Diesmal setzt es Haue für Aue!

28 Apr

Unsere Jungs drehen unfassbar auf: Mit einem satten 4-0 schicken sie völlig überforderte „Aueresen“ nach Hause. Jedes einzelne Tor war fantastisch herausgespielt und vollendet. Es dürfte nun jedem klar sein: Fortuna wird Weltmeister!

Wir sollten uns mal gaaaanz kurz erinnern, was am Sonntag, 24. November 2013 los war… Ein verschissen kalter Tag im beschaulichen Erzgebirge. Rote Karte, Elfmeter, 0-1, schlechte Stimmung, Schneeregen, 0-1, 0-2, 0-3, Zoff zwischen Fans und Mannschaft… Einer der unzähligen Tiefpunkte des so furchtbaren Fortuna-Jahres 2013. Ein halbes Jahr später ist unsere Truppe nicht wiederzuerkennen. Mit begeisternder, spielerischer Klasse wird ein unterdurchschnittlicher Zweitligist wie Aue einfach mal weggepustet. Und hat unsere Elf in den letzten fünf Spielen unter Oliver Reck satte 13 Punkte geholt und 12 Tore erzielt. Watt ’ne Serie.

Bevor wir beschreiben, wie die Jungs dieses fulminante 4-0 erspielt haben, muss hier noch beklagt werden, dass wir unsere Truppe gar nicht mehr in Rot zu sehen bekommen. Seltsame Regularien führen zuletzt dazu, dass wir auch zu Hause in Türkis oder in Weiß spielen – ist ja nun wirklich kein Skandal. Wenn aber der Schiri bei den dunkelvioletten Trikots der Auer schwarz tragen darf, könnten unsere Jungs doch wohl in Rot auftreten, oder? Aberglaube hin oder her…. Ihr seht schon: Wir können uns wieder über die „unwichtigen Dinge“ ärgern 🙂

Oh, und noch eine beeindruckende Beobachtung unsererseits soll hier Erwähnung finden: Die Partnerin/Freundin/Lebensabschnittsgefährtin/Ehefrau von Michael Rensing sitzt seit Beginn der Saison als Einzige Spielerfrau Heimspiel für Heimspiel als erste Vertreterin ihrer Zunft auf immer demselben Platz in der Spielerloge. Stolz wie Oskarine winkt sie jedes Mal ihrem sich warm machenden Macker zu. Es dürfte sie noch stolzer gemacht haben, als dann endlich mal sein Name bei der Mannschaftsaufstellung lauthals mitgebrüllt wurde – womit wir auch schon bei der Mannschaftsaufstellung wären…

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Durch die Verletzung von Benschop rutschte Tim Golley zum ersten Mal in die Startelf und übernahm  die linke Aussenbahn; dadurch verschob sich der Wirkungsbereich von Regisseur Liendl mehr in die Zentrale. Der genesene Weber ersetzte wieder Ramirez. Bedingt durch die schwere Knieverletzung von Fink und dem erneuten Ausfall von Lumpi begann Ivan Paurevic im defensiven  Mittelfeld mit Gartner, der dabei die defensivere Fink-Position einnahm. Ansonsten schickte Oliver Reck die selbe Elf ins Rennen wie in der Vorwoche – mit gleicher taktischer Ausrichtung: frühes Pressing und schnelles Umschaltspiel – ein Rezept, das sei schon vorweggenommen, das uns den vierten Sieg infolge bescherte.

HZ1: Mit Austria-Power zur Halbzeitführung 

Die Fortuna legt direkt selbstbewusst los und bereits in der sechsten Minute lässt der zu Beginn völlig aufgedrehte Weber mit einem fulminanten Schuss die Latte des Gegners scheppern. Unsere Jungs knüpfen also direkt an die Klasse-Leistung des letzten Spieltages an und präsentieren sich wie ein Spitzenteam der 2.Liga. Ball- und passsicher, positiv-aggressiv, mit überzeugter Körpersprache und immer den Weg nach Vorne suchend. Wirkliche Torchancen kann sich die Mannschaft in den nächsten Minuten gegen die Sachsen aus dem Erzgebirge zwar nicht erspielen, aber die Überlegenheit von F95 ist augenscheinlich. Aue versteckt sich aber nicht, wenngleich die Mittel fehlen, unsere mittlerweile sattelfeste Abwehr in Bedrängnis zu bringen. In der 20. Minute wird es aber doch mal kurz brenzlig, als nach einem Eckball Klingbeil frei zum Kopfball kommt: Rensing reagiert jedoch glänzend und entschärft die Situation. Die Nachschusschance wird zum Glück verbaselt. Beim Giefer-Vertreter wird zudem deutlich, dass er in der Spieleröffnung gedankenschneller ist. Wenn Rensing den Ball hat, leitet er schnell und sicher den Aufbau ein.

