Archiv | März, 2014

Ein erster Schritt Richtung Trendwende

30 Mrz

Endlich. Wir haben nach langer Zeit mal wieder eine Mannschaft gesehen, die ernsthaft gewinnen wollte. Besonders die zweite Halbzeit tat der Fortuna-Seele gut. Dass es am Ende doch 0-0 ausging, war natürlich schade. Hoffnung hat das Spiel dennoch gemacht.

Nach der Klatsche bei Kräuter Fürth war die allgemeine Stimmung mal wieder an einem Tiefpunkt. Da schien ein Signal der Mannschaft bitter nötig, dass sie selbst unzufrieden ist mit dem, was sie abliefert und sich bessere Leistungen vornimmt. Interviews und Aussagen unter der Wochen waren aber wieder die üblichen Leerformeln und Worthülsen, wo wenig Substanz rauszulesen war. Gleichzeitig vernahm man in der Fangemeinde, dass Worte und Versprechen wirklich ausgedient haben: Man wollte allseits etwas auf dem Platz SEHEN und weniger Gelaber HÖREN. Genau aus diesem Grund tat das vergangene Spiel gegen die Audifabrikanten ganz gut.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Trotz seiner Patzer in Fürth durfte Giefer weiter das Tor hüten. Es gab vereinzelt Pfiffe, als sein Name bei der Bekanntgabe der Aufstellung durchgegeben wurde. Die Abwehrreihe blieb unverändert. In der Mittelfeldzentrale hatte Gartner nicht überzeugen können, sodass Fink wieder von Anfang an auflief und Liendl mit ihm die Doppel-Sechs bildete. Halloran und Erat waren unserer Flügelzange und vorne sollte das Duo Benschop & Hoffer für Alarm sorgen. Im Prinzip also nichts Neues…

1. HZ: Guter Beginn und die Angst vor dem Bruch im Spiel

Wir sehen eine Anfangsphase, in der unsere Jungs zeigen, dass sie auf Wiedergutmachung aus sind. Besonders Erat wird das ein oder andere Mal steilgeschickt und bis kurz vor dem 16er sieht das alles gar nicht so schlecht aus. Adnans Sitznachbar, Niko K., merkte dann etwas Wichtiges an: Sehr häufig hat unser Team gut begonnen. Doch irgendwann passierte etwas im Spiel, das unsere Jungs komplett aus der Bahn warf und plötzlich nichts mehr gelingen sollte. In der Tat hat es häufig einen kritischen Bruch im Spiel unserer Mannschaft gegeben. Oft war es ein dummes Gegentor; manchmal nur der Pausenpfiff. Manchmal sogar die eigene Führung. Dieser Bruch äußert sich dann in sich häufenden Fehlpässen, verlorenen Zweikämpfen und eine zunehmende Unsicherheit im Abwehrverhalten. Und diesmal? Sollte es diesmal wieder so einen Bruch geben? Die Sorge war groß, dass der verletzungsbedingte Ausfall von Erat einen genau solchen kritischen Moment darstellte. Schließlich ging über ihn recht viel. Gartner wurde eingewechselt, Halloran wechselte auf die rechte Seite und Liendl kam fortan über links. Es gab tatsächlich eine schwächere Phase zwischen der 15 und 30. Minute. Da bekamen die Schanzer mehr vom Spiel, ließen die Kirsche ab und an ganz gut laufen. Aber auch sie blieben harmlos.

Glücklicherweise fing sich dann unsere Forteng. Nach der Neuformation schienen Abläufe nun wieder besser zu greifen. Ein schönes Zusammenspiel von Halloran, Gartner und Benschop führte dann kurz vor dem Halbzeitpfiff zu unserer größten Chance: Benschop setzte zu seinem zwar recht ungelenk aussehenden, aber dafür umso dynamischeren Dribbling an und brachte sich in Schussposition. Sein linker Hammer klatschte an den Innenpfosten und fand nicht den Weg ins Tor. Goalie Öczan war längst geschlagen. Es war eine tolle Szene, die dem Team und den Fans auf den Rängen Hoffnung auf die zweite Hälfte machte.

2. HZ: Ein „Reck“ geht durch die Mannschaft (Zitat Niko S.)

Würde man die Leistung der Mannschaft in der zweiten Hälfte mit einer Kurve darstellen wollen, würde diese stetig nach oben zeigen. Denn unsere Fortunen legten einen Zahn zu. Das erste Mal seit vielen Wochen erkannte man, dass diese Truppe GEWINNEN will. Und nur kurz nach der Halbzeit wurden wir gefährlich: Erneut war es Halloran (der nach mieser erster Halbzeit im zweiten Durchgang in Fahrt kam), der diesmal Liendl auf die Reise schickte. Dessen beherzter Schuss wurde leider pariert. Mal mehr oder weniger gefährlich versuchte unser Team, sich Torchancen herauszuspielen. Und sehr vielen Fortunen fiel etwas ganz Besonderes auf: An der Seitenlinie tobte jemand und trieb die Mannschaft voran: Es war Olli Reck. Mit vollem Engagement und regelrechter Inbrunst peitschte er die Jungs nach vorne – und es wirkte. Unterstützt wurden die Offensivbemühungen unserer Elf mit der Einwechslung von Timm Golley für den unglücklich agierenden Hoffer. Unverbraucht wie der Youngster (noch) ist, sorgte er sofort für Wirbel. Die Fans spürten, dass heute etwas anders ist. Überhaupt war die Stimmung in der Arena jetzt großartig. Bereits in diesen Minuten war klar, es gibt gerade eine Schulterschluss, den es lange nicht mehr gegeben hat. Und Ingostadt? Sie waren höchst passiv. Allerdings sah man an manchen Szenen, dass auch sie punktuell sehr gefährlich werden können. So’n Sportskamerad wie Caiuby kann ein Spiel auch mal allein entscheiden – sein gefährlicher Seitfallzieher war uns Warnung genug. Aber Bodzek dirigierte die Abwehr recht gut, sodass keine wirkliche Gefahr mehr aufkam.

Doch auch wir kamen nicht mehr richtig gefährlich vor das gegnerische Tor. Halloran und Golley versuchten ihr Glück. Auch Liendl hielt noch mal drauf. Aber es bleibt dabei: Der entscheidende Pass, die entscheidende Einzelaktion, der zwingende Abschluss… Das bleibt unser großes Manko. Doch der Wille der Mannschaft war diesmal ein Anderer. Und so waren nach Abfiff auf den Rängen weitestgehend zufriedene Gesichter zu sehen – auch wenn alle auf das späte Tor gehofft hatten.

So muss es weitergehen

Nun kann man sich fragen, woran dieser merklich veränderte Spirit der Mannschaft gelegen hat. Der Nackenschlag in Fürth? Olli Reck an der Seitenlinie? Der lautstarke Support? Anzeichen von Abstiegsangst? Vermutlich ein Mix aus Allem. Entgegen mancher böser Kommentare in den Foren und Facebook-Gruppen dürfte es keinen Spieler geben, an den die Negativserie nicht nagt. Das 1-4 war deutlich und so etwas kann in positive Energie umgewandelt werden. Sicherlich tut es der Mannschaft gut, wenn ein Trainer an der Seitenlinie ist, der sie mit Gesten, Zurufen und echtem Körpereinsatz nach vorne peitscht. Auch die Einwechslung von Golley (man hätte ja auch „Paure“ oder Ramirez bringen können) war ein wichtiges Signal an das Team. Tja, und der Support war wirklich gut wie lange nicht mehr. Das zeigt, dass die vielen Gespräche und Diskussionen innerhalb der Fanszene Früchte getragen haben. Alle haben sich selbst hinterfragt und die einen mehr „massentaugliche“ Lieder angestimmt und die anderen mal mehr Gas gegeben. Dass die Dissidenti nun umziehen mussten, kann in Sachen Support vielleicht sogar positive Wirkung haben. Sie haben durchaus das Potenzial, bis dato unerreichte Ecken der Arena mitzureißen. Sie stimmten die Lieder der Südtribüne mit an und trugen den Support so in weit entfernte Blöcke. Auf dass es weiter so bleibt und auch wir Fans an dieser Leistung anknüpfen.

Personelles & Ausblick

Die Mannschaft hat vielleicht mit Ausnahme von Hoffer und Halloran (in der ersten Halbzeit) eine durchweg gute Partie gezeigt. Benschop agiert immer mal wieder unglücklich und merkwürdig ungelenk. Aber er kommt wiederholt gefährlich zum Abschluss. Wenn er jetzt noch etwas mehr den Blick für die Mitspieler hätte… Ach, Ihr wisst schon 🙂 Soares stand mit Bodzek hinten stabil. Doch Soares‘ brutales Foul gegen seinen Ingolständter Namenskollegen hätte er sich vielleicht sparen können – andererseits war es ein gefährlicher Angriff, den er eben nur so bremsen konnte. Dennoch: Manch einer hat da schon mal Rot gesehen. Levels war ein echtes Highlight im Spiel. Klar, auch ihm gelingen nicht die präzisen Flanken. Aber er entwickelte ordentlich Druck. Weber hat – und das ist kein Wunder – an Schnelligkeit verloren. Deswegen muss er bei Offensivaktionen höllisch aufpassen, hinten in keinen Konter zu laufen; denn in Laufduellen hat er zumeist keine Schnitte mehr. Doch sein Stellungsspiel und eine gute Antizipation helfen ihm stets aus. Golley tat dem Offensivspiel der Fortuna sichtlich gut. Man darf gespannt sein, ob er kommende Woche in Paderborn wieder randarf.

Kein Zweifel: Diese Partie war ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr aber auch nicht. Es wartet am nächsten Spieltag eine sehr schwierige Aufgabe auf uns (schöner Gruß an den Bloggerkollegen aus PB 🙂 ). Möge unser Team an dieser Aufgabe wachsen.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

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Verdienter Arschtritt in Fürth

26 Mrz

Unsere Jungs legen beim Aufstiegskandidaten einen Auftritt hin, der in vielerlei Hinsicht beschämend war. Wir kassieren 4 Buden. Allesamt mit fatalen, eigenen Fehlern.

Wie ist das wohl für einen treuen Anhänger der Fortuna? Urlaub einreichen (mindestens 1 Tag). In aller Herrgottsfrüh aufstehen. Bus- oder Bahnticket zahlen. In der absoluten Feierabendstauzeit im mehrere Hundert Kilometer entfernten Fürth ankommen wollen, um ab ca. 20.00h die fünfstündige Rückreise anzutreten. Und für was? Für eine Darbietung der eigenen Mannschaft, die an Unkonzentriertheit, Uninspiriertheit und Hilflosigkeit kaum zu überbieten war.

Aufstellung und Taktik

Köstner ließ nahezu die gleiche Truppe auflaufen, wie beim erbärmlichen Auftritt am Samstag. Lediglich der genesene Benschop ersetzte Hoffer im Sturm und für den verletzten Lumpi rutschte Ivan Paurevic in die Startaufstellung. Somit war klar, dass wir uns wieder auf eine defensive Darbietung unserer Jungs gefasst machen mussten.

HZ1: The Elend must go on…

Ab Anpfiff wird klar, wie das beim Gastspiel im Frankenland so laufen würde: die Fortuna steht tief hinten drin und lässt den Gegner anrennen. Köstners Matchplan sieht bestimmt vermutlich (man weiß es nicht genau) vor, dass nach abgefangenen Bällen das Spiel schnell gemacht werden soll und Konterattacken für den eigenen Torerfolg sorgen. Leider haben die Fürther aber wohl ihre Hausaufgaben gemacht und vorher ein paar der letzten F95-Spiele gesehen: Ihr aggressives Pressing senkt die eh schon recht bedenkliche Quote der angekommene Pässe unserer Jungs ins Bodenlose. So sehen wir also wieder ein äußerst langweiliges Fußballspiel, und auch der Sky-Fritze hält fest: “kein attraktives Spiel“! Das ist mittlerweile nicht mehr verwunderlich und wird eher zur Routine. Aber auch Fürth glänzt mit grottigem Aufbauspiel und macht deutlich, dass das Niveau in der Zweiten Liga dieses Jahr echt nicht hoch ist. In der Abwehr stehen die Jungs zunächst recht sicher; wenn Fürth in der erste Halbzeit gefährlich wird, dann nur per Standardsituationen. Null Torschüsse unserer Seits haben genug Aussagekraft, um unser Angriffsspiel sprachlich zusammenzufassen. So kommt es dann auch, wie es kommen muss: Fürth kriegt eine Ecke und nutzt sie. In der 38.Minute entkommt Azemi in Bodzeks Rücken und wird per Kopf nach einem Eckball mustergültig am zweiten Pfosten bedient. Er hält den Schlappen hin und es klingelt. Es endet nach kaum zu vernehmendem Aufbäumen eine auf ein Neues unglaublich öde und frustrierende Halbzeit…

HZ2: Es hagelt Watschn

Nach der Pause müssen wir uns erstmal die Augen reiben, denn mit Hoffer kommt ein zweiter Stürmer auf den Platz! Dafür bleibt Paurevic in der Kabine. Wahnsinn, Herr Köstner. Sie müssen über Ihren Schatten gesprungen sein. So früh ein offensiver Wechsel!!! Und, sage und schreibe, in der 54. Minute sehen wir den ERSTEN Torschuss der Fortuna durch Benschop! Ein recht gut geführter Angriff wird sogar abgeschlossen, doch leider geht der Schuss im wahrsten Sinne nach hinten los: Aus der folgenden Ecke für uns ensteht absurder Weise das 2:0 für die Kleeblätter… Die Fortuna ist beim Eckball weit aufgerückt. Wie üblich, landet unser Eckstoß beim Gegner und die Franken nutzen den sich bietenden Platz für einen schnellen Konter. Unser Umschaltspiel kommt hierbei leider einem taktischen Offenbarungseid gleich. Levels steht auf einmal auf Höhe des eigenen Strafraums alleine da und ist umzingelt von zwei fröhlich frei im Raum stehenden Fürther. Azemi kommt an den Ball, geht ins 1 gegen 1 mit Levels, vernascht ihn einfachst und zirkelt die Kugel gekonnt zum 2:0 in die Maschen.

Uns verläßt zu diesem Zeitpunkt bereits die Hoffnung – eine Hoffnung, wohlgemerkt, die vor dem Spiel schon stark angekratzt war. Tja, und wir müssen dann auch nur weitere neun Minuten warten, um einen weiteren Stich ins Herz zu erleiden. Brosinski zieht aus eigentlich ungefährlicher Position, ca 25 Meter vor dem Tor von halbrechts, einfach mal drauf und Giefer fliegt an dem Aufsetzer vorbei. 3:0. Ingo ist in diesem Moment kurz davor sein Laptop, samt dem nervtötenden Stream, auf den Boden zu pfeffern und wie Rumpelstielzchen darauf rumzuspringen. Adnan fragt sich derweil, was er im Berliner Fortuna-Treffpunkt Stadtkind mit dem Stuhl neben sich anstellen könnte, ohne Vandalismus zu betreiben…

In diesen Sekunden des Wahnsinns keimt dann aber doch wieder Hoffnung auf: Benschop macht kurz nach dem 0-3 das, was er gut kann: mit voller Wucht draufbolzen! Der Schuss aus 25 Metern wird noch abgefälscht und landet tatsächlich im Tor. „Nur“ noch 3:1. Tja, eine Minute später hätte Jimmy Hoffer dann doch noch mal das Spiel spannend machen können, als er im Strafraum der Gastgeber vollkommen frei an den Ball kommt; aber er scheint selbst zu sehr überrascht zu sein, denn sein Kopfball verkommt zur Rückgabe an Torwart Hesl. Die Fortuna scheint jetzt endlich aufgewacht zu sein, denn sie wirkt nun lebendiger. Das verbessert aber leider die Qualität der Pässe trotzdem nicht, denn gefährliche Angriffe bleiben Mangelware. In der 77. Minute bringt Köstner mit Bancé sogar noch einen dritten Stürmer (!) aber in der gleichen Minute macht der Gastgeber den Sack zu: Azemi ballert aus 30 Metern auf Giefers Kasten. Unser Goalie lässt die Murmel (leider nicht zum ersten Mal in dieser Saison) nach vorne abprallen und Stieber hat keine Probleme zum 4:1 Endstand einzunetzen.

