Archiv | Februar, 2013

Knapp den Knappen unterlegen

24 Feb

Unsere Jungs spielen anfangs zwar zu ängstlich, aber dafür durchgehend höchst konzentriert gegen motivierte S-Null-Vierer, sind zeitweise die spielbestimmende Mannschaft und bringen sich doch aufgrund zweier Standardsituationen um den verdienten Lohn.

Zähneknirschend mussten wir beide hinnehmen, nicht gemeinsam mit 5.000 weiteren Fortunen vor Ort unserem Gastspiel auf Schalke folgen zu können. So waren wir dazu verdammt, die SKY-Übertragung zu verfolgen. Adnan war immerhin in geselliger Runde mit den Berliner Havelpralinen in der von Fortunen eingenommenen Kreuzberger Kneipe USCHI Nation. Per modernster Mobiltechnologie (ja, auch Ingo & Adnan nutzen sie 🙂 ), tickerten wir zwei munter bei wichtigen Szenen hin und her.

Nu isset ja so: Je mehr Freunde und Bekannte Fans der gegnerischer Mannschaft sind, umso voller nimmt man im Vorfeld der Partie de Schnüss. Und, da es ja durchaus Sinn machte, zuversichtlich dieser Partie entgegenzufiebern, tönten wir ausgiebigst rum: „Die Scheiss-Knappen sind fällig!“ oder „Nach der Pleite gegen uns muss Euer Trainer gehen!“. Doch als die Aufstellung der Schalker eingeblendet wurde, mussten wir einander ein „krasses S04-Mittelfeld, Alter“ mobil zutexten: Neustädter, Jones als zentrale Defensiv-Strategen, sowie Bastos, Draxler und Farfan als Offensivtrio mit Huntelaar als Sturmspitze sind auf dem Papier echt mal ’ne Ansage. Statt aber in Ehrfurcht die Hosen voll zu kriegen, glaubten wir daran, dass unsere Jungs mit der richtigen Attitüde und Präsenz auf dem Platz eben diesen Sportskameraden das Leben äußerst schwer machen würden. Bei der graphischen Einblendung unserer F95-Elf musste ein gewaltiger FACEPALM her, als unsere Nummer #28 vorgestellt wurde. Diese Praktikanten bei SKY haben einfach mal das Gesicht von Timo Furuholm bei Martin Latka eingeblendet. Dieser besagte Prakti wird den Kader in seinem Kicker-Sonderheft durchgeschaut und Furuholm mit der #28 entdeckt haben – dass sie aber inzwischen ein Anderer trägt (nämlich Hannibal Latka aka Bane aka The Rock aka Valujev), muss ihm entgangen sein. Seltsam, solche Peinlichkeiten… Und auch sonst könnte man jetzt über diese unsäglich Experten-Runde mit Matthäus & Co. zeilenlang abkotzen. Wir machen’s aber mal nicht…

S04-Lawine überstanden – „standardisierter“ Rückstand

Kommen wir lieber zum Spiel: Vor Anpfiff war bereits klar, was auf uns in der Anfangsphase zu kommen würde: Eine menge Druck! Wenn ein Team wie Schalke am Mittwoch ein schweres CL-Auswärtsspiel in Istanbul hatte und danach ein Aufsteiger zu Gast im eigenen Stadion ist, versucht eine clevere Truppe bereits im ersten Spieldrittel den Sack zu zumachen. Folgerichtig entscheidet sich Norbert Meier für eine sehr defensive und laufstarke Startelf, um die Schalker auf Granit beißen zu lassen. Für Schahin (der nach 11 Minuten Reisinger ersetzte) und den grippegeschwächten Kruse, rücken die zuvor gelbgesperrten Bodzek und Lamberts zurück ins Team. Schlacke beginnt mit wütenden Angriffen und attackiert die Fortuna bereits am eigenen 16er. Unsere Jungs wirken, ähnlich wie beim Hinspiel, arg eingeschüchtert von der Gelsenkirchener Spielfreude und Angriffslust; Draxler, Bastos, Farfan und Huntelaar sind ja nunmal nicht irgendwelche Halunken. Allein diese vier Spieler haben einen fast doppelt so hohen Transferwert wie der gesamte Kader der Fortuna. So stemmen sich die tief stehenden Mannen um Capt’n Lumpi mit Laufbereitschaft, Team-Spirit und Leidenschaft gegen die Schalker Angriffslawinen, die auf den Düsseldorfer Strafraum hereinbrechen. Folgerichtig bekommen wir bis auf wenige Ausnahmen in der ersten halben Stunde wenig bis nichts nach vorne zu Stande. Aber Schalke hat aus dem Spiel heraus gegen unsere gut geordnete Mannschschaft Probleme. Wirklich gefährlich wird es nur, wenn es schnell geht, wie bei Farfans Pfostenschuss in Minute 19. Unsere beste Chance ist Dani Schahins Geschoss in der 24. Minute, das ein schönes Tor des Monats abgegeben hätte, wenn, ja wenn die Kirsche 50 cm tiefer im Torwinkel der Schalker eingeschlagen wäre, anstatt über die Latte zu zischen. Beinahe haben wir das erste, schwierige Drittel des Spiels überstanden, als es leider eine Freistoß-Flanke von Farfan gibt, die Matip nach einer Kopfball-Ablage durch Jones über die Torlinie drückt. Leider war anhand der Spielanteile die Führung verdient; aber trotzdem ärgerlich. Die Hereingabe von Farfan war richtig stark, denn so ein Ball treibt die Defensive an den Rand des 16ers, und wenn dann ein Kopfballduell verloren wird und die Kirsche ins Zentrum zurückkommt, wird es eben gefährlich – und sowatt können die Schalker nun mal…

Mit Kampf und Passspiel das Zepter in die Hand genommen

Nach der Führung passiert genau das, worauf wir gehofft hatten: Schalke lockert etwas die Zügel und die Fortuna findet langsam ins Spiel – wie im Hinspiel. Nach dem Halbzeittee werden wir mutiger und stehen auch nicht mehr so tief – dies liegt aber auch daran, dass man den „Knappen“  langsam das physisch und psychisch anspruchsvolle Mittwoch-Spiel ankmerkt. Unser Spielaufbau wird nicht mehr so bissig gestört und Konzentrationsfehler häufen sich bei den Schlackern. In dieser Phase wird das Spiel immer ausgeglichener. Nur über Bastos und Farfan wird es ab und an gefährlich, aber unsere Außenverteidiger lösen ihre Aufgaben gegen diese Kaliber richtig gut. Da durch die Ausfälle von Kruse und Reisinger Fortunas stärkste Solisten nicht dabei sind, werden wir hauptsächlich durch Passstaffetten (hört, hört!) gefährlich und sorgen so für Entlastung, da diese mit zunehmender Spieldauer immer besser gelingen. Besonders Axel knüpft an seine Leistungen aus dem Führt-Spiel an. Sogar seine zidanesquen Dribbel-Pirouetten funktionieren nun und er scheitert nicht wie in der Hinrunde an seinen eigenen Beinen oder seiner spürbaren Aufregung. Als er mal ins Abseits gelaufen ist, wurde in der Zeitlupe klar, warum genau er im Abseits war: Er sprintet im unvergleichlich nach vorn gebeugten Stil, als würde er einen Bob anschieben und gleich reinspringen wollen. Ihm scheint die kurze (und von uns geforderte 😉 ) Pause von der Startelf gut getan zuhaben. Zu seiner vorbildlichen Einstellung gesellt sich nun merklich mehr Ruhe und Freude am Spiel. Seine Wille, Verantwortung zu übernehmen, wirkte bis dato zu verbissen, doch das scheint er hinter sich gelassen zu haben. Der neue/alte Axel ist es dann auch, der uns den viel umjubelten Ausgleich beschert. Er vernascht Höger auf links, schmeißt den Turbo an und peitscht in der 56. nach Zuspiel von Malezas die Seitenlinie entlang. Schahin zeigt ihm per Handzeichen in Strafraumnähe an, wo er die Pille hinhaben will. Axel folgt maßgenau und schickt unseren besten Torschützen mit Flanken-Auftrag zur Grundlinie. Während Schahin das Spielgerät scharf und flach in den Strafraum spielt und unser Kapitän im Volltempo auf den langen Pfosten zuhält, spurtet Axel in gespannter Erwartung zum Fünfmeterraum durch. Danis Zuspiel erreicht tatsächlich Lumpi und dieser ballert in bester Mario-Basler-Manier das Leder als flache Flanke zurück in die Mitte auf den heranstürmenden Axel, der das Runde nur noch eben ins Eckige buchsieren muss. Ein herrlich herausgespielter Treffer! Es freut uns sehr, dass  gerade Lumpi und Axel diese schöne Kombination erfolgreich abgeschlossen haben. Auch Lumpi (kongenialer Kampfsaupartner von Axel) wächst immer mehr in das Bundesliga-Tempo hinein und reduziert kontinuierlich seine Fehlerquote. Unvergessen eine Szene Mitte der ersten Halbzeit, als er im Stile einer Abrissbirne einfach den ewig langen Ballbesitz der Schalker am rechten Flügen durchbrach und den Ball in der Schalker Hälfte eroberte. Wenn man dem Jong beim Ackern zuschaut, weiß man, warum bei uns der Funken überspringt und die Mannschaft selbst bei Niederlagen mit Respekt und Wohlwollen behandelt wird. Da können sich einige Fußballprofis ’ne Scheibe abschneiden- schönen Gruß nach Hoffenheim!

Rückkehr der Standardiritis?

Dass wir im Endeffekt doch keine Punkte aus der Fällt-hin-Arena mitnehmen können, liegt am an dem Abend viel zu torgefährlichen Joel Matip, der uns erneut in die Suppe spuckt. Zwar gelingt es der Fortuna mit zunehmender Spieldauer, die Schalker weiter unter Druck zu setzen und spielt gegen die immer müder werdenden Gastgeber auf Sieg, aber durch ihre individuelle Klasse bleiben die Ruhrpottler stets brandgefährlich. Für Draxler wird der in der Vergangenheit von Todesangst geplagte Ex-Herthaner Raffael eingewechselt, der bei den Schalkern neue Impulse setzen soll; dies gelingt nur bedingt. Viel mehr erinnert seine gezogene Flappe nach einer mißglückten Aktion an die Miene eines Dreijährigen, der seinen Kuschelhasen verloren hat. Tja, und, wenn aus dem Spiel nichts gelingt, müssen halt Standards her – und es scheint, als schleiche sich erneut so etwas wie eine Standardiritis bei uns ein. Nach einer Ecke (KORREKTUR: Es war in Freistoß aus dem rechten Halbfeld – Danke für Hinweis, Daniel Bonner) in der 81. Minute vermiest uns Matip dann gänzlich den Tag. Der Ball landet bei Bastos, der nahezu den ganzen Fortuna-Kader im Strafraum auf sich zieht. Die Ordnung geht komplett verloren. Bastos schießt – das Leder wird von Malezas abgefälscht und hoppelt dem am 5er wartenden, von allen Fortunen allein gelassenen und von Balogun nicht ins Abseits gestellten Matip genau vor die Füße. Mit augenthalerischer Bierruhe dreht sich dieser noch auf dem Bierdeckel, zieht die Hose kurz hoch, während Giefer schon zum Hechtsprung ansetzt und netzt zur zu dem Zeitpunkt völlig unverdienten Führung für Schalke ein. Giefer, der sich im Laufe des Spiels wieder einige male auszeichnen konnte, trifft bei beiden Treffern keine Schuld. Später holt er sich noch Gelb nach wichtigem, taktischen Foul an Hildebrand und der Verhinderung eines Schalker Konters auf’s leere Tor. Das hat uns unsere Tordifferenz gesichert – muss man auch sehen. Meier hatte zuvor erst Omae und später Ilsö für die Schlussoffensive gebracht. Beide kommen recht spät und finden nicht so recht rein. Grund zum Wechseln hatte Meier aber eigentlich auch nicht – denn eigentlich lief unser Spiel ganz gut…

An unsere Grenzen gestoßen?

