiden dann auch für die Vorbereitung des nächsten Paukenschlags sorgen: Sararer geht auf dem Flügel ins Dribbling, fällt dabei hin und wir denken uns mhhmmm – aber, Kollege Sercan steht wieder auf und holt sich den Ball in der gleichen Bewegung zurück – mittlerweile hat Axel seinen Mitspieler und zwei Löwen-Verteidiger hinterlaufen und wartet auf den Pass, der aber erstmal nicht kommt. Wir denken uns wieder mhhmmm, denn Sararer spielt nicht ab und bindet den dritten Löwen mit seinem Dribbling. Dabei fällt er wieder hin und wir denken uns erneut mhmmm; als dann der vierte Gegner dazu kommt, erkämpft sich der türkische Deutsch-Spanier die Kirsche wieder zurück und passt sie auf den wartenden Axel. Bellinghausen nimmt in gewohnter Manier Fahrt auf und passt flach in den Strafraum auf Sturmspitze Didi, der kompromisslos draufhält. Keeper Eicher bekommt zwar noch seine Wurstfinger an den Ball, kann diesen jedoch nicht mehr abwehren! Die Fortuna führt 2:0! Schalalalahhhh. In bester Inzaghi-Manier war Ya Konan genau so lange im Abseits, bis der entscheidene Pass kam. Das verrafften die Verteidiger auch damals schon beim pathologischen Schwalbenkönig des AC Mailand.

Zwischenzeitlich haben die Münchner zwar die ein- oder andere Halb-Möglichkeit, aber man merkt den Gästen an, dass bei  ihnen nun Hektik herrscht und die Nerven blank liegen. Zum einen daran, dass im Sturm nicht wirklich was zusammen passt aber auch, dass es gerade auf der linken Seite zwischen Axel und Gegenspieler Claasen immer wieder rappelt. Dann ist aber Halbzeit und wir genehmigen uns endlich mal wieder mit richtig guter Laune den Halbzeittee.

HZ2: Deckel drupp und feddich!

Herrlich, dass unsere Jungs nach dem Wiederanpfiff genaaaauso weitermachen, wie sie vor der Pause aufgehört hatten! Schade nur, dass Axel angeschlagen draußen bleiben muss, denn so wie er wieder die Linie runtergeaxelt ist, hätten wir ihm in diesem Spiel noch mindesten 2 Hattricks und 15 weitere Vorlagen zugetraut! 😉 Für Bellinghausen bringt unser Chefcoach Akpoguma von der Bank und bietet somit dem nächsten Jungspund die Möglichkeit, seine Sache besser zu machen, als bei vorherigen Einsätzen. Gut so, Trainer! Kramer scheint zudem in der Kabine die richtige Ansprache gewählt zu haben, denn unsere Fortunen machen deutlich, dass sie nicht die Absicht haben, sich hier noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Schmitz macht auf der 6 ein richtig gutes Spiel, bestimmt das Tempo und leitet immer wieder gute Angriffe ein; sein Nebenmann Koch fällt eher durch körperliche Präsenz und gutes Defensivspiel auf, was in Kombination dem Gegner echt zu schaffen macht. Demirbay bringt in dieser zweiten Spielhälfte das auf den Rasen, was man von einem 10er erwartet – Dynamik, Kreativität, und auch Torabschlüsse. Es funktioniert zwar nicht alles, aber die Ansätze sind doch sehr vielversprechend. In der 66. Minute ist es dann nämlich genau so ein Torabschluss des Linksfußes, der die Führung der Fortuna weiter ausbaut. Demirbay bollert nach tollem Zusammenspiel mit Ya Konan schön von der Strafraumgrenze drupp, Keeper Eichner hat erneut ärgste Mühe das Spielgerät zu kontrollieren, lässt es nach vorne abprallen und unser Didi steht genau da, wo ein Torjäger zu stehen hat und köpft den Abpraller per Aufsetzer zum 3:0 ins Tor! Herrlich, viel zu lange mussten wir auf so einen Moment warten! Aber dies sollte noch nicht alles sein, denn unsere Jungs wollen einen torreichen Befreiungsschlag aus der misslichen Tabellensituation und vorherigen Stimmungslage! Wie in den Spielen zuvor hat aber das Torgestänge etwas dagegen und Pfosten und Latte verhindern weitere gute Tormöglichkeiten von Sararer und Ya Konan.