Nachwehen

Da haben wir es. Nach dem glücklichen Punktgewinn in Dresden hatten wir es schon befürchtet: geht es gegen ein stärkeres Team, das hier und da auch mal ein Quäntchen Glück hat, bekommen wir schnell mal vier Tore eingeschenkt. Wenn man dazu den eigenen Torabschluss nahezu verweigert, dann kommt eben so ein Ergebnis bei raus. Denn das eigentlich einfache Prinzip: „Keine Torabschlüsse – Keine Tore; Keine Tore – Keine Chance auf den Spielgewinn“ scheint noch nicht in den Trainingsalltag Einzug erhalten zu haben. Das Spiel unter Köstner zielt ausschließlich darauf ab, hinten dicht zu machen – das war’s! Wenn es dann aber hinten nicht dicht ist und die Mannschaft nach einem Rückstand agieren muss, offenbart sie ihre Schwächen.

Es ist müßig darüber zu dikutieren, aber in den ersten acht Spielen unter Büskens gab es neun Punkte (2S/2U/3N  bei -2 Toren) unter Köstner ist es sogar ein Punkt weniger (1S/5U/2N bei -3 Toren). 1 Punkt aus den letzten drei Spielen – dabei mal eben 6 Gegentore kassiert und nur 1 Tor erzielt. Nur zwei Mannschaften haben weniger Tore geschossen als wir. Nur drei Mannschaften haben eine schlechtere Tordifferenz. Am Anfang der Ära Köstner konnte man sich wenigstens damit brüskieren, ungeschlagen zu sein. Aber jetzt? Wenn das Ziel doch so offensichtlich nur „NICHT VERLIEREN!“ ist, offenbart eine solche Niederlage, dass der Plan nicht aufgeht. 0-1 oder 0-2 beim Tabellenzweiten? Geschenkt. Ginge in Ordnung. Aber so ein 1-4?

Personelles & Ausblick

Nennen wir noch ein paar Namen… Fabi Giefer hat schon in der ersten Halbzeit mit einem D-Jugend-Torwartfehler einen indirekten Freistoß aus unserem 16er herbeibeschwört. Ein völlig verkorkster Ausflug hätte wenig später fatal enden können, wäre Soares nicht zur Stelle gewesen. Beim 0-1 war er chancenlos. Beim 0-2 auch. Aber sowohl das 0-3, als auch den Abpraller, der zum 1-4 führte, muss er einfach vermeiden. Da gibt’s keine zwei Meinungen. Paurevic und Gartner konnten nichts aber auch gar nichts für das Spiel nach vorne tun. Besonders von Gartner hätte man nach seinen Auftritten unter Reck mehr erwarten dürfen – aber er hat seine Chance nicht genutzt. Halloran und Erat strahlen überhaupt keine Gefahr mehr aus. Null Dynamik oder Alarm auf den Flügeln. Sie werden aber auch von den Außenverteidigern ÜBERHAUPT NICHT unterstützt.

Apropos Außenverteidiger – mal eine Frage: Wann hat eine(r) von Euch das letzte Mal gesehen, dass einer unserer Außenverteidiger beim Angriff den Flügelspieler auf seiner Seite überläuft? Diese Basis des Angriffsspiels über Außen findet bei uns EINFACH NICHT STATT. Weber und Levels bringen in dieser Hinsicht gar keine Impulse. Liendl verkommt mehr und mehr zu einem neuen Robert Tesche: Überzeugt in den ersten zwei, drei Spielen und taucht dann ab. Benschop braucht von Spiel zu Spiel mehr Raum, um den Ball zu behaupten und ist demzufolge einfach zu verteidigen. Bancé wirkt verloren, wann immer er auf den Platz darf. Bodzek hat beim 0-1 Azemi im 16er einfach gewähren lassen. Und Soares hat, um es mit einem tief frustrierten Fortuna Fan zu sagen: „eine coole Frisur“ – dem ist nichts hinzuzufügen…

Und? Was erwartet uns jetzt? Doch noch Abstiegsangst? Noch mehr frustrierende, weil seelenlose Auftritte? Unsere beiden kommenden Gegner (FC Ingolstadt und SC Paderborn) haben an diesem Spieltag jeweils ihre Heimspiele mit 3-0 gewonnen. Das dürfte Grund zur Sorge geben. Selten haben wir vernommen, dass sich die Fangemeinde geschlossen wünscht, dass eine Saison endlich vorbei ist. Wie bitter… 😦

Frage der Woche

An Euch geht diese Woche die Frage: Soll man noch in dieser Saison handeln und einen Trainerwechsel fordern, oder wäre das maßlos übertrieben? Lasst uns Eure Meinung wissen. Nutzt auch gerne das Kommentarfeld für ausufernde Abkotzerei.

In diesem Sinne – 95OHJE

Adnan & Ingo

Kampf, Krampf und Langeweile in Frankfurt

24 Mrz

Harmlos, ideenlos, langweilig, unkreativ, Standfußball, Fehlpässe, Annahmefehler, null Torchancen, null Tore: 0-0

Und wieder sind wir unzufrieden, obwohl der Trainer zufrieden ist. Wieder ein völlig uninspirierter Auftritt unserer Jungs, der uns ein weiteres Mal einen Punkt beschert. Na, herzlichen Glückwunsch. Wenn das das Höchste der Gefühle ist, Herr Köstner, dann mal bravo. Unser Spiel gegen die Schauspieltruppe aus Paulihausen war trotz der Niederlage im Gegensatz zu dem, was beim FSV Frankfurt geboten wurde, eher ein Highlight. Jaja, wir dominierten das Spiel irgendwie. Das kann man uns aber auch machen lassen, wenn wir so unfassbar ungefährlich sind. Entweder kommen Pässe gar nicht erst an, oder aber die Annahme eines guten Passes wird so vergeigt, dass gar nicht erst was passiert. Und dabei steht doch Woche für Woche fast die selbe Mannschaft auf dem Platz…

Aufstellung und Taktik

Denn im Vergleich zur Vorwoche gab es wenige Veränderungen. Halloran begann wieder auf der linken Seite, Lumpi war nach abgesessener Gelbsperre zurück im Mittelfeld und wegen der Verletzung von Latka verteidigte Soares. Da leider auch Goalgetter Benschop ausfiel, rückte Christian Gartner mal wieder in die Startformation und seine beiden Landsmänner Liendl und Hoffer sollten in der Offensive für Schwung sorgen. Stichwort: „sollten“…

HZ1 & HZ2: Schnarch reloaded!

Selten haben wir uns so gelangweilt! Was für ein Grottenkick! Das nervöse Abtasten war nicht nur in der Anfangsphase zu sehen, sondern hat diesmal die komplette Spielzeit gedauert. Wir können uns beim besten Willen nicht an eine erwähnenswerte Torchance unserer Jungs erinnern. NICHT EINE! Die Fortuna wirkt in etwa so gefährlich wie eine zahnlose Oma mit Gehhilfe. Das ist bitter, gerade weil gegen den FC St.Pauli doch Einstellung und Vorwärtsdrang gestimmt hatten, auch wenn die Ausbeute gegen die Hanseaten auf der Strecke geblieben war! Lediglich in zwei Situationen kommt so etwas wie kurzlebige Aufregung auf: Als Hoffer im Strafraum unter vermeintlicher Mithilfe des Gegners zu Boden geht. Das einzig andere nennenswerte Ereignis ist die Verletzung von Lumpi, wiedermal eine Muskelgeschichte. Wir sind weder Ärzte noch Physiotherapeuten, aber was es bei uns in den letzten zwei Jahren an Muskelverletzungen gibt, geht auf keine Kuhhaut und uns gehörig auf den… S A C K !!!! Wir haben es schön öfter geschrieben, aber irgendetwas läuft in der medizinischen Betreuung wohl ziemlich schief; anders ist die Häufigkeit einfach nicht zu erklären. Auch Schmiddi hat es jetzt wieder erwischt…

Mit Bancé bringt Köstner in den letzten fünf Minuten einen (frischen?) Stürmer, der sich nach diversen Verletzungen mal wieder rangekämpft hat. Zuvor hatte er defensiv eingewechselt und Schmidtgal für Halloran gebracht. Auf Sieg spielen, schaut anders aus. Viel mehr macht es seit Wochen den Anschein, dass es der sportlichen Leitung nur noch darum geht, die Saison ohne Abstiegssorgen zu beenden. Mühsam und äußerst langweilig, ernährt sich das Eichhörnchen. 26 Spieltage – 26 Tore. Ist das öde??

Positiv ist lediglich, dass die Abwehr wieder einen sicheren Eindruck gemacht hat, was aber bei der offenbarten Ungefährlichkeit des Gegners aber auch keine Jubelstürme bei uns ausgelöst hat. Die (teils übersteigerte) Hoffnung auf bessere Zeiten unter LGK muss wohl für den Rest der Saison nach unten korrigiert werden, denn der Spass bleibt im Moment komplett auf der Strecke.

Nebengeräusche

Dann stießen Fangruppierungen in Frankfurt aufeinander. Es wurde dazu wahrlich genug geschrieben. Einzig die RP und Bernd Jollitz, der lieber über Fans als über die Mannschaft schreiben sollte, fand einen ausgewogenen Ton und schob nicht allein den Bushwackers oder den Dissidenti die Schuld für den Zwischenfall zu. Von unserer Seite wird nicht zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. Es muss nur klar sein, dass eine Kurve längst nicht POLITISCH wird, wenn es Diskussionen um den Ausschluss von extremistischen Symbolen gibt. Und ein Totenkopf-Emblem der SS ist ja wohl mal für alle der letzte Dreck, oder? (Nachtrag Dank Eures Feedbacks: Der SS-Totenkopf war nicht auf der Zaunfahne zu sehen). Es ist nur zu hoffen, dass die Eskalation von Frankfurt die beschissene Klimax war und sich nun die Gemüter beruhigen. Noch kocht es in den Foren und Facebook-Gruppen allerdings bedrohlich. Für eine Beruhigung ist zu wünschen, dass die sensationalistische Presse nicht weiter Hetze in die eine oder andere Richtung betreibt.

Etwas Anderes, das uns mitunter zur Weißglut treibt, ist der Anschein, dass alle Verantwortlichen bei der Fortuna absolut zufrieden sind mit dem, wie es sportlich läuft. Sind die Ansprüche wirklich so tief gesunken, dass wahrhaftige NULLNUMMERN zufrieden stimmen? Hinzu kommt der unentwegte Lobgesang auf unseren Kapitän. Wir ALLE lieben den Typen Andreas „Lumpi“ Lambertz. Für immer und für alle Zeit. Doch wie kann man seinen sportlichen Wert so dermaßen hochjubeln wie Kall und Köstner einerseits und die RP-Schreiberlinge andererseits es tun? Letztere setzen sogar noch einen drauf, in dem sie auf Jungspunde wie Gianniotas und Kenia schießen und ihnen ihre Relevanz absprechen. Erinnert Ihr Euch, wer nach der 2-4 Auswärtspleite in Bielefeld als Schuldiger festgemacht wurde? Jungspund Dustin Bomheuer. Wer wurde medial lang gemacht nach dem Debakel zu Hause gegen Kühe-Schweine-Paderborn? Der noch jüngere Ramirez. Tja, und jetzt hauen sie halt auf Gianniotas und Kenia drauf. Tja, und um noch einen draufzusetzen, wird noch die Rückkehr von Axel herbeigesehnt. Ja, auch ihn lieben wir als Typen. Wie kann man auch anders. Aber glaubt man wirklich, er reißt unser Team aus diesem absoluten Kreativ- und Leistungsvakuum?

Ausblick

Ihr seht, wir sind genervt. Und wird sind damit sicherheit nicht allein. Morgen schon geht es nach Fürth. Wenn die einen guten Tag haben, kann das bitter enden. Die Anstoßzeit an einem Arbeitstag um 17.30h ist eine absolute Unverschämtheit. Und dennoch werden sicher massig Fortunen mitreisen. Und das macht uns wirklich einzigartig. Sicherlich wäre ein Punkt bei einem Aufstiegskandidaten absolut in Ordnung. Doch die Nullnummern der letzten Spieltage können dann gefährlich werden, wenn die Teams hinter uns zu punkten beginnen. Nein, das ist kein Alarm für den Abstiegskampf – wie gesagt, da kommen wir nicht hin. Es soll nur mal ein wenig an den eigenen Ansprüchen gedreht werden. Denn aus dem, was die Fanstimmen im Block, in den Foren und sonstwo im Netz von sich geben, herrscht große Unzufriedenheit.

Auf dass bald bessere Zeiten kommen.

In diesem Sinne – 95 Olé

Ingo & Adnan

Nix zu holen gegen FC St. Hollywood

19 Mrz

Unsere Jungs zeigen eine durchaus engagierte Partie gegen eine erstaunlich unfair auftretende Mannschaft des FC St. Pauli. Doch es sollte trotz bester Chancen einfach nichts Zählbares gelingen. Und, da der Kiezclub effektiv auftritt, werden uns drei Punkte aus der eigenen Bude entführt.

Der Auftritt unserer Forteng in Dresden hatte für jede Menge Unmut gesorgt. Seelenlos, ideenlos, kopflos. Auch vermissten viele ein Mindestmaß an Kampf- und Laufbereitschaft. Und so wurde im Heimspiel gegen die Paulianer neben einem guten Ergebnis vor allem erwartet, dass die Jungs zeigen, was Kampf im Fußball eigentlich bedeutet. Auch haben wir uns gewünscht, mal wieder einen richtigen Siegeswillen in den Gesichtern zu erkennen. Schließlich hat uns die uninspirierte Defensivtaktik von Lorenz-Günter Köstner ja doch eher genervt. Und wie stellt unser Coach die Jungs ein…?

Aufstellung und taktische Ausrichtung

In diversen F95-Onlineforen und Facebook-Gruppen wurde gefordert, dass Lumpi Lambertz doch bitte mal auf der Bank bleiben sollte. Man verhoffte sich, auf diese Weise etwas mehr fußballerische Ästhetik geboten bekommen zu bekommen. Tja, und aufgrund seiner fünften Gelben Karte war unser Kapitän gar nicht erst spielberechtigt. So setzte LGK im zentralen Mittelfeld mit Liendl und Paurevic auf ein gänzlich neues Duo. Fink stand schließlich ebenso nicht zur Verfügung. Auf der linken Seite kam nach längerer Zeit auch mal wieder Heinrich Schmidtgal von Beginn an zum Zuge. In der Vorwoche hatte auf der linken Außenbahn noch Liendl gespielt, der dortaber ziemlich verschenkt bis verloren wirkte. Abgesehen von diesen Änderungen wurde das gleiche Personal wie in der Vorwoche auf den Rasen geschickt. Also, erneut ein 4-4-2 mit leicht hinter Hoffer „hängendem“ Benschop.