In der 35.Minute zeigt Michael Liendl wieder, wie sehr wir einen Spieler mit seinen Qualitäten in den letzten Jahren vermisst haben. Zuvor erobern Levels und Paurevic im Mittelfeld in der Auer Vorwärtsbewegung den Ball und der kroatische Schlacks passt die Kirsche weiter zu Liendl. Der Österreicher schlägt im first-touch einen Traumpass auf seinen Landsmann Hoffer, der dann im Vollsprint mit Ball auf Gäste-Torwart Männel zustürmt, Jimmy umkurvt den Keeper und netzt aus spitzem Winkel ein – 1:0 für uns und das absolut verdient! Wir sehen eine geschlossene Mannschaftsleistung, alle Spieler arbeiten mit nach hinten, spielen aggressives Pressing und schalten sich in das Offensivspiel ein. In der 44.Minute versucht es dann Christian Gartner mal mit einem Schuss aus der zweiten Reihe, aber nachdem Männel den Ball pariert, steht Hoffer in Erwartung seines zweiten Treffers beim Nachschuss leider im Abseits – dass er das Ding rüberjagt… wollten wir eigentlich gar nicht erwähnen 😉

Eine Minute später schaut das aber ganz anders aus. Wieder ist es Liendl, der uns ein „Zuckerl“ beschert, in dem er wieder einen absoluten Sahnepass über 40 Meter auf Hoffer schlägt, Jimmy legt sich die Kirsche im gegnerischen Strafraum gekonnt zwei, drei Meter nach halblinks vor und semmelt die Kugel volle Möhre hinter die Latte! 2:0 zum Halbzeitpfiff nach erneuter österreichischer Traum-Kombination! Watt hier los ist 🙂

HZ2: Mit Traumtoren zur Humba

Gästetrainer Falko Götz wechselt zur zweiten Hälfte zwei neue Spieler ein – doch es bringt nix. Unsere Abwehr steht sicher und in der Offensive ist Michael Liendl weiterhin Dreh- und Angelpunkt und wird von seinen Mitspielern gesucht und sogar meist gefunden. Klare Chancen gibt es trotzdem erstmal keine zu sehen. Man nimmt eine kleine Verschnaufpause unserer Jungs wahr. In der 61. Minute nimmt Olli Reck bereits Doppeltorschütze Hoffer vom Feld, der unter großem und absolut verdienten Beifall der knapp 29000 Zuschauer auf der Bank Platz nimmt. Nach fünfmonatiger Verletzungspause und überstandener Sinnkrise nach seinem dämlichen Austicker mit Würgegriff gegen Paderborn Karlsruhe bekommt Mathis Bolly vom Trainer die Chance zur Wiedergutmachung. Zugegeben – wir sind skeptisch, ob er jetzt wirklich hätte kommen müssen – wieso nicht Gianniotas? Oder mal Kenia? Doch wir sollten später eines Besseren belehrt werden…

Das Kombinationsspiel der Fortunen funktioniert weiterhin prächtig. Nochmal zur Erinnerung: vor einigen Wochen waren Passstaffetten über drei Stationen eine nahezu unmögliche Herkules-Aufgabe für das Team – doch mittlerweile lassen die Jungs mit jeweils 2-3 Kontakten die Kugel mit Leichtigkeit in den eigenen Reihen zirkulieren! Kopf und Psyche scheinen nach nunmehr 1,5 jähriger Leidenszeit endlich geheilt zu sein! Die Fortuna nimmt weiter etwas das Tempo raus und läßt die Auer mehr kommen. Und was machen die? Sie tappen in die Falle! In der 70. Minute wird das Leder abgefangen und unser norwegischer Ivorer bekommt es auf Höhe  der Mittellinie. Was dann folgt, erinnert uns ein wenig an die frühen Jahre von „Il Fenomeno“ – ja, jener „erster“ Ronaldo, bevor er die ca. 200 kg zugenommen hatte. Mit einem Affenzahn geht Bolly ins Tempodribbling und lässt drei Sachsen wie Fahnenstangen stehen und schließt sein herrliches  Solo über 40 Meter mit dem Torschuss zum 3:0 ab! Willkommen zurück, Mathis! Besser konntest Du es Skeptikern wie uns nicht zeigen. Der Zeitpunkt des Treffers  ist wie in der Vorwoche ideal, da  der Gegner gerade die ersten Luftzüge des Aufwinds verspürt hatte und sofort eins auf den Deckel bekommt.