Ein bisschen mulmig wird uns, und wohl allen anderen auch, als der eingewechselte Okotie in der 73.Minute im Strafraum zuckend zusammenbricht und kurze Zeit später bewußtlos vom Feld transportiert wird. Gut, dass es hier wohl keine gesundheitlichen Folgen für den österreichischen Stürmer gibt, da er nach einer Untersuchung im Krankenhaus die Heimreise antreten konnte. Voraus gegangen war ein Zusammenstoß mit Rensing bei einem Eckball, als unser Keeper beim Wegfausten der Murmel den Stürmer mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen hatte. Das Wechselkontingent der Münchner ist erschöpft.
Nachdem also die Löwen nur noch neun Feldspieler auf dem Spielfeld haben und noch genügend Spielzeit übrig ist, hoffen wir natürlich noch darauf, dass noch das ein oder andere Törchen zu unseren Gunsten fällt. Da dies aber dann doch nicht passiert, geht das Spiel vollkommen verdient mit 3:0 für die Fortuna aus und wir können endlich mal wieder einen gelungenen Auftritt unserer Jungs feiern. Dies machen dann die Spieler auch und kommen zur HUMBA in die Kurve. Wir können froh sein, dass Ya Konan an diesem Tag das Toreschießen besser drauf hatte, als Buchstabieren, denn in seinem „Job“ als Humba-Vorsänger fabrizierte der Ivorer einen Buchstabensalat aller erster Sahne! Hoffentlich bringt er sich selbst noch öfter in die Lage, die richtigen Buchstaben in die Kurve zu schmettern und läßt noch ein paar Doppelpacks folgen! 😉

Szene des Spiels: Gipfel der Unverantwortlichkeit nach Okotie-Zusammenprall

Vieles war super in diesem Spiel, aber auch eine Sache wirklich fürchterlich: Es ist absolut unverantwortlich, dass die medizinische Abteilung der Münchner Okotie nach dem Zusammenstoß mit Rensing wieder aufs Feld geschickt hatte. Denn am leeren Blick des Stürmers konnte selbst ein Laie am TV erkennen, dass er ordentlich einen mitbekommen hatte und immernoch benebelt war. Hier sollte die Gesundheit der Spieler doch klar vorgehen und nicht das bereits ausgeschöpfte Wechselkontingent Priorität haben. Da darf sich auch ruhig mal Löwen-Trainer Fröhling hinterfragen, anstatt im Anschluss für den Zusammenprall einen Elfer zu fordern. So sieht’s aus!

Fazit

Dieses Spiel hat richtig Hoffnung gemacht. Wie WICHTIG der Sieg in dieser Höhe war, zeigte die Spielertraube nach dem 3-0, zu der sogar Rensing rauseilte. Es wäre so wichtig, wenn sich jetzt ein Team einspielen würde. Wenn Sararer-Demirbay-Bebou-YaKonan unsere „Offensivachse of Doom“ bilden würden.

Es wäre toll, wenn Koch und Schmitz weiterhin so gut Aufgabenverteildung im zentralen Mittelfeld hinbekämen. Hinten wird es Wechsel geben müssen. Axel fällt eine Weile aus. Hat nun die Stunde von Holthaus geschlagen? Akpoguma war ja leider erneut nicht sehr überzeugend – so könnte Schauerte zurück nach Rechts und Holthaus könnte Freitag direkt mal gegen seine alten Kollegen ran. Bochum hat leichte Federn gelassen und ist doch eigentlich genau am kommenden Spieltag fällig für die erste Saisonniederlage, oder?? Aber hey, selbst ein Punkt in Bochum, die super in die Saison gestartet sind, wäre schon was.

Jedenfalls kann man sich endlich wieder auf die Fortuna freuen – und das ist sehr viel wert.

Auf dass es so bleibt, 95 OLÉ

Euer Adnan & Ingo

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: