Archiv | August, 2013

Ein kleines Debakel in Bielefeld!

31 Aug

Nach einer Anfangsphase mit herausgestreckter Brust und drückender Überlegenheit verlassen 11 Fortunen mit hängenden Köpfen den Platz. 2-4 heißt das bittere Ergebnis gegen Arminia Bielefeld.

Es gibt Niederlagen, die nimmt man hin, weil der Gegner einfach besser war. Es gibt Niederlagen, über die ärgert man sich, weil (Achtung Phrasenschwein!) „mehr drin gewesen ist“. Tja, und es gibt Niederlagen, die einem weh tun – und zwar, weil die Mannschaft einen einfach ratlos werden lässt. Bei einem Spiel wie dem Gestrigen macht uns ein Liganeuling vor, wie man zielstrebig Tore schießt – und zwar vier Stück. Ein Gegner, der anfangs überfordert zu sein scheint und zu Fehlern gezwungen wird, feiert so am Ende einen grandiosen Abend…

Aber mal der Reihe nach: Durch den Ausfall von Benschop rückte Bolly wieder auf seine angestammte rechte Seite, so dass Reisinger die Position des zentralen Stürmers übernahm. Ansonsten schickte Mike Büskens das gleiche Team auf den Platz wie in der letzten Begegnung gegen Bochum. Halloran ist erstmals auf der Bank. Und bei Bielefeld? Wir haben nicht einen einzigen Spieler von deren Startelf gekannt. Nur mal für’s Protokoll, mit was für einem Gegner wir es hier zu tun hatten.

1. HZ: Dominanz & Bielefelder Slapstick

Vom Anpfiff an wirkt unsere Truppe extrem motiviert. Ballsicher und selbstbewusst machen die Jungs deutlich, dass sie die stärkere Mannschaft bilden. Spektakuläres entsteht dabei jedoch zunächst nicht. Abgesehen von der Präsenz unseres Teams sind die ersten zehn Minuten nicht weiter erwähnenswert, denn sie bestehen aus gegenseitigem, nervösen Abtasten der Kontrahenten. In der zwölften Minute wird es dann aber zum ersten mal interessant, als Kenia den recht unsicher wirkenden Arminia-Torhüter Platins zum ersten mal an diesem Abend mit einem scharf angeschnittenen Freistoß prüft, den dieser nach vorne abprallen lässt – leider steht aber kein Fortune in der Nähe, um diesen Lapsus zur Führung zu nutzen. Wenig später muss Bolly, der wieder einige Male unglücklich agierte, verletzt raus. Für ihn kommt unser dynamischer Wusel-Helene Gianniotas auf’s Feld, der wieder sofort Präsenz zeigt. In der 20. Minute jubeln wir dann etwas ungläubig… Bielefeld schenkt uns ein Eigentor, welches so auch in der letzten Rückrunde von uns hätte produziert worden sein können: Lumpi fängt einen gegnerischen Pass an der Mittellinie ab, legt sich den Ball einen gefühlten Kilometer vor und spurtet hinterher, in der Zentrale geht Kenia mit. Anstatt den Ball auf Höhe des 16ers auf unsere Nummer 10 abzulegen, probiert’s unser Kapitän einfach selbst und schießt mit Links: Platins zeigt wieder seinen Signature-Move und läßt den Ball nach vorne abprallen. Der anstürmende Kenia bekommt die Kirsche zwar nicht mehr unter Kontrolle, doch dafür schießen sich  zwei Arminia-Verteidiger gegenseitig an und der Ball plumpst ins Tor. Endlich beschert uns mal der GEGNER einen Slapstick-Moment, der uns auch noch die Führung einbringt. Zu diesem Zeitpunkt sind wir guter Dinge und sind sicher: Das wird heute deutlich. Der Knoten ist geplatzt. In den folgenden Minuten gewinnt die Fortuna merklich an Sicherheit und wird dominanter. Doch dann platzt uns allerdings die Hutschnur, denn der absolut unfassbar schlechte Schiri Siebert entscheidet vollkommen unverständlich auf Handelfmeter für Bielefeld, nachdem der Ball an Levels‘ angelegten Arm (er zieht sogar noch merklich die Hand nach hinten!!!) springt. Egal wie man die Handregel auslegt: Dies war eine krasse Fehlentscheidung! Den geschenkten Elfmeter verwandelt Hübner souverän indem er Fabian Giefer klassisch verlädt und das Spielgerät locker versenkt.

Doch es vergehen aber nur zwei Minuten bis es wieder Grund zur rot-weißen Freude gibt. Nachdem Ramirez im Halbfeld umgenietet wird, schnappt sich Gianniotas die Pille. Seine scharfe Hereingabe titscht ein Mal auf und landet direkt im Tor – weder ein Fortune, noch ein Bielefelder war dran. Wieder ein Geschenk der gegnerischen Abwehr zur erneuten Führung. Die Fortuna hat das Spiel nun weitesgehend unter Kontrolle. Wir haben weit über 60% Ballbesitz. Bielefeld spielt unfassbar schwach. Das Aufbauspiel der Westfalen ist  in der ersten Halbzeit gelinde gesagt miserabel. Mit dem Halbzeitpfiff gibt es aber nochmal Aufregung an unserem Strafraum, da der gegnerische Stürmer Klos mal eben voll durchzieht, als Giefer den Ball rausschlägt und unseren Keeper dabei noch fies und unnötig einen mitgibt. Der Schiri gibt immerhin Gelb…

2. HZ: Den Gegner stark gemacht!

Arminia Trainer Krämer hat allem Anschein nach seinen Mannen in der Kabine einen verbalen Einlauf verpasst. Seine Truppe kommt nicht nur mit zwei neue Spielern, sondern auch mit einer komplett anderen Einstellung zurück auf den Platz und nimmt nun den Kampf um die Punkte an. Dies zahlt sich dann auch schon bereits nach zwei Minuten (!) aus. Nach einem Einwurf auf unserer rechten Seite geht’s für unsere Jungs (die wohl noch mit dem Kopf in der Kabine sind) etwas zu schnell. Der gerade eingewechselte Jerat flankt den Ball in den Strafraum. Da Bomheuer offensichtlich die Situation den entscheidenden Tick zu spät erkennt, lässt ihn Klos alt aussehen und bezwingt Giefer per Kopf… So, ne Driss.  Aber wagemutig sagen wir uns, dass wir dann halt 3-2 oder 4-2 gewinnen werden, denn Gianniotas und Kenia treiben unser Spiel weiter an. Allerdings wird die Partie mit fortlaufender Dauer immer ruppiger. Der verdammte Schiri pfeift wirklich unsäglich und verteilt die gelben Karten hauptsächlich an unsere Jungs. In der 58. Minute gibt es dann die Schrecksekunde: Reisinger wird von hinten übel weggegrätscht und scheidet verletzt aus. Er konnte nach dieser Szene nicht mal mehr auftreten. Das sah nach einer bösen Verletzung aus (Gute Besserung!). Übeltäter Salger kriegt lächerlicher Weise nur Gelb und wird fortan zur Persona Non Grata unseres Fortunablocks. Bei jedem Ballkontakt wird er verdientermaßen ohrenbetäubend ausgepfiffen. Für den verletzten Reise kommt Erwin „Jimmy“ Hoffer zu seinem Debüt für die Fortuna, welches aber leider ziemlich blass ausfällt.

Kraftlos, kampflos, kopflos!

Und in der Folge wird diese zweite Halbzeit leider zu einem absoluten Graupenkick. Von beiden Teams wird nur noch Gerumpel, Gehakel und Getrete geboten. Die Fortuna verliert zudem immer mehr Zweikämpfe und die Fehlpassquote erhöht sich bedenklich. Dabei zeigen die Biefelelder ihrerseits oft, wie unfassbar begrenzt ihre Fähigkeiten sind. Jedoch nur bis die 87. Minute schlägt, denn da setzen wir zwei  zum Synchronbrechen an: Unsere Jungs stehen hoch aufgerückt in des Gegners Hälfte. Bodzek leitet den Ball und leistet sich einen mehr als unnötigen Ballverlust im Aufbauspiel nach peinlich durchschaubarem Versuch, einen Verteidiger auszuspielen; die Arminia schaltet sofort um und leitet schnell den Konter ein. Die Laufwege stimmen, der Moment der Abspiele passt und die finale Flanke kommt präzise: Kurzum: alles passt. Tor. 2-3! Büskens reagiert und schickt den großgewachsenen Soares für die Schlussoffensive auf´s Spielfeld. Warum er aber Kenia dafür rausnimmt und nicht etwa Fink, Bodzek oder Lumpi bleibt einem schleierhaft. Doch es bringt nix: Denn, obwohl wir zahlreiche Ecken haben, findet (wie so oft) keine davon den Mitspieler und so kommt es, dass wir ein weiteres Mal zum Kanon-Kotzen ansetzen: Monsieur Fink vertendelt elendig den Ball am gegnerischen Sechzehner und dann geht es wieder schnell: Der eingeleitete Konter wird rasant gespielt und nach schwachem Zweikampfsverhalten von Ramirez erneut von Joker Hille zum 2-4 Endstand abgeschlossen; der einzige Fortune, der den langen Weg bis in den eigenen Strafraum noch mitgeht, ist übrigens Levels.

Personelles und jede Menge Fragen

Unser werter Herr Giefer konnte für keines der Tore etwas. Aber kann er nicht mal bitte wieder Unhaltbare halten…? Levels entwickelt sich zu einem der konstantesten Spieler. Doch warum muss wieder ihm so ein Kack untergejubelt werden? Latka dirigiert fleißig, gewinnt seine Zweikämpfe und steht immer richtig. Aber wie soll er die Fehler des defensiven Mittelfelds geradebiegen? Bomheuer zeigt zweifelsohne, dass er ein Großer werden kann. Wie aber kann er beim 2-2 wie schon gegen Union (beim 0-2) im 16er einen erneuten Sekundenschlaf einlegen? Ramirez zeigt maximal 60% von dem, was er gegen Cottbus und Köln gespielt hat. Wo ist sein freches und erheiterndes Spiel hin? Die Herren Bodzek und Fink: Wenn Ihr – der Kern unserer Truppe – solche Böcke schießt, auf wen ist dann noch Verlass? Zu Lumpi nur eines: Warum spielt er noch? Kenia, unser 10er, muss in noch zu vielen Situationen wissen, wann es Zeit für ein Abspiel ist – dabei jedoch die Frage: Bringen sich die Anderen in Position? Reise wird wohl mit etwas Glück gegen Dynamo Dresden wieder zur Verfügung stehen. Aber warum bleibt auch er häufig so harmlos? Bei Bolly muss man sich nicht nur fragen, wann er Ballführung gelernt hat, sondern auch, wie es sein kann, dass er sich schon wieder einen Muskelfaserriss zugezogen hat – nach 13 Minuten (Wir wünschen gute Besserung!). Gianniotas muss fortan in der Startelf stehen. Er kriegt Tempo auch mit enger Ballführung hin und er und Kenia harmonieren gut. Die Herren Halloran, Gartner, Wegkamp und Paurevic… Ach, wir sind müde, es zu fordern….

Völlig schleierhaft ist uns natürlich auch die Schiedsrichterleistung. Wie kann so einer Bundesliga (wenn auch Zweite) pfeiffen? Völlig ohne Linie gepfiffen, keine Kontrolle über einfach gar nix und eine klare Benachteiligung bei der Kartenvergabe und dem Pfeiffen von Fouls. Aber auch da… Es gibt Mannschaften, die gehen dann mit einem (Achtung, noch mal Phrasenschwein) „JETZT ERST RECHT!“ zur Sache und zeigen es nicht nur dem Gegner und seinen Fans, sondern auch dem blöden Schiri. Nicht aber unsere Jungs.
Wir hoffen sehr, dass dieses kleine Debakel für mächtig Unmut sorgt, damit man sich mal ein paar Gedanken über den bisherigen Auftritt in dieser Saison macht. Denn bei allem „Liebe kennt keine Liga!“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht…“ und „Wir singen bis zum Tod…“ und „Einmal Fortuna, immer Fortuna“ fühlt man sich doch echt bisweilen verarscht. Das ist keine launische Diva mehr – das ist eine „dämliche Diva“.

Um Positiv zu schließen… Vielleicht kommt die Länderspielpause gerade recht und es wird ein kleines Zwischenfazit gezogen. Statt Aktionismus auf dem Transfermarkt, wäre das Feilen an der eigenen Grundstruktur und dem Konzept der Elf vonnöten. Solange es also kein Kevin Prince Boateng ist, muss keiner kommen; sondern viel mehr die bestehende Truppe funktionieren.

Die Pause wird gut tun, denn noch sind wir fertig…

In diesem Sinne – 95Ohje!

Ingo & Adnan

PS: Diese Woche geht an Euch die Frage nach der Gesamtsituation. Wie nehmt Ihr sie wahr? Alarm oder doch „ruhig Blut“?

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Ein „kenialer“ Moment reicht!

26 Aug

Unsere Jungs fahren einen unheimlich wichtigen Heimsieg ein und stoppen die Negativserie. Ein wahrhaftig genialer Moment von Levan Kenia und eine Dank Latka wieder stabilisierte Abwehr bescheren uns ein 1-0 gegen die „graue Maus“.

Nach dem tristen Auftritt bei Union Berlin vergangenen Montag konnte man etwas besorgt sein über das, was uns nun bevorstehen könnte: eine andauernde Negativserie, schlechte Stimmung in der Mannschaft, auf den Rängen, in den Medien… Aber nichts da!! Mehr als 37.000 Zuschauer waren beim gestrigen Spiel in der Arena. Das ist nach drei Pflichtspielniederlagen in Folge beachtlich. Und sie sollten bereits vor dem Anpfiff etwas zu sehen bekommen, das sie so schnell nicht vergessen werden…

Großartige Kulisse Dank phantastische Choreo

Die Ultras Düsseldorf und jede Menge weitere Akteure aus der aktiven Fanszene haben eine wahrhaftig sensationelle Choreographie dargeboten. Vor der Südkurve wurde zunächst eine gigantisch große Zeichnung der Düsseldorfer Skyline hochgezogen, bevor kurz darauf eine der ulkigen, beige-gelben Straßenbahnen vorgefahren wurde. Dort sprühten zwei wirklich seeeehr angsteinflößend aussehende Jungens live in großen Lettern ULTRAS drauf und in etwas kleineren Buchstaben daneben F95 und FUCK KÖLN. In den Fenstern der Bahn waren weitere Fan-Gruppierungen namentlich erwähnt. Als wenn das nicht schon genug Choreo wäre, wurde die gesamte Südtribüne beim Einlaufen der Mannschaften in Rot und Weiß getränkt. Es sah einfach riesig aus. Das wird über unsere Stadtgrenzen hinaus für Respekt und Wertschätzung sorgen. Alle in der Arena Anwesenden werden froh sein, das miterlebt zu haben. An alle Medienmacher und Journalisten, die hier gerade mitlesen: Wenn Ihr auch nur 10% Eurer Energie für Negativschlagzeilen über Fußballfans in die Berichterstattung solcher (über drei Monate hinweg vorbereitete) Aktionen stecken würde, müsste der dämliche DFL nicht ein dummes (Un-)Sicherheitspapier entwickeln. In jedem Fall gab dieses Bild eine großartige Kulisse, die mit Sicherheit unseren Jungs auf dem Rasen noch mal einen Extra-Kick verpasst haben dürfte.

Aufstellung & taktische Ausrichtung

Im Vergleich zum unsäglichen Auftritt in Berlin nahm Mike Büskens einige Änderungen in der Startelf vor. Für den verletzten Axel rückte Lumpi auf die linke Seite und Oliver Fink übernahm dessen Position im zentralen Mittelfeld. Der ENDLICH genesene Abwehrchef Latka rückte neben Bomheuer in die Innenverteidigung und Tobi Levels übernahm die Rechtsverteidigerposition. Nach seinem wirklich schwachen spiel gegen Union fand sich zudem Bolly zunächst auf der Ersatzbank wieder und „Reise“ sollte mit seiner Dynamik die rechte Seite beackern. Taktisch wurde wieder im 4-2-3-1 begonnen, wobei Kenia viele Freiheiten genoss und sich auch immer wieder zurückfallen ließ, um das Spiel aus dem Mittelfeld heraus mit anzukurbeln. In der Anfangsformation von Rotzbremsen-Ikone Neururer fanden sich neben Ex-Fortune Ilsö auch zahlreiche weitere Akteure mit Erstligaerfahrung wieder. Hobbit, Paul Freier, ist so ein wenig wie der deutsche Paul Scholes – ist der nicht schon 44? Gespannt waren wir vor allem auf Sukuta-Pasu – einem der vielen Talente unserer U17 bis U21-Nationalmannschaften, der aber nie so recht den Durchbruch schaffte – vielleicht ja in Bochum.

1. HZ: Vollgas, Entsetzen, Ausrasten, Verwalten!

Das Spiel geht richtig gut los, man merkt sofort, dass sich die Jungs für die Partie Einiges vorgenommen haben. Der Gegner wird früh gestört und jeder Fortune wirkt sehr fokussiert. Unser Angriffsmotor läuft sich direkt warm und es gibt bereits nach 8 Minuten was zu Feiern: Nach einem langen Zuspiel von Bomheuer setzt sich Benschop nahe der gegnerischen Eckfahne äußerst geschickt gegen zwei Ruhrpottler durch und spitzelt den Ball zu Kenia, der seinerseits einen weiteren Bochumer vernascht und die Kirsche in die Mitte spielt. Die Bochumer zelebrieren den Hühnerhaufen und kriegen die Situation nicht geklärt. Stefan Reisinger wähnt seine Chance, setzt zum Sprint an und nutzt all seine Erfahrung gegen Heiko Butscher und holt clever einen 11er raus. Hand auf’s Herz: Es war zwar keine Schwalbe; aber auch alles Andere als ein klarer Strafstoss. „Reise“ rennt bewusst in den Bochumer Verteidiger und plumpst hin. Aber: Elfmeter ist nun mal, wenn der Schiri (diesmal ein echt Guter) pfeifft – wenn auch nach leichtem Zögern. Unser Schlitzohr schnappt sich selbst den Ball, kriegt noch einen ermutigenden Klapps von Benschop und will wie schon gegen Cottbus den Elfmeter als Gefoulter verwandeln – zum Teufel mit den Fußballweisheiten. So erleben wir 23 Sekunden absolute Gefühlsachterbahn:

Reisinger zielt etwas zu genau. VfL Torwart Luthe wird gekonnt verladen aber der Pfosten leider nicht. Die (völlig unverständlich) vor dem Elfer erklungenen Freudengesänge verstummen. Die Bochum-Kurve tobt. Eine Kurzohnmacht legt sich über Fans, Coach Büskens und vor allem Reisinger selbst. Sofort schießen einem Gedanken in den Kopf: Das macht die Jungs jetzt fertig. Selbstbewusstseins-Dämpfer hatten wir in den letzten Monaten wahrlich genug! Tja, und Bochum startet sofort über Hobbit Freier den Konter. Doch seinen Pass in der gegnerischen Hälfte entschärft Abfangjäger Bodzek durch eine wohlgetimte Grätsche. Lumpi kriegt den Ball und spielt ihn sofort auf den nahe stehenden Kenia weiter (Umschaltspiel Olé!). Der macht sich dann aus der eigenen Hälfte auf zu einem herrlichen Sololauf. Er tanzt während seiner Reise durch die Bochumer Hintermannschaft im Tempodribbling drei Verteidiger aus und schließt diesen magischen Moment perfekt ab, indem er – am 16er angelangt – seine Reise beendet und auf den vogelfreien Elfmetervergeiger „Reise“ passt, der dann wiederum ungehindert zur 1:0 Führung eintütet! Ein absolutes Knaller-Tor! Balleroberung, Umschalten, Vorbereitung und Torabschluss erfolgten in nur wenigen Sekunden.

Wie sehr dieser Treffer die aufgestaute Verkrampfung löst, ist bestens an unserem Trainer zu erkennen. „Buyo“ rastet komplett aus und bespringt wie im Wahn mit einer Mischung aus Abklatschen, Pogo und Umarmen seinen Betreuerstab. Im Anschluss setzen die Jungs dem Gegner zu und spielen weiterhin aggressives Pressing. Allen voran Benschop, der die gegnerische Abwehr vor größte kämpferische Probleme stellt. Die Bochumer geben sich allerdings nicht einfach so ihrem Schicksal hin und versuchen immer wieder, ihren Sturm-Tank Sukuta-Pasu gefährlich in Position zu bringen. Da aber unser Abwehr-Koloss Latka endlich zurück ist und neben ihm auch Bomheuer wieder bärenstark verteidigt, gelingt es dem VfL einfach nicht, gefährlich vor unsere Bude zu kommen. Nur ein Mal entwischt Freier über unsere linke Seite und jagt den Ball an den Pfosten. Durchatmen – nix passiert. Levan Kenia zeigt im ersten Durchgang, was wir uns alle von ihm erhofft haben: er ist die Art Spieler, die der Fortuna lange Zeit gefehlt hat: ballsicher, immer anspielbar und mit genialen Ideen gesegnet. In der 42. Minute legt er fast ein weiteres Tor auf. Lumpi erkämpft sich den Ball. Dieser prallt Richtung Kenia und er geht wieder mit hohem Tempo auf den gegnerischen 16er und die zwei verbleibenden Abwehrspieler zu; auf links geht Lumpi mit, rechts begibt sich Benschop in aussichtsreiche Position. Kenia legt unserem Niederländischen Vorkämpfer den Ball (etwas zu weit) auf und Benschop drischt die Kirsche gegen den Außenpfosten. Das benschop’sche Geschoss schäppert zwar gewaltig; aber eben nicht zum 2-0…

2. HZ: Drücken, Verwalten, Verteidigen, Siegen!

Nach dem Seitenwechsel gestaltet sich die Partie etwas ausgeglichener. Wir beginnen zwar wieder druckvoll – markieren aber einfach nicht das 2-0. Und nach und nach wird Bochum stärker. Ab der 60. Minute stellt Monsieur Neururer sein Team um und bringt einen weiteren Stürmer – für’s Protokoll: Ilsö kriegt auch bei der „grauen Maus“ nix Großes hin. Die nächste dicke Chance gehört aber wieder uns: Levels spielt eine starke Manni-Kaltz-Gedächtnis-Flanke in den Strafraum, Lumpi setzt sich im richtigen Moment von seinem Gegner ab, steht in bester Position vor dem 7,32m x 2,44m großen Tor und köpft… meterweit daneben ins Aus! Büskens´ Reaktion spricht erneut Bände. Er sinkt auf die Knie und verweilt einige Sekunden auf allen Vieren in Schockstarre. Sorry Lumpi, aber den MUSS man machen! Fortan lässt sich die Fortuna immer mehr hinten reindrängen. In der 67. Minute verlässt der wirklich starke Kenia den Platz und Bolly bekommt einen weiteren Einsatz. Wenig später muss leider auch noch Benschop verletzt vom Platz (bitte, bitte kein langer Ausfall!!!) und wird durch Paurevic ersetzt. Die Einwechslung macht deutlich, dass unser Trainer die drei Punkte unbedingt verwalten und verteidigen möchte. Denn mit Bodze, Lumpi, Fink und Paurevic stehen direkt vier defensive Mittelfeldspieler auf dem Platz. Vielleicht hätte Gianniotas für mehr Entlastung sorgen können? Bochum versucht es nun mit der Brechstange, scheitert aber immer wieder am Fortuna-Bollwerk. Wir kommen durch Entlastungsangriffe auch noch zwei mal gefährlich vor das gegnerische Tor, aber ein weiterer Treffer bleibt uns versagt. So zittern wir uns bis zum Abpfiff und können dann endlich den verdienten zweiten Saisonsieg feiern.

Personelles

Ohne Zweifel: Dieser Sieg ist unendlich viel wert. Für alle! Giefer musste nicht hinter sich greifen. Er war bei Standards sicher, auch wenn er ein Mal etwas zu übermotiviert rauskam und dabei fast Bodzek verletzte. Latka und Bomheuer bildeten eine bärenstarke Innenverteidigung. Man merkt, dass der junge Bomheuer von Latka’s Ruhe profitiert. Levels machte nun auch als Rechtsverteidiger ein tolles Spiel. Er war offensiv sogar aktiver als Ramirez, der zuletzt etwas abtaucht. Das mag aber auch an seinem Partner auf der linken Seite gelegen haben. Lumpi  ist qualitativ wirklich abgeschmiert gegen den Rest auf dem Platz. Zwar hat auch Fink unverständlich viele Fehlpässe gespielt, strahlt aber im zentralen Mittelfeld einfach mehr Ruhe als unser Kapitän aus. Bodzek hat offenbar wieder sein Gelbe-Karte-Abo gebucht. Auch er leistet sich viele unnötige Fehlpässe, stabilisiert aber die Abwehrreihe durche Zweikampfstärke und Präsenz. Kenia bot eine tolle Leistung. Er holte sich die Bälle oft auf Höhe der Mittellinie und gestaltete das Spiel von dort. Das wird das richtige Mittel sein. Spieler wie er bleiben bei 5 von 6 Versuchen im Dribbling hängen. Doch das eine Mal reicht, wie wir gesehen haben 🙂 Benschop hat unglaublich mannschaftsdienlich gespielt. Es muss vorne noch besser in der Abstimmung laufen, damit auch er mehr Torchancen bekommt. Reise war als Hans-Dampf auf Rechts gut unterwegs und hat mit Levels das stärkere Flügelspiel gegenüber Ramirez und Lumpi gezeigt.

Auf der Spieler-Loge waren Halloran, Gartner, Karpuz, Wegkamp und einige andere unserer Jungspunde zu sehen. Auch wenn wir nun gewonnen haben, und mit Gianniotas und Hoffer noch Hochkaräter auf der Bank sitzen, wäre es zu wünschen, dass besonders Halloran (auf links) und Gartner (Zentrales Mittelfeld) mal ihre Chancen bekommen. Zu guter letzt (oder „Sukuta-Letzt“) sei Eure Aufmerksamkeit noch auf einen Ex-Fortunen gerichtet, den Adnan in bester Paparazzo-Manier während der Ehrenrunde der Mannschaft in der Spieler-Loge entdeckte:

Kruse_at_SpielerLoge

Krönender Abschluss war die HUMBA, die nach lautstarker Forderung diesmal Tobi Levels abfeierte. Wir Fans haben mit Tobi zusammen die bestmögliche Reaktion auf die beschämenden Pfiffe gegen ihn gegeben. Darauf dürfen wir als Fortunen echt stolz sein. Denn es hat nur 16 Tage gedauert, um aus einer extrem beschissenen Situation eine wahrlich schöne, versöhnliche Geschichte zu machen.

Auf den Start einer Serie und den nächsten Dreier kommenden Freitag in Bielefeld.

In diesem Sinne – 95 OLÉ

Ingo & Adnan

PS: Uuuund, hier noch unsere Frage der Woche. Sieg ist ja nicht gleich Sieg. Daher wieder mal ein Stimmungsbarometer 🙂

Montags-Tristesse in Köpenick

20 Aug

Unsere Jungs zeigen eine Leistung, die stark an die schwache Rückrunde der Vorsaison erinnert. Auch in der 2. Bundesliga reicht es nicht, bis zur 15. und ab der 75. Minute Gas zu geben. So verlieren wir verdient mit 1-2 gegen wenig gefordere Köpenicker.

Halten wir zu Beginn mal kurz fest: Der 1. FC Union Berlin gehört zu den wenigen Glanzlichtern des deutschen Profifußballs. Denn dieser Verein ist im Gegensatz zum durchkommerzialisierten FC St. Pauli tatsächlich alternativ und unabhängig. Das wurde im Zuge der Debatte um das DFL-(Un)Sicherheitspapier besonders deutlich, als sich der Verein alleinstehend dagegenstemmte. Aber auch das Erlebnis in der kleinen, aber feinen „Alten Försterei“ zeigt, dass im Köpenicker Club viel Herzblut steckt. Und sie dürften nach unserem André Scheidt den wohl sympathischsten Stadionsprecher haben. Nun aber genug der Lobhudelei…

Vorzeichen und die Startelf

Schon im Vorfeld des Spiels war uns irgendwie mulmig zumute. Union hat uns schließlich noch nie gelegen. Die letzten Ergebnisse mitsamt der mageren Torausbeute ließen ebenfalls keine echte Hoffnung auf ein Fortuna-Feuerwerk zu. Aber vielleicht würden wir ja eine Antwort der Mannschaft auf das Pokalaus und die Heimpleite gegen 1860 kriegen. Natürlich stellte sich die Frage, was für ein Team Mike Büskens aufstellen würde. Setzt er Levels ein? Gibt es Änderungen in der zuletzt so uneffizienten Offensivabteilung? Da der Tansfer von Ösi-Stürmer Hoffer sich natürlich nicht mal eben über’s Wochenende arrangieren ließ, musste unser Coach erst mal auf eine neue Option im Angriff verzichten. Und so ließ er die gleiche Elf beginnen wie am letzten Spieltag. Das macht aus zweierlei Gesichtspunkten Sinn: Zum einen wurde abgesehen von der mageren bis gar nicht existenten Torausbeute teilweise ansehenlicher Fußball gespielt. Zum anderen ist klar, dass sich die Jungs vorne einspielen müssen. Da ist es richtig, nicht ständig Umstellungen vorzunehmen. Gerade bei lauffreudigen und sprintstarken Spielern wie Bolly, Kenia und Axel macht es Sinn, die jeweiligen Laufwege miteinander abzustimmen. Und Benschop müsste ebenfalls von seinen Teamkollegen „verstanden“ werden, um entsprechend in Szene gesetzt zu werden.

Nach gutem Start das Feld dem Gegner überlassen.

Der Start ins Spiel verlief eigentlich gar nicht so schlecht. Union schien abzuwarten, was von uns so kommt. Das ein oder andere Mal, kamen wir auch gut vorwärts, doch wie so oft fehlte der präzise Pass oder der gefährliche Torabschluss. Doch schon die ersten Angriffe der Unioner machten nach etwa 10-12 Minuten klar, wer hier den direkten Zug zum Tor hat. Fast jede Flanke, jede Ecke und jedes Zuspiel Richtung Tor wurden gefährlich. Unter dem Pressing der Gastgeber schaffte es die Fortuna immer weniger, ihr eigenes Spiel aufzuziehen. Es häuften sich Fehlpässe bereits im Spielaufbau der Verteidigungslinie. So erspielen sich die „Eisernen“ mit wachsendem Selbstvertrauen und aufopferungsvollem Kampf dann so langsam die ersten Chancen. Besonders über unsere rechte Seite machen die Berliner über den starken (aber immer noch ätzenden) Köhler reichlich Druck. Giefer kann zunächst die anschwellenden Gefahrenherde bändigen und zeigt als einziger Fortune Normalform. Die Pressing orientierte Spielweise beider Mannschaften resultiert in hektisch anmutendem Tempo in der ersten Hälfte, was dazu führt, dass die Schwächen im Aufbauspiel unserer Jungs wieder sehr deutlich werden. Der wie immer sehr bemühte Lumpi (Stichwort: Praktikumszeugnis), aber auch Bodzek schaffen es leider nicht, unser Spiel zu ordnen oder mal Ruhe rein zubringen. Kenia hat ebenfalls zu wenig Zugriff auf die Spielordnung, da er als hängende Spitze taktisch zu weit vorne positioniert ist und keine Gestaltungsmöglichkeit im Mittelfeld hat. Ab Mitte der ersten Hälfte wird die Partie zudem ruppiger. Schiri Dingert lässt dabei jedwede Linie vermissen. Während die Hausherren unsere Jungs wegholzen, ohne verwarnt zu werden, bedeutet jedes härtere Einsteigen von unserer Seite fast direkt Gelb. Das hemmt natürlich im Zweikampfverhalten und man hat es schwer gegen eine robuste Truppe wie die „Eisernen“.