In der 77. Minute kommt Bancé dann für den an diesem Spieltag im Vergleich zur Mannschaft fast schon harmlosen Golley auf das Spielfeld. Wirklich auffällig wird „dat Astrid“ aber eigentlich nur in jener Situation, als er einen Auer aus zwei Metern Entfernung niederstreckt, da dieser die grandiose Idee hatte, den beherzten Schuss des Angolaners mit seinen „Kronjuwelen“ zu blocken. Eine zweiminütige Behandlungspause ist das Resultat dieser Mumpitz-Idee. Knapp zehn Minuten später wechselt Olli Reck dann auch noch Levan Kenia für den überragenden Liendl ein. Und es soll sich für den Georgier noch auszahlen: In der 90. Minute fährt die Fortuna den letzten Angriff des Spiels über unsere rechte Seite; Kenia passt die Murmel in den Strafraum auf Halloran und der junge Australier verzaubert uns und (zugegeben) Zwergentorward Männel mit einem wunderschönen Heber, der sich hinter den Keeper ins Tor senkt und dabei noch die Latte touchiert! Ein Traumtor zum Abschluss!

Personelles & das leidige „was wäre wenn?“

Es macht einfach nur Spaß unseren Jungs dieser Tage zuzuschauen. Die Abwehr spielt enorm sicher. Bodzek spielt enorm unaufgeregt und sicher. Soares wirkt zwar immer noch ungelenk, baut aber keine Böcke mehr (wie etwa im Hinspiel, als Giefer wegen ihm Rot sah). Levels hat auf Rechts Enormes geleistet und deutlich gemacht, dass in ihm zumindest einen guten „zweiten“ Rechtsverteidiger hat. Weber hat vor allem die ersten 15 Minuten einen Alarm veranstaltet, der an seine besten Tage erinnerte. Rensing zeichnete sich ein Mal durch einen Klassereflex aus, fing hohe Bälle sicher ab und eröffnete schnell das Spiel. Guter Mann. Punkt. Gartner schlüpfte gekonnt in die Fink-Rolle und zeigte erneut tolle Pässe. Paurevic machte deutlich, dass neben seinen Defensivqualitäten auch in ihm eine mögliche Schaltzentrale nach vorne steckt. Halloran trifft im vierten Spiel infolge und ist der personifizierte „Recktor“. Liendl ist die beste 10, die wir seit vielen, vielen Jahren hatten. Er versteht es, Hoffer optimal einzusetzen. Golley ist immer für was Beklopptes gut und hat gut nach hinten gearbeitet – viel sollte ihm in der Offensive aber diesmal nicht gelingen. Bolly feiert ein Comeback wie es nicht besser ginge. Beachtlich, wo er den Mut hernahm, ein solches Solo zu starten.

Tja… Wir müssen es tun… Uns fragen, was bloß möglich gewesen wäre, wenn dieser Knoten in den Köpfen zwei Monate früher geplatzt wäre. Nie und nimmer hätte die Mannschaft nach dieser Saison verdient, um den Aufsteig mitzuspielen. Wenn man sich aber ansieht, wie Fürth und Paderborn nahezu darum betteln, NICHT direkt aufzusteigen, könnte man meinen, es wäre unserem Team leicht gefallen. Blicken wir aber lieber nach vorne: Erinnern wir uns lieber an die Rückrunde der Zweitliga-Saison 2010/2011. Damals nahm unsere Mannschaft richtig Fahrt auf und setzte sie 2011/2012 in den Aufstieg in die Bundesliga um. Nehmen wir das doch einfach als Ausganslage und freuen uns auf die nächste Saison 🙂

Viel wird spekuliert: Wer bleibt? Wer geht? Bei dieser Frage fallen derzeit eine Reihe von Namen – manche mit, manche ohne über den 30.6. hinaus gültigen Vertrag. Von Euch wollen wir nun wissen: Wen würdet Ihr von den unten aufgeführten Namen UNBEDINGT bei Fortuna halten wollen? Mehrfachnennungen sind möglich.

 

Wir freuen uns auf das Gastspiel in Karlsruhe,

Ingo & Adnan

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Eine Antwort to “Diesmal setzt es Haue für Aue!”

  1. petzpansen 29. April 2014 um 08:23 #

    Hat dies auf petzpansenword rebloggt.

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