HZ1: Zuerst kein Zugriff, dann kein Tor

Vor den knapp 42000 zahlenden Zuschauern geht es vom Anstoß an gut zur Sache. Diese „Paulisen“, als zweitstärkstes Auswärtsteam der Liga angereist, zeigen uns recht schnell, warum sie über uns in der Tabelle stehen. Frühes Pressing, gepaart mit schnellem Umschaltspiel und gefährlichen Konterattacken stellen unsere Abwehr früh vor die ersten Probleme. Aber auch unsere Jungs scheinen sich etwas vorgenommen zu haben nach der fast schon peinlichen Darbietung (mit glücklichem Ausklang) in Dresden.

Beide Teams suchen also den Weg zum gegnerischen Tor und wollen Tempo rein bringen – ja, auch unsere Jungs wollen Tempo machen und spielen diesmal nicht so einschläfernd wie zuletzt. Wir stehen wie auch schon in den letzten Spielen sehr tief gestaffelt und greifen den Gegner erst in der eigenen Hälfte an. Gefährlich wird es aber immer dann, wenn unsere Jungs weit aufegerückt stehen. Denn dann kommt das schnelle Umschaltspiel der Hamburger zum Tragen. Leider zeichnet sich bereits früh ab, was uns bis zum Schluss begleiten wird: Flanken kommen überhaupt nicht an, wir kommen nicht zwingen zu Chancen oder aber der Torabschluss wird zu überhastet gesucht. ABER wenigstens ist diesmal Leben auf dem Platz und unsere Jungs „wollen“.

Da leider unsere vielen Ecken und Freistöße mal so gar nicht beim Mitspieler landen, laden wir Pauli mit unseren Standards wiederholt zu Kontern ein. Und so passiert ein kleines deja-vu aus der Bundesligarückrunde. Wir starten einen guten Angriff, holen eine Ecke raus und fangen uns dann einen tödlichen Konter. Der Reihe nach: In der 20. Minute schickt Benschop mit einem schönen 50m Pass Erat auf die Reise. Der Jung nimmt mächtig Fahrt auf, ist aber allein auf weiter Flur. Er holt immerhin eine Ecke heraus. Die Kurve wacht zum hysterischen „Fortuna, Fortuna“ auf. Doch was dann kommt, ist dämlich… Die Ecke landet beim Gegner und Pauli startet sofort den Konter. Nöthe wird mit einem langen Pass angespielt. Paurevic, der die Möglichkeit zum Abfangen hat, setzt sich seltsamerweise in bester Breakdance-Manier auf den Boden und lässt die Murmel vorbeirauschen. Nöthe kann so fast ungestört Fahrt aufnehmen und düst mit Ball auf Giefer zu. Paurevic hächelt hinterher. Nöthe zieht aus 18 Metern mit Schmackes auf den Kasten, Giefer klatscht den Ball zur Seite ab. Und da unsere Jungs in solchen Situationen einfach nicht hinterherkommen, ist mit Maier ein weiterer Paulianer zur Stelle und kann nun problemlos zum 0:1 abstauben. Äußerst ärgerlich, da die Fortuna nach anfänglicher Überlegenheit der Gäste langsam besser ins Spiel gekommen war.

Nur wenige Minuten später muss Kampfschrank Latka leider mit Muskelfaserriss vom Platz und wird durch Soares ersetzt. Unmittelbar danach wird die Atmosphäre um und auf dem Platz etwas aufgeregter, da Pauli-Stürmer Gregoric im 5er mit gestrecktem Bein in Giefer reinfliegt. Die erste und mitnichten letzte unfaire Aktion der Kiezkicker. Bis zur Halbzeitpause erspielen sich unsere Jungs sogar noch einige Chancen und reißen insgesamt das Spiel wieder an sich, aber durch überhastete Torabschlüsse, unpräzise Flanken und das eklatante Nichtsehen des besser positionierten Nebenmanns im gegnerischen Strafraum geht es eben mit einem 0:1 Rückstand in die Kabine.

HZ2: Engagement & Unpräzision

Beide Teams kommen ohne personelle Wechsel aus der Pause und die Gäste machen auch direkt mit dem weiter, was sie in HZ1 auch schon viel zu oft gemacht haben: nach jedem Foulchen wird sich auf dem Boden gewälzt und der sterbende Schwan markiert! Das war auf diese Weise schon lange nicht mehr in der Arena zu sehen. Veh heult rum. Hertha heult rum. Aber Pauli? Leider sollte sich dieses Verhalten bis zum Schluss der Partie nicht bessern – eher noch verschlimmern. Wir quittieren es auf alle Fälle mit lauten Pfiffen und manch einem Stinkefinger.

Um mehr Schwung in die Partie zu bekommen, wechselt Monsieur Köstner. Bereits in der 54. Minute bringter  Halloran für Weber; Schmiddi zieht nach hinten und Halloran (der übrigens schon richtig ordentlich Deutsch spricht) beackert fortan das linke Mittelfeld. Nun gut, wir könnten jetzt hier Chance um Chance der Fortuna beschreiben… Denn es gibt sie zu Hauf; aber da die insgesamt 22(!) Torchancen für unsere Jungs immer nach dem gleichen Prinzip verhunzt werden, haben wir daran gerade irgendwie gar keinen Spaß dran.

Bei vier, fünf glasklaren Einschussmöglichkeiten wird im Strafraum der besser postierte Nebenmann nicht gesehen – ganz egal ob von Hoffer, Benschop oder sonstwem.  Die Standards von Liendl sind in diesem Spiel leider ebenso frustrierend; die Ecken waren auch zu Axels Zeiten so harmlos. Tobi Levels schlägt allein bestimmt 10-15 Flanken in den Strafraum, die allesamt beim Gegner landen. Naja, aber die Jungs… Sie geben Gas. Viel außer Unvermögen kann man ihnen an diesem Spieltag nicht vorwerfen. Fabi Giefer spielt ab der 60. Minute ein wenig wie Manuel Neuer und mimt fast schon den Libero. In der Nachspielzeit fällt mal wieder kurz dem eigenen 16er ein Paulianer sich windend auf den Rasen. Wir haben Einwurf. Es ist OFFENSICHTLICH Schauspielerei. Wir haben nur noch 2 Minuten Nachspielzeit, aber… Wir bleiben beim Fairplay und überlassen den unfairen Kackbolzen die Kirsche, indem wir sie ins Seitenaus spielen. Der dreiste Pauli-Verteidiger beschwert sich noch, warum Hoffer den Ball nicht ins Toraus schiebt. Nun denn – Einwurf Pauli und plötzlich geht es schnell. Der spät eingewechselte Lennard Thy wird im Rücken der aufgerückten Fortuna angespielt, Giefer ist zu weit aufgerückt und wird easy umkurvt. Das 0-2 lässt sich nicht mehr vermeiden.