Was hätten unsere Jungs besser machen können? Klar, Standards besser verteidigen. Aber an irgendeinem Punkt sind gute Fußballer nunmal schwer zu verteidigen. Vielleicht hätte Balogun Matip vor dem 1-2 Abseits stellen können – andererseits geht das alles so schnell, dass man diesen Vorwurf nur schwerlich stehen lassen kann. Tja, und offensiv? Es scheint weiter der berühmte letzte präzise Pass, oder ein gefährlicher Abschluss – wenn auch mal aus der Distanz – einfach (noch) nicht möglich. Eigentlich liegt genau hierin die noch bleibende Schwäche der Fortuna – auch zu sehen, nachdem in der 1. HZ Balogun zu einem imposanten Offensivsolo ansetzte, den Schalker Verteidiger „reisingeresk“ per Bauerntrink überwand, dann aber niemandem im 16er auflegen konnte. Fink war von einem Schalker abgelaufen worden. Oder aber auch Jojo, der die Technik und die Sprintstärke besitzt, auf dem Flügel richtig Gas zu geben; dann aber, wenn es darauf ankommt, weder flanken, noch maßgenau passen oder aber auf’s Tor zimmern kann. Man hatte sich in dieser Hinsicht ein wenig was von Tesche verhofft. Leider hat seine Passqualität nach dem Freiburg-Spiel etwas nachgelassen. Wir wollen bei all dem aber eines nicht vergessen: das sind Fortunen. Und, wenn irgendwann Grenzen der Fähigkeiten erreicht sind, nimmt es ihnen niemand übel. Erst recht nicht, solange sie alles geben. Und das haben sie – alle. Fink und Bodzek haben wieder phantastisch abgeräumt und ebenso wie Latka und Malezas (bis auf sein Luftloch) mit sehr gutem Stellungsspiel und Zweikampfstärke aufgetrumpft. Ihnen und dem Außenverteidiger Duo ist es zu verdanken, dass Schalke trotz ihrer Qualität in der Offensive aus dem Spiel heraus kaum bis gar nicht gefährlich wurden. Dies ist auch der Grund, warum unsere Tordifferenz so viel besser ist, als die anderen Clubs da unten.

Wir halten fest: Wir haben Dank Tordifferenz vier Spieltage Vorsprung auf den Relegationsplatz, aber nur 1 Spieltag Rückstand auf Rang #11. Mit den schweren Spielen, die nun anstehen, ist das ein zunächst mal gutes Polster. Schon jetzt gegen Mainz wird es schwierig – sehr schwierig. Die sind nicht arrogant; lassen sich ihre Spielfreude nicht so leicht rauben wie etwa Schalke. Aber bestehen kann unsere Fortuna auch gegen die allemal – erst recht in der heimischen Bude. Also – peitschen wir sie an, damit noch mehr als 100% auf dem Rasen möglich sind.
In diesem Sinne, 95OLÉ
Adnan & Ingo

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1:0 zuende „gefürth“

18 Feb

Was zählt, ist Zählbares. Und darum braucht niemand den liegen gelassenen Chancen nachheulen, oder sich darüber ärgern, warum wir denn so zittern mussten. Wir haben mit unserem Sieg gegen Kräuter Fürth den Punkteabstand zu einem Konkurrenten weiter ausgebaut und sind der Mission „Klassenerhalt“ am 22. Spieltag einen gehörigen Schritt näher gekommen: 27 Punkte und Rang #13!

Diesmal müssen wir alten Haudegen zu Beginn direkt mal uns selbst zitieren – tut  ja sonst keiner 🙂 Am Ende unseres Berichts zum Spiel in Freiburg wiesen wir mit Blick auf das „Sechspunktespiel“ gegen Kräuter Fürth darauf hin, dass unsere „launische Diva“ gerade solche Spiele gerne mal versemmelt. Wir merkten jedoch orakelesk an: „Diesmal wird es anders. Zu frisch ist die Pleite gegen Augsburg; und auch die Niederlage in letzter Sekunde gegen Freiburg wird die Mannschaft wach halten.“ – hinzufügen könnte man hier noch die Sperren von Bodzek und Lumpi, weshalb das Team insgesamt etwas wachsamer sein dürfte. Kurzum – und mit dreifachem Tusch – wir hatten Recht! Und so freuen wir uns über 3 unendlich wichtige Punkte. Wir haben diesmal unsere Mannschaft auch endlich wieder ordentlich angepeitscht. Wir zwei strahlten über beide Ohren, als kurz vor Anpfiff die Trommeln aus dem 42er wieder ertönten. Wir haben es schon mal gesagt, und sagen es wieder: UD ist für scheppernden Support unverzichtbar. Ja, man mag jetzt über die Songauswahl und das Timing (während der Ausführung des Elfmeters?!?!?!?) diskutieren. In puncto Lautstärke und Gesamtdruck schaffen wir mit aktiver UD aber einfach mehr. Also: Bleibt bitte an den Trommeln, Jungs!!!

Kommen wir zum Spiel: Norbert Meier ersetzte die gesperrten Bodzek und Lumpi durch Fink und den von uns schon des öfteren gescholtenen Axel. Zudem brachte unser Trainer Schahin für Ilsö. Und taktisch? Unsere Jungs waren auf aggressives Pressing eingestellt und setzten es mit Ausnahme des nach dem Elfer sichtlich „gebrochenen“ Schahin sehr gut um. Sie standen vor allem zu Beginn recht hoch. Während sich Bodzek gegen Stussgart und Freiburg für den Spielaufbau auf eine Reihe mit den beiden Innenverteidigern fallen ließ und die beiden Außenverteidiger aufrückten, überließen Tesche und Fink den Spielaufbau gegen die „Kleeblätter“ – wie uncool ist es eigentlich, nach einem Unkraut benannt zu sein und dann noch nicht mal vier Blätter zu haben? – den beiden Innenverteidigern allein. Besonders unsere Nummer #28 wusste in dieser Hinsicht zu überzeugen.

Und wir begannen wirklich ordentlich: In der ersten Offensivaktion des Spiels nach etwa 100 Sekunden schnappt sich Kruse das Leder aus der eigenen Hälfte und soliert wie in Zeitlupe eine gefühlte Ewigkeit ganz entspannt durch die Reihen der Fürther und wird schließlich vom ungeschickten, fränkischen Verteidiger Zimmermann (Namen merken) im Strafraum zu Fall gebracht. Der sofort für sympathisch befundene  Schiedsrichter Welz zeigt umgehend auf den Punkt – Elfmeter! Da Langeneke leider immer noch nicht wieder fit ist, greift sich Schahin das Spielgerät und überzeugt die heran eilenden Kollegen Fink und Reisinger davon, dass er derjenige ist, welcher. Gegen Glattspack hatte es ja auch schon gefunzt. Unnötigerweise wurde bereits während der Ausführung im Stadion gefeiert – das macht man doch nicht, oder? Denn: Pustekuchen! Wie gegen Glattspack wählt Dani die linke Ecke. Leider hat der Kräuter-Keeper Hesl wohl auch die Sportschau gekuckt und wirft sich genau dorthin. Zudem war Dani’s Schuss unpräzise und nicht scharf genug. Somit, Riesenchance zum Vorteil vertan. Doch der Support worde umso lauter fortgesetzt. Danach entwickelt sich ein leidenschaftliches Spiel. Tempo war zeitweise auch drin, aber – wie es sich für ordentlichen Abstiegskampf gehört – waren ebenso fehlende Präzision und Missgeschicke auf beiden Seiten ständige Begleiter dieses Spiels.

Giefer’s Assist, Axel’s Tunnel und Fortunesker Spielverlauf

Die ersten gefährlichen Strafraumszenen nach dem verschossenen Elfer sollte aber „Nürnberg für Arme“ haben. Innerhalb von zwei Minuten treffen Nehrig und Schalke-Schreck Djurdjic  in der 15. und 16. düsseldorfer Aluminium und wir schrammen nur Dank Giefer und unserer Namenspatronin knapp an einem Rückstand vorbei. Und genau in diesen Minuten (es war die 18.) leitet unser Fabi mit einen Abschlag schon die Entscheidung des Spiels ein. Er schickt Axel steil, dieser nimmt den Ball mit der Brust mit und legt ihn sich ein Stück zu weit in Richtung gegnerisches Tor vor. Der zuvor durch Tolpatschigkeit aufgefallenen Sportskamerad Zimmermann (da isser wieder) drängt sich zwischen Axel und Ball. Und gerade, als wir dachten: „Schade, das hätte ja durchaus interessant werden können“, spielt der unter Druck nervös werdende Zimmermann einen viel zu gefühlvollen Rückpass zu seinem Keeper, den Bellinghausen dankend mitnimmt. Kalt wie ’ne Hundeschnauze tunnelt Axel Monsieur Hesl zum 1-0. Wir erinnern uns: Derselbe Giefer, der zu Beginn der Saison 4 von 5 Abschlägen ins Aus jagte und den Ball lieber ablegt, als ihn aus der Hand abzuschlagen, hat genau so seinen nächsten Scorerpunkt gesammelt. Kurz vor Wiederanpfiff nach dem 1-0 konnte man beobachten, wie Jojo Giefer gratulierte, indem er seinen Abschlag nachahmte und auch Latka gratulierte unserem Keeper mit Applaus und geballter Faust zu seinem Assist – das ist Teamspirit. In der Folge haben wir die Partie im Griff und spielen sicher, bis… ja, bis ein Fürther in der 38. Minute (in der Minute flog auch der Krankfurzer, oder) frühzeitig zum Duschen geschickt wird. Überzahl ist nicht unser Ding. So wird aus der Sicherheit nach der Führung gefühlte Unsicherheit nach Überzahl – diese Saison leider die Regel; bis auf die Partie gegen Krankfurz. In der 2. HZ verlassen wir uns fast nur noch auf’s Kontern. Man hat das Gefühl, unsere Jungs lassen Fürth zu viel Raum. Manche Passstaffettem vor dem eigenen 16er wirken zudem arg leichtsinnig. Es mag aber sein, dass man bezweckte, dass Fürth kommt und sich in eigenem Ballbesitz müde spielt. Und, wenn man bedenkt, wie viele Torchancen wir hatten, war es ja so dumm auch nicht. Warum allerdings Schahin, Kruse (neben Latka und Axel bester Mann), Ilsö und Reisinger keine der fünf, sechs hochkarätigen Chancen reinmachen, muss man nicht verstehen. Und, weil im Fuppes IMMER ein Tor fallen kann, bleiben die Zuschauer nervös. Pfiffe ertönen – zwei Mal. Doch beide Male schreit die Südtribüne mit inbrünstigen „Fortuna, Fortuna“-Rufen diese unsägliche Unmutsäußerung nieder. Sicher gibt es enttäuschte Zuschauer, die kein Torspektakel sondern dreckigen Abstiegskampf sahen und mit dem Sieg nur bedingt glücklich waren. Nur können wir auf die keine Rücksicht nehmen. Die Freude über diese drei Punkte ist riesig.

Ruhepol & Dirigent: Latka wächst zu einer F95-Größe heran

Dieser Martin Latka… Watt ’n Typ! Mit seinem kahlrasrierten Schädel, der Statur eines Dock-Arbeiters und der furchteinflößenden Maske ist die Freude der Stürmer auf einen Zweikampf mit ihm sicher vergleichbar mit der Euphorie eines Lachses, der flussaufwärts schwimmend einem Grizzly Bären in die Pranken springt. Dass unser Martin die Stutzen ganz knapp über die Schienbeinschoner trägt, passt bestens zu ihm – er würde vermutlich am liebsten in bester Matthias Herget- oder Hans-Peter Briegel-Manier ganz auf Schienbeinschoner verzichten… Diese Veteranen in den Schatten stellend hat Latka gegen Führt die ideale Interpretation des modernen Innenverteidigers regelrecht zelebriert. Mit grandiosem Stellungsspiel, resolutem Zweikampfverhalten und regelrechter Unantastbarkeit im Luftkampf ist er für unsere Defensive eine absolute Bereicherung. Da Latka aber auch über einen wohl dosierten Offensivdrang verfügt, sicher im Passspiel ist und zudem das Auge für Mitspieler hat (Herhören, Robbie Kruse!), besticht der tschechische Abwehrschrank auch als ideenreicher Initiator im Spielaufbau. Das ist aber bei weitem nicht alles: mit seinem Einsatzwillen und der „Chuzpe“,  seinen maskierten Schädel auch dahin zu halten, wo es weh tut, präsentiert sich unsere Nummer #28  als waschechter Fortune, der die nötigen charakterlichen Eigenschaften mitbringt, eine neue Größe für den Verein und eine Riesenhilfe im Abenteuer Bundesliga für uns zu sein. Dass er seine Nebenleute so gekonnt mit Gesten dirigiert und nach wenigen Wochen in Düsseldorf schon die Rolle der kommunikativen Schaltzentrale übernimmt, ist schlichtweg beeindruckend. Ihm ist nicht eine einzige Aktion misslungen. Von daher war er für uns ganz klar der Mann des Spiels – weiter so, Martin!

Axel zeigt Größe während und vor allem nach dem Spiel

Ja, wir FUPPES95iger haben in unserem letzten Bericht die leise Hoffnung geäußert, Axel würde nicht eingesetzt werden. Da wir aber keine auf Rechthaberei pochenden Klugscheißer sind, freuen wir uns natürlich riesig über Axels bis dato bestes Spiel für uns. Ja, wir spielten gegen die mit Abstand schlechteste Mannschaft, die wir bei uns in dieser Saison zu Gast hatten. Ja, Zimmermanns Lapsus hat Axel zum Tor verholfen. Dennoch: Auch Fürth muss man in Grund und Boden rennen – und das hat er fulminant gelöst. Nicht gerade sportlich, aber als Signal umso geiler war seine Aktion kurz vor Schluss in der Hälfte der Fürther. Nachdem er auf dem linken Flügel ein etwas arrogant anmutendes Dribbling ins Seitenaus gurkte, nahm er dem Fürther die Kirsche weg, täuschte an, ihm den Ball im Volleyball-Stil zuzuschmettern, um ihn dann über ihn zu lumpfen. Die Fürther ärgerten sich zurecht maßlos – wir genossen diese Augenblicke, und der Schiri…? Muss es verpasst haben. Aber selbst die Gelbe Karte wäre es wert gewesen, den Gegner so zu ärgern. Tja, und was für ein großartiger Typ uns Axel ist, zeigte er vor allem nach dem Spiel eindrucksvoll. Alles bereitete sich auf die Humba vor, als er das Mikro ergriff und darum bat, aufgrund des Verlustes des viel zu früh verstorbenen Fortunen, Cedi, diesmal darauf zu verzichten: Großer MENSCHLICHER Sport, lieber Axel!