Das 0-1

Unser Mathis Bolly ist ja nun wirklich ein schneller Zeitgenosse. Das aber körperliche Schnelligkeit wenig wert ist, wenn man nicht schnell schalten und rechtzeitig antizipieren kann, wird leider bei ihm immer augenscheinlicher. Wenn er mal zum Flügellauf ansetzt, kommen selten Abschluss oder Abspiel zur richtigen Zeit. Seine zu offene Ballführung macht es dem Gegner zudem recht leicht, ihn zu verteidigen. Wenn dann ein Team so auf die Hacken geht wie Union, ist unser norwegischer Ivorer leider überfordert. So auch bei der Entstehung des 0-1. Levels spielt einen (zugegeben) zu schwach gespielten Pass zur Spieleröffnung auf Bolly. Das MUSS Bolly eigentlich sofort erkennen und genau das tun, was Ingo sich in der D-Jugend immer von seinem Trainer hat sagen lassen müssen: DEM BALL ENTGEGEN GEHEN! Doch das tut Bolly nicht, sodass ein Unioner auf Höhe der Mittellinie, resolut dazwischengehend die Pille erobert und den Konter einleitet. In solchen Situation stimmt dann bei unseren Jungs derzeit gar nichts. Wie ein Hühnerhaufen fehlt jede Zuordnung und Orientierung. Das nutzt Nemec und netzt nach mustergültig hereingegebener Flanke von unserer rechten Abwehrseite zum 0-1 ein. Zwei verdammte Minuten vor der Pause… Doch nach dem Spielverlauf leider nicht unverdient.

2. HZ: Der lähmende Geist der Rückrunde ist noch da

Wir erhoffen uns zur zweiten Halbzeit eine Reaktion der Mannschaft. „Buyo“ kann doch die Mannschaft in der Kabine wachrütteln, oder nit? Und tatsächlich scheint der Berliner Flow auch erstmal unterbrochen zu sein und zaghaft werden erste ansehliche Fußballmomente bei der Fortuna erschaffen. Auch die Körpersprache stimmt. Der für Bolly eingewechselte Gianniotas, der sich in der Halbzeit warm macht, als würde er gleich um sein Leben spielen, hat sicherlich auch damit zu tun. Ohne Anlaufschwierigkeiten bringt er sofort seine Dynamik ins Spiel. Aber genau in dieser Phase, in der wir langsam etwas Mut schöpfen, machen uns die Berliner einen ziemlich fetten Strich durch die Rechnung. Union-Legende Mattuschka zwirbelt die Kirsche nach einem Freistoß aus dem rechten Halbfeld angeschnitten und scharf in den Fortuna-Strafraum. Solche Hereingaben sind ohnehin schwer zu verteidigen. Doch wenn der Innenverteidiger dann noch seinen kopfballstarken Gegenspieler aus den Augen verliert, klingelt es eben recht fix im eigenen Kasten klingelt. Nemec enteilt Bomheuer und nickt erneut unhaltbar für Giefer zum 0-2 ein.

Die Mannschaft wirkt mental angeschlagen, so dass einem ein wenig bange wird. Da merkt man, dass das Rückrunden-Trauma eben noch nicht komplett aufgearbeitet wurde und der Stachel im Selbstvertaruen ziemlich tief sitzt. Das Ausbleiben der eigenen Erfolgserlebnisse in den ersten Saisonspielen hat den positiven Spirit des Trainerwechsels bereits ins Wanken gebracht. Seltsamerweise sitzt Herr Büskens auch fast durchgehend, anstatt – wie im ersten Spiel gegen Cottbus – an der Seitenlinie Alarm zu machen. Die Eisernen sind jetzt entspannt und nehmen ordentlich Tempo raus. Sie passen sich das Spielgerät in den eigenen Reihen mühelos hin- und her und unsere Jungs rennen nur hinterher. Wenn sie mal in Ballbesitz sind, ist die Kugel nach zwei, drei Kontakten wieder futsch. Hierbei „glänzt“ jeder (von Giefer bis Benschop) mit eklatanten Abspielfehlern ohne Druck vom Gegner. Dazu singen die Berliner Fans in ohrenbetäubender Lautstärke das ewig gleiche Lied und zermürben den Spassfaktor noch weiter.

Positiver Ruck kommt viel zu spät

Nach der x-ten misslungen Offensivaktion von Lumpi reagiert Büskens das erste Mal und bringt für ihn Fink ins Spiel. Da auch er offensiv nicht viel beweg, bringt Büskens dann noch Reise für Bodze. Fortan wird im 4-1-3-2 gespielt. Jetzt endlich spielt Kenia auf einer echten 10 und hat zwei Stürmer vor sich. Das bringt natürlich wesentlich mehr Druck. Auch wenn sich Union jetzt bewusst zurück zieht, merkt man, dass unsere Jungs nun etwas mehr wagen wollen. Doch dabei zeigt sich in einigen Szenen, dass die Laufwege absolut nicht stimmen – etwa, als Axel in Volltempo auf den 16er zurennt und Kenia augenscheinlich nicht weiß, wo er hinrennen soll und Axel so keine Abspielmöglichkeit sieht. Solche Angriffe gehen natürlich ins Leere. Besonders bitter war auch die Situation, in der sich Reise und Benschop regelrecht über den Haufen rennen. Wie stellt man so etwas ab…? Immerhin gelingt aber der Anschlusstreffer. Nach schöner Flanke von Levels, lässt Benschop den Ball (den er aber auch nicht gekriegt hätte) gewähren und Axel trifft allein stehend mit etwas Glück zum 1-2. Danach bäumt sich unsere Truppe noch mal auf und Reise hat den Ausgleich tatsächlich auf dem Kopf, doch der vor dem Spiel zum Unioner des Jahres gekürte Torwart Haas bedankt sich dafür mit abartig großartigem Reflex und hält den Sieg für sein Team.

Alt bekanntes Muster deutlich erkennbar. 1-2, unser Standardergebnis!

Das Spiel hat bedauerlicher Weise Erinnerungen an die vergangende Rückrunde wach gerufen. Zu offensichtlich waren da die Parallelen: der Gegner geht mit „unseren“ Tugenden ins Spiel, wir geraten durch zwei unnötige Eiertore in Rückstand. Die wenigen erspielten Chancen werden liegen gelassen und die Standards verpuffen wirkungslos. Das Selbstvertrauen sinkt von Minute zu Minute und in der Schlussphase fällt der Mannschaft (HUCH!) auf, dass das Spiel ja fast vorbei ist und man ja vielleicht doch noch mal wat reiße kann… Dann plötzlich doch noch der Anschlusstreffer, aber nur damit die Enttäuschung dann noch größer wird, weil’s zum Ausgleich natürlich doch nicht mehr reicht. Beim Schreiben dieser Zeilen wird einem wirklich klar, wie sehr dieses Muster aus den letzten Monaten bekannt ist. Es wird wirklich Zeit, dass gegen Bochum das Ruder rumgerissen wird, denn vom Gefühl und von der Tabellensituation her ist die Fortuna dem Negativstrudel der letzten Rückrunde noch nicht entkommen. Hoffen wir also, dass Ösi-Sturmkanone Hoffer unserem Angriffsspiel neue Impulse verleiht und wir Neururers Ruhrpott-Truppe am Sonntag mit Ilsö aber ohne Punkte wieder nach Hause schicken – wir geben zu, dass das ein wenig nach Durchhalteparole klingt, aber watt soll’s…