Fazit & Ausblick

Es gibt einen Unterschied zwischen Leistung und Erfolg. Solange eine Mannschaft Leistung zeigt und an ihre Grenzen geht, ist kaum ein wahrer Fan sauer auf die Truppe. Unsere Jungs haben tatsächlich viel versucht. Sie haben aber auch deutliche Mängel aufgezeigt. Selten waren wir so häufig in guter Position vor dem gegnerischen Tor. Doch wir wussten nichts mit der Situation anzufangen. Noch ein Pass, noch eine Windung. Die ätzend unfairen Paulianer haben das schnell gemerkt und investierten schlichtweg kaum noch etwas in die Partie. Naja, außer die höchst engagierten Schauspieleinlagen. Neee, watt konnte man sich darüber aufregen… Was kann man zu Personellem diesmal sagen…? Viele bemüht, doch keiner konnte so richtig. Levels war engagiert. Benschop wie immer mit voller Laufbereitschaft. Hoffer hatte erneut seine unfassbar unglücklichen Szenen. Nach aberwitzigem Fehler der Hamburger Hintermannschaft, hatte er eine wirklich gute Chance, die er noch nicht mal zu einem gefährlichen Abschluss brachte. Wir waren gewillt, aber absolut ungefährlich. Weder der recht früh eingewechselte Halloran, noch der Schlussphase auflaufende Bancé fanden ins Spiel. Nicht einen Spieler finden wir in unseren Reihen, der mal eine Partie an sich reißt. Das ist weiterhin ein großes Manko.

Stimmungskrise hält an

Das Ganze wirkt sich natürlich auch auf die Stimmung im Stadion aus. Wir haben unsere Bude akustisch mal wieder an die Auswärtsfans übergeben – bis auf wenige Situationen, in denen der Support gescheppert hat. Da die Diskussionen hierüber immer dieselben sind – „ULTRAS singen doofe Lieder“ vs. „Die Anderen kriegen das Maul nicht auf“ – haben sich die Ultras eine wirklich gute Aktion überlegt und haben zu einer Offenen Gesprächsrunde zum Thema Support geladen. Es ist zu hoffen, dass sich grundsätzlich etwas tut – denn unser Team braucht uns in voller Inbrunst.

Kommendes Wochenende steht die Partie gegen FSV Frankfurt an. Viele haben in gewisser Weise schon mit dieser Saison abgeschlossen. Doch, gerade weil wir Fortunen sind, hoffen wir ja doch immer wieder aufs Neue, dass uns unsere Jungs einfach mal wieder begeistern. Tja, und warum nicht in Frankfurt? Das klingt nach Zweckoptimismus – aber es bleibt uns kaum etwas Anderes übrig…

In diesem Sinne – 95OLÉ

Ingo & Adnan

Punktgewinn beim Graupenkick in Sachsen

10 Mrz

Die Fortuna wird in weiten Teilen des Spiels bei Dynamo Dresden in die eigene Hälfte gedrängt und findet offensiv so gut wie gar nicht statt. Erst als in der Nachspielzeit die Brechstange (namentlich Giefer und Latka) rausgeholt wird, ergattern unsere Jungs mit viel Fortüne noch einen Punkt in der sächsischen Landeshauptstadt. Puhh!

Nach den Karnevalstagen und dem Dreier gegen Bielefeld war die Stimmung im Fortuna-Lager auf dem aufsteigenden Ast, zwar gab es unter der Woche noch die ein- oder andere Hiobsbotschaft aufgrund von neuen Verletzungen, aber bis auf Leon Balogun und den Langzeitverletzten standen Lorenz-Günther Köstner die meisten Jungs trotzdem zur Verfügung. Vom Trainer war unter der Woche auch in diversen Gazetten zu lesen, was er denn der Mannschaft mitgegeben hatte, nämlich in jedem Spiel an die Grenzen zu gehen. Ein guter Tipp, nur sollte dies, wenn man denn schon das Privileg genießt Fußballprofi zu sein und mittelfristig wieder in die Bundesliga will, eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber die Jungs sind halt auch nur Menschen und haben schließlich in jedem Spiel Gegner vor sich, die sich ähnliches vornehmen. Nun stand also das Gastspiel bei Dünamöh Dresden auf dem Programm und da die Gastgeber, wie unser Gegner der letzten Woche,  in den Niederungen der Liga rumkrebsen, war es zu erwarten, dass es ein kampfbetontes Spiel zu sehen gibt.

Aufstellung und taktische Ausrichtung

Da Latka nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder zur Verfügung stand, nahm er auch direkt wieder den Platz neben Bodzek in der Innenverteidigung ein; somit nahm Soares nach ansprechender Leistung gegen die Arminia wieder auf der Bank Platz. Ansonsten stellte der Trainer das gleiche Personal auf den Rasen wie in der Vorwoche; nur das Liendl diesmal von Beginn an über die Flügel kam und Lumpi eher versuchte die Mitte dicht zu machen.

HZ1: Hallo Offensive? …jemand zu Hause?

Zu den Klängen von Metallica´s „Enter Sandman“ kommen die Mannschaften auf das Spielfeld und irgendwie sollte der Song aus Sicht der Fortuna zum Programm der ersten 88(!) Minuten werden: der Song ist inhaltlich nämlich ein Schlaflied! In den ersten fünf Minuten sind wir noch guter Dinge, Benschop und Weber haben „Halbchancen“, die uns Hoffnung auf ein interessantes Spiel machen, denn Dresden versucht ebenfalls sofort nach vorne zu spielen und unsere Abwehr und Giefer sind früh zum Einschreiten gezwungen. Nach zehn Minuten schwenkt Dresden aber irgendwie alleine das Zepter; die Sachsen stehen tief und gut geordnet, sind aggressiv  und nehmen unsere Offensive komplett aus dem Spiel. Dynamo Stürmer Poté fordert unsere Innenverteidigung gehörig, da er rennt und ackert wie ein Blöder – und er teilt auch aus! Bodzek, normalerweise eigentlich eher derjenige, der dem Gegenspieler gerne mal Einen mitgibt, bekommt vom sächsischen Stürmer beim Kopfballduell in der 15.Minute erstmal schön einen von hinten an die Omme gedonnert, so dass er kurz behandelt werden muss. Die Dresdner lassen die Fortuna aber zwischendurch auch mal kommen, bloß sie kommt einfach nicht!!  Keine Dynamik; alles ist viel zu statisch und uninspiriert dazu kommen noch die (schon viel zu oft erwähnten) Mängel beim präzisen Passspiel.  In Null-Komma-Nix ist die Murmel wieder beim Gegner; sei es durch abgefangene Kurzpässe oder die  wahllos nach Vorne gedroschenen langen Bälle. Die Sachsen machen das irgendwie cleverer und kommen immer wieder gefährlich nah an unseren 16er, aber Giefer und die Innenverteidigung erledigen ihren Job ziemlich zuverlässig, so dass die Dresdner auch nicht wirklich gefährlich werden. In der 33. Minute gibt es dann endlich mal wieder eine Offensiv-Aktion von F95: Lumpi treibt den Ball in die Spitze und wird gefoult, leider pfeift Schiri Brych aber den Vorteil ab (Hoffer war im gegnerischen Strafraum gerade an den Ball gekommen) und entscheidet auf Freistoß, der dann aber gänzlich ungefährlich über´s  Quergebälk geschossen wird. Vor der Pause kommen die Sachsen noch zu zwei Chancen, lassen es aber (zum Glück) ebenso an Präzision vermissen. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Poté Bodzek ein zweites mal mit dem Ellenbogen niederstreckt. Ansonsten ist das Spiel und unsere Laune zur Halbzeit „ausbaufähig“.

HZ2: Das war knapp!