Auf Schalke geht Einiges

Blicken wir zum Abschluss kurz nach vorn: Die Punkte gegen Fürth werden noch wertvoller, wenn wir uns die kommenden Spiele und Gegner ansehen: Schalke (A), Mainz (H), Bayern (A), WOB (A), Leverkusen (H). Aber besonders auf Schalke ist viel drin – ein Punktgewinn allemal; vielleicht sogar mehr. Wenn wir mal so richtig tief in die Analysekiste greifen, kommt es uns sogar zugute, dass Schalke in Mainz noch zum Ausgleich gekommen ist. Sonst hätte sich womöglich das WOB-Szenario mit dem Trainerwechsel eines kriselnden Vereins vor dem Spiel gegen uns noch wiederholt. Es sind eigentlich solche Spiele, in denen wir uns wohl fühlen: Große Teams, die arg verunsichert sind. Und, was Kräuter Fürth auf Schalke schafft, können wir doch allemal, oder? Glauben wir also dran, denn es ist möglich.

Wir sehen und lesen uns nächste Woche – bis dahin: 95 OLÈ

Ingo & Adnan

Last-Minute-(Breis)Gau

12 Feb

Unsere Jungs bringen sich wieder mal selbst um den verdienten Lohn. Nach einer ordentlichen Leistung und liegen gelassenen Torchancen fangen wir uns nach einer Ecke in der Schlussphase einen Gegentreffer, der uns alle Punkte kostet.

Ach, es fing doch alles so schön an… Es ist immer wieder herrlich, vor Stadien vorzufahren, die mitten in einer Wohngegend liegen. Als Auswärtsfahrer hat man dann besonders das Gefühl, ungemütlich auf die Anwohner zu wirken, die von gegenüber auf das kleine SCF-Zu Hause blicken. Das Ding sieht man auch nicht sofort: Die gute Lotte stieg aus dem U-95 Bus und fragte verdutzt: „Wo is’n das Stadion?“. Zurecht, denn die Freiburger Bude wirkt von außen ein wenig wie das gute alte Eisstadion auf der Brehmstraße; man sieht erst auf dem zweiten Blick, dass da Tribünen sind. Es wirkte alles sehr entspannt vor den Eingängen und umgeben von freudentrunkenen Karnevals-Fortunen begaben wir uns in den Gästeblock. Uns stand eine schnuckelige Stehplatz-Kurve zur Verfügung, in der man irgendwie das Gefühl hatte, man wäre in den Keller ins hinterste Eck geschickt worden. Die Sicht auf Grashalmhöhe sollte es schwer machen, das Spiel vernünftigt zu verfolgen. Da waren die schneebedeckten Bäume im Hintergrund wesentlich besser zu erkennen. Ständig musste man sich fragen, ob der Pass ankommt, oder der Ball überhaupt noch im Feld ist. Doch diese „Kurve in der Ecke“ förderte den Zusammenschluss der angereisten Fans. Von Anfang an war die Stimmung richtig gut und es sollte das gesamte Spiel über durchgesungen werden. Das hat richtig Freude gemacht. Die Karnevalskostüme taten hierbei ihr Übriges.

Die „4-2-3-1 zu 3-4-2-1“-Taktik und ein gewisser Hannibal Latka

Als sich unsere Jungs warmliefen, sahen wir das, worauf wir uns alle insgeheim und in unseren finstersten Phantasien gefreut hatten: Martin Latka aka „Hannibal Latka“ aka „Bane“. Gut, dass er einsatzbereit war – und die Maske machte sein Erscheinungsbild noch gnadenloser. Auch, wenn er selbstkritisch beim Gegentor die Mitschuld auf sich nimmt, machte er wieder ein wirklich gutes Spiel. Er ist sehr abgeklärt, erkennt sofort, wenn Bälle des Gegners harmlos sind und zeigt mit einer Handbewegung, dass er die Lange voll im Griff hat. Man könnte dazu geneigt sein, sich zu wünschen, dass er seine Maske (ähnlich Edgar Davis mit seiner Brille oder Petr Czech mit seinem „Fahrrad-Helm“) als Schutz-Utensil nie mehr ablegt. Sein IV-Kollege, Malezas, wird noch einige Spiele mehr benötigen, um wieder der alte zu werden. Sein Bock zum Ende der ersten Halbzeit hätte zum Rückstand führen können, wenn unser werter Herr Giefer-Giefer-Giefer nicht sensationell gegen Flum geklärt und Makiadi den Nachschuss versemmelt hätte. Der konkurrenzlose Jojo und Freund Balogun waren insgesamt unauffällig – weder besonders stark in der Defensive noch im Spiel nach vorne. Doch gerade die beiden spielen in der taktischen Neuorientierung von Meier eine bedeutende Rolle. Es war interessant zu beobachten, wie beide Außenverteidiger beim Spielaufbau bis auf die Mittellinie vorrücken und Herr Bodzek mit Malezas und Latka eine breite Dreierkette vor dem eigenen 16er bilden. Jojo und Balogun sind so gemeinsam mit Tesche und Lumpi die Anspielstationen im Mittelfeld als Zwischenstationen zu den Offensivleuten, Ilsö, Kruse und Reisinger. Tesche ist bestens geeignet für die Rolle als „offensive 6“ – oder eben die „8“. Er hat auch den Mut und die Technik, mal selber mit dem Ball zu marschieren. Gleichzeitig geht er in den Zweikämpfen beherzt zur Sache – eine Tugend, die Ilsö leider bisweilen vermissen lässt.

