Archiv | August, 2014

„Krampf back“ statt „Comeback“

25 Aug

Okay, es ist wieder so weit: Der Krampf ist zurück. Eine total verunsicherte Fortuna verliert völlig verdient gegen taktisch stark auftretende Karlsruher. 0-2 steht es am Ende und der Fehlstart besiegelt.

Die Vorzeichen waren nach dem peinlichen Pokalaus gegen Würzburg klar: Will unsere Forteng verhindern, dass ungemütliche Zeiten aufziehen, muss dringend ein überzeugendes Erfolgserlebnis her. Für manche bedeutete das, dass ein souveräner Sieg eingefahren werden muss. Andere wiederum forderten einfach nur eine beherzte Leistung – ganz egal, ob dabei ein Sieg, ein Unentschieden oder eine Niederlage bei rumkommt. Nur dann würde man die Pleite in der ersten Pokalrunde verzeihen können. Die Südtribüne gab es per großem Banner vor: Heut’ gibt es keine Ausreden!

Also, alles geklärt? Pustekuchen… Nichts passte gegen den KSC. Die totale Orientierungslosigkeit auf dem Platz gegen einen Gegner, der sich zu keinem Zeitpunkt von uns ernsthaft unter Druck gesetzt fühlen musste. Dabei hatte Chefcoach Olli wieder einiges versucht.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Unsere Abwehrreihe wurde auf drei Positionen verändert: Weber durfte wieder als RV ran, Bomheuer rückte in die IV-Position und Schmitz wurde vom Mittelfeld in die LV-Position zurückgezogen. Bodzek sollte nun mit Pinto die Doppel-Sechs bilden. Im rechten Mittelfeldflügel bekam Schauerte die Chance, Offensivqualitäten zu zeigen. Auf links rutschte Halloran wieder in die Startelf. So sollte das Flügelspiel angetrieben und die Defensive gestärkt werden. Ein 4-2-3-1 mit insgesamt 6 Abwehrspielern deutete auf die Priorität hin: Defensivprobleme loswerden!

1. HZ:

Mit dem Anpfiff entwickelte sich eine insgesamt recht unterhaltsame Partie. Die Forteng versucht, wie gewohnt, erst mal das Spiel in den Griff zu bekommen. Und es sollte eigentlich ganz gut losgehen: Halloran fabriziert seine einzige nennenswerte Aktion, indem er in der eigenen Hälfte den Ball erobert und schnell nach vorne marschiert. In der Mitte ist Liendl mitgelaufen, kriegt das Zuspiel von Halloran und legt sich den Ball kurz zurecht, um mit Links abzuschließen. Von Hoffers Ohr abgefälscht, wird eine gefährliche Bogenlampe draus, die Oerlishausen im Karlsruher Kasten leider parieren kann. Es sollte die einzige wirklich gute Chance unserer Fortuna bleiben…

Der KSC machte deutlich, dass sie nicht etwa wie Braunschweig erst mal abwartend spielen würden. Sie machten erst richtig gut die Räume zu und übten dann frühzeitig Druck auf den Ball führenden Fortunen. Das ist der blanke Horror für so verunsicherte Spieler wie unsere Jungs.

Es zeigte sich schnell, dass sie sich unheimlich schwer tun, das Spiel zu gestalten. Der eine wusste nicht, wo der andere unterwegs sein würde. Jemand wie Schauerte tauchte nahezu überall auf – aber nirgends so richtig. Sein Zusammenspiel wollte mit dem besonders zu Anfang engagierten Weber nicht so recht gelingen. Ja, es gab ein, zwei Ansätze von schnellem Kurzpassspiel; das wurde aber meist recht schnell abgefangen.

Und unsere Defensive? Sie lädt in persona Soares völlig unnötig zur Ecke ein. Und im Kollektiv wird dann verpennt, diese vernünftig zu verteidigen. So mogelte sich Innenverteidiger Gulde durch den Strafraum und stand goldrichtig, um aus fünf Metern ins kurze Eck einzunicken – dort sicherte nämlich niemand den Pfosten ab…

Okay, A**** lecken. War halt eine Ecke. Aufbäumen, klaren Kopf kriegen und weiter. Das hofften wir wenigstens. Doch es kam nichts. Es fehlte der Zugriff, und die in schwarz auflaufenden Karlsruher wussten leider viel zu gut, alle Räume zuzumachen. Da es bei unserer Mannschaft immer zu langsam ging, konnte dieser Abwehrverbund auch nicht geknackt werden.

Zum Pausenpfiff erschallten die ersten Pfiffe – und die Südtribüne forderte „Wir woll’n Euch kämpfen seh’n!“

2. HZ:

Watt soll man zu diesem zweiten Durchgang sagen…? Benschop kam für den überhaupt-mal-so-gar-nicht-präsenten Halloran. Das machte es zumindest für die Karlsruher Innenverteidigung etwas ungemütlicher. Gefährlich wurde es aber nicht. Lukas Schmitz bekam zwei Mal die Gelegenheit, draufzuzimmern. Doch es waren höchst harmlose Schussversuche.

In der Zwischenzeit zeigte KSC-Flügelmann Torres, wie man ordentlich Druck macht. Er tanzte Schmitz immer wieder aus, wurde nach ansehnlicher Einzelleistung von Yabo perfekt bedient und tauchte so urplötzlich allein vor Rensing auf – der behielt die Nerven und parierte richtig stark. Doch nur wenige Minuten später sollte das 0-2 fallen…

Nach unsäglichem Fehlpass von Weber in der eigenen Hälfte, kam der KSC wieder in Fahrt und überrannte unsere rechte Abwehrseite. Die Hereingabe konnte niemand abwehren, sodass die Kirsche vor die Füße von Yabo landete. Der zwiebelte in der 65. Minute drauf und ließ Rensing keine Chance. Uns war klar: Das war’s. In dieser Verfassung wird unserer Truppe keine Aufholjagd gelingen. Axel kam noch rein (danke für den Hinweis, weiser Hinweisender auf FB 🙂 ) war kurz vorher eingewechselt worden und brülle mächtig rum. Aber er allein konnte es auch nicht umreißen, auch wenn ihm zwei, drei coole Aktionen gelangen. Die Luft war längst draußen…

Das empfand wohl so ziemlich jeder im Stadionso – denn die Stimmung war einfach nur mies. Auch von der Südtribüne kam kein Druck mehr; nicht etwa, weil die Ultras nichts vorgaben, sondern, weil der Supportfunke einfach nicht übersprang.

Daher gingen wir im wahrsten Sinne sang- und klanglos mit 0-2 unter. Wieder entführt der KSC drei Punkte aus unserer Bude.

Fazit & Personelles

Halten wir eines kurz fest: Der KSC hat eine grandiose Partie gespielt. Absolut fehlerfrei. Wenn wir also beschreiben, was alles bei uns nicht lief, so soll das nicht die starke Leistung der Baden abwerten.

Was immer Olli Reck mit seiner taktischen Änderung und seinen Personalwechseln vorhatte: es ist überhaupt nicht aufgegangen. Es standen sechs Abwehrspieler auf dem Feld: Weber, Soares, Bomheuer, Schmitz, Schauerte und Bodzek. Die Idee kann also nur gewesen sein, dass Defensivspiel zu stabilisieren. Doch ohne klare Zuordnung und Vorgaben schaffen auch 11 Abwehrspieler keine stabile Defensive. Es war keine Aufgabenverteilung zu erkennen. Schauerte spielte halbherzig nach vorne und halbherzig nach hinten – aber er machte nichts richtig. Schmitz wurde auf seiner Seite einige Male überrannt und wirkte im Sprint langsam. Weber versuchte vor allem in der 1. HZ, nach vorne Akzente zu setzen. Sein Zusammenspiel mit Schauerte funktionierte jedoch zu keinem Zeitpunkt. Soares und Bomheuer personifizierten als Innenverteidigung die absolute Verunsicherung und Orientierungslosigkeit. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und Aufbauspiel: sie wirkten durchweg überfordert.

Bodzek und Pinto sind zu ähnlich, als dass sie sich als Doppel-Sechs ergänzen könnten. Beide konnten weder stabilisieren, noch konnten sie das Spiel nach vorne dirigieren. Liendl wirkt, als wäre bei ihm die Handbremse gezogen – er traut sich nichts; und dann gelingt solche Spielertypen auch nichts. Halloran war leider so gut wie gar nicht auf dem Platz. WM-Jetlag ist irgendwie noch nicht vorüber. Hoffer wirkte absolut verloren gegen die starke KSC-Defensive. Die Einwechslungen konnten bei dieser Ausgangslage nichts bringen; denn: worin sollten sich die Neuen den einfügen?

Klar, als Axel reinkam, ballte er die Faust, rannte unter Kampfschreien auf seine Seite. Aber auch er konnte an diesem Nachmittag nichts Entscheidendes tun.

Ausblick

In der jetzigen Situation hilft nur eins: Sich nicht verrückt machen lassen. Ruhe bewahren. Sich an die eigenen Stärken besinnen – denn ja, wir haben Stärken im Kader. Das allerwichtigste ist: Der KRAMPF muss gelöst werden. Das Pokalspiel sollte bei der Analyse der Situation von den Ligaspielen getrennt betrachtet werden. Im Pokal war die Truppe stinkend arrogant – in der Liga kamen andere Unzulänglichkeiten zum Vorschein: Fehlende Kondition und Konzentriertheit, mangelhaftes Abwehrverhalten der Flügelspieler und die daraus resultierende Anfälligkeit in der Abwehr.

Diese Dinge kann man mit der Startelf von der Partie gegen Braunschweig oder Union in den Griff bekommen. Hier muss kein Personalkarussell angeschmissen werden. Denn das ging gerade gegen den KSC gehörig schief.

Nun muss Reck den Fokus der Spieler zurechtrücken. Es warten Aue und der Club. Keine Frage, was erwartet wird: LEISTUNG.

 

Auf bessere Zeiten – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

 

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Gesucht: Der Superlativ von „dämlich“!

19 Aug

Dämlichkeit auf so vielen Ebenen –  und die Fortuna ist als Folge wieder aus dem Pokal geflogen. Die peinliche Pokalniederlage gegen Viertligist Würzburg regt in diverser Hinsicht zum Hände-über-den-Kopf-schlagen an. Zum dritten Mal, im dritten Spiel dieser Saison wird eine Führung hergeschenkt, Benschop läßt sich zu einem Griff an den Hals des Gegenspielers hinreißen und erhält die Rote Karte und Bodzek wird zum Pannemann des Tages, da er nicht nur bei den zwei ersten Gegentoren zu weit von seinem Gegenspieler Bieber wegsteht, sondern weil er sich zu allem Überfluss am Ende der Verlängerung  eine Gelb-Rote Karte abholt. Um den Brechreiz an diesem Nachmittag auf die Spitze zu treiben, gibt es aus dem Fortuna-Lager vor, während und nach dem Spiel auch noch Randale.

Nach diesem Spiel haben wir keine Lust, unsere übliche Form mit ausführlicher Spiel- und Personalanalyse zu wahren. Dafür war das Ganze einfach zu behämmert. Gut, die Würzburger Kickers gingen mit breiter Brust und als Spitzenreiter ihrer Liga ins Match und jeder, der sich schon mal eine Runde im DFB-Pokal angesehen hat, weiß auch, dass  der Pokal seine eigenen Gesetze hat (…jaja, die 5 Mark sind schon im Phrasenschein!). Trotzdem DARF sich ein ambitionierter Zweitligist einfach nicht so aus dem Wettbewerb werfen lassen. Der Großteil der Truppe hat den gleichen Mist letzte Saison schon gegen Wiedenbrück mitgemacht – und in der Saison davor in Offenbach – und wir hatten wirklich darauf gesetzt, dass die Fortuna aus diesen unsäglichen Erfahrungen gelernt hätte… aber außer Spesen, nix gewesen!

Das Spiel gegen Würzburg fand auf Augenhöhe statt und der Sieg der Bayern ist dabei nicht mal unverdient gewesen – zu allem Überfluss mussten wir uns von den Fans der Amateure sogar noch mit „Ihr seid nur ein Karnevals-Verein“ verunglimpfen lassen – leider zurecht. Unser Führungstor gegen Ende der Ersten Halbzeit durch Schmidtgal war sehr schön herausgespielt und abgeschlossen. An dieser Stelle hatten wir noch gedacht: Das war der Dosenöffner (der uns im letzten Jahr gegen Wiedenbrück nicht geglückt war) und in der zweiten Hälfte schaukeln wir das Ding dann nach hause! Aber da hatten wir wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Wie schon in den ersten beiden Ligapartien läßt sich unsere Truppe nach der Rückkehr aus der Halbzeitpause komplett die Butter vom Brot nehmen. Kickers-Stürmer Bieber, der sich schon in HZ1 mit diversen Fortunen angelegt hatte (allen voran Bodzek) lässt seinen direkten Gegenspieler (Kapitän Bodzek) zwei Mal binnen fünf Minuten alt aussehen und plötzlich liegen wir hinten. Wenigstens scheint die Fortuna nun richtig angefressen zu sein. Die eine Folge davon ist, dass wir einen Freistoß bekommen, den da Silva Pinto zum Ausgleich satt in des Gegners Kasten versenkt. Die andere Folge ist jedoch weniger erfreulich: Das ohnehin schon hart geführte Match wird hektischer und die Nerven beginnen zu „blankieren“. Benschop kommt ins Spiel, um nur sechs Minuten später seinen Gegenspieler abseits vom Geschehen irgendwie zu stoßen oder ihm an den Hals zu packen – watt auch immer, er da gemacht hat: Der Schiri entscheidet auf jeden Fall sofort auf glatt Rot.

Hätten die Fortunen  Cojones inne Buchs gehabt, wäre nun ein guter Zeitpunkt gewesen, von diesen Gebrauch zu machen. Aber es wurde nichts mehr riskiert. Viel lieber wollte man sich anscheinend in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen retten! Welch grandioser Plan! Im gesamten Spiel sollte es der Fortuna einfach nicht gelingen, das Geschehen auf dem Platz zu kontrollieren. Irgendwie eumeln sich die beiden Teams dann in die Verlängerung. Dabei ist von einem Klassenunterschied absolut nichts mehr zu sehen. Ein Pokalfight auf Augenhöhe eben.

Aus Sicht der Gastgeber grandios, aus unserer Perspektive zum Kotzen. Ihr habt´s ja schon öfter bei uns mitbekommen: Wir sind unverbesserliche Optimisten, darum hoffen wir in der Verlängerung auf den Lucky Punch zu unseren Gunsten. Den kriegen wir aber selber ab: In der 114. Minute per abgefälschten Freistoß von Würzburg in Fortunas emotionalen Solarplexus und die Kickers liegen wieder in Führung – und wir keuchend am Boden. Etwas Zwingendes bekommen unsere Jungs dann auch nicht mehr auf die Kette, nur unser frustrierter Kapitän Bodzek rundet seinen „gebrauchten“ Tag noch endgültig ab, da er in der Nachspielzeit unbedingt den Ball noch tollkühn mit der Hand spielen will und dies so offenkundig durchzieht, dass er sich vollkommen zurecht noch die Gelb-Rote Karte abholt. Na herzlichen Glückwunsch!