Personelles

Es kann wohl gesagt werden, dass das Team in Gänze ein absolut schwaches Spiel abgeliefert hat. Wir wagen dennoch den Vorschlag einiger personeller Änderungen, die besonders notwendig erscheinen: 1) Latka unbedingt fit kriegen und für Levels in die Innenverteidigung. Ob Levels dann auf die Bank oder auf die rechte Seite geht, ist uns schnurz. 2) Lumpi mal bitte eine Pause gönnen. Fink hat einen Startelfeinsatz verdient. Oder aber Büskens wagt es, mit nur einem Sechser zu spielen und stattdessen einen zweiten Stürmer zu bringen. So könnte Kenia eine echte #10 beziehen und Benschop mit Reise von Anfang spielen. 3) Gianniotas mal von Anfang an rechts auflaufen lassen. Bolly war zuletzt leider viel zu schwach. Darüber hinaus wäre es mal wünschenswert, jemanden wie Wegkamp oder die neue #23 Halloran auf dem Platz zu sehen. Muss ja nicht gleich die Startelf sein, aber ein wenig mehr Umsetzung der vielen Transfers gäbe uns auch das Gefühl, dass da wohlüberlegt transferiert wird.

Alles in Allem haben wir erst den vierten Spieltag. Es ist nun mal einiges neu bei der Fortuna. Da kann es dauern, bis das Team in Tritt kommt. Hoffen wir nur, dass bis dahin die Tabellenspitze nicht bereits enteilt ist.

Kommenden Sonntag gegen Bochum wissen wir mehr.

Bis dahin – 95 Olé

Ingo & Adnan

P.S.: Ach ja… Sky… wir können einfach nicht aufhören, uns über Euch aufzuregen. Es ist jedesmal leider zum Haarerausreißen, wie Fußballübertragungen mit schlechten Schnitten, grenzdebilen Grinsehühnern mit Mikrofon, hörgeschädigten Praktikanten an den Audio-Reglern und einer unerträglichen Amerikanisierung der Gesamtübertragung von Euch verschandelt werden! Wenn Ihr dann noch die Gebühren für Kneipen einfach mal so VERDOPPELT und man als Nicht-Sky-Nutzer Montags keine Highlights mehr auf Eurer Webseite schauen kann, vollendet Ihr echt mal das Scheiße-Sein.

Nachtrag zum Thema: Tobi Levels

14 Aug

Zum Thema Tobi Levels und Fußballer-Mobbing wurde in den letzten Tagen schon viel geschrieben und berichtet. Aber uns brennt die Thematik trotzdem noch unter den Fingernägeln. Bevor wir also hoffentlich schnell wieder zur Tagesordnung übergehen, wollen wir Euch noch eben unsere Meinung zu dem Thema um die Ohren kloppen.

Mobbing ist eine ziemlich fiese Sache. In der Definition steht, es ist im weitesten Sinne Psychoterror, der dazu dient Betroffene hinauszuekeln und seelisch zu verletzen. Regelmäßiger Psychoterror resultiert in negativen Gefühlen und starken Verunsicherungen bei den Opfern, was natürlich auch Folgen auf das Leistungsvermögen hat. Posttraumatische Belastungsstörungen, Angstzustände und Konzentrationsschwächen sind häufige gesundheitliche Begleiterscheinungen.

Als 2012  der Kölner Profi Kevin Pezzoni von den eigenen Anhängern so gemobbt wurde, dass er panisch den Arbeitgeber wechselte, weil er auf´s übelste beschimpft und bedroht wurde, haben wir angeekelt den Kopf geschüttelt. So geht man einfach nicht mit einem Menschen um. Punkt. Bei Fortuna wäre so etwas nie mehr möglich, dachten wir. Denn als in den 90ern der Albaner Igli Tare für die Fortuna stürmte und nicht gerade mit Glück im Abschluss gesegnet war, wurde er von den eigenen Anhängern mit geschmacklosen Gesängen wie „Tare in den Kosovo“ verhöhnt – wohlgemerkt, zu diesem Zeitpunkt gab es in seiner Heimat einen grausamen Bürgerkrieg! Einfach abstoßend! Als Tobi Levels im Spiel gegen 1860 jedesmal nach seinem Faux Pas gnadenlos ausgepfiffen wurde, als er an den Ball kam, haben wir uns geschämt und wurden an frühere unrühmliche Zeiten zurückerinnert, obwohl das damals noch eine andere Dimension hatte. Die Wut über seinen  begangenen Fehler war verflogen und der Mensch Levels war uns näher als jemals zuvor.

Mitglieder der Aufrege-Liste

Wie oft haben wir uns  schon während der Fortunaspiele über Tobi Levels aufgeregt? Die Antwort ist simpel: ziemlich oft! Aber in der internen Aufrege-Liste ist er aber auch nicht alleine. Wenn wir uns an die vergangene Hinrunde erinnern, verursachte beispielsweise der heimgekehrte Axel Bellinghausen einen Bock nach dem anderen. Begeistert hat das niemanden aus der Fortuna-Family, aber dass ein Vorzeigekämpfer mit Vollblutidentifikation für die Fortuna von der „Familie“ ausgebuht wird? Undenkbar! Und Lumpi? In jedem seiner Spiele überzeugt unser Kapitän mit Einsatz und Kampf, wäre er ein Superheld, würde er wohl als Capt´n Balleroberung bekannt sein… Aber neben dieser wichtigen Eigenschaft, kommt es leider auch ziemlich oft vor, dass Andreas Lambertz  die gewonnen Bälle auch wieder verliert. Hört man hier Murren und Zornesausbrüche auf der Tribüne? Natürlich, aber dass Lumpi bei einem Heimspiel ausgepfiffen wird, selbst wenn er im Spiel 20 Fehlpässe spielt? Absolut undenkbar, obwohl auch er einmal für Gladspack kickte!

Tobi Levels verbindet aber nicht nur die Mitgliedschaft in der Aufrege-Liste mit den beiden genannten Fortuna-Identifikatoren, nein, es ist auch seine Einstellung auf dem Platz. Denn trotz seiner (nur menschlichen) Fehler, gibt er immer ALLES auf dem Grün und ist und war gerade in solchen Spielen, wo die eigenen Teamkollegen schon wegen eines Rückstands die Schultern hängen lassen, einer der wenigen, der den Kopf oben trägt und sich bis zum letzten Moment nicht aufgibt. Er ist mit ganzem Herzen dabei. Dass er dieses Herz in seiner Jugend an die Borussia verschenkt hatte und er sich der romantischen Vorstellung hingab in „seinem“  Verein bis zur Rente zu kicken, kann man ihm nicht verdenken. Jeder Fußballer hat einen Lieblingsclub und persönlichen Träume; man kann einfach nicht erwarten, dass dies bei jedem von Kindesbeinen an die Fortuna ist. Aber der Mann ist Profi und wie sein Trainer sagt, sogar einer aus dem Bilderbuch, der sich bis zum Umfallen gegen jede Niederlage stemmt. Und wenn man genau hinschaut, merkt man das  bei jedem seiner Spiele oder Interviews. Dass die Süd-Kurve ihn nach Abpfiff mit Sprechchören rief und feierte, zeigt, dass wir doch anders sind als die Anderen und Tobi als Teil der Familie akzeptiert ist, in der Solidarität groß geschrieben wird. Die zahlreichen Facebook-Aktionen, der Schulterschluss innerhalb der Mannschaft und Reaktionen der Verantwortlichen unterstreichen das, ziemlich fett.

Das Babbels-Wörns-Dilemma

Das wirkliche (also fußballerische) Problem des Tobi Levels ist aber ein anderes. Hier kann man ein paar Herren der deutschen Fußballgeschichte als Beispiel heranziehen, die in ihrer Karriere ganz andere Sphären erreicht haben, als es wohl Levels tun wird. Markus Babbel und Christian Wörns hatten in ihrer aktiven Zeit mit dem gleichen Dilemma zu kämpfen, wie Levels. Sie standen für soliden Kampf, Zuverlässigkeit und Überzeugung auf dem Platz. Aber leider auch dafür, oft den entscheidenden Fehler in wichtigen Spiel zu machen, selbst wenn es bis dahin fehlerfrei war. Verunsicherung durch Pfiffe und Beschimpfungen hilft nicht dabei diese Fehler zu minimieren, sie erhöht nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie öfter auftreten. Gott-sei-Dank haben die RICHTIGEN Fortuna-Fans das verstanden und ihm das entgegengebracht was wirklich hilft: Respekt, Sympathie und Unterstützung. Darauf sind wir stolz.

Kopf hoch Tobi, Du gehörst zu uns!

Aber nun wird es Zeit nach vorne zu blicken und diese unrühmliche Thematik abzuhaken. Denn so langsam könnten wir den zweiten Saisonsieg gut gebrauchen. Warum also nicht direkt drei Punkte aus Berlin mitbringen?

In diesem Sinne, 95 Olé!

Adnan & Ingo

Gastbeiträge: „11-0 Ecken, 1-2 Tore“ & „Tagesablauf 3. Spieltag“

11 Aug

Da weder Ingo noch Adnan die Gelegenheit hatten, das Spiel gegen 1860 live zu sehen, haben wir unsere werte Leserschaft gebeten, diesmal fuer einen Spielbericht fuer uns einzuspringen. Der hoch geschaetzte Luis Frias hat uns sein Stadionerlebnis fuer diese Woche zur Verfuegung gestellt. Und der gute Fortuna-Micha liefert uns seinen wunderbar nachempfindbaren Spieltagsablauf. Wir danken beiden herzlich dafuer.

11-0 Ecken, 1-2 Tore

Ungläubig habe ich das Stadion verlassen. Ungläubig ob so viel Dummheit? Oder war es Unvermögen? Oder zahlen wir Lehrgeld für unsere offensive Ausrichtung?

Fassen wir die Geschehnisse zusammen. In den ersten 10 Minuten hatte ich Angst, unsere Mannen wollen die Löwen auffressen. Dem Feuerwerk an permanentem Pressing konnte man kaum folgen. Man hatte phasenweise das Gefühl, wir hätten 2-3 Spieler mehr auf dem Platz.

Dann aus dem Nichts ein weiter Einwurf, Kopfballverlängerung, Lauth steht mutterseelenalleine, drin ist die Kirsche. Unglaublich. Während Teile der Zuschauer noch nach Knochen von gefressenen Löwen auf dem Rasen suchen, reiben sich andere immer noch ungläubig die Augen. Was war das denn?

Unsere Jungs schütteln sich ein paar Mal und weiter geht’s. Weiter gibt es nur eine Richtung, die in Richtung des Fussball-Rentners in seinen Uncle-Sam-Gedächtnishosen. Was jedoch dem stillen Beobachter auffällt, einige Spieler bringen keine Normalform. Das Mittelfeld findet kaum statt. Die extrem hoch stehenden Aussenverteidiger werden meistens aus der Innenverteidigung angespielt. Bodzek, sonst eine Bank an Zuverlässigkeit, spielt in der ersten Halbzeit kaum einen Ball, der einen Mitspieler findet. Was war los Bodze? Katzenallergie? Lumpi, heute durchgehend müde wirkend, versucht wieder all die Dinge, die er leider nicht kann, Abspiele diagonal über den Platz, Doppelpässe, Pässe in die Tiefe. Lumpi, hör auf deinen Trainer, Ball erobern und abspielen, das kannst du und dann bist du wertvoll für die Mannschaft. Axel, wie immer als Duracell-Häschen unterwegs, ab und an unglücklich im Abspiel, dann glänzend, wenn er direkt mit Ramirez kombinieren kann.

Bolly, für mich enttäuschend bisher. Gute Aktionen, seiner überragenden Schnelligkeit geschuldet, macht er sich selber kaputt. Wenn schon seine Augen seinem Tempo nicht folgen können, so sollten seine Ohren, trotz des „Laufwindes“, das Rufen seiner Mitspieler hören. Vielleicht ist aber unser Kenia ganz einfach nur zu klein und zu leise und man muss ihn übersehen. 4 Mal hat er damit aussichtsreiche Möglichkeiten ausgelassen. Bolly, du bist sicher ein Rennpferd, aber nimm bitte die Scheuklappen runter.

Das 1-1, längst überfällig, wird gut herausgeholt von Kenia. Sein Mut zum Dribbling wird hier belohnt. Wenn der Junge fitter und spritziger wird, bereitet er uns noch sehr viel Freude. Benschop, die Kante, hämmert das Ei vom Punkt trocken hoch ins rechte Eck.

Apropos Benschop, wirkt für manch geneigten Betrachter unauffällig, ist aber immer präsent. Immer anspielbar, den Ball gut abdeckend, Räume machend mit seinem wuchtigen Body, nicht vom Ball zu trennen und einen mächtigen Bums im rechten Fuß. Kurz vor Schluss leider am Tor vorbei.

Die zahnlosen Löwen weiter beeindruckt, kriegen kurz vor der Pause fast noch das 2-1. Bolly ist leider kein Knipser, somit ein sehr schmeichelhaftes 1-1 für die zahnlosen Löwen. Die müssen beim Pausentee sehr ungläubig dreingeschaut haben.

Nach der Pause versuchen unsere Mannen weiter auf Sieg zu spielen. Ein verbesserter Bodzek bringt mehr Bälle an den Mann, aber irgendwie kriegt man das Gefühl, hier passiert nichts mehr. Die zahnlosen Löwen haben über das gesamte Spiel nicht den Anschein gemacht, das sie hier überhaupt was holen wollen. Defensiv eingestellt, schon in der ersten Halbzeit das Spiel verzögernd, hier passiert nichts mehr.

Und dann, wieder aus heiterem Himmel, der zweite Torschuss der Miezen, Tor. Unfassbar. Was war das denn jetzt wieder? Reise verlängert einen Abschlag von Uncle Sam unglücklich in den Lauf einer Mietze, Tobi stellt sich im Zweikampf etwas dämlich an (Wiedenbrück noch im Kopf?) und drin ist das Ding. Man schaute sich um und sah noch mehr ungläubige Blicke als nach dem 0-1. Man war anscheinend im falschen Film.

Danach nicht mehr viel Berichtenswertes, weiter Druck nach vorne, aber auch MB hat heute nicht seinen besten Tag. Keine der Auswechslungen war von Glück behaftet, waren sie überhaupt sinnig? Reise fiel kaum auf, war er wirklich auf dem Platz? Genki lief mit seinen kurzen Teckelbeinen von Löwe zu Löwe, aber eigene Aktionen blieben in der vielbeinigen Löwenabwehr hängen. Gerrit kam zu spät um noch was zu reißen.

So kommt, was heute wohl kommen musste, wir verlieren ein Spiel, dass man nach dem Spielverlauf eigentlich gar nicht verlieren kann. Kommt vor, darf aber nicht häufiger passieren.

Noch die Kurzkritik zu den nicht erwähnten Akteuren, Balogun sehr schwach, Ramirez wieder Extraklasse, Giefer arbeitslos, man hätte heute auch ohne Torwart nicht mehr als 2 Tore bekommen, Bomheuer zuverlässig, wie auch Levels, der sich am Ende noch gegen die Niederlage gewehrt hat.

Schliesslich: Fans, die ihren eigenen Spieler auspfeifen, sind keine Fans. Geht nachhause, kommt nicht wieder und schaut den FC Bayern.

95 Ole

Euer Luis (Fuppes95 Gast)

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Tagesablauf 3. Spieltag!

Freitag Morgen 7 Uhr: Ich werde wach und sofort schiesst es mir in den Kopf…Heute: FOOOORTUUUUUNNNAAAA !!!
7.30 Uhr.:Unter der Dusche werden die ersten Fortuna-Lieder gesummt.
7.40 Uhr: Aus dem Summen wird langsam ein lautes Singen.
8.15 Uhr: Ich streife mir mein Trikot über und beschliesse nicht ins Büro zu fahren und von zu Hause aus zu arbeiten.
12.30 Uhr: Es macht sich ein mulmiges Gefühl breit…(Mann…Hoffentlich gewinnen wir heute)
13.15 Uhr: Ich stelle gerade fest,dass ich mulmige Gefühle hasse und ich mal unter Gleichgesinnten muss.
13.30 Uhr: Lappy heruntergefahren…Auf gehts zum „SCHLÜSSEL“ !!!
14.30 Uhr: Da es mir in letzter Zeit immer schwerer fällt unsere „Launische Diva“ bei klarem Verstand und klarer Sicht zu betrachten
                 treffe ich die notwendigen Vorkehrungen und order in kurzen bestimmten Zeitabständen die „Tränen Gottes“….BIER !!!
15.00 Uhr: Sämtliche Freunde,Bekannte und Fortunen sind eingetroffen.
15.30 Uhr. Das mulmige Gefühl weicht einem noch nicht ganz so breitem Dauergrinsen.
16.30 Uhr: Aufbruch zur Arena…das Grinsen breiter.
17.15 Uhr: Das übliche Stelldichein vorm Block kommt in Fahrt. 0,25l Gläser werden nun durch 0,5 liter Becher ersetzt.
18.15 Uhr: Ab in den Block…Sieges-und Biertrunken schreie ich die Mannschaftsaufstellung mit und freue mich meines Lebens.
18.30 Uhr: Es geht los und es sieht gar nicht schlecht aus.Zufriedenstellend bis Gut.Dann trifft 60 aus dem Nichts zum 0:1.
                 Na ja…es ist ja noch früh und unsere Tuna spielt alles andere als schlecht…Mittlerweile hab ich auch schon meinen 6. Humpen drinne
                 und vielleicht die Altbierbraune Fortuna-Brille auf.
                 Nöööö…hab ich nicht…Schöne Aktion von Kenia…ELFMETER !!!…Benshop macht das 1:1 !!!…Prima…darauf erst mal ein Bier !!!
19.15 Uhr: Ich bin im Geiste schon bei der Ehrenrunde…bei der HUMBA und bei „An Tagen wie Diesen“ und male mir gerade aus wie hoch unser
                 Kantersieg ausfallen wird…Wir sind ja soooooo überlegen.
19.30 Uhr: 2. Halbzeit beginnt.Ist ja nur eine Frage von Minuten bis wir in Führung gehen…denke ich mir mit meinem 9. Humpen in der Hand.
19.55 Uhr: das Spiel plätschert dahin….genau wie das Bier in meinem Wanst….Mein Grinsen hat nun Optimabreite !!!
20.00 Uhr: Machen wir die Sache rund und greifen Humpen Nummer 10 an.Während ich auf mein Bier warte (man war so nett und hat mir immer
                 geholt) kam ich zur Überlegung,dass es mit dem Kantersieg wohl nix mehr wird.
20.03 Uhr: Mein Bier ist da !!!…und dachte mir:WENN WIR NOCH 5 ELFER BEKOMMEN,KÖNNTEN WIR DAS DING VIELLEICHT NOCH 3:1
                 GEWINNEN.
                 Aber dann kam alles anders:
                 Effektive 60er kommen das 2.Mal in 90 Minuten vor das Tor und machen dann auch die Hütte
                 Von der Überlegenheit der Fortuna war ja eh schon nichts mehr zu sehen.Es kam einem vor als findet das Spiel
                 im Mittelkreis statt.
                 Na ja…die Jungs werden sich wohl nochmal aufbäumen…Sind ja noch so ca. 13,14,15 Minuten.
                 Allerdings hatten die Spieler mal wieder andere Überlegungen als ich.
                 Die etwas anderen Überlegungen bestätigten sich auch.
                 Mein mittlerweile 12.Humpen konnte mich auch nicht mehr trösten…allerdings kam jetzt zum überbreiten Dauergrinsen
                 ein hysterisches Kichern dazu.
                 Wie auch schon in beiden Spielen zuvor.
20.25 Uhr: Und wieder verliess ich die Arena ohne Ausbeute…Selbst der Becherpfand wanderte in den Sammelsack.
                 Also…wieder mehr Promille als Punkte…aber da muss man sich ja bei mir nicht wundern…..!!!!
                 Ausserdem hatte ich ja noch mein Grinsen und mein Kichern…Beides habe ich mir während des Spieltags hart erkämpft.
                  Also ging es nach diesem anstrengenden Spiel zum lockeren „AUS-SAUFEN“ !!!
Samstag-Morgen 16.00 Uhr: Ich wurde wach…natürlich noch das Trikot an.
16.05 Uhr: Nachdem ich dem Nachdurst Paroli geboten habe kam mir wieder der Gedanke an das Spiel. Ich dachte mir mal wieder…MUND ABWISCHEN UND WEITER !!!…Nächste Spiel!!! UND WIEDER FING DIESES HYSTERISCHE KICHERN AN !!!
16.30 Uhr: Man denkt über seinen Verein nach und überlegt was man besser machen kann. Dann keimte Hoffnung auf : Sollten wir in dieser Saison ca. 90 Elfmeter bekommen kann es für einen einstelligen Tabellenplatz reichen. Trotz allen Ärgernissen und Fortunabedingten erhöhtem Alkoholkonsum sehen wir uns natürlich in Berlin. Ich kann jetzt nicht anfangen meiner „DIVA“ die kalte Schulter zu zeigen.  Und ausserdem würde es meinen Ablauf stören. Wollen wir mal hoffen,dass die 90 Minuten Fussball bald nicht mehr das störende und nervende Element bei einem schönen Fussballabend-oder nachmittag sind.
Das war mal ein kleiner Einblick von einem Spieltag von Fortuna Opa Micha !!!
Lg Micha

Pokal? Aus!

5 Aug

Nach einem wirklich wenig rühmlichen Auftritt verabschiedet sich unsere Fortönn aus dem DFB-Pokal. Gegen den Viertligisten aus Wiedenbrück schaffen es die Jungs nicht mal, ein einziges gottverdammtes Tor zu schießen. Chancen waren da. Bellinghausen trifft sogar das leere Tor nicht. Und, HUCH ÜBERRASCHUNG, plötzlich wird der Gegner stark, wittert seine Chance. Tja, und dann jagen wir uns selbst raus mit einem Riesenbock. Es tut einem wirklich leid um Levels – ausgerecht er. Dabei war er doch nach zuletzt sehr guten Leistungen auf bestem Wege, sich endlich halbwegs in die Herzen der Fans zu spielen. Er versemmelt nach einem hohen Ball Richtung eigenem Sechzehner die Rückgabe per Kopf total (das kriegt übrigens auch ein Hummels hin). Anschließend versucht er panisch, den gegnerischen Stürmer umzureißen und schafft dies leider erst im Strafraum. Natürlich Notbremse. Natürlich Rote Karte. Natürlich Elfmeter. Natürlich trifft der. Natürlich erst in der 91. Minute. Natürlich gleichbedeutend mit dem Pokalaus. Ätzend. Einfach ätzend.

Viel mehr fällt auch uns diesmal nicht ein. Außer, dass das Rumgehacke auf Levels jetzt echt total daneben ist. Das Team muss schon in der ersten Halbzeit deutlich in Führung gehen und dem zwei Klassen tiefer spielenden Gegner zeigen, wo der Hammer hängt. Dann wäre der Bock am Ende nur Ergebniskosmetik und nicht der Pokalrauswurf.

Sei’s drum. Fokus auf die Liga und den Wiederaufstieg.

In diesem Sinne,
Ingo & Adnan