Ilsö beißt nicht – „Reise“ reißt nicht(s)

Ken ist ein Spieler, dessen Leistungsbewertung stark davon abhängt, ob er Scorerpunkte sammelt oder nicht. Mal als Vergleich: Tesche, Bodzek, Lumpi oder auch ein formstarker Fink erhalten häufig beste Noten, ohne ein Assist gespielt oder ein Tor erzielt zu haben. Bei Ilsö ist es jedoch so, dass er entweder an Toren beteiligt ist oder ein schwaches Spiel gezeigt hat. Die Leichtigkeit, die sein Spiel ausmacht, führt leider immer wieder zur Leicht(fert)igkeit im Spiel ohne Ball – besonders was die Defensive anbelangt. Zu selten zwingt er Gegner durchs Nachsetzen zu Fehlern; oder gewinnt wie gegen Stuttgart selber den Ball durch richtiges Beißen. Mag sein, dass er als Typ „Luftikus“ nicht unbedingt den notwendigen Willen mitbringt. Um seinen Stammplatz zu rechtfertigen, müsste er dann aber mehr Zählbares liefern – scoren eben. Tja, und „Reise“… Es war richtig cool, wie er vom gesamten Stadion gefeiert wurde bei der Verkündung unserer Startelf. Sicherlich war er auch topmotiviert – aber er konnte einfach nichts reißen. Er wurde gut verteidigt, sodass er nur selten Offensivakzente setzen konnte. Beeindruckend war insbesondere der Kampfgeist von Robbie Kruse. Er hat unter der Woche noch ein Länderspiel durchgespielt und wurde gegen den SCF gleich zu Beginn der Partie zwei Mal fies gefoult: jene berüchtigten „Zeichen“ der Verteidiger zu Beginn eines Spiels. So humpelte er auch eine Zeit lang über’s Feld; doch er riss sich zusammen, überwand die Schmerzen und ließ keinen Zweikampf aus. In manchem 1 gegen 1 scheint es ihm aber noch an der Physis zu fehlen. Da schieben ihn noch zu viele Verteidiger im Laufduell weg. Das kann er nur mit Dribblings kompensieren, wenn er voll im Saft steht.

Torgefahr ohne Abschluss

Es gilt, anzuerkennen, dass unsere Jungs sich teilweise richtig gute Chancen erspielten und erkämpften. In der ersten Hälfte, luchste „Reise“ Diagné den Ball kurz vor der Grundlinie ab und versuchte, aus spitzem Winkel Baumann zu überraschen – als Idee sicher nicht schlecht, aber Baumann ist eben auch kein schlechter Mann. Mit gerade mal 20 Gegentoren hat nur Manuel Neuer diese Saison mit nur 7 (!) seltener hinter sich greifen müssen. Doch besonders in der zweiten Halbzeit kamen unsere Jungs zu guten Schusschancen, die aber zumeist gar nicht erst aufs Tor kamen. Latka per Kopf, Bodzek und Reise aus der Distanz und später auch Fink nach ansehnlichem Konter zwangen Baumann zu keiner Parade. So war es Lumpi, der die beste Chance des Spiels hatte. Kruse hatte leicht verzögert und Lumpi gut bedient – nu isset aber einfach so, dass unser „Fußballgott“ die Kirsche nicht technisch fein unter Kontrolle bringt und mit ungünstiger Schusshaltung weder Druck noch Präzision hinbekommt. Baumann stand richtig und pariert problemlos. Schon gegen Stussgart war Lumpi seinem ersten Bundesligator sehr nah; dabei würde sich wohl JEDER aus dem Fortuna-Universum über ein Tor von ihm mindestens genau so freuen wie er selbst. Doch anders als gegen Stussgart musste dieser Torchance später nachgeheult werden…

Die Punkteteilung schien doch ausgemacht…

Da die Forteng in der zweiten Halbzeit eigentlich die gefährliche Mannschaft war, kam einem nicht so recht in den Sinn, dass der SCF hier noch richtig Alarm machen würde. Zwar kam mit der Hereinnahme des angeschlagenen Caligiuri etwas mehr Druck ins Freiburger Spiel, aber auch deren Abschluss war harmlos und unsere Verteidiger hatten auch eigentlich alles im Griff. Irgendwie hatten sich doch alle Akteure auf das Unentschieden geeinigt, oder? Bis eine etwas unnötig aussehende Ecke in der 86. Minute zustande kam… Kruse gibt die Ecke rein, Giefer verschätzt sich böse, sodass der unserem Hannibal Latka enteilte Pavel Krmas aka „Christmas“ vor ihm hochsteigt und den Ball mit dem Kopf entspannt reinnicken kann. Seltsamerweise war sofort klar, dass trotz verbleibender Minuten nichts mehr gehen würde – nicht nur, weil man Freiburg zutraut, das Ding zu wahren; sondern auch, weil unser Torabschluss einfach nicht effektiv war. Aber unsere Truppe konnte nach Abpfiff erhobenen Hauptes Richtung Fankurve kommen und erhielt auch einen aufrichtigen, aufmunternden Applaus. Wenn man daran zurückdenkt, wie die Stussgarter letztes Mal bei uns von ihrer Kurve beschimpft wurden, ist man ein weiteres Mal froh, Fortune zu sein. So etwas ist bei uns – zum Glück – unvorstellbar.

Tja, und watt erwartet uns jetzt gegen Kräuter Fürth? Eigentlich „müssten“ wir ja wieder patzen. Es ist schließlich ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir diese Sechspunktespiele nicht für uns entscheiden. Gerade in solchen Spielen „launt“ unsere geliebte Diva gerne. ABER: Diesmal wird es anders. Zu frisch ist die Pleite gegen Augsburg; und auch die Niederlage in letzter Sekunde gegen Freiburg wird die Mannschaft wach halten. Und im Gegensatz zu Augsburg gibt es bei Fürth keinen sportlichen Aufwind – gut, sie haben auf Schalke gewonnen. Aber das dürfte in deren jetziger Verfassung jeder schaffen. Hoffen wir, dass Keller noch bis zu unserem Gastspiel Trainer dort bleibt. Durch die Sperren für Bodzek und Lumpi wird es Umstellungen geben müssen. Fink dürfte somit gesetzt sein. Mit einer Hereinnahme von Schahin könnten Kruse und Reise die Flügel bedienen und Ilsö auf der 10 ein weiteres Mal auf einen genialen Moment hoffen. Oder bringt Meier etwa Bellinghausen von Anfang an? So gern wir ihn haben – vielleicht lieber doch Schahin bringen und Ilsö drin lassen…

Wir sehen und lesen uns – hoffentlich nach einem Sieg am Samstag,

Adnan & Ingo

PS: Die Videos stammen vom myf95-YouTube-Kanal

Stuggitown 3-1 verhau’n

3 Feb

Wiiiiir sind wiiiieder da! Von Beginn an spielen wir gut sortiert, sind effektiv im Abschluss und lassen uns auch vom Anschlusstreffer und einem gigantisch aufgelegten Traoré nicht aus der Fassung bringen. Meier bringt in Fink den zweiten Matchwinner neben Kruse rein und wir zwingen Stussgart zur genau richtigen Zeit in die Knie. 3-1 und 24 Punkte!