Fazit

Wieder mal zeigten die Jungs Arroganz, wo echt mal keine angebracht ist. Warum Joel Pohjanpalo seine Riesenchance zum 1-0 liegen lässt, bleibt ebenso sein Geheimnis wie die unfassbaren Aussetzer von Bodzek gegen Bieber. Auch andere Spieler waren nur zu 60% auf dem Platz. Per Message fragten wir Charlie Benschop, was los war. Er sagte kurz und knapp: „I think it was the focus!“ – Richtig, keiner war bei der Sache. Wenn man sich das Führungstor von Schmidtgal ansieht, wird doch deutlich, wie zielgerichtet und schnell unsere Jungs spielen können. Balleroberung Gartner, feiner Pass in die Spitze von Pinto, gutes Auge von Hoffer: fertig! Das haben wir aber eben nur ein Mal gesehen.

Diese Überheblichkeit deutet darauf hin, dass die Mannschaft in vielerlei Hinsicht noch nicht ihre Balance gefunden hat. Damit der Saisonauftakt nicht gänzlich misslingt, sollte das Team das seeeeeehr bald in den Griff bekommen. Am besten gleich kommenden Samstag im Heimspiel gegen den stark gestarteten KSC. Sonst blüht uns wieder eine ungemütliche Zeit.

 

Hoffen wir auf Samstag,

Ingo & Adnan

 

 

 

 

Copy + Paste + Aluminium = 1-1

12 Aug

Die Fortuna gibt nach einer Führung wieder den Sieg aus der Hand; irgendwie erinnert das Spiel bei Union Berlin nicht nur an die Punkteteilung  der Vorwoche, sondern weckt leider sogar Erinnerungen an den Start in die letzte Saison. In der ersten Hälfte spielen wir die Hausherren an die Wand und laden sie praktisch im zweiten Durchgang dazu ein, den Ausgleich zu erzielen.

Die alte Försterei war mit knapp 20.000 Zuschauern gut besucht, ca. 2000 davon hofften auf einen Fortuna-Sieg. Den gab es ja in der Vorwoche bekanntlich leider nicht, da die Fortönn zwei mal die Führung aus der Hand gegeben hatte und den in der 2.HZ stark aufspielenden Braunschweigern wenig entgegen setzte und sich immer weiter in die eigene Hälfte drängen ließ. Wir waren gespannt wie unsere Jungs die dann doch gerechte Punkteteilung der Vorwoche verdaut hatte und wie sie das Match in Berlin angehen würden. Bevor wir dahingehend aber ins Detail gehen, schauen wir uns noch mal, wen Oliver Reck wo und warum aufs Feld geschickt hat.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Olli Reck würfelte die Truppe gehörig durcheinender, neben den beiden Neuzugängen Schauerte und Schmitz empfahl sich Benschop durch seinen Doppelpack im Testspiel gegen Turu für die Startelf, dadurch wurden Weber, Pohjanpalo und WM-Fahrer Halloran auf die Bank rotiert. Taktisch stellte unser Trainer auf ein 4-4-2 um, in dem sich die beiden Stürmer Hoffer und Benschop auch hin und wieder auf den Außenpositionen tummelten. Unser Trainer wollte also ein Zeichen setzen, um drei Punkte aus Berlin mitzunehmen und den faden Beigeschmack der Punkteteilung des 1.Spieltags mit dem zuckersüßen Geschmack des Sieges vergessen zumachen.

HZ1: Dominanz & verdiente Führung

Nach einer kurzen Abtastphase entwickelt sich eine ziemlich gute Halbzeit, gerade aus Fortuna-Sicht. Zwar hat Union die erste nennenswert Chance (die von Rensing hervorragend pariert wird), danach setzen sich aber immer mehr unsere Jungs durch. In der elften Minute tankt sich Heini Schmidtgal auf „seiner“ linken Seite durch und bedient Jimmy Hoffer , der eiskalt vollstreckt. Leider steht der Gute aber einen Mikrometer im Abseits… und der Linienrichter hat´s  auch gesehen, also kein Tor. Auch wenn es kein regulärer Treffer war, gab die Aktion der Fortuna doch ordentlich Auftrieb und nach und nach reißen Recks Recken das Spielgeschehen an sich. Unsere beiden Außenverteidiger werden nun immer wieder gut freigespielt und schaffen es, hinter die gegnerische Abwehr zu kommen. Liendl führt mit klugen Pässen die offensive Regie und die Dreierreihe um da Silva Pinto, Gartner und Schmitz dominiert das  Mittelfeld. Der Neuzugang aus Bremen ist es dann auch, der den Angriff einleitet, der uns jubeln läßt. Wie einstudiert, wird in der 30. Minute Kraftpaket Heini die  linke Linie lang geschickt und der kasachische Nationalspieler flankt flach in den Strafraum; Benschop und Pinto verpassen, aber Liendl steht goldrichtig und netzt souverän zur 1:0 Führung für die Fortuna ein. Ein Spielzug wie am Reißbrett geplant. Sehr schönet Dingen!