Tja, wir hatten das in dieser Saison schon öfter, die Fortuna spielt eine schwache Halbzeit und mit etwas Glück dann eine halbwegs starke. Aber Pustekuchen, die 1200 mitgereisten Fans und die zig Milliarden Fortuna-Anhänger vor den Bildschirmen werden  enttäuscht. Direkt in der 47. Minute ist eine typische Szene zu beobachten, wie sie in diesem Spiel (und eigentlich der ganzen Saison schon) viel zu oft vorgekommen ist: Weber setzt den Gegner auf Links gut unter Druck und erobert die Kirsche, es folgt ein unpräzises Zuspiel auf Hoffer inklusive schlechter Ballannahme und der Ball ist futsch! Wenigstens steht unsere Abwehr sicher und gerade Latka mausert sich wieder zum personifizierten Bollwerk. Dresden kommt hingegen mit viel mehr Schwung aus der Kabine und bringt mit Dedic noch einen weiteren Stürmer. Wurden die sächsischen Angriffe in HZ1 zumeist über unsere linke Seite vorgetragen, so kommt in der 2.Halbzeit auch die linke Seite des Gegners in Fahrt und Levels kommt mit dem quirligen Ouali (wie auch schon im Hinspiel) ärgste Probleme. Dies wird dann auch direkt in der 55. offenkundig, da Ouali nach einer Flanke vollkommen allein gelassen in unserem Strafraum an den Ball kommt und seelenruhig zur Führung für die Gastgeber einnetzen kann. Die Dresdner wollen nun den Sack zumachen und spielen auf das 2:0. Wir, als unverbesserliche Optimisten, hatten gedacht unsere Jungs würden das Gegentor als Weckruf verstehen und endlich mal anfangen Fußball zu spielen, aber weit gefehlt: von annehmbaren Offensivaktionen ist die Fortuna so weit entfernt, wie Düsseldorf vom Himalaya! Statt dessen muss Bodzek gegen Poté auf der Linie klären und Giefer einen Ball nach dem anderen pflücken.  In der 65. Minute kommt dann das Zeichen von der Bank und es wird bei Rückstand mit Hoffer (der zugegeben ziemlich in der Luft hing) erstmal ein Stürmer ausgewechselt und dafür mit Halloran ein Flügelspieler gebracht. Sinn und Zweck sind hier darin zu sehen, dass Liendl in die Mitte hinter Benschop zieht und die Außen auch von wirklichen Flügelflitzern bearbeitet werden. Effekt? Erstmal gleich Null!

Zehn Minuten später kommt dann mit Golley doch wieder ein zweiter Stürmer auf´s Feld und ersetzt Lumpi, der sich in diesem Spiel die 5. Gelbe abgeholt hat und somit in der nächsten Partie pausieren muss. An der Darbietung ändert sich erstmal trotzdem Nix, Dresden drückt auf´s 2:0 und die Fortunen bekommen Nüscht gebacken. Wir sind bereits in der 80. Minute angekommen, als unsere Jungs endlich aufwachen und anfangen die Dresdner (die langsam müde werden) unter Druck zu setzen. Nach einem Eckball für uns startet der Gegner einen rasanten Konter und der eingewechselte Schmidgal zieht im Strafraum einem Gegner die Beine weg… dies hätte durchaus zum Elfmeterpfiff gereicht, der aber zum Glück ausgeblieben ist. Zu diesem Zeitpunkt steht das Chancenverhältnis bei 11:1 für Dresden… wir wiederholen: Dresden, nicht FCB oder eine andere Übermannschaft! Wir schreiben bereits die 90.Minute, als F95 den eigenen Mut entdeckt und die Brechstange zückt, Latka bleibt nun in der Spitze und bei Standards kommt auch „Latte“ Giefer mit in den gegnerischen Strafraum. Was wäre das für Ding gewesen, wenn Giefer mit seinem Kopfball in eben dieser 90.Minute nicht die Latte, sondern in den Torwinkel getroffen hätte? Wir denken mal: ein ganz Großes! So wird aber noch unser tschechischer Abwehrschrank zum Helden der Nachspielzeit. Liendl schießt eine Freistoßflanke in den Strafraum, Giefer zieht zwei Gegenspieler auf sich, so dass Latka vollkommen frei steht und sogar den Ball bekommt, sein Schuss wird von irgendeinem Spieler in Gelb abgefälscht und landet im Tor! Ausgleich! Was für ein Glück in letzter Sekunde!

Fazit & Ausblick

Heidewitzka, das war knapp!  Aber wir dürfen auch mal Glück haben! Schade ist hierbei nur, dass die Fortuna in der Rückrunde spielerisch doch leider sehr enttäuschend agiert. Selbst beim Heimsieg gegen Bielefeld war das Ergebnis doch eher einlullend, als ein wirklicher Beleg für überzeugenden Offensivfussball, da unsere Stürmer die beiden einzigen Chancen im Spiel eiskalt genutzt hatten. Die beste Chance für die Fortuna in Sachsen, hatte unser Torwart mit seinem Kopfball in der 90.Minute – ein Armutszeugnis für Sturm und Mittelfeld.

Andererseits hat die Fortuna nur eines der letzten acht Spiele verloren und dieses auch nur knapp beim Tabellenführer. Die Abwehr steht gut und unser Keeper gehört zu den Besten der Liga; ebenso stimmen Einsatz und Kampf. Aber um den Anhängern ein wenig Spaß zu bereiten, wäre eine kontinuierliche Entwicklung der Offensive wünschenswert. Am Sonntag gegen St.Pauli sollte sich unsere Truppe anders präsentieren, denn wenn wir wieder so auftreten wie im Sachsenland und der Gegner diesmal das Glück auf seiner Seite hat, kann es bei so einer Leistung auch leicht mal eine 0:4-Klatsche geben und dann ist das Theater wieder groß. Aber wie gesagt, wir sind unverbesserliche Optimisten und hoffen auf Besserung!

95 Olé,

Adnan & Ingo

Diesmal gibt es auch wieder eine Frage der Woche, macht mit und hinterlasst gerne einen Kommentar!

Mit drei Punkten zum Zoch!

7 Mrz

Unsere Jungs schlagen in recht „biederer“ Manier hochgradig blasse Westfalen und setzen sich von der Gefahrenzone der Tabelle etwas ab. Benschop und Hoffer treffen wieder im Doppelpack und hinten steht die Null. Na, immerhin.

Nee, nee, nee… Das Spiel in Bochum hatte uns alle doch arg genervt. Der uninspirierte „Auf-Nummer-sicher-Fußball“ hatte für einigen Unmut in den Fanforen und Facebook-Seiten gesorgt. Gleichzeitig raubte das Spiel wohl noch dem letzten Enthusiasten die Hoffnung, dass unsere Forteng diese Saison noch irgendwie oben mitspielen könnte. Das dürfte also die Erwartungen etwas senken. Doch eines war vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld klar: Gegner wie Bochum, Bielefeld und nun auch Dresden müssen besiegt werden, um sich ein ausreichendes Polster auf die Gefahrenzone zu sichern. Es würde also die Frage aufkommen, ob unser Chefcoach denn wenigstens gegen diese Gegner etwas offensiver spielen würde.

Aufstellung und taktische Ausrichtung

Altmeister Köstner entschied sich nach dem Schnarch-Kick gegen Bochum für eine offensivere Aufstellung für das Heimspiel gegen die Arminia. Anstelle des bisher gespielten 4-2-3-1 stellte unser neuer Trainer auf 4-4-2 mit Raute um. Für Latka (5.Gelbe) rückte Soares in die Innenverteidigung – Malezas? Nichtmal auf der Bank! Levels und Weber verteidigten außen; Fink gab diesmal den einzigen 6er, denn Lumpi  beackerte zusammen mit Erat die Außenbahnen. Liendl spielte hinter den beiden Spitzen Benschop und Hoffer, der es mal wieder in die Startaufstellung geschafft hatte – er sollte uns allen (und besonders seinem Trainer) zeigen, dass dies die absolut richtige Entscheidung war.

HZ1: The „Schnarch“ continues

Beim Einlauf in die Arena wird Neu-Gäste-Trainer Norbert Meier (völlig zu recht) herzlich von den Fortunen empfangen, aber ab Anstoß gibt es nichts mehr geschenkt. Irgendwie bekommen wir dann auch erstmal genau das geboten, was wir erwartet hatten. Unter Norbert Meier überzeugte F95 meist durch eine gute Defensive und spritzige Konter; in den ersten Spielen unter LGK war das gleiche Spielprinzip zu beobachten und da unser „Ex“ vorhat, ein Team im Abstiegsstrudel zu stabilisieren, wurde hier in guter Tradition auch erstmal auf „Hinten sichern“ gesetzt. Demnach waren die ersten 20 Minuten nicht gerade mit vielen Höhepunkten gespickt. Taktisch disziplinierter Defensivfussball auf beiden Seiten – nicht gerade ein Augenschmaus für den Spektakel-Liebhaber! Obwohl die erste halbwegs nennenswerte Chance von Christian Weber vorgetragen wird, nimmt danach doch eher Bielefeld das Heft in die Hand. Die Fortuna steht zwar noch recht sicher, aber es hagelt Standardsituationen für die Jungs von der Alm, die das Spiel immer besser in den Griff bekommen. Unsere Jungs bekommen kaum mal einen ordentlichen Angriff auf die Reihe, wieder mal zu viele Ungenauigkeiten und Fehler im Aufbauspiel. In der 34. Minute muss dann auch noch unser Kapitän mit Rippenprellung vom Platz, dafür schickt Köstner Ivan Paurevic auf’s Feld, dadurch übernimmt Lindl Lumpis Außenbahnrolle und „Paure“ rückt ins Zentrum. Nach sieben weiteren (eher unspektakulären)  Minuten gibt´s dann aus dem Nichts auf einmal Grund zum Jubeln! Der agile Hoffer steckt nach Fehler der „Biederfelder“ auf halblinks dem durchstartenden Benschop die Murmel zu –  perfekt in den Lauf – Charly nimmt den Ball an und zieht in einer Bewegung sofort ab – „Rubbeldibumms“ –  kein Strahl von einem Schuss, aber sehr platziert und schon rappelt’s  im Kasten der Arminia! Sehr schöne Vorarbeit von Jimmy und schon der 9. Saisontreffer von Benschop: so kanns weitergehen! Vor der Pause wird es aber noch mal kurz gefährlich, Gäste-Stürmer Klos knapp neben Giefers Gehäuse köpft. Doch die letzte Aktion gehört uns: Liendl zieht einen Freistoß aus spitzem Winkel scharf an den langen Pfosten, doch das Ding jagt vorbei. Jutes Jefühl – aber auch nur wegen der Führung. Sonst war es eine maue Halbzeit…

HZ2: Deckel drupp und ab zur Humba!

In der Halbzeitpause ging dann bei uns schon wieder die Sorge um: Führung zur Halbzeit = Angst vor der eigenen Courage für den Rest des Spiels! Aber diesmal sollte uns diese leidige Erfahrung (zur Freude aller Fortunen) erspart bleiben. Dem offensiven Unvermögen der Bielefelder sei es gedankt, dass diese im zweiten Durchgang wenig Gefährliches auf die Reihe bekommen sollten. Selbst Ecken und Freistöße bekamen sie nicht mehr. Immer wieder versucht die Elf von Norbert Meier Stürmer Klos mit langen Bällen in Szene zu setzen, da aber Soares und Bodzek beim Kopfballspiel ihre Stärken haben, sind die Angriffsversuche der Westfalen doch ziemlich harmlos. Besser noch, da das Defensivkonzept von Köstner aufgeht, verteidigt die komplette Mannschaft eng gestaffelt und diszipliniert, so dass die Bielefelder auf gute Distanz zu Giefer gehalten werden. Eigene Chancen spielen unsere Jungs zwar nicht wirklich heraus, trotzdem kontrollieren sie weitesgehend das Geschehen auf dem Rasen. In der 68. Minute wird es Norbert Meier dann entweder zu bunt oder zu langweilig. Auf jeden Fall bringt er mit Przybylko einen zweiten Stürmer, um an seiner alten Wirkungsstätte vielleicht doch noch etwas Zählbares mitzunehmen. Zu Chancen kommt der DSC aber trotzdem nicht.

Ganz im Gegenteil: In Minute 74 schnappt sich Hoffer auf der linken Seite einfach mal die Kugel und setzt zum Solo an. Mit nicht ganz so enger Ballführung zieht er im Tempodribbling nach innen und dabei an der überforderten Bielefelder Abwehrreihe vorbei. Am 16er angekommen, vollendet er seinen Lauf mit einem platzierten Flachschuss gegen die Laufrichtung des Keepers, der keine Chance zur Abwehr hat. Wieder ein Kullerball, aber platziert: 2-0. Nicht zu fassen: Die Fortuna macht mal den Deckel drupp! Die Gäste glauben wohl  wegen unserer Defensivstärke selbst nicht mehr an eine erfolgreiche Aufholjagd. So erleben wir eine recht enspannte Schlussphase ohne größere Höhepunkte und der Sieg wird in trockene Tücher gebracht. Tja… Und dann schallte auch endlich mal wieder „an Tagen wie diesen“ durch die Arena und eine ausgelassene Humba folgte: diesmal von Jimmy. Mit diesem Sieg hatten sich unsere Jungs dann auch ihre feucht-fröhliche Rosenmontagssause verdient!

Fazit & Ausblick

Und nochmal… Nee, nee, nee… Das war jetzt kein überzeugender Sieg. Fußball-Leckerli sehen anders aus. Letztlich haben zwei beherzte Aktionen unserer Stürmer gereicht, um Bielefeld zu besiegen. Aber nun gut – wir müssen das zu schätzen wissen. Denn immerhin hat unser Team nichts zugelassen. Und das, obwohl es gefühlt 15 gut getretene Standards in unseren Strafraum geregnet hat. Sicher, Bielefeld hat nix draus gemacht. Aber wir standen auch recht gut. Das Ziel, eine solide auflaufende Stammelf zu formieren – als Grundlage für ein selbstbewusst auftretendes Team – scheint in greifbarer Nähe. Nun hat sich Lumpi verletzt – wohlgemerkt, nach einem Faul am Gegner. Paurevic dürfte gute Chancen bekommen, ihn zu ersetzen. Beim Auswärtsspiel in Dresden wird LGK vermutlich nicht den offensiveren Halloran auf links aufstellen, während Liendl und Fink die Zentrale beackern und Hoffer und Benschop vorne stürmen. Aber man darf ja dennoch hoffen 🙂

Unter der Woche lasen wir von Trainingsverletzungen bei Weber und Bodzek. Richtig fies hat es Freund Balogun bei seinem Länderspieldebut für Nigeria getroffen: Diagnose „Mittelfußbruch“. Das gefährdet unter Umständen seinen Einsatz bei der WM. Hoffen wir für ihn das Beste. So könnte also in Dresden eine völlig neue Abwehrreihe auflaufen (von rechts nach links): Levels, Soares, Latka, Schmidtgal. Vielleicht werden die Herren Bodzek und Weber aber noch rechtzeitig fit – denn gerade bei Bodzek muss man sagen, dass der Gute sich wieder zu der Bank entwickelt, die er lange Zeit gewesen ist. Auch Fink war gegen Bielefeld mal wieder auf besserem Wege.

Schauen wir nun mal, was die Jungs am Sonntag bei Dünamö so zaubern – sicherlich eines der unangenehmeren Auswärtsspiele, denn die Dynamo-Fans sind zu Hause verdammt stimmgewaltig. Da heißt: Charakter zeigen, um die Kellerkinder der Tabelle weiter auf Distanz halten.

In diesem Sinne – 95Olé

Ingo & Adnan