Da der gute Ingo dieses Wochenende in Wien sein Unwesen treibt, muss Adnan sich bei der Betrachtung des Spiels auf seine Sitznachbarn Niko & Niko verlassen und möchte sich bereits an dieser Stelle für deren Senf vor, während und nach dem Spiel recht herzlich bedanken („Ingo, komm zurüüüüüück!“). Während der Autofahrt zum Spiel tönte Adnan von der Rückbank: „Das wird heute groß. Ich sach: 3-0 oder 3-1.“ Blicke des Mitleids brachte ihm das ein; allerdings untersetzt von der leichten Hoffnung, er möge Recht haben. Denn mal im Ernst, Freunde: Teams wie Stuttgart sind gemalt für die Fortuna. Sie neigen allesamt dazu, die Herausforderung Forteng nicht ganz ernst zu nehmen. Auf dem Papier sind sie schließlich in jedweder Hinsicht überlegen. Doch dann verzagen sie an ihrer letztlich doch fehlenden Qualität, wenn sie wiederholt gegen unsere Defensive anrennen. So ging es Hamburg, so ging es Frankfurt, so ging es Hannover und eigentlich ging es sogar Bremen so; doch denen haben wir dann manchen Gefallen an Defensivfehlern getan. Doch diesmal stand unsere Abwehr sicher. Und, da dem VfB mit dem hoch geschätzten Martin Harnik der einzige Spieler mit echtem Offensivdampf fehlte, blieb unser Gegner in der ersten Halbzeit harmlos. Feine Techniker wie Hajnal und selbst jemand wie Kvist können eigentlich alles, kriegen es aber schlichtweg nicht hin. Natürlich lag das auch an unserer super organisierten Abwehr. Unser sehnlichst vermisster Rückkehrer Malezas brauchte zwar drei, vier Zweikämpfe, um die Anfangsnervosität zu überwinden, bildete dann aber mit Latka aka „Fortuna-Valujev“ ein sicheres Innenverteidiger-Duo (das sechste IV-Duo dieser Saison). Da auch Freund Balogun und der konkurrenzlose Jojo sich keine Fehler leisteten und ihre Aufgaben erfüllten, stand unsere Defensivreihe wieder richtig gut.

„Sauber, Lumpi – Boah, Hammer, Lumpi!“

Norbert Meier brachte in der Startelf Lumpi statt Fink und Ilsö statt Schahin. Vor allem letzterer Wechsel überraschte uns ein wenig. Schahin gehörte zu den Besseren gegen Gladbach. Reisinger, Kruse und Ilsö stehen jedoch für mehr Dynamik und Beweglichkeit. Allerdings fehlt ihnen körperliche Stärke, um Bälle im Luftkampf zu erobern, oder sie abzuschirmen und abzulegen. So blieb Reisinger bis auf seine enorme Laufbereitschaft etwas blass. Bei Ilsö war es irgendwie andersrum. Im Spiel ohne Ball wirkte er enorm zurückhaltend, fast schon lustlos. Bei den vielen, vielen Kontergelegenheiten, die wir bereits in der 1. HZ hatten, lief er sich nicht frei und ließ zudem das Gespür und Geschick missen, dem ballführenden Teamkollegen den Weg durch gekonntes Kreuzen freizuräumen. Dafür war er wiederum an den ersten beiden Toren (in-)direkt beteiligt. Vor dem 1-0 setzte er einen Freistoß in die Mauer. Tesche war gedankenschnell am Ball und spielte Ilsö an, der aber irgendwie wohl noch mit seinem Freistoß haderte und so gar nicht mitbekam, wie ihm geschah. Glücklicherweise reagierte er erst gar nicht, weshalb der schnell gespielte Ball von Tesche wie ein „gemogelter“ Doppelpass zu ihm zurückkam, sodass er Kruse bedienen konnte. Robbie hielt sofort drauf und der Jubel war groß. 1-0. Und ihm sollte wenig später der Doppelschlag gelingen. Ilsö eroberte (endlich mal beherzt agierend) den Ball in der gegnerischen Hälfte und schickte fix Kruse steil. Dieser hatte mit dem noch jungen Erfolgserlebnis im Kopf alle Ruhe, die es braucht, um in die von Ullreich doch recht früh geöffnete Torwartecke vorbeizuschieben. So einfach kann Fußball sein, denkt man sich bei solchen Toren. Und vieles, das bei Fortuna besser – weil einfacher – aussieht, hat mit Robert Tesche zu tun. Er ist mit seinem wohldosierten aber effektiven Offensivdrang für das zentrale Mittelfeld goldwert. Absolut sehenswert die flinke Ballstaffette samt „echtem“ Doppelpass mit Lumpi (!) auf links, mit der er in der 8. Minute in den 16er drang und um ein Haar – oder besser gesagt: um einen Pfosten – sein erstes Tor für uns geschossen hätte. Dieser Spielzug brachte echte Begeisterung hervor und er sollte der Vorbote dessen sein, was uns Lumpi an diesem Tag zu bieten hatte: sein bis dato bestes Bundesligaspiel. Von Anfang an störte Lumpi Stussgart im Spielaufbau effektiv; bekam seine knallgelben 46-er Riesenlatschen immer wieder dazwischen, gewann nahezu jeden Zweikampf und eroberte so enorm viele Bälle. Und er behielt sie, spielte in Ruhe und präzise ab. Viele hatten – völlig zurecht – unseren Liebling kritisiert. Zu häufig waren eroberte Bälle gleich wieder weg. Doch diesmal folge auf „Sauber, Lumpi“ eben nicht direkt ein „Ach Mann, Lumpi“ – diesmal brüllte man bei fast jeder Aktionen „Sauber, Lumpi – Boah, Hammer, Lumpi!“ Die Moral dieser Geschicht: Auch Lumpi schadet Konkurrenz und Bankdrücken nicht.

Herzlichen Dank, Bruno Labbadia

Nach nur fünf Minuten der zweiten Halbzeit fiel uns ein riesiger Stein vom Herzen: Labbadia sei Dank hat die Flügelrakete aus Guinea namens Ibrahima Traoré nicht von Anfang an gespielt. Schon zu seiner Augsburger Zeit fanden wir Gefallen an diesem dribbelstarken und pfeilschnellen Flügelspieler. Und gestern sollte er Angst und Schrecken verbreiten. Zunächst über rechts kommend, lud er Lumpi und Jojo zum Tanz und vernaschte sie ein ums andere Mal. Gab es auch nur ein 1 gegen 1, das er verlor? Trickreich ließ er einen nach dem anderen stehen. Und just als Freund Balogun sich wohl dachte „Zum Glück spielt der auf der anderen Seite“, und als Adnan etwas nervös seine beiden Nikos fragte „Höh? Wo is’n der Traoré“, machte es sich dieser nun auf dem linken Flügel bequem. Es war die 60.Minute, als er mit gefühlten 180 Sachen an allem, was rote Trikots trug, vorbei schoss und aus vollem Lauf maßgenau auf den zweiten Pfosten flankte, wo Gentner direkt abnahm und zum 2-1 verkürzte. Zugegeben: Es konnte einem etwas Bange werden. Der Spielverlauf ließ nichts Gutes ahnen und 30 Minuten Restspielzeit sind arg lang. Doch Meier reagierte genau richtig und brachte Fink für Ilsö. Noch viel wichtiger: Fortuna wurde nicht nervös, obwohl Stussgart drückte. Und ähnlich wie bei einem Boxer, der sich zu viel vornimmt und „überpest“ (schreibt man das so???), kam Traoré nach seinem beeindruckenden, 20-minütigen Auftritt nicht mehr zur Geltung. Balogun hatte seine Seite wieder im Griff.

Perfektes Timing für K.O.-Schlag

Richtig verlässliche Spieler zeichnen sich dadurch aus, dass sie da sind, wenn man sie braucht. Zu stark schwankt Fink’s Formkurve bisweilen. Doch gestern war auch er sofort da. Nach einem ersten Schussversuch, der nahe der Seitenauslinie landete, setzte Fink nach. Er war hungrig und gallig – Meier hat selbst bei der PK noch gesagt, wie enttäuscht Fink davon war, auf der Bank sitzen zu müssen. So wollte er unbedingt sofort was zeigen und vollbrachte nach seiner Einwechslung sofort effektive Abwehrarbeit im Mittelfeld. Tasci (hat die Haare schön) leistet sich einen dicken Schnitzer in der eigenen Hälfte und unser „Finki“ nimmt Fahrt auf. Da ihm Kruse den Gefallen tut, zu kreuzen, bekommt er viel Raum geboten und hält mangels Abspielstation einfach drauf. Ullreich ist noch dran, aber das Ding ist zu platziert. 3-1! Feddich! Das war’s!! Gerade, als Stussgart drückte, lauerte Fink, holte mit der linken Klebe aus und setzt den K.O.-Schlag. Auch für ihn scheint der Denkzettel „Bank“ gut gewesen sein. Und mit Schahin bekam wenig später der zweite auf die Bank verwiesene Starter vom Gladbach-Spiel seine Einsatzzeit. Viel konnte und brauchte er nicht verrichten. Schön anzusehen, war das sogar von der Tribüne zu erkennende Grinsen von Bellinghausen, als er bei seiner Einwechslung mit Kruse abklatschte. Und Axel dachte sich: „Watt mein ehemaliger Kollege, Traoré, kann, kann ich schon lange.“ Er setzte kurz vor Schluss auf links zu seinem Traoré’sken Pirouetten-Tanz-Dribbling an – doch es sollte nicht so richtig klappen… Tja, dann war auch schon Schluss und wir durften wieder „An Tagen wie diesen“ singen…

Ein australisches „Humba-chen“

Während sich der etatmäßige Humbaflüsterer, Lumpi, nach der Ehrenrunde sichtlich geschafft Richtung Kabine schleppte, sammelte sich die Mannschaft zum Feiern mit der Südtribüne vor selbiger ein. Doppeltorschütze Kruse war natürlich fällig und Jojo half ihm dabei. Wer vor Anpfiff beim Einmarsch des Karnevalsprinzen den kleinen Buben erlebt hat, der nach der durchaus gelungenen Einlage des Prinzen und der wiederum unerträglichen Darbietung seiner Gattin das Mikro bekam, fühlte sich bei Kruse’s Humba ein wenig an den eingeschüchterteten Knirps erinnert. Et is halt nit jeder ’ne Rampensau, ne! Trotzdem machte es Freude, mal wieder einen Sieg zu besingen. Apropos Singen: Es scheint, dass die Südtribüne etwas an Support-Form gewinnt. Es wird zwar immernoch munter im Kanon gesungen, aber immer häufiger wird es ordentlich laut. Schön auch, dass sich manche dazu berufen fühlen, mit der Trommel den Takt vorzugeben. Jaja, es wirkte noch ein wenig hilflos bzw. taktlos und irgendwann gab er/sie ja von selber auf. Aber es zeigt, dass sich da etwas bewegt. Dennoch: Wenn man in den Gästeblock sieht: die vielen Fahnen, das synchrone Gehüpfe und die lautstarken Gesänge vernimmt, merkt man, dass es einem weh tut, in der eigenen Bude in Sachen Support schwach auf der Brust zu sein. Die UD fehlen merklich. Schauen wir mal, wie sich das fortan entwickelt. Keiner von uns hat den notwendigen Einblick in die Szene, um abschätzen zu können, ob wir das noch in dieser Rückrunde wieder hinbekommen. Wir wünschen es uns in jedem Fall und stehen damit ganz sicher nicht allein.

Einziger Wehmutstropfen des gestrigen Spiels ist die Gesichtsverletzung von Latka. Das sah schon recht heftig aus; und, dass er auf einer Trage weggefahren werden musste, zeigte, dass es kein leichter Bruch ist. Hoffen wir sehr, dass er kommendes Wochenende mit Gesichtsmaske auflaufen kann. Es dürfte dann jedoch zu dem oben bereits genannten Spitznamen ein weiterer dazu kommen: Bane.

Die beiden Burgs (Augs und Wolfs) nahmen sich schööön die Punkte weg. Das doofe Hoffenheim und der fränkische Club hingegen gewannen ihre Spiele. Tja, und Kräuter Fürth entführt doch tatsächlich einen Dreier beim S04. Umso wichtiger also, dass wir gewonnen haben. Vielleicht ist das dritte Burg aus Frei nach der gestrigen Niederlage auch gegen uns (an-)fällig. Schon ein Punkt wäre toll – denn eigentlich ist der SCF kein Team, das uns liegt. Tabellarisch zwar irgendwie schon, aber ihr spirit ist schon enorm. Wir dürfen gespannt sein.

Bis nächste Woche: 95 OLÉ

Adnan & Niko K. & Niko S. & Ingo (im Geiste)