Berlin wirkt nun angeknockt und F95 hat jetzt die Möglichkeit den Sack zuzumachen, zwar gibt es bis zur Pause keine 100%igen Chancen mehr, trotzdem dominieren unsere Jungs deutlich das Geschehen auf dem Platz. So geht es dann also mit der absolut verdienten Führung in die Pause und wir hoffen darauf, dass der Sack halt in der zweiten Hälfte geschlossen wird.

HZ2: Kein Zugriff & Einladung an den Gastgeber

Die Gastgeber kommen mit komplett anderer Chuzpe aus der Kabine; die Eisernen stehen nun weitaus höher, attackieren früher und versuchen das Heft des Handelns wieder in die eigene Hand zu nehmen. Dies geht dann fast sofort in die Hose, da unsere Jungs zu diesem Zeitpunkt immer noch fokussiert sind und den zweiten Treffer erzielen wollen. Dank schnellem und präzisem Umschaltspiel kommt die Fortuna über Schmidtgal und die linke Seite vor das Tor der Berliner, Gartner kommt aus der Tiefe des Raums angerauscht und pöllt einfach mal voll drauf. Das Geschoss bollert mit einem lauten Knall gegen den linken Pfosten – Keeper Haas hätte keine Chance gehabt den Schuss zu halten. Schade, eigentlich! Kurzzeitig denken wir, dass es genauso weitergeht…. aber weit gefehlt! Wie in der Vorwoche zieht sich die Fortuna nun immer weiter zurück und will anscheinend den Gegner kommen lassen und per Konter zum zweiten Erfolg des Tages kommen. Hierbei gibt es jedoch ein gravierendes Problem: unsere Jung stehen einfach zu weit vom Gegner weg und bekommen einfach keinen Zugriff. Berlin scheint hingegen gut aufgepasst zu haben, denn das, was Fortuna mit den Gastgebern in der erste Hälfte angestellt hatte, kopieren die Hausherren nun 1:1. Mit schnellem Passspiel wird unsere Abwehr nun beinahe im Minutentakt aus den Angeln gehoben. Die Berliner scheinen unsere rechte Seite als Schwachpunkt ausgemacht zuhaben, denn Schauerte sieht sich nun oft zwei Gegenspielern gegenüber und hat dort meist das Nachsehen; eine gefährliche Flanke nach der anderen segelt in unseren Strafraum. F95 kann sich nun nur durch Fouls und wildes wegkloppen des Spielgeräts helfen. Es ist nichts mehr zu sehen von sicherem Aufbau aus der eigenen Hälfte. Bodzek und Soares klären ein- ums andere Mal zur Ecke und die Zahl der Standards für den Gegner steigt und steigt. Dass es dann nur eine Frage der Zeit ist, bis es dann mal scheppert, ist eigentlich nur logisch. In der 64.Minute kann Schauerte gerade noch zur Ecke klären, bevor wiederholt eine Flanke über Rechts in Rensings Strafraum segelt. Özbeck schlägt die Ecke auf den ersten Pfosten, Brandy verlängert und Benschop verliert  Gegenspieler Kreilach aus den Augen, der dann aus kurzer Distanz den Ausgleich erzielt.

In der Folge fehlt Berlin die Ruhe um ihrerseits den zweiten Treffer zu markieren, Fortuna bekommt immer noch keinen Zugriff und unsere Offensive findet einfach nicht mehr statt. In der 72.Minute bringt Reck dann Urgestein Lambertz für Juwel Gartner, um Löcher zu stopfen und über den Kampf wieder ins Spiel zu finden. Lumpi macht seine Sache ordentlich, denn in der Folge neutralisieren sich nun die Teams. Das Tempo bleibt hoch, aber Torchancen sind  Mangelware – auf beiden Seiten. Unser Trainer bringt dann noch Bolly für Hoffer um vielleicht noch mit der Flitzer-Trumpfkarte zum Siegtreffer zu kommen. Und tatsächlich, in der Nachspielzeit setzt sich Mathis durch und wird durch ein Foul in Strafraumnähe gestoppt. Da Silva Pinto schnappt sich die Kirsche und zirkelt sie gekonnt über die Mauer, aber leider auch gegen das Quergebälk; den Abpraller setzt Bodzek dann leider per Kopf über das Gehäuse der Berliner. Dann iset vorbei!

Personelles

Rensing hat ein ordentliches Spiel abgeliefert, zwei-drei Mal richtig stark reagiert und war am Gegentreffer schuldlos. Für den Rest der Truppe müßte man eigentlich beide Spielhälften einzeln bewerten, so unterschiedlich waren doch teilweise die Leistungen. Die beiden Innenverteidiger Bodzek und Soares waren aufmerksam und in der Defensive sicher, das Aufbauspiel in der 2.Hälfte hingegen war zu hektisch und unpräzise. Schmidgal war einer der Besten auf dem Platz, Schauerte konnte zeigen, dass er für einen AV eine Menge Offensivpotential mitbringt, wurde aber oft auf seiner Seite allein gelassen und in der Folge zu oft ausgespielt. Gartner, da Silva Pinto und Schmitz beherrschten in der ersten Hälfte das Mittelfeld mit Kampfkraft und klugen Pässen, im zweiten Durchgang waren alle Drei kaum zu sehen und konnten das Spiel der Fortuna nicht mehr ordnen;  ähnlich verhält es sich mit unserem 10er Liendl: Spielwitz, Sahnepässe und Führungstor wurden gefolgt von Lethargie und Abtauchen.  Hoffer und Benschop waren stetige Unruheherde bis zum Halbzeitpfiff und hingen nachher eigentlich nur noch in der Luft, da nichts Verwertbares aus dem Mittelfeld mehr kam. Der eingewechselte Lambertz hat in typischer Manier das Kampfschwein gemimt und Löcher gestopft und Bolly hat es wenigstens nochmal probiert und zumindest eine leichte Brise frischen Wind gebracht.

Fazit & Ausblick

Also, irgendwie war es doch ein Fehler in der Matrix, oder? Wir hatten die Berliner doch voll im Griff und haben ihnen kaum Platz zum Luft holen gelassen. Dabei haben wir erneut nach einem wunderbaren Angriff eine geile Liendl-Bude zur Führung gesehen. Leider haben wir dann aber doch wieder das Spiel dem Gegner überlassen und den Ausgleich kassiert. Wieder waren wir zu weit weg vom Mann und haben gar keinen Zugriff mehr auf die Partie bekommen. Aber halten wir mal fest: Es ist wichtig, solche Spiel erst mal NICHT zu verlieren. So blöd das klingt; es ist einfach wichtig, nicht als Verlierer vom Platz zu gehen. Und mal ehrlich: Wären entweder Gartners Granate oder Pintos Kunstschuss reingegangen, wären wir nun voller Euphorie – jaja, hätte hätte, Fahradkette; es geht nur darum, zu verdeutlichen, wie wenig eigentlich gefehlt hat. Nun ist erst mal Pokal: Wir haben einen schwächeren – aber nicht zu unterschätzenden – Gegner vor uns. Hier denken vielleicht viele, dass dies ein guter Test für das darauffolgende Heimspiel gegen den stark startenden KSC sein könnte. Aber diese Denkweise ist gefährlich, gerade in einer Situation wie dieser, denn die Erwartungshaltung: „Die Lullis hauen wir doch locker weg!“ ist in der jüngeren  Vergangenheit zu oft nach hinten losgegangen. Wichtig ist es nun, dass das Spiel gewonnen wird und unsere Truppe Selbstvertrauen tankt. Die Erinnerungen an die letzte Saison sind irgendwie immer noch zu frisch; auch hier wurde zu Beginn unter Büskens phasenweise richtig schöner Fußball gespielt, aber ebenso ziemlich dämlich Punkte hergeschenkt, weil die Mannschaft nur jeweils für eine Halbzeit dazu in der Lage war „die PS auf die Straße zu bringen“.  Also, bitte den Gegner ernst nehmen, in die nächste Runde einziehen und Mojo tanken!

Nun wollen wir mit unserer Frage der Woche ein erstes Stimmungsbild zeichnen und von Euch wissen, wie Ihr die Situation nach den ersten beiden Spielen beurteilt:

 

Wir hoffen auf jeden Fall darauf beim nächsten mal von einem Sieg berichten zu können!

In diesem Sinne – 95OLÉ!

Adnan & Ingo

Saisonauftakt fast vollends geglückt!

4 Aug

Unsere Jungs geben den Auftaktsieg trotz zweimaliger Führung her. Nachdem zunächst Braunschweig von der spielstarken Fortuna beeindruckt schien, war es unsere Mannschaft, die der im zweiten Durchgang aufdrehenden Eintracht punktuell nichts mehr entgegensetzen konnte. So geht das 2-2 insgesamt in Ordnung.

Die Rahmenbedingungen waren nahezu perfekt: Über 40.000 in der Bude, ein lautstarker Gästeanhang, passables Fußballwetter, offizielles Auftaktspiel der neuen Saison und dazu ein echtes Spitzenduell.

Die Eröffnungsfeier wurde begleitet mit einem gellenden Pfeiffkonzert. Beide Fangruppierungen riefen “Scheiss DFB” und sendeten nicht allzu freundliche Grüße Richtung Leipziger Happy-Hippo-Drink Retortenklub. Der Unmut der Fans wurde aber einfach durch die aberwitzige Lautstärke der Musik übertont – ja, so macht man das wohl heutzutage mit unliebsamen Stimmen…

Zum Glück ging das Ganze nicht allzu lang und die Mannschaften kamen aufs Feld. Mit großer Spannung hatten wir bereits beim Aufwärmen beobachtet, wer denn nun in der Startelf bzw. überhaupt im Kader unserer Forteng stehen würde. Und es war durchaus Überraschendes bei.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Dass Rensing im Tor starten würde, war zu erwarten. Auch das Innenverteidiger-Duo Bodzek-Soares hatten viele auf dem Zettel. Dass aber Weber Rechts und Schmidtgal links verteidigen würden, kam überraschend. Wir hatten zumindest auf Rechts eher mit Julian Schauerte gerechnet. Pinto und Gartner wurde allseits als Mittelfeldzentralduo vorausgesagt – ebenso wie davor Liendl. Auf links lief Pohjanpalo (das „h“ spricht man wie ein „ch“) auf – das wiederum kam überraschend. Rechts hatte sich Halloran am Ende durchgesetzt. Und in der Spitze der in der Vorbereitung so treffsichere „Jimmy“ Hoffer. Taktisch war das im Laufe des Spiels ein Mix aus 4-2-3-1, 4-1-4-1. In unserer Druckphase auch mal ein 3-4-3. Mal baute hinten Gartner zusammen mit Bodzek und Soares das Spiel auf, mal machte es Pinto. Uns gefiehl hierbei sehr gut, dass die Außenverteidiger sehr offensiv standen und ordentlich Druck machten. Weber und Schmidtgal unterstützten so Pohjanpalo und Halloran beim Flügelspiel. Andersum sollte es leider nicht so gut klappen…

1. HZ: Vollgas und fulminant!

Unsere Mannschaft legte mit einer wirklich kompakten Leistung los. Es schien, als wisse jeder Einzelne wo der Andere unterwegs ist. Es gab so gut wie gar keine Fehlpässe – außer unter Bedrängnis oder bei einem riskanten Zuspiel. Schon recht früh entwickelt unsere Jungs Druck auf das Braunschweiger Tor, auch wenn keine richtig gefährlichen Torchancen entstanden. Die Gelb-Blauen – mal wieder mit lautstarkem Anhang – waren sichtlich beeindruckt und kamen irgendwie gar nicht klar. Das lag aber auch daran, dass die Fortuna nicht nur stark den Ball laufen ließ, sondern auch nach Ballverlust imstande war, schnell die Kirsche zurück zu erlagen.

Häufig lief der Ball geschmeidig über die Außen. Und, auch wenn die Hereingaben in den 16er nicht maßgeschneidert waren, es kamen wenigstens welche. Pinto und Gartner erfüllten genau die Aufgabe, die ein zentrales Mittelfeld-Duo zu leisten hat: Schaltzentrale und Umschaltspiel lief sehr gut über die beiden. Zwar hatte unser Team das Spiel im Griff; richtig Alarm herrschte aber nicht. 

Bis Halloran nach stark vorgetragenem Angriff kurz vor dem gegnerischen Sechszehner das Leder zu Liendl schob. Alle – inklusive uns – hofften, dass Liendl mit einem Doppelpass Halloran steil schickt, doch unsere neue #10 machte es viel geiler und jagte den Ball mit einer guten Mischung aus Wucht und Gefühl in den linken Winkel. Riesentor! 1-0!! Die Stimmung war nun grandios und man bekam das Gefühl, sie würden gerne direkt einen drauflegen.

Stattdessen gab es noch Gelb für Pinto (was sich später bemerkbar machen sollte) und eine recht gute Torchance für die Eintracht vor dem Pausenpfiff. Als diese dann ertönte, waren wir alle sau zufrieden. Datt is doch mal ’n Säsongstacht, ja!

2. HZ: Ein anderer Gegner?

Lieberknecht, der Trainer der Braunschweiger, gehört ja durchaus zu den sympathischeren Vertretern seiner Zunft. Doch in der Halbzeit muss er ordentlich Alarm in der Kabine gemacht haben. Denn seine Mannschaft trat mit Anpfiff zum zweiten Durchgang völlig anders auf. Selbstbewusst, absolut ballsicher und mit ausgeprägtem Offensivdrang.

Unsere Jungs schienen überrascht. Sie zogen sich sehr weit zurück und überließen dem Gegner viel zu viel Platz. Und bei dem rollte der Ball immer schneller durch die eigenen Reihen. Pinto wagte sich nicht mehr, beherzt dazwischen zu gehen und war durchgehend latent gelb-rot-gefährdet. In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit konnte sich die Forteng nicht ein Mal vernünftig befreien. Die Schlinge zog sich immer weiter zu, bis es passieren musste.

Flanke von rechts, Halloran verschnarcht, dass sich in seinem Rücken der Braunschweiger Außenverteidiger Reichel – der Minuten vorher noch mit einem Distanzschuss auf sich aufmerksam machte – davonschleicht und perfekt zum Ausgleich bedient wird. Volleyabnahme, Rensing kann nix machen: 1-1!

Benschop stand zu diesem Zeitpunkt schon zur Einwechslung bereit. Und der Wechsel sollte goldrichtig sein. Quasi aus dem Nichts jagte fünf Minuten später Gartner einen hervorragenden Ball in die Spitze. Hoffer und Benschop entschieden sich rechtzeitig, wer jetzt wo lang läuft und so klappte das gut getimte und punktgenaue Zuspiel von Hoffer und Benschop netzte gegen die Laufrichtung des Torwarts zur erneuten Führung ein. 2-1! Alles tobt!

Reck wechselte direkt Bolly ein. GEIL, dachten wir! Der will Druck erhöhen und hier nicht auf Halten spielen. Das funktionierte auch eigentlich ganz gut – auch wenn es zu keinem Zeitpunkt gelang, Bolly mal richtig einzusetzen und einen Konter zu fahren. Schlüsselmoment war dann wohl die Auswechselung von Soares 15 Minuten vor Schluss. Unsere Abwehr wackelte vorher schon. Besonders, weil unsere Flügelspieler nicht nach hinten arbeiteten und so Schmidtgal und Weber mitunter überfordert schienen. Als dann aber Soares ausfiel, war die stabile Innenverteidigung passé. Das 2-2 erfolgte nach dem berühmt berüchtigten Hühnerhaufen, wo alle panisch irgendwas tun, nur nicht das Richtige. Dass der eingewechselte Bomheuer die Pille nicht weggedroschen bekommt passte ebenso gut wie das zu zaghafte Verteidigen von Gartner im eigenen 16er – man wollte ja keinen Elfer riskieren…

So richtig erholte sich unsere Mannschaft nicht davon. Man musste gar fürchten, dass Braunschweig womöglich noch einen draufsetzt, denn die Löwen hatten Blut geleckt. Aber nein – es blieb dabei. 2-2. Packendes Spiel, jede Menge los. Aber halt „nur“ ein Punkt.

Mannschaftsleistung & Erkenntnisse

Halten wir mal ganz kurz fest: Es war der ERSTE Spieltag. Somit macht es überhaupt keinen Sinn, zu bestimmten Fragen (Innenverteidigung, Flügelspieler, Torwart) Fässer aufzumachen. Vielmehr sollten wir uns klar darüber sein, dass dieses Spiel viele Erkenntnisse geliefert haben wird.

Die Mannschaft muss sich ihre Kräfte besser einteilen. Sie muss ein besseres Maß dafür finden, einerseits den Gegner kommen zu lassen, ihm dabei aber schlichtweg nicht zu viel Platz zu lassen. Unsere Flügelspieler müssen sich höchst unterschiedlichen Spielverläufen anpassen können. Es darf nicht passieren, dass Pohjanpalo und Halloran in der 2. HZ denken, sie hätten die gleiche Aufgaben wie im ersten Durchgang. Ein Pinto muss versuchen, wesentlich später im Spiel eine Gelbe Karte (oder eben am besten keine) zu bekommen. Er musste arg aufpassen, nachdem ihm Aytekin bereits nach einem versteckten Tritt im Mittelfeld deutlich machte, dass er ihn bereits hätte vom Platz schicken können. Vielleicht hätte unser Trainer hier besser coachen müssen.

Generell halten wir es aber für absolut richtig, nach der erneuten Führung offensiv einzuwechseln. Es wollte leider nur nicht gelingen, Bolly einzusetzen. Und auch hier die Erkenntnis: Manchmal ist das Rausbolzen der Kirsche sicher gut; aber eben nur manchmal. Zu oft sah das hinten aus wie der berühmte Hühnerhaufen, der den Ball einfach nicht wegbekommt und vom Gegner schwindelig gespielt wird. Aber gut – das wird in den Griff zu kriegen sein.

Personelles

Rensing hat bis auf eine brenzlige Eckballsituation eine passable Leistung geboten. Er ist im Vergleich zu Unnerstall (und vorher Giefer) wesentlich kleiner. Das macht ihm das Leben bei hohen Bällen schwer. Aber Grund zu Sorgen sehen wir hier nun wirklich nicht. Schmidtgal und Weber haben beide eine sehr starke erste Halbzeit gespielt, enorm viel Druck aufgebaut und hinten sicher gestanden. Den Support, den sie Halloran und Pohjanpalo nach vorne gegeben haben, hätte man sich von genau diesen beiden – die man dank identischer Frisur nur an der Rückennummer unterscheiden konnte – auch nach hinten gewünscht. Beim 1-1 lässt Halloran den Braunschweiger Torschützen Reichel tiefenentspannt in den 16er eindringen. Da muss Reck ’ne Ansage zu machen.

Pinto und Gartner ergänzen sich richtig gut in der Zentrale. Das dürfte in der Liga schwer zu toppen sein – Gartners genialer, ansatzloser Pass in den Lauf von Hoffer vor dem 2-1 war überdies absolut Zucker. Liendl hat mit seinem Traumtor ein beeindruckendes Signal gesetzt: Der kann ein Großer werden. Aber auch er konnte nur eine Halbzeit richtig glänzen. Hoffer wuselte wieder ordentlich rum; wirkt dabei auch mal gefährlicher als er eigentlich ist – aber immerhin: einen Scorerpunkt gesammelt. Für Benschop war es toll, kurz nach seiner Einwechslung zu treffen. Sonst gelang aber auch ihm nicht mehr viel. Bodzek und Soares scheinen in Sachen Raumaufteilung gut aufeinander eingestellt – Soares‚ Ausfall war ein Schlüsselmoment, da es für Bomheuer offensichtlich schwierig war, sich hinten in dieser Druckphase zurechtzufinden. So ging das zweite Gegentor auch ein wenig auf seine Kappe.  

Ausblick

Kommenden Freitag wartet schon der nächste Brocken. Mit der Köpenicker Union kommt die Forteng zumeist nicht zurecht. Da wir jetzt aber ein technisch wesentlich stärker agierendes Team haben als in der Vorsaison, könnte watt gehen gegen eher kämpferisch daherkommende Hauptstädter. Da werden unsere Techniker Nehmerqualitäten beweisen müssen. Wir sind gespannt.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan